Dienstag, 28. März 2017

Schönmachen ist toll!



Meine Tussi-Ausstattung Nagellacksammlung wächst kontinuierlich. So ist das bei einem neuen Hobby: Frau braucht Ausstattung und Werkzeug und ist erst einmal ein bisschen im Kaufrausch. Aber was hat das mit Nähen zu tun? Ok, beides beginnt mit "N" - doch für mich gibt es allerdings noch einen tieferen Zusammenhang.

Früher hätte ich folgendermaßen gedacht: Schönheitsmittelchen sind dazu da, um zu übertünchen, um zu kaschieren, um besser zu machen, was weniger gut ist. Heute sehe ich das ein bisschen anders, obwohl es wie bei vielen Themen so ist: es kommt darauf an. Meine Freude am Nagellack entspringt einem Anstoß von außen, der Lust, neue Dinge auszuprobieren und dem Gefühl zufrieden mit mir zu sein.


Probier doch mal was Neues


Der Anstoß von außen war ein Fotoshooting eines Magazins, das derzeit Prominente mit rosa Fingernägeln zeigt, um über Frauenrechte zu sprechen. Als ich gefragt wurde, ob ich bei der Fingernagelaktion mitmachen wollte, stimmte ich zu, mir die Nägel pink lackieren zu lassen. Ich hatte, außer bei ein paar misslungenen Versuchen als Teenie, noch nie lackierte Fingernägel! Dementsprechend fühlte ich mich stundenlang merkwürdig. Diese Hand gehört doch gar nicht zu mir! Aber mit der Zeit freundete ich mich mit dem neuen Look an und war fasziniert: diese Hand gehört zu mir und ich fand es plötzlich schön!




Daraufhin begann ich Freundinnen offline und online zu fragen, wie das mit dem Nägel lackieren geht, welche Produkte empfehlenswert sind und setzte damit ein lustiges Fachsimpeln auf twitter und eine fröhliche Bilderschau auf instagram in Gang. Es folgten mehrere Drogeriemarktbesuche bei denen ich mich mit einer Grundausstattung eindeckte und lackierte darauf los. Hey, schon der erste Versuch war gar nicht schlecht! Fachsimpeln lohnt: ich lernte rasch, worauf es ankommt und hatte einen riesen Spaß dabei. Mein Mann beäugt misstrauisch mein neues Hobby, aber mir ist das egal. Ich freue mich einfach, wenn ich meine leuchtenden Fingernägel sehe.


Selbstgenähte Kleidung verändert alles



Aber was hat das mit Nähen zu tun? Für mich hat das Nähen meiner eigenen Kleidung so viel verändert! Seit dem ich trage, was zu mir, zu meinem Körper und zu meinem Leben passt, bin ich so viel fröhlicher, selbstbewusster und stärker geworfen. Ich frage mich nicht mehr, ob ich schön bin, sondern finde mich einfach an manchen Tagen mal besser und mal schlechter, ohne mich grundsätzlich in Frage zu stellen. Ich traue mich sichtbar zu sein und es hat sich dadurch so viel verändert - nicht zuletzt mein Beruf. Während ich früher Kleidung kaufte, zum Frisör ging, mir die Fußnägel lackierte und und und, waren das immer Maßnahmen, um wenigstens nicht ganz so schlecht auszusehen. Es ging um Korrekturen und darum, wenn ich schon dick bin, dann wenigstens eine schöne Handtasche zu haben. Ihr kennt das sicherlich, diese Frustinvestitionen in Schuhe, Handtaschen oder Kosmetik um darüber hinweg zu kommen, dass es in den Läden einfach nicht das Passende zu kaufen gibt.





Heute ist das Lackieren meiner Nägel der Ausdruck reiner Lebenslust. Ich mag mich, ich finde mich schön und mit leuchtenden Fingernägeln finde ich mich noch schöner! Das darf ruhig jeder sehen. Schaut hin, hier bin ich! Dieses Selbstbewusstsein hat sich bei mir durch selbstgenähte Kleidung entwickelt und deswegen verdient auch das neue Nagellack-Hobby einen Beitrag in meinen Nähblog. Es ist einfach so großartig sich schön statt minderwertig zu fühlen. Die lackierten Nägel erinnern mich an meinen langen Weg dorthin und zaubern mir jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht, wenn ich sie sehe!

Montag, 27. März 2017

crafteln --> facebook

Das Thema Nähen und Schnittmuster hat nun von mir eine eigene Facebookseite spendiert bekommen. Bisher habe ich Neuigkeiten aus dem Hause crafteln auf meiner Autorinnenseite gepostet, aber irgendwie war das auch merkwürdig. Deswegen bin ich auf Facebook nun auch unter dem Stichwort "crafteln.de" zu finden. 

--> über einen freundlichen Bekanntheitsanschub per "Like" oder "Abonnement" würde ich mich sehr freuen! *klick*

Die Facebook-Gruppe, in der wir gemeinsam über die Schnittmuster aus dem Schnittmusterkiosk fachsimpeln können, kennt ihr aber, oder? Die gibt es schon länger und die findet ihr hier: Crafteln | Schnittmuster | nähen

Donnerstag, 23. März 2017

Das Ninjashirt und das Ninjakleid - neu im Schnittmusterkiosk



Ein femininer Hoodie mit dem gewissen Etwas



Werbung. Ich freue mich sehr, euch heute das neue Schnittmuster von stokx für crafteln vorstellen zu können: das Ninjaschnittmuster gibt es ab heute im Schnittmusterkiosk.

Ein Hoodie, ein Kleid - und doch irgendwie anders. Als ich verschiedene Ninjas im Atelier stokx an verschiedenen Menschen sah, war ich erstaunt: ein Kleidungsstück, dass ich gefühlt im Alltag dauernd sehe auf eine ganz neue Art, modern und vor allem mit femininer Silhouette.

Die Beqeumlichkeit eines Hoodies gepaart mit der Eleganz der stokxschen Designs. Eine spannende Idee! Mich bezauberte der Wasserfallausschnitt, der besonders bei fließenden Jerseys mit Viskose gut zur Geltung kommt. Schulterabnäher finde ich für guten Sitz sehr prima und die Rückennaht macht es so einfach die schicke feminine Linienführung perfekt auf die eigene Figur anzupassen. Und die Kapuze! Wie charmant die Kapuze immer wieder anders fällt, wenn sie nicht auf dem Kopf getragen wird!





designer.pattern for EVERY.BODY


Ganz bewußt haben die Designerin und ich uns dafür entschieden, als Schnittmuster Nummer 5 im Schnittmusterkiosk ein Kleidungsstück aus der Kollektion stokx auszuwählen, das besonders einfach zu nähen und aus elastischem Material ist. Getreu meinem Motto „designer.pattern for EVERY.BODY“, soll es in allen Schwierigkeitsgrade möglich sein, gutes Design für alle Körperformen in selbstgenähten Kleidungsstücken umzusetzen. 




Level „Erfolgserlebnis“


Schnelle Erfolgserlebnisse lieben auch erfahrene Näherinnen und für Anfängerinnen im Nähen von Erwachsenenkleidung sind solche Projekte einfach perfekt. Wie gewohnt gibt es eine ausführliche Anleitung, bunte Grafiken und dazu noch zahlreiche Tipps und Tricks zum erfolgreichen Nähen mit Jersey. 





Jersey, Sweat oder Strick - ihr habt die Wahl


Egal ob fliessender Viskosejersey oder muckeliger Sweat. Das Ninja funktioniert mit verschiedenen Materialien - Hauptsache dehnbar. Wir freuen uns sehr, für diesen Schnitt mit der Firma Lillestoff zu kooperieren, die uns verschiedene Stoffe zum Ausprobieren zur Verfügung stellte. Auf dem Deckblatt des Schnittmusters seht ihr einen rotgemusterten Jaquard und einen Ikat-Sommersweat.





In der Kollektion stokx wird das Ninja, eher aus dünneren Jerseys, aus Baumwolle oder Viskose genäht. Insbesondere bei Jerseys, die Viskose enthalten, kommt der elegante Wasserfallausschnitt, der das Ninjashirt oder -kleid so besonders macht, gut zur Geltung. Das Probenähteam hat unzählige Varianten genäht (Links siehe unten), lasst euch davon inspirieren und näht euer ganz eigenes Designerkleidungsstück. 


Variationen machen das Nähen erst spannend


Habt ihr Lust auf einen kuscheligen Sweat? Oder habt ihr schon richtig Frühlingsgefühle und bevorzugt einen dünneren Jersey, bei dem der Wasserfallausschnitt besonders gut zur Geltung kommt? Ob ihr ein gemustertes Ninja näht oder einen einfarbigen Stoff bevorzugt - das Ninja ist schnell genäht und sieht immer wieder anders aus. Näht es als Jerseybluse, als wärmenden Hoodie oder als sportliches Kleid. Entscheidet euch für Ärmelbündchen und ein Kapuzenbündchen das durch einen Kombinationsstoff einen Hingucker schafft oder näht das Ninja komplett aus einem Stoff. 




Ein Designerstück aus dem Hause stokx


stokx ist das Label meiner Freundin, der australischen Designerin Lindy Stokes, die seit 25 Jahren in Berlin lebt und arbeitet. Langjährige Leserinnen meines Blogs "kennen" Lindy schon, weil ich vor Jahren ein Praktikum bei ihr machte. Seit dem ich ihre Designs genäht habe, möchte ich eigentlich nichts anderes mehr nähen. Dank vieler Passzeichen fügen sich die einzelnen Schnittteile fast wie von selbst zusammen, jede Naht ist am richtigen Platz und jedes Detail hat seine Funktion. Es macht einfach Spaß, Teile aus ihrer Kollektion zu Nähen und zu Tragen. Ich bin dankbar und stolz, dass ich aus ihren großartigen Entwürfen Schnittmuster machen darf, um sie mit euch zu teilen!


Nähen macht Spaß. Kleidung nähen macht glücklich!


Vielen Dank meinen großartigen Probenäherinnen, die unzählige Ninjavarianten genäht haben, weil ihnen der Schnitt so gut gefiel. Auf diesen Blogs könnt ihr noch mehr Bilder sehen und ihre Einschätzung zu dem Schnittmuster lesen:


Ganz herzlichen Dank auch an Danafeinstoefflich, Frau buntekleider und janaslieblingsdesigner!



Hier bekommt ihr das neue Schnittmuster *klick*


Wir wünschen euch viel Spaß mit dem Ninjaschnitt. Wir hoffen, dass ihr an dem unkomplizierten, schnell genähten und dennoch raffiniertem Kleidungsstück viel Freude habt und freuen uns schon darauf, eure Ninjas zu sehen! 

Dienstag, 21. März 2017

Der erste deutsche Online-Nähkongress




Julia vom kreativlaborberlin hatte eine tolle Idee und als sie mich fragte, ob ich Lust darauf hätte, mit zu machen, sagte ich begeistert "ja". Ich bin ja immer ein Fan von Menschen, die einen Traum verwirklichen wollen. Wie großartig ist es, dabei zu sein und etwas mitzuhelfen!

Der Nähkonress wird vom 3. - 7. April 2017 auf www. naehkongress.com* stattfinden. An jedem der fünf Kongresstage werden 3-4 Expertinneninterviews online gestellt, die ihr dann zwei Tage lang gratis anschauen könnt. Eine der 18 Expertinnen bin ich und ich finde mich in illustrer Gesellschaft. Wie ihr euch denken könnt, geht es bei mir insbesondere um das Thema "Schnittmuster anpassen".





Die aktuell verfügbaren Videos könnt ihr nach der Registrierung (bzw. nach dem Login) im Kongressraum anschauen, der am 03.04. freigeschaltet wird. Außerdem erhaltet ihr jeden Tag eine Email mit den Links zu den verfügbaren Videos. Falls ihr ein Video verpasst habt oder die Idee so großartig findet, dass ihr alle Videos des Nähkongresses nochmal in Ruhe anschauen möchtet, könnt ihr diese als Kongresspaket kaufen. Für die "Pausengespräche" und alle Fragen gibt es eine Facebookgruppe.

Mehr Informationen zu den Inhalten, den Expertinnen und den Teilnahmebedingungen bekommt ihr auf  www. naehkongress.com*.

Ich finde die Idee eines Onlinekongresses sehr sehr spannend -warum bin ich eigentlich darauf nicht gekommen? Dem Dazulernen über unser Lieblingshobby sind nach oben keinerlei Grenzen gesetzt, da ist es immer toll, mehr von anderen zu erfahren und auch mal über den eigenen Tellerrand zu blicken. Statt umständlich eine Reise zu organisieren, können wir eine Woche lang, jeden Abend gemütlich vom Sofa aus teilnehmen. Ich freue mich schon darauf!



* Die Links zu www.naehkongress.com sind Affiliate Links. Wenn ihr euch über diese Links registriert und eventuell später das Kongresspaket kauft, bekomme ich ein Honorar für mein Video. 

Freitag, 17. März 2017

Nähwerkzeuge: Schneiderpuppe



In Workshops oder als Stoffverkäuferin werde ich immer wieder gefragt, welche Nähwerkzeuge ich empfehlen kann. Das mache ich gerne, denn wie jede Handwerkerin weiß ich gutes Werkzeug zu schätzen. Manche Werkzeuge sind selbsterklärend, andere stellen nicht nur eine Anfängerin vor Rätsel, wie sie dieses Werkzeug einsetzen kann oder was es beim Kauf zu beachten gibt. 

In dieser Blogserie will ich immer mal Freitags, ein Werkzeug vorstellen - über Ergänzungen in den Kommentaren freue ich mich. Danke für eure tollen Ergänzungen! Wundert euch nicht, falls es mal einen Freitag keinen Beitrag zu dieser Serie gibt. Ich behalte mir vor, nach Lust und Laune Beiträge zu schreiben, aber wenn zu den Werkzeugen, dann immer freitags!





Die Schneiderpuppe


Heute schreibe ich über ein Nähwerkzeug, dass ich gar nicht besitze. Ups, warum schreibt sie denn darüber? Weil ich schon tausendmal darüber nachgedacht habe, ob ich so ein Ding brauche!

Um es vorweg zu nehmen. Ich finde Schneiderpuppen super und wenn ich mehr Platz hätte, dann würde ich mir eine Puppe kaufen. Aber genau an diesem Platz fehlt es mir. Die Vorstellung, diese Puppe ins Wohnzimmer zu stellen, behagt mir nicht. Aber immer, wenn ich irgendwo eine Schneiderpuppe sehe, an der gearbeitet wird, dann werde ich schon ein wenig neidisch.


Wozu dient eine Schneiderpuppe?


Wenn die Schneiderpuppe das genaue Abbild deines Körpers ist, kannst du alleine ein Kleidungsstück passformgenau abstecken, in dem du das Kleidungsstück der Puppe überziehst und absteckst. So simple das klingt und so genial, so schwierig ist das Ganze auch.

Die Frage ist doch: gibt es Schneiderpuppen, die genaue Abbilder des weiblichen Körpers sind? Ja, vermutlich gibt es diese - wenn frau Glück hat. Bzw. wenn frau eine relativ geringe Kleidergröße und einen straffen Busen hat. Je mehr Volumen ein Frauenkörper hat, desto stärker sind die Abweichungen. Umso unwahrscheinlicher wird es, auf Anhieb eine Schneiderpuppe zu finden, die dem Anspruch eines wirklichen Abbilds, erfüllt.


Verstellbare Puppen


Wie ihr an dem Bild oben seht, gibt es verstellbare Schneiderpuppen. Viele Schneiderpuppen sind so konstruiert, dass der Brustumfang oder die Taillenweite verstellt werden kann. Das ist schon mal eine große Hilfe, denn die bloße Angabe einer Konfektionsgröße reicht nicht aus. Ihr erinnert euch? Konfektionsgrößen sind auch nicht überall einheitlich - ihr müsst schon die Maßtabelle studieren, um herauszufinden, ob die jeweilige Größe zu eurem Körper passt.

Aber selbst wenn ihr die Breite eurer Puppe variieren könnt, heißt das noch nicht, dass ihr sofort das komplette Abbild eures Körpers habt. Nach meiner Erfahrung ist es unabdinglich auch die Höhe der Brust und die vordere Länge nachzumessen und zu verstellen. Können das fertige Schneiderpuppen überhaupt? Was nützt mir der korrekte Brustumfang, wenn die Puppe die Brust an der falschen Stelle hat?


Mach die die Puppe passend


Vielleicht habt ihr schon mal davon gehört, dass es möglich ist, Schneiderpuppen auch selbst zu machen. Die Methode mit Nassklebeband schwebt mir schon lange als attraktive Option vor und das Nassklebeband liegt seit Jahren bereit. Mit diesem Klebeband wird ein wirkliches Abbild der jeweiligen Person geschaffen, in dem es um den Körper geklebt wird und die Papierpuppe dann aufgeschnitten und gestopft wird. Im Netz gibt es Anleitungen dazu und Immi hat letztens ganz toll darüber geschrieben, wie sie ihre Puppe gemacht hat. Irgendwann werde ich das auch noch mal machen.

Eine etwas einfacherere Methode ist, der Puppe einen gut passenden BH anzuziehen, diesen entsprechend auszustopfen und ihr mittels Watte und Klebeband an den entsprechenden Stellen  zum Beispiel an Bauch 1 und Bauch 2 oder ihr gegebenenfalls Rettungsringe anzumontieren. Wenn ihr dann der Puppe ein dünnes, straff sitzendes Hemdchen anzieht, dann ist sie auch schon ein recht gutes Abbild eures Körpers. Wer so etwas vorhat, braucht vielleicht nicht die teuerste, schickste und verstellbarste Schneiderpuppe...




Drapieren - Schneiderpuppen für Fortgeschrittene


Vielleicht hast du Lust, dir Schnitte selbst zu machen, dann ist eine gute Schneiderpuppe ein sehr nützliches Werkzeug. Du kannst Schnittmuster zeichnen, also aus einem Grundschnitt entwickeln, du kannst Schnittmuster aber auch erstellen, in dem du Stoff an einer Puppe drapierst und dir nach und nach das fertige Kleidungstück erarbeitest. Hier habe ich schon mal darüber geschrieben.

Drapieren ist eine tolle Methode, die schon das verwendete Material berücksichtig und bei der frau schon von Anfang sehen kann, wie das Kleidungsstück werden könnte. Es besteht beim Drapieren jederzeit die Möglichkeit, das Kleidungsstück anzuziehen und sich schrittweise einem tollen Ergebnis zu nähern. Mir hat diese Vorgehensweise in der Sendung "Geschickt eingefädelt" sehr viel Spaß gemacht und ich würde mich sehr gerne in dieser Fertigkeit weiter üben.





Ist die Schneiderpuppe ein "Rumsteherchen"?


Das kommt darauf an. Es kann natürlich sein, dass eine Schneiderpuppe nur zur Dekoration eines Nähzimmers oder zur Ablage noch unfertiger Kleiderstücke dient. Aber wer wirklich passformgenau nähen will, für diejenige ist eine Schneiderpuppe alles andere als ein Dekorationsartikel - vorausgesetzt sie wurde sorgsam ausgewählt oder bearbeitet und hat eine große Ähnlichkeit mit dir, kann sie dir eine große Hilfe sein. Ich wünschte, ich hätte eine Puppe!




Alle Beiträge der Blogserie findet ihr unter dem Stichwort "Nähwerkzeuge" oder durch Klick auf den Link. Vorherige Beiträge:

Donnerstag, 16. März 2017

Indiebookday




Am 18. März ist Indiebookday. Was ist das: das ist der Tag an dem auf tolle Bücher aus kleinen Verlagen aufmerksam gemacht wird, die sonst nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen.

Geht am 18. März in eine Buchhandlung eurer Wahl und kauft euch ein schönes Buch aus einem unabhängigen/kleinen/Indieverlag. Und dann zeigt ihr euch mit diesem Buch auf eurem Blog, auf Instagram, Facebook, twitter etc. und erzählt vom Indiebookday und warum ihr unbedingt dieses Buch haben wolltet. Kennzeichnet eure Beiträge mit dem Hashtag #indiebookday und erzählt anderen davon. So können wir vieleTage lang wunderbar viele neue Bücher entdecken, die eben nicht in großen Stapeln in den Buchhandlungen liegen oder deren Autorinnengesichter wir in jeder Talkshow sehen.




Ich bin großer Fan vom Selbermachen und deswegen auch Unterstützerin von Independent-Labels. Ich habe große Hochachtung vor denen, die sich trauen, ihren Traum zu verwirklichen und einfach machen.    Deswegen unterstütze ich die Autorinnen der Bücher "Stoff und Faden", "Am Rockzipfel" und "Verflixt und zugenäht", Frau Nahzugabe und Frau textilegeschichten, sehr gerne.

Und weil am 18. März der Indiebookday ist - ist von Freitag bis Sonntag alles im Schnittmusterkiosk versandkostenfrei*, wenn ihr den Gutscheincode "indiebookday" eingebt.

*Angebot gilt nur für den Versand nach Deutschland. Zur Zeit verkaufe ich noch nichts ins Ausland.

Montag, 13. März 2017

Was sind gute Schnittmuster?

Hinter den Kulissen wird eifrig gewerkelt, da schon in den nächsten Tagen das nächste Schnittmuster aus dem Hause crafteln erscheint. Wie ihr euch vorstellen könnt, sind die Tage vor dem Launch eines neuen Schnittes besonders spannend, da habe ich wenig Zeit, mich mit anderen Dingen zu beschäftigen. Damit ihr aber trotzdem etwas von mir zu lesen bekommt, gibt es heute hier einen Text, den ich vor kurzer Zeit für ellepuls.com geschrieben habe. 

Elke hat eine "Lange Liste der Schnittdesigner" zusammengestellt, die wirklich faszinierend lang und ausführlich ist. Um diese Datensammlung mit Leben zu füllen, hat sie verschiedene Bloggerinnen gefragt, daraus Schnittdesigner vorzustellen. 
Als Elke mich fragte, ob ich nicht Lust hätte, bei Ihr im Blog etwas über Schnittmusterlabel und deren Schnitte zu schreiben, stimmte ich sofort begeistert zu. Da ich unterrichte, wie Schnittmuster angepasst werden können und auch selbst Schnittmuster verlege, kann ich mittlerweile beurteilen, ob ein Schnittmuster gut gemacht ist und ob es lohnt, Geld dafür auszugeben.
Bildquelle: ellepuls.com

Meine Kriterien für ein gutes Schnittmuster:

  1. Schnittteile passen zusammen und möglichst viele klug positionierte Passzeichen fügen sich quasi von selbst ineinander
  2. Mindestens eine technische Zeichnung ist vor der Kaufentscheidung sichtbar.
  3. Die Anleitung ist so verständlich geschrieben, dass alle, die sie nutzen wollen, sie auch nutzen können. Bilder oder Grafiken verdeutlichen das Geschriebene.
  4. Der Schnitt ist so konstruiert oder die Nähanleitung so ausgedacht, dass die Näherin bei jedem neuen Schnittmuster etwas dazu lernen kann.
  5. Das daraus genähte Kleidungsstück sieht auch aus langweiligem, einfarbigen Stoff toll aus
  6. In dem genähten Kleidungsstück kann ich mich gut bewegen, z.B. im Bus an der Stange festhalten, wenn er bremst.
  7. Zusatz-Features erhöhen den Mehrwert, z.B. wenn Linien zum Verlängern angegeben sind bzw. relevante Punkte wie Brustpunkt oder Taille durch Markierung oder Beschriftung leicht zu findenden sind.
  8. Je größer das Größenspektrum – umso besser. Allerdings nur, wenn der Schnitt auch bei verschiedenen Körperformen funktioniert (z.B. durch Abnäher oder Teilungsnähte). Bei Schnitten, die vermutlich an einer knabenhaften Figur besser funktionieren als bei Rundungen, werde ich skeptisch, wenn diese bis zu den Plus-Size-Größen angeboten werden.
Natürlich „kann“ nicht jedes Schnittmuster alles das, was ich mir von einem guten Schnittmuster erhoffe und jedes Label hat seine eigenen Schwerpunkte und Besonderheiten. Aber da auch die Preisgestaltung für Schnittmuster sehr unterschiedlich ist, lohnt es sich schon genauer hinzusehen, um gutes Geld für gute Arbeit zu investieren.
Aus der langen Liste habe ich mir vier Label herausgesucht, die ich euch gerne näher vorstellen möchte.


So! Pattern

Ein Schnittmuster, das ich wirklich rauf und runter genäht habe, ist Mono Lisa, ein Wasserfallshirt ohne Ärmel, von So! pattern. So! Pattern ist ein deutsches Label, dahinter steht die Schnittmusterdesignerin Stefanie Kroth, die Schnittmuster machen auch wirklich gelernt hat. Ihre Entwürfe sind raffiniert geschnitten und haben überraschende Details. So!-Kleidungsstücke funktionieren auch in uni! Die Schnittmuster sind modern ohne cool zu sein. Es macht Spaß, durch den Shop zu stöbern und Spaß, die Modelle zu tragen und zu nähen! Und was mir ganz persönlich gefällt: es gibt die Schnittmuster in sehr vielen Größen.


Named Pattern

Meine Nähfreundinnen nähen wie verrückt Schnittmuster von Named Pattern aus Finnland. Bei einem Nähtreff saß ich neben Frau Nahtzugabe und konnte live verfolgen, wie sie begeistert das Wenona Shirt Dress nähte. Die Anleitung schien so geschrieben zu sein, dass es auch einer erfahrenen Näherin wie Frau Nahtzugabe Freude bereitete, ihr zu folgen und Neues dabei zu entdecken. Das fertige Kleid sah nach Designerstück aus und ist etwas Besonderes, ohne schrill zu sein. Der Stil von Named ist modern, lässig und etwas ganz Besonderes. Auch wenn schnelle Erfolgserlebnisse manchmal toll sind, lohnt es sich doch, sich hin und wieder an ein komplizierteres Schnittmuster zu wagen! Leider gehen die Schnittmuster nur bis Größe 46 und ich vermute, das ist auch gut so. Obwohl ich wirklich unverfroren Schnittmuster vergrößere, bis sie mir passen, bin ich skeptisch, ob der Style von Named auch noch in meiner Plus Size Größe funktionieren würde. Das gibt in meinen Augen einen kleinen Punktabzug – aber toll finde ich die Designs trotzdem!


Schnittquelle

Schnittquelle ist ein deutscher Schnittmusterverlag, nachdem ich auch schon viel genäht habe. Ein Dauerbrenner in meinem Kleiderschrank ist das Kleid Ajaccio. Ich mag es, dass die Schnittmuster für sehr frauliche Figuren entworfen sind. Das hat für mich den Nachteil, dass ich die doch sehr starke Taillierung etwas korrigieren muß, weil ich einfach nicht so viel Taille habe. Aber das Schmeicheln der weiblichen Rundungen durch die Linienführung gefällt mir sehr. Die Schnittmuster sind leicht anzupassen oder zu vergrößern, da die Schnittbögen sehr gut beschriftet sind. Die Anleitung ist allerdings das Gegenteil: mit knappen Worten und ohne Bilder wird die Näherin durch das Projekt geleitet. Das mag für eine Nähanfängerin ohne Unterstützung durch einen Nähkurs wahrscheinlich zu wenig sein.


styleARC

Vom anderen Ende der Welt, aus Australien, kommen die Schnittmuster von styleArc. Ich hatte zu spät gemerkt, dass es möglich ist, PDF-Schnittmuster über Etsy zu bestellen, so musste ich ein paar Wochen warten, bis die Papierschnittmuster zu mir verschifft waren. Aber das Warten hat sich gelohnt. Ich habe den Nina Cadigan und das Marai Ponti Jacket genäht und war begeistert davon, wie perfekt die Schnitte konstruiert sind. Das zeigt sich für mich daran, dass es viele Passzeichen gibt, die an den richtigen Stellen sitzen. Wenn das gut gemacht ist, fügt sich ein Schnittmuster fast wie von selbst zusammen. Das ist für mich ein wichtiges Qualitätsmerkmal.


Indie-Schnittmuster

Ich bin großer Fan von „Indie-Schnittmustern“, also von Schnitten, die von kleinen Labeln angeboten werden und das Angebot der altbewährten Schnittmusterverlage (von Vogue bis Burda) ergänzen. Trotzdem bin ich bei manchem Schnittmuster zu günstigem Preis skeptisch, denn Schnittdesign und -Gradierung ist Kunst und Handwerk und eine gute Anleitung schreibt sich nicht in fünf Minuten. Aber es ist einfach toll, welch große Auswahl es mittlerweile an Schnittmustern für Hobbyschneiderinnen gibt, da findet schon jede ihre Marken – die Idee, mit Hilfe einer kommentierten Liste für mehr Markttransparenz zu sorgen ist super. Danke, dass ich meinen Teil dazu beitragen durfte, Elke.



Donnerstag, 9. März 2017

Gutschein gewinnen?




Die Termine des Stadtmantel-Sew Alongs waren vielleicht doch ein wenig zu sportlich! In der Linkliste zum dritten Teil sind noch ein paar Plätze frei. Ich habe die Öffnungszeiten noch verlängert. Bis zum nächsten Dienstag könnt ihr euch dort noch eintragen. 

Das bedeutet, dass ihr auch immer noch die Chance habt, einen der zwei Schnittmustergutscheine zu gewinnen. Eine sehr gute Chance, denn die bisher eingetragenen Stadtmantelnäherinnen, bekommen schon einen Gutschein von mir.  Wenn du also auch gerade dabei bist, einen Stadtmantel zu nähen - egal, wie weit, ob nur schon zugeschnitten oder bereits die eine andere Naht gemacht oder sogar schon fertig - dann trage dich in die Linkliste ein. Ich würde mich freuen!

Der Schnittmusterkiosk hakte in den letzten Tagen - aber jetzt müsste das Problem behoben sein und ihr könnt wieder bestellen. 

Mittwoch, 8. März 2017

Me Made Mittwoch mit Pussyhat




Heute ein Me Made Mittwoch mit Pussyhat. Ich freue mich, dass das MMM-Team, dass das wöchentliche Treffen der Bekleidungs-Näh-Comunity organisiert, dazu aufgerufen hat, heute nicht nur tolle selbstgemachte Kleidung zu zeigen, sondern dies auch mit einem Pussyhat zu kombinieren. So wird unser virtueller Laufsteg zur Demonstration.




DIY und insbesondere das Nähen der eigenen Kleidung hat für mich auch immer einen politischen Aspekt. Wie ich das verstehe, erzähle ich in meinem Vortrag auf youtube, den die meisten von euch sicherlich schon kennen. Gerade die Vernetzung durch Verlinkungsaktionen wie den MMM macht mich - die Bekleidung nach eigenen Bedürfnissen herstellt und damit Autarkie über die Art und Weise wie ich wahrgenommen werde erreicht - zum Teil einer Gemeinschaft. Wir sehen einander und unterstützen einander, wir fördern und fordern, wie begleiten uns auf unseren persönlichen Entwicklungswegen, die zum Teil mit der Gemeinschaft verknüpft sind. Wir bestärken uns. Wir werden stärker. Und wir sind viele!





Ohne den Me Made Mittwoch, hätte ich niemals so viel genäht und darüber gebloggt. Ohne den Me Made Mittwoch, hätte ich niemals dieses gute Gefühl erreicht, ok und schön zu sein. Ohne euch, die ihr zum großen Teil über den Me Made Mittwoch hierher gefunden habt, hätte ich mich niemals getraut, Kleider anzuziehen, Gürtel zu tragen und auch eine Mütze aufzuziehen, die mir nicht wirklich gefällt. 

Weil ich durch euch herausgefunden habe, was mir steht und mit eurem wohlwollenden Feedback gewachsen bin, habe ich mittlerweile so viel Selbstbewusstsein, eine Mütze mit merkwürdigen Öhrchen zu tragen, die noch nicht einmal farblich zu meinem Mantel passt. Ich trage den Pussyhat, weil ich ein Bündnis eingehen will mit denjenigen, die wie ich einen kleinen Teil dazu beitragen wollen, dass unsere Welt allen Menschen Chancen auf ein gutes Leben bietet.

"Pink und Rosa sind traditionell "Mädchenfarben". Handarbeit ist ebenso traditionell weiblich besetzt und wird manches Mal belächelt. Der Pussy Hat ist deshalb ein ironisch freches Statement, mit weiblichen Mitteln gegen diejenigen zu protestieren, die sich das Recht nehmen, Frauen als Sexobjekte zu betrachten und sie nicht als gleichwertige Partner anzusehen." Nina als Gastgeberin des heutigen Me Made Mittwoch

Mein rosa-braunes Träger-Kleid habe ich schon vor vielen Jahren genäht und vermutlich auch schon öfter beim MMM gezeigt. Es ist aus der späten Anfangsphase meiner Näherei (Ende 2011) und nach einem Maßschnitt aus dem Buch "Passt" genäht. 


  • Schnitt: Schnitt nach Maß aus dem "Passt-Buch",
  • Stoff: rosabrauner fischgrätiger Woll-Misch-Irgendwas vom Maybachufer
  • Passform: recht gut den Halsausschnitt und die Ärmelausschnitte habe ich selbst gemacht und sind eher naja.
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • werde ich nochmal machenhabe ich schon und werde ich auch noch mal.





Ich trage es jeden Winter immer wieder gerne, auch wenn es Details gibt, die ich heute besser nähen würde und braun eigentlich gar nicht meine Farbe ist. Ich trage es manchmal mit Petticoat und manchmal ohne, mal mit Gürtel oder auch nicht. Aber ich trage es immer mit der selbstgemachten Blume am Ausschnitt, die für mich dafür steht, wie großartig es ist, Kleidung selbstmachen zu können. 



Im Osten werden am Internationalen Frauentag Frauen rote Rosen oder Nelken überreicht. Ich brauche keine Blume. Ich brauche gleiche Rechte, gleiche Chancen, gleiche Bezahlung und gleiche Arbeitsteilung! Wir alle brauchen das, egal, wo wir herkommen und wer oder was wir sind. Klar, freue ich mich auch über geschenkte Blumengeschenke - doch Blumen können wir uns auch selbst machen! Hier ist die Anleitung




Blumen selbst machen, ist kein Problem. Doch Ungerechtigkeit aufgrund struktureller Ursachen lösen sich nicht so einfach! Strukturelle Ursachen schaffen Ungerechtigkeiten, die die einzelne manchmal fühlen lässt, dass sie doch "selbst schuld" wäre, an dem was ist. Strukturelle Ursachen können wir nur gemeinsam verändern. Heute ist ein Tag, an dem wir sie sichtbar machen. 

Ich bin froh, dass ich nicht alleine bin. Ich bin froh, dass wir den Weg gemeinsam gehen. Ich bin froh, dass es den Me Made Mittwoch gibt! Danke, dass ich seit vielen Jahren ein Teil davon bin und danke, dass es das Organisationsteam gibt, das den Geist des Me Made Mittwoch aufrecht erhält und jede Woche Zeit und Liebe in diese wundervolle Aktion steckt!

Du willst nun auch einen Pussyhat? Hier habe ich eine kurze Anleitung zum Stricken eines Pussyhats und dort eine Anleitung zum Nähen eines Pussyhats veröffentlicht. 

Freitag, 3. März 2017

Noch mehr Bücher im Schnittmusterkiosk



Habt ihr schon gesehen, dass es die tollen Bücher von Frau Nahtzugabe und Frau textilegeschichten im Schnittmusterkiosk gibt?

"Stoff und Faden", "Verflixt und zugenäht" sowie "Am Rockzipfel" sind komplette Eigenproduktionen der Autorinnen. Das bedeutet, dass ihnen kein großes Vertriebsnetz mit haufenweise Vertreterinnen zur Verfügung steht, die Buchhändlerinnen überreden, ihre Bücher stapelweise in Buchhandlungen sichtbar zu präsentieren. Als Autorin mehrere Bücher weiß ich, wie wichtig das für den Erfolg eines Buches ist. Es kommt weniger darauf an, ob ein Buch gut oder schlecht ist - alleine die Platzierung im Stapel macht ein Buch zu einem viel gekauften Buch. 

Deswegen habe ich mich dazu entschlossen, den beiden Autorinnen anzubieten, ihre Bücher zu verkaufen. Sie sind Teil der Näh-Comunity - da finde ich es selbstverständlich einander zu unterstützen. 

Ich habe lange nachgedacht, wie ich das mit den Versandkosten handhaben könnte. Ich weiß, dass Bücher bei großen Versandhändlern portofrei zu bestellen sind, aber dieser Service der Kostenübernahme, ist mir auf Dauer nicht möglich. Deswegen habe ich mich dazu entschieden, 3 € für Versand zu berechnen, aber auf einen Bestellwert ab 25 € euch die Versandkosten zu schenken - egal, ob ihr Bücher, Druckknöpfe oder Schnittmuster in euer Warenkörbchen legt. 

Mein Buch gibt es auch nach wie vor im Schnittmusterkiosk. Bitte gebt an, ob ihr euch eine Widmung von mir wünscht. Dann mache ich das gerne!