Freitag, 30. Juni 2017

FrauCrafteln scheitert am Videodreh





Das ging ja gründlich schief. Seit Wochen hatte ich vor, ein kleines Video zu drehen, wie der Kragen der Knitterbluse angenäht wird und ich dachte tatsächlich, das wäre mal eben so erledigt.


Das Original: ein geknittertes Knitterkleid - in knallblau!


Nachdem ich in letzter Zeit einige Knitterblusen ohne Kragen (mit einem selbstgebastelten Beleg - so geht das) nähte, weil der Stoff zu steif und das Muster ungeeignet für das Knittern gewesen wäre, hatte ich nun mal wieder Lust auf ein Original. Ich wollte unbedingt ein knallblaues geknittertes Knitterkleid - so eines wie Karin es hat und wie der Schnitt eigentlich vorgesehen ist. Einfarbige Kleider sind schön - was ich aber übersah: die rechte und linke Stoffseite sind quasi identisch.... ahnt ihr schon das Problem?


Alles vorbereitet? Klappe, zum Videodreh


Ich nähte also mein knallblaues Probekleid am Dienstag abend zusammen und hob mir den Kragen für den nächsten Tag auf. Immerhin war ich so schlau und wollte im Tageslicht nähen. Ich hoffte sogar so viel Glück zu haben, auf dem Balkon nähen und filmen zu können, denn dort wären die Lichtverhältnisse ideal. Das Wetter war toll, aber womit ich nicht gerechnet hatte, waren die Handwerker und rasenmähenden Nachbarn. Also baute ich mein Equipment doch im Wohnzimmer auf.

Die nächste Hürde war der blaue Batist. Er ist wunderschön, aber die rechte und die linke Stoffseite sind quasi identisch. Egal wie ich den Stoff vor die Kamera hielt, um zu zeigen, was aufeinander gesteckt wird und wie - man sieht eigentlich nichts. Also man sieht nur blau und blauen Stoff, aber verstehen, was ich meine, kann man nichts.


Voller Einsatz und doch ging es schief


Ich schwitzte, es war sehr sehr warm in der Wohnung und wegen des Lärms draußen, konnte ich das Fenster nicht öffnen. Trotzdem filmte und erklärte ich tapfer weiter. Ich hoffte, dass meine Erklärungen so super wären, dass es doch nicht so wichtig ist, zu sehen, welche Stoffseite gemeint ist und niemand auf mein glänzendes Gesicht achten würde.

Und dann machte es klack, die Kamera stellte das Filmen ein und meldete, dass der Chip voll ist. Unnötig zu sagen, dass ich natürlich keinen anderen Chip parat hatte und klar, dass ich die Filme vom Schulfest nicht löschen wollte.

Genervt gab ich auf. Deswegen habe ich heute leider keinen Film für euch. Aber ein neues, schönes Kleid und die Motivation, es erneut, mit einem anderen Stoff zu versuchen. Das knallblaue Knitterkleid zeige ich euch bei Gelegenheit und einen anderen Stoff habe ich auch schon parat.  Es wäre doch schade, wenn ihr kein Knitterkleid nähen und tragen könntet, nur weil ich das mit dem Video nicht hinbekomme!

Für alle, die sich jetzt schon trauen ---> mit *klick* kommt ihr direkt zum Schnittmuster.

Donnerstag, 29. Juni 2017

Die Tulpentop-Blogparade: erster Teil



Die erste Hälfte der Blogparade zum Tulpentop ist schon vorbei und ihr hattet die Gelegenheit 8 tolle Umsetzungen des Schnittmusters zu sehen. Aber keine Sorge, es geht noch weiter, das Probenähteam war so fleißig und hat noch eine weitere Woche Modellbeispiele parat. Falls ihr die bisherigen Blogbeiträge noch nicht gesehen habt, hier eine kleine Zusammenfassung von mir. Es lohnt aber auf jeden Fall, zu den einzelnen Bloggerinnen zu surfen, denn das, was aus ihrem Munde über das Schnittmuster und das Probenähen zu lesen ist, ist sehr spannend.



Am ersten Tag der Tulpentop:Blogparade waren natürlich unsere beiden Deckblattmodelle Chris'Nadel-Spiele und ejasfreudentraenen dran. Wie ihr wahrscheinlich schon bemerkt habt, versuche ich immer zwei sehr unterschiedliche Frauen und genähte Versionen zu zeigen. Ich finde, das ist wieder ganz wunderbar gelungen und mit der technischen Zeichnung zusammen, bekommt ihr schon durch das Deckblatt einen guten Eindruck davon, was das Schnittmuster kann.



Ejasfreudentränen hat das Tulpentop mit den namen gebenden Tulpenärmeln genäht. Weil mich einige Frauen bereits danach fragten: bei ihr gibt es auch mal ein Bild mit der Rückenansicht zu sehen. Allerdings hat sie die Ärmel, anders, als in der Anleitung beschrieben, "vorne über hinten" genäht. Das Tulpentop hat übrigens eine Naht in der hinteren Mitte, mit der ihr es ganz leicht auf eure Figur anpassen könnt. Das ist insbesondere für Frauen mit einem Hohlkreuz interessant.




Chris'Nadel-Spiele hat eine Version mit Jerseyärmeln genäht und ich finde auf den Bildern könnt ihr gut sehen, dass das Bündchen am hinteren Halsausschnitt für einen guten Sitz sorgt und dass die Material- und Musterkombination ausgesprochen harmonisch wirkt.




Am nächsten Tag zeigte uns PATCHWORKangel(a) eine Version, die mir insbesondere in ihrer Zartheit gefällt. Das Tulpentop wird so zum hauchdünnen Flatterblüschen und wirkt trotz Blümchen nicht zu mädchenhaft oder romantisch sondern sehr stylish.





Die Parade machte am Samstag im Freizeitparadies Station. Ich finde an diesem Tulpentop mit Jerseyärmeln wird sichtbar, dass das Tulpentop auch irgendwie ein "normales" Shirt ist, das hervorragend zu Jeans und in den Alltag passt und erst auf den zweiten Blick etwas Besonderes ist. Wer genauer hinsieht, entdeckt natürlich auch schon auf den ersten Blick die raffinierte Art und Weise, mit der Vorder- und Rückenteil verbunden sind.



Fantipanti zeigte zwei Tops: einmal mit Tulpenärmeln und einmal mit Ärmeln aus Jersey. Kreativ, wie Hobbynäherinnen sind und sein dürfen, hat sie sich dazu entschieden, die Jerseyärmel einfach zu kürzen, damit das Tulpentop auch in der sportlicheren Version an heißen Tag geht. Funktioniert auch gut!



Auch Strickprinzessins Stuff sieht irgendwie anders aus. Habt ihr auf den ersten Blick das Tulpentop erkannt und gesehen, was sie gemacht hat? Sie hat Vorderteil und Rückenteil anders verbunden. Da bei ihrer Version das Rückenteil aus Jersey über das Vorderteil geht, sieht es ein bisschen so aus, als würde sie einen Bolero tragen. Das finde ich auch raffiniert und will ich unbedingt mal nachmachen.







Das Schnittmuster für das Tulpentop bekommt ihr im Schnittmusterkiosk ---> *klick*



Hier sind die Stationen der Blogparade:


22.6. Chris'Nadel-Spiele und ejasfreudentraenen
23.6 PATCHWORKangel(a)
24.6. Freizeitparadies
25.6. fantipanti.de
26.6. Strickprinzessins Stuff
27.6. Stoffverstümmelungen bei Isabimi
28.6. Rocksaum und Nadelöhr
29.6. ejasfreudentraenen
30.6. NAEHKATZE
1.7. Chris'Nadel-Spiele
2.7. Ostenfelder Nähstube
3.7. Rock Gerda
4.7. PATCHWORKangel(a)
5.7. Elufingerhut



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Mittwoch, 28. Juni 2017

Uni ist das neue bunt






Ich mag Farben und Muster. Sehr! Aber wenn ich einen wichtigen Termin habe, dann ziehe ich meist ein einfarbiges Kleid an. Es ist, als würde dieses einfarbige Kleid überzeugender wirken, als gäbe es mir Kraft. Ein einfarbiges Kleidungsstück kann genauso "bäm" machen, wie ein Buntgemustertes. Eigentlich mehr noch. Das einfarbige Kleidungsstücke sagt gelassen "hier bin ich", während das Gemusterte verführerisch säuselt "schau auf mein schönes Muster". Einfarbige Kleidungsstücke sind ein cooles Statement.

Als ich angefangen habe zu nähen, konnte das Muster nicht ausgefallen genug sein. Ich schwelge in Farben und Mustern und freute mich, wenn Menschen fragten, ob ich das selbst genäht habe. Ich nähe und trage immer noch gerne gemusterte Kleidungsstücke. Doch ich gestehe: ich bin nicht treu. Heute liebe ich dieses Muster, morgen ist jenes das Schönste der Welt. Mittlwerweile freue ich mich mehr, wenn der Gesamteindruck positiv auffällt, wenn nicht ich hinter dem Kleidungsstück verschwinde. Einfarbigen Kleidungsstücke sind wie ein Podium auf dem ich im Rampenlicht stehe. Es gibt immer mehr Tage, an denen ich keine Lust habe, mir von gemusterten Kleidungsstücken die Show stehlen zu lassen.


Gute Designs funktionieren uni


Viele Muster kaschieren Näh- und Passformfehler ganz hervorragend. Schau her, ruft das Muster und gleichzeitig fordert es dazu auf, nicht so ganz genau hinzuschauen. Ein gut passendes Kleidungsstück funktioniert auch in uni. Und wenn es eine Farbe ist, die nicht ganz so laut "bäm" ruft, dann fast noch mehr. Das funktioniert besonders gut, wenn es meine Farbe ist, eine Farbe, die mir gut steht und mich zum leuchten bringt.

Ich bin der Meinung, dass ein gutes Design auch einfarbig funktioniert. So sehr ich Muster und bunt liebe - ich trage gerne uni und ich trage vor Allem gerne gutes Design. Unsere Schnittmuster, die Designs aus dem Hause stokx, können uni. Es sind Schnittmuster, die gut auf Figur anzupassen sind, Schnittmuster, die Raffinessen bergen und Aha-Effekte liefern, auch wenn sie in zurückhaltenden Farben daher kommen. Seitdem ich stokx-Designs nähe, mag ich einfarbige Stoffe. Gute Schnittmuster halten das aus, denn gute Schnittmuster funktionieren einfach.


Einfarbige Stoffe müssen von guter Qualität sein


So war es irgendwie logisch, dass ich irgendwann anfing zu überlegen, ob ich euch nicht dabei helfe, die passende Stoffe für unsere Schnittmuster zu finden. Muster verkaufen sich recht einfach über das Internet, es gibt Moden und Hypes und ganz viel "ich auch" und "ich bin schockverliebt". Einfarbige Stoffe haben es schwerer. Da liegt ein dunkelblauer Stoff hier und ein anderer dunkelblauer Stoff dort und beide sagen mit leisem Stimmchen "ach, nimm mich" und dennoch ist es für die Hobbynäherin gar nicht leicht zu entscheiden, welchen sie nehmen soll. Das Herz klopft einfach nicht so laut und deutlich wie bei einem Stoffdesign, das die Sinne kitzelt.

Einfarbige Stoffe brauchen eine gute Qualität und die passende Materialeigenschaft für das gewünschte Kleidungsstück. Es braucht eine verlässliche Quelle, um einfarbige Stoffe über das Internet zu kaufen. Ich habe einen Kooperationspartner gefunden, den Roten Faden, die schon lange dafür bekannt sind, ein großes Sortiment an Standardstoffen in einer großen Farbauswahl und in guter Qualität anzubieten. Gemeinsam haben wir überlegt, welche Stoffe sich für unsere Schnittmuster eignen und euch Stoffe ausgesucht, die ich guten Gewissens empfehlen kann.


Stoff im Schnittmusterkiosk


Deswegen gibt es ab sofort passend ausgewählte Stoffe im Schnittmusterkiosk. Alle uni. So wunderbar unsere gemusterten Werke der Schnitte sind - in gemusterte Stoffe könnt ihr euch wo anders schockverlieben. Bringt sie aus dem Urlaub mit, lasst euch zu Spontankäufen hinreißen - im Schnittmusterkiosk gibt es trotzdem nur einfarbige Stoffe.  Es gibt so viele Muster und Moden, da kann ich sowieso nicht mithalten. Manchmal darf es auch einfarbig sein und wenn es nach mir geht, immer öfter.

Alle Stoffe, die es im Schnittmusterkiosk geben wird, wurden konkret für bestimmte Schnittmuster ausgesucht und ausprobiert - aber natürlich könnt ihr auch ganz andere Dinge daraus nähen! Zum Beispiel werden beim Tulpentop zwei Materialqualitäten kombiniert. Gerade wenn Ton in Ton genäht wird, sollen diese Farben harmonisch zueinander passen. Deswegen haben wir Stoffe nebeneinander gelegt und Farben verglichen. Bei jedem Stoff, der sich für das Tulpentop eignet wird eine Materialempfehlung gegeben, wenn es passende Stoffe dafür gibt und direkt dorthin verlinkt. Natürlich gibt es auch ganz andere Farbkombinationen, aber falls es den idealen Kombinationspartner "Ton in Ton" gibt, dann haben wir ihn herausgesucht.

Selbstverständlich gibt es unter jedem Stoff eine Stoffverbrauchstabelle für das passende Schnittmuster, so dass ihr nicht lange suchen müsst. Genauso, wie es bei jedem Schnittmuster einen Hinweis auf die jeweiligen Stoffe geben wird.

Viele von euch kennen sicherlich Materialpakete. Das war eigentlich der Plan: ein Klick und schon ist alles beieinander und frau kann loslegen, sobald das Paket da ist. Aber so einfach wie beim Stricken oder Taschen nähen ist das beim Bekleidungsnähen nicht. Wir haben so viele Größen und die Schnittmuster haben Variationsmöglichkeiten. Es wäre sehr unübersichtlich geworden, für jede Variation ein eigenes Paket zu schnüren. Also gibt es im Schnittmusterkiosk ab sofort wie in anderen Stoffonlineshops auch Meterware. Ihr könnt in 10 cm Schritten kaufen und es geht ab einer Mindestmenge von 30 cm los. So kann jede die Menge ordern, die sie braucht.


Einfarbige Stoffe sind nachhaltig


Das Geschäft mit gemusterten Stoffen hat Speed. Da mag ich gar nicht mitmachen. Moden kommen und gehen, schneller als frau schauen kann. Mit viel Getöse werden die Muster verkauft. Das ist alles gut und schön, aber nichts für mich. Viele Hobbynäherinnen würden gerne nachhaltiger nähen. Nach meiner Meinung funktioniert das nicht nur mit Biostoffen. Viel nachhaltiger wird es, wenn wir Kleidungsstücke nähen, die gut passen, deren Stoff von guter Qualität und damit langlebig ist und wenn wir Designs nähen, die nicht nur für eine Saison funktionieren.

Ich brauche keine moderne Kleidung, sondern gute Kleidung. Ich investiere Zeit ein Schnittmuster anzupassen und gut gutes Geld für Material, dann muß ein Kleidungsstück auch mehr als ein paar Wochen zu mir passen, dann darf ich mich nicht so schnell daran satt sehen. Einfarbige Stoffe sind nicht so schnelllebig. Ich finde, das passt sehr gut zu den zeitlosen Schnittmustern.

Ich bin gespannt, wie dieses Stoff-Angebot von euch angenommen wird. Ich mag diese Stoffe, auch wenn die Verliebtheit, das Jauchzen, die komplette Begeisterung beim Stoffkauf komplett anders ist, als bei einem gemusterten Stoff, bei dem das Muster sich in mein Hirn gräbt und mein Blut in Wallung bringt. Einfarbige Stoffe sind ein bisschen langweilig - aber die daraus genähten Kleidungsstücke sind ganz und gar nicht langweilig. Ich wünsche euch ganz viel Freude damit!

Alle Vorteile auf einen Blick:

  • Stoffe sind perfekt auf das jeweilige Schnittmuster abgestimmt
  • Benötigte Stoffmengen für das jeweilige Schnittmuster stehen bei der Stoffbeschreibung.
  • "Ton in Ton"-Kombinationen werden als Empfehlungen genannt
  • Jeder Stoff ist in 10 cm Schritten erhältlich. So kann jede Kundin individuell ihre Stoffmenge bestimmen. 
Im Schnittmusterkiosk gibt es jetzt schon Bio-Baumwolljersey, Viskosejersey, Viskose-Webware und Seide. Nach und nach werden weitere Stoffe dazu kommen. Stay tuned!

Freitag, 23. Juni 2017

Nähwerkzeuge: Stoffklammern



In Workshops oder als Stoffverkäuferin werde ich immer wieder gefragt, welche Nähwerkzeuge ich empfehlen kann. Das mache ich gerne, denn wie jede Handwerkerin weiß ich gutes Werkzeug zu schätzen. Manche Werkzeuge sind selbsterklärend, andere stellen nicht nur eine Anfängerin vor Rätsel, wie sie dieses Werkzeug einsetzen kann oder was es beim Kauf zu beachten gibt. 

In dieser Blogserie will ich immer mal Freitags, ein Werkzeug vorstellen - über Ergänzungen in den Kommentaren freue ich mich. Danke für eure tollen Ergänzungen! Wundert euch nicht, falls es mal einen Freitag keinen Beitrag zu dieser Serie gibt. Ich behalte mir vor, nach Lust und Laune Beiträge zu schreiben, aber wenn zu den Werkzeugen, dann immer freitags!



Lange unterschätzt: Stoffklammern


Heute möchte ich euch ein Nähwerkzeug zeigen, das ich schon jahrelang besitze, nie benutzte und dessen Praktikabilität erst in den letzten Wochen zu schätzen lernte: Stoffklammern.






Gekauft habe ich die Stoffklammern zu Zeiten, als ich noch dachte, ich würde gerne Wachstuch zu irgendwelchen Täschchen vernähen. Wer Materialien wie Wachstuch näht weiß, dass sich Stecknadeln nur wenig eignen, da jeder Nadelstich ein Loch macht. Natürlich könnte frau nur in der Nahtzugabe stecken, denn dort stören die Löchlein nicht, aber wer kein Wachstuch vernäht, braucht auch keine Klammern.

In den letzten Wochen habe ich allerdings das eine oder andere Tulpentop genäht. Dieses zeichnet sich ja durch die Stoffkombination eines flutschigen Stoffes mit einem Jersey aus. Und plötzlich kamen die Klammern zum Einsatz. Während sich die Variante mit den Jerseyärmeln noch einigermaßen mit Stecknadeln nähen ließ, bin ich bei den seidigen Ärmeln fast verzweifelt. Es braucht zugegebenermaßen etwas Gehirnschmalz, um die Tulpenärmel anzustecken. Wenn dann noch Stecknadeln aus flutschigem Stoff rutschen und ein heißer Sommertag mit hohen Temperaturen frau den letzten Nerv raubt, kann das schon ätzend sein. An genau so einem heißen Tag besann ich mich darauf, dass ich ja solche Klammern besitze.


Mit Klammern den flutschigen Stoff bändigen


Ich steckte die Ärmel mit Hilfe der Klammern und plötzlich war es gar kein Problem mehr. Die Klammern sitzen so fest, dass ich das Top mit eingestecktem Ärmel zurück auf rechts wenden kann, um zu kontrollieren, ob ich auch richtig gesteckt habe: sitzt der richtige Ärmel im dazu passenden Armloch?  Überdeckt die hintere Seite des Ärmels die Vordere? Erst als alles stimmt, nähte ich den Ärmel ein und war begeistert, dass nichts wegrutschte.





Zugegeben, Stecknadeln stecken und beim Nähen wieder herauszuziehen geht schneller. Aber vielleicht ist das auch nur eine Frage der Übung. Mir gefällt es, dass die Klammern selbst auf rutschigem Stoff bombenfest klammern. Ich muß sie ja nicht immer und für alles nutzen, aber für das Einnähen des Ärmels im Tulpentop, sind sie super.

By the way: Die Blogparade des Tulpentops geht noch bis zum 5.7. weiter. Heute gibt es eine ganz zarte, hübsche Version bei Frau PATCHWORKangel(a) zu sehen und am Samstag findet ihr eine weitere Version im Freizeitparadies.




Aber zurück zu den Klammern. Kennt oder benutzt ihr diese Klammern auch? Wofür eignen sie sich noch? Seid ihr auch so begeistert wie ich?



Noch mehr Nähwerkzeuge


Alle Beiträge der Blogserie findet ihr unter dem Stichwort "Nähwerkzeuge" oder durch Klick auf den Link. Vorherige Beiträge:

Donnerstag, 22. Juni 2017

Das Tulpentop - neu im Schnittmusterkiosk



Heute ist es soweit. Endlich darf ich euch das Tulpentop vorstellen. In den letzten Tagen und Wochen ging es nicht nur wegen der gestiegenen Temperaturen in Deutschland heiß her. Mein großartiges Team an Probenäherinnen und ich, waren auch hitzig damit beschäftigt, die Anleitung für den neuen Schnitt bestens vorzubereiten und Designbeispiele zu nähen. Wie schon beim letzten Schnitt sind wir in eine Art Rausch geraten und es wurde mehr genäht, als für das Testen notwendig gewesen wäre. Das zeigen wir euch in den nächsten Tagen in Form einer Blogparade. Und jetzt hoffen wir, dass ihr genauso begeistert von dem Tulpentop seid, wie wir.





Als ich letztes Jahr das Tulpentop das erste Mal im stokx-Shop sah, war ich begeistert: Seide, hier so ganz anders verarbeitet, als gewohnt. Nicht nur die Materialkombination sprach mich an. Ich war begeistert von der Ergänzung des drapierten Vorderteils durch den amerikanischen Halsausschnitt am Rückenteil. Sofort hatte ich verschieden Farb- und Musterkombinationen im Kopf und überlegte, ob es mit diesem Schnitt nicht möglich wäre, Omas Seidentücher ein neues Leben einzuhauchen, wenn sie nur groß genug dafür sind.

Es kann, aber es muss nicht Seide sein! Das Tulpentop sieht auch in anderen fließenden Stoffen toll aus, denkt an Viskose, Crepe oder auch feinen Satin!






Die Jerseyärmel und das Rückenteil aus Jersey machen das, was vorne aussieht wie eine edle Bluse einfach wahnsinnig bequem und trotzdem sieht frau damit sehr angezogen aus. Für den Sommer finde ich die Tulpenärmel toll. Nicht jede mag gerne ärmellos tragen, aber alle freuen sich doch über einen Luftzug um die Arme und schmeichelnden weichen Stoff der umhüllt, schmückt aber nicht übermäßig wärmt. Die Jerseyärmel machen das Tulpentop zum einem Oberteil für das ganze Jahr.

Die Drapierung fällt so schön, weil das Vorderteil aus fließender Webware im schrägen Fadenlauf verarbeitet wird. Das ist ein bisschen tricky, aber die wie üblich von Frau Nahtzugabe sorgfältig erstellte Anleitung enthält zahlreiche Tipps, wie das auch weniger geübten Näherinnen gut gelingt. Wie gewohnt gibt es neben dem ausführlichen Anleitungtext wieder zahlreiche farbige Grafiken.





Mit den Titelmodellen Christine und Johanna startet die Blogparade. Wenn ihr die beiden auf ihren Blogs Chris' Nadel-Spiele und ejasfreudentraenen besucht, sehr ihr noch mehr Bilder, erfahrt, wie es ihnen beim Probenähen des Tulpentops gegangen ist und lernt neue tolle Blogs kennen.

Das Schnittmuster für das Tulpentop bekommt ihr im Schnittmusterkiosk ---> *klick*


Hier sind die Stationen der Blogparade:


22.6. Chris'Nadel-Spiele und ejasfreudentraenen
23.6 PATCHWORKangel(a)
24.6. Freizeitparadies
25.6. fantipanti.de
26.6. Strickprinzessins Stuff
27.6. Stoffverstümmelungen bei Isabimi
28.6. Rocksaum und Nadelöhr
29.6. ejasfreudentraenen
30.6. NAEHKATZE
1.7. Chris'Nadel-Spiele
2.7. Ostenfelder Nähstube
3.7. Rock Gerda
4.7. PATCHWORKangel(a)
5.7. Elufingerhut

Ganz herzlichen Dank an das großartige Probenähteam. Ihr seid eine tolle Gruppe, habt schöne Modelle genäht, klasse Feedback gegeben, tolle Ideen eingebracht und vor allen Dingen war es einfach schön, mit euch im Austausch zu sein. 1000 Dank für eure Unterstützung! <3



Montag, 19. Juni 2017

Psychotest




Na, gebts doch zu, ihr macht genauso gerne wie ich diese Psychotests in Zeitschriften, oder? In diesem Sinne, viel Spaß mit diesem Test! Und wenn ihr euch Mühe gebt, dann gibts auch was zu gewinnen.


"Bist du der Typ für ein geknittertes oder ein ungeknittertes Knitterkleid?"



Der erste Blick in den Spiegel morgens. Was denkst du?

a) Wo ist der Spiegel? (10)
b) Wer ist diese zerknitterte Frau im Spiegel? (5)
c) Wow, ich sehe fantastisch und ausgeschlafen aus! (15)





Wir kennen das alle, wir stehen morgens vor dem Schrank und haben mal wieder gar nichts anzuziehen. Wie sieht es bei dir aus?

a) Alle Kleidungsstücke hängen ordentlich gebügelt im Schrank, aber ich habe gar nichts anzuziehen! (5)
b) Der Ablagestuhl im Schlafzimmer ist ordentlich mit Kleidung belegt, aber ich habe gar nichts anzuziehen! (15)
c) Ich hänge die Kleidungsstücke auch ungebügelt in den Schrank und habe gar nichts anzuziehen! (5)


dreikah im Knitterkleid



Trägst du Kleidung gerne figurbetont?

a) Am liebsten trage ich Wallewalle-Zelte und verkleide mich als Litfasssäule. (5)
b) Ganzkörperleggins sind mein Lieblingskleidungsstück. (15)
c) Ein gute Silhouette ist was feines, aber ein kühlender Luftzug darf trotzdem immer mal zwischen mich und mein Kleidungsstück. (10)

buntekleider im Knitterkleid



Brauchst du Taschen an Kleidungsstücken?

a) Taschen tragen unangenehm auf und außerdem bin ich handtaschenkaufsüchtig. (5)
b) Meine Taschen haben grundsätzlich Löcher. (15)
c) Klar, ich trage gerne meinen halben Hausrat mit mir herum. (10)




Nähst du gerne mehrere Kleidungsstücke nach einem Schnittmuster?

a) Nähen? Ich verbringe lieber meine Zeit vor dem Computer, um nach Schnittmusterangeboten zu suchen und mit anderen Nähnerds zu chatten. (15)
b) Na klar, am liebsten in Serie und für jede Jahreszeit. (10)
c) Es gibt so viel zu nähen, da habe ich gar keine Zeit, mehr als eine Variante zu nähen. (5)


buntekleider in der Knitterbluse


Was wäre dein Traumurlaub?

a) Mit dem Rucksack durch die Anden (10)
b) Durch die Karibik und abends zum Kapitäns Dinner (5)
c) Auf der Couch endlich alle TV-Serien mit schönen Kleidern am Stück zu sehen. (15)



Rechne die Punkte hinter den Fragen zusammen. Na, wieviel Punkte hast du? Die Auflösung gibt es hier *klick*


Donnerstag, 15. Juni 2017

Schnittmuster anpassen-Flow

Heute habe ich endliche mal wieder, nach gefühlten Jahren, am Schnittmuster-Anpassungsbuch geschrieben und es hat so Spaß gemacht! Ich habe ein wirklich schwieriges Ding, vor dem ich echt Respekt hatte, nun richtig, richtig verstanden. Auf einmal hat es klick gemacht. Das fühlt sich super an. Auch wenn ich noch keinen Verlag für das Buch habe. Ich schreibe jetzt einfach weiter, denn das will alles raus und auf Papier.  Jetzt bin ich in der perfekten Stimmung für die zwei Workshops am Wochenende. Yay, ich freue mich drauf!

Mittwoch, 7. Juni 2017

Der Me Made Mittwoch





Wahrscheinlich ist es euch aufgefallen. Seit meinem Ausstieg aus dem Me Made Mittwoch-Team, habe ich an keinem Mittwoch mehr an der wunderbaren Verlinkungsaktion teilgenommen. Habt ihr euch gefragt warum?


Für diejenigen, die den Me Made Mittwoch nicht kennen sollten: der MMM ist eine wöchentliche Verlinkungsaktion, bei der Frauen ihre selbstgemachte Kleidung angezogen präsentieren und darüber berichten, wie es ihnen beim Nähen ergangen ist, ob sie das Schnittmuster empfehlen können und wie ihnen das fertige Kleidungsstück gefällt. Den MMM gibt es seit 2011, ich war von Anfang an als Teilnehmerin und dann für fast 5 Jahre als Organisatorin mit im Team. Das Besondere des Me Made Mittwochs ist nicht nur, dass viele Frauen schon so lange daran teilnehmen und es wunderbar ist, ein Stück weit an ihrem Leben und an ihrer Entwicklung teilzuhaben. Ich glaube, das es auch eine Besonderheit ist, dass der MMM werbefrei ist und wirklich von privat an privat Informationen weitergegeben werden.

Wenn Ihr die meine Me Made Mai-Beiträge auf Instagram verfolgt habt, dann werdet ihr gesehen haben, dass ich zur Zeit kaum noch etwas anderes trage als die Schnittmuster aus dem Hause crafteln und eigentlich auch fast nur Knitterkleider. Da beim Me Made Mittwoch keine Werbung erlaubt ist, ist es klar, dass ich dabei nicht als Teilnehmerin mitmachen kann, wenn ich Schnittmuster umgesetzt habe, die ich verkaufe. Das ist Ehrensache! Ich weiß noch, wie ich an vielen, vielen Mittwochen genervt war, wenn sich Probenäherinnen und Schnittmusterverkäuferinnen in die Linkliste schlichen und so taten, als kennen sie die Regeln der Veranstaltung nicht. Mittlerweile kann ich das sogar verstehen, aber gut finde ich es immer noch nicht.

Ich schaue mir immer noch gerne die verlinkten Beiträge an und freue mich bekannte und neue Gesichter dort zu entdecken. Bei jedem Schnittmuster aus meinem Hause, freue ich mich besonders und seufze ein wenig, wenn ich keines entdecke, denn es ist so unendlich schwer, am Mark Fuß zu fassen und bekannter zu werden. Aber darum geht es ja beim Me Made Mittwoch nicht - es geht um die Freude an der selbstgenähten Garderobe, an der Lust, Kleidungsstücke für sich zu nähen, die wirklich gut zu dem Menschen passen und hinter diesem Motto stehe ich noch immer voll und ganz und freue mich sehr, dass es den Me Made Mittwoch gibt. 

Donnerstag, 1. Juni 2017

Wie nähe ich einen Lieblingsrock?



In meinem Workshop "Lieblingsrock" am 18.6. sind noch ein paar Plätze frei. Da dachte ich, ich erzähle euch mal etwas, wie es zu dem Workshop kam und was ich da vor habe. Aber auch für alle diejenigen, die keine Zeit haben, zu dem Workshop zu kommen oder für die es zu weit nach Hamburg ist, soll es trotzdem Blogbeitrag werden, der euch ein Stück näher zu eurem Lieblingsrock bringt. 

Röcke empfinde ich als sehr einfache Kleidungsstücke. Wenn mich eine frau fragt, was sie als erstes Kleidungstück für sich nähen könnte, dann antworte ich prompt: "ein Sommerrock", denn eigentlich ist ein Erfolgserlebnis damit vorprogrammiert.

Für einen einfachen Rock mag das stimmen, doch nach dem ersten Erfolgserlebnis, möchte möchest du bestimmt nicht nur irgendein Erfolgserlebnis, sondern wirklich einen Lieblingsrock. Deswegen kam ich der Bitte gerne nach, auch mal einen Workshop zum Thema Rock anzubieten. In diesem Workshop lernst du, Rockdesigns zu verstehen und mit diesem Hintergrundwissen und deinen Maßen, Rockschnittmuster auf deinen Körper anzupassen, damit du ab sofort nur noch Lieblingsröcke nähst.

Was macht einen Lieblingsrock zu einem Lieblingsrock?


Ja, das ist die Frage! Der Antwort nähere ich mich auf drei Wegen, denn wer sagt denn, dass frau nur einen Lieblingsrock haben kann oder braucht?!

1. Zu welchen Gelegenheiten möchte ich den Rock tragen?


Soll der Rock "für schick" sein oder möchte ich einen Alltagsrock haben, zu dem ich meine unzähligen Shirts anziehen kann? Möchte ich mit dem Rock Fahrrad fahren? Welche Schuhe, welche Jacke, welcher Art Oberteil möchte ich zu dem Rock tragen. Will ich das Oberteil hineinstecken oder darüber tragen? Diese und andere Fragen gilt es zu klären, wenn ihr einen wirklichen Liebling nähen wollt. Und ich vermute mal, bei einem Liebling für alle Gelegenheiten wird es nicht bleiben. Da aber Röcke schnell genäht sind, muß es das auch nicht. Wenn ihr mal einen guten Schnitt für einen Rock habt, könnt ihr diesen Rock immer wieder duplizieren und anders gestalten - dafür nähen wir doch!

--> Je besser du verstehst, wie Rockdesigns funktionieren und welche Annahmen hinter Designdetails stecken, um so situationsgenauer kannst du deinen Lieblingsrock gestalten und Schnittmuster variieren. 

2. Welche "Zusatzfeatures" soll mein Rock haben?


Beim Rock stellt sich immer die Frage nach den Taschen! Taschen sind praktisch, tragen aber ein bisschen auf. Die Beantwortung der ersten Frage führt also direkt zur Beantwortung der zweiten Frage. Und dann stellt sich die Frage, was für Taschen es sein sollen - das kommt natürlich auf die Rockform an.

Auch die Form des Bundes kann einen Rock zu einem gern getragenem Kleidungsstück oder zu einer Schrankleiche machen. Welche Bundformen magst du und warum? Warum passt die eine Bundform zu dem einen Design oder Material als eine andere?

--> Je besser du deine Bedürfnisse kennst, um so besser kannst du das passende Schnittmuster auswählen und "personalisieren". 

3. Trage ich Röcke gerne "auf Taille" oder "auf Hüfte"


Zu dieser Frage gibt es Moden und Vorlieben und manchmal gibt es auch zu enge oder zu weite Röcke, die einfach dahin rutschen, wohin es der Rock will - nicht immer im Sinne der Trägerin oder der ursprünglichen Vorstellung. Auch hier sind die Antworten aus Frage 1 wichtig bei einer bewußten Entscheidung. Und wenn die Entscheidung gefallen ist, dann hat das wahrscheinlich zur Folge, dass das Schnittmuster angepasst werden muß, damit er anschließend wirklich dort sitzt, wo er sein soll.

--> Überlasse die Stelle, an der der Bund sitzt nicht dem Zufall, sondern schneidere Röcke, die dort bleiben, wo sie hinsollen, damit du die Silhouette erzielst, von der du träumst. 

Von der Vorstellung zur Umsetzung 


Die Beantwortung der Fragen, kann ich euch nicht abnehmen, aber ich kann euch dabei helfen, fundierte Entscheidungen zur Wahl der Rockform und des Materials geben, damit der Lieblingsrock dann auch so wird, wie ihr ihn erträumt.

Ich möchte euch die grundsätzliche Rockformen und Konstruktionen erklären, damit ihr wisst, worauf es bei der Auswahl des Materials und der Anpassungen ankommt. Designdetails sind manchmal nur Schmuck, oft aber Funktion. Wenn ihr versteht, warum dort eine Falte nicht nur hübsch ist, sondern sein sollte, dann könnt ihr genau das bei euren Änderungen berücksichtigen. Wir besprechen Probleme, die ihr bei bisher genähten oder gekauften Röcken habt und ich verraten euch noch ein paar Tricks, wie der Gesamteindruck eures Rockes besser wird.

Mit diesen Vorüberlegungen und Hintergrundwissen ist die Umsetzung der Änderungen nicht mehr schwierig. Wir messen deine relevanten Maße und ändern die Schnittmuster, die du zum Workshop mitbringst. Anschließend kannst du unzählige Lieblingsröcke nähen und den lauen Sommerwind an braunen Beinen genießen.

Wenn du nun neugierig geworden bist und Lust hast, am Sonntag, den 18.6. in kleiner Runde beim Workshop "Lieblingsrock" dabei zu sein, dann melde dich über den Schnittmusterkiosk ganz einfach an: --> *klick* , schnapp dir Röcke aus deinem Schrank, bring Bilder von Röcken mit, die du gerne nähen würdest und Schnittmuster die du schon dafür gekauft hast, die wir dann für deine Maße anpassen! Ich freue mich auf Dich! 

Oder doch lieber "Oberteile anpassen" - für den Workshop am Tag davor, am 17.6. gibt es noch Restplätze. --> *klick*