Dienstag, 28. März 2017

Schönmachen ist toll!



Meine Tussi-Ausstattung Nagellacksammlung wächst kontinuierlich. So ist das bei einem neuen Hobby: Frau braucht Ausstattung und Werkzeug und ist erst einmal ein bisschen im Kaufrausch. Aber was hat das mit Nähen zu tun? Ok, beides beginnt mit "N" - doch für mich gibt es allerdings noch einen tieferen Zusammenhang.

Früher hätte ich folgendermaßen gedacht: Schönheitsmittelchen sind dazu da, um zu übertünchen, um zu kaschieren, um besser zu machen, was weniger gut ist. Heute sehe ich das ein bisschen anders, obwohl es wie bei vielen Themen so ist: es kommt darauf an. Meine Freude am Nagellack entspringt einem Anstoß von außen, der Lust, neue Dinge auszuprobieren und dem Gefühl zufrieden mit mir zu sein.


Probier doch mal was Neues


Der Anstoß von außen war ein Fotoshooting eines Magazins, das derzeit Prominente mit rosa Fingernägeln zeigt, um über Frauenrechte zu sprechen. Als ich gefragt wurde, ob ich bei der Fingernagelaktion mitmachen wollte, stimmte ich zu, mir die Nägel pink lackieren zu lassen. Ich hatte, außer bei ein paar misslungenen Versuchen als Teenie, noch nie lackierte Fingernägel! Dementsprechend fühlte ich mich stundenlang merkwürdig. Diese Hand gehört doch gar nicht zu mir! Aber mit der Zeit freundete ich mich mit dem neuen Look an und war fasziniert: diese Hand gehört zu mir und ich fand es plötzlich schön!




Daraufhin begann ich Freundinnen offline und online zu fragen, wie das mit dem Nägel lackieren geht, welche Produkte empfehlenswert sind und setzte damit ein lustiges Fachsimpeln auf twitter und eine fröhliche Bilderschau auf instagram in Gang. Es folgten mehrere Drogeriemarktbesuche bei denen ich mich mit einer Grundausstattung eindeckte und lackierte darauf los. Hey, schon der erste Versuch war gar nicht schlecht! Fachsimpeln lohnt: ich lernte rasch, worauf es ankommt und hatte einen riesen Spaß dabei. Mein Mann beäugt misstrauisch mein neues Hobby, aber mir ist das egal. Ich freue mich einfach, wenn ich meine leuchtenden Fingernägel sehe.


Selbstgenähte Kleidung verändert alles



Aber was hat das mit Nähen zu tun? Für mich hat das Nähen meiner eigenen Kleidung so viel verändert! Seit dem ich trage, was zu mir, zu meinem Körper und zu meinem Leben passt, bin ich so viel fröhlicher, selbstbewusster und stärker geworfen. Ich frage mich nicht mehr, ob ich schön bin, sondern finde mich einfach an manchen Tagen mal besser und mal schlechter, ohne mich grundsätzlich in Frage zu stellen. Ich traue mich sichtbar zu sein und es hat sich dadurch so viel verändert - nicht zuletzt mein Beruf. Während ich früher Kleidung kaufte, zum Frisör ging, mir die Fußnägel lackierte und und und, waren das immer Maßnahmen, um wenigstens nicht ganz so schlecht auszusehen. Es ging um Korrekturen und darum, wenn ich schon dick bin, dann wenigstens eine schöne Handtasche zu haben. Ihr kennt das sicherlich, diese Frustinvestitionen in Schuhe, Handtaschen oder Kosmetik um darüber hinweg zu kommen, dass es in den Läden einfach nicht das Passende zu kaufen gibt.





Heute ist das Lackieren meiner Nägel der Ausdruck reiner Lebenslust. Ich mag mich, ich finde mich schön und mit leuchtenden Fingernägeln finde ich mich noch schöner! Das darf ruhig jeder sehen. Schaut hin, hier bin ich! Dieses Selbstbewusstsein hat sich bei mir durch selbstgenähte Kleidung entwickelt und deswegen verdient auch das neue Nagellack-Hobby einen Beitrag in meinen Nähblog. Es ist einfach so großartig sich schön statt minderwertig zu fühlen. Die lackierten Nägel erinnern mich an meinen langen Weg dorthin und zaubern mir jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht, wenn ich sie sehe!

Kommentare:

  1. Willkommen im Club der Nagellacksüchtigen :D, das kann sehr schnell ausufern, ich musste neulich mal ein bisschen ausmisten, weil ich keinen Platz mehr für meine Sammlung hatte. Und weil ich hier einen Essie-Überlack auf deinem Foto oben sehe: probier mal den Gel Couture Top Coat von denen, diese gedrehte Flasche, der macht die Maniküre wirklich lange haltbar (auch wenn man nicht den dazu passenden Farblack verwendet).
    lg
    Ingrid

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    1. Aha, "auch wenn nicht der Gellack verwendet wird", das hätte ich nicht gedacht. Danke für den Tip. Gellack fand ich unheimlich, erinnerte mich an Kunstnägel.

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    2. Der wird nicht so dick, glänzt eben einfach nur wie Gellack. Und hält. Momentan schon sagenhafte 6 Tage, langsam wirds mir unheimlich

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  2. Ich mag ja lakierte Nägel auch, aber mir dauert das immer zu lange, bis ich wieder was machen kann! So werden es im Sommer immer nur die Fußnägel. Aber die immer den ganzen Sommer lang!

    Gruß Marion

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    1. Was ich gelernt habe:
      1. Abends lackieren: 2 dünne Schichten
      2. Auf die 2. Schichte Supertrocknertropfen
      3. Am nächsten morgen Überlack + Supertropfen macht die kleinen Kratzer weg

      Ich finde, das geht. Ich lackiere den Überlack direkt nach der Haustüre mit der Fahrkarte zwischen den Zähnen :-)

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    2. Einen guten Topcoat drauf, dann trocknet es schnell. Von essence und Catrice gibt es gute und günstige ;-)
      Letzte Nagellackschicht im Mantel hab ich auch schon gemacht :-D

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  3. Ich drücke dich jetzt mal virtuell und freue mich mit dir.
    LG von Susanne

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  4. Ich glaube, das lerne ich in diesem Leben nicht mehr......aber ich gucke mir es gerne an, sofern es nicht solche Kunstkrallen sind.....
    Herzliche Grüße
    Sabine

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    1. Ach, von Perfektion bin ich weit entfernt, aber die Experimente machen Spaß! Kunstkrallen mag ich auch nicht. GAR NICHT.

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  5. Ein sehr schöner Beitrag!
    Lackierte Nägel finde ich auch toll, aber bei mir wird es nie so gut, wie ich es gerne hätte, besonders an der mit links lackierten Hand.
    LG Rita

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    1. Ja, rechts ist schwierig. Ich glaube aber, das wird mit Übung leichter. Mein Trick dafür derzeit: nur sehr dünn lackieren.

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  6. In diesem Beitrag konnte ich mich sehr gut wiederfinden. Jahrelang war ich sehr skeptisch, was Nagellack betrag - nur, um dann festzustellen, dass ich mich mit lackierten Fingernägeln wesentlich wohler fühle.^^

    Liebe Grüße,
    Sabrina

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  7. Ein sehr schöner Text, danke dafür!
    Du hast gut beschrieben, welche positiven Auswirkungen das Nähen auf viele Bereiche hat.
    Lese immer wieder in deinen Blog `rein und freue mich über deine Lebenskraft und Begeisterung. Weiter so :-)
    Alles Gute und herzliche Grüße
    Eva

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