Dienstag, 10. Januar 2017

Rückblick auf 2016

Lieblingskleid 2016


Huhu, da bin ich wieder. Frohes neues Jahr, euch allen. Ich wünsche euch ein wundervolles Jahr 2017!

Normalerweise schreibe ich meinen Jahresrückblick zwischen den Jahren. Ich liebe diesen rückblickenden Post, denn dann kann ich das Jahr noch mal in Ruhe Revue passieren lassen und zu Recht stolz auf das sein, was ich erschaffen habe. Dieses Jahr war ich zum Ende des vergangenen und zu Beginn des aktuellen Jahres krank. Nun also heute ein Blick zurück, wenn auch nicht ganz so in Ruhe und wenig besinnlich.

Am wachsende Stofflager ist die Zeitknappheit und nicht ich schuld


Wie jedes Jahr hatte ich 2016 das Gefühl, wenig genäht zu haben bzw. gefühlt zu wenig Zeit gehabt zu haben, zu nähen. Ich vermute, dieses Gefühl resultiert daraus, dass das Stofflager stetig wächst. Ein wachsendes Stofflager lässt darauf schließen, dass die Zahl der gewünschten Projekte nicht mit der zur Verfügung stehenden Zeit korrelliert, d.h. nicht alle Vorhaben werden umgesetzt. Tja, so ist das nun mal mit leidenschaftlichen Näherinnen. Ich fürchte, das ist nicht wirklich in den Griff zu bekommen und die einzige Möglichkeit ist es, hin und wieder Stoffe an Nähanfängerinnen und bedürftige Menschen zu verschenken, wenn sie ihren Dienst als Traumlieferanten schon vor zu langer Zeit taten und wenig Hoffnung besteht, wirklich umgesetzt zu werden.

Das sind die nackten Zahlen der Me Made-Näherei:
  • 5 Kleider
  • 5 Röcke
  • 5 Shirts
  • 2 Mäntel


Hübsch anzusehen, aber kein Liebling

Mein (Näh-)Jahr war sehr toll, denn, wie ihr wisst, habe ich das Nähen seit dem Herbst 2015 in meinen Berufsalltag integriert: ich habe ein Buch veröffentlicht, gebe Workshops und habe ein Schnittmusterlabel gegründet. Im Zusammenhang mit diesen Aktivitäten habe ich auch einiges genäht, was zum Ausprobieren bzw. als Modellbeispiel diente. Nicht alles davon ist fertig geworden bzw. war zum Anziehen gedacht und zählt deswegen nicht in die Nähstatistik.

Mein Nähjahr fängt jedes Jahr in Bielefeld gut an


Das Jahr begann mit dem Nähtreff "AnNÄHerung", bei der der ich einen Partyrock und ein Kimonokleid nähe. Wieder zuhause versuchte ich mich an zwei Cardigangs, die ich auch in Bielefeld probierte und deren Schnitte ich sofort in Australien bestellte.



Der  Eine blieb bei einem Probestück (da muß ich noch mal mit einer FBA den Schnitt anpassen), den Nina-Cardigan trage ich gerne und oft. Der Plan war, dieses Jahr noch zwei weitere Nina-Cardigans zu nähen, aber über den Stoffkauf bin ich nicht hinweggekommen.

Kein Lieblingsshirt. Schöner Stoff aber unvorteilhaft


Die Schnittentdeckung diesen Jahres war das Shirt Mono Lisa von So!-Pattern. Ich bin super froh, einen tollen Shirtschnitt entdeckt zu haben und habe an warmen Tagen keine anderen Shirts mehr getragen und habe trotzdem kein gutes Foto davon, obwohl ich es in dunkelblau, grau, rot, grün, petrol habe.... Das Pinke da oben ist es nicht. Das finde ich auch nicht so gelungen.



Leider ist der Wasserfallshirt Mono Lisa  ärmellos - so etwas, mit Ärmeln, das suche ich noch. Ich glaube, ich habe 4 oder 5 Shirts nach dem Schnitt genäht und bestimmt noch 3 zugeschnitten. Das wird aber auch noch noch ein Shirtschnitt für 2017, da bin ich sicher.

2016 war das Jahr der zugeschnittenene und noch nicht genähten Kleidungsstück. So viel habe ich selten "auf Vorrat" zugeschnitten. Das liegt vermutlich daran, dass ich mittlerweile im Büro zuschneide, weil sich der Konferenztisch  dafür so gut eignet. Immer, wenn die Arbeit nervt oder mir mal nichts einfällt, schneide ich zur Freude der KollegInnen etwas zu.

Zum Nähen komme ich nur sehr selten. Da ich kein Nähzimmer habe und den Familienesstisch aufräumen muß, bevor ich beide Nähmaschinen aufbauen kann, bin ich oft abends zu müde zum Nähen und bevorzuge es, einfach weiter zu arbeiten oder etwas zu stricken. Aber das Weihnachtskleid 2015 habe ich im Februar dann doch fertig gemacht und trage es nun sehr gerne - z.B. letztes Jahr am Heiligen Abend. Passt doch.

sehr gerne getragen!

Das Lieblingsstück: der Waxirock


Die Entdeckung des Jahres war für mich der "Waxirock", den ich auch zu meinem Lieblingsstück kürte. Waxprints fand ich vorher bäh und ich hätte nie gedacht, dass mir ein Maxirock stehen könnte, bis ich es mit dem Kranichrock (siehe oben) probierte. Beide Maxiröcke trug ich im Sommer sehr gerne.


Lieblingskleidungsstücke:
Waxirock und Knitterbluse




















Das dritte Maximodell war weniger erfolgreich, aber das lag an dem billigen Stoff, der "irgendwie nicht richtig war".

Shirt super, Rock naja

Und auch das "Urlaubskleid" wurde kein Liebling. Aber das war sowieso ein riskantes Muster, bei dem eigentlich schon klar war, dass es nicht wirklich zu meinem Leben passt. Außerdem habe ich das Ajaccio-Schnittmuster etwas über - im letzten Jahr störte mich der zu große Ausschnitt. Nee, das ist kein gutes Kleid für mich!

Das war wohl nix

Nach dem Urlaub experimentierte ich weiter. Ich traute mich an Animalprint, obwohl ich wirklich jahrelang sicher war, das scheußlich zu finden. Als Versucherle nur ein einfach zu nähender Rock. Ich war erstaunt. Ich fand ihn toll und freue mich jetzt auch schon darauf, ihn nächsten Sommer wieder anzuziehen. Wunder geschehn!



Von den stokx-Schnittmustern, nähte ich dieses Jahr zwei Knitterkleider und zwei -Blusen fertig - jeweils eins geknittert, eines ungeknittert - und trage diese sehr gerne. Eine weitere Bluse ist zugeschnitten und ein anderes Knitterkleid wartet noch auf den Saum. Kimonokleider habe ich zwei genäht: das unverbloggte Tweetkleid von der Annäherung und das pinke Vortragskleid. Letzteres, sowie das Jeanskleid und das schwarze Kleid nach gleichem Schnitt habe ich das Jahr über ständig getragen. Einen anderen stokx-Schnitt habe ich auch ausprobiert, aber für die crafteln-Schnittmuster-Kollektion verworfen, weil er nicht für alle Figuren sinnvoll ist. Tolles Design, aber für meine Figur gibt es vorteilhaftere Kleidungsstücke.

nicht toll, aber gerne getragen

Mein erster Stadtmantel war ein Reinfall, weil zu groß und das Material zu durchsichtig, trotzdem habe ich ihn oft getragen. Der bunte Stadtmantel ist fertig und wurde, obwohl auch noch unverbloggt, auch schon oft getragen. Bilder zeige ich euch bei Gelegenheit.

noch ein Lieblingsstück: das ungeknitterte Knitterkleid

Die Nadeln klapperten das ganze Jahr über

2016 habe ich auch viel gestrickt. Ich wurde beim Frühlingstuch-Knit-Along vom Stephen-West-Tücher-Strickvirus erfasst und habe 2x Smooth Move, 1,5 Vertice Unite, 1x , zwischen den Jahren Fringe und ein halbes Garter Goodness, das ich wieder aufribbeln werde, sowie ein Lacetuch gestrickt und gerne getragen.




Auch wenn das Spaß macht, habe ich nun wirklich genug Tücher und muß Nachfolgewerke entweder verschenken oder aber mich mal endlich wieder dem Strickjäckchenstricken widmen. Sollte ich allerdings 2017 auch wieder so viel arbeiten, wie letztes Jahr, wird es wohl wieder beim anspruchsloseren Tücherstricken bleiben, weil mich das herrlich entspannt. Oder ich versuche es mal mit Socken?


2016 habe ich irre viel gelernt!


2016 habe ich noch das Zeichnen für mich entdeckt - vorher glaubte ich, ich wäre völlig unbegabt. Ich halte mich zwar immer noch nicht für die große Meisterin, aber ich habe die Hemmungen verloren und kritzele nun manchmal fröhlich vor mich hin. Manchmal muß frau sich nur trauen!

Nachdem ich zu Beginn des Jahres mit Stiften begonnen hatte, überredete mich im Sommer mein Mann dazu, ein Grafikprogramm zu lernen und bin erstaunt, wie viel Spaß mir das macht und dass ich in der Lage bin, Zeichnungen zu erstellen. Das finde ich wirklich extrem bereichernd und erleichternd, denn erklärt mal jemand, der zwar gut zeichnen, aber nicht nähen kann, was auf eine Grafik drauf soll. Schwierig! Jetzt bin ich unabhängig und kann auch das selbst machen. Das fühlt sich gut an.




Am meisten hat mich 2016 berührt, was mit mir und dem Thema Schnittmuster-anpassen geschehen ist. Anfang des Jahres wollte ich erst einmal für mich sortieren, was ich darüber gelernt habe. Als euch meine Blogreihe begeisterte, arbeitete ich mich tiefer und tiefer in die Materie ein und gab schließlich auch Workshops, Beratungen und Coachings zum Thema, die mir wahnsinnig viel Freude machen. Es ist so toll, Lösungen für ein Problem zu haben. An dem Thema bleibe ich auf jeden Fall dran, denn ich möchte einfach immer mehr Frauen dazu ermutigen und ihnen dabei helfen, tolle Kleidung für sich zu nähen.

Besonders gefreut hat mich, dass das Schnittmuster für den Partyrock zwei Näh-Oskars gewonnen hat. Das ist wirklich toll! Vielen Dank an Frau minimale extravaganz und Frau Schneiderherz! Das die Designs und Schnittmuster aus dem Hause stokx gut sind, wußte ich ja. Die Näh-Oskars bekamen wir aber für das beste Drehbuch, d.h. die Anleitung, in die Frau Nahtzugabe und ich viel Gehirnschmalz gesteckt haben. Es freut mich wirklich sehr, wenn euch die Schnitte und die Anleitungen gefallen!

Ich habe wirklich wahnsinnig viel in den letzten Monaten und Jahren gelernt. Es ist wirklich toll, ein Thema gefunden zu haben, das so vielfältig ist und mich, je mehr ich darüber weiß, mehr und mehr begeistert. Der Kleiderschrank ist voll, es besteht kein dringender Bedarf mehr an neuen Kleidungsstücken. Aber am liebsten nähe ich nach wie vor für mich und es gibt noch so viel Steigerungsmöglichkeiten in Nähtechniken und Passform - nicht zuletzt gibt es so viele schöne Stoffe, Farben, Muster, Silhouetten... es gibt viel zu tun! Ich freue mich auf 2017!

Kommentare:

  1. Liebe Meike! Du kannst stolz auf dich sein, was du im letzten Jahr alles erschaffen und gelernt hast. Und da du alles weitergibst, profitiere ich davon. Du hast mich im letzten Jahr sehr motiviert, sodass ich einiges ausprobiert habe. Ich konnte früher nie ein Kleid kaufen. Keines sass. Nun habe ich mich herangetastet und mittlerweile drei Probekleider genäht. Jedes etwas anders und alle tragbar! Nun bin ich soweit, dass ich mir für meine Silberhochzeit selber ein Kleid nähen werde! Vielen Dank an dich dafür!
    LG andrea aus OS

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  2. Liebe Meike! Du kannst stolz darauf sein, was du im letzten Jahr erschaffen und gelernt hast. Da du alles weitergibst, profitiere auch ich davon. Ich konnte nie ein Kleid kaufen. Keines sass. Nun habe ich mich herangetastet und mittlerweile drei Probekleider genäht. Jedes ist tragbar. Ich bin jetzt soweit, dass ich mir für meine Silberhochzeit selber ein Kleid nähen werde! Vielen Dank für deine Motivation!

    LG ANDREA aus OS

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    1. Liebe Andrea, das freut mich wirklich sehr. Danke!

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  3. Du hast ja 2016 doch einiges genäht, sehr schön! Ich bin schon gespannt darauf, was Du 2017 produzierst!
    Leider ist mein Stadtmantel immer noch im Ufo-Stadium, aber demnächst muss ich ihn mal fertignähen...

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    1. Danke! Ich habe den Kommentar erst jetzt entdeckt. Wie geht es dem Stadtmantel?

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Ich freu mich sehr über Kommentare! Sie sind kleine Geschenke für mich! Vielen, vielen Dank im Voraus.