Mittwoch, 26. Oktober 2016

Gewinnerinnen



Mit etwas Zeitverzögerung habe ich gestern endlich die ersten Gewinnerinnen der Gutscheine für den Schnittmusterkiosk ausgelost. Zu jedem Sew Along-Termin lose ich aus den Teilnehmerinnen der Linkliste jeweils Zwei aus, die einen Schnittmustergutschein gewinnen, der natürlich so lange gültig ist, bis es auch wieder Neues im Schnittmusterkiosk gibt. Die blauen Lose waren für die Teilnehmerinnen der ersten Woche und die grünen für Woche zwei.

Frau "Katti Rocksaum": schreib mir doch bitte eine Mail, dann schicke ich dir den Gutschein. Von den anderen drei Glücklichen habe ich die Emailadressen herausfinden können. Herzlichen Glückwunsch und viel Spaß mit einem Schnittmuster aus dem Hause Crafteln.

Auch Quereinsteigerinnen sind beim Sew Along willkommen - ich bin besonders auf die nächste Woche gespannt, wenn ihr zeigt, mit was ihr eure Partyröcke kombiniert und zu wie und zu welchen Anlässen ihr sie tragt!

Dienstag, 25. Oktober 2016

Partyrock-Sew Along Teil 3: Zusammen nähen, Rock anpassen und Säumen



Wie wäre es mit einem Partyrock? 

Der Party Rock aus der Kollektion stokx (designed by Lindy Stokes) ist ein schwungvoller Bahnenrock (in zwei möglichen Längen) mit Reißverschluss in der Seitennaht und raffiniertem Faltenwurf. Er zaubert eine Silhouette mit schlanker Taille, ganz ohne Petticoat. Im Alltag oder abends auf der Party, zum Fahrrad fahren und Tanzen, durch seine Weite bereitet der Rock ein schwungvolles Lebensgefühl.


Hallo und herzlich Willkommen zum dritten Teil des Partyrock-Sew alongs. Heute wirds ein Rock! Die vorbereiteten Rockbahnen werden endlich zusammen genäht und der Reißverschluss eingenäht. Das ist der Zeitpunkt für die erste Anprobe!

Anschließend kümmern wir uns um die Anpassungen, damit euer Rock auch gut sitzt, befestigen den Bund und machen uns Gedanken über den Saum. Und nächste Woche gibt es schon das große Finale mit der Modenschau der Partyröcke!

Schreibt eure Fragen gerne in die Kommentare - ich versuche sie zeitnah zu beantworten. Und wie jede Woche, gibt es auch diese Woche wieder zwei Schnittmustergutscheine unter allen verlinkten Blogbeiträgen in der Linkliste zu gewinnen. 



Erst den Reißverschluss, dann die Bahnen zusammen nähen


Na, ward ihr so geduldig oder habt ihr die Bahnen bereits zusammen genäht? Falls ja, werde ihr entdeckt haben, wie wunderbar die Passzeichen zuseinander passen. Mir macht so etwas immer viel Spaß.

Falls ihr die Rockbahnen noch nicht zusammengenäht habt, mein Vorschlag für die Reihenfolge: näht erst einmal 4 Bahnen zusammen, um ein Erfolgserlebnis zu haben und näht dann zunächst in die verbleibenden zwei Rockbahnen den Reißverschluss ein, bevor ihr diese beiden Bahnen auch noch einsetzt. Das hat den Vorteil, dass ihr beim Einnähen des Reißverschlusses nicht mit so viel Stoff links und rechts zu kämpfen habt.


Nahtverdecken Reißverschluß einnähen


Einen nahtverdeckten Reißverschluß einzunähen, ist gar nicht so schwer. Ich finde das sogar einfacher, als einen Normalen. Das einzige, was frau dazu wissen muss ist, dass es leichter geht, wenn vorher die Zähnchen ein wenig gebogen werden. Was meine ich damit? Also, die Naht, um den Reißverschluß zu befestigen, sollte ganz nah an den Zähnchen genäht werden. Damit der Reißverschluss anschließend wirklich unsichtbar ist, ist dieser so vorbehandelt, dass es einen Knick an entlang der Zähnchen gibt. Wenn ihr diesen mit dem Fingernagel aufstreicht, ist es leichter, genau in diesem Knick zu nähen. Alternativ könnt den Reißverschluss auch aufbügeln.





Ich finde es am einfachsten, den nahtverdeckten Reißverschluss mit einem Spezialfüßchen einzunähen. Das machte ich jahrelang mit einem billigen Füßchen von YKK aus Plastik, für das es mehrere Adapter für verschiedene Nähmaschinen gibt. Mittlerweile besitze ich das passende Füßchen für meine Nähmaschine und bevorzuge dieses, weil es nur angeklickt wird, während der YKK-Fuß angeschraubt werden muss. Aber beides funktioniert prima.

Auf twitter kursiert regelmäßig der Link zu einer Anleitung, wie ein nahtverdeckter Reißverschluss auch ohne Spezialfüßchen eingenäht werden kann und die Damen schwören auf diese Methode. Ich habe sie noch nie probiert, aber vielleicht ist das auch das Richtige für dich?

Rock anpassen


Endlich! Jetzt habt ihr einen Rock in den Händen. Probiert ihn an! Aber seid bitte nicht enttäuscht, wenn euch der Rock noch nicht optimal passt. Darum kümmern wir uns jetzt.

Vermutlich ist euer Rock in der Taille etwas zu weit, denn ihr habt die Größe des Schnittmusters ja aufgrund eurer Hüftbreite ausgewählt und die Designzugaben sind reichlich. Das ist gut so! Dreht nun den Rock auf links und zieht ihn erneut an.

Üblicherweise tragen Frauen den Reißverschluß bei Röcken auf der linken Seite. Wenn ihr den Rock "auf links" anzieht, dann ist es sinnvoll, den Reißverschluss nun auf der rechten Körperseite zu haben, damit das Vorderteil des Rockes vorne abgesteckt wird und das Hinterteil des Rockes an der hinteren Körperhälfte.

Wenn ihr den Rock "auf Taille" tragen wollt, ist es eine gute Idee, eure Taille mit einem Band (z.B. Gummiband oder dünner Gürtel) zu markieren. Achtet darauf, dass die Umbruchlinie (der Übergang zum angeschnittenen Beleg) auf dieser Taille sitzt. Tragt ihr Röcke lieber "auf Hüfte", dann zieht ihr die Umbruchslinie auf die Höhe, auf der ihr den Rock gerne tragt.

Nun steckt ihr an den Teilungsnähten vorne und hinten unterhalb der Umbruchslinie den Rock so ab, dass er bei euch gut sitzt. Mit etwas Verrenkungen könnt ihr das sogar alleine machen und braucht dafür noch nicht mal Hilfe. Anschließend klappt ihr den angeschnittenen Beleg um und steckt auch diesen etwas enger, so dass euch der Rock gut passt, aber der Bund auch nicht zu sehr einengt.

Nachdem ihr vorsichtig den Reißverschluss geöffnet und den Rock wieder ausgezogen habt, könnt ihr nun die "Abnäher" an den Nähten so nähen, wie ihr sei gesteckt habt und stolz darauf sein, euch einen  "Rock auf Maß" genäht zu haben. Falls ihr die Nahtzugaben bisher noch nicht versäubert habt, solltet ihr dies nun tun.


Den umgeschlagenen Bund befestigen


Nachdem euer Rock nun zusammengenäht, versäubert und somit maßgeschneidert ist, wollt ihr nun sicherlich den Bund befestigen, damit dieser nicht ständig herausrutscht. Das könnte frau natürlich mit einer einfachen Steppnaht machen, aber es die Designerin Lindy Stokes hat sich eine sehr viel elegantere Lösung ausgedacht: Beleg und Bund werden von außen unsichtbar an den Nahtzugaben verbunden.

Bevor ihr den Beleg befestigt, ist es sinnvoll, ihn zu versäubern. Das könnt ihr mit einer einfachen Zickzack- oder Kettelnaht machen. Alternativ könnt ihr auch die Kante des Beleges mit einem Schrägband einfassen.




Im ersten Schritt wird der Beleg am Reißverschluss befestigt. Dazu wird der Beleg rechts auf rechts umgeschlagen und mit einer Steppnaht auf der Nahtzugabe festgenäht. Damit es hinterher nicht knäult, werden die Nahtzugaben knapp zurückgeschnitten. Nachdem ihr den Beleg wieder zurück gewendet habt, befestigt ihr das Reißverschlussband mit ein paar Handstichen an der Unterkante des Beleges. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um den Bund, insbesondere die obere Kante, einmal ordentlich zu bügeln.



Um im zweiten Schritt den Beleg auch rundherum zu befestigen, werden jeweils die Nahtzugaben des Beleges mit den Nahtzugaben des Rockes verbunden. Dazu wird der Bund stückweise (jeweils an einer Teilungsnaht) wieder gewendet und die Nahtzugaben des Beleges werden auf die Nahtzugaben des Rockes genäht. Das klingt merkwürdig, aber wenn ihr den Rock in der Hand habt, dreht und wendet, werdet ihr sehr schnell verstehen, was gemeint ist.





Mit Schrägband säumen


Für alle diejenigen, die das Problem kennen, dass Röcke zuppeln und vorne und hinten nicht gleichlang sind, empfehle ich stets, die Rocklänge mit einem Saumabrunder/Rockabrunder zu bestimmen. Beim Partyrock ist das aufgrund seiner enormen Saumweite nicht ganz einfach, aber es lohnt, die Mühe auf sich zu nehmen und den Saum entsprechend zu begradigen.

Egal, ob ihr sichtbare Schrägbandsäume als Hingucker mögt oder nicht. Bei einer solchen Saumweite, ist es eine verdammt gute Idee, den Rock mit Schrägband zu säumen! Doch ihr habt die Wahl: ihr könnt das Schrägband sichtbar annähen oder aber den Saum mit dem Schrägband verstürzen, so dass es nur auf der Innenseite des Rockes sichtbar ist. Habt ihr euch schon entschieden?

Foto: siebenhundertsachen.wordpress.com


Ich würde sagen: es kommt darauf an. Der Look des Rocks verändert sich, je nachdem, ob das Schrägband sichtbar ist oder nicht.

Solltet ihr euch für die unsichtbare, verstürzte Methode entschieden haben, dann kann es - je nach Stoff - sinnvoll sein, den Schrägbandbeleg mit Handstichen unsichtbar zu befestigen, damit, ähnlich wie am Bund, von außen keine Naht sichtbar ist. Schneller geht es auf jeden Fall, das Schrägband sichtbar, in zwei Runden anzunähen. Wie das geht, steht in der Anleitung.

Ich bin wirklich gespannt, für welche Methode ihr euch entscheidet. Wird es eine Mehrheit für den einen oder anderen Saumabschluss geben oder habt ihr noch eine ganz andere kreative Lösung?

Ausblick


So, das war es für heute. Wenn ihr alle Schritte der dieswöchigen Aufgabe erledigt habt, habt ihr tatsächlich schon einen fertigen Partyrock in den Händen. Für nächste Woche geht es dann nur noch darum, euch passende Oberteile, Schuhe und Accessoires zu überlegen, um im Finale zu zeigen, wie ihr den Partyrock gerne styled und tragt. Ich bin gespannt! 

Verlinkt eure Beiträge gerne in der Linkliste. Diese ist eine ganze Woche lang, bis nächsten Montag Abend, geöffnet. Unter allen verlinkten Beiträgen dieser Linkliste, verlose ich auch diese Woche wieder zwei Gutscheine für ein Schnittmuster aus dem Hause crafteln. (Die natürlich so lange gültig sind, bis es auch die beiden neuen Schnittmuster im Schnittmusterkiosk erhältlich sind.)

Alle Termine des Sew Alongs


18.10. Zuschneiden, Falten stecken und nähen und Bonustrack "Rock kürzen"
25.10. Zusammennähen, Anpassen und Säumen
1. November Finale: Let's Party - zeigt her eure Partyröcke

Linkliste für die Teilnehmerinnen des Sew Alongs






Freitag, 21. Oktober 2016

Materialkunde vom Feinsten - ein Videokurs über Maschenproben und viel mehr

Foto: makerist

Vorneweg: ich bin alles andere als objektiv in meinem Bericht über den Videokurs über Maschenproben. Wie sicherlich viele wissen, bin ich mit Marisa vom Maschenfein-Blog befreundet. Allerdings ist das auch kein Wunder: schließlich habe ich einen guten Geschmack bezüglich Freundinnen. Wenn einer eine so kompetente und nette Frau wie Marisa begegnet, wäre es doch Unsinn, sich nicht anzufreunden. Insofern ist meine Begeisterung zwar absolut subjektiv, aber in meinen Augen gerade deswegen gerechtfertigt. 

Weil wir befreundet sind, habe ich den Videokurs kostenlos angesehen, aber weil ich ein Nerd bin, hätte ich ihn mir auch gekauft, wäre es ein Buch gewesen. Geld habe ich für diesen Beitrag nicht bekommen.

Als mir Marisa davon erzählte, dass sie plant, etwas über Maschenproben zu machen, war ich begeistert. Die Maschenprobe ist ein etwas stiefmütterlich behandeltes Thema. Ich würde sogar so weit gehen, dass die Maschenprobe eher unbeliebt ist. Es gibt Informationen darüber, aber viele lesen darüber hinweg und nehmen sie nicht ernst. Gerade deswegen ist es so wertvoll, dass endlich mal alle Informationen zusammen getragen werden!


Foto: maschenfein


Maschenproben sind irgendwie unsexy. Für mich waren lange Jahre Maschenproben eine lästige Pflicht, über die ich schon einmal hinweg sah. "Ach, das bekomme ich auch auch ohne irgendwie hin", dachte ich oft und schenkte mir die Maschenprobe. Aber ich komme auch noch aus der Generation dämpfen, die von ihren Müttern bei welligen Stücken aus dem Handarbeitsunterricht die Tränen getröstet mit den Worten "das kann man alles in Form dämpfen" bekamen. Und außerdem war der erste Höhepunkt meiner Strickerinnenkarriere in den 80ern - ich strickte große Rechtecke, nähte davon zwei Zusammen und nannte das dann Pullover. Die Rechtecke hatten zwar kunstvolle Muster, aber über die Form des Kleidungsstückes bzw. die Passform machte ich mir wenig Gedanken. Irgendwie kam das schon hin und stolz war ich auf meine Werke allemahl. Und überhaupt: Säcke galten damals als lässig und als Öko war ich sowieso auf dem Trip, dass "zu schön" auch schädlich sein könnte.

Aber das ist lange her und seitdem ich selbstgenähte Kleider trage und das Stricken wieder für mich entdeckt habe, habe ich auch Ansprüche an die Passform meiner Strickjäckchen. Ein bisschen schlauer bin ich geworden, was nicht zuletzt am Nähen liegt. Wir Näherinnen sind es ja gewohnt, Anpassungen an Schnittmustern und genähten Kleidungsstücken vorzunehmen und das übertrug ich auf das Stricken. Uns Näherinnen ist es auch wohl vertraut zu wissen, dass "sich jeder Stoff anders verhält" - warum sollte es mit den Garnen anders sein! Als ich das kapierte, begann ich nicht nur über Qualität nachzudenken, sondern beschloss, etwas über Materialkunde zu lernen. Plötzlich ergaben Maschenproben einen Sinn und ich lernte diese Fingerübung vor dem eigentlichen Stricken zu schätzen. Beim Frühlingsjäckchen-Knit-Along 2014 auf dem Me Made Mittwoch-Blog habe ich von diesen damals für mich neuen Erkenntnissen eine Menge weiter gegeben. Aber nachdem ich den Maschenproben-Videokurs sah, denke ich, dass ich auch ne Portion Glück hatte, dass mein Frühlingsjäckchen etwas geworden ist, denn ich hätte noch systematischer vorgehen können.





Denn so ganz richtig habe ich das bisher auch noch nicht alles gemacht. Frau ribbelt zum Beispiel keine Maschenprobe aus Geiz wieder auf, um das Garn noch mal zu verstricken! Und überhaupt ist eine Maschenprobe nur sinnvoll, wenn diese - genau wie das zukünftige Kleidungsstück, vor dem Auszählen gewaschen und gespannt wird. Nun gut, das wusste ich schon, aber beherzigt habe ich das nur bei Strickjäckchen. Tücher zum Beispiel, stricke ich einfach drauf los. Und Mützen, die ich gerne in den letzten Tagen vor Weihnachten als Geschenk stricke, sind in der Tat wohl Überraschungspakete, denn ohne Maschenprobe oder genaueres Wissen über das Verhalten der einzelnen Fasern, sehen diese zwar frisch gestrickt gut aus, aber ob sie sich auch noch bewähren, wenn sie regennass sind oder nach einem Waschen - das habe ich die Beschenkten in den seltensten Fällen gefragt.

Besonders spannend fand ich das Kapitel über die Materiealeigenschaften der unterschiedlichen Fasern. Bei mir lief der Garnkauf bisher so: Projektwunsch, Budget begrenzt, Wollladen besucht und irgendwie das genommen, was von der Nadelstärke hinkam und mir farblich gefiel. Bei Fasern wie Kaschmir oder Seide bin ich reflexhaft begeistert und dann doch oft wieder knauserig, wenn ich den Gesamtbedarf für das Strickstück bedenke. Kurzum: ich gehe wenig planmäßig vor und nehme was ich kriege bzw. bezahlen kann/will. Das ist so ähnlich, wie Stoff auf dem Markt kaufen. Einfach losgehen und schauen, ob es zufällig Schätze gibt.


Foto: maschenfein



Das eine ihre Strickprojekte auch ganz anders planen kann, habe ich in dem Video gelernt. Die Art und Weise, wie Marisa vorgeht, ist die einer Strickdesignerin. Aber selbst wenn ich mit einer Anleitung arbeite, es gibt so viele Entscheidung von Garn- zu Größenwahl bis hin zu den richtigen Nadeln zu treffen, so dass der Designprozess letztendlich bei der Strickerin weiter geht.

Ich glaube, ich bin nun "verdorben". Seit dem ich weiß, wie unterschiedlich warm, elastisch, glänzernd und und und die Fasern sind und warum, seitdem ich gesehen habe, wie unterschiedlich Muster in unterschiedlichen Garnen zur Geltung kommen und seit dem ich das clevere System kennengelernt habe, mit denen Marisa ihre Maschenproben bezeichnet, werde ich wahrscheinlich komplett anders an das Thema Stricken rangehen. Ich stelle mir das nun so vor, dass ich eine Garn begegne, dass in einem Wolladen mit mir spricht. Ich fasse es an, nehme es mit nach Hause - nur ein Knäul - und experimentiere mit Mustern und Nadelstärken bis mir das Garn zuflüstert, was es werden will. Ist das nicht eine wundervolle sinnliche Vorgehensweise? Ich bin bezaubert. Wer hätte gedacht, dass aus einem Kurs, der so sehr nach Nerdkram klingt, so ein sinnliches Ergebnis kommen würde? Ich nicht!

Foto: maschenfein


Kurzum, ich bin begeistert. Das Thema Maschenproben ist alles andere als unsexy! Ich finde, dieses Hintergrundwissen über Material, Werkzeug und Techniken ist so unglaublich wertvoll - wieso lernen wir so etwas eigentlich nicht in der Schule? Ich lese gerne Bücher und hätte nicht gedacht, dass mir das Lernen mit einem Videokurs so viel Spaß machen könnte. Ich habe den Kurs an vier aufeinanderfolgenden Tagen gesehen und hatte bei jeder Lektion Aha-Effekte, obwohl ich mich eigentlich als durchaus versierte Strickerin bezeichnen würde. Als mich die letzten Tage das ausgewählte TV-Programm des Gatten nervte, schaute ich nebenher den Maschenprobenkurs auf dem ipad und fühlte mich, mit diesem Nerdkram gut unterhalten. Wer hätte das gedacht!

Wer auch die Nase voll von Ungewissheit beim Stricken hat, ob nach abertausenden von Maschen hinterher etwas Tragbares rauskommt oder nicht, der sei der Videokurs ans Herz gelegt. Ich finde ihn auf jeden Fall klasse und hoffe, dass Marisa darüber recht bald auch ein Buch schreibt, denn das Nachschlagen und blättern liegt mir ja doch mehr, als so ein Video. Aber bis dahin werde ich den Kurs einfach noch einmal schauen, denn ich habe sicherlich das eine oder andere aus der Vielzahl an Informationen schon wieder vergessen.

Foto: makerist

Dienstag, 18. Oktober 2016

Partyrock-Sew Along Teil 2: Zuschneiden, Falten stecken und nähen und Bonustrack "Rock kürzen"



Wie wäre es mit einem Partyrock? 

Der Party Rock aus der Kollektion stokx (designed by Lindy Stokes) ist ein schwungvoller Bahnenrock (in zwei möglichen Längen) mit Reißverschluss in der Seitennaht und raffiniertem Faltenwurf. Er zaubert eine Silhouette mit schlanker Taille, ganz ohne Petticoat. Im Alltag oder abends auf der Party, zum Fahrrad fahren und Tanzen, durch seine Weite bereitet der Rock ein schwungvolles Lebensgefühl.

Hallo und herzlich Willkommen zum zweiten Teil des Partyrock-Sew alongs. Heute werden die einzelnen Rockbahnen zugeschnitten und für das Zusammennähen vorbereitet. Als "Bonustrack" zeige ich euch, wie ihr das Schnittteil für den Rock kürzen/verlängern könnt. Da es das Schnittmuster für den Partyrock aber ohnehin in zwei Längen gibt, werden die wenigsten von Euch, sich vor dem Nähen um Verlängern oder Kürzen kümmern müssen.

Schreibt eure Fragen gerne in die Kommentare - ich versuche sie zeitnah zu beantworten. 

Und wie jede Woche, gibt es auch diese Woche wieder zwei Schnittmustergutscheine unter allen verlinkten Blogbeiträgen in der Linkliste zu gewinnen. 


Zuschnitt und Passzeichen übertragen


Der Partyrock wird in einfacher Stofflage zugeschnitten. Dabei werden bei einer Stoffbreite von 140 cm drei Schnittteile (leicht versetzt) nebeneinander gelegt. Wie das genau geht, seht ihr auf den Zuschneideplänen in der Anleitung. Der einlagige Zuschnitt ist wichtig, damit ihr wirklich sechs identische Rockbahnen erhaltet. Achtet beim Zuschnitt auf den Fadenlauf, damit euer Rock später schön fällt.



Glaubt mir, ihr macht euch das Nähen anschließend sehr viel leichter, wenn ihr wirklich alle Passzeichen übertragt. Die Passzeichen an den Seiten könnt ihr mit kleinen Knipsen (Einschnitten) in die Nahtzugabe markieren. Aber was ist mit den Falten?

Um die Punkte für die Falten zu markieren, nutze ich ein Locheisen. Ich stanze an den entsprechenden Stellen Löcher in meinen Papierschnitt und rubbele mit Schneiderkreide darüber, um die Passzeichen auf den darunter liegenden Stoff zu übertragen. Aber wer hat schon ein Locheisen! Eine andere Möglichkeit ist es, den Papierschnitt an den Faltenmarkierungen einzuschneiden, aufklappen und so die Kreidestriche zu ziehen. Oder aber ihr schlagt die Passzeichen mit Hilfe eines Fadens durch (Hier in diesen Beitrag, zeigt Frau Nahzugabe das Durchschlagen). Wie macht ihr das am liebsten?

Einlage aufbügeln


Der angeschnittene Bund des Partyrocks muß mit Einlage verstärkt werden. Da nur die eine Seite des Bundes (nur der angeschnittene Beleg) verstärkt wird, solltet ihr eine relativ feste Einlage wählen. Wer schon einmal Bundfix in der Hand hielt, kann sich ungefähr vorstellen, was ich mit fester Einlage meine. Wenn ich den Eindruck habe, dass die Einlage, die ich ausgewählt hatte, nicht fest genug ist, bügele ich einfach noch einmal eine Lage darauf, um die gewünschte Festigkeit zu erzeugen.




Außer dem Bund werden auch die Nahtzugaben, auf denen der Reißverschluss festgenäht wird, mit Einlage verstärkt. Dazu werden, wie auf dem Foto, zwei Streifen Einlage aufgebügelt, aber der Bereich der Falten ausgelassen, damit diese Stelle nicht zu fest wird.

Falten legen, stecken und nähen


Ich nähe die Falten gerne nacheinander - erst die obere Falte, dann die untere. Das heißt, zunächst kümmere ich mich um die Passzeichen C und c, A und B sowie a und b. Um die erste Falte zu nähen, falte ich zunächst die lange Linie zwischen C und c und markiere die Endpunkte mit Stecknadeln. Diese Falte kann ich nun knappkantig absteppen.



Wenn ich alle Passzeichen ordentlich übertragen und die erste Falte ordentlich gefaltet und genäht habe, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass bereits die Passzeichen A und B bzw. a und b korrekt aufeinander liegen. Ich stecke auf die Faltenmarkierung waagrecht meine Nadeln (entlang der Kreidelinie) und sehe so, ob ich auch auf der anderen Seite die Kreidelinie treffe und wo ich die Falte nähen muß.




Nach dem Nähen beider Falten, ist es leicht zu sehen, ob alles in Ordnung ist. Sobald der Falteninhalt nach oben gebügelt ist, ergibt sich eine gerade Linie des Seitenteils. Bravo!



Je nachdem, wie gut sich der Stoff bügeln lässt, bleiben die Falten dort, wo sie sein sollen und die Bahnen lassen sich leicht zusammen nähen. Ich persönlich finde es aber einfacher, die Falten mit einer Naht in der Nahtzugabe vor dem Zusammennähen der Bahnen zu fixieren, wie es auch in der Anleitung vorgeschlagen wird.


Versäubern


In der Anleitung weisen wir darauf hin, dass der Partyrock aus der Kollektion stokx zunächst zusammengenäht wird und dann die Nahtzugaben zusammen, in einem Rutsch versäubert werden. Das kommt natürlich ein bisschen auf den Stoff drauf an, ob diese Vorgehensweise sinnvoll ist. Für die Produktion vieler Kleidungsstücke einer Kollektion, ist so eine Vorgehensweise sinnvoll und mit dem von der Designerin ausgewählten Stoff auch gut möglich.

In vielen anderen Fällen, werden Nahtzugaben getrennt voneinander versäubert und dies geschieht meist vor dem Zusammennähen. Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, dass die Nahtzugaben nach dem Zusammennähen auseinander gebügelt werden können und dadurch nicht zu sehr auftragen.

Wie und wann ihr die Nahtzugaben gegen Ausfransen versäubert, bleibt euch überlassen. Doch einen Vorteil der Methode, diese erst gemeinsam, nach dem Zusammennähen zu versäubern, möchte ich noch erwähnen: Eine der genialen Überlegungen des Partyrocks besteht darin, den Rock bei der ersten Anprobe an den Teilungsnähten auf Figur anzupassen (dazu im dritten Teil des Sew Alongs mehr). Ich mag diese Vorgehensweise sehr, weil es auf diese Art und Weise sehr leicht möglich ist, ein wirklich gut sitzendes Kleidungsstück für sich zu nähen. Da sich die Größe der Nahtzugaben durch dieses Anpassen nach dem Zusammennähen noch verändern kann, finde ich es sehr praktisch, diese erst nach der Passformkontrolle zu versäubern - aber wie gesagt - macht es, wie ihr es am liebsten habt und vor allen Dingen versäubert die Nahzugaben möglichst frühzeitig, falls euer Stoff arg franst!


Bonustrack "Rock kürzen" 


Ich bin immer dafür, Änderungen am Schnittmuster zu machen, statt einfach drauf loszunähen. Aber da es den Rockschnitt tatsächlich in zwei Längen gibt, rate ich dazu, ersteinmal bestehende Röcke zu vermessen und die Längen zu vergleichen. Vielleicht ist dieser Extraschritt, das Rockteil zu verlängern oder zu kürzen, ja gar nicht nötig.



Mit der Grafik will ich euch zeigen, wie ihr das Schnittteil kürzen könnt, ohne die geschwungene Saumlinie zu verändern. Was sich allerdings etwas ändert, ist die Weite des Rockes, aber das ist auch sinnvoll, um die Proportionen zu erhalten.

Eine Verlängerung des Schnitteils erfolgt nach dem gleichen Prinzip, nur werden die auseinandergeschnittenen Teile nicht zusammengeschoben, sondern auseinander gezogen und ein Teil in der Mitte eingesetzt. Zum Verlängern ist es außerdem nötig, das untere Schnitteil noch mal senkrecht (parallel zum Fadenlauf) auseinander zu schneiden, um es in der Breite auseinander zu ziehen.

Ausblick


So, das war es für heute. Jetzt habt ihr fertig vorbereitete Rockbahnen, die schon bald zu einem Rock zusammen gesetzt werden können. Das machen wir nächste Woche, dann kümmern wir uns auch um den Reißverschluß, kontrollieren und verbessern die Passform und machen uns ein paar Gedanken zum Saum. Ich hoffe, ihr seid mit der Wahl eures Stoffes immer noch zufrieden und könnt es kaum erwarten, euren fertigen Partyrock anzuziehen!

Verlinkt eure Beiträge gerne in der Linkliste. Diese ist eine ganze Woche lang, bis nächsten Montag Abend, geöffnet. Unter allen verlinkten Beiträgen dieser Linkliste, verlose ich auch diese Woche wieder zwei Gutscheine für ein Schnittmuster aus dem Hause crafteln. (Die natürlich so lange gültig sind, bis es auch die beiden neuen Schnittmuster im Schnittmusterkiosk erhältlich sind.)

Die Gewinnerinnen der ersten und der zweiten Woche, werden am Dienstag, den 25.10.  ausgelost. 

Alle Termine des Sew Alongs


18.10. Zuschneiden, Falten stecken und nähen und Bonustrack "Rock kürzen"
25.10. Zusammennähen, Anpassen und Säumen
1. November Finale: Let's Party - zeigt her eure Partyröcke

Linkliste für die Teilnehmerinnen des Sew Alongs




Donnerstag, 13. Oktober 2016

12 von 12 im Oktober

Nachdem ich jetzt schon das dritte Mal daran gedacht habe, bei #12von12 einer Aktion von "Draußen nur Kännchen!"wenigestens auf Instagram mitzumachen, könnte ich die Beiträge ja auch mal auf dem Blog zeigen.



Morgens kam ich nicht leicht aus dem Bett, verpasste den Bus und musste 20 Minuten auf den Nächsten warten. Aber immerhin bekam ich einen Sitzplatz und konnte lesen.




Im Büro angekommen, kümmerte ich mich erstmal um die Bestellungen aus dem Schnittmusterkiosk des vorangegangenen Nachmittags und Abends.




Als nächstes schaute ich mein Kontingent der Me Made Mittwoch-Beiträge an. Wir als Team versuchen ja, die gesamte Linkliste zeitnah im Auge zu haben, um die Qualität unserer Aktion hoch zu halten. Das ist viel Aufwand und das auch noch während meiner Arbeitszeit und jede Woche, aber ich finde, das lohnt sich, denn der MMM ist einfach eine wunderbare Veranstaltung, die bei so vielen Menschen schon so viel Großartiges bewirkt hat!




Dann Reiseplanung: Die nächsten beiden Wochen bin ich viel unterwegs: nächsten Mittwoch auf der Buchmesse, abends eine Lesung in Frankfurt und die folgenden Tage in Aschaffenburg, Fulda und Bensheim. In der folgenden Woche reise ich über Bremen nach Berlin und für eine weitere Lesung und einen Workshop nach Leipzig. Das will alles gut organisiert und mit den VeranstalterInnen und der Familie koordiniert sein und trotzdem Raum lassen, um zwischendurch noch Freundinnen zu treffen.




Wer so viel vor hat, braucht auch etwas zum Anziehen! Heute abend habe ich die Gelegenheit zum Nähen, also musste dringend ein Kleid zugeschnitten werden. Also nur ein Käsebrot am Schreibtisch und Zuschneiden am Konferenztisch. Es ist sehr lustig, wenn ich im Büro zuschneide, weil wirklich jede Kollegin und jeder Kollege neugierig vorbei kommt, wenn im Konferenzraum mal was außergewöhnliches geschieht.



Auf dem Nachhauseweg riskierte ich einen schnellen Blick auf die zwei Stoffstände auf dem Markt, habe aber tapfer nichts gekauft. Habt ihr die Preise gesehen. Das ist unfassbar. Da gibt es unglaublich viel Mist, aber wer wie ich wöchentlich schaut, findet auch manchmal Schätze.


Ein von Meike Rensch-Bergner (@fraucrafteln) gepostetes Foto am


Seit dem ich Mutter bin, bin ich gut organisiert und erledige ständig zwischendurch etwas - zum Beispiel ein schneller Besuch in der Drogerie auf dem Weg.




Wie fast jeden Tag, wartete die Waschmaschine auf mich, als ich nachhause kam.




Weil das Kind so viel gewachsen ist, war es höchste Zeit, den Schrank aufzuräumen und Klamotten auszusortieren. Jedes Mal nehme ich mir vor, mal wieder Flohmarkt zu machen und dann räume ich doch nur die Kiste in den Keller.....




Eine halbe Stunde Pause muß sein. Für das Kind mit TV und für mich mit Kaffee und twitter.



Anschließend hat mich das Kind so dermaßen beim Monopoly abgezockt.



Abends gaben der Liebste und ich uns nur schnell die Türklinke in die Hand, weil ich losmußte zu meinem Frauennetzwerk. Wir trafen uns beim Griechen und hatten so viel zu besprechen, dass ich mal wieder vergaß, das Essen zu fotografieren. Wir unterstützen einander seit 14 Jahren in unserer beruflichen Selbständigkeit. Das ist so toll! Darauf einen Ouzo!

Mit Partyrock zu rums





Der Herbst hat gewonnen: ich trage dunkle Farben. Dabei ist das so unsinnig, eigentlich wäre es doch viel besser, die dunklen Tage farbenfroh aufzuhellen. Aber morgens vor dem Kleiderschrank ist mir nun doch mehr nach dunkel.

Der einzige Farbklecks, der sich auf das Bild drängte, ist meine silberne Tussitasche. Ansonsten kommen der Partyrock in Jeans, ein Kaufshirt und das graue gestrickte Mieder "Sinnesfrid" ganz gedeckt daher. Dabei habe ich Sinnesfrid auch noch in hellblau und in rot. Aber mir gefällt's so und deswegen zeige ich es heute bei rums.

Oder doch lieber ohne das Mieder? Geht auch. Das ist noch mehr casual und weniger trachtig. Aber die Tasche wollte immer mit aufs Bild.




Dienstag, 11. Oktober 2016

Partyrock-Sew Along Teil 1: Größenwahl, Stoffwahl und Schnittmuster vorbereiten



Wie wäre es mit einem Partyrock? 

Der Party Rock aus der Kollektion stokx (designed by Lindy Stokes) ist ein schwungvoller Bahnenrock (in zwei möglichen Längen) mit Reißverschluss in der Seitennaht und raffiniertem Faltenwurf. Er zaubert eine Silhouette mit schlanker Taille, ganz ohne Petticoat. Im Alltag oder abends auf der Party, zum Fahrrad fahren und Tanzen, durch seine Weite bereitet der Rock ein schwungvolles Lebensgefühl.


Hallo und herzlich Willkommen zum ersten Teil des Partyrock-Sew Alongs. Heute wird noch nicht genäht, denn wir sind mit den Vorbereitungen beschäftigt. Das gibt euch die Gelegenheit, euch darüber klar zu werden, was für einen Partyrock ihr nähen wollt, welcher Art der geeignete Stoff dafür sein könnte und wo es so etwas geben könnte.

Außerdem geht es diese Woche darum, wie ihr von dem digitalen Schnittmuster zu einem Papierschnitt kommt und wie ihr diesen für eure Zwecke vorbereitet. Nicht zuletzt sprechen wir heute auch darüber, wie ihr aus dem stokxschen Größensystem die passende Größe für euch Auswählt.

Schreibt eure Fragen gerne in die Kommentare - ich versuche sie zeitnah zu beantworten. Falls ihr noch das Schnittmuster für den Partyrock braucht - dieses bekommt ihr zum Download und selbst zusammenkleben sowie als Datei zum Plotten im Schnittmusterkiosk

Wie jede Woche des Sew Alongs, gibt es auch diese Woche zwei Schnittmustergutscheine unter allen verlinkten Blogbeiträgen der dieswöchigen Linkliste zu gewinnen. 


Größenwahl

Beginnen wir mit der Auswahl der passenden Größe. Den Partyrock gibt es nicht in den "üblichen Kleidergrößen". Die Designerin Lindy Stokes arbeitet mit einem eigenen Größensystem, das auf ihren Hypothesen beruht, wie Frauenkörper größer werden und an welchen Stellen Sie Mehrweite einplant, damit ein Kleidungsstück anschließend so aussieht, wie sie es sich vorstellt. 

Um eure Größe auszuwählen, vergleicht ihr eure Maße für Taille und Hüfte mit der Körpermaßtabelle. Entscheidend für die Auswahl der Größe ist beim Partyrock der Hüftumfang. Das liegt daran, dass der Partyrock zwar gut an der Taille angepasst werden kann, dies aber aufgrund der Falten auf Hüfthöhe etwas komplizierter ist. Um es uns leicht zu machen, wählen wir die passende Größe aufgrund des Hüftumfanges aus und ändern, falls es sein muss, an der Taille. 

Körpermaße (Angaben in cm)
Größe0123456789
Taillenumfang65707580859095100105110
Hüftumfang*9499104109114119124129134139
*über dem Po gemessen
Leider ist es manchmal so, dass das Ergebnis nicht eindeutig auf eine Größe schließen lässt. Dann bedeutet es, dass ihr den Rock aufgrund eines Maßes auswählt und an anderer Stelle für euch anpassen (also weiter oder enger machen) müsst. Bevor ihr aber zurückschreckt und sagt "mimimi, das kann ich nicht" werft ihr erst mal einen Blick in die zweite Tabelle, die Fertigmaßtabelle, denn vielleicht hat sich damit euer Problem schon erledigt. 

Fertigmaße (Angabe in cm)
Größe0123456789
Taillenweite68737883889398103108113
Hüftumfang*123129134139144150155160166171
Saumweite298303308313318323328333338343
Die Fertigmaßtabelle beschreibt, wie der Name schon sagt, die Maße des fertigen Kleidungsstückes. Dieses ist natürlich größer als das reine Körpermaß, denn sonst würdet ihr eine Wursthaut nähen. Wie groß die Differenz zwischen Körpermaß und Fertigmaß sein soll ist Geschmackssache und Designentscheidung.

Wieviel Mehrweite ein Kleidungsstück haben "muss", ist also sehr subjektiv, denn es hängt von der Stoffqualität, den Vorstellungen der DesignerIn und vor allem von den Vorlieben des Menschen ab, die es anschließend trägt. Das heißt: ihr kommt nicht umhin, an dieser Stelle eine Entscheidung zu treffen. Aber keine Sorge, der Partyrock ist, wenn ihr ihn etwas größer näht, leicht auf Figur anzupassen.

Kommen wir zu den Zweifelsfällen, bei denen Anpassungen nötig werden:


Variante 1: Mein Taillenumfang ist größer als der Taillenumfang der Körpermaßtabelle der ausgewählten Größe
  1. Wähle die Größe anhand deines Hüftumfanges aus
  2. Errechne die Differenz zwischen deinem Taillenumfang und dem der Tabelle
  3. Teile diese Differenz durch 12 (--> da es 6 Bahnen sind, die zusammengenäht werden)
  4. Zeichne die Rockbahn auf Taillenhöhe (das ist die Umbruchslinie des angeschnittenen Beleges) um den errechneten Wert weiter und verbreitere so die Rockbahn bis zu den Falten.
  5. Auch der angeschnittene Beleg muß nach oben hin leicht weiter gemacht werden (spiegelbildlich zu der Verbreiterung deiner Rockbahn)




Variante 2: Mein Taillenumfang ist geringer als der Taillenumfang der Körpermaßtabelle der ausgewählten Größe
  1. Wähle die Größe anhand deines Hüftumfanges
  2. Näh den Rock
  3. Pass den Rock nach dem Nähen an


Stoffwahl


Der original Party Rock aus der Kollektion stokx ist aus einem beschichteten, glänzenden Baumwolle-Misch-Gewebe genäht, das ordentlich Stand hat. Je mehr Stand der Stoff hat, desto deutlicher sieht man den Faltenwurf und erkennt die Weite des Rockes.


Das Original: Party Rock aus der Kollektion stokx

Einen ähnlichen Look wie den des Originalrocks aus der Kollektion stokx könnt ihr aber auch auch anderen Stoffen erzeugen. Ein fester Twill wäre eine Möglichkeit oder aber ein Jeans. 

Es ist aber auch möglich, den Partyrock aus weichen Stoffen zu nähen. Auch bei diesen könnt ihr den Faltenwurf gut erkennen, aber sie haben dann eben nicht so viel Stand, d.h. der Rock fällt gerade unter und bekommt dadurch eine schmalere Silhouette. Ein dünner Baumwollstoff wäre für den Sommer eine gute Idee, für den Winter wäre es zum Beispiel möglich, den Partyrock aus einem Wollstoff zu nähen. 

Achtet darauf, dass ihr einen Stoff wählt, der möglichst heiß zu bügeln ist, denn die Falten müssen gut gebügelt werden. Sie werden zwar zusätzlich abgesteppt, aber bügeln ist immer gut.





Das wären unsere Empfehlungen für die Stoffwahl, aber es gibt sicherlich noch ganz andere Möglichkeiten, die wir noch nicht ausprobiert haben. Wie sieht es zum Beispiel mit gemusterten Stoffen aus - wie wirkt der Partyrock dann. Und was wäre, wenn Cord genutzt würde - das würde sicherlich interessant aussehen, weil die Linien des Stoffes durch die Faltenlegung zum Teil eine andere Richtung bekommen. Was würde passieren, wenn frau einen "Stoff" wählen würde, der zwar nicht gut zu bügeln wäre, aber auch schick ist wie zum Beispiel Kunstleder oder Scuba - ich weiß es nicht, aber ich bin auf eure Experimente sehr gespannt!

Ich rate euch auf jeden Fall dazu, den Stoff vor dem Zuschnitt und Nähen zu waschen. Die meisten Stoffe gehen ein bisschen ein und es wäre schade, wenn euer frisch genähter Rock nach der ersten Wäsche nicht mehr passt. Außerdem sind alle Stoffe mit Mitteln gegen Pilzbefall behandelt, die nicht wirklich lecker riechen. Ich mag diesen Geruch beim Nähen nicht dauernd unter der Nase haben und kann mir gut vorstellen, dass das auch nicht allzu gesund ist. 

Zum Trocknen achtet darauf, dass ihr den Stoff fadengerade aufhängt. Das bedeutet, dass der Stoff durch das Aufhängen nicht verzogen wird. Sonst habt ihr beim Zuschnitt Schwierigkeiten, den Fadenlauf korrekt zu berücksichtigen. Sollte euer Stoff nach dem Waschen sehr geknittert sein, bügelt ihr ihn am besten vor dem Zuschnitt.



Fotos: Frau Vau


Von der Datei zum Schnittmuster


Wenn ihr den Partyrock gekauft habt, könnt ihr das digitale Schnittmuster sofort als Version zum Zusammenkleben herunterladen und bekommt wenig später eine Plotversion gemailt. 

Die Version zum Zusammenkleben ist als Datei direkt der Anleitung angehängt. Diese PDF-Datei könnt ihr ganz normal auf eurem Drucker auf DIN A 4 Papier, wahlweise in Farbe oder Schwarz-weiß ausdrucken. Wenn ihr nur das Schnittmuster ausdrucken wollt, wählt ihr für den Drucker nur die entsprechenden Seiten (von Seite 10 bis zum Schluß) aus. So mache ich das immer und lade die Seiten der Anleitung auf mein ipad, denn das spart Papier. Außerdem hat die digitale Nutzung der Anleitung den Vorteil, dass ich sie "schön in Farbe" ansehen kann, während ich beim Druck eher dazu neige, sparsam in schwarz-weiß zu drucken. 

Bevor ihr alle Seiten druckt, druckt ihr zunächst die Seite mit dem Kontrollkästchen und kontrolliert, ob euer Drucker wirklich auf 100% eingestellt ist. Ist der Drucker falsch eingestellt, wird euer Rock zu groß oder zu klein! 

Zum Zusammenkleben könnt ihr die Layoutskizze auf Seite 9 als Orientierung nutzen, aber auch auf den einzelnen Seiten des Ausdruckes stehen Buchstaben und Zahlen, die euch zeigen, welches Blatt an das andere geklebt werden soll. Achtet darauf, präzise zu arbeiten, um ein korrektes Schnittmuster zu erhalten.



Da der Partyrockschnitt nur ein Schnittteil enthält, ist es nicht viel Arbeit, dieses selbst zusammen zu kleben. Andere Schnittmuster, wie zum Beispiel ein Kleid oder ein Mantel bereiten etwas mehr Mühe, deswegen gibt es bei crafteln auch zu jedem Schnittmuster eine Version zum Plotten. 

Plotter sind große Drucker, die größere Formate als DIN A4 ausdrucken können. Mit diesen kann man ein Papierschmuster auf großem Papier ausdrucken. Die wenigsten Menschen werden einen Plotter haben, aber es ist möglich, mit der Datei, z.B. auf einem USB-Stick, zu einem Copyshop zu gehen oder diese über das Internet bei einem Plotterservice ausdrucken zu lassen. Adressen für Plotterservice findest du über die Suchmaschine (es lohnt Preise zu vergleichen!), ich habe aber auch schon mal hier darüber geschrieben. Erfahrungsgemäß bekommt ihr den fertig geplotteten Schnitt schon am nächsten Tag zugeschickt. Die ganz Eiligen können natürlich schon früher, direkt nach dem Kauf, mit Kleben beginnen. 

Nur als Hinweis: wenn in Näherinnenkreisen von "Plotten" gesprochen wird, ist meist etwas anderes gemeint, denn es gibt auch Schneideplotter. Mit diesen wird eine Transferfolie ausgeschnitten und erzeugt zum Beispiel aufbügelbaren Buchstaben und Motive zum Verzieren von Kleidung. Das Plotten von dem ich spreche, bezieht sich alleine auf die Größe des Ausdruckes und erzeugt ein Schnittmuster auf großflächigem Papier. 



Was brauche ich sonst noch?


Für den Partyrock braucht ihr natürlich nicht nur ein Schnittmuster und den passenden Stoff. Wie bei jedem Nähprojekt, dürft ihr auch noch Kurzwaren shoppen gehen.

Passendes Nähgarn braucht ihr auf jeden Fall, das ist ja klar. Wenn ihr den Partyrocksaum mit einem Schrägband in Kontrastfarbe nähen wollt, dann solltet ihr auch an passendes Nähgarn für das Schrägband denken. Die benötigte Menge Schrägband erkennt ihr aus der Fertigmaßtabelle, in der die Saumweite angegeben ist. Solltet ihr den Bund innen auch mit Schrägband versäubern wollen, braucht ihr entsprechend (einmal den Hüftumfang) mehr.



Außerdem braucht ihr für den Partyrock einen nahtverdeckten Reißverschluss. Da man bei einem nahtverdeckten Reißverschluss bei ordentlichem Einnähen nur noch den Böppel sieht, mit dem frau den Reißverschluss öffnet, kommt es bei diesem auf die Farbe nicht so drauf an. Wichtig ist, dass ihr ihn in der richtigen Länge - ca. 22 cm besorgt.

Was auf dem Bild noch fehlt, ist Einlage für den Beleg (Bund) sowie Einlage zur Verstärkung der Nahtzugabe, auf die der Reißverschluss eingenäht wird.

Ausblick


So, das war es für heute, nächste Woche kommen wir zum Zuschnitt. Bis dahin habt ihr hoffentlich alle einen tollen Stoff für den Partyrock gefunden, die passenden Kurzwaren besorgt, das Schnittmuster zur Hand und euren Stoff bereits gewaschen. Zum Thema Zuschnitt werde ich nächste Woche darauf eingehen, wie ihr die Passzeichen auf den Stoff übertragt und euch zeigen, wie ihr das Rockschnittteil kürzen könnt, falls euch auch die kurze Länge noch zu lang sein sollte. Danach machen wir uns an das Falten stecken und nähen und bereiten so unsere 6 Rockbahnen auf das Zusammennähen vor. Ich bin gespannt darauf, welche Stoffe ihr für euch auswählt. 


Die nächsten Termine des Sew Alongs


18.10. Zuschneiden, Falten stecken und nähen und Bonustrack "Rock kürzen"
25.10. Zusammennähen, Anpassen und Säumen
1. November Finale: Let's Party - zeigt her eure Partyröcke

Wer auch auf twitter oder Instagram am Partyrock-Sew Along teilnehmen möchte, taggt diese Beiträge bitte ganz einfach mit #Partyrock. (Ein Schnittmustergutschein zu gewinnen, ist aber nur mit einem verlinkten Blogbeitrag möglich.)

Linkliste für die Teilnehmerinnen des Sew Alongs


Verlinkt eure Beiträge mit euren ersten Überlegungen zum Partyrock gerne in der Linkliste. Diese ist eine ganze Woche lang, bis nächsten Montag Abend, geöffnet. Unter allen verlinkten Beiträgen dieser Linkliste, verlose ich zwei Gutscheine für ein Schnittmuster aus dem Hause crafteln. (Die natürlich so lange gültig sind, bis es auch die neuen Schnittmuster im Schnittmusterkiosk erhältlich sind.)


Donnerstag, 6. Oktober 2016

Partyrock-Sew Along --> startet am Dienstag





Wie wäre es mit einem Partyrock? 

Der Party Rock aus der Kollektion stokx (designed by Lindy Stokes) ist ein schwungvoller Bahnenrock (in zwei möglichen Längen) mit Reißverschluss in der Seitennaht und raffiniertem Faltenwurf. Er zaubert eine Silhouette mit schlanker Taille, ganz ohne Petticoat. Im Alltag oder abends auf der Party, zum Fahrrad fahren und Tanzen, durch seine Weite bereitet der Rock ein schwungvolles Lebensgefühl.

Mit Tipps und Tricks zum tollen Rock. Obwohl wir uns mit dem Anfertigen der Anleitung viel Mühe gegeben haben, ist vielleicht doch noch bei der einen oder anderen noch eine Frage offen. So ein Sew Along ist eine gute Gelegenheit, Fragen zu stellen, sich auszutauschen und Unklarheiten aus dem Weg zu räumen.

Designbeispiele Partyrock




In der Schnittmusterbeschreibung erfährst du noch mehr über den Partyrock. Wieso es den Partyrock aus der Kollektion stokx überhaupt in Zusammenarbeit mit crafteln gibt, erzählte ich in diesem Blogbeitrag mit ganz vielen Bildern vom Partyrock und Links zu den ausführlichen Schnittbeschreibungen der Probenäherinnen.


So funktioniert der Partyrock Sew Along


In mehreren Etappen werden wir uns dem Partyrock widmen. Ihr könnt gemeinsam mit mir, Woche für Woche einen Schritt weiter bis zum fertigen Rock nähen und am Ende eure Ergebnisse zeigen. (Quereinsteigerinnen sind beim Finale auch willkommen!) Auch zwischendurch könnt ihr auf euren Blogs Beiträge zu eurem Zwischenstand schreiben und in den jeweiligen Beiträgen in einer Linkliste verlinken. Das Logo zum Partyrock Sew Along dürft ihr gerne (mit einem Mausklick mit der rechten Taste "Bildadresse speichern" oder "Bild speichern").

Am Dienstag geht es los mit der Partyrock-Sew Along und wir widmen uns der Stoff- und Größenwahl. Die Linkliste ist immer eine Woche geöffnet. Wöchentlich verlose ich aus den Teilnehmerinnen der aktuellen Linkliste zwei x Gutscheine für ein neues Schnittmuster aus dem Schnittmusterkiosk. Ich freue mich auf ganz viele Partyröcke und bin gespannt auf eure kreativen Umsetzungen des Schnittmusters.




Termine:

11.10. Größenwahl und Stoffwahl
18.10. Zuschnitt inklusive Tutorial "Rock kürzen", Falten stecken und nähen
25.10. Zusammennähen, Rock anpassen und Säumen
1.11. Let's Party - zeigt her eure Partyröcke

Wer auch auf twitter oder Instagram am Partyrock-Sew Along teilnehmen möchte, taggt diese Beiträge bitte ganz einfach mit #Partyrock. (Ein Schnittmustergutschein zu gewinnen, ist aber nur mit einem verlinkten Blogbeitrag möglich.)

Das Schnittmuster für den Paryrock gibt es im Schnittmusterkiosk.