Donnerstag, 1. Dezember 2016

Warum eigentlich Kimonokleid?



Mema hat gestern eine ganz tolle Version des Kimonokleids beim MMM gezeigt, nannte es Westernkleid und - wie so viele von euch - fragte sie, warum das Kimonokleid denn eigentlich Kimonokleid heißt. Nun denn, dann will ich das beantworten, auch wenn ich heute auch ein kariertes Kimonokleid bei rums zeige, das einem Cowgirl alle Ehre macht.



Ich finde es wahnsinnig spannend zu erfahren, wie und warum jemand auf eine gute Idee gekommen ist. Das ist manchmal im Nachhinein gar nicht so einfach zu sagen, speisen sich doch die meisten guten Ideen aus verschiedenen Inspirationen. Als ich die Designerin des Kimonokleides, Lindy Stokes fragte, was sie zum Kimonokleid inspirierte, erzählte sie mir folgendes:

"In meinen Augen ist der Kimono das elegantestes Kleidungsstück", sagte sie. Schon lange war sie von Kimonos fasziniert, aber sie passten schlichtweg nicht zu ihrer Philosophie: Kleidung soll nicht nur schön anzusehen sein, sondern Kleidung muss funktionieren und zum Leben passen. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass das mit einem richtigen Kimono in unserem heutigen Alltag nicht wirklich funktioniert.



Deswegen wollte Lindy ein Kleidungsstück, wie sie sagt, "von ähnlicher Eleganz aus sich selbst heraus" entwerfen, das aber funktionaler ist, als ein Kimono und trotzdem an einen Kimono erinnert, wenn frau genau hinschaut.

Ein wirklich gutes Wickel-Kleidungsstück für eine Kollektion zu entwerfen, das allen Frauen gut passt und alle Bewegungen mitmacht ohne sich selbständig zu machen, ist nicht einfach, deswegen behielt sie den Look des Kragens und entschied sich aber für eine praktischere Knopfleiste an Stelle eines mit Gürtel zusammengehaltenen, gewickelten Vorderteils. Wenn ihr das Kimonokleid tragt, dann merkt ihr, dass das Kimonokleid auch weitere Ärmel hat, als viele andere Kleider. Auch diese erinnern noch an die ursprüngliche Idee.



Der Gedanke, "Eleganz - aus sich selber heraus" leitete Lindy bei ihren weiteren Überlegungen zu dem neuen Kleidungsstück und sie entschied, dass es Designlinien bekommen sollte, die den weiblichen Linien schmeicheln, ohne sie einzuengen. Teilungsnähte zeichnen die weiblichen Formen nach und sind für sich schön - egal, ob das Kleid sehr körpernah oder lässig geschnitten ist. Frauen sollen schön sein und sich bewegen können!

Das Zaubermittel des Kimonokleides ist der schräge Fadenlauf an strategischen Stellen. Das Rückenteil ist im schrägen Fadenlauf geschnitten und schafft Bewegungsfreiheit für Arme und Schultern. Die Linien, die zeigen, wo die einzelnen Schnittteile zusammengesetzt sind und geben Kontur - Eleganz aus sich selbst heraus. Auch die oberen, seitlichen Vorderteile sind im schrägen Fadenlauf. Das ist nicht ganz einfach zu nähen, erzeugt aber eine schöne Brustrundung und zusätzliche Bequemlichkeit, auch wenn das Kleidungsstück eng und auf Figur gearbeitet ist, wie Eluvia mit ihrer Kimonobluse gestern schön zeigte.



Mein, schon im Frühling 2012 genähtes, jeden Winter gerne getragenes, kariertes Kimonokleid mag auf den ersten Blick auch eher an Western erinnern und den Kimono nicht raushängen lassen, das mag sein. Aber es ist ein Kimonokleid, das durch sein Karo die Designlinien schön zur Geltung bringt. Obwohl ich es (in meiner Petticoatphase) eine Zeit lang nur mit Gürtel trug, bevorzuge ich es dieses Jahr lieber ohne. Denn auf den zweiten Blick, hat dieses Kleid eine "Eleganz aus sich selbst heraus", die ich liebe. Und wahnsinnig bequem und muckelig ist es zudem.

Na, hast du jetzt auch Lust auf ein Kimonokleid oder eine lange Kimonobluse bekommen? Das Schnittmuster findest du bei mir im Schnittmusterkiosk. *klick*

Fotos von Monika Lauber

Kommentare:

  1. Ganz klar: es ist dein Blog, dein Kiosk, dein Kleid. Punkt.
    Irgendwie habe ich inzwischen das Gefühl hier jeden Tag nur Werbung zu lesen; das ist schade für mich, denn ich lese dich eigentlich sehr gerne. Aber permanente Werbung ermüdet die Aufmerksamkeit.
    Herzlichst Lehmi
    die hier jetzt mal eine Lesepause macht.

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    1. Lehmi, das kann ich verstehen. Ich würde auch gerne wieder andere Dinge bloggen, alleine, mir fehlt die Zeit dafür. Hier liegen noch drei Bücher, die ich gerne besprechen würde, aber zum Nähen habe ich schon länger keine Zeit für mich übrig. Das Leben ändert sich und das Bloggen auch. Ich habe Verständnis dafür, dass sich dann auch die Leserinnenschaft ändert, auch wenn ich das schade finde.

      Welche Themen würdest du denn gerne hier wieder lesen? Gib mir einen Schubs!

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  2. Mir geht es nicht so (also, dass ich das Gefühl habe, überwiegend Werbung zu lesen), mglw. liegt es daran, dass ich gerne alle Informationen zu den Schnittmustern "aufsauge". Ich bekomme Lust auf das Kleid (oder das Knisterkleid), wenn ich viele Versionen, die mir gefallen, sehe. Bis jetzt habe ich erst wenig gesehen, so dass ich froh bin, es an mehr Frauentypen und mit verschiedeneren Stoffen zu sehen. Die zu finden, wäre sonst sehr umständlich im Netz. Und die Schnitte scheinen von der Grafik her wirklich durchdacht und intelligent, anders als ein 08/15 Burdaschnitt. Natürlich könnte man diese Informationen auch anders bündeln (im Kiosk bei den Schnitten, ähnlich Farbenmix oder Tilly and the Buttons im Blog). LG Anja

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    1. Danke für die Anregung. Das denke ich auch, dass diese Informationen noch "näher an die Schnitte ranmuß" - aber ich weiß noch nicht wie.

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  3. Ich freue mich, dass das Thema aufgeworfen wird, ich hatte nämlich auch schon fast keine Lust mehr, den Blog hier anzuklicken. Um so mehr habe mich in der letzten Woche beim Memademittwoch gefreut, einmal wieder einen webefreien Post zu lesen. Es geht in diesem Blog auch m.E. seit einiger Zeit im Kern ums Verkaufen. Das finde ich sehr Schade. Der Charakter als Blog mit abwechslungsreichen, unterschiedlichsten Inhalten und Denkanstößen geht so verloren. Ich hatte in den letzten Wochen den Eindruck, dass ich hauptsächlich zum Kaufen von 2 Schnittmustern, einem Buch und einer Workshopteilnahme animiert werden sollte. Selbstverständlich ist das legitim, aber wie Du sagst, ändert sich dann die Leserschaft: Dein Blog wird dann eher einer der unzähligen Werbe-Blogs, statt derer man sich dann auch genauso gut direkt durch die e-Shops klicken kann. (Anmerkung am Rande: Schlimm finde ich nur den Blog 'Baby, Kind und Meer', auf den ich neulich einmal zufällig gestoßen bin. Mir ist wirklich schleierhaft, wie man seine minderjährigen Kinder so vermarkten kann und ich frage mich, ob das nicht die Persönlichkeitsrechte eben jener dargestellten Kinder verletzt).LG Julia

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    1. Danke für dein Feedback. Das kann ich gut verstehen aus der Leserinnensicht. Ich kann dir nur sagen, dass ich im Moment nur noch arbeite und keine Zeit mehr habe, mich unterschiedlichsten Inhalten zu widmen und Denkanstöße zu geben. Alles rund um die Schnittmuster ist wesentlich aufwändiger, als ich vermutete und von mir als kleiner One-Woman-Show, die das nebenher macht, kaum zu wuppen. Aber irgendwann wird es wieder anders, es kommt Routine ins Schnittmustergeschäft und ich habe wieder mehr Zeit. Dann kommen bestimmt auch wieder andere Themen.

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    2. Na, klar! Ich habe selber keinen Blog, kann mir aber sehr gut vorstellen, dass das nebenher sehr viel Arbeit ist. Die Näh-Bloggerinnen, deren Blogs ich bisher lese, kommen mir immer ein bisschen wie Bekannte vor, die ab und zu erzählen, was sie nähen, welche Stoffe sie verarbeiten, welche verschiedenen Schnitte sie nutzen, welche Probleme oder Lösungen sie beim Nähen haben, etc. Daher war ich wahrscheinlich einfach über den sehr kommerziellen Schwenk überrascht (etwas Werbung machen ja fast alle Näh-Bloggerinnen, zwangsläufig). Eben so, als wollte mir eine Bekannte plötzlich ständig etwas verkaufen. Ich kann Dich aber natürlich verstehen, denn die Wenigsten möchten sehr viel und dauerhaft umsonst arbeiten.Ich werde also meine Erwartungen anpassen und trotzdem ab und zu reinschauen. Alles Gute und lG Julia

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  4. Da kann ich mich leider nur anschließen, bisher hab ich trotzdem immer wieder mal reingeklickt, in der Hoffnung, dass es mal wieder etwas netter hier wird. Aber- wie Du selber sagst, die Leserschaft wird sich verändern. Schade.
    LG Elke

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    1. Mich würde interessieren, was du unter "netter" verstehst, dann kann ich versuchen, Energie darauf zu richten.

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    2. Ich will es wieder wie früher! *heul* :-))
      Nein, im Ernst, bevor die große Werbewelle kam, war mir Dein Blog immer eine Inspirationsquelle, schon wegen ähnlicher Figurkonstellation. Es gab so manche privaten Einblicke, Näh-,Schnitt- und Passformprobleme wurden besprochen, regelmäßig neue Klamotten gezeigt... Es ist natürlich verständlich, dass das nicht immer möglich ist und Du Deine persönliche Weiterentwicklung vorantreiben willst, ich denke, das würde jede andere genauso handhaben. Aber schade ist es trotzdem.
      Liebe Grüße
      Elke

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  5. Ich muss mich da leider den Vorrednern anschließen. Vielleicht solltest Du für Werbezwecke einen zweiten Blog zum Shop aufmachen und Dein 'Crafteln' wieder so führen wie früher, (also mit Themen querbeet zum Thema Nähen), auch wenn es aus Zeitgründen dann weniger Beiträge gibt.
    Grüßle Bellana

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  6. Hallo!
    Ich finde dein Kimonokleid toll. Ich schaue nicht regelmäßig auf deine Seite. Bei Rums wenn du deine Modell vorstellst gefallen sie mir sehr gut.Kann mich den Vorgängern nicht anschließen dafür komme ich nicht regelmäßig hier vorbei.
    Aber das Kimonokleid gefällt mir gut.
    Schöne Grüße von Sabine

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  7. Der Thumbnail mit diesem tollen Kleid hat mich seit langem wieder hierher gelockt: Das Kleid ist wirklich toll, auch vom Foto & der Inszenierung her. Ich muss gestehen, ich habe dein Blog auch aus meiner Leseliste gestrichen, weil er sich für mich zu eindimensional entwickelt hat. Es ist auch für weniger bekannte Bloggerinnen frustrierend, dass man nie einen Gegenbesuch bekommt, wenn eine Bloggerin einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht hat. Dabei kann ich mich über stetig steigende Leserzahlen gar nicht beklagen. Aber ich scheine die Frühstückslektüre für viele OHNE Blog zu sein.
    Liebe Grüße
    Astrid

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  8. Hallo Maike
    Ich verfolge seit längerem deinen Blog und mag ihn. Vor kurzem habe ich mir auch einen Vortrag online angesehen und war so angetan von dem netten Ton, den es untereinander gibt. Bloggen ist nicht mein Ding. Mir fehlt schlicht die Zeit nebst Arbeiten, Bauernhof und nähen. Aber Blogs lesen, davon lernen, das liebe ich.
    Umso erstaunter bin ich nun ab den Kommentaren hier. Ich wusste nicht, dass es ein Problem ist, Blogs zu lesen ohne einen zu haben oder dass unter den Bloggerinen sowas wie Neid herrscht über die Blog-Besucherzahl oder ein Gegenbesuch erwartet wird oder man öffentlich gemassregelt wird etc. Finde ich sehr schade. Denn mir scheint es nur logisch und normal zu sein, dass man sich im Leben verändert, weiterentwickelt, dadurch nicht mehr die gleiche Zielgruppe anspricht.

    Für deinen weiteren Weg wünsche ich dir alles erdenklich Liebe und Gute und hoffe du lässt dich nicht verunsichern. Allen kann man es sowieso nie recht machen.
    Herzlich aus der Schweiz
    Christina

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    1. Vielen Dank für deinen Kommentar, Christina. Danke für die guten Wünsche!

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  9. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  10. Natürlich Meike nicht Maike-äxgüsi

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  11. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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