Freitag, 30. September 2016

Geschickt eingefädelt - Staffel 2 startet Anfang November

Foto: vox/Andea Friese - Werbefoto für die erste Stoffel

Na, seid ihr schon gespannt auf die neue Staffel von "Geschickt eingefädelt", der Näh-Unterhaltungssendung auf vox. Ich bin es jedenfalls. Die Pressemitteilung verspricht ja Superlative:

"Ab 8.11. um 20:15 Uhr stellen sich in der 2. Staffel des Näh-Wettbewerbs "Geschickt eingefädelt" acht Kandidaten noch größeren Herausforderungen, maßlosem Zeitdruck und kreativsten Aufgabenstellungen. Da trifft Verzweiflung direkt auf überschwängliche Euphorie - und Mentor und VOX-Liebling Guido Maria Kretschmer auf Co-Jurorin und Perfektionistin "Pingel-Inge" Inge Szoltysik-Sparrer." (aus der Pressemitteilung zur zweiten Staffel)

Nun ja. Vox setzt anscheinend auf größer/schneller/härter - es ist und bleibt eine Unterhaltungssendung. Ich bin ganz froh, dass es letztes Jahr, als ich als Kandidatin bei der Sendung dabei war, keinen so großen Geldgewinn gab. Mir hatte es sehr gefallen, dass wir KandidatInnen den Fokus auf der Freude am Nähen, statt auf dem Siegen hatten.

Das bringt mich dazu, darüber mal "laut" nachzudenken, was die Sendung eigentlich bewirkt hat. Nicht nur ich, auch die Stoffläden, StoffherstellerInnen und alle, die Nähmaschinen, Schnittmuster oder Kurzwaren verkaufen, haben sich vermutlich im Vorfeld einen großen Boom erhofft. Unser Hobby, das Nähen zur Primetime im Fernsehen!  Zur Primetime! Ich hatte mir wirklich vorgestellt, wie scharenweise begeisterte Menschen plötzlich die Stoffläden entern und fordern "Gib! Mir! Stoff! Zeig mir, wie es geht!" Natürlich habe ich keine Zahlen - aber meine Vermutung ist, dass es nicht so ein unglaublicher Run war, wie erhofft.

Dafür hat Staffel 1 von "Geschickt eingefädelt" für meinen Geschmack zu wenig bezaubert. Schöne Bilder und ein bisschen lustig und spannend sind eben Unterhaltung und kein Appetizer. Seit der Sendung beobachte ich mich genau, wenn ich in Kochsendungen hereinzappe: in der Tat, ich springe nicht auf und gehe in die Küche um das Gesehene nachzukochen. Anscheinend geht es darum überhaupt nicht. War ich zu naiv, das zu erhoffen?

Foto: vox/Andrea Friese - FrauCrafteln nicht wirklich überzeugt

Mein persönliches Fazit zu der Teilnahme an der Sendung ist gut. Ich habe ein Abenteuer erlebt und sie hat mir ein paar Türen geöffnet. Doch was ich nach dem Erstkontakt tat und was sich für mich in den letzten Monaten entwickelte, ist das Ergebnis kontinuierlicher Arbeit und überzeugtem Einsatz für das, was mich begeistert. Seit Jahren zeige ich hier auf dem Blog wer ich bin und was ich kann. Der Auftritt im Fernsehen, bei dem ich es noch nicht mal in der Hand hatte, wie ich wirkte und was ich rüberbringen will, hat nur eine gewisse Portion Aufmerksamkeit gebracht. Das war nett, aber glücklicherweise werde ich nicht auf der Strasse angesprochen. Das, was ich kann, habe ich einfach engagiert weiter gemacht und über meinen Kanäle in die Welt getragen. Hier im Blog bin ich die Regisseurin, auch wenn ich hier keine Primetime-Millionen begrüße. So what! Ich freue mich, dass ihr hier lest und kommentiert!

"Als neues Element wird es zudem in jeder Sendung ein Näh-Tutorial geben. Darin zeigt Gudio Maria Kretschmer, was er selbst an der Nähmaschine drauf hat, worauf es bei den einzelnen Aufgabenstellungen ankommt und wie der Zuschauer die Fehler der Kandidaten vermeiden kann." (aus der Pressemitteilung zur 2. Staffel)

Die Hobby-Näherinnen hofften bei "Geschickt eingefädelt" auf mehr konkrete Informationen über das Nähen. Wie schön, dass das mit Tutorials von Guido Maria Kretschmer umgesetzt wird - hoffentlich gehen sie im Wettkampftrubel nicht unter. Es wäre einfach wunderbar, wenn in der neuen Staffel die Freude am Nähen transportiert werden würde.

Nähen macht Spass. Kleidung nähen macht glücklich! Das ist mein Motto. Ich hätte mir gewünscht, das noch viel deutlicher zur Primetime zeigen zu dürfen. Wer weiß, vielleicht hätte es dann ja wirklich einen Run gegeben. Hoffen wir auf die zweite Staffel!

Kommentare:

  1. Liebe Meike,
    ich habe ein paar Folgen der ersten Staffel angesehen und es blieb immer ein "unangenehmer Nachgeschmack"übrig. Manchmal kam es mir auch so vor, als sollte der eine, oder die andere vorgeführt werden, so wie ich das auch aus manch alten Schultagen kenne. Genau wie Du finde ich die Freude am Nähen, oder überhaupt an der Kreativität, das Wichtigste, und wenn diese Freude dann noch mit anderen, ohne Konkurrenzdenken, genossen werden kann, ist es das Schönste.
    Dein Blog gefällt mir gut und Dein Buch finde für mich sehr passend und inspirierend.
    LG Christine

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  2. Hallo liebe Meike, mir geht es wie meiner Vorrednerin und ich wollte mir die 2. Staffel nicht wieder antun, allein das Guido selber ein Tuto näht läßt mich die erste Sendung verfolgen, sollte das meine Erwartungen wieder nicht erfüllen (und die sind wirklich nicht hochgestochen)werden mich die folgesenundungen kalt lassen und ich lieber selber an der Nähmaschine at home sitzen ;-) LG Petra

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    1. Die erste Sendung von solchen Staffeln finde ich immer deswegen etwas langweilig, weil da erst einmal alle KandidatInnen vorgestellt werden. Vielleicht also lieber die zweite Sendung als Entscheidungsgrundlage nehmen?

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  3. Liebe Meike, auch ich habe mir viel, viel mehr von der ganzen Sendung versprochen und mir die Folgen zum Schluß widerwillig angeschaut, immer in der Hoffnung, dass es doch noch zum Guten wird. Ich nähe seit 40 Jahren und wollte trotzdem den einen oder anderen Kniff sehen, neue Maschinen, Verarbeitung der Stoffe...ich muß es nicht aufzählen, Du hast es auf den Punkt gebracht. Das Schöne an der ganzen Sendung war, dass man die Kandidaten kennenlernen durfte, klar habe ich mir mein eigenes Bild gemacht, denn es war (zum großen Glück) noch nicht dieses krasse Zur-Schau-Stellen der "Persönlichkeit",obwohl die Ansätze da waren- sondern es waren Menschen, wie Du und ich - was man wirklich noch erkennen konnte - da auch die Macher der Sendung noch nicht so vollprofessionell bei der Vermarktungssache waren, was ich jetzt bei der 2. Staffel aber befürchte, dass da dann nur noch zählt: "ich bin inn´Fernseeeeehn!" Schade drum wahrscheinlich - und aus diesem Grunde wüßte ich gern, was Anke bewogen hat, nicht mehr in der Jury zu sein.....................Liebe Grüße, Katrin

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  4. Liebe Meike,
    ich hatte mich damals sehr auf die Sendung gefreut. Spätestens bei der zweiten Folge war ich eigentlich nur noch entsetzt und in der Dritten war mir ziemlich schnell klar, wer gewinnt (so war's ja dann auch). Mich hat sehr gestört, wie über einige Kandidaten hergezogen wurde, das Nähen selbst blieb eigentlich komplett auf der Strecke. Herrn K. kann ich seitdem nicht mehr ersehen.
    Deinen Blog kannte ich schon vorher und ich freue mich sehr, das Du soviel positives aus dieser Erfahrung ziehen konntest. Aber die neue Staffel werde ich mir sicher nicht anschauen, das Original ist mir da lieber.
    Liebe Grüße
    Karina

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  5. Bei Staffel eins war ich ähnlich aufgeregt wie du und erhoffte mir einen ähnlichen Effekt wie beim britischen Original: Den Wunsch, was neues zu lernen, was anderes auszuprobieren, Inspiration und der Drang, die Teilnehmer als Freunde zu gewinnen. Nun, letzteres gab es dann bei Vox auch, aber der Rest fehlte irgendwie. Dafür Fremdschämen für Kommentare der Juroren, sodass ich nach drei Folgen nicht mehr einschaltete. Eine ganz andere Show als die, die ich erwartet hatte. Ich finde sowohl den Anspruch der Aufgaben im britischen Original viel mehr auf Qualität und wirkliche Steigerung fokussiert, als auch die Wertung nachvollziehbar und fair. Von daher warte ich lieber darauf und ignoriere die deutsche Version, die dann doch mehr Unterhaltung für alle ist und daher den Fokus nicht so sehr auf das Nähen legt.

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  6. Mir passiert es ab und zu, dass ich belächelt werde, wenn ich sage, dass ich gerne stricke, nähe, häkele ...! Insofern wundert es mich nicht, dass die Sendung mehr auf die Unterhaltung setzt - schade -! Zeit unsere Kräfte zu bündeln und munter weitergemacht! Die klammheimlichen, anerkennenden Blicke, wenn man dann ein fertiges Stück trägt, geben mir recht. Das habe ich dir, Meike, zu verdanken! Dein Buch hat mir viel Mut gemacht! Ich werde es den Schmunzlern schon zeigen!

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