Mittwoch, 30. September 2015

MMM - verrückt nach uni




Zur Zeit bin ich verrückt nach uni, d.h. nach einfarbigen Klamotten ohne viel Chichi. Es begann mit dem Vortragskleid, dann kam das schwarze Kleid, für das ich jedes Mal, wenn ich es trage, immer viele Komplimente bekomme, das grüne Dahlia und setzte sich weiter fort im "letzten Sommerkleid", das ich noch nicht gezeigt habe. Glücklicherweise habe ich in den letzten Jahren nicht nur wilde bunte Muster genäht, sondern ausnahmsweise auch einfarbige Kleider. Eines davon, trage ich gerade wieder SEHR gerne: das Polizeikleid aus dem Jahre 2012.





Das Polizeikleid ist ideal für die derzeitigen Temperaturen, die sich einfach nicht entscheiden können, ob sie noch warm oder schon ziemlich kühl sind. Wenn ich das Polizeikleid trage, ziehe ich morgens eine Mantel darüber und nachmittags muß ich mir keine Gedanken über "Mantel anlassen oder ausziehen" machen, weil ich das Mantelkleid trage und es eher ungünstig wäre, wenn ich in Unterhemd und Leggings durch die Gegend liefe.

Da ich es nach einem Mantelschnitt genäht habe und es viel und nicht allzu leichter Stoff ist, fühlt es sich tatsächlich ein bisschen nach Mantel an. Aber es fühlt sich gut an! Ich finde mich immer wahnsinnig kompetent, wenn ich es trage und das kann in diesen Tagen nicht schaden.


SchnittStokx Flair Mantel unverkäuflich (der gleiche Schnitt wie der Praktikumsmantel)
Stoff: Baumwoll/Polyester-Mischung vom Stoffmarkt
Schwierigkeitsgrad: recht schwierig
Passform: super
Preis: Materialkosten Stoff 18 Euro + Knöpfe 8 Euro und etwas Vliseline für den Kragen
Werde ich noch mal machen? Bestimmt!





Auf dem Me Made Mittwoch Blog zeigt heute die ungekrönte Nähnerd-Podcast-Königin Frau Nahtzugabe5cm ein Kleid, dass ich nicht nur wunderwunderschön finde, sondern dass mich auch in großes Erstaunen versetzt, wie man so ein tolles Kleidungsstück zaubern kann, auch wenn zu wenig Stoff dafür da ist. Da muß frau erstmal dranbleiben und durchhalten. Gut gelungen, bestens!



Montag, 28. September 2015

Hör mir auf damit, Muddi!




Jetzt ist es soweit. Das Kind will nicht mehr von mir benäht werden. Endlich kann ich mich komplett und entspannt den wirklich wichtigen Nähwerken widmen - dem Nähen meiner eigenen Garderobe. Denn auch wenn ich das hier im Blog in letzter Zeit nicht zeigte: das Kind bekam schon hin und wieder noch was.

Aber das ist jetzt, drei Wochen nach der Einschulung, vorbei. Letzte Woche lag das Kind schreiend und heulend auf dem Boden, drohte, alles Selbstgenähte mit der Schere zu zerschneiden, denn "ich habe dir doch gesagt, dass ich einen gekauften Superman-Schal will". Tja, da konnte ich mit meinem selbstgenähten Loop & Mütze nicht punkten. Natürlich hätte ich auch einen Superman-Schal genäht, hätte es den richtigen Stoff dafür gegeben - ich bin ja ne Nette - aber den gibt es nicht. Also ist jetzt Schluss. 

Ich weiß, dass ich als Kind irgendwann auch der gestrickten Röcke und Westen überdrüssig wurde, die meine Mutter für mich machte, ich kann mich allerdings nicht mehr daran erinnern, wann das war und ob ich ähnlich theatralisch reagierte. Vermutlich schon. 

Einen Tag später relativierte das Kind allerdings seine Aussage und meinte, das hin und wieder ein T-Shirt schon gehen würde oder ne Mütze, aber nur dann, wenn der Stoff gemeinsam ausgesucht werden würde und auch nur in Ausnahmefällen. Mal sehen, ob ich mich dann schreiend und heulend auf den Boden werfe oder ob ich dann doch wieder ne Nette bin. 

Freitag, 25. September 2015

Geschickt eingefädelt

Foto: VOX/Andreas Friese


Ich glaube, am allerneugierigsten seid ihr alle auf die KandidatInnen von "Geschickt eingefädelt" auf VOX, oder? Ich glaube, mir wäre das so gegangen, wenn ich nicht selbst dabei gewesen wäre.

Auf meiner Facebookseite hatte ich in den letzten Tagen schon zwei männliche Hobbyschneiderinnen vorgestellt, die ihre Teilnahme auch auf Facebook veröffentlicht hatten. Heute gab es dann die komplette Enthüllung mit Namen und Links auf dem Swafing Blog.

Mich würde es wahnsinnig interessieren, wie die Informationen, die langsam über die Sendung durchsickern bei euch ankommen. Für mich ist das alles nach wie vor sehr aufregend, aber irgendwie fühlt es sich auch ein bisschen peinlich an, darüber zu bloggen. Deswegen: auf meiner Facebook-Seite teile ich News rund um die Sendung und hier schreibe ich irgendwann mal ein bisschen was über die Hintergründe, meine Erlebnisse und Gefühle und ansonsten konzentrieren wir uns einfach wieder auf das Nähen und das Glück, selbstgemacht Kleidung zu tragen!

P.S.: Meine Facebookseite ist öffentlich - ihr müsst nicht bei Facebook angemeldet sein, um dort die Informationen zu lesen! 

Donnerstag, 24. September 2015

Nach wie vor das Lieblingskostüm


Einen Vorteil hat der Herbst: ich kann wieder mein Lieblingskostüm anziehen. Braun ist ja nicht so die Sommerfarbe, aber im Herbst fühle ich mich damit, insbesondere in Kombination mit dem frisch wirkenden Ringelshirt pudelwohl und gut angezogen. Im Herbst trage ich den Rock ohne Petticoat, aber mit Strumpfhosen.

Stoff: Viscosemischung von Stoff und Stil
Jackett-Schnitt: Suit Jacket aus "Gerties New Book For Better Sewing"
Rockschnitt: Tellerrock mit Falten aus einer uralten Knip Mode
genäht: Herbst 2013
verlinkt: bei rums

Mehr Bilder und Informationen über das Kostüm und seinen Entstehungsprozess, erfahrt ihr in meinen Posts zum Kostüm Sew Along.

Mittwoch, 23. September 2015

Jetzt ist es raus: die deutsche Sewing Bee kommt ins Fernsehen und ich bin dabei!

Foto: VOX/Andreas Friese



Viele haben in den letzten Wochen die Schnipsel von "Geschickt eingefädelt", die deutsche Variante der "Great British Sewing Bee" im VOX-Trailer für den Herbst gesehen und mich gefragt, ob das wirklich ich sei. Ich durfte bis zum heutigen Tag nicht antworten, aber jetzt ist es offiziell: ja, ich bin dabei. Ab dem 3. November nähe ich wahnsinnig geschickt dienstags abends zur Primetime auf VOX Stich für Stich um den Titel "Deutschlands bester Hobbynäher".

Das Ganze war ein total aufregendes Projekt - und ist es auch jetzt noch für mich, denn ich bin genauso auf die Sendung gespannt, wie ihr. Wie haben sie wohl das viele, viele Stunden umfassende Filmmaterial zusammengeschnitten? Wie komme ich rüber? Zeigen sie jedes Tränchen, dass ich vor Aufregung geweint habe und bin ich ab sofort "Deutschlands beste Heulsuse"? Und überhaupt: was passiert mit unserer lauschigen Nähnerd-Nische im Internet, wenn es stimmt, was ich schon länger denke: "Nähen ist das neue Kochen". Kann das sein, dass Nähen das nächste ganz große Ding wird? 

In den nächsten Wochen, werde ich euch ein bisschen was über meine Erlebnisse und Gefühle rund um die Sendung erzählen - aber ich werde natürlich nichts verraten, was die Spannung nimmt. Das ist ja klar, oder? 

Zusätzliche Informationen wird es auf meiner neuen Facebookseite geben, die ich euch herzlich zu "liken" einlade: 


Ich bin noch Facebook-Newbie, werde da aber hoffentlich in den nächsten Wochen reinwachsen. 

Auf twitter nutze ich den Hashtag #nähTV.

Montag, 21. September 2015

Zur Abwechslung ein paar Erfolgserlebnisse



Zu größeren Nähprojekten kann ich mich gerade nicht motivieren.  Es gehen nur kleine Projekte, kleine Erfolgserlebnisse, falls unerwartet mal ein Zeitfenster aufploppt. Genau so erging es mir die letzten beiden Sonntagabende nach dem Tatort.

Sonntags abends gehört das Wohnzimmer traditionell zum Nähen mir. Idealerweise bereite ich mich am Ende der Woche darauf vor, schneide bereits etwas zu oder habe zumindest schon mal den Schnitt abgepaust oder vorbereitet. Sowas ist gerade nicht denkbar. An beiden Sonntagabenden war noch nicht mal klar, ob ich überhaupt frei haben würde oder ob ich nicht alternativ den Abend mit Arbeit verbringen würde. Da ich so fleissig war - das Buchmanuskript ist fertig, juchhu! - hatte ich frei, aber aus Mangel an Vorbereitung und Kräften, sank ich nur ermattet aufs Sofa vor die Glotze. Das Problem ist: ich komme gerade so schlecht zur Ruhe, die Gedanken kreisen permanent um die Arbeit und Entspannung auf Knopfdruck funktioniert dann auch nicht. Also stehe ich um 21 Uhr noch mal auf und überlege doch noch ein kleines aber sinnvolles Projekt zu nähen. Das Kind braucht eine Mütze, die Mutter eine Leggins. Gesagt, getan.

Und dann sitze ich ein Stündchen an der Nähmaschine und verstehe plötzlich, warum Menschen Mützen, Loops und Leggins nähen. Als Stoffverkäuferin kann ich ein Lied davon singen. Im Herbst schneide ich x-Mal pro Stunde 30 cm Stücke Jersey ab und bekomme stolz verkündet, dass für alle Freundinnen nun Loops genäht werden, weil frau es kann. Während ich mich mit so Sachen wie Schnittkonstruktion und Kleider nähen herumschlage, nähen andere mal eben zwei Jerseystücke zusammen und haben nach super kurzer Zeit ein Erfolgserlebnis in der Hand, das wärmt und jemand glücklich macht. Jetzt verstehe ich endlich, wieso Menschen solche Sachen nähen!



Freitag, 18. September 2015

Die dritte Dimension

In meinen letzten Nähnerdgesprächen, kam auf die Frage "Warum nähst du eigentlich?" erstaunlich oft das Thema Dreidimensionalität auf. Das finde ich ja extrem spannend.

Wenn ich das recht verstanden habe, dann fasziniert es, ein zweidimensionales Ding, sprich den Stoff, durch zusammenfügen in die dritte Dimension zu bringen, also in ein Kleidungsstück zu verwandeln, dass einen Raum bietet, in den der Körper schlüpfen kann. Oder um es ganz schlicht zu sagen: Stoff liegt platt auf dem Tisch und anschließend entsteht ein Objekt in der dritten Dimension.

Witzigerweise habe ich diese Frage der Dreidimensionalität weniger am Objekt gesehen - also den platten Stoff in ein raumgebendes Ding zu verwandeln, sondern mich interessiert viel mehr die Dreidimensionalität des Körpers. Im Endeffekt kommt das auf das Gleiche raus, denn das eine folgt aus dem anderen. Aber der Blickwinkel ist ein anderer. Das reine Schaffen von Dreidimensionalität interessiert mich wenig, das gibt es auch bei einem schlichten Shirt mit Schulternähten und Seitennähten - bam! Dreidimensionalität ist möglich.

Mich interessiert viel mehr die vielen kleinen dreidimensionalen Herausforderungen des weiblichen Körpers. Vielleicht gerade deswegen, weil ich so viele davon habe. Hier sind Brüste, da der Po, von Bauch 1 und Bauch 2 ganz zu schweigen. Wie schaffe ich ein Kleidungsstück, dass durch Schnittführung, Linien und Abnäher so geschaffen ist, dass diese Dreidimensionalität nicht nur verhüllt wird, sondern figurumschmeichelnd ins rechte Licht gerückt wird. Mich erinnert das ein bisschen an modellieren und zack habe ich die Assoziation von zweiter Haut. Wenn es aber bloß um ein Nachformen des Körpers gehen würde, dann würde es ja reichen, Stoff zu verflüssigen und unseren Körper hinein zu tunken. Das will ja eigentlich auch niemand - obwohl, für Strumpfhosen wäre das eine faszinierende Idee. Es geht ja darum, die Dreidimensionalität des Körpers zu nutzen, mit einzukalkulieren, ja sogar zu feiern, um ein Ding aus der zweiten Dimension zu zu verwandeln, dass es den Körper umhüllt und schmeichelt. Genau an diesem Punkt, wird es erst spannend.

Das beschreibt ungefähr das, worüber ich zur Zeit nachdenke. Die Gier ist erstmal besänftigt, der Kleiderschrank ist voll. In die Kunst der Schnittkonstruktion habe ich ein wenig hereingeschnuppert, ohne tatsächlich sagen zu können, dass ich sie auch nur im Ansatz beherrsche. Aber die Neugier ist geweckt und was mich zur Zeit tatsächlich am meisten interessiert, sind aufregende Linien, handwerklich gut gemachte Schnitte.

Für mich ist das deswegen auch so spannend, weil ich so viele Jahre meines Lebens mit den Dingen und dem Raum fremdelte. Als ich mit Mitte 20 viele Architekten kennenlernte, war ich fasziniert davon, wie das Thema Raum ihre Gedanken beherrschte, lebte ich doch nur in der Welt der Ideen und Worte. Ich schaute mir ihre Arbeiten an, hörte fasziniert zu und hatte trotzdem das Gefühl, nur einen Buchteil zu verstehen. Erst, seit dem ich nähe, merke ich, wie mich Raum, Dinge und Dreidimensionalität interessiert und mich aufs Herrlichste aus meinem Wolkenkuckucksheim der Ideen herausholt.

Wie wunderbar ist es doch, Nähnerds zu kennen, sie sich ebenso für das Thema begeistern. Was fällt euch dazu ein?

Mittwoch, 16. September 2015

Vom "Brauchen" und vom Kribbeln

Natürlich "brauche" ich nix. Ich habe genug zum anzuziehen. Ich komme gewärmt und auch gut gekleidet durch den Tag, die Woche, den Monat - sogar durch den Spätsommer, den ihr alle Herbst nennt.

Aber immer wieder Mittwochs, wenn ich die Kleidungsstücke sehe, die beim Me Made Mittwoch verlinkt sind, dann brauche ich ganz dringend neue Anziehsachen. Diese Woche, zum Beispiel, brauche ich dringend eine sehr lange Strickjacke. Dodo hat eine, Monika hat eine und MissBartoz schwört ohnehin schon länger darauf. Da ist es doch logisch, dass ich auch eine brauche!

Ist das ein bisschen wie auf dem Schulhof? Brauche ich diese Sachen nur, weil meine Freundinnen auch so etwas haben? Ich sollte doch eigentlich alt genug dafür sein, meinen eigenen Stil zu haben und genügend Selbstbewußtsein, in mir zu Ruhen und nur das haben zu wollen, was wirklich gut für mich ist.

Würde ich so denken, würde ich mich sehr beschneiden. Denn wie groß ist diese Freude, durch die Blogs zuschlendern, neue genähte Sachen zu bestaunen und auf einmal dieses Kribbeln, ganz tief unten im Bauch zu spüren. Dieses Gefühl, dass in Nähnerdkreise schon so lange als "schockverliebt" bezeichnet wird. Ein Bild zu sehen, sich in einen Schnitt zu verlieben, ein Muster, eine Farbe einen Stoff anzuhimmeln und plötzlich ganz genau zu wissen - erst wenn ich so ein Kleidungsstück besitze, dann bin ich vollständig.

Ach was solls. Ich finde, diese Freude darf ich mir gönnen, wohlwissend, dass das Leben sowieso anders spielt und nur ein Bruchteil dieser Sehnsüchte verwirklicht wird. Aber dieses Gefühl, dieses Ziehen und Kribbeln, hach! <3

Montag, 14. September 2015

Nähpause, aber keine Blogpause

Es ist total verrückt. Je mehr ich über das Nähen schreibe, um so weniger nähe ich.

Ich hatte euch ja schon erzählt, dass ich ein Buch über das Nähen schreibe. Es ist weniger ein Nähbuch, also kein Anleitungsbuch, sondern ein Buch über das Glück zu Nähen. Es soll das Buch sein, dass ihr Freundinnen in die Hand drückt, um sie davon zu überzeugen, dass das Nähen der eigenen Klamotten großartig ist. Jetzt sitze ich also seit Wochen über dem Manuskript und schreibe über das Glück beim Nähen und gleichzeitig gammelt meine Nähmaschine in der Ecke vor sich hin. Ab gesehen davon, dass ich gerade wenig freie Minuten habe, die ich fürs Nähen nutzen könnte, habe ich tatsächlich keine Lust, die Nähmaschine aufzubauen. Schon absurd irgendwie.

Ich kann mir das nur damit erklären, dass mich der Spätsommer und die Übergangsjahreszeiten immer ein bisschen ratlos machen. Obwohl ich eigentlich alt genug bin, kann ich mir im Sommer nie vorstellen, wie sich der Winter anfühlt und was ich dafür brauchen könnte. Ich streiche irritiert über Wolle, über Fleece und Cord und frage mich, wozu Menschen so etwas wohl nutzen könnten?

Einzig der Vivienne Westwood Sew Along bei Claudia und Sybille weckt ein kleines Kribbeln in mir, denn Karos liebe ich wirklich sehrsehrsehr. Aber ich bin trotzdem leer. Ich kann mich nicht dazu aufraffen, mehr als die interessanten Beiträge dazu zu lesen und schon gar nicht selbst dabei ins Denken zu kommen, wie das Motto umgesetzt werden könnte. Ich lese und denke: ach, ich lasse mich mal von denen inspirieren. Ein bisschen wirkte das immerhin schon, denn ich wurde an einen schönen karierten Jersey aus meinem Lager erinnert. Keine Ahnung, was der werden könnte - ich kann doch nicht schon wieder ein Ajaccio nähen.

Sehr spannend finde ich auch die Beiträge des Working Girl Sew Alongs. Ich denke, das ist ein riesen Thema! Ab gesehen von der Vielfalt der Berufe, die natürlich keine eindeutige Antwort möglich machen, ist es ein wahnsinns Feld über Frauen in der Öffentlichkeit, im Beruf, an Machpositionen oder auch nicht, über Weiblichkeit und Sexyness und und und nachzudenken. Es ist unheimlich spannend, die Beiträge zu lesen und vielleicht folge ich der Aufforderung, auch eine Beitrag zu schreiben, selbst wenn ich ganz sicherlich nicht schaffe, etwas im Rahmen des Sew Alongs zu nähen.

Es ist wirklich total verrückt. Ich bin so nah dran am Thema und gleichzeitig so weit fort.

Mittwoch, 9. September 2015

MMM im Sommeroutfit 2015



Puh, noch schnell ein paar Bilder für den Me Made Mittwoch und für rums gemacht, nachdem ich registrierte, was ich heute anhabe: mein typisches Sommeroutfit 2015. Hier in Hamburg gab es viele, viele Sommertag, an denen es nicht wirklich heiß war. Genauer gesagt, Sommertag, an denen es ziemlich kühl war. An diesen Tagen schlupfte ich stets in dieses Kleid, denn der Baumwolljersey wärmt mehr, als meine Vicosejersey-Ajaccios und immerhin habe ich eine  passende petrolfarbene Leggins. Das Kleid nähte ich vermutlich im September 2013, aber irgendwie kommt es mir so vor, als hätte ich es auch schon in Dänemark angehabt und da waren wir schon ewig nicht mehr. Ich kann mich also auch irren und es ist eigentlich noch älter.

Noch ein paar Details?

  • Schnitt Ajaccio von Schnittquelle
  • Säume wie immer nur gezickzackt. 
  • Ärmel von einem anderen Schnittquelle Jerseykleidschnitt übernommen. Die Armlöcher habe ich dann dementsprechend auch leicht korrigiert. 





Die Leggins ist gekauft und als Hobbynäher hätte ich natürlich auf die Idee kommen können, mir mal noch ein paar Leggins nähen zu können, um bei uzzeligen Wetter auch mal ein anderes Kleid anzuziehen. Im Laufe des Sommers wurde es mir nämlich zunehmend peinlich, mein Kind von Spielverabredungen stets im gleichen Kleid abzuholen.

Statt Legginsnähen sitze ich aber dauernd am Schreibtisch und Buch schreibe. Also habe ich heute morgen noch mal das Sommeroutfit herausgeholt, bevor es für nackte Füße endgültig zu kalt wird - dann brauche ich auch keine Leggins mehr.



Obendrüber trage ich "Hartmut" aus dem Oktober 2011, die treuen Leserinnen meines Blogs kennen meinen geliebten Walkmantel schon gut. Allerdings bin ich zunehmend genervt davon, dass er sich nicht gescheit schließen lässt. Wenn ich dann noch so ein offenherziges Ajaccio darunter trage, wird es obenrum, trotz freundlich verschränkter Arme schon sehr kalt. Ich sollte mir wirklich bei Gelegenheit noch mal einen anderen Walkmantel nähen!

Schnitt: Ottobre 5/2009
Stoff: Frau Tulpe
Schwierigkeitsgrad: einfach, wenn man die richtige Größe wählt
würde ich noch mal machen? Nein, es hat wirklich einiger Anpassungen gebraucht, bis die Jacke einigermaßen so glockig fiel, wie auf dem Bild in der Ottobre, in das ich mich verliebt hatte. Einziger Punkt, der für die Jacke spricht ist, dass ich Raglanärmel leichter einzusetzen sind als normale Ärmel.

Aber jetzt gehts erstmal an den Schreibtisch. Und weil ich mich immer so wahnsinnig schlau und schick mit der gefühlt immer noch neuen Lesebrille finde, die mir seit einem Jahr das Arbeiten und das Nähen versüßt, am Schluss noch ein Bild mit der selbigen. Ich sage euch, es ist soooo toll, mit Lesebrille - ich hätte nie gedacht, was die Welt an Details zu bieten hat!




Auf dem heutigen Me Made Mittwoch-Beitrag trägt Elke ein supertolles Statementkleid und macht mich wahnsinnig heiß darauf, auch mal mit Farben und Buchstaben zu experimentieren. Ha, Buchstaben, ich Heldin! Da hätte ich ja auch mal selbst drauf kommen können! Ach, es gibt so viel zu tun, aber husch husch Meike, jetzt aber weiterarbeiten!

Donnerstag, 3. September 2015

Ernte-Dank-Fest des Nähens



Ich kann diese Herbst-Unkerei eigentlich gar nicht hören. Es ist Spätsommer! Spätsommer - nicht Herbst! Woher kommt dieses Bedürfnis, sobald es einen Tick frischer wird, sofort auf Wintermode umzustellen?

Mir geht es eher so, dass ich noch die Sehnsucht habe, mich ganz langsam von der warmen Jahreszeit zu verabschieden. Wenn die Nächte kühler werden, nehme ich als erstes Abschied von den weißgrundigen Kleidungsstücken. Ich trage noch mal das Ming-Vasen-Kleid und den geblümten Rock und seufze, weil es sich schon ein klitzekleinesbisschen falsch anfühlt, angesichts der Kleidung der mich umgebenden Menschen. An jedem herrlichen Spätsommertag - und genau solche sonnigen Tagen mit Mittags knapp über 20 Grad haben wir derzeit - trage ich mit großem Genuss noch mal die Sommerkleidung. Ich freue mich daran, Röcke an den nackten Beinen schwingen zu fühlen und ich entscheide mich morgens ganz bewusst dafür, genau dieses oder jenes Kleidungsstück zu wählen, als wäre es das letzte mal und denke "Chakka", wenn es noch mehrere Gelegenheiten gibt, sie dieses Jahr zu tragen. Es ist ein großes, mehrwöchiges Ernte-Dank-Fest des Nähens!

Natürlich wäre es sinnvoll, sich im Vorfeld um die Herbst- oder Wintergarderobe zu kümmern. Aber mag ich es sinnvoll? Ich bin eine Herznäherin! Ich finde es absurd, wenn es im August Lebkuchen in den Läden gibt und ich mag bei 20 Grad keine Wollstoffe verarbeiten. Der Winter wird lang genug! Nur, weil die Konsumindustrie meint, immer früher mit allem zu kommen, um die Mitbewerber aus dem Rennen zu schubsen, mus ich das Spiel nicht mitmachen. Natürlich dauert nähen länger als kaufen, aber es ist ja nicht so, dass ich nackig gehen müsste, selbst wenn es plötzlich Winter werden würde.



Da ich seit drei Tagen nun ein Schulkind habe, mit dem ich früher zur Schule laufe, als wir vorher zur Kita fuhren, sehe ich durchaus ein, dass es morgens kühl ist und meine 20-Grad-Regel nur zur Mittagszeit Anwendung findet. Aber dann wird eben gezwiebelt und dafür hat Gott die Kniestrümpfe erfunden! Wenn, ja wenn ich ein nächstes Nähprojekt vernünftiger Weise in Erwägung ziehe, dann sollte es eine Hose für morgens sein. Aber noch genieße ich den Spätsommer, trage mit großem Genuss meine Sommerkleider und lasse mir noch etwas Zeit mit den Wollstoffen.

Verlinkt bei rums