Dienstag, 25. August 2015

Näh-Podcasts sind großartig

Gestern hatte ich endlich Gelegenheit, den 10. Näh-Podcast von Muriel, Frau Nahtzugabe5cm,  zu hören. Ihr habt richtig gelesen, 10 Ausgabe gibt es schon und eine großartiger als die andere. Das Jubiläum möchte ich zum Anlass nehmen, etwas über Muriels Podcasts zu schreiben und mich bei ihr zu bedanken!

Als ich die ersten Podcasts hörte, hatte ich das Gefühl, "das gibt es schon immer" - ich war erstaunt, dass keine von uns, schon vorher auf die Idee gekommen ist, akustische Nähkränzchen zu organisieren und zu veröffentlichen. Die ersten Podcasts habe ich noch im Bett, vor dem Einschlafen gehört. Das ist allerdings eine Schnaps-Idee, denn von so einem Podcast wird eine nicht müde, im Gegenteil! Das Hören macht so viel Lust, wieder aufzustehen, die Nähmaschine aufzubauen und zu nähen. Nachdem mir das zweimal passiert ist, höre ich sie jetzt gleich beim Nähen.

Ich glaube, viele Nähnerds hören die Podcasts beim Nähen. Das ist einfach zauberhaft, denn statt alleine an der Maschine zu sitzen oder zuzuschneiden, sind wenigstens akustisch zwei weitere Frauen in Raum, die die gleiche Leidenschaft teilen. Ich finde, das fühlt sich an, wie bei einem Nähkränzchen, denn auch da schaue ich beim Reden die anderen gar nicht so oft an, weil ich ja nebenher in mein Tun versunken bin. Aber die Konzentration reicht meist doch, um den Gesprächen der anderen zuzuhören oder mich zu beteiligen. So ein Podcast hat dazu ja noch das tolle Feature, dass frau zurückspulen kann, wenn es mal lauter wurde, wenn die Ovi tackert, und einfach noch mal nachhören kann. Im Prinzip kann frau diese Podcasts sogar beliebig oft hören, denn die Gespräche sind ja aufgezeichnet. Das habe ich allerdings noch nicht gemacht, weil ich bisher immer so neugierig auf die neuen Folgen war - aber ich bin sicher, mit ein paar Monaten Abstand, werde ich sie noch mal hören und mich erneut an der akustischen Gesellschaft und der Leidenschaft, die da über den Äther weht erfreuen.

Podcasts beim Nähen zu hören, ist einfach schön. Das hat allerdings einen großen Nachteil: wer beim Nähen hört, rafft sich vermutlich viel zu selten dazu auf, Muriel mal ein Dankeschön in einem Kommentar dazu lassen, geschweige denn, auch mal etwas ausführlicheres Feedback zu geben. Auch wenn die Idee, Nähpodcasts zu machen, so unglaublich naheliegend ist, ist es doch auch richtig Arbeit und gerade deswegen, sind Nähpodcasts bisher nicht unzählig vom Himmel gefallen und genau deswegen wäre es auch toll, wenn die Hunderte von Hörerinnen, mal Piep machen würden und Muriel etwas zurück gäben. Wer sich noch nicht vorstellen kann, wie ein Podcast gemacht wird, der sei ausdrücklich die Jubiläumsfolge ans Herz gelegt, in der ausnahmsweise nicht Muriel einen Nähnerd interviewt, sondern Muriel selbst von Frau minimaleExtravaganz interviewt wird. Sehr spannend. Ich habe mich sehr gefreut, auch mehr über Muriel zu erfahren, die sich sonst so sehr zurückhält, um ihren Gästen nicht die Show zu stehlen und merkte aber beim Hören - wie so oft - das langjähriges Bloglesen doch schon viel Nähe schafft und ich schon vieles wusste und kannte, obwohl ich sie noch nie getroffen habe.

Muriel bereitet die Podcasts ausführlich vor und nach - das merkt man beim hören. Sie liest die Blogs ihrer Gästinnen und notiert sich Fragen, damit ein Gespräch nicht ins Stocken kommt. Ich hatte ihr schon mal das Feedback gegeben, dass ich es eigentlich gar nicht so nötig finde, so viel Sachinformationen auszutauschen und das Gespräch mit Fragen so stark zu strukturieren, weil ich es noch viel lieber höre, wenn es einfach fliesst. Aber wahrscheinlich ist es doch hilfreich, sich gut vorzubereiten, denn sollte es mal nicht fliessen, dann ist es ja auch auch doof. Obwohl ich mir das eigentlich gar nicht vorstellen kann, denn bisher gab es auf jeden Nähbloggerinnentreffen und Nähkränzchen stets genug zum reden.

Sehr spannend fand ich es auch, in der Jubiläuumsfolge zu erfahren, wie die Gästeliste zustande kommt. Ich kann gar nicht sagen, welcher Podcast mir am besten gefallen hat, denn wie auch die Gäste, waren sie alle doch auch sehr unterschiedlich - bei aller Ähnlichkeit. Für mich kann ich nur den Vorsatz fassen, mir im Vorfeld den Blog anzuschauen, wenn ich eine Bloggerin noch nicht so gut kenne, um "ein Bild vor Augen zu haben", wenn ich den Podcast höre. Ich finde aber gerade die Mischung aus mir bekannten und mir  wenig bekannten Bloggerinen gut, denn so ist es auch möglich, immer mal neue Schätze zu entdecken.

Ich bin absolut fasziniert davon, wie das gesprochene Wort doch noch einmal anders wirkt, als Blogs mit Texten und Bildern. Das Bild im Kopf, das ich mir beim Lesen und Betrachten der Blogs gemacht habe, wird noch einmal um eine Stimme ergänzt (ach wie schade, dass ich so erkältet war, als meine Podcast-Folge aufgezeichnet wurde!), das schafft noch mal eine ganz andere Art von Vertrautheit und Kennenlernen. Ich kann mich nur wiederholen: es ist einfach nett, andere Nähbloggerinnen akustisch in mein Zimmer zu holen! Ich mag es, wenn sie lachen, insbesondere dann, wenn es um Geständnisse, wie zum Beispiel große Materialsammlungen, geht. Das kennen wir doch alle, das das Hobby großen Raum einnimmt; es ist schön zu hören, damit nicht alleine zu sein!

Außerdem möchte ich erwähnen, dass Muriel uns ganz großartig bei dem Weihnachts-Hörspiel des Me Made Mittwoch-Teams unterstützte, das wir als Dankeschön für die Spendenaktion im Dezember 2014 veröffentlichten. Ohne Muriels Vorarbeit, sich über die Veröffentlichung von Tondateien im Internet schlau zu machen, ohne ihren technischen Support und ohne zur Verfügung stellen des Webspaces dafür, hätten wir das Hörspiel niemals gemacht und veröffentlicht. Ich fand das wirklich toll, dass Muriel und unterstützte und wieder einmal wurde mir klar, dass Muriel mit ihren Podcasts ein ganz wichtiger Teil unserer Nähnerd-Nische im Internet ist, die sich rund um den Me Made Mittwoch gefunden hat.

Also, liebe Muriel: herzlichen Glückwunsch zu 10 erfolgreichen Podcastfolgen. Du machst das ganz toll und ich möchte dir ganz herzliche Danke dafür sagen! Wenn ich dich irgendwie unterstützen kann, dann mache ich das gerne und ich hoffe doch sehr, dass wir wieder einmal zusammen sprechen, denn es hat mir irre viel Spaß gemacht, mit dir zu Podcasten. Danke auch dafür!

Liebe Leserinnen: wenn euch die Podcasts genauso gut gefallen wie mir, dann hinterlasst Muriel doch auf ihrem Blog einen Dank oder Feedback - ich weiß, dass sie sich sehr darüber freuen wird! Hier findet ihr die Übersicht über alle bisherigen Nähpodcasts und wenn ihr nach unten scrollt findet ihr auch das Kommentarfeld.

Donnerstag, 13. August 2015

Stoffwechsel-Finale



Die Frist fürs Stoffwechsel-Finale läuft bis zum Samstag, aber ich gebe heute schon auf. Es ist einfach nicht realistisch, aus dem, was ich habe, in der verbleibenden Zeit ein Hemdblusenkleid zu zaubern.

Der Plan war, ein McCalls 6696 zu nähen. Stella lieh mir netterweise den Schnitt und brachte mich überhaupt erst auf die Idee, dieses Schnittmuster zu wählen. Obwohl ich den Stoff sehr schön fand und finde, hatte ich nicht sofort ein klares Bild vor Augen, was er werden könnte. Ich assozierte sehr stark ein Betty-Draper-Kleid, war mich aber unsicher, ob ich überhaupt Lust auf ein Retrokleid habe. Meine verrückten Ideen, es mal mit etwas ganz anderem, z.B. einem Maxidress oder sogar einem Jumpsuit zu versuchen legte ich glücklicherweise schnell wieder ab, als ich bei H&M in der Umkleidekabine Dinge anprobierte, die wirklich merkwürdig an mir aussahen. Also doch ein Retrokleid, wenn schon, denn schon.



Obwohl ich hörte, dass der Schnitt nicht klein ausfällt und er auch netterweise bis Größe 24 geht und auch noch Varianten für große Cups hat, tat ich gut daran, ihn sorgfältig mit meinem Grundschnitt zu vergleichen. Es gab einige Stellen, an denen was zu tun war - ich hätte vermutlich niemals die Arme heben können - deswegen machte ich mir den Schnitt dann komplett neu und übernahm nur die Designmerkmale wie Kragen, Form der Abnäher, Falten im Rockteil und Rückenpasse. Das war ein Stückchen Arbeit und an dem geplantem Nähtag, den ich mir für das Projekt freigeschauftelt hatte, kam ich leider nur bis zum Zuschnitt und den allerersten Nähten.

Heute nähte ich eine gute Stunde und erfuhr wenig später, dass ich mein Manuskript bis Dienstag abgeben muss. Das heißt, ich werde die nächsten Abende und in jeder freien Minute arbeiten. Die geplante Nähzeit am Freitag abend fällt weg. Natürlich könnte ich irgendwie versuchen, mir am Wochenende tagsüber ein paar freie Stunden zu organisieren, aber ich merke, wie ich das nicht kann, weil die Arbeit einfach vorgehen muß. Schließlich will ich ein Buch abliefern, auf das ich stolz bin. Das Kleid ist mir einfach nicht wichtig genug.



Aber gleichzeitig ärgert mich das. Es ist so schofelig von mir, mich nicht an die Vorgaben der Stoffwechselaktion zu halten. Der Zeitrahmen war schließlich großzügig genug und der Stoff liegt schon seit Wochen bei mir. Es ist nicht anständig, etwas anzunehmen, sich zu verpflichten und dann einfach auszusteigen. Ich ziehe daraus die Konsequenz, ersteinmal bei keiner weiteren Veranstaltung, keinem weiteren Sew Along mehr mitzumachen. Ich weiß, das habe ich schon einmal geschrieben, aber die Verlockung ist oft zu groß. Bitte erinnert mich daran, falls ich mal wieder mit so einem Projekt liebäugele. Das Nähen nach Plan, die Fertigstellung zu einem bestimmten Zeitpunkt, ein aufwendiges Projekt, das kein Herzenswunsch von mir ist, liegt mir einfach nicht, bzw. passt derzeit nicht in mein Leben. Ich habe kein Nähzimmer, in das ich mich abends oder wenn zwischendurch mal Zeit ist, zurück ziehen kann, ich muß immer das freie Wohnzimmer beantragen und alles aufbauen und ich habe schlichtweg seit Monaten so viel um die Ohren, dass außer dem fest eingeplanten Sonntagabend keine Nähzeit für mich vorgesehen ist.

Liebe Stoffwechselpatin, ich habe keine Ahnung, wer du sein könntest. Der Stoff ist so sehr für mich gemacht, dass es mir nicht möglich ist, Rückschlüsse zu ziehen, wer ihn gekauft haben könnte. Ich danke Dir sehr für den Stoff, denn ich glaube fest daran, dass er irgendwann zu einem flattrigen Sommerkleid für mich wird, das ich bestimmt gerne trage. Die Hälfte des Projektes habe ich geschafft, es ist schon fast ein Kleid, aber Kragen, Knopfleiste, Saum und die tausend Kleinigkeiten, die dann noch zu machen sind, schaffe ich einfach nicht mehr rechtzeitig. Ich hoffe sehr, dass der Sommer noch ein paar Wochen bei uns bleibt.

Ein herzlichen Dank an meine Stoffpatin und die Organisatorinnen Siebenhundertsachen und Lottikatzkowski!

Samstag, 8. August 2015

#Stoffwechsel-Vertröstungs-Post

Dieses Wochenende ist das Stoffwechselfinale. Mmmh und wo bin ich? Ich bin ca. 400 km von meinem zugeschnittenen Stoff entfernt. Aber immerhin habe ich den Schnitt fertig und zugeschnitten, ich war also nicht untätig. Aber ob ich bis Ende der Woche ein Kleid daraus zaubern kann?

Ich fühle mich doof, weil ich nicht im Zeitplan bin, denn meine Stoffwechselpatin hat sich viel Mühe gegeben, mir einen Stoff auszusuchen und die ganze Aktion lebt vom Einsatz und der Disziplin der Teilnehmenden. Es wäre nicht fair, nicht fertig zu werden. Aber im Moment kann ich ganz und gar nichts dafür tun, das Ziel zu erreichen. Ich kann mir nur fest vornehmen, mir am Ende der Woche etwas Zeit frei zu schaufeln und das Kleid noch zu nähen. Hoffentlich klappts!

Montag, 3. August 2015

Ein großes Hach 3> und große Pläne



Ich bin gerührt. Meine Mutter erzählte mir von "meinem Fan aus Ulm" und der Begeisterung, die durch das Lesen meines Blogs entsteht und zum Nähen anregt. Gute Besserung nach Ulm! :-)

Mit großer Begeisterung habe ich auch zur Kenntnis genommen, dass meine Mutter durch den Me Made Mittwoch surfte und losging, einen Schnitt zu kaufen, der ihr an einer Teilnehmerin so gut gefallen hatte. Bisher nähte sie nur vorsichtig das, was ich ihr ans Herz legte. Sie wird erwachsen, meine Mutter. Ja, sie werden so schnell groß!

Ich finde das großartig. Für mich hat das Nähen meiner eigenen Klamotten (!) so viel verändert, mich so sehr verändert, mein Selbstbewusstsein auf ein sicheres Fundament gestellt, dass ich am liebsten allen Frauen raten würde, den Mut zu fassen und es auch zu tun. Es ist natürlich ein bisschen größenwahnsinnig, alle bekehren zu wollen, doch ich freue mich immer, wenn ich bemerke, dass ich mit meiner Begeisterung anstecken konnte. Ach was solls, mit dem Größenwahn, warum eigentlich nicht? Meike, mach das W-lan aus und schreib endlich das Buch fertig!