Samstag, 31. Januar 2015

Wochenrückblick

Diese Woche kam ich kaum zum Bloggen und Nähen, denn ich habe unter anderem mal wieder den Versuch unternommen, einen Vortragsvorschlag bei der re:publica einzureichen. Wäre ja schön, wenn es dieses Mal klappen würde. Vor zwei Jahren sollte es ja leider nicht sein. Ich habe ein Thema gewählt, das mit uns nähnerds zu tun hat, mehr wird zur gegeben Zeit verraten.

Nachdem ich Mittwoch-Abend die Zusammenfassung der zweiten Staffel der British Sewing Bee sah (das geht über das ipad ganz einfach mit der App "filmon". Tipp via Frau Füsschenbreit. Danke!), war ich sehr motiviert, noch ein Stündchen zu nähen, bevor es ins Bett geht. Ich schnappte mir also eine der vor Wochen zugeschnittenen Unterhosen und mußte beim Nähen und späterem Anprobieren sehr lachen. Noch fehlen die Gummis, ich bin schon sehr gespannt.

Aber nicht nur ich findet es ein bißchen merkwürdig, selbstgemachte Schlübber zu tragen.

Glücklicherweise mit Happy End.



Aber wovon ich euch eigentlich erzählen wollte: Habt ihr schon den ganz und gar großartigen Beitrag von Frau bestrickendumgarnt über das Menschenbild in Nähzeitschriften gelesen? In ihrem Beitrag "White Style" beschreibt sie sehr genau und treffend, wie furchtbar es ist, wenn in einer deutschen Nähzeitschrift, ausschließlich weiße Frauen abgebildet sind und Frauen anderer Hautfarben nur als Bildaccessoires benutzt werden. Ihr ahnt es schon: sie vergleicht Burda mit Ottobre.


Ich muß gestehen, dass mir das noch gar nicht aufgefallen war, da ich bei allem, was nach Ethnostyle riecht, sofort weiter blättere. Was mir aber schon lange aufgefallen ist, sind die Modelle in der Ottobre. Ganz normal wird dort eine Vielfalt an Frauenkörpern abgebildet. Modells in der Ottobre dürfen nicht nur älter werden sondern auch dick sein. Dabei müssen die dicken Frauen nicht sexy gestylt oder als Businessfrau oder stets beliebter Hochzeitsgast verkleidet sein, wie in der Burda. Es dürfen einfach ganz normale Frauen wie du und ich sein. Das fand ich schon immer sehr angenehm anzuschauen.

Aber jetzt, wo Frau bestrickendumgarnt so deutlich darauf hinweist, bekomme ich tatsächlich Schluckauf. Ich finde die Bildsprache der Burda wirklich schlimm - ja, es ist rassistisch! Und ich bin Frau bestrickendumgart unendlich dankbar dafür, dass sie uns darauf hinweist.

Was wäre die DIY-Blogszene ohne solche Artikel? Ich bin froh, dass es euch kritische Nähnerds gibt! Danke!

Um den kleinen Rückblick auf die Näh-Woche noch vollständig zu machen, will ich euch zwei weitere gute Nachrichten nicht vorenthalten:

1. Es gibt sie endlich, die deutsche Ausgabe der Knip (wenn auch mit einem Monat Verspätung). Sie heißt "Fashion Style" und bis auf die Werbung, hat sie anscheinend die gleichen Inhalte, wie Frau dreikah genaustens untersuchte.

2. Und dann gibt es noch eine neue Ausgabe der "Maison Victor", die ich mir unbedingt ansehen will, denn die erste deutsche Ausgabe hatte mir ja gut gefallen.


Aber ich werde mir diese Magazine niemals wieder mit den gleichen Augen anschauen, wie vor dem Beitrag von Frau bestrickendumgarnt!

Mittwoch, 28. Januar 2015

MMM - der Fluch des "schönsten Kleides"


Hallo und herzlich willkommen beim Me Made Mittwoch. Heute bin ich mal wieder "drüben" als Gastgeberin, aber der Vollständigkeit halber, gibts diesen Beitrag auch hier.

Der Fluch des schönsten Kleides

Das ist mein "Weihnachtskleid" mit vier Wochen Verspätung. Endlich habe ich es an, obwohl es eigentlich dem "Fluch des schönsten Kleides" erlegen war. Was ist passiert? Vor Weihnachten das übliche: Jahresendzeitstimmung und viel Trubel. Da wollte ich ein Weihnachtskleid nach bewährtem Schnitt nähen. Immerhin hatte ich nach diesem Schnitt im Jahr 2014 (Knip Mode 11/2009) schon vier Kleider genäht, die ich sehr mag. Da dieser Karostoff ein Streichelschätzchen ist, den ich zwei Jahre gelang gehütet habe, war das theoretisch ein guter Plan.

Melleni, von talentfreischön hat daraus vor zwei Jahren ein Kleid genäht und mailte beim Nähen "das wird mein SCHÖNSTES Kleid" - wir waren gespannt. Ich war hellauf begeistert aber sie wurde nicht recht warm mit ihrem Kleid. Ha, dachte ich, das kann mir nicht passieren: bewährter Schnitt, lang geplantes Projekt, das wird MEIN SCHÖNSTES KLEID. Damit es auch wirklich das allerschönste wird, habe ich noch ein klitzekleinesbißchen am Schnitt optimiert herumgebastelt. Tja und was dann passierte, war irgendwie absehbar. Ich gab mir alle Mühe beim Zuschnitt der Karos, ich nähte glückseelig im Wissen, dass dies mein schönstes Kleid werden würde, probierte es an und war geschockt. Die Abnäher im Vorderteil stimmten gar nicht mehr und endeten AUF den Brüsten. Einen ganzen Abend änderte ich, trennte ich, nähte neu. Es gelang mir einfach nicht, dabei war auch mittlerweile schon Silvester vorbei. Ich warf das Kleid in die Ecke und war traurig.

Dank guter Vorsätze gibt es ein Happy End mit uns beiden

Die Energie der guten Vorsätze am Jahresanfang nutzend, widmete ich mich erneut dem schönen Stoff. Letzte Woche raffte ich mich auf, am offenen Herzen zu operieren. Ich trennte das Vorderteil vom Taillenband, zog das Kleid auf links an, steckte und nähte die Abnäher neu. Sie sind immer noch nicht perfekt. Irgendwie habe ich wohl einen Denkfehler im selbstgebastelten und veränderten Schnitt. Doch das Kleid ist gerettet. So, kann ich es anziehen.




Schnitt: Knip Mode 09/2011 - besser bekannt als Frau-Kirsche-Kleid oder Paspelkleid. Ich weiß, das Heft ist vergriffen und es tut mir leid, euch etwas zu zeigen, für das der Schnitt nicht mehr erhältlich ist. Aber es gibt ähnliche Schnitte! Haltet einfach nach Schnitten mit Taillenband Ausschau, denn das zaubern den Effekt.
Änderung: zwei Kellerfalten vorne und hinten statt angekräuseltem Rockteil , Ausschnitt vergrößert. Schnitt auf Grundschnitt angepasst, d.h. um 4 Größen vergrößert und Zwei-Naht-Ärmel nach eigenem Schnitt. 
Stoff: Viskose-Woll-Plastikmischung vom Maybach Ufer alles im schrägen Fadenlauf zugeschnitten

Ordentlich Säumen bisher versäumt

Weil es nun absolut nicht mein schönstes Kleid geworden ist, unsere Liebe wurde schließlich auf eine harte Probe gestellt, habe ich entgegen meines Vorsatzes, einen Handsaum zu üben, das Kleid am Rocksaum doch mit Schrägband verstürzt. Die Liebe reichte nicht für meterweise Handnähen. Diese "unsichtbare Schrägbandsaummethode" mag ich ganz gerne, weil der Saum etwas schwerer wird und das Kleid dadurch schön fällt. Normalerweise nehme ich dann gerne auch noch eine verrückte Farbe, um einen kleinen Hingucker zu haben, von dem nur ich weiß, aber bei abgekühlter Liebe gab es nur noch schwarz. An den Ärmeln habe ich mich im Handsäumen geübt und finde das Ergebnis ganz entzückend.



Nähen und Bloggen gehören einfach zusammen. Kaum hatte ich das mit dem Handsäumen gebloggt, wurde ich dezent darauf hingewiesen ermuntert, doch alles richtig zu säumen und das tat ich dann auch an zwei Abenden und nähte brav das Schrägband fast unsichtbar mit der Hand fest. Und ich muss sagen, die intensive Beschäftigung mit Saum und Kleid hat unser Zusammengehörigkeitsgefühl doch bestärkt.

Auch wenn das Kleid nun nicht mein allerschönstes Kleid geworden ist, bin ich froh, dass ich es fertig gemacht habe und auch stolz darauf, mich im Handsäumen versucht zu haben. Wenn ich es mir so anschaue, dann ist es ein sehr schönes Alltags-Winter-Kleid geworden und so etwas kann ich eigentlich viel besser gebrauchen, als ein Allerschönstes-Festtagskleid. Wie man sieht, funktioniert es auch ohne Petticoat aber mit warmer Kauf-Strickjacke. Auch wenn die Jackenlänge nicht optimal ist, so trage ich es heute, weil die Jacke so schön warm ist.

Apropos Strickjacke: habt ihr gesehen, dass es dieses Jahr wieder einen Frühlingsjäckchen Knit Along auf dem Me Made Mitwoch Blog gibt? #FJKA2015




Mehr wunderbare selbstgemachte Outfits an echten Menschen findet ihr wie immer Mittwochs auf dem Me Made Mittwoch Blog.

Freitag, 23. Januar 2015

Säumen



Wie man sieht, sieht man nichts. Nun ja fast. Auf dem - komischen auf dem Kopf stehenden - Foto erkennt ihr beim genaueren Hinschauen, einen Rocksaum, der von innen mit einem Schrägbandstreifen verstürzt ist von links und darüber  darunter, auf dem Rock liegend, einen Ärmel auf rechts. Aber nicht zulange drauf schauen, das gibt sonst Augenkrebs.

Den Schrägbandsaum mag ich bei Winterröcken, denn ich arbeite gerne mit Schrägband, finde es aber nur bei Baumwollröcken schön, wenn es als Saumstreifen außen sichtbar ist. Außerdem ist das ein Designelement, was sich relativ schnell abnutzt, d.h. an dem ich mich schon mal übersehen kann. Wenn das Schrägband aber als dekoratives Element innen ist, ist es ein Hingucker, von dem nur ich weiß und an dem ich mich heimlich freuen kann - gerne auch in verrückter Farbe. Ganz abgesehen davon, ist es eine unheimlich schnelle Methode, um einen weiten Rock ordentlich zu säumen. Auf der Rockseite ist zwar eine Naht sichtbar, diese verläuft aber schön parallel zur Saumkante, weil sie von der Breite des Schrägbands vorgegeben ist.

So mache ich die Säume seit langem. Eine Methode, die meinem Charakter sehr nahe kommt, denn irgendwann ist beim Nähen ein Punkt erreicht, an dem ein Kleidungsstück für meinen Geschmack schnellschnell fertig werden muß.

Doch irgendwie wurmte es mich, wenn ich von handgenähten Säumen las.

Mehr und mehr hatte ich das Gefühl, dass meine Saumschlampenmethode etwas ist, aus dem frau auch rauswachsen kann. Deswegen ließ ich mir letztes Wochenende von Frau machstattkaufen und Frau von Mema zeigen, wie frau einen Handsaum näht. Und da ich mir das als Tätigkeit, die auch noch begeistern soll, von mir recht schwer vorstellen konnte, beschloss ich diese Methode zwar mal auszuprobieren, doch realistisch nur an den Ärmeln.




Was soll ich sagen. Es gefällt mir! Es gefällt mir das Ergebnis und es gefällt mir sogar das Handnähen. Wer hätte das gedacht!

Jetzt rede ich mir den Schrägbandsaum schön von wegen "der fällt schöner, wenn er schwerer ist", aber ich glaube, ich bin bezüglich des Handsäumens auf den Geschmack gekommen. Danke!


Dienstag, 20. Januar 2015

Futterschnitt

Hofenbitzer: Schnittkonstruktion für die Damenmode


Ich bin immer noch hochmotiviert und würde am liebsten nähennähennähen, aber leiderleiderleider fehlt die Gelegenheit; umso schöner ist es, auf das Wochenende zurück zu blicken. Jedenfalls bin ich sehr motiviert, die karierte Jacke fertig zu machen, auch oder gerade, weil sie mir so, wie sie ist, nicht gefällt. Das Schößchen steht sehr merkwürdig vom Körper ab.

Es gibt drei Gründe dafür bzw. Sachen, die ich verändern könnte:
1. Das Futter zuppelt den Beleg nach oben
2. Die Einlage ist zu steif
3. Das Schößchen ist zu ausladend zugeschnitten.

Ich fange nun erstmal mit dem Futter an und dann sehe ich weiter. Da ich das Futter bisher nur mit großem Stich eingenäht habe, weil ich nicht sicher war, ob es passt, ist es leicht, wieder herauszutrennen und glücklicherweise habe ich noch von dem schönen türkisen Futterstoff.

Obwohl meine Jacke dem "Suit Jacket" aus Gerties Buch ähnelt, habe ich sie selbst konstruiert und nur die Schößchen- und Kragenidee von Gertie übernommen. Dementsprechend habe ich natürlich auch das Futter selbst "konstruiert", d.h. ich habe geschaut, wo Beleglinien sind und es einfach so zugeschnitten, leider ohne vorher das schlaue Schnittkonstruktionsbuch (Hofenbitzer) zu konsultieren. Das Einzige, was ich als Unterschied berücksichtig hatte, war eine Bewegungsfalte im Rücken und die Ärmellänge. Nun ja, wer nicht verlängert, muß sich nicht wundern, wenn es zuppelt.

Was habe ich nun beim Erstellen des neuen Futterschnitts beachtet:

Vorderteil:
1. Im Futter genauso viel Abnäher zu haben, wie im Vorderteil ist unnötige Mehrarbeit. Außerdem nähten sich die Abnäher auch nicht so prickelnd und ich hatte das Gefühl, dass die Perforation durch die Nadel den Stoff auch nicht stabiler macht. Im Buch wird vorschlagen, die Abnäher zu schließen und zur vorderen Mitte zu verlegen. Dort kann dann die Mehrweite eingehalten bzw. in Falten gelegt werden. Zwei der drei Abnäher habe ich also nach vorne verlegt, den dritten lasse ich, ohne ihn zu Nähen, so dass das Vorderteil noch etwas Weite bekommt. Mal schauen, ob das eine kluge Entscheidung ist, ggf. nähe ich den Abnäher doch noch.



2. Auf dem Bild kann man gut erkennen, dass durch die Verlegung der Abnäher, die Unterkante des Vorderteils nicht mehr gleichmäßig ist. Die Angleichung nutze ich gleich, um das Vorderteil zu verlängern: Das Vorderteil-Futter habe ich um 1,5 cm in der Mitte, zur Seitennaht auslaufend, verlängert.

3. Die Schulterpolstererhöhung habe ich wieder herausgenommen, weil das Schulterpolster zwischen Oberstoff und Futter liegen wird.

4. Da das Futterteil nun nicht mehr identisch mit dem Vorderteil ist und deswegen in der Rundung auch nicht der Belegrundung entspricht, habe ich ab der Stelle, ab der ich einhalten muß, ein zusätzliches Passzeichen in Futter und Beleg gemacht.

Rückenteil

1. Die Taillenabnäher habe ich in die hintere Mitte verlegt.

2. Die Bewegungsfalte ist wie vorher ca. 2 cm in jedem Rückenseitenteil.

3. Das Rückenteil habe ich um 2 cm verlängert

4. Auch im Rückenteil habe ich die Schulterpolstererhöhung wieder weggenommen.

Jetzt bin ich gespannt, ob das Futter besser passt oder ob ich es "zu gut gemeint" habe und es nun ganz fürchterlich flattert. Manchmal arbeite ich ja nach dem Prinzip "mehr ist mehr", weil mir "weniger ist mehr" nicht wirklich einleuchtet.

Theoretisch müsste ich auch noch meinen Zweinaht-Futter-Ärmel an der Armkugel vergrößern, aber bei der Anprobe fühlte sich der Ärmel gut an. Wenn er sich gut heraustrennen lässt, dann lasse ich ihn so und mache das erst beim nächsten Jackett.

Beim Lesen der Theorie fand ich es spannend, dass für die industrielle Fertigung Tipps gegeben wurden. Da geht es ja immer darum, Arbeit oder Material zu sparen. Deswegen ist es natürlich auch schlüssig, auf Abnäher zu verzichten, die nicht notwendig sind. Der Futterschnitt soll so einfach und aufwendig wie möglich sein. Darüber hatte ich vorher noch gar nicht nachgedacht.

In Bielefeld zeigte mir Mema, dass sie das Futter auch "in Falten legt, so wie sie kommen". In dem Moment, als sie mir das zeigte, habe ich noch gar nicht darüber nachgedacht, was das für den Futterschnitt bedeutet. Aber jetzt ist es mir klar. Mein Futter war "passend" zugeschnitten", da stellte sich die Frage nur im Bereich der Bewegungsfalte. Ahaaaa!

Hach, alles sehr spannend! Ich bin gar nicht frustriert, dass ich das Futter noch mal machen muß, weil ich das Lernen so spannend finde.

Montag, 19. Januar 2015

Nähen im Flow



In den letzten drei Tagen habe ich knapp 20 Stunden genäht. Das Nähnerd-Treffen in Bielefeld, war eine gute Gelegenheit, auch mal wieder ein größeres Projekt anzugehen. Schon seit 1,5 Jahren, also seit dem Kostüm-Sew-Along, habe ich zwei Stoffe hier, die zu Blazern werden sollen und deren Rockpartnerinnen schon lange fertig sind und fleissig getragen werden. Obwohl ich im Schnittkurs schon vor Monaten einen Blazergrundschnitt erstellt habe, war die Zusammenführung des Grundschnittes mit den Details des Suit Jackets von Gertie, das ich nähen wollte, eine Gehirnleistung, die ich lange vor mir herschob.

Sehr kurzfristig erfuhr ich, dass ich tatsächlich auf der Warteliste für die AnNAEherung soweit vorgerückt war, dass ich auch noch mit nach Bielefeld fahren durfte. Welch ein Glück! Mein Körper ist wieder in Hamburg, aber dem Geist fällt es schwer, wieder im Alltag anzukommen - nicht nur wegen der Müdigkeit. Vielen Dank den Organisatorinnen und den anderen Teilnehmerinnen. Ich habe die Zeit sehr genossen!

Mit Bahn und Nähmaschine zu reisen bedeutet nicht nur, gründliches Packen um nur ja kein Schnittteil etc. in der Heimat zu vergessen. Es bedeutet für mich auch, ohne Overlockmaschine zu nähen. Es ist verflixt, wie sich ein Nähnerd schnell und vollständig an die Erweiterung des Maschinenparks gewöhnt. Jedenfalls hatte ich keine Lust, etwas zu nähen, bei dem ich die Ovi vermissen würde. Also doch ein Blazer! Die kurzfristige Zusagen, eine mit Verpflichtungen vollgestopfte Woche, ein Schnitt, der noch erstellt werden muß und ein Stoff mit Karos, sind ehrgeizige Voraussetzungen. Doch ich schaffte, alles vorzubereiten, so dass ich am Freitag Abend mit dem Aufbügeln der Einlage beginnen konnte. So eine Bügelpresse, die ich ausprobieren durfte, ist zwar eine tolle Sache, aber gefühlt habe ich trotzdem den ganzen Freitagabend damit zugebracht, die Einlage aufzubügeln. 

Die Stunden am Samstag vergingen wie im Flug. Vormittags ein bißchen nähen, ein kleiner Nähnerdausflug und dann, nur von einem kurzen Abendessen unterbrochen weiter nähen bis kurz vor 1 in der Nacht. Von 17 Uhr bis Abendessen hatte ich eine Paspelknopflöcherblockade und ging Frau Nahzugabe vermutlich ziemlich damit auf die Nerven. Um 22 Uhr hatte ich die Knopflöcher dann im Blazer drin und hoffe nun immer noch, dass sich die Geschichte zum Running Gag aber nicht freundschaftstrübend auswirkt. Jetzt habe ich das gründlich kapiert mit den Knopflöchern und werde, falls ich die Tage mal Zeit finde, dafür eine Anleitung schreiben. Ich weiß, das gibt es schon tausendfach, aber das mache ich natürlich auch für mich, denn wer weiß, wann ich wieder Zeit für ein aufwändiges Projekt habe. 




Es war wirklich erstaunlich. In der Nacht zum Samstag hatte ich nur 6 Stunden geschlafen und diese wenigen Stunden wurden auch noch einen Wecker, der versehentlich um 6 Uhr klingelte und für dessen Ausschalten ich minutenlang brauchte, unterbrochen. Trotz heftiger Kopfschmerzen nähte ich unverdrossen und ich hätte auch noch nach Mitternacht lange weiter genäht, wenn die Stimmung im Raum etwas weniger Party gewesen wäre. Im Laufe des Abends, als immer mehr Näherinnen sich dem Partyflauschen zuwendeten, wurde es im Raum lauter und lauter, aber trotzdem nähte ich konzentriert und unverdrossen weiter. Es war eher die Vernunft, die mich dazu überredete aufzuhören und die Angst vor Fehlern und dem dazugehörigen Trennen. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Blazer langsam erkennbar und die Fertigstellung absehbar. Es war wirklich schwierig, die Maschine auszuschalten bzw. nur für als Stimmungslicht anzulassen. 

Sonntag geriet ich etwas aus dem Flow und wurde etwas hektisch, aber ich glaube, mit dieser Stimmung war ich nicht alleine. Die Zeit des Abreisens rückte näher und das war im Raum zu spüren. Ich wollte das Ding gerne bis zur Abfahrt fertig bekommen, zumindest das Futter sollte drinnen sein, damit es nicht mehr aussieht, wie eine Operation am offenen Herzen. Leider ist mein Futter nicht optimal konstruiert, an den Futterschnitt muß ich noch mal ran und die Vorderteile und das Rückenteil des Ärmels noch mal neu zuschneiden und einnähen. Wie gut, dass es bisher nur geheftet ist! Und vor allen Dingen werden ich ordentlich alle Erkenntnisse notieren - hoffe ich doch! Denn eigentlich wäre es sinnvoll, den erträumten roten Blazer gleich hinterher weg zu nähen. Immerhin geht da der Zuschnitt leichter...

Für mich war es sehr erstaunlich, dass ich die Zeit mehr zum Nähen als zum Quatschen nutzte. Irgendeine sagte "Ach, nähen kann ich doch auch zuhause...", aber ich merkte, dass das für mich nicht wirklich gilt. Abends oder eben mal schnell zwischendurch zuhause nähen, ist nicht das gleiche, die die Chance konzentriert über mehrere Stunden sich einem Werkstück zu widmen. Im Nachhinein finde ich es zwar schade, dass ich weniger als geplant herumgelaufen, über die Schulter geschaut, Nähmaschinen angeschaut, geplaudert und von anderen gelernt habe, aber es fühlte sich so schön an, einfach zu nähen. Wer mich kennt, kennt meinen Spruch "eigentlich nähe ich gar nicht gerne" - mir ist am Wochenende klar geworden, dass ich unter den üblichen Bedingungen einfach nicht gerne nähe. Aber mit dieser Erkenntnis lässt sich ja arbeiten. 


beachte: mit eben-Julia-Gedenk-Tischmülleimertasse


Der Aufbruch war schnell und holprig, denn das bestellte Taxi kam früher als geplant. Leider konnte ich weder an der Abschlußrunde teilnehmen, noch mich gebührend bedanken und verabschieden. Aber wir lesen uns ja wieder! Das Treffen war toll und hat meine Nähmotivation extrem erhöht. Es fügt sich schön ein, in die diversen Nähnerdaktionen des Jahres und deswegen war der Abschied auch nur ein körperlicher Abschied, denn wir sind ja verbunden und das ist schön! Es fühlt sich schön an, ein Hobby zu haben, das hätte ich früher nie gedacht. Ich bin gerne ein Nerd! Ich finde es schön, in eine Tätigkeit versunken zu sein, Freundinnen und Bekannte zu haben, die sich für das Gleiche begeistern, mit ihnen in Geheimsprache zu reden und sich für Dinge zu begeistern, die andere nicht kennen oder mit den Augen rollen, wenn sie davon hören. Es macht Spaß, bis in die Nacht hinein, gemeinsam etwas zu tun, es ist toll, ein Wochenende komplett abzutauchen und sich mit Hingabe dem Nerdsein zu widmen. Wie schön, dass ich das Nähen für mich entdeckt habe und dass es die Nähnerds gibt!

edit:
Ich war ja nicht alleine in Bielefeld. Wie die anderen die vergangenen Tage erlebt haben, könnt ihr hier gesammelt nachlesen. Sehr spannend!


Montag, 12. Januar 2015

Mit Bildern und Rührung



Frau Masulzke hat nun auch über unser Nähkränzchen gebloggt. Hier schreibt sie ganz rührend darüber. Hach! <3

Und weils so schön ist, habe ich gleich noch mal nach dem alten Beitrag gesucht, in dem ich berichtete, wie wir schon mal zusammen nähten. Hier und hier berichtete ich "Live vom Nähkürschen". Das ist schon interessant, zwei Jahre später so einen Bericht noch mal zu lesen. Ich freu mich jedenfalls wie Bolle, eine Freundin mit dem Nähvirus infiziert zu haben, Profi hin oder her :-)

Freitag, 9. Januar 2015

Lakritz-Pulli?



Manchmal stricke ich einfach so vor mich hin. Ich habe Langeweile, bin gerade bei einer guten Serie und habe kein aktuelles Projekt und tief in mir schlummert eine Inspiration, die ausprobiert werden möchte. Theoretisch könnte ich auch ein angefangenes weißes WM-Jäckchen weiterstricken oder die graue Kopie meines Frühlingsjäckchen 2012, aber für jedes Strickprojekt braucht es mehr als nur Gelegenheit, ich muss das Ergebnis schon auch dringend wollen, um die Ruhe aufzubringen, die Nadeln zu schwingen.

Ich weiß nicht mehr genau wo ich zum ersten Mal einen Ringelpullover oder eine Ringeljacke mit bunten Ringeln gesehen habe. Es ist auch schon mindestens zwei Jahre her, würde ich schätzen. Jedenfalls ging es mir nicht aus dem Sinn. Für meine Häkeldecke hatte ich sehr viele Farben Drops Baby Merino und viel grau bestellt, so dass es irgendwie nahe lag, die Idee einmal auszuprobieren. Anfang des Jahres hatte ich auf einmal dieses "JETZT MUSS ES SEIN"-Gefühl, beendete aber zuerst brav den fast fertigen blauen Pullover (noch nicht gezeigt, weil noch nicht gespannt und zusammen genäht). Dann quälte ich mich durch ein langes Bündchen und startete mit den Ringeln. Irgendwie war es dann doch nichts so schön, wie in meinen Träumen.

bereits weggeribbelt


Frau sewing addicted erinnerte mich an Frau Marbuntes Frühlingsjäckchen und Frau Drehumdiebolzen merkte an, dass "nur rosa" irgendwie hübscher wäre. Also ribbelte ich bis zum Bündchen und wieder ging es von vorne los. Jetzt gefällt es mir viel besser. Es erinnert mich an Lakritz. Ich mag diese Rollen mit dem farbigen Kokoszuckerzeugs um Lakritz besonders gerne in weiß und rosa und kaufe diese Mischtüten fast nur deswegen.

Wie ich die Ärmel stricke und ob es ein Pullover oder ein Jäckchen, ob mit langen oder kurzen Ärmeln wird, weiß ich noch nicht. Ich mag es, wenn das Projekt noch offen ist und mir mein Strickstück beim Stricken flüstert, was es werden will. Hoffentlich flüstert es nicht wieder einen anderen Namen. Frau Masulzke ging natürlich mit meiner neuen Mütze nachhause. Schon beim Stricken wusste ich irgendwie, dass ich gar nicht für mich, sondern für sie stricke. Ich muss zugeben, ihr stand sie einfach besser. Jetzt habe ich wieder keine Mütze, aber was soll frau machen, wenn das Strickstück entscheidet, zu wem es gehören will! Hübsch wäre ja die Schulterpartie meines Lakritzdingens auf einmal zu stricken, damit die Ringel durchlaufen, aber wie das geht, weiß ich noch nicht. Ich bin gespannt.


Donnerstag, 8. Januar 2015

Nähkränzchen mit Frau Masulzke



Was habe ich mich gefreut, gleich zu Anfang des Jahres ein Nähkränzchen mit meiner besten Freundin Merle (die ich übrigens auch, aber schon vor ca. 17 Jahren, aus dem Internet herunter geladen habe), alias Romika Masulzke, geplant zu haben. Vor zwei Jahren hatten wir das schon mal gemacht und da wir leider mittlerweile 500 km weit auseinander wohnen, haben wir eben nicht häufig die Gelegenheit dazu. Trotzdem ist es mir gelungen, sie mit dem Näh-Virus anzustecken. Früher oder später bekommen wir sie alle, harrharrr!

Da Frau Masulzke ohne Nähmaschine reiste, überlegte ich mir, dass ich etwas aus Jersey nähen könnte, damit sie meine Nähmaschine nutzen kann. Mein Plan war zwei Shirts zu nähen, da Stoff und Stil für das Frühjahr meinen Wunsch erhört hat und schönen neue Baumwolljerseys im Programm hat. Mein Geheimplan war noch, aus den Resten mal Schlübber zu probieren. Unter Nähnerdfreundinnen wird ja Marylin als der geheime heiße Scheiß seit Monaten unter dem Tisch rumgereicht. Als ich nach dem Zuschnitt der Shirts, einen ca. 70x70 großen Rest hochhielt und freudig sagte "ach, da wird noch ein Schlübber draus" stockte Frau Masulzke erst der Atem und dann konnte sie kaum noch aufhören zu lachen. Meine Mutter würde sagen "damit kannst du 10 Pfund Kartoffeln holen", aber ich blieb standhaft, schnitt meine Schlübber zu und dachte mir, dass die Nähnerds schon nicht irren und überhaupt, wollte ich ja perspektivisch irgendwann einen Fatkini nähen, da wäre die Hose schon mal ein gutes Probeding.

Frau Masulzke und ich kamen allerdings kaum zu nähen, was nicht nur an einem geheimen zukünftigen Projektbrainstorming lag und auch ganz sicherlich nicht am Sushi und auch nicht an dem gemeinsame gekauften Lippenstift, bei dem Frau Masulzke mich bezüglich meiner Schminklegasthenie unterstützte, die ja neben der Accessoire- und Deko-Legasthenie mein Leben etwas karg macht. Nein, wir schnitten eigentlich hauptsächlich zu, denn Frau Masulzke hatte noch nichts vorbereitet (empörend! ich allerdings auch nicht) und wollte ein Kleid mit Futter nähen. Bekanntlich dauert so ein Zuschnitt. Am Schluß tackerte ich noch die beiden Shirts mit der Ovi zusammen und bis auf die Säume sind sie nun fertig. Auf das Nähen der Schlübber freue ich mich noch, falls ich diese Woche noch eine ruhige Minute finde. Das ist auf jeden Fall spanender, als die Abnäher des Weihnachtskleid-UFOs noch mal zu nähen, das ich unter der Brust komplett aufgetrennt habe. So Operationen am offenen Herzen sind ja stets heikel....

So ein kleines unkompliziertes Nähkränzchen ist eine feine Sache. Vor allen Dingen, wenn ich dafür nicht irgendwo hin muß und an alles einzupacken denken und alles schleppen muß. Hat Spaß gemacht und die ambitionierte Nachwuchsbloggerin hat auch fotografiert und bloggt sicherlich bei Gelegenheit ein Paar Bilder dazu.

By the way: das waren immerhin schon zwei Anläufe, meine Oberteilschwäche anzugehen. Habt ihr auch eine Oberteilschwäche? Bestimmt! Dann schaut mal hier: Santa Lucia Patterns veranstaltet eine Jahresaktion zur Bekämpfung der lästigen Oberteilschwäche, die 12 Tips Challenge. Ha!


Mittwoch, 7. Januar 2015

Ich darf keine Lust haben


In den letzten Wochen fragte ich mich oft, woran es liegt, dass ich oft keine Lust zum Nähen habe oder ob ich wirklich gerne nähe. Ich bin da hin und hergerissen mit der Antwort. Oft habe ich einfach keine Lust und das Nähen an sich reizt mich, im Gegensatz zum Pläneschmieden oder (gemeinsamen) Stoff kaufen nur wenig. Wenn ich dann meinen Jahrsrückblick sehe, bin ich sehr erstaunt, über den Output, der trotz Unlust dann doch zustande kommt.




Eine mögliche Erklärung habe ich derzeit: ich habe kaum Lust, weil die Umstände nicht optimal sind. Ich habe wenig Lust, mir unter der Esstischlampe bei der Schnittkonstruktion und dem Zuschnitt den Rücken zu verrenken. Ich habe wenig Lust, mal eben schnell 20 Minuten zu nähen, wenn ich vorher noch den Tisch vom Familien-Müll befreien und dann die Maschinen aufbauen muß. Wie sehr beneide ich Nähnerds, wenn sie neue Zuschneidetische oder einen nebeneinander augebauten Maschinenpark oder aber auch eine ganze Wand mit Schrank und Regal zum ordentlichen Lagern von Material und Zubehör zeigen. Ich glaube, das würde es tatsächlich einfacher machen. Oder würde mich solche ein Paradies dann zu sehr unter Druck setzen, es auch nutzen zu müssen? 


In den letzten 25 Jahren hatte ich nie Lust auf ein Haus und nur sehr selten auf einen Umzug. Ich fragte mich immer, was die Menschen wohl motiviert, Geld zu sparen, Schulden zu machen und dann irgendwo aufs Land oder an den Stadtrand zu ziehen. Ich lebe gerne in der Stadt, auch wenn mein derzeitiger Wohnort für viele urbane coole Menschen auch schon farfaraway ist. Doch in den letzten Jahren habe ich das permanente Gefühl, dass uns ein Zimmer fehlt. Ganz abgesehen davon, dass ich von zuhause aus arbeite und keinen Schreibtisch habe, sondern am besagten Esstisch zum arbeiten auch meinen Kram aufbauen muß. Es wäre einfach toll, ein Arbeits-Näh-Gästezimmer zu haben und ein Wohnzimmer, dass einfach nur Wohnzimmer ist. Den Rest der Familie stört das Gekruschel des Schnittmusterpapiers, mein Gestöhne ob des Zuschnitts und mein Fluchen beim Nähen. Mich stört es, wenn ich nicht Nähen darf, wenn ich inspiriert bin. Vielleicht muß ich doch über einen Arbeitsraum irgendwo für 2015 nachdenken. Ein Nähbüro für mich. Das wäre ein Traum!


MMM - schönstes Kleidungsstück



Liebe LeserInnen, seid ihr gut ins neue Jahr gekommen? Das hoffe ich doch sehr und wünsche Euch nur das Allerbeste für 2015! Vielen Dank für Euer Interesse, Eure Kommentare und Euer wertvolles Feedback 2014! Ohne Euch wäre das Bloggen gar nix!

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Bei einem netten Plausch mit Claudia, stellte ich am Sonntag fest, dass ich zwar einen Jahresrückblick machte, aber kaum qualitativ wertete! Ach, sagte ich, da muss ich aber noch mal ran! Worauf Claudia anmerkte, dass ich mich ohnehin schon so arg kurz gefasst hatte. :-) Recht hat sie! Da kommt mir das heutige Me Made Mittwoch Motto "schönste Kleider 2014" doch ganz recht.

Ganz weit oben auf meiner Bestenliste ist der oben wieder mal gezeigte rote halbe Teller. In dem Rock fühle ich mich einfach immer und überall gut und richtig angezogen, weswegen ich ihn auch wirklich häufig getragen habe. Außerdem trug ich ihn immer, wenn ich unsicher war, was ich anziehen sollte oder wenn ich einen "Auftritt" hatte, bei dem ich eine "Rüstung" brauchte. Ich erinnere mich noch gut, wie ich ihn auf der re:publica anhatte und auf einer Session etwas sagte. Vielleicht auch, weil ich mit dem roten Rock so leicht wieder zu erkennen war, habe ich anschließend viel positives Feedback auf mein Statement bekommen und viele gute Gespräche geführt, die mir wirklich sehr geholfen habe, einen persönlich wichtigen Lernerfolg 2014 zu haben.

Obwohl "der rote Rock" wirklich das aller aller liebste 2014er Kleidungsstück ist, gibt es drei Schnitte, die einfach wichtig waren.

1. Das Frau-Kirsche-Kleid
Nicht nur, dass ich vier Kleider nach dem Schnitt nähte. Ich nähte auch alle "wichtigen" Kleider danach. Mir gefällt an dem Schnitt, dass er die Taille betont und trotzdem bequemer ist, als ein Kleid mit Gürtel zu tragen.





2. Tiramisu
2013 hätte ich nicht gedacht, dass es eine Alternative zu meinem bereits 8 oder 9 mal genähtem Schnitt Ajaccio gibt. Nach einigem Zögern mußte ich feststellen, dass Tiramisu tatsächlich eine wertvolle ERGÄNZUNG zu Ajaccio ist. Ajaccio ist für eher ein Freizeit-Schnitt, Ajaccio ist anliegend und gibt viel preis. In Tiramisu fühle ich mich angezogener und kann gar nicht genau sagen, woran es genau liegt: am weiteren Rockteil? Ich weiß es nicht. Und witzigerweise ist das Probekleid mir lieber als das "richtige" Streifentiramisu. Ich bin gespannt, wie es mit mir und diesem Schnitt weiter gehen wird. Ein neuer Stoff für ein Wintertiramisu wartet schon auf den Zuschnitt.



3. Der halbe Teller
Drei halbe Tellerröcke habe ich 2014 genäht, nachdem mit dem Kostüm Sew Along ganzer Teller, die Tellerrockliebe begann. Ich mag halbe Teller aber noch lieber, weil sie nicht den ganz großen Auftritt brauchen. Ich mag es, unter dem Tellerrock einen Petticoat zu tragen, aber oft ist es für einen Petticoat zu warm oder aber er schreit so laut nach Aufmerksamkeit. Der halbe Teller, hat er denn ein bisschen Stand, gibt die Silhouette, die ich Ende 2013 zu schätzen lernte, ohne eben so viel Trara zu machen.



Nun gut, "kurz fassen" geht anders, aber diese qualitative Ergänzung zum Jahresrückblick musste noch raus.

Was andere als selbstgenähte Lieblingsstück(e) 2014 auf dem Me Made Mittwoch Blog heute zeigen, bin ich schon sehr gespannt, angeführt von der wunderbaren Melleni als Gastgeberin, die es auch nicht schaffte, sich auf ein Kleid zu beschränken, deren rotes Kleid ich aber sehr sehr anschmachte, auch wenn es nur an dritter Stelle genannt ist.