Dienstag, 30. Dezember 2014

Jahresrückblick 2014




Zwischen den Jahren liebe ich es, einmal auf das Jahr zurück zu blicken und auch hier, habe ich 2013 und 2012 ein Resumée meines Nähjahres gezogen. Dieser Blick zurück würdigt noch mal, was ich geschaffen habe. Es geht mir weniger um Quantität noch will ich irgendjemand mit dem ganzen Kram brüskieren. Ich schaue nur gerne zurück, bin stolz auf das, was ich gemacht habe und versuche herauszufinden, was das Motto des Jahres war.



Gefühlt habe ich dieses Jahr weniger genäht als die letzten beiden Jahre. Das ist vermutlich auch wahr, denn ich habe mehr gearbeitet und damit natürlich auch weniger Zeit für das Nähen gehabt. Aber noch habe ich nicht nach Fotos gesucht und gezählt. Wer weiß, vielleicht ist es doch nicht so wenig.

Gefühlt habe ich dieses Jahr nur Tellerröcke und Frau-Kirsche-Kleider genäht und getragen und vermutlich stimmt das auch.







2014 ist für mich das Jahr der Schnittkonstruktion und der Experimente. Anfang des Jahres begann ich mit meinem kleinen Privatunterricht und lernte wie man einen Kleidergrundschnitt, einen Jackengrundschnitt und einen Hosengrundschnitt macht. Jetzt habe ich diese drei Grundschnitte und hoffentlich genug Wissen, diese auch auf körperliche Veränderungen anzupassen, die vermutlich nicht ausbleiben werden. Für den Schnittkonstruktionskurs habe ich einige Probemodelle genäht, die aber kurz vor Mülltonne stehen. Also genäht habe ich schon.




Das war wirklich gut investiertes Geld und ich freue mich, dass meine Familie mich unterstützte und mir diesen Wunsch zum großen Teil erfüllte. Ich habe sicherlich nicht alles Gelernte "parat", merke aber, dass ich Bekleidung und Schnitte nun anders angehe und den Schritt zu einem tieferen Verständnis getan habe. Das schöne an dem Privatunterricht ist, dass ich ihn ja jederzeit wieder aufnehmen kann, wenn ich ein neues Bedürfnis, eine neue verrückte Idee bekomme, was ich unbedingt lernen will. Jetzt habe ich aber erst mal das Gefühl, dass es genug ist und ich das Gelernte erstmal anwenden und üben muß.







Das größte Experiment war der Badeanzug. Ohne den Badenixen Sew Along und die Gemeinschaft der Nähnerds, hätte ich vermutlich noch nicht mal die Idee gehabt, mir einen Badeanzug zu nähen. So aber war der Sog groß und da ich zum Geburtstag einen Geldbetrag geschenkt bekam, der nicht zweckgerichtet war, beschloss ich, dass ich mit so einem unverhofften Geldsegen auch mal ein unvernünftiges Projekt wagen darf. Ich versuche nicht allzu böse auf das ungenutzte Material zu sein, denn es sind noch einige Reste übrig. Vermutlich werde ich das irgendwann noch mal rauskramen und mich noch mal an Badeklamotten versuchen. Irgendwie amüsiert es mich auch, wie sehr ich an diesem Experiment gescheitert bin. Es ist gesund, der Näh-Hybris manchmal ein bißchen Einhalt zu gebieten.

Allerdings, das Thema Dessous..... ach, kein Druck. Interesse ist da, aber es muß ja nicht alles gleich sofort!






In diesem Jahr habe ich auch viel darüber nachgedacht, wie sinnvoll eigentlich mein sehr freies, unbedarftes Nähen ist. Ich habe nur wenige Nähkurse gemacht, wenn ich mich recht erinnere, waren das ein paar Einführungen meiner Mutter, als ich Teenager war und zwei oder drei Wochenendkurse, sowie zwei Nähkursabende. Irgendwie habe ich mir das alles selbst beigebracht und habe dabei auch relativ wenig in Bücher geschaut. Das eine oder andere habe ich im Internet aufgeschnappt, aber eigentlich nähe ich immer nur drauf los.

Da ich in meiner Kleidernähkarriere früh mit den Knip Mode Schnitten begonnen habe, habe ich gefühlt auch nur sehr selten nach Anleitungen genäht. Ich erinnere mich an ein Burda Kleid und einen Mantel aus der Ottobre. Danach kamen die niederländischen Anleitungen, die ich nicht verstand und die mich für das Lesen von Anleitungen verdorben haben.

Naja, ich nähte nicht nur Tellerröcke und Frau-Kirsche-Kleider , zwei Unterröcke hatte ich ja, inspiriert durch den Untendrunter-Sew-Along auch noch genäht....





Rückblickend wurde mir klar, dass das Interesse für Schnittkonstruktion wirklich zwangsläufig war, denn ich habe sowieso nie wirklich nach Schnitten genäht. Kein Wunder, denn die, die mir  gefielen gab es sowieso meist nicht in meiner Größe. Ich muß also vor dem Beginn eines Nähprojektes einiges an Zeit in Schnittanpassung stecken, um dann irgendwann ein Ergebnis zu bekommen, muß das Nähen dann schnell gehen.



Jetzt bin ich ja eher so der schnell-schnell-nicht-so-ordentlich-und-wenig-perfekt-Typ und sehr ergebnisorientiert, deswegen sind vielleicht manche Dinge von mir vermutlich unkonventionell genäht. Theoretisch habe ich Lust, mich 2015 ein wenig mehr dem "guten Nähen" zuzuwenden. Mal schauen, ob ich das auch praktisch machen werde. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich diesen Vorsatz schon in den letzten Jahren hatte...

Im Laufe des Jahres hatte ich mir mal Gedanken darüber gemacht, ob ich das "Serien-Nähen" gut oder schlecht finde und bin immer noch der Meinung, dass das gut ist. Wenn ich einen Schnitt mag und mehrmals nähe, dann bin ich nicht mehr ganz so gierig und kann mich auch mehr auf das Nähen konzentrieren. Außerdem schaffe ich mir damit Freiraum, auch verrückte Projekte anzugehen, weil ich für diese nicht so einen Erfolgsdruck habe.





Mal schauen, wohin die Nähnerd-Reise nächstes Jahr hingeht. Ein Ziel habe ich nicht. Das Schöne an unserer Comunity ist ja, dass sich neue Ziele immer wie von selbst ergeben, weil wir in Kontakt sind. Das finde ich prima, denn das bringt mich dazu, auch Dinge zu probieren, die ich erstmal als zu groß empfinde oder als nicht-zu-meinem-Leben passend. Es macht mich froh, dass ich twitter für mich entdeckte und sich die Nähnerds mittlerweile dort ganz selbstverständlich dort "bewegen".  Ich kann mir die Vielzahl an Aktionen, die uns durchs Jahr begleiten, nur so erklären, dass neue Ideen schnell dort von Mehreren angedacht und damit auch schnell realisiert werden. Es ist doch so viel einfacher, mit einer Idee für eine gemeinsame Aktion zu starten, wenn frau schon mal weiß, dass es Interessierte gibt, die die Idee klasse finden und mitmachen wollen. Ich bin sicher, es wird uns noch das eine oder andere einfallen.

Mittlerweile stricke und häkele ich auch wieder ziemlich viel. Ich kann einfach nicht abends vor dem Fernseher sitzen und nichts tun. Ich mag Strickstücke, die dünn und filigran sind, weil ich ne heiße Braut bin, allerdings habe ich in den letzten Monaten das Vergnügen zu schätzen gelernt, mit dickeren Nadeln schnell Erfolgserlebnisse zu haben. Der spontane Sinnesfrid Knit Along war klasse und ich habe diesen Herbst gleich noch zwei nichtverbloggte Sinnesfrids gestrickt.

In den letzten Wochen war ich froh, dass mir der Arm nicht mehr so wehtat, wie noch beim Frühlingsjäckchen. Das war auch ein neues Erlebnis für mich: einen richtigen Knit-Along anzuführen, obwohl ich auch beim Stricken das Gefühl habe, eigentlich alles sehr selbstausgedacht zu machen. Ganz abgesehen von der Vorbildfunktion und dem damit verbundenen Zeitdruck. Das war keine leichte Aufgabe, aber eine gute Erfahrung.



Die Strickpause über den Sommer hat wohl gut getan, jetzt geht mir Stricken wieder leicht von der Hand. Wenn der Weihnachtskram weg ist, werde ich dann wohl auch endlich mal die Häkeldecke fertig machen, die allerdings schon Monate lang unfertig in Benutzung war. Das Deckenhäkeln hat mir Spaß gemacht. Ich muß mal überlegen, was ich kleinteiliges Häkeln könnte, denn das mag ich so gerne mitnehmen, um zum Beispiel beim Fußballtraining die Zeit sinnvoll zu nutzen.

Wenn ich durch mein Blog blättere, dann finde ich gleich zu Jahresanfang den Wintermantel, der zu meiner Schande immer noch nicht fertig ist. Erst dachte ich, dass ich den himbeerroten Wintermantel so extrem über hätte, aber irgendwie finde ich ihn immer noch ganz gut, obwohl ich ihn schon den dritten Winter trage. Mich stört auch nicht, dass man ihm an manchen Stellen die mangelnde Näherfahrung ansieht. Vielleicht hält mich von der Fertigstellung des dunkelblauen Mantels ab, dass ich (glücklicherweise) gar nicht so viele Anlässe für einen "guten" Mantel habe. Aber ich sollte mich dem Ding wirklich mal wieder annehmen und ihn fertig machen.



Besonders toll war natürlich der die Stoffwechsel-Aktion. Da würde ich gerne beim nächsten Mal wieder mit machen. Es war eine sehr lehrreiche Erfahrung für mich, mich da durchzubeißen. Bei der Wiederholung im Herbst war ich nicht dabei und das war gut so. Ich hätte mich nicht darauf einlassen können, weil ich mit zu vielen anderen Dingen beschäftigt war. 2015 sieht auch ganz danach aus, als würde ich in naher Zukunft noch mehr arbeiten, das ist schön, aber auch nicht gut, um bei so interessanten Sew Alongs mitzumachen. Ich versuche einen Weg für mich zu finden, mich von dem damit verbundenen Zeitdruck unabhängig zu machen und trotzdem Teil der Comunity zu bleiben und zu geben, statt nur passiv zu konsumieren.

Und wenn ich schon bei Aktionen bin: der Nähnerd-Podcast von Muriel hat mich sehr berührt. Auch wenn diese Erkenntnis so sehr 2004 ist, hat es mich erst jetzt, 2014 so berührt, Stimmen zu hören. Das sind ja auch ganz besondere Stimmen, denn es sind Stimmen von Menschen, die ich schon lange lese und schätze. Ich fand es klasse, auch Teil der Aktion sein zu dürfen. Nicht zuletzt hat der Podcast mich zu dem Hörspiel für die MMM-Spendenaktion inspiriert.

Ganz erstaunlich war dann in der Mitte des Jahres mein Bedürfnis Hosen nähen oder zu tragen zu wollen. Damit bin ich noch nicht durch und bin gespannt, wie sich das Thema Hosen 2015 weiterentwickelt. Es war ein wenig schäbig, den HosenHerbst im Dezember nicht mit einem würdigen Finale zu beenden, aber ich hatte einfach keine Kraft. Das hole ich dann im Januar nach, denn ich habe schon das Gefühl, das Thema auch vorläufig beenden zu wollen, um wieder frei von einer Hosenverpflichtung zu sein.







Zwei neue Nähthemen hatte ich noch dieses Jahr: Strickjacken und T-Shirts nähen. Die Idee, Strickjacken zu nähen hatte ich schon länger, fand aber bisher weder überzeugenden Schnitt und noch weniger überzeugende Strickstoffe. Nachdem ich den Jenna Cardi genäht habe, bin ich aber am überlegen, ob es nicht auch um die Ecke gedacht geht. Wieso muß es eigentlich Strick sein, ich könnte doch auch mal den Rib Jersey oder Nicky probieren. Das ist etwas, was auf meiner To do Liste steht.



Nachdem ich seit längerer Zeit mein erstes Shirt nähte, bin ich auch wieder auf das Thema Shirt-Nähen gestoßen und hatte den Aha-Effekt, dass meine früheren Shirts deswegen so doof wurden, weil ich Viscosejersey nutze, der natürlich jedes Röllchen zeigt. Die Shirts, die ich gerne trage, sind aus Baumwolljersey, warum bin ich da nur nicht früher darauf gekommen? Ein neuer Baumwolljersey dreht gerade jetzt in der Waschmaschine und wird vermutlich mein erstes Nähprojekt für 2015 werden.



Für andere habe ich auch genäht. Ein paar Shirts, Mützen und ein Faschingskostüm für das Kind. Sicherlich ein paar kleine Geschenke, aber so etwas vergesse ich immer wieder schnell wieder. Und dieses Jahr hat auch zum ersten Mal mein Mann etwas bekommen: zwei Bermuda-Shorts.








Achja, ein paar Beutel habe ich noch genäht und eine Clutch





Ach, wenn ich so schaue, dann habe ich doch viel genäht bzw. viel Zeit in mein Hobby investiert. Das ist doch prima. Es wirklich eine erstaunliche Enwicklung, die ich da gemacht habe. Ich bin sehr glücklich, dass ich nun einen schön ausgestatteten Kleiderschrank habe und mich wohl in meinen Klamotten fühle. Es fühlt sich wirklich klasse an, dass ich theoretisch fast alles realisieren könnte, wenn ich das nur wollte. Ich merke, wie die Gier abgenommen hat und das ist gut so. Das macht auch Platz für berufliches Streben! Das ist jetzt 2015 dran und fühlt sich auch gut an.

Mir gefällt es, dass ich eine Menge an Hintergrundwissen dieses Jahr gelernt habe. Auch wenn ich den Schnittkonstruktionskurs und die damit verbundenen Hausaufgaben sehr sehr anstrengend fand, macht es mich so glücklich, dass ich diesen Traum realisieren konnte. Ich sehe das als eine offene Baustelle: das war bisher nur ein Anfang, noch nicht mal ein Fundament, aber das, was ich machte, passt zu mir. Ich habe Grundlagen gelernt und habe jetzt erstmal Grundschnitte, mit denen ich etwas anfangen kann, um der Lust auf Neues Rechnung zu tragen. Was ich jetzt daraus mache, wird sich zeigen.

Es war ein gutes Jahr. Es war sehr anstrengend und oft fühlte ich mich gehetzt, aber das scheint mir normal als arbeitende Mutter mit eigenen Interessen, das ist bei allen Freundinnen nicht anders.

Und weil ich so neugierig bin, muß ich dann doch noch mal zählen:

Genäht
8 Kleider
4 Röcke
2 Unterröcke (und einer für die Tonne)
3 Hosen
1 Shirt
1 Strickjacke genäht
4 Kissenbezüge
2 Sattelbezüge
2 Lunchbags
2 Beuteltaschen
1 Clutch
2 Herrenbermudas
1 Kinder-Kostüm


Gestrickt und gehäkelt
1 Strickjacke fertig gestrickt
3 Sinnesfrid Leibchen
2 Mützen
1 Schal
1 Giraffe

Unvollendete
1 Wintermantel
1 Jeansblazer
1 zugeschnittenes Weihnachtskleid
1 Frau-Kirsche-Kleid
1 Häkeldecke
1 Badeanzug
1 Häkeltuch
1 weiße Strickjacke (WM-Jäckchen)
1 blauer Pullover (Erbe aus 2012)

Hui, entweder ist ein Jahr lang oder ich habe doch viel genäht. Das Unvollendete liegt ein bisschen auf dem Gewissen, da sollte ich in Kürze noch mal ran. Aber auf den Rest erlaube ich mir stolz zu sein.

Mir hat der Jahresrückblick Spaß gemacht, vielleicht fandet ihr es auch interessant. Wer bis hierher gekommen ist, der hat noch etwas Konfetti und Glitzer sowie die besten Wünsche für 2015 verdient! Guten Rutsch - wir lesen uns im neuen Jahr!


Dienstag, 23. Dezember 2014

Frohe Weihnachten

Wenige Stunden vor der allgemeinen Bescherung noch ein kleines Lebenszeichen von mir. Dieses Jahr hatte ich zum ersten Mal eine wirklich hektische Weihnachtszeit, obwohl ich mit den Geschenken schnell organisiert war, nachdem ich mich von dem selbstknebelndem Dogma befreit hatte, möglichst viel selbst zu machen oder den Einzelhandel zu unterstützen. Ich stützte die kleinen Geschäfte, bei denen ich gerne kaufe und den Rest bestellte ich. Internet mag ich lieber als Einkaufszentren, insofern war diese Praxis schlüssig und extrem erleichtern.

Heute Abend hatte ich zum ersten mal Ruhe, um das Nicht-Nähens eines Weihnachtskleides zu bereuen. Schade, ich hätte wirklich gerne ein schönes Kleid genäht, aber es passte einfach nicht. Vielleicht finde ich zwischen den Jahren mal Ruhe. Im Dezember nähte ich nur zwei Kissenbezüge und zwei kleine Geschenke aus Wachstuch. Fühle mich kaum noch als echter nähnerd.

Einen Großteil meiner Zeit im Dezember investierte ich in das Dankeschön-Hörspiel für die Me Made Mittwoch Spendenaktion. Es war schön, gemeinsam mit der Crew die Geschichte zu entwickeln, sie zu schreiben, sie aufzunehmen und sie dann zu schneiden. Ich bin ziemlich stolz auf das Ding und freue mich, dass wir/ich uns durch das Projekt durchgebissen haben. Nicht zuletzt bin ich natürlich erfreut und dankbar dafür, dass wir es tatsächlich geschafft haben, für mehr als vier Ausbildungen Geld zu sammeln. Das ist echt großartig. Das sind vier komplette Berufsausbildungen! Vielleicht ist es nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber ich finde es großartig, wenn wir die Kräfte unserer Comunity nutzen können, gemeinsam über den Tellerrand schauen und weit weit weg dabei helfen können, Zukunftsperspektiven zu bieten. Das ist wirklich toll!

Den HosenHerbst verlängere ich bis Ende Januar. Irgendwie war das eine schlechte Planung, die Aktion im Dezember enden lassen zu wollen. Neben dem üblichen Endjahresstress gab es noch viele Nähnerd-Aktionen und wenn ich es richtig verstanden habe, dann gibt es zu Silvester noch das eine oder andere Finale der Herzen. Da müssen wir uns nicht auch noch mit den Hosen dazu stellen. Ich nehme mir im Januar noch mal Zeit für den HosenHerbst und dann machen wir ein krachendes Finale. Versprochen!

Ich wünsche Euch allen schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Egal ob mit neuem Weihnachtskleid oder ohne - macht euch eine schöne Zeit. Von meiner Seite aus wird es bis zum Ende der Ferien bestimmt ruhig, aber den DIY-Jahresrückblick will ich auf jeden Fall irgendwann machen.

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Me Made Mittwoch Visualisierungsübung

Heute müsst ihr euch mein Outfit einfach vorstellen :-) Isch abe kein Foto für dich. Also, ich trage einen alten Rock, den ich plötzlich wieder ganz schick finde und die genähte Strickjacke von neulich. Schwarzes Shirt und schwarze Strumpfhose, rote Schuhe.

Ansonsten stricke ich mir die Finger wund, weil ich letzte Woche noch auf die Schnapsidee kam, eine Mütze und einen Rüschenschal verschenken zu wollen und arbeite fleissig an der Crew-Überraschung als Dankeschön für MMM-Spendenaktion.

Nächstes Jahr nähe ich dann auch mal wieder was und blogge auch darüber. Hoffentlich.

Mehr selbstgenähte Outfits an echten Menschen, sogar mit Fotos, finde ihr wie immer Mittwochs auf dem Me Made Mittwoch Blog. Mein Beitrag ist dort natürlich nicht verlinkt. Das wäre ja auch noch schöner!

Mittwoch, 10. Dezember 2014

MMM - in Hose heute drüben als Gastgeberin


Heute mal wieder drüben auf dem Me Made Mittwoch Blog als Gastgeberin und der Vollständigkeit halber auch hier.

Meine letzten Nähmonate waren ziemlich wild-experimentell und ich muß sagen, meine Näh-Hybris hat dazu geführt, dass ich in den letzten Monaten nicht viel Vorzeigbares produziert habe. Nachdem ich den Badeanzug -leider nur sprichwörtlich - in den Sand gesetzt habe, hatte ich ab Juli Lust, Hosen zu nähen. Das machte ich nicht alleine, sondern im Rahmen der Aktion HosenHerbst.

Das ist meine erste richtige Hose, denn zwei Jerseyhosen, die ich zum Warmwerden nähte, zählen nicht. Die Hose nähte ich nach einem Hosengrundschnitt, den ich zusammen mit einer Lehrerin konstruierte und es bewahrheite sich ihre Prophezeihungen: "es wird nicht leicht" und "eigentlich braucht du für jeden Stoff einen neuen Grundschnitt bzw. zumindest eine Probehose".


Die Probehosen für den Grundschnitt, die ich nähte waren immer wieder zu weit, saßen aber gut. Die dritte Hosen steckten wir dann ab, dass sie nicht mehr ganz so weit war, wie eine Marlenehose, aber das sah an mir stimmiger aus. Genau so eine, wollte ich nun mit einem guten Stoff nähen. Als ich dann mit dem wunderbaren Wollstoff nähte und auch noch auf die grandiose Idee kam, die Hose spontan zu füttern - ohne meine Lehrerin zu fragen, ob ich vielleicht etwas beim Zuschnitt des Futters beachten muß und überhaupt ohne Anleitung, wie man eine Hose füttert - war es ein Desaster.

Die Nähnerds auf twitter feuerten mich aber mit Tipps und Tricks und gutem Zuspruch an, die Hose nicht gleich wegzuwerfen, sondern mich weiter dran zu machen.  Meine Hypothese, dass es an zu engem Futter liegen könnte, bestätigte sich. Als ich das Futter an den Seitennähten löste, so dass es nur noch an der mittleren Beinnaht und der Schrittnaht befestigt ist, konnte ich mich plötzlich in der Hose auch bewegen. Das Innenleben der Hose sieht zwar nun nicht mehr so schön aus, wie geplant, aber jetzt ist sie wenigstens tragbar. Tapfer machte ich sie fertig (hier schrieb ich über die Änderungen) und forschte in meinem Kleiderschrank, was dazu passen könnte.



Obwohl ich einen sehr hohen Bund nähte, gefällt mir die Vorder- und Seitenansicht doch nicht wirklich, so dass ich die Hose vermutlich zwar tragen werde, aber dies wohl doch lieber mit längeren Oberteilen - allerdings: das macht dann, wenn vom Busen abwärts kaschiert wird, wieder genau diese Litfasssäulen-Silhouette, auf die ich eigentlich keine Lust habe....

Die Strickjacke ist gekauft




Sagen wir so. Sie ist garantiert nicht mein vorteilhaftestes Kleidungsstück - aber immerhin kann ich nun nach den Änderungen mit der Hose sitzen, wenn das auch nicht supergut aussieht, weil die Hose an den Oberschenkeln durchaus ein Stückchen weiter sein könnte. Ich würde sagen, es ist eher eine Steh-Hose und ich sollte über Tuniken nachdenken oder vielleicht doch lieber zu den Röcken und Kleider zurück kehren.


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Das sind Luxusprobleme! Insbesondere, wenn ich an das Leben der Frauen in Afghanistan denke, die wir dieses Jahr mit unserer Spendenaktion helfen wollen. 10000 Dank für die unglaubliche Summe, die ihr schon gespendet habt, wir freuen uns wirklich sehr darüber! Bis Weihnachten ist die virtuelle Spendendose noch geöffnet. Mehr Informationen zu unsere Spendenaktion findet ihr hier.

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Aber egal, mögen es Luxusprobleme sein, es ist das, was mich beschäftig und was mich von dem Stress des Alltags ablenkt und entschädigt. Nicht 100%ig gelungene genähte Kleidungsstücke gehören dazu. Ich habe wieder eine Menge dabei gelernt und ich finde, das darf frau beim Me Made Mittwoch durchaus auch mal zeigen!

Wie schaut bei euch aus: alt bewährte Lieblingsstücke oder etwas Neues?

Montag, 8. Dezember 2014

Nähgadgets

Was für eine wunderbare Idee, rechtzeitig vor Weihnachten darüber zu schreiben, welche Nähgagdgets und Näh-Bücher eine toller Wunsch oder eine tolle Anschaffung sein könnten. Wer mag schon Hinstellerchen und blödes Gedöns geschenkt bekommen! Also schreibe ich jetzt mal auf, was ich gerne an Nähwerkzeugen nutze - und was nicht - damit ihr euren Wunschzettel füllen könnt.

Gesammelt werden die Iden bei Frau drehumdiebolzeningenieur. Zu den Büchern komme ich ein anderes Mal. Ich freu mich schon darauf, bei euch zu lesen, was ich noch unbedingt haben müsste.

Heute meinerseits auch "nur Text". Die Zeit ist so knapp. Da muß das reichen.

1. Rollschneider und Schneidematte.

Beides mag ich nicht mehr missen. Ich schneide fast alles damit zu, habe aber die Schere auch zur Hand für kleine Details und die Knipse (Passzeichen). Kragen schneide ich zum Beispiel lieber mit der Schere und überhaupt alles, was ganz genau werden muß. Das zeichne ich sogar vorher an. Aber meist schneide ich mit dem Rollschneider freihand um die aufgelegten Schnitteile.

Mein Rollschneider hat einen Abstandshalter, den ich am Anfang nutze. Mitterlweile habe ich ein gutes Augenmaß für meine üblichen 1,5 cm und die 1 cm für frickelige Details.

Ich besitze eine große Matte (ca. 90 cm) lang und eine kleinere (ca 45 cm lang - ich habe nicht gemessen, weil ich zu faul zum Aufstehen bin). Diese reichen zwar zusammengelegt nicht für alles, aber für fast alles. Weite Rockteile schneide ich eben nur zum Teil mit dem Rollschneider zu und nehme für den Reststoff, der über die Matte heraushängt, die Schere.

Hin und wieder gönne ich meinem Rollschneider neue Klingen. Eine alte Klinge nutze ich als Papierklinge, um Schnitte auszuschneiden.


2. Kreide und Kreidestift
Ich markiere hauptsächlich mit dem Kreidestift und mit Kreidestücken. Der Stift ist ein hübsches Geschenk, weil er in so einem reizenden Kästchen kommt. Ich habe allerdings noch nie die anderen Farben genutzt, weil ich mit weiß und dem Kreidestückchen in pink und gelb, die in meinen Stecknadeln liegen, gut hinkomme.

3. Maßbänder
Ich besitze mehrere Maßbänder. Ein normales, was ich in 98 % der Fälle nutze, eines mit Inches (was ich nie finde, wenn ich es brauche) und eines mit Löchern. Die Löcher sind praktisch, um es in der Taille fest zu machen, um ordentlich zu vermessen. Dazu könnte man aber auch einen Gürtel nehmen.

4. Schrägbandformer
Finde ich gut, nutze ich aber extrem selten. Das Problem damit ist, dass der Stoff in der Diagonalen genommen werden muß, um Schrägband zu erstellen, dass leicht dehnbar ist. Damit verbraucht das Schrägband relativ viel Stoff. Uni-Schrägband kaufe ich lieber, aber ich finde es gut, den Former zu haben, um hin und wieder gemustertertes Schrägband einzusetzen.

5. Sonderfüßchen
Sonderfüßchen besitze ich einige, nutze ich aber nie, weil ich nie Lust und Ruhe habe, mich hinzusetzen und nur zu probieren.

6. Nadelkissen und -Aufbewahrungen
Da gibt es sicherlich einiges. Ich nutze aber nur das schnöde Döschen. Ich habe dieses Magnetding, dass wir ein Lippenstift aussieht und finde es total unpraktisch. Außerdem habe ich zwei Magneten, aber die nutzt auch nur mein Kind zum spielen.

7. Lineale
Zum Konstruieren benutze ich einen Schneiderwinkel und ein Meter-Lineal. Das lange Lineal ist aus Alu und wurde von meinem Kind für Schwertkämpfe genutzt und jetzt ist es verbogen. Ich hätte also lieber ein Plastiklineal, aber das wäre vermutlich bei Kämpfen abgebrochen. Ich habe auch kleine Kurvenlineale, aber die finde ich derzeit nicht, würde sie vermutlich aber auch nicht nutzen.

Das ALLERBESTE Lineal ist mein Geodreieck mit einer Seitenlänge von 30 cm und Handgriff. Das nutze ich wirklich dauernd und insbesondere dann, wenn ich Nahtzugabe ausnahmsweise einzeichne. Das ist aber total billig.

8. Papier
Früher nutze ich Baumarktfolie zum Schnitte kopieren, mittlerweile bevorzuge ich das Schnittmonsterpapier von Stoff und Stil. Es ist umweltfreundlicher und hat für die optimale Dicke und Durchsichtigkeit. Ich nutze es mittlerweile auch zum konstruieren, weil ich es besser zusammen legen kann, als Packpapier. Mittlerweile habe ich es auch in kariert. Für mich ist das Preis-Leistungs-Verhältnis unschlagbar und der Aufwand, es zu beschaffen gering.

Meine fertigen Grundschnitte und Schnitte, die ich besonders liebe, übertrage ich auf Vlies, auch von Stoff und Stil. Das ist so eine Art billiger, dünner Stoff aus dem auch die Stoff und Stil Schnitte sind. Es ist fester als Papier, frau kann es auch mal zusammenstecken oder zusammennähen und es lässt sich leicht und platzsparend zusammenlegen.

9. Scheren
Eine gute Schere ist selbstverständnlich. Immer schön darauf aufpasssen und niemals Papier damit schneiden. Seid auch vorsichtig mit Fleece, Tülle oder Pailletten, auch die machen die Schere stumpf.

Ich habe noch eine Overlockschere, die ich nie nutze und die kleine Stickschere habe ich bei den Handnähsachen, da sie mir zu schwergängig ist. Neben der Nähmaschine liegt meist meine große Stoffschere, da könnte ich eine gute kleine Schere gebrauchen.

Eine Zackenschere finde ich nicht schlecht, meine billige ist allerdings stumpf, nachdem ich Wachstuch damit geschnitten habe. Ich habe zum Beispiel meinen Regenmantel die Nahzugabe mit der Zackenschere geschnitten, weil er ungefütter ist. Das sieht schön aus, machte aber die Schere stumpf.

10. Spulen
Spulen kann frau nie genug haben. Ich habe ca. 30 im Dauereinsatz und lagere sie in einem Ring. Warum der so toll sein soll, ist mir ein Rätsel. Da ich aber zwei davon habe, werde ich nie ein Kästchen ausprobieren können, weil zwei Ringe und die dazugehörigen Spulen reichen.  Der einzige Vorteil des Ringes ist, dass er vorne in das Fach des Nähmaschinendeckels passt.

11. Nahttrenner
Neben dem Nahttrenner in der Nähmaschine habe ich einen zweiten, etwas größeren, der immer zur Hand ist, wenn ich ohnehin schon verärgert bin. dann habe ich nicht auch noch Lust, den Nahttrenner zu suchen.

12 Stecknadeln
Nach ein paar Jahren Nähens, habe ich langsam das Gefühl, dass meine Stecknadeln stumpf werden und das da noch was geht. Ich könnte mir vorstellen, dass es sinnvoll wäre unterschiedliche Stecknadeln für unterschiedliche Verwendungszwecke zu haben.

13. Ein Koffer für Garne
Ich habe einen Koffer für Garnrollen. Der ist wenig schön aber praktisch, weil ich ja kein Nähzimmer habe und immer alles wegräumen muß. Am Anfang dachte ich "der ist ja riesig". Mittlerweile ist er tatsächlich fast voll.

Overlockkronen habe ich in einer Kiste und vermutlich genug für die nächsten 10 Jahre. Ich habe verschiedene Farben, nutze aber in 95% der Fälle nur schwarz und weiß. Wenn ich mit der Overlock zusammennähe, wechsele ich manchmal die ganz linke Krone für die passende Naht.

Irgendwie ist das noch nicht alles, aber die Zeit rennt, Weihnachten rückt näher und ich habe keine Zeit zum Schreiben mehr. Aber vielleicht ist für die eine oder andere ja doch etwas nützliches dabei.


Montag, 1. Dezember 2014

HosenHerbst: Defilée und Resumée

Herzlich willkommen zum letzten Monat des HosenHerbstes. Wie geht es euch? Kam der Dezember für euch auch so plötzlich?

Ich war letzte Woche in Urlaub und schaffte es, vor dem Abflug nicht mehr, mich adäquat auf das große HosenHerbst-Finale vorzubereiten. Weder habe ich eine, genauer gesagt die Hose fertig, wegen der die ganze Aktion überhaupt entstand, noch hat es geklappt, den Beitrag dazu zu schreiben, der eines Finales würdig wäre. Aber egal: dieser spontane und ganz anders organisierte Sew Along hatte von Anfang an das Ziel, keinen Stress aufkommen zu lassen.

Da wir uns stets am Anfang UND am Ende eines Monats treffen, ist ja heute eigentlich auch noch gar kein richtiges Finale. Die letzten drei Tage im Dezember sind unser offizielles Finale und da die eine oder andere zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich auch Urlaub macht, werde ich am Ende des Monats die Linkliste dann ein paar Tage länger auflassen und zwar bis zum 6.1. Also spätestens wenn ihr den Tannenbaum entsorgt, solltet ihr daran denken, eurer Hosen-Resumée zu veröffentlichen und zu verlinken.

Dezember
1. Dezember 2014: Defilée und Resumée
Zeigt her eure Hosen? Seid ihr zufrieden? Tragt ihr eure Hosen? Mit was kombiniert ihre eure Hosen (Oberteile, Jacken, Schuhe)? Näht ihr noch weitere Hosen? Warum? Oder warum nicht?

Heute wollte ich eigentlich zur Einstimmung zwei Interviews zum Thema Hosen veröffentlichen. Doch leider habe ich nur von einer Interviewpartnerin bisher Antworten erhalten. Das ist ein bisschen wenig, ich bleibe also im Laufe des Dezembers noch dran und versuche noch mehr über Hosen von unterschiedlichen Expertinnen zu erfahren. Und natürlich nähe ich auch noch die Hose, damit ich auch ganz persönlich resümieren kann.

Damit ihr zum Thema Hosen bis zum Ende des Monats nicht ganz auf dem Trockenen sitzt (sicherlich habt ihr, wie die meisten Menschen im Dezember unendlich viel Zeit und Langeweile...haha), empfehle ich euch den spektakulären Beitrag (mit ganz vielen Bildern) von Suschna zum Thema "Hosen an der Heimatfront: Frauenbeinkleider 1914 - 1918" anzuschauen! Danke Suschna!

Und für die ganz Fleissigen, die stolz zeigen und fröhlich resümieren wollen, gibt es natürlich auch jetzt schon eine Linkliste. Vorhang auf!




Hier findet ihr weitere Informationen zum HosenHerbst (Ablauf Inhalte und Teilnahmeregeln).

Die bisherigen Monatsthemen:

August: Hosenformen, Hosenmoden, Hosenschnitte (hier und hier)
September: Passform I - Ansprüche
Oktober: Im Detail liegen die Tücken
November: Passform II - Mängel erkennen und beheben
Dezember: Defilée und Resumée