Sonntag, 29. Juni 2014

Bade Nixen Sew Along - kein Finale, denn es ist noch nicht aus mit mir und den Nixen



Tja, diese Sew Alongs, die sind einfach nichts für mich. In den letzten Wochen fühlte ich mich nur gehetzt und obwohl sich zusätzliche Nähzeit ungeplant ergab, bin ich trotzdem weit hinter dem Soll. Kurz und gut: ich bin alles andere als fertig mit dem Bombshell.

Trotzdem sind Sew Alongs klasse: sie treiben mich an, etwas Neues zu probieren. Sie sind Inspiration und Mutmacher. Ich habe es einfach nur nicht so mit den Zeitplänen. Statt mich zu motivieren, frustrieren mich die Zeitpläne nur. Beim Untendrunter Sew Along bin ich irgendwann ausgestiegen aus den Terminen und der pünktlichen Berichterstattung und für mich war das gut so. Ich habe im stillen Kämmerlein weitergenäht und freue mich an meinen zwei neuen Unterröcken. Trotzdem plagt mich ein schlechtes Gewissen, denn der Ausstieg aus den Terminen bedeutet auch, dass ich nur nutznieße aber wenig gebe. Letztlich steige ich so aus, aus der gesammelten Wissensammlung.

Als auf twitter die Idee aufkam, Badeklamotten zu nähen und Lotti dazu überredet wurde, den Sew Along zu organisieren, zweifelte ich von Anfang an: der Zeitplan, der Bedarf? So richtig konnte ich mich mit der Idee nicht anfreunden. Auch die Motivation á la "die Linkliste ist eine Woche offen", half nicht. Trotzdem leckte ich Blut und der Lemming in mir wollte mitmachen, trotz oder auch gerade wegen des Themas, denn Badeklamotten brauche ich selten (und habe erstaunlicherweise Kaufklamotten, die einigermaßen gehen) und ich werde ganz sicherlich keine Tragefotos von mir mit dem möglichen Ergebnis hier im Blog zeigen. Bei aller "ich steh zu mir selbst"-Dings und dem ganz klaren Wert von Fotos mit Me-Made-Teilchen, neeee, meine Oberschenkel sind einfach nicht fotogen, da nützt der schönste Badeanzug obendrüber nichts.

Trotzdem geriet ich im Laufe des Sew Alongs in Nixen-Rausch. Die Materialbestellungen, ja Plural, waren wesentlich teurer, als ich beim Zögern vor dem Projekt gedacht hätte. Natürlich kann ich es mir schönreden, von wegen ich hatte ja Geld zum Geburtstag geschenkt bekommen und ich könnte daraus sicherlich zwei Badeanzüge und mindestens einen Bikini nähen, aber Fakt ist: es hat nen Haufen Geld gekostet, dieser Nixen-Rausch. Nach der ersten Stoff-und-Kurzwaren-Bestellung mußte ich noch mal Badefutter nachkaufen, weil der "Probe"-Badeanzugstoff von Stoff und Stil dazwischen kam, es dort aber kein Badefutter gibt. Dann hatte ich nicht genügend Badegummi, also mußte der Probeanzug mit Framilonband aus dem Lager auskommen. Soweit, wie ich ihn jetzt genäht habe weiß ich


  • die FBA ist nicht ganz korrekt - zwischen den Beinen war zu viel Stoff  vorgesehen, das habe ich freihändig am Stoff korrigiert und das kam gut hin. Hier und da ist zu viel, da und dort etwas zu wenig Stoff, aber dafür ist ja auch ein Probeteil ein Probeteil.
  • Badestoff zu nähen geht mit meiner Maschine
  • brauche ich definitiv noch eine Lösung zur Stabilisierung der Brüste. Ein Unterbrustgummi und Powernet irgendwie irgendwo rangebastelt, hält vermutlich nicht genügend aus. 


Heute habe ich noch mal Cups bestellt und Badegummi und damit sich die Bestellung dann auch lohnt, noch mal nen günstigen Badestoff plus Futter. Auch wenn ich immer noch meine Zweifel habe, ob es für mich überhaupt sinnvoll ist, so etwas zu nähen, bin ich etwas angefixt und will weiter probieren, so mich die Motivation nicht verlässt und ich irgendwann irgendwie Zeit finde.



Lange Worte, kurzer Sinn. Hier seht ihr mein Probemodell "Bombshell" fertig, bis auf den Brustbereich und die Träger. Ob ich noch einen "richtigen" Bombshell aus dem eigentlich geplanten rosarotem Badestoff  nähen werde, bezweifele ich. Denn so richtig vorteilhaft finde ich noch nicht, was ich sehe, aber das liegt vielleicht auch an meinem starren Blick auf die Oberschenkel und die Brüste, die beim derzeitigen Stand des Modells hängen, wo sie nicht sollen. Von hinten ist es nicht sooo schlecht. Nach dem Lesen der Sew Along Beiträge der letzten Wochen habe ich auch den Wunsch aufkeimen spüren, einen Fatkini zu nähen. Der Bombshell hat schon sehr viele Lagen Stoff, da wäre ein schickes Oberteil (ein BH-Schnitt, der mir passen könnte, dürfte doch aufzutreiben sein) und so eine Mörderhüfthose doch irgendwie cool. Außerdem gefällt mir das Wort Fatkini. Das nennt es beim Namen. Es ist zwar etwas deftig, aber wann, wenn nicht in Badeklamotten wird sichtbar, was da ist. So ein Fatkini ist dann doch noch mal eine Nummer emanzipatorischer als ein Bombshell.

Trotzdem träume ich schon davon, dass der Bombshell irgendwann fertig wird - nicht zuletzt träume ich davon, mit den #nähnerds - alle im Bombshell - einmal synchron zu schwimmen! Vielleicht klappt das ja mit den Cups aus Österreich. Weil ich mit den Größen unsicher war und diese nun wirklich nicht teuer sind, habe ich gleich 3 Paar bestellt. Ihr seht, ich bin mit dem Thema noch nicht durch, denke aber, dass ich mit großer Wahrscheinlichkeit, meinen rosaroten Badeanzugstoff von sewy weiterverkaufen würde, falls eine Interesse hätte.

Danke Lotti, dass du den Sew Along organisiert und uns virtuell das Händchen gehalten hast. Ich werde am Thema dranbleiben, Ergebnisse zeigen und auf deine Aktion verlinken. Danke auch an die anderen Teilnehmerinnen, die beratenden #nähnerds auf twitter und die Teilnehmerinnen des Bombshell Sew Alongs vom letzten Jahr!

Die anderen, erfolgreicheren Teilnehmerinnen als ich des Badenixen Sew Alongs findet ihr bei Lotti auf ihrem Blog Faden verloren. 

Mittwoch, 25. Juni 2014

MMM - als Gastgeberin mit Blick aufs Untendrunter



Heute mal wieder drüben auf dem Me Made Mittwoch Blog als Gastgeberin - der Vollständigkeit halber auch hier:

Heute zeige ich euch meinen neuen Tellerock. Es ist ein halber Teller aus einem Stoff, den ich dank Frau Nahtzugabe auf dem Markt am Maybachufer entdeckte und sehr sehr liebe. Seltsamerweise wurde der Rock, trotz großer Begeisterung meinerseits, erst Wochen nach dem Beginn des Nähens fertig...

Stoff: Baumwolle vom Markt am Maybachufer in Berlin
Schnitt: halber Teller, selbstgemacht
Bemerkungen: Bund mit Reißverschluß und Knopf, Saum mit schmalem Schrägband




... Ich war sehr lange unschlüssig, ob ich den Rock füttere oder nicht. Der weißgrundige Stoff ist wunderschön, aber auch etwas durchsichtig. Je weniger ich den Sommer gewöhnt bin, umso schamhafter bin ich. Da kam mir der Untendrunter Sew Along sehr entgegen. Ich nähte zunächst einen stufigen Unterrock aus Voile, der entsorgt werden mußte, weil er am Baumwollrock klebte. Als nächstes nähte ich einen fluffig leichten stufigen Unterrock aus weißem, weichen Tüll, der sich bereits sehr gut bewährte, obwohl er ein bisschen empfindlich ist..


weicher Tüllunterrock
Stoffweicher Tüll und Charmeuse (Jerseyfutter) für die oberste Stufe
Schnitt: nach meinen Maßen nach dieser Anleitung
Bemerkung: für den Bund habe ich einen Tunnel für ein Gummiband genäht. Die Tüll-Lagen sind nicht gesäumt.

Am Wochenende vollendete ich noch einen dunkelblauen Unterrock, aus festerem Tüll. Auf die Idee, mit Futterstoff und zwei Lagen Tüll einen Unterrock zu nähen, kam Catherine von allures-und-couture, die auch den Untendrunter Sew Along veranstaltete und ausführliche Testreihen zum Thema Untendrunter startete. Sie nähte diesen innovativen, wunderschönen Unterrock

                                      "Patent"-Unterrock von allures-und-couture

und war so begeistert, dass sie uns an ihrem Erfolgsrezept teilhaben ließ. Danke dafür! Mein dunkelblauer Unterrock trägt sich auch wunderbar (*raschelraschel*) und ich finde, er geht auch gut unter dem weißgrundingen Rock, wenn ich dazu ein blaues Shirt und blaue Schuhe trage. Für euch - und dem Paketboten, der gerade klingelte, als ich fotografierte - ein Foto vom Unterrock ohne Rock darüber.



Unterrock á la allures-und-couture
Stoff: zwei Lagen Tüll, darunter eine Lage Acetat-Futter
Anleitunghier
Bemerkungen: der Bund ist ein Gummiband, seitlich habe ich einen Reißverschluß eingenäht. Der Tüll ist mit schmalem Satinschrägband gesäumt. Alle drei Lagen sind als halber Teller zugeschnitten.

Nun aber ein ordentliches Foto, mit dem Blumenrock und dem blauen Unterrock darunter. Man sieht ihn leicht durchschimmern, dadurch leuchtet das Weiß ein bißchen anders. Durch den Tüllunterrock á la allures-und-couture bekommt der Rock etwas Stand, raschelt schön beim Tragen, ist es wärmer und "angezogener".

                                      mit blauem Unterrock á la allures-und-couture 


Den weißen Unterrock aus weichem Tüll finde ich aber unter dem geblümten, weißgrundigen Rock noch ein bißchen besser, denn das sommerlich Leichte wird durch den hauchzarten Unterrock noch unterstützt, ohne, dass ich mich komplett nackt fühle.


                                          mit weißem, weichem Tüllunterrock

Natürlich habe ich auch die Variante "ohne Unterrock mit hautfarbenen Slip" getestet und siehe da, es geht auch. Der Rock fällt etwas gerader runter, aber soweit ich es erkennen kann, ist er eigentlich gar nicht so durchsichtig, wie ich befürchtete.

                                                           ohne Unterrock

Mehr selbstgemachte Outfits an echten Menschen findet ihr wie immer Mittwochs auf dem Me Made Mittwoch Blog.

Montag, 23. Juni 2014

Noch nen Unterrock



Nachdem ich mit meinem weißen Unterock aus weichem Tüll erst einmal "skeptisch-zufrieden" war, sprang ich gleich auf die Idee von Catherine an, einen Unterrock aus festerem Tüll zu nähen. Mein "weicher Petticoat" fühlt sich zwar toll an, ist aber so leicht und luftig, dass ich jedes Mal Sorge habe, dass ich ihn zerreißen könnte. Mal schauen, wie ich den bei Gelegenheit noch ein bißchen patchen kann, damit er mir "mehr Sicherheit" gibt. In dem oben verlinkten Beitrag schreibe ich genaueres über den weichen Petticoat.

Auf dem Bild oben, seht ihr nun den neuen marinefarbenen Unterrock. Nein, so solo werde ich ihn nicht tragen! Ich weiß gar nicht, wie ich den neuen dunkelblauen Unterrock nun nennen soll. Ein Petticoat ist er irgendwie nicht, weil ich mir einen Petticoat immer gerüscht vorstelle. Aber ein Unterrock ist es auch nicht, denn ein Unterrock ist eigentlich glitschig und aus Futterstoff. Auf jeden Fall ist er eine Erfindung von Catherine *tusch* und deswegen nenne ich ihn den "Unterrock á la allures-und-couture". Von Catherine ist die Idee und bei ihr findet ihr auch die Anleitung, wie so ein Unterrock zu nähen ist.

Da ich genügend Futterstoff hatte, habe ich alle drei Lagen (Tüll, Tüll, Futter) als halben Teller zugeschnitten, die eine Seitennaht geschlossen und auf die andere Seite ein Reißverschluß eingenäht. Zunächst nutze ich, wie üblich, einen nahtverdeckten Reißverschluss. Das war allerdings eine Schnapsidee, wie ich schon beim ersten Schließen feststellen musste, als sich der Tüll im Reißverschluss verhakte. Also trennte ich ihn wieder raus und fand aber glücklicherweise in den Vorräten noch einen normalen Reißverschluss in anthrazit. Merkt kein Mensch. Als oberen Bund nähte ich ein 4 cm breites schwarzes Gummiband, das ich auch noch im Lager fand. Ich tüftelte ein bisschen, wie ich das annähe, damit es gut aussieht und trotzdem die Nahtzugaben nicht kratzen. Trotz Tüfteln kratzen sie, es ist eben nur ein einlagiger Bund. Da überlege ich  mir vielleicht noch mal was. Im Nachhinein hätte ich mir den Reißverschluss sparen können, da ich eine sehr geringe Hüft-Taillen-Differenz habe, aber noch mal trenne ich ihn nicht heraus.

Aussehen tut dieser Unterrock etwas ungewöhnlich. Er hat etwas von Faschingsrock und fühlt sich auch so an. Als Kind wünschte ich mir mal ein Prinzessinnenkostüm und meine Mutter kaufte ein hellblaues Nachthemd und nähte auf das Rockteil einfach eine Lage Tüll darauf. Trauma! Ich wollte doch ein knisterndes rosa/goldenes gekauftes richtiges Prinzessinnen-Plastikkleid! Der neue Unterrock ist eine Mischung aus beiden. Glücklicherweise ist die unterste Lage raschelndes Acetat-Futter und kein Baumwollnachthemd. Der Unterrock trägt sich fein, das wurde heute natürlich gleich unter dem roten Lieblingstellerrock ausprobiert: er raschelt ein bißchen und gibt ein "Unterrock-Gefühl" und dem Rock Stand, ohne zu bauschig zu sein. Mittlerweile finde ich ja, dass ich verschiedene Unterröcke brauche, je nach Laune. Wer hätte das vor ein paar Jahren gedacht!

Im Zuge des Unterrock-Nähens habe ich mich etwas mit Materialien schlau gemacht und weiß nun, dass es tatsächlich einen Unterschied, zwischen Viskose-Futter und Acetat-Futter gibt. Beide Materialien sind zwar Kunstfasern aus Naturstoffen (Holzbrei), aber Viskose kann noch mehr Feuchtigkeit aufnehmen als Acetat und lädt sich deswegen noch weniger statisch auf. Die Reihenfolge, Qualität absteigend, für Rockfutterstoffe ist also: Viskose, Acetat und ganz unten und eigentlich nicht akzeptabel Polyester. Eine Verkäuferin meinte, dass Triacetat super wäre, aber in meinem sehr geliebten, aus der Bücherhalle ausgeliehenen Materialkundebuch steht, dass sich dieses auch mehr auflädt, als Viscose. Mangels farblich passenden und schönem Viskosefutter habe ich mich bei diesem Modell nun mit Acetat beholfen. Catherine meinte, dass der weiche Polyestertüll, den ich für den weißen Rock verwandte, möglicherweise auch weniger optimal wäre, als der Brauttüll aus Nylon. Wir werden sehen. Es ist noch eine Testphase. Ich vermute mal stark, dass sich beide Unterröcke bewähren werden und dann kann ich immer noch einen Weißen á la allures-und-couture aus Brauttüll und Viskosefutter machen und andere "Weiche" aus dem großen Farbspektrum, die Stoff und Stil zu bieten hat. Jetzt weiß ich ja, wie es geht.

Mittwoch, 18. Juni 2014

MMM - wo ist der Hartmut reloaded


Den Hartmut (eine Walkjacke aus dem Jahr 2011) habe ich heute glücklicherweise nicht an, denn es ist schönes Wetter; aber meine neue Strickjacke mit den eingestrickten Herzchen. In Berlin gekauft, kunstvoll vergessen und dann nach 3 Wochen endlich zum Geburtstag geschenkt bekommen. Kaufkleidung! Puh, aber immerhin über selbstgenähtem Kleid vom letzten Sommer und selbstgenähtem untendrunter - später mehr. Leider finde ich Wickeljacken etwas umständlich, so dass ich bei Gelegenheit noch eine rote Strickjacke stricken werde. Aber egal, jetzt freu ich mich erstmal an der neuen Herzchenjacke (von King Louie).




Unter dem Kleid seht ihr, dank intelligenter Pose, meinen neuen Unterrock blitzen. Als nachträgliches Ergebnis des Untendrunter Sew Alongs und meinem mißlungenen Sommer-Petticoat aus Voile habe ich noch einen aus weichem Tüll von Stoff und Stil genäht. Er funktioniert, scheint mir aber ein bißchen empfindlich (sehr dünnes Material, könnte eventuell leicht reißen) und klebt, wie der andere Petticoat auch, gerne mal am Po, nach dem Sitzen fest, was zu doofer Fummelei führt. Ich mag ihn aber trotzdem, denn er ist nur halb so bauschig, wie mein gekaufter Petticoat und dementsprechend auch nur halb so warm.  Er fühlt sich sehr schön an, ist aber extrem durchsichtig und wohl als Unterrock für meinen weißgrundigen, immer noch nicht vollendeten, Blumenrock auch nicht geeignet. Wenn sich dieser Unterrock ein paar Wochen dauerhaft bewährt hat, nähe ich vielleicht noch die eine oder andere Farbe. Genäht ist er nach meinen Maßen und dieser Idee (via Frau Kleidermanie).


Die obere Stufe ist doppellagig aus Jerseyfutter mit einem Gummizug im Tunnel und dann kommen zwei Stufen weicher Tüll. Alles ist mit normalem Zickzackstich zusammen gefügt und der Tüll ist unversäubert. Ich hatte erst überlegt, unten noch eine Spitze anzunähen, aber schlussendlich sind es in der untersten Stufe 8 zusammengenähte Bahnen á 1,40m, d.h. eine Saumweite von 11.20 m. Das wäre dann doch zu teuer geworden. Als faules Mädchen habe ich den Tüll mit normalem Geradestich gekräuselt, was ich durch Zufall entdeckte, als ich mal den falschen Stich eingestellt hatte. Da ich zweimal Tüll nachkaufen mußte, weiß ich nicht, wieviel Tüll ich genau brauchte, ich vermute aber, es waren ca. 2,60 m, die ich in 20 cm breite Bahnen mit der Küchenschere schnitt (damit die Stoffschere nicht stumpf wird) Bei einem Meterpreis von 3,95 € hält sich die Investition aber auch in Grenzen.

Mehr selbst gemachte Kleidung an echten Menschen findet ihr wie immer Mittwochs auf dem Me Made Mittwoch Blog; heute mit als der wunderbar verrückten Frau talentfreischön als Gastgeberin. Wie großartig, dass sie - ganz wissenschaftlich - zwei Kleider nach zwei Lieblingsschnitten aus dem gleichen Stoff näht, um die Schnitte besser zu vergleichen. Das ist wahrer Nähnerdismus! Großartig!

Dienstag, 17. Juni 2014

Badenixen Sew Along - Fortsetzung




Ehrfürchtig fasse ich die Materialien aus dem Paket von sewy an. Das ist echt ne andere Welt! Mit so etwas, habe ich noch nicht gearbeitet. Immerhin habe mich mich getraut, die Stoffe schon mal zu waschen. Erst hielt ich das mit dem Vorwaschen für nen Witz, aber dann dachte ich, dass ich ja auch hinterher, wenn auch selten, einen Badeanzug mal in der Maschine wasche.





Den Schnitt habe ich zusammengeklebt und ausgeschnitten. Jetzt ist es allerdings so, dass mir an allen drei angegebenen Maßen ein paar Zentimeterchen fehlen. Ohne ein Probemodell, ist es allerdings schwer herauszufinden, wo genau wie viel fehlt. Allerdings ist ein Probemodell aus irgendeinem Jersey wahrscheinlich auch nicht sonderlich aussagekräftig. Was tun?

Da ich über das "rosarot" meines gewählten Stoffes, das sich eher wie neonpink macht, doch etwas erschrocken war, habe ich mir noch einen schwarzen Badeanzugstoff von Stoff und Stil gegönnt. Doch welches wird nun das Probemodell? Auch wenn ich nach wie vor seltsam schaue, wenn ich den teuren pinken Badestoff anschaue, wird es wohl ein schwarzes Probemodell, denn der Stoff fühlt sich nicht so hochwertig an. Allerdings habe ich dazu kein schwarzes Badefutter. Das muß ich dann wohl nachbestellen, sollte er passen.

Zunächst überlegte ich, rundum am Schnitt einfach ein paar Zentimeter zuzugeben und freihand die Rundungen neu zu zeichnen. Anschließend fiel mir ein, dass die kritische Stelle vermutlich am Busen ist. Die Abweichungen zwischen den Größen erscheinen mir minimal am Schnittmuster in Hinblick darauf, dass ich doch erhebliche Abweichungen bei Brüsten beobachten kann. Üblicherweise muß bei mir bei Fertigschnittmustern eine FBA gemacht werden, dh. eine Vergrößerung im Brustbereich, ohne untenrum einen Sack zu produzieren. Gestern abend habe ich mal dran gemacht, eine FBA zu probieren und sie extra für euch mit grünem Papier hinterklebt, damit ihr seht, was ich gemacht habe. Ich habe ordentlich zugegeben, nach dem Motto "anschließend kleiner machen geht immer irgendwie". Natürlich entsteht ein Brustabnäher, über den ich zunächst unglücklich war. Aber treu dem Motto "Abnäher sind Freunde", werde ich es mit ihm versuchen, falls es nicht mit Rand kräuseln zum Stoff verteilen geht.



Von links nach rechts: Vorderteil außen, Vorderteil Futter, Rückenteil außen


Ich habe das Außenteil auch vorne und hinten etwas verlängert, denn ich bin nicht nur breit sondern auch groß. Obwohl Einige schrieben, dass das nicht nötig sei, vermute ich doch, dass ich dieses mehr an Stoff gebrauchen kann. Ihr wisst schon, Masse sucht sich ihren Platz und bei denjenigen, bei denen die Verlängerung nicht nötig war, ist vielleicht auch nicht so viel in die Breite gezogen worden. Das Futterteil habe ich nur soweit verlängert, wie es sich aus der FBA ergab. Eine zusätzliche Verlängerung habe ich nicht gemacht, da ich in anderen Beiträgen las, dass das Badefutter dazu neigt, nass größer zu werden und dann heraushängt.

Ich bin sehr gespannt, ob das, was ich mir ausgedacht habe, hin kommt. Aus Mangel an Zeit und auch vermutlich an Mangel an Aussagekraft, werde ich wohl kein ProbeProbeModell aus anderem Jersey nähen. Oder habt ihr ne Idee, ob ich vielleicht nur das Innen oder das Außen zur Probe nähen sollte?

Ein Rätsel sind mir auch noch die Nadeln. Auf Twitter oder in einem eurer Beiträge las ich irgendwas über Elastiknadeln, die vielleicht etwas anderes sind als Jerseynadeln? Ich bin ja eher ne Nadelschlampe und schon stolz auf mich, wenn ich beim Jeans nähen an die Jeansnadel denke. Muß ich noch spezielle Nadeln kaufen oder reichen die Jerseynadeln?

Wie es den anderen Badenixen des Sew Alongs geht, seht hier hier versammelt! Danke Lotti!

Montag, 16. Juni 2014

Auf Nummer sicher



Letzte Woche beichte ich bereits, dass mein "WM-Jäckchen" eine fantasielose Kopie der Jacke einer Teilnehmerin des Frühlingsjäckchen Knit Alongs ist. Wie schön, dass ich Absolution bekommen habe, aber eigentlich wollte ich noch über etwas ganz anderes schreiben.

In den letzten Monaten hatte ich mehr und mehr das Gefühl, dass ich - negativ betrachtet - nur noch "auf Nummer sicher nähe". Ich nähe bevorzugt in Reihen:


  • 3 halbe Tellerröcke
  • 3 Frau Kirsche Kleider
  • 8 Ajaccio-Kleider seit April 2013
  • 2012 3 x Kleid Texel




Und nun das Jäckchen-Plagiat. Mir fällt das immer auf, wenn ich kurz davor bin, Gastgeberin beim Me Made Mittwoch zu sein (nächste Woche bin ich wieder dran) und das Gefühl habe, dort etwas unheimlich spektakuläres zeigen zu müssen. Das stimmt natürlich nicht, beim MMM ist alles erlaubt - auch das Zeigen der 100. Version des selbstgenähte Lieblingsrockes oder genähte Kleidungsstücke, die wiederholt gezeigt werden, weil sie einfach gerne angezogen werden. Theoretisch stimmt das zwar, aber als Gastgeberin fühle ich schon mehr Druck, wenn ich auf der großen Bühnen stehe.

Manchmal muß ich aber auf mich selbst aufpassen, dass ich mich mit Selbstkritik nicht runterziehe. Dann fasse ich mir an die eigene Nase, statt, wie gewohnt bei anderen klugzuscheißen, und ermahne mich, das Positive zu sehen, statt nur an mir herumzumäkeln.




Wenn ich also mein Nähwerk der letzten Monate anschaue, dann lässt sich doch, positiv gesehen, ganz eindeutig etwas sagen: ich habe ein paar Schnitte gefunden, die funktionieren. Ich habe endlich Schnitte gefunden, die einfach zu nähen sind, von denen ich weiß, dass sie mir stehen und Kleidungsstücke produzieren, die ich gerne trage. So gesehen ist das doch ein riesiges Erfolgserlebenis und kein Grund rumzumäkeln. Mag sein, dass die Ergebnisse unspektakulär für sensationsheischende ZuschauerInnen sind und vielleicht ein bißchen zu langweilig, um sie zu verbloggen, aber letztlich ist das doch genau das, was ich wollte! Eigentlich ist das doch der Traum jeder Konsumentin und jedes Konsumenten, ein geliebtes Kleidungsstück in jeder gewünschten Farbe/Muster/Material einfach haben zu können. Das ist doch perfekt!

Mit den Strickjäckchen ist es letztlich genauso. Ich habe meine Wollstärke gefunden, mein Material und im Groben eine Anleitung, die ich verstehe, die funktioniert und die Jäckchen produziert, die mir passen. Ich weiß, was für ein Jäckchen ich von der Form mir vorstelle, schaue in den Kleiderschrank, um festzustellen, welche Farbe fehlt und suche mir aus der Vielfalt der Muster, die ich in Musterbüchern oder bei Aktionen wie dem Frühlingsjäckchen Knit Along finde einfach ein Muster aus, das mir gefällt und mich beim Stricken unterhält. Das ist doch perfekt! Das ist die Autarkie, die Unabhängigkeit vom begrenzten Sortiment an Kaufklamotten, die wir uns wünschen.




In diesem Sinne werde ich wahrscheinlich in den nächsten Monaten noch diverse Strickjäckchen stricken, Sinnesfrid-Strickwesten, Tellerröcke und Frau Kirschekleider nähen - immer mit einem triumphierenden Lächeln auf dem Gesicht, weil ich einfach weiß, dass es gut wird. Und hinter den Kulissen bastele ich weiter an selbstgemachten Schnitten herum, ans Probemodellen, an Petticoats und Unterkleidern und an Badeanzügen. Und wenn mir danach ist, werde ich von Erfolgen und Misserfolgen berichten.

Freitag, 13. Juni 2014

Schnittkonstruktionsunterricht 13: Am Jeans-Jackett rumfummeln

Ich habe schon lange nichts mehr über meinen Schnittkonstruktionsunterricht geschrieben, weil ich keinen Unterricht hatte. Irgendwie passten Leben und Lernen in den letzten Wochen nicht zusammen, aber heute war ich endlich mal wieder bei meiner Lehrerin.

Stand der Dinge war, dass ich den überarbeiteten Jackett-Grundschnitt zum dritten Mal nähen sollte. Jetzt ist es aber so, dass mich Probemodelle etwas nerven. Sie kosten Zeit und Geld und ich finde, beim 3. Probemodell darf durchaus etwas Tragbares herauskommen. Also investierte ich dieses Mal in einen schönen Jeansstoff. Jeans deshalb, weil es eigentlich als nächstes darum geht, aus dem rote Stoff, aus dem ich den Tellerrock nähte, ein Jackett zu nähen und dieser ist einem Jeans schon sehr ähnlich. Jetzt wäre ich natürlich nicht FrauCrafteln, wenn ich nicht wieder eigene Ideen in das Projekt schummeln würde. So ein braves Jackett nach Grundschnitt ist ja dann doch nix für mich, also schummelte ich ein Schößchen dran, rundete die vorderen Ecken stark und das Revers ein bißchen. Als ich es zuhause nähte und anzog, mußte ich einsehen, dass Zusammenbasteln noch lange nicht Design ist und meine Ideen nur begrenzt gut aussahen.

Also ging es in der heutigen Stunde darum, theoretisch zu lernen, wie ich hätte das Schößchen konstruieren können (statt einfach nur den Gertie-Blazer irgendwie zu imitieren) und an dem Jeansmodell und dem Schnitt, den ich dafür gemacht hatte rumzudoktoren, dass etwas Tragbares heraus kommt. Den Entenpopo, den ich hinten erzeugt hatte, durfte ich wieder wegnähen und -schneiden, an den Seiten etwas raus und die Abnäher wurden noch mal nachgearbeitet - immer in Verhandlung, wie ausgestellt es denn nun sein soll und da gingen die Vorlieben von mir und meiner Lehrerin doch ein bisschen auseinander. Anschließend konstruierten wir die Belege und begannen den Kragen zu nähen. Ihr erinnert euch sicherlich an das Dreckskleid letztes Jahr, bei dem mich und anderen der Hemdblusenkragen doch einiges an Nerv kostete. Schnittkurs heißt zwar das, was ich bezahle, aber wer sagt denn, dass ich da nicht auch etwas nähen lernen kann. Ich fand den Vorschlag, so einen Kragen gemeinsam zu nähen, jedenfalls sehr pragmatisch. Ganz fertig sind wir damit nicht geworden, aber das macht nichts, denn als Hausaufgabe darf ich noch Einlage aufs Futter bügeln, den Futterschnitt machen und den einen Ärmel noch mal neu einsetzen. Damit bin ich auch beschäftigt und nächste Woche, nach dem nächsten Termin, ist ein fertiges Jeansjackett dann in greifbarer Nähe.

Ich weiß gar nicht genau, wie ich dann weiter machen möchte. Irgendwie muß ich erst mal eine ganze Menge Probieren und Übung bekommen - und die ganzen Schnittkonstruktionsbücher lesen, die ich zum Geburtstag bekommen habe. Vielleicht mache ich dann erst mal eine Pause, obwohl ich noch ein paar Stunden gut habe. Oder wir widmen uns dem Rockgrundschnitt, das schadet sicherlich auch nichts. Mal schauen. Obwohl mir der Tag heute nicht wirklich viel Freude bereitete, war es doch eine Wohltat, mich zwei Stunden diesen erfreulichen Dingen zu widmen.

Donnerstag, 12. Juni 2014

Geständnisse



Es gibt was zu beichten. Ich bin zwar nicht katholisch, aber praktisch wäre es schon, wenn anschließend wieder alles gut ist :-) Ich stricke zur Buße auch ne Runde oder zwei.

Das weiße Ding ist mein WM-Jäckchen. Ich weiß, ich weiß, eigentlich hat die Fußball Weltmeisterschaf noch gar nicht richtig begonnen. Gefühlt hat sie das aber, denn schließlich werden wir allen Orten mit Produkten konfrontiert, die eigentlich gar nichts mit Fußball zu tun haben, aber trotzdem verschwarzrotgoldet sind oder mit Fußballern verziert. Von den unzähligen Fähnchen ganz zu schweigen. Jedenfalls bekommen meine Projekte ja gerne mal einen Namen und da ich Fußball fürchterlich langweilig finde, brauche ich eben ein Ablenkungsprojekt - schließlich bin ich mit jemand der Fußball schaut verheiratet und wir haben eben nur ein Wohnzimmer. Sollte es also abends zu kühl sein, um den Balkon zu genießen, bin ich dazu verdammt, den Fußballausnahmezustand zu ertragen. Dazu braucht es verständlicherweise ein Strickzeug und da ich praktischerweise immer in Anschluß an den Lanade-Sale Geburtstag habe, bin ich auch gut mit Wollvorräten versorgt. Schaut mal, wie hübsch ich sie vakuumisiert habe.



Ihr wartet auf die Geständnisse? Nun, das war schon eines, denn schließlich bin ich beim Rückenteil schon bei den Armlöchern, obwohl noch gar kein Fußballfernsehterror begonnen hat. Ich mußte einfach den Anfangsschwung nutzen, der sich bei mir gerne bei neuer Wolle einstellt.

Ich habe aber noch ein Geständnis: ich stricke das gleiche Jäckchen wie Frau Nähcafe es als Frühlingsjäckchen gestrickt hat; auch noch in der gleichen Farbe und mit der selben Wolle (Drops Baby Merino). Shame on me! Wie unkreativ! Mein Mann sagt zwar, Plagiat wäre die ehrlichste Form der Anerkennung, aber es war mir immerhin so peinlich, dass ich Frau Nähcafé kontaktierte (die auch noch in der gleichen Stadt wie ich wohnt und unterwegs ist) und um Absolution bat. Glücklicherweise habe ich sie bekommen und darf munter weiter stricken.

Immerhin stricke ich nicht wie sie in einem Teil von oben nach unten, sondern analog zu meinem Frühlingsjäckchen 2012, ganz konservativ, in Einzelteilen. Dann muß ich weniger denken. Das Muster heißt Leafy Lace (und die Anleitung gibt es umsonst hier) und das habe ich aus der Anleitung, ansonsten stricke ich frei Schnauze, so wie ich das auch bei meinem grünen Jäckchen gemacht habe.

Puh, jetzt fühle ich mich besser :-)

Mittwoch, 11. Juni 2014

Badenixen Sew Along: ich bin dabei!



Krass! Ich habs wirklich getan! Ich habe Badeanzugmaterial bestellt und nähe einen rosaroten Bombshell. Ich hätte das am allerwenigsten von mir gedacht, das könnt ihr mir glauben!

Wie es dazu kam

Letztes Jahr war ich schon fasziniert von der Idee, einen Bombshell zu nähen und beobachtete gespannt den Bombshell Sew Along bei Katharina. Dieses Jahr bin ich irgendwie bei dem Stadium angekommen, eigentlich nicht noch 1000 mehr neue Kleider zu brauchen, also fand ich die Idee, einen Badeanzug, in dem ich wohl fühle zu nähen, eigentlich ganz bezaubernd. Manche Kleider trägt frau doch auch nur hin und wieder! Als Lotti zu dem Sew Along auf twitter überredet wurde, zögerte ich noch ein paar Tage. Ich fand es super schwer, mich durchzuringen, die Größe des Schnittmusters zu überprüfen, mich zum Vergrößern zu entscheiden und die zwei Online-Shops die im Gespräch waren, trugen in ihrer mangelnden Übersichtlichkeit auch nicht wirklich dazu bei, mir Mut zu machen.

Heute kamen allerdings drei Dinge zusammen, die mich doch dazu bewogen, mein Glück zu wagen: 1. Über den Me Made Mittwoch, genauer gesagt von Milan vom Blog Nähkollektiv erfuhr ich von der Charity Aktion Perfect Parcel. Dort werden Indie-Schnittmusterdesigner und Kinder unterstützt, in dem frau ein Schnittmusterpaket kauft - aber den Preis dafür und die Aufteilung, wer wie viel Geld anteilig bekommt, selbst auswählt. Diese Aktion finde ich super! Auch wenn mir nicht alle Schnittmuster in dem Paket gefielen, der Bombshell war dabei, also legte ich noch etwas drauf und orderte. 2. war ein Geburtstagsgeldgeschenk. Ich wurde reich beschenkt, letzte Woche und mir fiel eigentlich partout nichts ein, was ich unbedingt "brauche". Als ich aber dann über "Perfect Pattern Parcel" nachdachte, fiel mir dieses Geld ein und ich finde, in einem rosaroten Bombshell und etwas Unterstützung für Kinder und Indie-Designer ist das Geld gut angelegt. Ein Anruf bei sewy.de und ausgezeichnete telefonische Beratung, haben mich dann vollends überzeugt. Ich schwankte noch zwischen braun-getupft und rot, entschied mich dann aber für rosarot nach dem Motto "wenn schon, denn schon", denn dunkle Badeanzüge bzw. einen braunen Tankini trage ich schon mein Leben lang. Hach, ist das aufregend! Danke Lotti, dass du den Sew Along machst!

Ich Expertin hatte übrigens noch vergessen, Badeanzug-Futter zu bestellen! Ein Anruf bei sewy.de und das Paket wurde gesucht, noch mal geöffnet und Futter dazu gelegt. Super netter Service!

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Die Perfect Pattern Parcel Aktion läuft übrigens nur noch bis übermorgen!
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Mehr verrückte, nähnerdige Badenixen findet ihr bei Lotti, die den Sew Along hostet.



Mein PDF-Schnittmuster ist schon zusammengeklebt und wartet drauf, größenmäßig bearbeitet zu werden. Außerdem besitzt ich irgendwo noch ein Stück grottenhässlichen grünen Gymnastikstoff, aus dem ich ein Probeteil nähen will. Der rosarote Stoff ist bestellt und bezahlt und bestimmt schon auf dem Weg zu mir. Das ist der Zeitplan für den Sew Along:

Sonntag  08.06.2014

Linksammlung: Welcher Stoff? Welcher Schnitt? Wo kann ich am besten bestellen? Welche Empfehlungen gibt es bereits? Was brauche ich eigentlich alles? Ich habe schon erste Ideen und könnte mir folgendes Modell/Stoff/Zubehör vorstellen. Ich habe bereits Material Zuhause und lasse mich noch inspirieren. Ich habe folgende Schnitte bereits zur Verfügung und kann mich nicht entscheiden. Was meinst ihr, welches Modell besser zu mir passt? usw.

Dann haben wir über eine Woche Zeit uns zu entscheiden und zu bestellen (und heimlich schonmal anzufangen oder gar fertig zu nähen. kicher)

Sonntag 22.06.2014

Ich hab jetzt alles da und könnte anfangen. Puh, das ist ja flutschig. Gibt es schon irgendwelche Tipps zur Verabeitung? Welche Größe soll ich wohl wählen? Ich habe schon angefangen und bereits folgende Erfahrung mit dem Schnitt/Stoff gemacht. Brauche ich spezielle Nadeln/Garn? Ich steige jetzt noch schnell ein. usw. 

Sonntag 29.06.2014 

Fertig! So sieht mein Badeanzug/Bikini/Shorts aus und ich bin zufrieden/unzufrieden und zwar aus folgendem Grund. Würde ich das Modell erneut nähen? Würde ich den verwendeten Stoff erneut kaufen. Guck mal, ich bin eine Angeberin und habe mir gleich 2 Badeanzüge und dazu noch ein Kleid und eine Strandtasche genäht. usw.






MMM - rosige Zeiten



Eine Zeitlang dachte ich, es wäre doch arg optimistisch gedacht, ein Geburtstagskleid, für Anfang Juni, ohne Ärmel zu nähen. Aber ich wollte den Frau-Kirsche-Kleid-Schnitt (Knip Mode September 2011), den ich so und so schon mal vernäht habe,  so gerne mal ohne Ärmel probieren. Als sich dieser Blumenstoff dann auch noch strikt weigerte, ein Probe-3/4-Tellerrock zu werden - schau her, ich bin doch sooo schön! - tat ich einfach, wonach mir war und nähte ein schnelles Kleid, nach bewährtem Schnitt. Und wie gut das war, denn als ich vorgestern die Freundinnen zu Kaffee und Kuchen lud, war es verdammt warm und ich sehr glücklich mit meinem neuen Kleid.



Der Stoff hatte Recht: es ist in der Tat ein Kleiderstoff! Phasenweise dachte ich, ich hätte das allerschönste Kleid bisher genäht. Beim Tragen, aber vor allen Dingen beim Sitzen zeigt sich allerdings, ob ein Kleidungsstück wirklich funktioniert. Im Sitzen stand der vordere Ausschnitt komisch ab und beim längeren Tragen störten mich das etwas zu enge Armloch. Ich vermute, beides resultiert daraus, dass ich den Ausschnitt zu weit geschnitten hatte und anschließend in der hinteren Mitte ordentlich Stoff weggenommen habe, damit die Träger einigermaßen auf den BH-Träger zu liegen kommen. Ich denke, ich werde die Armlöcher noch mal größer schneiden und neu mit Schrägband einfassen. Das Problem am vorderen Ausschnitt sehe wohl nur ich und bleibt so.

Schnitt: Knip Mode als Inspiration - Passform vom Grundschnitt. Halsausschnitt vergrößert.
Stoff: Baumwoll-Webware vom Maybachufer

Bisher hatte ich noch kein Kleid für heiße Tage aus Webware und ich muß sagen: ich bin entzückt. Jersey ist zwar toll und noch angenehmer zu tragen, aber ich fühle mich herrlich angezogen mit dem Kleid - auch ohne Petticoat. Ich glaube, ich werde das noch mal nähen, aber dann mit kleinen Flügelärmelchen.



Mehr wunderbare selbstgemachte Kleidung an echten Menschen findet ihr wie immer auf dem Me Made Mittwoch Blog; heute mit als der ganz wunderbar gekleideten Gastgeberin Julia im Cross-over-Dirndl! Wenn ich das sehe, dann bekomme ich irre Lust auf unseren Dirndl Sew Along, bei dem ich unbedingt teilnehmen will. In Hamburg wird das Tragen eines Dirndls zwar Irritationen auslösen, aber ich bin fest entschlossen, etwas Tragbares zu nähen, das irgendwie mit Dirndl zu tun hat, denn so ein Schnitt wird mir vermutlich famos stehen.

Sonntag, 1. Juni 2014

Aktion #Stoffwechsel - der Stoff ist da!



Hach, war das aufregend, als "CHERMES" klingelte und ich ahnte, dass das das #Stoffwechsel-Paket sein könnte! Als ich das Masking-Tape sah, war es klar, dass es von einer Frau ist, könnte also sein, kurzer Blick auf den Absender, aha, das kommt mir bekannt vor, ich habe eine Hypothese. Aber wir sollen ja nicht raten, wer die Absenderin ist, es geht ja um den Stoff! Meine Güte, war das Paket fest zugeklebt!

Erstmal Erstaunen meinerseits als ich den Stoff sah. Hatte mein Vater nicht mal so ein Hemd? Vor 25 Jahren gekauft und immer noch abgeliebt im Sommer getragen. Floral, Pflanzen, keine Blumen. Pflanzen, eigentlich gar nicht mein Beuteschema. Der Blümchenmonat wirkt noch nach. Aber es sind ja keine Pflanzen und es ist auch nicht Hawai. Es sind vor allen Dingen schöne Farben. Das dominierende Blau gefällt mir, das ist fast türkis und geht auch mit petrolfarbenen Accessoires. Bingo!



Ich legte den Stoff erstmal zur Seite, wir würden ja noch Zeit haben, uns in Ruhe kennenzulernen. Das ist doch klar, dass wir uns noch ein wenig fremd sind - das geht mir mit einem fremden Kind auch so. Das Paket war so toll, ein langer, langer Brief mit Zeichnungen, eine Ideensammlung-vor-dem-Kauf und eine Ideen-Sammlung-nach-dem-Kauf. Wow, ich war so beeindruckt, dass ich auch noch einen Brief meinem Paket hinterher schickte. Auch wenn das natürlich die Kreativität lenkt, ist es doch super spannend zu verraten, was hinter dem Stoffkauf gedacht wurde - ich dachte, wir machen das dann online. Aber es war so nett, dass Gesamtpaket mit Schnitt und Brief und Ideen auszupacken, dass ich einen Brief hinterherschickte, auf die Gefahr hin, als Stoffwechsel-Partnerin enttarnt zu werden.




Natürlich habe ich wieder geraten: Aha, die Dame geht sehr wissenschaftlich vor: gründliche Einkaufsvorbereitungen und im Nachhinein Skizzen. Sie behauptet, sie könne nicht malen. Pfft, das stimmt ja wohl nicht! Ich glaub, ich weiß, wer es ist! Sind wir am Ende ein Paar und es ist diejenige, der ich meinen Stoff schickte? Ich vermute das doch sehr.




Nachdem ich die Vorschläge auführlich 3x studiert hatte (Blusenideen, aber genügend Stoff für einen Teller oder ein Kleid), nahm ich den Stoff, ging ins Schlafzimmer und drapierte ihn an mir vor dem Spiegel. Ooch, gar nicht so schlecht. Den hätte ich nie gekauft, aber er passt zu mir! Zu meiner Mutter auch, dachte ich, und schob kichernd den Gedanken zur Seite. Spannend, war das Paket eigentlich für meine Eltern? Oder bin ich ihnen ähnlich genug, dass es ein Stoff für mich ist und ich es nur nicht erkannt hätte, wenn ich ihn auf dem Ballen sah. Stoffwechsel ist Selbsterfahrung inklusive.

Burde würde bestimmt mit Safari-Motto ein Hemdblusenkleid draus nähen. Mit Taschen auf der Brust. Na, ich bin ja nicht Burda und Taschen auf der Brust währen dann ja doch etwas zu viel des Guten. Ob ich von der Dschungel-Assoziation loskomme? Irgendwie ist mir das zu einfach: Pflanzen = Dschnungel. Wie könnte ich diese Assoziation ironisch brechen? Bin gespannt, was mir einfallen wird. Ich bin noch etwas ratlos.

Der Stoff sagte sehr bestimmt, dass er ein Kleid werden will (ist ja auch genügend Stoff da) und flüsterte dezent "mit Wasserfallkragen". Grundgüte, wie ein Wasserfallkragen konstruiert wird, das weiß ich doch noch gar nicht! Da muß ich wohl meine Lehrerin fragen. Ansonsten will er entweder sehr schlicht verarbeitet werden, damit das Muster nicht erschlägt - also keine Puffärmel, keine Kräusel oder gedöns - höchstens rote Paspeln würde er akzeptieren, sagte er. Aber allerhöchstens! Aha, interessant. Keine blauen? Nein rote! Nun gut, wenn der Stoff das so will. Aber in diesem rot habe ich gar keine Paspeln. Na, dann kauf welche, schimpfte er. So ein eigenwilliges Ding, dieser Stoff, da müssen wir noch mal reden.




Bis dahin drapiere ich ihn mir noch ein paar Mal über die Schulter und setze mich mit ihm in die Selbsterfahrungsgruppe, um mal drüber zu reden. Wir werden uns schon einig werden, da bin ich mir sicher! Und wenn wir uns über Kleiderschnitte nicht einigen können, der Stoff und ich, dann wird es ein 3/4-Teller. Denn der steht sowieso noch auf dem Näh-Plan und kann eigentlich gar nicht falsch sein. Sollte ich also, am Ende der Aktion in Entscheidungsschwierigkeiten und Zeitnot sein, ist der 3/4-Teller die schnelle Nofall-Lösung. Das bald noch zu nähende rote Jackett wird genauso gut dazu passen, wie das schon bald fertige Jeans-Jackett.

Die Fotos mit dem drapierten Stoff finde ich auf jeden Fall schon mal eine tolle Sache. Das mache ich ab jetzt öfters, denn wie ein Stoff von Ferne, als Gesamtding aussieht, entscheidet bei mir ganz oft darüber, ob ich das Teil mögen werde oder nicht. Ich bin immer wieder überrascht, wie unterschiedlich Muster aus der Nähe und der Ferne wirken.

Aber am allerwichtigsten: Stoffwechsel ist eine tolle Aktion. Danke dafür Frau Siebenhundertsachen! Irgendwie bin ich sogar noch gespannter, was die von mir beschenkte Partnerin aus dem Stoff, den ich für sie aussuchte machen wird. Und alle anderen Stoffwechslerinnen! Hach, ist das aufregend!

Untendrunter-Sew-Along: Finale



Heute ist nicht nur das Finale der Herzen des Frühlingsjäckchen Knit Alongs, Stoffwechsel, sondern auch noch das Finale des Untendrunter Sew Alongs. Ich habe eigentlich noch gar nichts und sowieso fast alle Treffen geschwänzt. Das Thema ist toll, aber so fremd und so Neuland für mich, dass ich eigentlich eher passiv dabei war, die Erkenntnisse abwarten will/wollte und dann mit Monaten Abstand hinterherhinke. Aber jetzt ist Finale.

Ein bißchen was gemacht habe ich schon. Ich habe ein Teil für die Tonne genäht: ein Petticoat aus Baumwolle-Voile. Ist ja auch eine wichtige Erkenntnis, dass etwas nicht funktioniert, dann müssen andere den Fehler nicht noch mal wiederholen. Also, der Baumwoll-Unterrock funktioniert aus zwei Gründen nicht: 1. ist die Stoffoberfläche nicht glatt und 2. muß der Unterrock schwerer sein als der Oberrock, wenn das trotz nicht ganz glatter Oberfläche eventuell funktionieren soll. Punkt 2 haben mir im Nachhinein zwei erfahrene Näherinnen und Stoffverkäuferinnen erklärt. Aha. Schade, dass das nicht vorher war. Der Voile war aber vom Restetisch und in sofern war das Experiment wenigstens nicht teuer. Aber enttäuscht bin ich trotzdem, denn ich hatte mir das Gefühl des weichen, leichten Petticoats auf den Beinen so schön vorgestellt.



Da ich immer noch den unfertigen Tellerrock aus dem wunderschönen Blumenstoff hier herumliegen habe, der auf eine Untendrunter-Lösung wartet, habe ich gestern noch mal mit einer Stoffverkäuferin gefachsimpelt. Schließlich fiel das Codewort Noa Noa und sie zog einen weichen Tüll aus dem Regal. Dazu kaufte ich noch Charmeuse und probiere den stufigen Unterrock noch einmal. Über Ergebnisse werde ich berichten. Wenn das funktioniert, dann wäre das natürlich toll, denn dann könnte ich diesen Unterrock noch in einigen der 15 weiteren Farben nähen, die Stoff und Stil zu bieten hat. Ich hätte ihn nicht gegriffen, aber je länger ich darüber nachdenke: er fühlt sich echt gut an. Im Gegensatz zu dem Brauttüll hat er kleinere Löcher und ist definitiv weicher. Ich werde ein wenig experimentieren, ob er mir nicht zu weich ist, aber dann kann ich ja noch ne Lage Brauttüll ergänzen.



Die Brauttüll-Doppel-Halber-Teller-Unterrock-Lösung von Catherine probiere ich aber auf jeden Fall auch. So gerne, wie ich meinen Petticoat mag, er passt nun mal nicht in jede Situation und zu jedem Wetter. Ich möchte unbedingt noch eine mittel-bauschige Lösung und etwas, was auch an wärmeren Tagen funktioniert.

Ein Unterkleid will ich auf jeden Fall auch noch, aber das eilt gerade nicht so sehr. Bevor ich das Projekt angehe, mache ich mich noch mal bei Euren Erfahrungsberichten schlau.

Ganz herzlichen Dank an Catherine für den Sew Along, für Initiative, Organisation und selbstlosen Einsatz.  Ich finde diese Ideen-, Erkenntnis- und Einkaufsquellen-Sammlung wirklich toll und werde ganz bestimmt noch weiter daran machen. Hoffentlich!