Mittwoch, 28. Mai 2014

MMM - in Erdbeertönen



Wir hatten das ja schon letzte Woche, "weils wichtig ist". Ist es immer noch, deswegen bin ich mit ollen Kamellen in neuer Kombination dabei. Die Fotos sehen farblich merkwürdig aus, ich vermute der Gatte hat irgendwas an der Kamera verstellt. Das ich keine Füße habe, liegt nicht an ihm, sondern daran, dass ich die Einstellung nicht kontrollierte. Die hängenden Mundwinkel kommen von Schmerzen im unteren Rücken. Egal, dann ist es eben heute so. Hauptsache dabei.

Als es in den letzten Tagen so warm war, freute ich mich schon auf kühlere Tage, an denen ich diese zufällig entdeckte Kombination mal wieder tragen kann. Als ich Anfang Mai zur re:publica in Berlin war, gingen mir am Ende der Reise die saubern T-Shirts aus, so dass ich - in Gedanken bei Frau Rieger - das letztes saubere, aber pinke Shirt zum rotem Lieblings-Rock kombinierte. Am Anfang war mir damit etwas komisch, aber nachdem ich wiederholt Komplimente bekam, wurde ich sicherer.  Leider sieht man genau das "schön zusammen passen" auf den Fotos nicht" - Mist!



Aber auch der Versuch, alles auszuziehen und noch mal mit dem iPad zu fotografieren, brachte nur wenig. Ihr müsst es euch also einfach vorstellen.

Rock: Tellerock "halber Teller"
Schnitt: selbstgemacht
Stoff: Baumwoll/Plastik/Elasthan-Gemisch vom Fabrikverkauf

Den Gürtel habe ich auch selbstgenäht. Die Zutaten dafür fand ich letztes Jahr im Nähkontor in Berlin und kaufte gleich mehrere Gummibänder und antike Plastikschnallen in unterschiedlichen Farben, um spontan auch mal Freundinnen beglücken zu können.




Da es vorhin 11 Grad hatte und das Radio auch nur Hoffnung auf 13 Grad machte, trage ich darüber den ollen Jeansmantel, den ich eigentlich gar nicht so mag, für den ich aber auch immer Komplimente bekomme und der im Gegensatz zum Rock im Auto nicht knittert. Wahrscheinlich finden die Leute die Stickerei auf der Tasche und die Ziernähte faszinierend (Gähn!) - die Details könnt ihr sehen, wenn ihr hier schaut.

Untendrunter, euch kann ich es ja verraten, wir sind ja quasi unter uns, trage ich Bermesenzer. Unter dem weiten, ungefüttertem Rock ist es etwas frisch, aber Strumpfhosen sind bis mindestens Oktober verbannt, farblich passende Leggins nicht vorrätig. Aber mit Bermesenzer und Mantel war es auch zu Fuß im stürmischen Hamburg ok.

Jeansmantel: genäht im März 2011
Schnitt: Johanna von Farbenmix
Stoff: lila Jeans von Mahler Stoffe

Ganz in neu und in sonnig und in wunderschön zeigt uns heute Frau Kirsche ihr neues Kleid auf dem Me-Made-Mittwoch Blog. Das motiviert mich sehr, mich meinem schon länger brach liegendem Projekt Butterick 6018 mit meinem Grundschnitt zu verwursteln.

Mehr wunderbare selbstgemachte Outfits an echten Menschen findet ihr wie immer Mittwochs auf dem Me Made Mittwoch Blog.

Mittwoch, 21. Mai 2014

MMM - weil's wichtig ist

mit Petticoat

Heute wird es richtig warm, da ist klar, dass ich ein bißchen gemogelt habe. Mein Foto ist vom Montag Nachmittag, da war es noch etwas kühler. Ich mache trotzdem beim Me Made Mittwoch mit, weil es wichtig ist - wie Frau Nahtzugabe so treffend formulierte. Auch wenn ich manchmal MMMmüde bin, mag ich doch unseren gemeinsamen Mittwoch und wenn ich ihn mag, dann muß ich auch etwas dafür tun. Also gibts heute ein Kleid vom Montag, ein wenig zerknittert nach Autfahren und so -  wie im echten Leben.

Den Schnitt für das heutige Kleid kennt ihr. Es ist ein Frau-Kirsche-Kleid, ein Schnitt aus der Knip Mode September 2011, dessen Potential das liebe Kirschenkind als erste entdeckte, der aber erst dieses Jahr in unsere Kreisen ein wenig in Mode gekommen ist. Ich bin ihm jedenfalls verfallen, ganz entgegen meiner ersten Vermutungen, dass er unvorteilhaft für mich sein könnte, mag ich ihn sehr und werde sicherlich noch das eine oder andere Kleid nach dem Schnitt nähen.

Nachdem ich ihn am Ende des Winters schon mal in wenig dehnbarem dicken Jersey genäht hatte, ist dies nun die erste vollendete Version in Webware. Es gibt noch ein unfertiges, unschön, auf dem Nähkränzchen in Berlin zusammentackertes Blümchenkleid nach diesem Schnitt, das mir aber gar nicht gefällt. Der Blümchenstoff sieht aus der Nähe zwar reizend aus, aber im Ganzen, an mir und als Kleid - nä!

ohne Petticoat


Die graue Webware mit den Punkten kaufte ich in der Annahme, dass es ein guter Stoff für ein Alltagskleid ist: ein eher unspektakuläres Muster und eine dezente Farbe. Nach meiner Erfahrung schone ich nach wie vor die Kleidungsstücke mit den besonders schönen Mustern und trage, trotz meiner Vorliebe für knallige Farben und Muster, im Alltag ganz gerne grau. Im Nachhinein finde ich es für den Alltag fast ein wenig zu elegant - das legt sich aber ganz schnell, wenn ich es einige Zeit an hatte, da es ziemlich stark knittert und überhaupt lässt sich dieser billige Stoff vom Maybachufer nur sehr schlecht bügeln. Aber egal, es soll ja für den Alltag sein und wer sagt, dass es nicht auch im Alltag mal etwas schicker zerknittert zu gehen darf.

Den Schnitt habe ich aus dem Knipschnitt und meinem Grundschnitt zusammengebastelt. Statt der Kräuselung vorne und hinten, habe ich jeweils zwei Kellerfalten gelegt. Außerdem habe ich unter der Brust jeweils zwei Abnäher statt einem (diese könnte ich beim nächsten Kleid noch kürzer nähen). Im Prinzip nutze ich aus dem Knipschnitt nur die Idee mit dem gerundeten Taillenband und die Rockteil, der Rest kommt aus meinem Grundschnitt.

Ich mag das Kleid mit und ohne Petticoat und ja, ich mag es sogar mit Leggins darunter. Und jetzt denke ich darüber nach, wie ich eine Version mit kurzen Ärmelchen aus dem Schnitt zaubere....

mit Leggins


Mehr wunderbare selbstgemachte Outfits an echten Menschen findet ihr wie immer Mittwochs auf dem Me Made Mittwoch Blog; heute mit Melleni als zauberhafte Gastgeberin, auf deren Kleiderschnitt ich auch schon ewig scharf bin. Ist sie nicht hübsch?!

Montag, 19. Mai 2014

Schnittkonstruktionsunterricht 11 und 12: der Jackettgrundschnitt ist vermutlich fertig

An der Überschrift erkennt ihr schon, dass ich aus dem Takt bin. Die letzte Stunde vor Ostern liegt nicht nur lange zurück, sondern bekam auch keinen Bericht spendiert. Ich krame noch mal in meinem Gedächtnis, was es von dieser zu berichten gibt.

Beim 11. Treffen konstruierten wir den Zwei-Naht-Ärmel in Originalgröße und das Revers in 1:4. Der Ärmel war vergleichsweise einfach, unterschied er sich doch nicht so sehr von dem normalen Ärmel und dem Ärmel mit Oberarm-Naht. Auch hier mußte natürlich die Mehrweite, die ich am Oberarm brauche (alles Muckis, haha) so eingefügt werden, ohne dass der Ärmel zu viel Einhalteweite bekommt. Das ist aber dank der Ärmelnaht recht einfach, die an dieser Stelle einfach eine Beule bekommt. Die Konstruktion des Revers fand ich eher unübersichtlich. Das lag aber auch daran, dass ich müde und unkonzentriert war.

Als ich nach drei Wochen Urlaub und Konferenz überlegte, was ich eigentlich für Hausaufgaben hätte, mußte ich mich ganz schön anstrengen, mich noch zu erinnern. Das ich das Revers hätte in groß Zeichnen sollen, hatte ich glatt verdrängt. Auf den letzten Drücker nähte ich am Abend vor dem nächsten Unterricht noch das Probemodell aus dem billigen Jeans und war stolz wie Bolle darauf, dass mir das Ärmel einsetzen so gut von der Hand ging.

Zu Beginn des 12. Unterrichts erzählte ich meiner Lehrerin erstmal von meiner Beobachtung auf der Chanel-Ausstellung, dass die Chanel-Jacken fast alle Oberarm-Nähte habe. Das freute sie natürlich ebenso, wie das Kompliment von Frau STOKX bezüglich des Armloches.

Am Probemodell aus Jeans gab es hinten nichts auszusetzen, das saß, dank unserer Änderungen 1a. Vorne hingegen, war das Probemodel erstaunlich kastig. Eigentlich sah es ganz ok aus, aber der Kontrast, zu dem figurbetonten Rücktenteil war schon krass. Leider habe ich versgessen, Fotos zu machen! Wieder einmal sah es so aus, als wäre die einfache Lösung eine durchgehende Teilungsnaht, um das Vorderteil optimal auf Figur anzupassen. Wir versuchten aber noch einmal etwas anderes: Es war deutlich, dass das Oberteil rund um die Brust irgendwie zu weit war und das sogar ca. 2 cm. Da es aber oberhalb der Brust und auf Hüfthöhe sehr gut saß, ging es darum, eben nur im mittleren Bereich Weite wegzunehmen. Wir schnitten das Vorderteil also senkrecht auf und setzten es neu zusammen. Ich bin gespannt!

Der Ärmel war einigermaßen ok. Wahrscheinlich würden alle Laien sagen, dass er sehr gut ist: ich hatte genügend Bewegungsfreiheit zum Autofahren und könnte mich auch problemlos im Bus an der Stange festhalten. Aber ganz oben an der Armkugel, da sah er irgendwie flach und komisch aus - aber nur, wenn man sehr kritisch hinschaut. Da wir aber einen schönen Grundschnitt haben wollen, haben wir uns dieses Problem angenommen und die Armkugel etwas erhöht und noch etwas verbreitert - alle Änderungen mit dem Ziel nicht signifikant mehr Einhaltweite zu erhalten, denn dass ich den Ärmel so gut einsetzen konnte, lag nicht zuletzt daran, dass wir bei der Konstruktion nur 1 cm Einhaltweite gelassen hatten. Nach dem Gebastelt sind es jetzt 2 cm - das dürfte auch noch zu schaffen sein.

Anschließend konstruierten wir noch das Revers in groß. Ich muß zugeben, dass das zum Großteil von meiner Lehrerin gemacht wurde, weil ich schon wieder k.o. und unkonzentriert war. Ich muß das auf jeden Fall noch mal zuhause in klein (1:4) machen, damit ich besser weiß, wie es geht.

Den billigen Jeans, den ich das letzte Mal als Probemodell vernäht habe, kann ich nicht als tragbares Probejäckchen nutzen. Er ist bretthart, riecht trotz Waschen komisch und ist total unsympatisch. Nun gut, es waren auch nur 3 Euro Investition, bei 1,50 Euro/m kann man nicht meckern. Trotzdem habe ich mir nun in den Kopf gesetzt, mir ein ordentliches Jeans-Jackett zu nähen und werde diesbezüglich noch mal nach Stoff schauen. Da wir am Grundschnitt nur noch kleinere Details geändert hatten, kann ich nun auch ein paar Mark mehr für den Stoff ausgeben, denn tragbar wird das nächste Probemodell sicher. Dieses Mal werde ich dann auch die Abnäher verlegen und ein Schößchen dran bauen. Hach, eine Jeans-Jacke-in-schick wollte ich immer schon mal haben!

Häkel-Entscheidungen



Ich habe Probleme! Im Zuge meiner Wunschliste für den Drops-Sale, mußte ich mich natürlich fragen, welche Projekte ich als nächstes angehen will. Luxusprobleme der feinsten Art.


Häkeldecke, Stand: Oktober, jetzt ist sie noch um sechs Blumen breiter

Zur Zeit häkele ich lieber, als dass ich stricke, weil mir beim Stricken oft die Schultern und die Hände schmerzen. Allerdings hat Stricken den Vorteil, dass ich mich besser auf das Fernsehprogramm konzentrieren kann. Als Fußballmuddi beim Training zweimal die Woche zu sitzen, fällt aber mit Häkeln wesentlich leichter. Meine Sofadecke ist fast fertig, es fehlen nur noch ein paar halbe Hexagone und in Betrieb ist sie schon länger, da brauche ich ein neues Häkelprojekt. Idealerweise eines, bei dem ich wieder Stücke unterwegs häkeln kann und diese dann zuhause zusammen füge. Leider finde ich Granny Squares wenig hübsch.

Zum einen liebäugele ich mit der Jacke von Frau Knopf (ich glaube, da muß ich Frau Knopf noch mal anflirten, um Genaueres zu erfahren), zum anderen machte ich bezüglich Anleitungen für Tücher schlau. Es gibt im Vergleich zu Stricktüchern, eher wenige Anleitungen. Vielleicht liegt das daran, dass Häkeltücher gleich so etwas omahaftes an sich haben?



Da ich an vielen Orten las, dass das Alpaka-Silk von Drops leiert und pillt, habe ich eine halbfertig gestrickte Jacke daraus wieder aufgetrennt. Richtig glücklich war ich damit ohnehin nicht, denn es ist ein Cremeton und nicht richtig weiß - ich brauche eine weiße Strickjacke! Aus dem ausgeribbelten Garn habe ich nun zwei Proben gehäkelt. Zum einen ein Tuch, das in Facebook-Kreisen "das Virustuch" genannt wird. Nun ja, es ist nicht schlecht, aber es sieht schon "sehr gehäkelt" aus. Ich bin nicht sicher, ob ich es mag, obwohl das Muster sehr einfach und gratis verfügbar ist.




Da ich die Blümchendecke sehr gerne gehäkelt habe, fiel mir noch mal der Blümchenschal bei rosape ein. Diese Blümchen hatte ich auch schon mal in lila Seide gehäkelt. Leider ist es mir damals nicht gelungen, sie zu einem Schal zusammen zu setzen, so dass noch unzählige lila Blümchen in meiner Wollkiste rumfliegen. Irgendwie war das lila dann doch nix und mir ist auch unklar, wo und wie ich die Blümchen zusammen füge. Trotzdem werde ich es jetzt noch mal in cremeweiß versuchen. Ich finde, das sieht sehr hübsch aus und ein bißchen mehr nach FrauCrafteln als das Virustuch.


Rosa, du liest doch hier mit: häkelt oder nähst du die Blumen zusammen? An zwei Blütenblättern? Den Anfangsfaden verhäkele ich - gibt es noch Tricks für das Fadenende?



Donnerstag, 15. Mai 2014

Mythos Chanel - eine Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg

Hier ist es ruhig im Blog, jaja, ich weiß. Es kommen bestimmt auch wieder andere Zeiten, aber derweil ist das Leben oft schneller als das Bloggen. Die Zeit rinnt mir durch die Finger, Urlaub war schön, machte aber eigentlich noch viel mehr Arbeit. Langsam, ganz langsam kommt wieder Alltag auf. Glücklicherweise habe ich im fast allerletzten Moment gestern noch daran gedacht, dass die Chanel-Ausstellung in Hamburg am 18.5. zu Ende geht!

Den Bericht von mema über die Ausstellung habe ich sehr gerne gelesen und hatte es mir fest vorgenommen, auch dort hin zu gehen. Statt Mittagessen habe ich mir dieses Vergnügen dann gestern gegönnt und twitterte:



Die Ausstellung begann mit einem Lebenslauf. In groben Zügen war mir das bekannt, hatte ich doch schon das eine oder andere über Frau Chanel gelesen und einen Film gesehen. Dann kam ein Raum mit Original Kleidungsstücken, Schmuck, der mich weniger interessierte, einem Hinweis auf die Verbindung zu Marlene Dietrich und Jackie Kennedy und einem Film, der eine ältere Dame zeigte, die beklagte, dass die Welt nicht mehr so stilvoll ist, wie früher. Ja, das ist wohl das Recht älterer Damen!

Die Kleidungsstücke versuchte ich möglichst genau zu betrachten, ob sie mir gefielen oder nicht. Ich kann nicht wirklich von mir sagen, dass ich ein großer Fan von Chanel wäre, aber mich reizte, was ich an Originellem oder guter Verarbeitung entdecken konnte. Netterweise war es bei einigen Kleidungsstücken möglich, sie von hinten anzuschauen oder die Rückseite im Spiegel zu betrachten.

Die Oberarm-Naht und die Ärmelschlitze begeisterten mich sehr. Das war ja eines der bisherigen Ergebnisse meines Schnittkonstruktionsunterrichtes, das mir gut sitzende Ärmel bescherte, in denen ich mich bewegen kann. Ha, Frau Chanel hat sich also auch für Oberarm-Nähte entschieden! Die meisten Kleidungsstücke haben auch eine Naht in der hinteren Mitte. Das ist die Lieblingsnaht von Frau STOKX, das sich durch diese das Kleidungsstück einfach auf Figur anpassen lässt, ohne umständlich Abnäher einzufügen. Von einem Ausstellungsmacher erfuhr ich, dass Blusen oft ohne Ärmel unter den Jackets getragen wurden. Das machte die Outfits alltagstauglicher. Damit es trotzdem angezogen aussieht, verwendete Chanel sehr oft den Blusenstoff auch als Futter oder fügte kleine Details am Jackett am Ärmel oder an der Einfassung, aus dem Blusenstoff an. Coole Idee. Da aber niemand eine Bluse aus Futterstoff tragen will, sollte ich doch vielleicht irgendwann besser nähen lernen und Seide in Erwägung ziehen. Wie luxuriös ist das, ein Jackenfutter aus Seide zu haben und eine dazu passende Bluse! Bequemlichkeit und Alltagstauglichkeit schienen sowieso ein wichtiges Kriterium für Chanels Design zu sein. Die meisten Röcke hatten eine Bewegungsfalte. Interessant fand ich auch die Idee, ein Jackett aus sehr leichtem Stoff, an der Unterkante innen mit einer Kette zu beschweren.

Die Chanel-inspirierten Jacken und "kleine Schwarze" interessierten mich weniger. Das liegt vielleicht daran, dass das Thema immer noch lebt und ich das Gefühl hatte, das so etwas immer wieder zu sehen ist. Auch der Raum über Lagerfeld, als Chanel-Nachfolger, interessierte mich nur mäßig. Da ging ich doch lieber noch durch die Ausstellung von Fotos "Neue Frauen", die mir sehr gut gefallen hat, und die kleine Mode-Ausstellung Inside-Out.


Es wäre unheimlich toll gewesen, die Ausstellung mit Frau Nahtzugabe oder Mema oder anderen #Nähnerds gemeinsam anzuschauen. Zusammen hätten wir bestimmt noch viel mehr entdeckt. Als ich zweimal durch die Räume gegangen bin, hatte ich dann doch genug, obwohl ich bestimmt nicht alles gesehen und ordentlich gewürdigt hatte.

Zur Chanel-Ausstellung gibt es einen Blog "Stilbrise", in dem ich bei Gelegenheit noch mal schmökern will. Dort werden unter anderem Bilder von AusstellungsbesucherInnen in gelungenen Outfits gezeigt. Die Fotos sind toll und wurden zum Teil auch dort ausgestellt. Überhaupt war es sehr sehr angenehm, dass ich das Gefühl hatte, dass sich die meisten Ausstellungsbesucherinnen besonders schick gemacht hatten (die sie begleitenden Männer eher weniger), um die Ausstellung zu besuchen.

Es ist wahnsinnig schade, dass der Katalog schon ausverkauft ist. Den hätte ich wirklich gerne noch mal in Ruhe betrachtet und gelesen. Sollte eine meiner Leserinnen diesen besitzen und mir verkaufen oder leihen möchte, würde ich mich sehr darüber freuen!

Samstag, 10. Mai 2014

Zur re:publica in Berlin - von Worten, Gesang und schönen Stoffen



Die letzten Tage verbrachte ich in Berlin und kam gestern vollgepackt mit Eindrücken, Worten und ein bißchen Stoff zurück. Damit ich es nicht vergesse, ein kleiner Rückblick.



Menschen, so viele Menschen! So viele Gespräche, so viele Informationen, so viele Worte. Berlin ist immer anstrengend für mich. Ich kenne so viele wunderbare Leute dort und auch die Wege zwischen diesen Treffen sind immer anstrengend: Straßen, S-Bahnen, Trams - alles voll von Menschen! Die re:publica steigerte diesen Eindruck noch mal exponentiell. So viele Leute an einem Ort! Keine ruhige Ecke dort, außer bei meinem Lieblingsklo neben Stage J, das mit der grumpy Klo-Frau, und dann noch überall diese Musik für junge Leute. Den Anspruch, gleichzeitig Konferenz und lustige Fete zu sein, habe ich nicht wirklich verstanden. Ich war nach den Vorträge froh, dass Gelände verlassen zu können, denn mir war es einfach zu viel; aber vielleicht bin ich einfach zu alt dafür. Und re:publica ist ja noch nicht alles: ich habe noch so viele schöne, kluge Freundinnen in Berlin und noch zwei Patenkinder.

Das Alter brachte es mit sich, auch die innere Freiheit zu haben, Vorträge, klingen sie auch noch so interessant, zu schwänzen, dafür das Maybachufer und den Crelle-Markt zu besuchen, um mir etwas zu gönnen. Best Goodie-Bag einer Konferenz ever! Sind sie nicht schön, meine Schätze? Und für Stoffwechsel habe ich auch etwas Tolles gefunden; das ist natürlich nicht auf dem Bild!


Vielleicht hätten wir dieses Jahr unser Paper über den Me Made Mittwoch doch noch mal bei der re:publica einreichen sollen. Mein Eindruck war, dass es dort dieses Jahr mehr Raum für Frauen und für andere Themen gab. Jedenfalls war meine Hemmung, das Thema passend zum Motto "Into the wild" zu machen, unbegründet. Da hielt sich sowieso niemand dran. Meine Stärke ist das Dranbleiben leider nicht. Wenn ein Thema mal durchdacht und diskutiert ist, suche ich meist nach anderen Themen. Ich bin gespannt, wie ich nächsten Januar darüber denken werde.



Dass Stricken aufgrund der schlechten Beleuchtung auf der re:publica quasi unmöglich war - vor allen Dingen, wenn frau mit forderndem Garn strickt  fand ich schade. Ich hätte dem DIY, dem Arbeiten mit den Händen, dem Schaffen von Ergebnissen, die mensch anfassen kann, gerne subtil Raum gegeben.

Auf der re:publica interessierten mich am meisten die Vorträge über die Kommentarkultur im Internet, wohlwissend, dass wir in der gemütlichen, wertschätzenden Nähnerd-Ecke des Internets verwöhnt sind, bzw. uns eine gute Kultur des Umgangs miteinander geschaffen haben. Die Rede von Teresa Brücker "Burn out & Broken Comment Culture" und vor allen Dingen der Workshop "Broken Comment Culture: Let's fix it" von ihr und Ingrid Brodnig waren klasse. Spannend war auch, wie kontrastreich dazu aber trotzdem erhellend, die Veranstaltung über das Heiseforum war. An zweiter Stelle standen für mich die Vorträge zum Thema Sprache: Es war klasse Anatol Stefanowitschs "Sprachpolizeiliche Ermittlungen live zu erleben und Wibke Ladwig hatte mit Abstand das schönste Kleid zum tollen Vortrag "Ein blindes Huhn ist kein Ponnyhof - mit Schabernack auf Wortschatzsuche".


Klasse fand ich auch den Talk "How to buy a blogger" mit dem geschätzten Haltungsturner auf dem Podium, der allerdings auch charmanten und berechtigten Gegenwind von Frau Vorspeisenplatte (das war die andere Frau mit den schönen Kleidern) ertragen mußte. Ich gebe die Hoffnung aber dennoch nicht auf, dass Zusammenarbeit zwischen Unternehmerin und BloggerInnen respektvoll und gewinnbringend möglich ist. Dass ich Laurie Penny verpasst habe, ärgert mich, auch wenn ich den Vortrag online noch mal sehen kann, leider ist das nicht das gleiche! Das war einfach schlechte Planung meinerseits. Mist! Dem Personenkult bin ich nachgegangen, konnte aber nur schwer folgen. Viele Bekannte habe ich erfreut wieder getroffen und neue Menschen kennengelernt. Das Klima auf der re:publica war durchgehend freundlich und offen, also blieb ich bis zum Schluß und war zugegebenermaßen gerührt darüber, wie am Ende zu Hunderten gemeinsam gesungen wurde.

Ein besonderer Highlight meines Berlin-Besuches war das gemeinsame Essen und Singen mit meinen GastgeberInnen, mit denen eigentlich "No-Sociallizing, nur schlafen" ausgemacht war. Das funktionierte natürlich nicht, mögen wir uns doch zu sehr und gutes Essen, ein bißchen Wein und die Musik, die wir vor fast 20 Jahren zusammen gemacht hatten, waren ein guter Anlass, unsere Zuneigung zu genießen. Mindestens ebenso großes "Hach" löste am Dienstag das kleine Nähnerd-Treffen Hamburg trifft Berlin aus - für mich war das ein bißchen wie Geburtstag feiern, waren doch (viele, wenn auch nicht leider alle) meine Lieblingsnähfreundinnen um mich versammelt, als hätte ich sie eingeladen. Frau KittyKoma habe ich auch in Berlin kennengelernt. Super Frau - wunderte mich aber nicht, habe ich doch ein ganz gutes Gespür dafür, wen es lohnt, aus dem Internet zu treffen. Wir entwickelten gemeinsam einen spannen Gedanken, über den ich in den nächsten Tagen etwas schreiben werde.




Als Frau STOKX am letzten Tag noch sagten "Darling, your Armloch ist super" war ich auf mich und meinen Schnittkurs bombig stolz. Da fiel es mir sehr leicht, ihr die 2m des nochmals ergatterten Ming-Vasen-Stoff für eine Bluse zum Abschied zu schenken - es ist doch wunderbar, mit Freundinnen skurrilen Geschmack zu teilen.

Hach, es war wie immer anstrengend, aber auch wunderschön in Berlin! Ich bin angefüllt mit guten Gedanken, schönen Erinnerungen und inspirierenden Nähplänen.


Mittwoch, 7. Mai 2014

MMM im neuen Lieblingsrock


Heute bin ich mal wieder Gastgeberin beim MMM, drüben auf dem Me Made Mittwoch Blog. Der Vollständigkeit halber, mein Beintrag nun hier.

Ich gestehe, ich bin gerade mal wieder rocksüchtig. Im Prinzip trage ich nach wie vor Kleider lieber, weil sie so schön unkompliziert sind, aber Röcke nähen sich einfach so schön schnell. Da ich derzeit viel um die Ohren habe, brauche ich immer mal ein Erfolgserlebnis. Während ich im Sommer vor zwei Jahren quasi manisch Bahnenröcke nähte, haben es mir jetzt die halben Teller angetan. Einziger Nachteil: frau muß immer ein paar Tage warten, bis der halb fertige Rock ausgehängt ist.

Einen weiteren halben Teller habe ich bereits fertig (und noch nicht fotografiert), aber den geblümten Begleiter zum Frühlingsjäckchen und diesen Roten trage ich zur Zeit sehr sehr gerne; auch wenn zu dem Roten eigentlich noch ein - noch nicht genähtes - Jäckchen gehört. Heute auf der re:publica werde ich wahrscheinlich den Roten tragen - damit ihr mich auch erkennt.Falls nicht: ich bin die, die strickt.

Mein Mann findet übrigens, dass das gehäkelte weiße Zpaghetti als Gürtelersatz schlimm ist. Das ist wahrscheinlich ein guter Hinweis dafür, dass es gut ist. Mir gefällts.







Der Stoff ist eine Art Jeans mit hohem Elasthan-Anteil. Das wäre zwar für den Rock nicht nötig, wird aber für das Jackett klasse. Weil der Rock schön fällt, trage ich keinen Petticoat darunter. Den Tellerrockschnitt (halber Teller) habe ich selbst gemacht.

Wie ihr seht, trage ich Strumpfhosen. Ihgitt. Wann kann ich endlich JEDEN Tag ohne? Wie siehts bei euch aus? Gut bestrumpft oder schon mit gebräunten Beinen?


Donnerstag, 1. Mai 2014

Stoffwechsel: Näh-Steckbrief



Endlich geht es mit der Aktion "Stoffwechsel" los. 1000 Dank an Frau siebenhundertsachen für Initiative und Organisation. Die Idee, mal Stoff für andere zu kaufen, bzw. "sich etwas mitbringen zu lassen" lag schon länger in der Luft, wie schön, dass wir das nun machen.

Bei "Stoffwechsel" geht es darum, für eine zufällig zugeloste Partnerin Stoff zu kaufen. Damit diese nicht komplett im Trüben fischt, gibt es diesen Näh-Steckbrief, in dem wir Teilnehmerinnen schon einmal Fragen zu unseren Vorlieben beantworten. Die anderen Teilnehmerinnen der Aktion Stoffwechsel findet ihr bei Frau siebenhundertsachen verlinkt! Hach, ich bin gespannt! Ich freue mich schon, die "Poesiealbumseinträge" der anderen Teilnehmerinnen zu lesen.

Ich finde die Aktion toll und bin schon wahnsinnig gespannt, was für ein Stoff für mich ausgesucht wird und für wen ich shoppen gehen darf. Ich erhoffe mir Inspiration und einen Stupser in eine Richtung, die ich vielleicht selbst nicht eingeschlagen hätte. Es wäre toll, wenn meine Stoffpartnerin mutig wäre und Shoppingglück beim Stoffkauf hat. Es gibt bestimmt viele Stoffe auf denen sozuagen FrauCrafteln draufsteht - aber vielleicht würde ich das gar nicht bemerken?

In meinem Beitrag füge ich Bilder von Kleidungsstücken ein, die ich besonders mag. Ich zeige aber hauptsächlich gemusterte Stoffe, um diesbezüglich meine Vorlieben zu zeigen. Einfarbige Röcke mag ich aber auch sehr; uni Kleider eher weniger.



Was nähst du am liebsten für dich?

Na, wer weiß es? Am liebsten nähe ich Röcke, aber am liebsten trage ich Kleider. Röcke sind wunderbare schnelle Erfolgserlebnisse, Kleider sind zum Tragen unkomplizierter, weil ich morgens nicht nachdenken muß, welches Oberteil dazu passt.




Und wenn wir kurz mal vor allem an Oberteile und Röcke denken, was würdest du da gern nähen? Hast du schon etwas vor Augen?

Da ich gerade eine heftige "halber-Teller"-Phase durchlebe und schon unzählige Bahnenröcke im Schrank habe, träume ich derzeit weniger von Röcken. Wenn, dann sehnsüchtele ich nach einem Faltenrock mit Querstreifen wie ihn Elke letztens beim MMM gezeigt hat, aber so ein Stoff ist schwer zu finden. Überhaupt sind Faltenröcke - mit interessanten Falten - noch unterrepräsentiert in meinem Kleiderschrank. Da würde mich ein interessanter Schnitt reizen.

Vernünftiger wäre es allerdings, Blusen, nach meinem schicken neuen Kleidergrundschnitt, zu nähen. Alleine dafür fehlt es mir etwas an Fantasie. Mein Problem mit Blusen: ich mag es ungern blusig. Ein Widerspruch in sich? Ich mag es einfach nicht, wenn sich unter dem Busen zu viel Stoff anhäuft. Das sieht bei meiner Figur einfach doof aus. Aber ich könnte ja auch ein taillierte Blüschen nähen. Trotzdem, ich bin skeptisch, was das Thema Blusen anbelangt, denn T-Shirts finde ich relativ einfach zu kaufen und obenrum eng steht mir eigentlich. Vielleicht werde ich aber durch meine Stoffwechselpartnerin bekehrt?

Die Glaubensfrage: Webstoff oder Jersey? Oder doch beides?

Mmmmh, also ich liebe bekanntlicherweise Jerseykleider und am liebsten mag ich Jerseys in großen Retromustern. Da ich mich aber in den letzten Monaten ausführlich mit Schnittkonstruktion befasst habe, brauche ich nun keine Angst mehr vor Webware zu haben. Auch wenn mich der Gedanke an eine Jerseybluse reizt, würde ich es schon auch gerne in Webware probieren.

Außerdem könnte man auch behaupten, dass ich eigentlich genügend Jerseykleider besitze. Eine Herausforderung, diese zu Nähen ist es eigentlich auch nicht, da ich sowieso meist meinen Lieblingsschnitt Ajaccio nähe.

Welches Material vernähst du am liebsten (z.B. Viskose, Baumwolle, wolle, ...) - gegen was hast du eine (starke) Abneigung

Reine Kunstfaser mag ich nicht, den Vorteilen von Mischgeweben, bin ich aber durchaus aufgeschlossen. Viskose und Baumwolle sind meine sommerlichen Favoriten. Bei Leinen bin ich skeptisch, hat das doch leicht etwas pädagoginneh-auf-Studienreise-haftes (ihr wisst schon).

Glänzende Stoffe (Satin), Spitze, Crash etc. finde ich irgendwie nur bei anderen gut. Irgendwie ist mir das zu damenhaft.

Ich mag vor allen Dingen Materialien, die sich gut für den Alltag eignen und bin z.B. auch gegenüber Jeans und Cord nicht abgeneigt. Ich mag es überhaupt nicht, wenn ein Stoff stark knittert, immer gebügelt werden oder mit der Hand gewaschen werden muß. Am liebsten 30 Grad-Wäsche, ausschütteln, aufhängen, anziehen!

Was sind deine Lieblingsfarben, welche stehen dir gut? Welche gehen gar nicht?

Nun ja, da bin ich aufgeschlossen, was eine andere für mich mutig aussucht.

Eine ganz klare Vorliebe von mir sind klare, knallige Farben. Alles was gepudert oder pastellig ist, ist nicht so meins bzw. habe ich einfach noch nicht ausprobiert.

Meine derzeitige Lieblinsfarbkombination ist rosa-rot-orange. Meine Vorliebe für blau vom letzten Jahr ist etwas abgekühlt, ich flirte aber neuerdings schüchtern mit marine. Grün geht immer, in jeder Nuance. Gelb mag ich auch sehr, aber wenn, dann richtig sonnenblumig. Petrol ist meine absolute Lieblingsfarbe und habe ich am meisten zum Kombinieren. Alles was mit petrol oder rot geht, ist also gut. Türkis ist immer so ne Sache. Finde ich mal gut, mal weniger und kann das gar nicht erklären. Das richtige rosa oder das richtige pink ist auch gar nicht soo leicht zu finden. Da habe ich noch nicht raus, was ich wirklich mag oder nicht. Relativ unvertraut bin ich mit hellblau - warum eigentlich? Würde bestimmt gut zu meiner Augenfarbe passen.... Ihr seht schon. Farbe ist nicht das Problem.



Zum Beispiel dieses Kleid ist gar nicht "in meinen Farben", aber da ich das Muster liebe, spielt das keine Rolle.



Welche Muster magst du? Groß oder klein? Blumen, Streifen, Punkte? Oder sind Muster vielleicht gar nicht so deins?

Spontan würde ich antworten: je größer, je lieber. Ich mag es nicht, wenn ein kleines Muster von Weitem nur noch wischiwaschi aussieht. Aber auch was das Muster anbelangt, bin ich sehr aufgeschlossen.


Ich liebe etwas skurrile Drucke, wie z.B. die Ming Vasen, die Schirmchen oder den Schwalbenstoff. Aber so etwas ist schwer zu finden und es ist leicht, daneben zu liegen, denn Motivdrucke können ganz schnell furchtbar hässlich sein. Grundsätzlich würde ich sagen, eher cool als lieblich, eher maritim oder grafisch als niedlich und "witzig" eher nicht. Mit den typischen "Kinderstoffen", (die gerne beim rums gezeigt werden), stehe ich auf Kriegsfuß; ich nehme an, ihr wisst, was ich meine. Trotzdem gibt es in dieser Kategorie möglicherweise auch Entdeckungen zu machen, auf die ich selbst nicht kommen würde.

Mit den Blümchen habe ich mich beim Blümchenmonat-Mai ausführlich auseinandergesetzt. Obwohl ich Streublümchen mag, sind sie mir doch oft zu lieblich, deswegen versuche ich es derzeit mit etwas größeren Blumen - meine Blümchchenfaszination ist aber ungebrochen. Ich glaube, Blumen und Blümchen haben es bei mir leichter, wenn sie von den Farben oder vom Muster her schon einen kleinen ironischen Bruch haben; schwer zu erklären.




Ich fände es schon interessant, gemusterte Blüschen zu einfarbigen Röcken auszuprobieren. Ich glaube uni würde mich beim "obenrum" weniger reizen, untenrum ist wäre es ok, wenn auch nicht so spannend.

Jersey mag ich übrigens nur gemustert. Ich besitze zwei grüne Jerseykleider, die ich NIE trage, weil sie einfach scheußlich an mir aussehen.



Was sind die Kleidungsstücke, die dir (in letzter Zeit) in deinen Augen am besten gelungen sind? (Bitte mit Link oder Foto) Sind welche dabei, dei du vor allen wegen ihres Stoffes magst?

Ich mag den halben Teller mit den russischen Blümchen, das Ming-Vasen-Kleid und das Lieblings-Ajacio besonders, wenn ich auf die Stoffe fokkussiere.

Wie viel Stoff verbrauchst du für einen Rock, ein Oberteil, ein Kleid?

Ich antworte jetzt mal für Stoffbreite 1,40 m:

Für einen Rock brauche ich zwischen 1,40 m (Bahnerock) und 2 m (halber Teller) - sorry, das ist leider so viel.

Für ein Kleid kaufe ich normalerweise 3m, das wird aber bei weitem Rock schon knapp. Für ein kurzärmeliges Ajaccio brauche ich 2m.

Für ein kurzes Blüschen müsste ich mit halblangen oder kurzen Ärmeln mit ca. 1,60 m - 2 m gut hinkommen. Ich könnte es aber auch mal mit angeschnitten Ärmeln versuchen, dann würden vielleicht auch 1,40 m reichen.



Leider ist das bei meinem Format so, dass ich eher mehr Stoff benötige, als ein schlankes Reh. Ich hoffe, meine Stoffpartnerin ist deswegen nicht enttäuscht, wenn sie mich zieht. Ich habe einen Kompromissvorschlag: sollte die Stoffmenge/Budget nicht hinkommen, dann kann ich auch gerne mit einem anderen Stoff patchen. Z.B. bei einer Bluse könnte der Kragen oder die Knopfleiste aus einem anderen Stoff sein oder bei einem Rock könnte ein kontrastierender Streifen angesetzt werden. Da ich günstig an uni Baumwollstoff komme, sollte das kein Hindernis sein. Ich bin sonst auch gerne bereit, bei etwas teurerem Stoff, mich frei wählbaren Kurzwaren zu revanchieren.

Gibt es sonst noch etwas, das dich als Näh-/Stofftyp in deinen Augen ausmacht?

Ich nähe bevorzugt Schnitte, die es in meiner Größe nicht gibt, weil angenommen wird, dass sie in großen Größen unvorteilhaft aussehen könnten. Anders rumgesagt: ich mag kein Walle-Walle-Kaschieren.

Außerdem bin ich mutig und probiere gerne aus. Die Aktion Stoffwechsel sehe ich auch als Chance, mal etwas Ungewöhnliches zu probieren. Deswegen würde ich mich auch sehr freuen, wenn meine Stoffwechselpartnerin, ein Bild mitschicken würde, wie sie sich das, was sie vor Augen hat, vorstellt oder einen konkreten Schnitt vorschlägt (z.B. als Link).

Insgesamt fände ich es toll, durch Stoffwechsel einen Anstoß für Neues bekommen würde, will aber die Latte auch nicht so hoch legen, dass meine Partnerin verzweifelt, weil sie zwischen Stilberatung und Angst vor Fehlkauf schwankt. Wenn es einfach ein Stoff wäre, auf dem in ihren Augen "FrauCrafteln" drauf steht, würde ich mich sehr freuen.