Mittwoch, 29. Januar 2014

MMM - heute mal wieder drüben als Gastgeberin



Es ist, wie es ist, ich habe nichts Neues zu zeigen. Dabei wusste ich schon Wochen vorher, dass ich heute als Gastgeberin dran bin, die Türen zu öffnen und alle SelbermacherInnen zu begrüßen, die uns und der Welt ihre selbstgemachen Outfits zeigen wollen. Ich wusste, dass ich heute dran sein würde und habe trotzdem nichts interessantes - im Sinne von Neues - zu zeigen, denn ich habe 2014 noch nichts fertig genäht oder gestrickt.




Also zeige ich euch ein altes Lieblingskleid von mir, das ich seit Neustem wieder gerne trage. Im Januar 2012 genäht, anschließend gerne getragen, hier und hier gezeigt und dann ein Jahr im Reparier-Korb verschwunden, weil ich irgendwo hängen geblieben war und eine Naht aufgerissen hatte. Merke: Mit der Nähmaschine zusammen nähen und mit der Ovi versäubern, statt einfach nur schnell den Wollstoff mit der Overlock zusammen zu tackern - das hält nicht.




Ist doch schön, alte Lieblinge neu zu entdecken. Die wieder aufgeflammte Liebe ist sicherlich durch meinen neuen schwarzen Petticoat verstärkt, der die Silhouette verbessert und untenrum schön wärmt. Und durch meine neue Gürtelliebe! Was tat ich mich 2012 noch schwer mit der Betonung der Taille! Als ich das Kleid damals beim MMM auf meinem Blog zeigte, fragte ich schüchtern in die Runde, wie ihr den Gürtel findet. Heute würde ich laut skandieren "wunderbar" und frage mich leise, wo ich den damaligen improvisierten Gürtel vor zwei Jahren hingeräumt habe.

Beim Me Made Mittwoch kommt es nicht zwangsläufig darauf an, etwas Neues zu zeigen! Es geht um selbstgemacht, um Kleidung, um Präsentation am echten Menschen. Ist es nicht eigentlich viel spannender rückblickend zu schauen, ob sich das Genähte bewährt hat und geliebt wird? Und wenn ja in welchen Situation und wie kombiniert? Ich finde ja! Und Nachhaltig ist es auch, etwas Olles mal neu zu stylen, als ständig Nachschub zu produzieren. Ich finde es auch spannend, an schon vor längere Zeit genähten Kleidungsstücken meine Stil-Entwicklung und meine Näh-Qualitätsentwicklung abzulesen.

Schnitt: Schnitt nach Maß aus dem "Passt-Buch",
Stoff: rosabrauner fischgrätiger Woll-Misch-Irgendwas vom Maybachufer
Passform: recht gut den Halsausschnitt und die Ärmelausschnitte habe ich selbst gemacht und sind eher naja.
Schwierigkeitsgrad: leicht
werde ich nochmal machen: habe ich schon und werde ich auch noch mal.




Mich würde sehr interessieren, wie es euch mit euren "alten Sachen" geht. Ich weiß, bei Verlinkungsaktionen wird gerne ganz stolz das neueste Stück gezeigt, obwohl es sich im Alltag meist noch gar nicht bewährt hat. Trotzdem würde es mir gut gefallen, schon mal gezeigte Kleidungsstücke von euch wieder zusehen: neue fotografiert, vielleicht neu gestylt, mit Erfahrungsbericht, wie es euch letztlich mit dem Ding geht und ging.

Wie schauts bei euch aus? Heute in etwas Neuem oder Bewährtem? Mehr selbstgemachte Outfits an echten Menschen gibt es wie immer Mittwochs auf dem Me Made Mittwoch Blog.

Und jetzt die Werbung!

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Am Sonntag, den 2. Februar startet der Frühlingsjäckchen-Knit-Along im MMM-Blog
Zum ersten Treffen werden Pläne geschmiedet, Anleitungen und Wolle in Erwägung gezogen, Inspirationsquellen vorgeschlagen und der Zeitplan bekannt gegeben. Auch wenn es draußen noch winterlich ist, wir legen schon mal los, dann kann der Frühling kommen!


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Montag, 27. Januar 2014

SSWWKA Teil 3 - Sinnesfrid für alle!


Vorsicht, wenn ihr anfangt nach der Passe glatt rechts zu stricken! Strickt nicht - wie ich - einen #Tatort  lang zu weit, sondern überlegt euch vorher, wann ihr mit den Abnahmen für die Taille beginnen müsst!


Schnittkonstruktionsunterricht 2

Am liebsten hätte ich gleich am Freitag von meinem zweiten Schnittkonstruktionsunterricht berichtet, doch zum einen fehlte die Zeit, zum anderen war ich anschließend wieder erstaunlich k.o. Dieses Mal eher k.o. als hungrig. Schon erstaunlich, wie ungewohnt diese Lernsituation für mich ist!

Da ich in der vergangenen Woche zweimal Hausaufgaben gemacht hatte, wußte ich genau, an welchen Stellen ich dringend eine Wiederholung brauchte. Das, was wir in der letzten halben Stunde im Schweinsgalopp gemacht hatten, war für mich ein Buch mit sieben Siegeln. Da wollte ich gerne noch mal ran.

Der Kleidergrundschnitt sollte in fünf Schritten entwickelt werden. Vor jedem neuen Schritt, werden die vorherigen Schritte noch mal auf ein neues Blatt gezeichnet. Als Ergebnis der Unterrichtsstunde der ersten Woche nur Blätter mit Zeichnungen, aber keine Mitschrift dessen, was meine Lehrerin zusätzlich sagte. Vermutlich war ich während des Unterrichts so beschäftigt mit Zeichnen, dass ich gar nicht daran dachte, mitzuschreiben. Außerdem waren die Anfänge tatsächlich sehr einfach und wurden so oft wiederholt, dass ich das Gefühl hatte, alles verstanden zu haben und dies auch sehr leicht zuhause noch einmal machen zu können.

In der Tat habe ich bei meinen Hausaufgaben den Anfang, das Grundgerüst, sehr einfach hinbekommen. Damit ich das, was ich malte auch noch in ein paar Wochen nachvollziehen kann, habe ich zuhause noch mal alle Schritte schriftlich beschrieben. Aber beim vorderen Armloch merkte ich, dass ich die vielen Informationen, die ich in die letzte Zeichnung geschrieben hatte, nicht mehr sortiert bekam und bei der Taillierung fragte ich mich, welche Zahlen in meiner Zeichnung aus Maßen resultierten und welche Zahlen mit Formeln berechnet oder aus Erfahrung vorgegeben werden. Ich nahm mein Schnittkonstruktionsbuch zu Hilfe und sah erleichtert, dass sich das, was ich dort las, nicht von dem im Unterricht unterschied. Trotzdem wollte ich das, was wir am Ende der ersten beiden Stunden huschhusch gemacht hatten, gerne noch mal unter Anleitung in Ruhe machen.

Es zahlte sich aus, konsequent neue Schritte auf neuen Blättern zu zeichnen. Da ich das gerne so wollte, hatte ich Blatt 4 und Blatt 5 schon bis zu Schritt drei vorbereitet, um die Zeit im Unterricht gut nutzen zu können. Dieses Mal kamen wir nur sehr langsam voran, da ich nun ausführlich mitschrieb. Wenn ich im Laufe der Woche Zeit für Hausaufgaben finde, werde ich noch einmal alles malen und das Mitgeschriebene ordentlich abtippen. Dann habe ich tatsächlich eine Anleitung dafür, wie ich einen Kleidergrundschnitt erstelle. Toll.

Das Tollste aber war der entsetzte Blick meiner Lehrerin, als ich erzählte, dass ich beim Sale sieben Schnittmuster in den USA bestellt habe. "Du brauchst doch keine Schnittmuster mehr, das machst du jetzt doch alles selbst". Ich schluckte und schaute ungläubig, denn obwohl ich das Gefühl hatte, das mit dem Kleidergrundschnitt weitesgehend kapiert zu haben, war mich doch klar, dass ich nur ein Modell gezeichnet hatte, das mit einem - oder genauer gesagt meinem - echten Körper noch nicht viel zu tun hat; geschweige denn mit Designentscheidungen wie Kragenformen, Teilungsnähten etc etc. Aber sie blieb bei ihrer Meinung. Ich versuchte es anders zu formulieren: jaaaa, wenn ich dann mal meinen Grundschnitt hätte, dann kann ich den doch auf Fertigschnitte drauflegen und viel besser beurteilen, was ich ändern muß! Daraufhin schüttelte sie den Kopf. Das fand sie viel zu mühsam, umständlich und teuer. Ja, so ist das mit den Profis, ich weiß schon aus den Nähkursen, dass sie Fertigschnitte nicht mag. Trotzdem war ich immer noch ungläubig. Also fragte ich sie, wie es nun weiter geht.

Nächste Woche werde ich vermessen, dann male ich meinen Grundschnitt 1:4 und dann meinen Grundschnitt in groß auf festem Papier. Aus diesem wird ein Probemodell genäht. Schön und gut, aber wir haben doch noch gar keine Ärmel? Die kommen dann, wenn der Grundschnitt gut passt. Aha. Und was ist mit meinem Wunsch, ein Jackett zu nähen? Kein Problem sagte sie, letztlich sind es hauptsächlich die Bequemlichkeitszugaben, die den Kleiderschnitt vom Jackenschnitt unterscheiden. Das bekommst du schon hin. Jetzt machen wir erst mal den Kleiderschnitt weiter und du kannst ja das Jackett mitbringen, dann schauen wir mal, was geändert werden mußa. Huiiii, das klingt alles sehr konkret. Cool!

Auch wenn eine Unterrichtssituation mit "Klassenkameradinnen" sicherlich noch lustiger wäre, merke ich, wie mir diese Art und Weise zu lernen gefällt. Ich bekomme genau das, was ich lernen will in meinem Tempo. Einmal die Woche für zwei Stunden ist genau richtig. Die Tage zwischen den Unterrichtsstunden brauche ich, um zu Hause noch mal auszuprobieren, zu wiederholen und verfestigen und zwei Stunden sind für meinen lernungewohnten eingerosteten Denkapparat tatsächlich eine gute Zeiteinheit. Hach, ich freu mich, dass ich es angegangen bin!

Sonntag, 26. Januar 2014

SSWWKA Teil 2: spontaner Winterwesten Knit Along



Hallo! Wie ihr seht, bin ich schon ein gutes Stück weiter gekommen mit meiner Weste Sinnesfrid. Hier findet ihr der erste Teil meiner Berichterstattung mit Tipps und Tricks für euch. 

Body stricken

Kurz bevor der "Body" gestartet wird steht die Anzahl der Maschen, die nach den für die Größe entsprechenden Wiederholungen der Reihen 2 -5 entstanden sind. Ich empfehle ganz dringend, die Maschen nach zu zählen!

Ich zählte nicht und habe stattdessen Reihe 1 des Bodys dreimal gestrickt, weil es nicht hinkam. Merkwürdigerweise hatte ich 10 Maschen mehr auf der Nadel. Ehrlich gesagt habe ich beim dritten Mal geschummelt - wie, weiß ich gerade auch nicht mehr - so dass ich jetzt wieder bei der Größe bin, die ich eigentlich stricken wollte. Das Drama hätte aber vermieden werden können, wenn ich vorher mal gezählt hätte - denn eigentlich ist das "Body" stricken nicht schwer.

Folgendes habe ich nachgeschlagen:

BO = abketten
rm = Marker entfernen
kfb = eine Masche rechts stricken, Masche auf der Nadel lassen und noch mal rechts verschränkt abstricken
St st = stockinette stitch = glatt rechts

Für den Body werden die Maschen abgekettet, die die "Träger" bilden, dann werden die Rückenmaschen weiter gestrickt, dann der andere Träger. In Reihe zwei werden dann erneut Maschen aufgenommen, die den Body unter den Achseln vervollständigen. Das Maschenaufnehmen (CO sts using backward loop cast on) geht ganz einfach, das habe ich hier in dem Video gelernt.



Wenn ihr das Foto oben genau anschaut, entdeckt ihr sicherlich, dass man den Übergang zum Body sieht. Ich bin nicht sicher, ob ich rechte Strickseite und linke Strickseite korrekt auseinander gehalten habe. Daher könnte der Fehler kommen. So krass finde ich aber den Unterschied nicht, wenn der Strick (angezogen) gedehnt ist. Aber ein bißchen ärgerlich ist das schon.

Jetzt bin ich mit der Passe fertig und stricke glatt rechts bis kurz über der Taille weiter. Einmal habe ich anprobiert, es scheint zu passen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich aber erst ein paar Reihen unter den Achseln gestrickt. Ich sollte also unbedingt noch mal anprobieren. Das Problem: das Band meiner Nadel ist zu kurz, um richtig zu verteilen. Die Lösung, ich übertrage die Hälfte der Maschen auf eine andere Nadel, die zwar etwas dünner ist, aber eben das Band verlängert.

Hübsche Ankerknöpfe habe ich auch gekauft. Ich fand es allerdings doof, dass in der Anleitung nicht gesagt wird, wie groß die Knöpfe zu sein haben. Mal schauen, ob es möglich ist, die Knopflochgröße zu bestimmen. Aber das sehe ich dann, wenn ich soweit bin.

Wie schauts bei euch aus? Noch jemand dabei? Wolle gekauft oder schon geliefert bekommen?







Donnerstag, 23. Januar 2014

Spontaner-Sinnesfrid-Winter-Westen-Knit-Along (SSWWKA): Teil 1

Hallo und herzlich willkommen zum SSWWKA. Toll, dass ein paar von Euch mitstricken!

Ich sage es gleich: Ich habe eigentlich keine Ahnung. Da ich die Weste auch noch nicht fertig gestrickt habe, weiß ich nicht, ob sie was wird. Ich lerne mit Euch, möglichst ein paar Schritte voraus. Ihr dürft also nicht schneller als ich stricken. Nein, das dürft ihr natürlich, aber dann müsst ihr uns auf die Fallstricke hinweisen!

Dies ist und wird keine Übersetzung des Strickmusters, da ich nicht gegen Urheberrechte verstoßen will. Ich nehme euch nur an die Hand und zeige euch ein paar Sachen, die ich auch nachgeschlagen habe.

Falls ihr Fragen habt, schreibt sie in den Kommentaren. Ich hoffe, ich kann sie beantworten.

Worum gehts?

Wir stricken die Weste Sinnesfrid. Die Anleitung gibt es hier kostenlos zum Download in englisch.

Size / Größe

Die Anleitung bietet 7 Größen von XS bis 3X. Unter den Größenangaben steht "Finished Measurements", d.h. das sind die tatsächlichen Maße der Weste, wenn die Maschenprobe übereinstimmt. Die Angaben sind in inch - Google rechnet das gerne für dich aus.

Wolle/Maschenprobe

Die angegebene Wolle hat eine Lauflänge von 192 m/100 g. Wenn du eine andere Wolle verwenden willst, suchst du dir deine Größe aus und multiplizierst die in der Anleitung angegebenen Knäul mit 192 m, so kommst du auf die insgesamt benötigte Menge an Metern. Diese Zahl teilst du durch die Lauflängenangabe deiner Wolle (bezogen auf 100 m). Achtung, in Deutschland wird meist die Lauflänge in Bezug auf 50 m angegeben.

Für die Maschenprobe stricke ich immer mehr als die angegebenen Maschen, da sich der Rand so schlecht zählen lässt. 4 inch sind 10,16 cm.  16 Maschen und 14 Reihen sollen also 10 x 10 cm ergeben. Theoretisch sollte frau die Maschenprobe waschen. Die Maschenprobe bezieht sich sowohl auf glatt rechts als auch auf das gestrickte Muster.

Ich stricke mit Drops Nepal. Die Wolle habe ich Samstag bestellt und sie am Dienstag geliefert bekommen.

Notions/Material

8 Maschenmarkierer, 5,5 Rund-Nadel mit eher langem Band  (bzw. die Nadel, die bei deiner Maschenprobe der Maschenprobe der Anleitung entspricht, 6 Knöpfe

Abkürzungen englisch /deutsch


p = (purl) linke Masche stricken
k = (knit) rechte Masche stricken
st = (stitch) Masche
Row = Reihe
m = (marker) Maschenmarkierer
Rm = (remove marker) Maschenmarkierer versetzen
ws  = (wrong side) linke Seite
sl m = Markierer verschieben
pm = (place marker) Markierer setzen
CO = (cast on) Maschen anschlagen

Was M1R und M1L ist und wie das geht, kannst du in den Videos auf Youtube sehen.

Muster

Das Muster besteht aus 4 Reihen und wird in Reihe 2 bis 4 und wird bei "Pattern Stich" beschrieben.

So geht der Anfang


Die Weste wird von einer (Vorderteilseite zur anderen Vorderteilseite) von oben nach unten gestrickt. "Yoke" heißt Passe. Das heißt, wir beginnen mit der Rückenpasse und den "Trägern" für das Vorderteil

CO bedeutet, wieviele Maschen für die jeweilige Größe - nicht zu locker - angeschlagen werden sollen.

In Reihe 1 wird mit rechten Maschen (k) begonnen, je nach Größe zwischen 11 rechten Maschen und 19 rechten Maschen. Dann wird der Markierer gesetzt, 4 rechte Maschen, noch ein Markierer und wieder rechte Maschen gemäß der Größe wieder der Markierer..... Ihr müsst euch einfach stumpf an das halten, was dort steht und wenn ihr das gemacht habt, dann kommt ihr auch nach 11/13/15/17/19 Maschen (je nach Größe) am Ende an.

In Reihe 2 gibt es Sternchen. Diese bedeuten, dass ihr das, was zwischen den Sternchen steht noch 3 mal wiederholen sollt. Nach der zweiten Reihe habt ihr, falls ihr alles richtig gemacht habt, 8 Maschen mehr auf der Nadel.

Nach der Reihe 5 steht "Rep Rows", das bedeutet, dass ihr diesen Mustersatz mit den Zunahmen noch 2 - 5 mal (je nach Größe) wiederholen sollt. Die Zahlen am Ende bedeuten, wie viele Maschen ihr nach diesen Wiederholungen insgesamt auf der Nadel habt, bevor mit dem Body begonnen wird.

Foto von vorne

Durch die M1R und M1L Zunahmen entstehen die Ecken, die die Passe zur Passe machen. Davon habe ich erst ab dem 3. Mustersatz etwas gesehen. Du mußt also tapfer so weit stricken und dich nicht wundern. Das kommt schon! Du strickst gerade die "Träger" im Vorderteil und die Rückenpasse!

von hinten mit Maschenmarkierern


Auf den Fotos kannst du hoffentlich erkennen, dass zwischen den Markierern immer 4 Maschen liegen, die im Muster gestrickt sind" daneben geht ein Dreieck mit den Zunahmen auf, die die Masse für die Ecke schaffen. In diesem zugenommen Dreieck ist das Muster nicht so klar erkennbar.

Wie es weiter geht, weiß ich noch nicht, denn so weit bin ich noch nicht. Es bleibt spannend!

Sagt doch bescheid, ob ihr mitstrickt. Nächste Woche mache ich dann mal ne Linkliste und dann könnt ihr euren Zwischenstand verlinken. Ich freu mich!





Das Winterjäckchen strickt sich fast wie von selbst



Sinnesfrid raubt mir immer noch die Sinne. Ich bin so "in love"! Als ich das vergissmeinnichtblaue Garn auspackte, war ich erst ein bißchen irritiert. Was ist das denn für eine Farbe? Es ist nicht hellblau, es ist aber auch nicht türkis. Für mich eher ein bißchen zu hellblau und ungewohnt. Und außerdem wollte ich doch eigentlich eine eher dunkle Farbe verstricken für die schmeichelnden Linien. Egal, ich wollte unbedingt anfangen, also nahm ich Maschen auf und strickte los. Vielleicht hat die Wolle ja die Farbe meiner Augen? Bestimmt.

Den Anfang und die ersten 10 Reihen  machte ich allerdings zweimal. In der schwierigen Reihe 4 machte ich irgendwie einen Fehler, dachte ich und außerdem hatte ich in der kleineren, von mir ausgewählten Größe, Maschen angeschlagen, weil der Faden zu Ende ging und befürchtete, dass es zu spack werden könnte. Das wurmte mich ohne Ende, so dass ich die Nadeln rauszog und noch mal von vorne begann. Als die Nadeln draußen waren, sah ich, wie lang die Reihe tatsächlich ist und schlug noch mal die kleinere Größe an. Ich bin sehr gespannt auf den Zeitpunkt, der bald kommen müsste wenn ich "anprobieren" kann, um zu schauen, ob es so optimistisch hinkommt.

Zwischenerkenntnisse

Es strickt sich toll! Die Farbe macht viel größeren Spaß zu Stricken als ein schnödes Anthrazit. Es geht so wunderbar schnell voran. Da ich sonst mit 2,5 er Nadeln stricke, bin ich das nicht gewohnt. Schon gar nicht, wenn man bedenkt, dass ich Vorderteile und Rückenteile in Einem stricke. Ich bin jedenfalls schwer begeistert von meinem Winterjäckchenprojekt, das rasch fertig werden soll: den erstens will ich es unbedingt an mir sehen und zweitens kommt ja schon bald das Frühlingsjäckchen dran!

Ich stricke das erste Mal mit Maschenmarkierern und finde das noch etwas gewöhnunsbedürftig. Mir leuchtet ein, warum sie sinnvoll sind (damit ich immer an den richtigen Stellen zunehme), aber sie rutschen mir öfters raus. Außerdem war ich in den ersten Reihen total unsicher, wo ich sie eigentlich hinhängen soll. Jetzt hänge ich sie in den Querfaden der vorangegangen Reihe. Keine Ahnung, ob das so richtig ist. Mit dem "auf die Nadel hängen" komme ich nicht klar. In den ersten Reihen war ich auch sehr unsicher, ob ich das mit m1R und m1L wirklich richtig verstanden habe. Nach drei Mustersätzen wurde aber die Ecke sichtbar, die damit erzeugt werden soll und ich atmete erleichtert auf.

Hat Eine Lust, auch Sinnesfrid nach der kostenlosen Knitty-Anleitung mitzustricken? 


Ich kann Nepal von Drops dafür nur empfehlen und könnte auch alle englischen Strickanweisungen, die ich nicht verstanden und nachgeschlagen hatte, hier veröffentlichen? Ich bin sicher, es gibt noch mehr Frauen, an denen Sinnesfrid ganz entzückend aussehen würde und es ist wirklich ein herrliches schnelles Projekt, um sich für das Frühlingsjäckchen warm zu stricken!

Mittwoch, 22. Januar 2014

MMM - heute gut gewärmt



Frau talentfreischön fragt als Gastgeberin auf dem Me Made Mittwoch Blog heute, wie wir uns warmhalten. Meine Antwort: mit Petticoat und Strickjäckchen.

Das Kleid habe ich im Januar vor zwei Jahren genäht. Erst fremdelte ich ein wenig damit, aber letztes Jahr habe ich es, mit rustikaleren Stiefeln im Cowgirl-Look schließlich gerne getragen. Allerdings fand ich es immer ein wenig frisch. Ich war stets unsicher, ob ich es lieber mit einem Langarm-Shirt drunter tragen sollte oder nicht. Einerseits wärmten die langen Ärmel darunter, andererseits klebte der Kleidstoff daran und es fühlte sich nicht wirklich komfortabel an. Also trug ich meist kurze Ärmel und Strickstulpen. Auch untenrum fror ich bei Minusgraden oft trotz Bermesenzer, den Thermostrumpfhosen mag ich nicht besonders. 



Dieses Jahr trage ich das Kleid anders. Vor ein paar Tagen probierte ich es das erste Mal mit Strickjäckchen und Gürtel. Huch, das gefiel mir ja! Ich war ganz erstaunt! Allerdings finde ich, dass ich unbedingt einen petrolfarbenen Gürtel brauche oder zumindest einen Schwarzen! Da sich meine Gürtelliebe erst vor wenigen Monaten zu entfalten traute, besitze ich bisher nur einen roten und einen braunen mittelbreiten Gürtel und einen weißen und einen roten schmalen Gürtel. Da muß noch aufgerüstet werden. Da ich auch leider keine roten Stiefel besitze, steckte ich wenigsten die Ansteckblume an, die ein bißchen rot dran hat - dann ist der Gürtel nicht so alleine.

SchnittStokx Blusenschnitt verlängert, unverkäuflich
Stoff: Wollstoff (vermutlich Wolle-Plastik) vom Maybachufer)
Material-Kosten: ca. 9 Euro, nicht eingerechnet die Knöpfen aus dem Bestand
Passform: ich glaube, mit etwas weniger Nahtzugabe wäre es perfekt
Schwierigkeitsgrad: mittel, aber durch die Karos muß frau beim Zuschnitt sehr aufpassen.
Werde ich es nochmal machen? Ich denke schon. Der Schnitt ist toll. Vielleicht mal als Bluse? Das Oberteil habe ich schon mal bei diesem Kleid mit McCalls 4769 kombiniert. 




Ich freue mich, "die olle Kamelle" auf eine neue Art zu tragen. Es ist so schäbig (und nicht gut für die Umwelt) ständig Neues zu produzieren und das Alte nicht mehr zu mögen. Wie sieht es sonst so in der Nähbloggerinnenwelt aus? Altes oder Neues? Ihr wisst schon, dass ihr zum MMM nicht immer etwas Neues präsentieren müsst, gell?!

Melleni trägt als Gastgeberin des heutigen Me Made Mittwochs allerdings ein sehr schönes, gut sitzendes neues Kleid. Ich liebe es, wenn sie im Januar sagt, das wäre ihr Schönstes, denn das tat sie im Januar vor zwei Jahren auch, als sie die wunderschöne rotkarierte Schwester meines heutigen Kleides nähte. 

Mehr selbstgenähte Kleidungsstücke an echten Menschen findet ihr wie immer auf dem Me Made Mittwoch Blog. 

Sonntag, 19. Januar 2014

Sinnesfrid raubte mir die Sinne




Schockverliebt war ich in die Weste Sinnesfrid, als ich sie ihn bei Luzie am Me Made Mittwoch entdeckte. Diese verrückte "Haben wollen"- Gefühl, dass ich regelmäßig Mittwochs einstellt. Dieses Mal war es aber kein Strohfeuer, sondern Liebe, denn obwohl ich mich zunächst sehr schwer tat, die (kostenlose) englische Knitty Anleitung zu verstehen, blieb ich hartnäckig und nervte frage Luzie über twitter, bis ich es endlich verstanden hatte. 1000 Dank!

Die am Freitag, in großer Eile gekaufte Wolle im überheizten Geschäft, wollte spätabends gleich gemaschenprobt und angeschlagen werden. Die Maschenprobe stimmte, aber die Wolle nicht. Rigato und ich werden keine Freunde. Ich weiß schon, wieso ich nicht gerne mit Kunstfaser oder Mischgarnen stricke. Es fühlt sich für mich nicht schön an und wenn ich bedenke, wie viel Mühe in einem Strickstück steckt, dann ist es einfach nicht wert, beim Material Kompromisse zu machen. Ich hätte gerne den Gutschein, den ich zum Geburtstag bekam, dafür verwendet, um der Freundin, die ihn mir schenkte und mit der ich nächste Woche verabredet bin, über die glückliche Verwendung zu berichten. Aber nach 5 Reihen fühlte ich mich so unwohl, dass ich das Elend einmal fotografierte, bei Drops Nepal in Vergissmeinnicht (jaa, ich bin dem Marketingversprechen erlegen) bestellte und das Begonnene nun aufribbeln werde. In der melierten Wolle sieht man das Muster ohnehin nicht. Wie gut, dass ich bisher nur ein Knäul kaufte. Das darf dann der Junge zu ersten Strickversuchen nutzen, wenn es so weit ist.

Jetzt muß ich mich eben noch ein bißchen gedulden, bis ich mit den "Vergissmeinnicht" beginnen darf. Aber das ungewohnt dicke Garn (normalerweise stricke ich mit 2,5er Nadeln statt 5) strickt sich flott und nachdem ich x Mal die Videos zu m1R und m1L angeschaut habe, weiß ich nun auch, wie das geht. Bis die Wolle kommt, muß ich eben noch ein bißchen Hausaufgaben machen und den Kleidergrundschnitt noch mal zeichnen. Auch schön und wahre Liebe rostet nicht.

Freitag, 17. Januar 2014

Kleines Doktorat - Schnittkonstruktion, die ersten beiden Unterrichtsstunden




Als ich dieses bemalte Blatt, heute, am Ende meiner ersten Doppelstunde Schnittkonstruktion, in der Hand hielt, war ich hungrig und stolz. Puh, ob ich morgen noch weiß, was ich da gezeichnet habe?

Aber von Anfang an. Nachdem ich schon lange ein Buch zum Konstruieren von Schnitten besitze, dieses auch gerne lese, aber nicht wirklich mit meinen Grundschnitten zu Potte kam, gönne ich mir nun in den nächsten Wochen immer mal zwei Privatstunden bei einer Frau, bei der ich schon sehr gerne zwei Wochenend-Nähkurse machte, die aber auch Modedesignstudierende in Konstruktion unterrichtet. Ich war verdammt aufgeregt, als ich heute meine "Schultasche" packte (und trotzdem die wichtigen Dinge nicht dabei hatte) und zu ihr ging. Wie versprochen, lasse ich euch an meinem Kurs etwas teilhaben.

Viel hatten wir im Vorfeld nicht viel besprochen. Wir kennen uns ja und ich weiß, dass sie das unterrichtet, was mich interessiert. Sie fragte mich, was mich insbesondere interessiert, doch ich sagte, ich würde mich einfach darauf einlassen, was sie mir beibringen möchte. Ich erzählte von meiner Vorliebe für Kleider und meinem Interesse an Jacketts. Sie schlug vor, Schnitte zunächst in 1:4 zu zeichnen;  erstmal grundlegend an einer Standardkleidergröße Schritt für Schritt zu üben. Da mußte ich dann doch aufpassen, dass mir das Gesicht nicht entgleist. Mit einer Größe 38 zu üben! Ich! Mmmmmh. Aber ich wollte mich ja auf sie einlassen, also nickte ich brav.

Im Nachhinein leuchtet mir die Vorgehensweise ein. Wir Hobbyschneiderinnen machen den ganzen Aufriss hauptsächlich, um für uns tolle Klamotten zu bekommen. Aber so lernen die Profis nicht. Sie arbeiten für andere! Da ist es natürlich sinnvoll, erstmal die weichgespülten Durchschnittfiguren zu nehmen, um die Grundlagen zu lernen, bevor es an Buckel, Bäuche und und Brüste geht.

Auch über das 1:4 Zeichnen war ich verwundert. Wie, wir malen keinen Grundschnitt auf Packpapier? Im Nachhinein finde ich das auch ganz wunderbar, denn so passt ein Schnitt auf DIN A 4 und ich kann meine Erkenntnisse ordentlich abheften. Obwohl ich mich im Unterricht sehr bemühte, ordentliche rechte Winkel etc. zu zeichnen, wurde es doch ein wenig krumm und schief. Ich muß also noch ein bißchen üben, denn beim "richtigen Schnitt" in normaler Größe wird sich "ein bißchen schief" sicher verheerend auswirken.

Was habe ich heute gelernt? Ich habe Schritt für Schritt, immer wieder alles von Anfang gezeichnet. Das Bild oben ist Nummer 4. Ich habe in vier Schritten gelernt und mußte für den nächsten Schritt immer alles aus dem vorherigen noch mal abzeichnen, um ein bißchen Routine zu bekommen. Aus dem Kopf kann ich das sicherlich noch nich, aber das macht nichts, ich werde das als Hausaufgabe mindestens noch einmal machen. Es sind viele Details, das meiste ist logisch und eigentlich ist es nicht schwer - so lange wir noch nicht am echten Menschen üben.

Ein Aha-Erlebnis hatte ich vor allen Dingen bezüglich der hinteren Abnäher. Diese hatte ich bisher nie systematisch gemacht. Meist habe ich sie einfach weggelassen, wenn sie im Schnitt vorgesehen waren und habe sie dann am Körper abgesteckt. Jetzt habe ich verstanden, warum sie wo und wie zu sitzen haben. Der "Abnäher", dieses "Kneifding" am hinteren Armausschnitt ist mir noch etwas suspekt. Das war das einzige Mal, dass ich dachte "neee, also zuuuu perfektionistisch müssen wir jetzt ja auch nicht sein". Es war auch schon spät, die zwei Stunden waren schon gut vorbei und mir knurrte der Magen. Also habe ich ihn brav in der Hoffnung gemalt, dass sich mir die Notwendigkeit erschließen wird, wenn wir beim Stoff-Grundschnitt sind.

Ganz toll fand ich meinen anschließenden Besuch im Schreibwarengeschäft. Ich liebe es, mir neue Schreibwaren zu kaufen, wenn ich ein neues Projekt beginne und schwelge in den Materialien. Ich war ganz vernünftig und kaufte nur drei farbige Filzstifte, einen ordentlichen Bleistift und einen ganz normalen DIN A 4 Block - und fand das trotzdem ganz wunderbar!

Donnerstag, 16. Januar 2014

Nähen ist doof - der Wintermantel geht nicht voran



Ach, ich bin mal wieder ein bißchen nähdepressiv. Dauernd frage ich mich, ob ich nähen eigentlich mag und bezweifele dies. Tagelang drückte ich mich davor, das Futter für den Wintermantel zuzuschneiden und zusammen zu nähen. Beides habe ich nun halb erledigt. Halb deshalb, weil ich so viel dabei denken muß und über meine Dilettantismus verzweifele. Ich habe mal wieder das Futter genauso zuschnitten wie den Außenstoff und mir nicht im Vorfeld überlegt, wie ich das mit den Belegen löse. Vorne und unten bekomme ich das hin, aber wie ich das am Halsausschnitt lösen soll, ist mir ein Rätsel. Nähen ohne Anleitung ist wirklich ein Graus und übersteigt gerade meine Kenntnisse.

Oben seht ihr den grauen, ungefütterten Mantel. Dieser hat einen Beleg am Halsausschnitt, der auch in der Schulternaht und bei einem Teil des Ärmels mitgefasst wird. Da ich glaube, dass dieser Beleg dem Mantel Form gibt, habe ich ihn, genau wie die verdeckte Knopfleiste, auch aus Jeans zugeschnitten (siehe nächstes Foto). Mein Plan war, das Futter dann an diesen Beleg zu nähen, das heißt oben sozusagen die Größe des Beleges auszuschneiden. Die Idee war, den Futtermantel komplett zusammen zu nähen und oben den Beleg in den Futtermantel rein.




Jetzt ist mir aber eingefallen, dass es dann ein ganz schönes Gewurschtel wird den Kragen anzunähen, weil ich dann ja den gesamten Futtermantel auch noch dranhängen habe. Mmmmh. Supoptimal und irgendwie dilettantisch.

Eine andere Variante wäre es, Kragen und Beleg genauso wie beim ungefütterten Mantel anzunähen und anschließend das Futter anzusetzen. Allerdings habe ich dann das Problem, dass ich die Ärmel gar nicht vollständig in den Futtermantel einsetzen kann, weil ja ein Stück fehlt.

Habe ich jetzt nen Knoten im Hirn?

Vielleicht sollte ich den Beleg kleiner schneiden, also so, dass er nur unterhalb des Halsausschnittes sitzt und nicht in der kompletten Schulternaht und am Ärmel mitgefasst wird? Ein bißchen kürzer als der Originalbeleg ist er ohnehin schon, weil ich nicht mehr genügend Jeans hatte.

Oder komplett ohne Beleg?

Ich glaube, ich sollte dringend mal wieder ein einfaches Kleid nähen!




Dienstag, 14. Januar 2014

Häkeldeckenwahnsinn



Bevor hier irgendwann "hier gibts ja gar keine Bilder mehr" gemeckert wird, habe ich mal den Fortschritt bei der Häkeldecke fotografiert. Das auf dem Bild ist nicht die Häkeldecke, sondern der schmale Streifen, der links angefügt wurde, weil das Ding im Häkelrausch zwar ziemlich lang geworden ist, aber dafür etwas zu schmal. Der Streifen ist nun fast fertig und wird bei Gelegenheit angehäkelt.

Dann fehlen nur noch unendlich viele halbe Hexagons (die ich gar nicht gerne häkele) und ein Rand drumherum, der bestimmt auch total langweilig wird, den ich mir aber in den Kopf gesetzt habe. Nachdem ich ab Ende November zwecks Weihnachtsgeschenkeproduktion pausiert hatte, häkele ich seit Anfang des Jahres wieder wie ne Bekloppte, denn langsam muß das Ding mal fertig werden. Ich habe jetzt Stricklust! Ich brauche eine neue Strickjacke!

Für die Zahlenfetischistinnen unter euch: es sind jetzt insgesamt 366 aneinandergehäkelte Blümchen

Montag, 13. Januar 2014

Schneiderpuppen-Basteln-Update

Herzlichen Dank für die Mails und Kommentare zum Schneiderpuppen-Bastel-Workshop. Acht Frauen haben sich bei mir gemeldet. Der perfekte Raum war nicht dabei. Wir könnten gratis in die Nähe von Bremen, in die Nähe von Neumünster, nach Neustadt OH oder in die Pampa in der Nähe von Hamburg. Für 50 Euro/Tag könnten wir auch nach Hamburg-Stellingen.

Ich frage mich nun, wie es weiter gehen könnte. Etwas in mir zögert: sich vor fremden Frauen auszuziehen und sich von diesen einkleben zu lassen, ist schon ne komische Sache. Andererseits sind die bestimmt nett und bei einem VHS-Kurs wäre es auch nicht anders. Mich irritiert aber, dass viele dieser Frauen, die mir mailten, ohne Blog sind. Wenn schon Treffen unter Bloggerinnen Blind-Dates sind -  wie viel merkwürdiger ist es noch, dass die eine ganz viel über mich weiß und ich gar nichts über sie?

Ich werde jetzt den Frauen, die sich bei mir per Mail meldeten eine Mail schicken und sie fragen, ob die, die geografisch naheliegen, sich privat organisieren wollen. Den Raum in Stellingen behalte ich im Kopf und mache mir weiter Gedanken, ob ich wirklich so heiß darauf bin, einen Workshop zu organisieren, ob ich dann doch lieber eine vertraute Freundin frage, ob sie mir hilft oder ob das Ganze sowieso eine Schnapsidee war.

Freitag, 10. Januar 2014

Was steht an?

Ich habe es ja nicht so mit den Vorsätzen. Erstens finde ich den Jahresanfang so willkürlich - jeder Tag ist ein guter Tag, um das Leben zu ändern und zweitens macht es sowieso großen Spaß, Pläne über den Haufen zu werfen. Trotzdem - Jahreswechsel hin oder her - habe ich das Gefühl, dass eine neue Phase ansteht und da möchte ich euch mal einen kleinen Vorgeschmack darauf geben, was 2014 hier im Blog passieren könnte.

Zwei Gedanken berührten mich in den letzten Wochen: Zum einen hatte ich beim Jahresrückblick das Gefühl, letztes Jahr etwas manisch genäht zu haben. Wirklich "brauchen" tue ich so viele Kleider nicht, obwohl ich natürlich auf Nachfrage eine Menge streng rationaler Gründe anführen könnte, wieso dieses oder jenes Projekt wichtig war. Zum anderen habe ich durch den Kostüm-Sew-Along nicht nur festgestellt, dass ich gerne mehr Kostüme haben möchte, sondern auch ganz dringend gefühlt, dass es da noch eine Menge zu lernen für mich gibt, denn ich möchte noch bessere Kostüme. Obwohl ich seit Wochen diesen wunderbaren Karostoff für Kostüm Nummer 2 herumliegen habe und den Rock dazu schon trage, scheute ich mich, das Jackett zuzuschneiden, weil ich es einfach besser machen wollte als Jackett 1, mir aber meiner Grenzen bewußt bin.

Deswegen habe ich mir mit Hilfe des Christkindes nun den Wunsch erfüllt, etwas mehr über Schnittkonstruktion zu lernen. Im Februar mache ich einen VHS-Kurs zum Thema "Konstruktion von Kleidern" und hoffentlich schon ab nächster Woche habe ich wöchentlich 2 Stunden kleinen feinen Privatunterricht bei meiner wunderbaren Nählehrerin, die auch Modestudierende in Schnittkonstruktion unterrichtet. Den VHS-Kurs hatte ich schon gebucht, bevor sich die andere Chance auftat, aber ich finde dieses Doppeltgemoppelt eigentlich gar nicht so schlecht. Zwei Lehrerinnen werden ganz unterschiedlich unterrichten, nach unterschiedlichen System vorgehe und in der Gruppe wird es auch noch mal anders sein, als im Privatunterricht. Ich werde berichten! Und ich freue mich wie Bolle!

Ich erhoffe mir, dass ich, professionell Ausgemessen, Schritt für Schritt Grundschnitte für mich erstelle, um dann eine solide Basis für zukünftige Kleid- und Jackenprojekte für mich zu haben. Obwohl ich schon lange das Buch "Schnittkonstruktion für die Damenmode" und das nötige Werkzeug habe, habe ich zwar schon oft einen Oberteilgrundschnitt begonnen, aber dieses Vorhaben nie konkret zu Ende gebracht. Ich freue mich schon darauf, die Grundschnitte zu erstellen, Nesselproben zu nähen, die Schnitte wieder zu verändern, um gute Schnitte zu bekommen und zu lernen, wie das alles Schritt für Schritt geht. Klar, könnte ich das mit viel Selbstdisziplin auch alleine hinbekommen, aber ich finde es so großartig, mir diesen Unterricht zu gönnen, das ist ein viel schöneres Weihnachtsgeschenk, als irgendwelche Rumsteherchen!

In den letzten Monaten habe ich bei zuckenden Fingern über dem Bestellknopf für Schnittmuster so oft gedacht, dass das herausgeworfenes Geld ist, wenn ich an dem gekauften Schnittmuster hinterher tagelang ändern muß. Eigentlich braucht es doch nur einen Grundschnitt und dann etwas Mühe, um z.B. Kragen, Ärmelformen und Taschen zu gestalten, wie frau es haben will. Nicht bei jedem Schnitt wird es einfach sein, ihn selbst zu erstellen, weiß ich doch zum Beispiel schon, dass es zwar möglich ist, Abnäher rotieren zu lassen, dass das aber trotzdem nicht banal ist. Oder wenn ich zum Beispiel an das Lemmingkleid denke, dann stelle ich es mir schon schwer vor, diesen Schnitt aus einem Grundschnitt zu entwickeln. Aber trotzdem stelle ich mir vor, dass es viel befriedigender wird, von mir, meinem Körper, den Tatsachen auszugehen, statt an bestehenden Schnitten herum zu ändern. Sagte ich schon, dass ich mich wie Bolle freue?

Dienstag, 7. Januar 2014

Hamburgerinnen: Schneiderpuppen-Workshop?

Vielen Dank für eure zahlreichen interessanten Kommentare zu meinen Überlegungen zum Thema Schneiderpuppe. Die Überlegungen hörten dadurch natürlich nicht auf - im Gegenteil, es wurde eigentlich alles nur noch komplizierter.

"(...)was nicht wenig wichtig ist..der busen senkt sich weiter, hüfte wird immer eckiger, po flacher und nacken runder- jahr für jahr immer mehr. das ist unsere physiologie.und? alle paar jahre eine neue erstellen??den die alte wird nicht passen da ,wo busen oben war wird die leere entstehen udn wo er hingerutsch ist wird eng. ebenso läuft es im nackenbreich!von einer fertigbüste will ich erst gar nicht anfangen."

Diesen Beitrag kommentierte ich mit flappsig mit "Spaßbremse" - aber eigentlich hat Sewing Galaxy recht: Unser Körper ist keine feste Größe. Das gilt es zu akzeptieren und damit zu arbeiten.

Mich haben die Bilder in Memas Blog und ihre Kommentare sehr berührt. Ich finde ihre selbstgemachte Puppe wunderschön. Danke für den Link zum Film, in dem ausführlich erklärt wird, wie eine Puppe aus Nassklebeband gebastelt wird!





So toll es wäre, ordentlich Geld in die Hand zu nehmen und das jemand anders machen zu lassen (oder ne Drahtpuppe zu kaufen), so kurz wäre möglicherweise das Vergnügen. Ich bin Mitte Vierzig, da wird in nächster Zeit noch Einiges mit meinem Körper passieren. Deswegen führt eigentlich kein Weg daran vorbei, eine eigene Puppe zu bauen. Nur diese kann wirklich eine Annäherung an den eigenen Körper, so wie er ist, darstellen. Weil wir uns die Kompetenz aneignen, diese Puppe selbst zu bauen, könne wir auch mit den Veränderungen unseres Körpers umgehen und nach einiger Zeit eben wieder eine neue Puppe bauen. Das macht uns wieder ein Stückchen unabhängiger!

Jetzt habe ich das Problem, dass ich als Freiberuflerin arbeite und einen wenig lukrativen Hang zu Ehrenämtern habe. Deswegen habe ich lange überlegt, ob ich einen "Wir bauen uns eine Schneiderpuppe selbst" - Workshop organisieren soll. Ich bin nach wie vor unentschlossen. Da ich selbst noch nie so nen Ding gebaut habe und letztlich auch eines besitzen will, kann ich hier schlecht die kompetente Workshopleiterin mimen. Einen Raum aufzutreiben, im Vorfeld alles zu organisieren ist aber auch sehr aufwendig.

Deswegen habe ich mir folgendes überlegt

Ich erkläre mich bereit, erstmal zu sammeln, welche Frau aus Hamburg oder Umgebung überhaupt Lust hätte, gemeinsam eine Schneiderpuppe aus Nassklebeband zu bauen. Ich könnte mir vorstellen, dann einfach regional oder terminlich passende Teampartner zu organisieren, die das privat bei sich zuhause machen. Vielleicht meldet sich aber auch eine, die einen größeren Raum hat oder kennt, den wir -für diesen Tag/Nachmittag/Abend  (gratis) nutzen können, dann könnten wir vielleicht doch gemeinsam in der Gruppe kleben.

Falls ihr Interesse habt in Hamburg eine Schneiderpuppe zu bauen, dann schreibt bitte unten im Kommentar oder mailt mir bitte an meike hh ät gmx punkt de (ohne Leerzeichen und mit den entsprechenden Zeichen):
  • zu welchen Zeiten ihr könnt (Wochenende/Woche, vormittags/nachmittags/abends)
  • aus welcher Ecke von Hamburg oder Umgebung ihr kommt (oder für Frauen, die aus der Ferne anreisen wollen, ob es für euch zentral liegen oder mit Öffentlichen erreichbar sein muß)
  • ob ihr einen größeren/geeigneten Raum kennt, den wir mieten oder gratis nutzen können
  • ob die Puppe ggf. zu zweit/dritt/viert bei euch zuhause gemacht werden könnte.
Nassklebeband habe ich übrigens schon mal hier gekauft. 

Samstag, 4. Januar 2014

Live vom ... Wintermantel nähen

10.17 Uhr
Die Männer sind weg, ich habe ca. 8 Stunden für mich alleine. Eine gute Möglichkeit, um mich dem nachtblauen (heißt das so, wenn es fast schwarz mit einem Hauch von blau ist?) Wintermantel zu widmen. Ich habe Tageslicht, in Hamburg scheint die Sonne, das dürfte hilfreich sein, habe ich doch mehr und mehr Schwierigkeiten, mit meinen Augen mittleren Alters, dunkle Stoffe zu verarbeiten. Ich brauche aber unbedingt einen dunklen Mantel! Nicht nur, weil meine innere Stimme sagt, dass ich für Beerdigungen nicht gerüstet bin, was ziemlich makaber ist (- aber als ich im November auf einer Beerdigung im grauen Übergangsmantel fror, war es eine Tatsache.) Ich habe das Gefühl, dass ich über meinen rosaroten Wintermantel etwas nähtechnisch hinausgewachsen bin. Ich finde ihn zwar immer noch gut verarbeitet, toller Stoff, tolle Farbe, aber der Schnitt ist mir zu unförmig. Außerdem ist mir wirklich nicht danach, jeden Tag in schrillem rosarot herumzulaufen und der Winter ist meist lang.

Also heute der nachtblaue Mantel. Der Stoff ist zugeschnitten, das Futter gebügelt. Für die verdeckte Knopfleiste habe ich mich nach langem hin und her für Jeans entschieden, behalte mir aber vor, falls das heute nichts mit der Knopfleiste wird, diese Entscheidung beim Besuch eines Stoffladens noch mal zu ändern. Ich ärgere mich, dass ich in der vergangenen Ferienwoche so verschlumpft war, das ich zu faul war, noch die Einlage auf Vorderteil, Rückenteil und Seitenteile aufzubügeln bzw. zuzuschneiden. Das mache ich jetzt als erstes.

Ich nähe nach dem Stokx-Schnittmuster, nach dem ich vor ziemlich genau 2 Jahren im Praktikum den grauen Mantel genäht habe. Ohne Anleitung. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass sowohl die verdeckte Knopfleiste als auch der Kragen figelinsch waren. Ich hoffe, der graue Mantel gibt mir genügend Orientierung. Es wird spannend.


10.29 Uhr
Zum egoistischen Me Made Nähen gehört auch, dass ich jetzt Nähe und mir das Aufräumen der Wohnung für später aufspare. Es wäre doch idiotisch, jetzt erst die Pflichten zu erledigen und für das Vergnügen kein Tageslicht mehr zu haben!

10.54 Uhr
Ich habe mich dazu entschieden, eine billige, dünne Einlage quick&dirty, d.h. nicht ressourcensparend, zuzuschneiden und bis knapp unter die Taille aufzubügeln. Die Rückenteile sind bebügelt, ich denke an Catherine und ihre Bügelpresse und sinniere darüber, ob ich Thermolan als Zwischenschicht einfügen soll, weil der Wollstoff relativ dünn ist (im Vergleich zum himbeerrosa Walk) und meine Mutter sagt, dass man auf Beerdigungen immer friert.

Doof, dass durch das Aufbügeln wieder mal die Passzeichen verschwunden sind. Ich lerne das wohl nie!

11.35 Uhr
Einlage fertig aufgebügelt. Endlich kann ich die Nähmaschine aufbauen. Ich hätte fast geheult, denn Abnäher übertragen war bei der fisseligen Einlage fast unmöglich. Statt dass die Kreide darauf malte, riss sie sie nur ein. Also habe ich die Abnäher nun rausgerissen. Auch ok. Jetzt also Abnäher nähen und Rückenteile zusammen fügen. Bei Zweiterem muß ich mal schauen, wie das mit dem Schlitz war. Ich kann mich überhaupt nicht daran erinnern. Zwei Jahre!

12.12 Uhr
Aha, ich habe verstanden, wie ich damals den Schlitz beim ungefütterten Mantel gemacht habe. Wie das dann wohl mit dem Futter wird? Ach, wird schon. Ich bin jetzt erstmal beim Mantel. Rückenteile sind zusammen genäht. Jetzt die Seitenteile an das Rückenteil und dann muß ich erstmal die Taschen aus Futter zuschneiden.

12.35 Uhr
Komisch, so ruhig war es in den Kommentaren noch nie, wenn ich livebloggte. Egal, ich mache weiter. Jetzt wo die Rückenteile und Seitenteile verbunden sind, steigt die Vorfreude. Bisher war das eher so nen Pflichtprojekt; gefühlt. Im Oktober hatte ich große Lust darauf, im November spürte ich die Notwendigkeit und zum Jahresende hatte ich nur noch das Gefühl "ich muß den dicken Ballen Stoff verarbeiten, der nimmt so viel Platz weg". Aber jetzt fange ich wieder an, mich an dem Design zu erfreuen. Das ist schon nen tolles Ding. Was wohl Lindy sagen wird? Ich habe beim Nähen ganz oft ihre Stimme im Ohr. Wie es ihr wohl geht? Ach, ich war zu lange nicht mehr in Berlin!

13.34 Uhr
Ein Brötchen und Nähte bügeln später. Bin jetzt an der verdeckten Knopfleiste. Problem: Wo habe ich eigentlich diese riesige Tüte mit Knöpfen aus Franken hingeräumt? In meiner normalen Knopfdose fand ich zwar ganz bezaubernd leuchtend Blaue, die gut zum Futter passen würden, aber etwas zu klein sind. Ah, da ist die Tüte. Von wegen "nie mehr im Leben Knöpfe kaufen"! Optimale sind nicht dabei. Edel grau schimmernde oder schnöde Schwarze?

13.51 Uhr
Ein Hoch auf die Kopflochautomatik, die Idee Jeans zu nutzen und die verdeckte Knopfleiste! Ich habe sieben wunderschöne Knopflöcher! Obwohl ich jetzt Paspelknopflöcher kann, empfinde ich es doch als großes Plus der verdeckten Knopfleiste, Maschinenknopflöcher machen zu können. Jetzt muß die Knopfleiste nur noch irgendwie an das eine Vorderteil dran.

14.15 Uhr
Krass, viertel nach zwei und ich habe die Lichter (!) eingeschaltet. Dabei bin ich noch nicht mal an dem - ich erinnere mich - nicht ganz einfachem Kragen. Ich glaube, ich brauche mir um das Futter, und wie ich das zuschneide, heute keine Sorgen mehr machen. Aber es wäre schick, wenn ich den Außenmantel fertig bekäme.

15.05 Uhr
Die Taschen sind zugeschnitten und an die Vorderteile angenäht. Jetzt kommt das, wo ich gerne mal rechts und links verwechsele und die falschen Seiten anneinander nähe. Das der Schnitt auch noch Seitenteile und eine an das Rückenteil angeschnittene Schulterpasse hat, macht es nicht leichter, die passenden Stellen zu finden. Dabei handelt es sich nur um so etwas scheinbar banales, wie Seitennähte schließen und Nahttaschen einsetzen.

Ich begebe mich mal auf die Suche nach den verschwundenen Passzeichen. Ich weiß einfach, dass sie mir den Weg weisen werden. Nur Ruhe, Meike!

15.40 Uhr
Puh, die Sorge war unbegründet. Habe ich also doch schon oft genug die Stokxschen Nahttaschen falsch eingenäht, so dass es dieses Mal auf Anhieb klappte. Wieder einmal bewundere ich das Design. Es ist so großartig, wie die Taschen in einer Falte verschwinden. Dadurch bekommt der Mantel untenrum Weite und die großen Taschen sind versteckt. Hach!

Ich mußte nur den Passzeichen brav folgen, dann war es ganz einfach. Das muß ich mir merken! :-)

Wie mache ich jetzt weiter? Klar, jetzt erstmal die Schulternaht aber dann kommt die Entscheidung ob zuerst Kragen oder Ärmel. Ich fürchte, meine Nähzeit neigt sich langsam aber sicher dem Ende. Gegen 18 Uhr kommt die Familie zurück und mindestens 45 Minuten brauche ich zum Aufräumen und die häuslichen Pflichten. Das heißt, ich habe noch eine gute Stunde. Mmmmh. Langsam lässt auch ein bißchen die Lust nach. Was tun?

15.56 Uhr
Beim braven Nähte aufbügeln fiel mir ein, dass es wohl sinnvoller wäre, an den Ärmeln weiter zu machen, da ich ja noch kein Futter zugeschnitten habe. Der ungefütterte Mantel hat einen interessanten Beleg am Rückenausschnitt, ich muß noch überlegen, ob ich diesen übernehme. Ohne diesen Beleg kann ich den Kragen nicht annähen. Vielleicht sollte ich Nahtband auf die Rundung bügeln, damit der Ausschnitt nicht ausleihert, wenn ich den Mantel nachher aufhänge. Ich bin immer wieder erstaunt, wie schwer auf einmal so ein Kleidungsstück ist. Der Wollstoff ist eigentlich ziemlich dünn und leicht, aber jetzt, wo alle Korpusteile zusammen genäht sind, ist das Ding ganz schön schwer. Wo habe ich eigentlich das Nahtband hin? Heilige Unordnung. Wenn mir der Gatte doch endlich "das rote Ding"  (so einer) freigeben würde, das schon meine Mutter zur Aufbewahrung ihrer Nähzutaten nutzte. Der Spießer vorsichtige Mann sorgt sich, dass die Räder den Boden verkratzen. Seufz.

16.08 Uhr
Bin schwer beeindruckt von mir: ich habe das Nahtband auf Anhieb gefunden und souverän auf das Papier gebügelt.

16.54 Uhr
So, ich mache Schluß für heute. Unten seht ihr das vorläufige Ergebnis. Ärmel drin, Kragen und Futter fehlt.

Ich habe eben Frau Nahtzugabes Kommentar gelesen und finde auch, dass ich stolz auf mich sein kann. Ich habe in den zwei Jahren, als ich den Mantel das erste Mal genäht habe, eine Menge gelernt - viel davon, allerdings beim Nähen dieses Mantels vor zwei Jahren im Praktikum. Aber dass ich heute z.B. nicht getrennt habe und die Ärmel im ersten Rutsch, fältchenfrei, eingesetzt habe, das macht mich schon stolz!

Ich hoffe, meine Live-Bloggerei macht euch auch Mut, euch an schwierigere Dinge ran zu wagen. Irgendwie ist alles machbar. Für mich war heute wirklich wieder eine wichtige Lektion, die Passzeichen ernst zu nehmen, denn sie weisen den Weg. Ich vergesse immer, wie lange ich nähe, aber so lange ist das auch noch nicht. Moment im März, welches Jahr war das noch mal? Wie gut, dass ich im Blog nachschauen kann. Im Februar 2010 habe ich angefangen. Es gab zwar Nähversuche als Teenager, aber die würde ich im Rückblick nicht ernst nehmen.

Also, meine lieben Leserinnen, ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht, heute mitzulesen. Ich wünsche euch noch ein schönes Wochenende!




Für euch habe ich auch extra noch mal die Tasche unelegant aufgefummelt, damit ihr das wunderschöne mittelblaue Futter sehen könnt. Um die Knopfleiste zu bewundern, ist das Foto leider zu schlecht. Das Licht ist nun definitiv weg. Es ist dunkel, Zeit für die Pflichten. 

Freitag, 3. Januar 2014

Nähnerd Feng Shui

So, endlich! Endlich habe ich die schon immer unvorteilhaften und schlecht sitzenden Kauf-Hosenanzüge und Klamotten aus der Prä-Schwangerschaft entsorgt. Das Kind ist fünf! Und die UFOs und die ersten (damals noch hin und wieder getragenen) Nähversuche. Das tut gut und schafft geistigen und wahrhaftigen Freiraum! Die Strumpfhosenschublade ist auch aufgeräumt und gab mir das Gefühl großen Reichtums. Das neue Jahr kann beginnen!


Mittwoch, 1. Januar 2014

MMM - Lieblingsstücke(e) 2013



Heute gibt es einen besonderen Me Made Mittwoch. Heute dürfen wir in Rumlümmelklamotten auf dem Sofa lümmeln und ein altes Foto nehmen, um der versammelten Selbermacherinnenfangemeinde unser Lieblingsstück des vergangenen Jahres zu präsentieren.

Das Lieblingsstück?

Das ist gar nicht so einfach, denn bei mir konkurrieren zwei Kleidungsstücke um diesen Titel.

Mein Lieblingskleid

Das "Probekleid" für den Ajaccio-Schnitt von Schnittquelle ist definitiv mein Lieblingskleid 2013 gewesen, weil es einfach immer in mein Leben passt. Es ist hinreichend schick, um für fast jeden Anlass gewappnet zu sein und gleichzeitig ist es für mich absolut alltagstauglich. Nachdem ich in den letzten Tagen für meinen Blogjahresrückblick noch mal meine Beiträge 2013 gesichtet habe, überlegte ich, ob es etwas mit dem großen Muster zu tun hat. Ich habe viele Kleider mit entzückenden kleinen Mustern, deren Stoff ich vorher und beim fertigen Kleid entzückt streichelte, die aber auf Fotos nur halb so gut aussehen, weil das Müsterchen verschwimmt. Mir gefallen auf den Fotos einfach die großen Muster!



Das Lieblingskleid ist auch deswegen Lieblingskleid, weil es nicht nur wahnsinnig bequem ist - Jersey eben - sondern weil die Farben zu sehr viel in meinem Schrank passen. Es lässt sich mit schwarz, weiß und dunkelblau ebenso kombinieren, wie zu jeglichen lila Tönen und zu meiner Lieblingsfarbe petrol.




Mein Kostüm

Das Kostüm, das ich beim Kostüm-Sew-Along ist absolut nicht perfekt, aber ich liebe es! Ich liebe es, weil ich damit einen Meilenstein erreicht habe und eine neue Ära beginne.



Wenn ich auch an den meisten Tagen des Jahres anziehen kann, was ich will und mich an diesen Tagen für "im Zweifelsfall bequem" entscheide und damit mit Jersey und Walkkleidern gut angezogen bin, gibt es eben auch diese anderen Tage, an denen ich beruflich richtig was rocken muß, in denen ich mich und meine Leistung unter Beweis stellen und präsentieren muß. An diesen Tagen trug ich zwanzig Jahre lang Hosenanzug. Damit ist jetzt Schluß! Seit zwei Jahren tage ich nahezu ausschließlich Röcke und Kleider, da ist ein merkelscher Hosenanzug einfach unpassend!

Nachher stecke ich die Hosenanzüge in die Altkleidertüte. Obwohl ich derzeit erst ein Kostüm besitze, habe ich die Möglichkeit mir noch mehrere zu nähen und für jede Jacke dann noch mehrere Röcke in allen Variationen! Ist das nicht wunderbar?! Das werde ich auch möglichst bald tun!




An meinem Kostüm gefällt mir auch, dass es nicht ausschließlich "für gut" ist. Ich trage es tatsächlich sehr gerne im Alltag. Grund genug, noch das eine oder andere zu nähen, wenn ich den Jackenschnitt optimiert habe. Mehr dazu in den nächsten Tagen.

Mehr Lieblinge beim MMM Special auf dem Me Made Mittwoch Blog

Ich bin gespannt auf Eure 2013 Lieblingsstücke und werde immer mal wieder im Laufe der nächsten Tage auf diese Lieblingsstück-Sammlung im Me Made Mittwoch Blog schauen - die Gastgeberin Frau Nahtzugabe konnte sich auch nicht für nur ein Lieblingsstück entscheiden, hat aber eine gute Wahl getroffen!

Wenn euch mein kompletter DIY-Jahresrückblick (Kleidungsstücke und Gedanken)  interessiert, dann schaut einfach einen Blogpost weiter unten.