Mittwoch, 10. Dezember 2014

MMM - in Hose heute drüben als Gastgeberin


Heute mal wieder drüben auf dem Me Made Mittwoch Blog als Gastgeberin und der Vollständigkeit halber auch hier.

Meine letzten Nähmonate waren ziemlich wild-experimentell und ich muß sagen, meine Näh-Hybris hat dazu geführt, dass ich in den letzten Monaten nicht viel Vorzeigbares produziert habe. Nachdem ich den Badeanzug -leider nur sprichwörtlich - in den Sand gesetzt habe, hatte ich ab Juli Lust, Hosen zu nähen. Das machte ich nicht alleine, sondern im Rahmen der Aktion HosenHerbst.

Das ist meine erste richtige Hose, denn zwei Jerseyhosen, die ich zum Warmwerden nähte, zählen nicht. Die Hose nähte ich nach einem Hosengrundschnitt, den ich zusammen mit einer Lehrerin konstruierte und es bewahrheite sich ihre Prophezeihungen: "es wird nicht leicht" und "eigentlich braucht du für jeden Stoff einen neuen Grundschnitt bzw. zumindest eine Probehose".


Die Probehosen für den Grundschnitt, die ich nähte waren immer wieder zu weit, saßen aber gut. Die dritte Hosen steckten wir dann ab, dass sie nicht mehr ganz so weit war, wie eine Marlenehose, aber das sah an mir stimmiger aus. Genau so eine, wollte ich nun mit einem guten Stoff nähen. Als ich dann mit dem wunderbaren Wollstoff nähte und auch noch auf die grandiose Idee kam, die Hose spontan zu füttern - ohne meine Lehrerin zu fragen, ob ich vielleicht etwas beim Zuschnitt des Futters beachten muß und überhaupt ohne Anleitung, wie man eine Hose füttert - war es ein Desaster.

Die Nähnerds auf twitter feuerten mich aber mit Tipps und Tricks und gutem Zuspruch an, die Hose nicht gleich wegzuwerfen, sondern mich weiter dran zu machen.  Meine Hypothese, dass es an zu engem Futter liegen könnte, bestätigte sich. Als ich das Futter an den Seitennähten löste, so dass es nur noch an der mittleren Beinnaht und der Schrittnaht befestigt ist, konnte ich mich plötzlich in der Hose auch bewegen. Das Innenleben der Hose sieht zwar nun nicht mehr so schön aus, wie geplant, aber jetzt ist sie wenigstens tragbar. Tapfer machte ich sie fertig (hier schrieb ich über die Änderungen) und forschte in meinem Kleiderschrank, was dazu passen könnte.



Obwohl ich einen sehr hohen Bund nähte, gefällt mir die Vorder- und Seitenansicht doch nicht wirklich, so dass ich die Hose vermutlich zwar tragen werde, aber dies wohl doch lieber mit längeren Oberteilen - allerdings: das macht dann, wenn vom Busen abwärts kaschiert wird, wieder genau diese Litfasssäulen-Silhouette, auf die ich eigentlich keine Lust habe....

Die Strickjacke ist gekauft




Sagen wir so. Sie ist garantiert nicht mein vorteilhaftestes Kleidungsstück - aber immerhin kann ich nun nach den Änderungen mit der Hose sitzen, wenn das auch nicht supergut aussieht, weil die Hose an den Oberschenkeln durchaus ein Stückchen weiter sein könnte. Ich würde sagen, es ist eher eine Steh-Hose und ich sollte über Tuniken nachdenken oder vielleicht doch lieber zu den Röcken und Kleider zurück kehren.


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Das sind Luxusprobleme! Insbesondere, wenn ich an das Leben der Frauen in Afghanistan denke, die wir dieses Jahr mit unserer Spendenaktion helfen wollen. 10000 Dank für die unglaubliche Summe, die ihr schon gespendet habt, wir freuen uns wirklich sehr darüber! Bis Weihnachten ist die virtuelle Spendendose noch geöffnet. Mehr Informationen zu unsere Spendenaktion findet ihr hier.

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Aber egal, mögen es Luxusprobleme sein, es ist das, was mich beschäftig und was mich von dem Stress des Alltags ablenkt und entschädigt. Nicht 100%ig gelungene genähte Kleidungsstücke gehören dazu. Ich habe wieder eine Menge dabei gelernt und ich finde, das darf frau beim Me Made Mittwoch durchaus auch mal zeigen!

Wie schaut bei euch aus: alt bewährte Lieblingsstücke oder etwas Neues?

Kommentare:

  1. Liebe Meike,

    wie so oft bewundere ich auch heute Deine Größe, Dich so zu zeigen, wie Du bist. Makel einzugestehen und darüber "laut" nachzudenken, wie das ein oder andere Problem gelöst werden kann.

    Kompliment an Dich, einen Hosenschnitt selbst zu erstellen und Dich erst diversen Probehosen zu widmen. Schnitt und Stoff harmonieren toll miteinander und stehen Dir ganz wunderbar.

    Bei dem Foto von der Seite kam mir spontan der Gedanke, dass Du - nachdem Du Dein Obenuntendrunter revolutioniert hast - vielleicht auch beim Untenuntendrunter umdenken solltest. Speck-weg-Schlüppi heißt das bei mir ;o)
    Es macht einfach eine gefälligere Silhouette.
    Und ja, ich würde Dir auch zu längeren Oberteilen raten. Aber versuch es erstmal mit körperbetonten Shirts, die einfach ein paar cm länger sind als Dein Jäckchen auf den Fotos. Ich glaube, das ändert schon viel an der Optik.

    Und ich geh mich jetzt ein bissel schämen, weil für das Projekt HosenHerbst Schnitt und Stoff noch immer unangetastet auf dem Stapel liegen...

    Liebe Grüße

    Katharina

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    1. Dankeschön! Genau das möchte ich: laut nachdenken und damit anderen Mut machen. Auch wenn es manchmal verdammt viel Mut meinerseits kostet.

      Ja, an die Unterhosenoptimierung dachte ich auch. Dabei hatte ich schon eine von den guten Slips an. Aber da geht noch was. Wie gut, dass meine Schwiegermutter in der Branche arbeitet und bald Weihnachten ist....

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  2. Die Hose ist chic,
    Super schön gemacht!
    Allerdings würde ich da nie futter in mache!.

    Ich neme immer Stretch Stoffe, dass ist einfach gut und
    sehr angenehm zu tragen.
    Und das gibt viel Tragekomfort!

    Und natürlich würde ich ein schönes Tunika, die auf Ihrem Hintern fällt wählen.

    Aber alles in allem ein erstklassiges Stück Arbeit ...... !!
    Hut ab!!

    Lieve groetjes uit Holland van Thea♥

    Crea by Thea

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    1. Na gut, dann nähe ich halt weiterhin Hosen und versuche es mal mit Stretch und ohne Futter. Ich habe eine empfindliche Haut und fand, dass sich der Wollstoff mit dem Futter so schön anfühlt.

      Danke für das Lob! Wow! Aber ich muß gestehen, dass ich den Hintern eigentlich ganz cool finde - Vorder- und Seitenansicht stören mich mehr.

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  3. Deine Hose Meike ist sehr gut! Jedenfalls soweit ich das beurteilen kann. An dieser Stelle muss ich dir und deiner Lehrerin wirklich mal gratulieren für die Arbeit.
    Ich persönlich finde auch, dass du gut Hosen tragen kannst. Wenn du aber die von dir so benannte 'Littfasssäulen' Silhouette nicht magst dann hindert dich nichts und niemand daran die Silhouette zu modifizieren... zum Beispiel in Richtung deiner Jerseyhosen, die ich auch gern an dir leiden mag.
    Diesen (Grund-) Schnitt jedenfalls hast du jetzt und der ist wirklich gut!

    Liebe Grüße
    Immi

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    1. Hach! Ich erröte. Ein Lob von Dir bedeutet mir sehr viel! Danke!

      Ich muß unbedingt noch mal was zum Hosengrundschnitt schreiben, aber derzeit komme ich irgendwie zu nix. Erstaunlicherweise war er weniger kompliziert als der Jackengrundschnitt, dabei dachte ich, "ach Jacke, das geht ruckzuck, wir haben doch schon den Kleidergrundschnitt".

      Silhouette ist wohl mein neues Thema. Da überlege ich mir mal was für das neue Jahr dazu. Danke für den Stupser!

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    2. Ich habe gerade schon mal versucht einen Kommentar zu schreiben und ihn womöglich unfertig abgeschickt. Deswegen hier ein zweiter Versuch:

      Liebe Meike,
      auch ich finde es immer wieder unglaublich bereichernd, wie Du uns an Deinen Entwicklungen teilhaben lässt! Tausend Dank dafür!
      Zur Silhouette: Ich halte mich zwar nicht für besonders "modebegabt", aber ich könnte mir vorstellen, dass ein langes Oberteil (Jacke aus Strick/Jersey?) mit Gürtel durchaus gut mit der Hose aussehen könnte.

      Liebe Grüße
      MaLou

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  4. Soweit man das bei Deiner beschwingten Stellung beurteilen kann, sitzt die Hose gut. Das ist doch schon mal ein Riesenerfolg. Ich gehöre auch zu denen, die Hosen für schwieriger anzupassen halten als Jacken.

    Dass die Hosensilhouette mit Bauch anders aussieht als ohne - wer hätte das gedacht ;-) ? Aber frau muss ja nicht schonungslos alles zeigen, was sie hat. Insofern würde ich für ein längeres Oberteil plädieren. Das kann ja ruhig tailliert sein, vielleicht sogar mit Schößchen und knapp über den Po, dann gibt es auch keinen Litfasssäuleneffekt. Die genaue Länge muss eh modellabhängig getestet werden.

    Außerdem kannst Du ja jetzt mit Hosenformen spielen. Enge, kürzere Oberteile zu weiten Hosen, längere Oberteile zu engen Hosen. The possibilities are endless ...

    Viele Grüße
    Ursula

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  5. Liebe Meike,
    ich find die Hose super! Ich kann verstehen, dass Du mit der Silhuette fremdelst, ich kenne das von mir. Schlussendlich kann man immer nur Kleidung nähen für den Körper, den man hat. Bestenfalls kaschiert die Bekleidung etwas, "schlimmstenfalls" zeigt sie eben genau das, was da ist.
    Bitte keine verdeckende Tunika zur Hose, aber ich denke, das hast Du bereits selber erkannt. Das macht nicht nur Litfasssäule, das macht auch alle Proportionen kaputt. Zumindest bei einer Hose mit weiten Beinen, bei einer engen Hose sieht die Lage schon wieder anders aus.
    Hauptsache aber ist, dass Du Dich wohlfühlst! Ich hoffe, die Stehhose wird keine Schrankhose!
    LG Lexi

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  6. Also, das Nähen einer Hose ist ja mein absoluter Angstgegner und ich bewundere, wie zielstrebig du das Thema angegangen bist. Da hast du mit deiner Lehrerin einen tollen Job gemacht!
    Das Oberteil finde ich auch ein bisschen zu kurz. Ich kann mir eine Länge bis zu der Stelle vorstellen, wo du wieder deutlich schmaler wirst; geschätzt 3-4 cm unter dem Tascheneingriff. Das würde doch auch der Regel entsprechen, Röcke an einer relativ schmalen Stelle des Beins enden zu lassen. Und dann gerne weder spack-eng noch schlabberig, sonder eben Figur umspielend.
    Spannend.

    Viele Grüße
    füßchenbreit

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  7. Hallo Meike,
    Hut ab vor deiner schönen Hose. Allerdings hast du Recht, von vorn bzw. von der Seite sitzt sie nicht optimal. Und ich habe jetzt mal einen Tag drüber nachgedacht, was du ändern könntest.
    Klar, mit dem Oberteil. Weiter oben kam ja schon der Vorschlag für eine Schößchenbluse. Diese Idee hatte ich auch. Aber vielleichtt wäre auch, bitte nicht hauen, noch ein weiterer Hosenschnitt angesagt. Und zwar einer mit Bundfalten. Ist jetzt im Moment nicht soooo in, aber das würde im vorderen Bereich nicht so abzeichnen.
    Grüße
    Alexandra

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  8. Ich bewundere dich, dass du den Ehrgeiz entwickelt hast. Und hatte mir auch überlegt, beim Hosenherbst mitzumachen. Allerdings hätte ich mir vorher den Craftsy- oder Makerist- Hosenkurs kaufen müssen. Anders hätte ich es mir schon garnicht zugetraut.
    Warum ein längeres Oberteil weiter sein muss und dann zur Säulen-Silhouette führen soll, erschließt sich mir aber nicht. Könntest du nicht eine chice, schmalere Strickjacke nähen, kaufen oder stricken?
    Viele Grüße,
    Petra

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