Donnerstag, 30. Oktober 2014

Schnittkurs - Hosengrundschnitt die erste Probehose



Ich glaube, meine aktuelle Schnittkursstunde habe ich 3 oder 4x verschoben. Ich hatte einfach keine Zeit, mich konzentriert um die Hausaufgaben zu kümmern und vormittags zwei Stunden für den Unterricht zu erübrigen. Vielleicht war aber auch ein bisschen Sorge dabei, mich mit dem Wunsch nach einer tollen Hose übernommen zu haben. Mich beschlichen ganz konkrete Zweifel, ob der Plan, eine Hose zu nähen, wirklich eine so gute Idee ist.

Aber jetzt habe ich begonnen und mich zum nächsten Schritt durchgebissen. Meine Unterrichtsaufzeichnungen sind schön aufgeschrieben, ich habe die Theorie noch mal nachgelesen und in den letzten Tagen schaffte ich es sogar, den Hosen-Grundschnitt nach meinen Maßen in Groß zu zeichnen. Dieses "in groß konstruieren" finde ich gar nicht so leicht. Wenn ich 1:4 auf DIN A 4 Papier konstruiere, ist es schon schwierig, die Schritte, nach zu vollziehen. Auf dem großen Papier ist es dann noch schwieriger, den Überblick zu erhalten. Ab gesehen davon fand ich das, was ich da zu Papier brachte schon ganz schön groß.

Für die Probehose habe ich einen feinen viscosehaltigen Anzug-Hosenstoff im Ausverkauf günstig erstanden - immer im Hinterkopf, dass ich es durchaus ok fände, die Probehose auch anziehen zu können. Dabei hatte ich mir geschworen, mir nicht all zu viel Hoffnungen zu machen, weiß ich doch vom Kleidergrundschnitt und vom Jackenschnitt, dass die ersten zwei Proberunden im Mülleimer landen. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt und mir fehlte die Zeit, einen anderen Stoff zu besorgen, also schnitt ich beherzt in den schönen, fließenden Nadelstreifen und nähte eine Probehose.

Ich war überrascht. Ab gesehen davon, dass mir bei den Bildern schnell klar wurde, dass eine besser sitzende Unterhose, doch zu einem schickeren Gesamteindruck führen könnte (und schwups war der Bestellfinger über Marylin), fand ich doch das, was ich sah gar nicht mal so schlecht. Die Hose ist zu weit - das mag ich immer, schmeichelhafter, als zu eng. Vorne an den Abnähern geht noch was, aber dass vorne nicht ganz einfach werden würde, war mir klar. Auch an der "Rundung" im Schritt muss noch ein kleines bisschen was getan werden, aber hinten finde ich sie, für ne Probehose schon gar nicht so schlecht. Auf dem Foto sieht man nicht viel, weil leider dunkle Hose, aber ich bin ganz optimistisch, denn sie fühlt sich richtig an. Kennt ihr das? Dass ihr schon beim Anprobieren fühlt, ob das mit der Hose und euch geht oder eben nicht? Ich habe schon ewig keine Hose mehr anprobiert, aber ich kann mich noch sehr gut an das "geht nicht"-Gefühl erinnern. Diese Hose fühlt sich nach "das könnte ganz gut gehen" an und das finde ich für das erste Probemodell schon verdammt gut.

Kommentare:

  1. Das finde ich auch, obwohl man dich ja nur von hinten sieht. Wie du wohl von vorne ausschaust...
    In deinen Röcken fand ich dich schon immer sehr flott, aber das könnte auch prima sein...

    LG Augusta

    AntwortenLöschen
  2. Hallo, die Hose sitzt doch auf der Hüfte schon recht gut und so leicht ist es eben nicht eine Hose auf die eigene Figur anzupassen. Habe da auch nach Burda-Schnitten für Sommerhosen experimentiert. Und die Erfahrung bringt es mit sich, dass man nach und nach besser wird.
    Viel Erfolg
    wünscht
    schurrmurr

    AntwortenLöschen
  3. Japp, ich finde auch: da geht was, definitiv. Dein Hosenprobeteil sitzt hinten jetzt schon besser als 80% der Hosen, die ich in den letzten Wochen an Frauen auf der Straße gesehen habe (ich achte gerade verstärkt darauf). Und es sitzt besser als mein Hosenprobeteil, bei dem ich seit Tagen darüber nachgrübele,ob ich die Schnrittkurve mehr ausschneiden, oder ob ich was rauslassen muss. Und keine Zeit, mich in Ruhe damit zu beschäftigen, quälend!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke! Das wird schon noch bei dir. Es braucht ja leider oft Ruhe zum Nachdenken. Ich gehe mal davon aus bzw. hoffe, dass du genügend Nahtzugabe hast!

      Löschen
  4. Also ich finde, für eine Probehose sitzt die echt schon klasse.
    Deutlich besser als vieles, was man so in blogs als ernsthafte "damit geh ich aus den Haus" Hosen präsentiert bekommt. Ohne jegliche Zweifel, ob das so aussehen sollte....
    Ist ja klasse, dass das schon gleich am Anfang so fluscht... das ist bestimmt ein gutes Zeichen!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke!

      Das ist wirklich die erste Hose, einfach nur den Grundschnitt zusammen genäht und keinerlei Änderung.

      Löschen
  5. Schön, das wird doch was.
    Und ich stimme dir zu, besonders bei Hosen kommt es auf das "richtige" Tragegefühl an.
    LG von Susanne

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Sehr gut, ich dachte schon, ich wäre ein bißchen komisch. (Bin ich natürlich auch, aber natürlich nur ein bißchen). Da Hosen eben "kritischer" sind, ist das Gefühl wirklich ein guter Indikator, denn es nützt ja nix, wenn es irgendwo klemmt, nur weil es gut aussehen soll.

      Löschen
    2. Hehe, nein du bist nicht komisch.
      Bei meiner ersten Chino konnte ich die Verbesserung nach der kleinen Passformänderung im hinteren Bereich direkt fühlen; es saß nicht nur besser, sondern fühlte sich auch besser an. Ich habe das auch bei der Vorstellung der Hose so geschrieben.
      LG von Susanne

      Löschen

Ich freu mich sehr über Kommentare! Sie sind kleine Geschenke für mich! Vielen, vielen Dank im Voraus.