Montag, 22. September 2014

HosenHerbst - September: die Hosen und ich

Hachjaaaa, der Hosenherbst. Schon komisch, da bin ich Gastgeberin eines Sew Alongs und gleichzeitig total Hosenjungfrau! Wie gut, dass ich Sandra überreden konnte, den Septemberpost zu schreiben! Ich freu mich sehr, dass sie "ja" gesagt hat.

Je mehr ich über Hosen nachdenke, umso mehr fange ich wieder an, mit ihnen zu fremdeln. Ich gebe zu, die krasse Bux habe ich schon oft getragen und plane, so ein Ding auch noch mal in dunklerem Stoff zu nähen, aber wenn ich die Hosen-Beiträge der anderen Teilnehmerinnen des HosenHerbst lese und wenn ich mir die Hosen in der Welt so ansehe.... und wenn ich mich dann im Kleid im Spiegel sehe.... dann frage ich mich, ob das wirklich sein soll, mit mir und der Hose.

Andererseits, ist die Hose wirklich nen Superding für die Übergangsjahreszeit und für mal-schnell-zur-Kita. Ich kann ja immer noch Kleider anziehen, wenn ich mich schick machen will! Aber wenn ich mir Hosen an anderen Frauen ansehe, dann denke ich immer "verdammt, die sind ja fast nackt". Wisst ihr, was ich meine? Hosen, die nicht gerade so aussehen, wie meine Pumphose zeigen ALLES. Bei manchen Frauen finde ich so einen runden Po in einer Hose sehr erotisch, aber ganz oft denke ich "oh man, ich sehe alles! Das ist soo krass". Wenn man, wie ich, in den letzten Jahren nur noch Kleider und weite Röcke getragen hat, dann ist so ne enge Hose wirklich nen krasses Ding. Ein weiter Rock bedeutet schließlich, dass zwar die Taille zu sehen ist - und ich habe schließlich lang genug gebraucht, um diese zu zeigen - aber dann gehts einfach verhüllend nach unten. Insbesondere mit Petticoat, ist untenrum eigentlich nix mehr echt. Das ist ein bißchen so, wie taillenabwärts in ner Tonne zu stehen und dann erst wieder die Waden zu zeigen. Mit meinen Waden und Knöcheln kann ich gut leben, aber das zwischendrin war eigentlich ganz gut verhüllt.

Letztens war ich sehr sehr mutig und habe mich seitlich in Unterwäsche vor den Spiegel gestellt. Was ich sah, war ungefähr Folgendes: Vorne ne Kugel, hinten ne Kugel. Während ich bei Röcken und Kleidern immer nur die Frontalansicht im Kopf habe und den Taillen-Hüft-Verlauf beobachte, weiß ich, dass ich bei der Hose noch viel mehr auf das, was tatsächlich an Körper da ist, achten muß. Wir reden zwar von Schnitten und Schnittänderungen, aber das Problem beginnt in meinen Augen sehr viel früher: ich muß genau hinsehen, statt die Augen zu verschließen und ich muß annehmen, was ich sehe. Anschließend muß ich dann überlegen, ob ich das, was ich sehe auch anderen zeigen will, oder ob ich feige kneife und mich doch wieder den Röcken mit dem Petticoat zuwende.

Nein, nein, gekniffen wird jetzt nicht. Der HosenHerbst wird durchgezogen. Im Schnittkurs kommt jetzt bald die erste Probehose, dann sehe ich weiter. Aber ich bin schon erstaunt, welche Gedanken mir so kommen!

Kommentare:

  1. Vielleicht solltest Du das mit dem Nachdenken einfach sein lassen ;)

    AntwortenLöschen
  2. Deine Gedanken kann ich durchaus nachvollziehen. Klar, wenn man Hosen trägt, kommen Beine, Bauch und Po zum Vorschein, sofern man nicht lange Oberteile drüberträgt. Aber wenn du es nicht versuchst, weißt du nicht, ob du nicht vielleicht auch positiv überrascht wirst. Und bitte sei auch nicht so überkritisch.
    LG und weiter gutes Gelingen wünscht
    Susanne

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Was ich noch sagen wollte, Selbstkritik ist gut-und gerade beim Nähen für sich selbst lernt man ja, sich und das Genähte sehr genau unter die Lupe zu nehmen-aber man sollte dabei auch bedenken, dass andere einen längst nicht so gnadenlos beurteilen, wie man selbst es oftmals tut.
      LG von Susanne

      Löschen
    2. Keine Sorge, ich bin zwar sehr selbstkritisch, aber eben auch mutig. Die langen Oberteile sind wahrscheinlich die Krux. Ich habe eben Fotos für MMM morgen gemacht und das Shirt in die Hose gesteckt. Das habe ich früher nie getan. Aber ich finde lange Oberteile, wenn es sich nicht gerade um eine extrem figurbetonende Tunika handelt, bei Frauen mit viel Busen immer gleich so Littfasssäule.

      Löschen
  3. Ja, ich kann deine Überlegungen auch sehr gut nachvollziehen. Ich bin so Hosen-entwöhnt inzwischen, dass ich einen mehrwöchigen Anlauf brauchte, um mich für den Hosen-Herbst einzugrooven. In der Zeit habe ich viele Hosen bei anderen angeschaut und mich vor allem vor diesen typischen dunklen "Business"-Hosenanzügen gegruselt. Die Hosen sitzen meistens katastrophal, jeder Rock wäre eine bessere Alternative (es muss ja schick sein, und wer solche Anzüge trägt, muss auch nicht auf Leitern klettern oder anderes machen, wobei Hosen einfach praktischer sind.)
    So langsam weiß ich auch, was ich nähen könnte: neben einer gemütlichen Zuhause-Cordhose könnte ich versuchen, eine Marlenehose - aber mit großen, aufgesetzten Vordertaschen - zu reproduzieren, die ich mal hatte. Und gestern machte mich der Liebste auf eine Frau in einer Pumphose aus leichtem Webstoff aufmerksam, die er schick fand. Das ging sogar schon in die Richtung deiner "krassen Bux". Zu engen Hosen fällt mir bisher noch nix ein, aber auch das mag sich ändern.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Genau! Hosenentwöhnt, so heißt das. Wahrscheinlich liegt es tatsächlich zum großen Teil an den schlechtsitzenden Hosen. Trotzdem war mir, nach langer Hosenentwöhnung nicht klar, wie deutlich Körperformen mit Hosen abgezeichnet werden und ich kann sehr gut nachvollziehen, wieso Frauen früher keine Hosen tragen durften.

      Löschen
  4. ICh denke, daß dem meisten Frauen von Natur aus Hosen einfach nicht gut passen. DA ist der Bauch und der Po. WIe will man da faltenfrei Stoff Herumdrapieren? Frauen bei denen esnge Hosen wirklich gut sitzen sind meistens schlank. Sobald mehr Bauch und oder Po da sind wird es schwierig. Hier wird es dann nur noch etwas mit weiten Hosenbeinen, oder mit einem Hosenrock. ICh denke, alles ander wird Krampf und frau sollte doch lieber Röcke tragen.
    Herzlich,
    Susan

    AntwortenLöschen
  5. Ich kann es nachvollziehen, wenn Du Dich als Rockträgerin in Hosen total unwohl fühlst. Mir geht es bei Röcken und Kleider ähnlich.
    Und auch ich denke bei einigen HosenträgerInnen: "Meine Herren - muss das so sein?" Am schlimmsten ist das Maurer-Dekolleté. Echt schade, dass es nur wenig wirklich gut sitzende Hosen gibt.
    Ich wünsche Dir, dass Du bei Deinem Hosenkonstruktions-Kurs einen tollen Schnitt findest, in dem Du Dich wohl fühlst. Deine krasse Bux stand Dir nämlich wirklich gut!
    LG, Sandra

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Nummer 2 ist schon genäht und wird morgen gezeigt!

      Löschen
  6. Ich finde es gut, dass du es ausprobierst. Manchen Sachen muss man einfach mal (wieder) eine Chance geben. Ich mag gerne Hosen an anderen, und auch gerne (oben enge) Hosen an mir, bevorzugt Jeans. Manchmal ist es ja auch ok, wenn man den Po gut sieht ;)
    Allerdings gibt es auch wirklich viele viele schlimme Hosen, so wie es schlimme Kleider gibt.
    Und nicht jeder fühlt sich darin wohl, oder sieht darin am besten aus, dass muss man eben einfach testen. Du kannst ja alles gefahrenlos ausprobieren, dank Näherei.
    LG frifris

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Auf jeden Fall ist es manchmal ok, wenn man den Po gut sieht. Ich würde es sogar noch stärker formulieren: manchmal ist es echt ein extremer erotischer Reiz, der von Hosen mit gut modelliertem Po ausgehen kann. Ich bin allerdings nicht sicher, ob das allen Trägerinnen immer so bewußt ist, immerhin sieht sich frau nur selten von hinten.

      Löschen
  7. So ähnliche Überlegungen Haben mich dazu gebracht doch nicht am Hosenherbst teilzunehmen. Ich habe immer wieder mal eine Hose angezogen und mich halb bekleidet gefühlt. Obwohl ich auch positive Beispiele gesehen habe, also Frauen, die sehr cool mit ihren Hosen aussahen. Ich gucke hier gerne zu und warte mal ab, wie sich meine Beziehung zu Hosen entwickelt.
    LG,
    Claudia

    AntwortenLöschen
  8. Mir geht es genau anders herum: Ich finde so viele Kleider und Röcke toll, die ich an anderen und auf vielen Blogs sehe. Ich selbst trage Röcke und Kleider meistens nur im Sommer oder zu besonderen Anlässen, weil ich mich als gewohnheitsmäßiger Hosenträger in Röcken of unwohl fühle. Die richtige Hose zu finden (oder den Schnitt dazu) finde ich auch sehr schwierig, weshalb sich mein Hosenbestand stetig verringert. Deine krasse Bux fand ich super an dir und ich hoffe, du bleibst am Hosenthema dran. Mich bringst du mit deinen Überlegungen in jedem Fall immer dazu, über Hosenschnitte nachzudenken (und hoffentlich endlich auch bald zu nähen) und mich an Neues heranzuwagen.
    Liebe grüße
    Elsa

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das freut mich, dass ich inspiriere! So soll das sein :-)

      Löschen
  9. Jetzt hab ich noch was vergessen, gut wenn man nachliest... bei mir ist es gerade wegen ausgeprägter Figur vorne und hinten ("Apfel") relativ wichtig, dass der Stoff einen Elasthan-Anteil hat. Vielleicht ist das bei dir auch hilfreich? Dann muss man auch nicht so sehr den Ausleierfaktor berechnen.
    Und vom Schnitt eher hüftig und oben eng, dann gerade. Sonst muss ich quasi einen dicken Bauch umnähen (bin nicht schwanger).
    Vielleicht mach ich doch noch mit, meine einzige tragbare Jeans hat jetzt ein Loch am Knie und ich mag mir keine kaufen (weil ich ungern vor mir selbst zugeben möchte, dass ich um eine Größe dicker geworden bin). Liebe Grüße und nichts für ungut, du weißt schon,
    frifris

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Also ich würde jeden Elasthan-Stoff kaufen, wenn er mir über den Weg läuft. Leider hat sich diese Qualität noch nicht flächendeckend durchgesetzt, aber ich hoffe auf eine geplante Stoffkaufaktion im Oktober, die mir letztes Jahr schon mal einen sehr sehr coolen Elasthanhosenstoff bescherte.

      Ach Größen! Wen interessiert den so was?! Hauptsache es passt!

      Löschen

Ich freu mich sehr über Kommentare! Sie sind kleine Geschenke für mich! Vielen, vielen Dank im Voraus.