Montag, 1. September 2014

HosenHerbst - Passform I - Ansprüche


Es ist September! Weiter gehts mit dem HosenHerbst.

Da ich ja eigentlich zum Thema Hosen gar keine Ahnung habe Damit es etwas spannender wird, habe ich ein paar reizende Damen angesprochen, Beiträge für den HosenHerbst zu schreiben und zum Monatsanfang unsere Gastgeberin zu sein.

Den Anfang macht Frau Zufallswennsklappt alias Sandra. Ich freue mich sehr, dass Sandra sich bereit erklärt hat, uns etwas zu berichten, denn sie ist noch mitten drin im Hosen-Fieber und ich finde, da ist es alles andere als Zufall, was da klappt! Auf ihrem Blog könnt ihr schauen, was sie zum Thema Hosen schon alles geschrieben hat, das habe ich für euch schon mal herausgesucht. Doch heute schreibt sie ganz frisch und exklusiv für unseren HosenHerbst. Vorhang auf für Sandra! Hipphipphurra und ganz herzlichen Dank!

Monatsthema September
Passform I - Ansprüche 

Welche Passformmängel kenne ich von Kaufhosen oder selbst genähten Hosen? Zeigt her eure ungeliebten Hosen! Welche Anpassungen habe ich schon mal versucht, um Passformmängel zu beheben. Wie erkenne ich überhaupt Passformmängel und wie heißt mein Problem? Wo gibt es Informationen über Anpassungen? Wovor habe ich den meisten Respekt? 



Hallo! Mein Name ist Sandra, ich blogge auf „Zufall, wenn´s klappt“, und auch ich darf Euch heute zum HosenHerbst begrüßen. Meike hat mich gebeten, einen Gastpost zu schreiben, und dieser Bitte komme ich doch gerne nach!

Um eine halbwegs vernünftige Hose zu bekommen, die man tragen kann, habe ich viel rumprobiert. Dabei wage ich mal zu behaupten, dass ich gar nicht so viele Dinge berücksichtigen muss. Aber da ich nicht weiß, wie ich anfangen soll, ist es echt kniffelig, eine gut sitzende Hose zu nähen. Die ich im Übrigen immer noch nicht habe, aber ich arbeite daran.

Welche Passformmängel kenne ich von Kaufhosen oder selbst genähten Hosen?

Ich habe eine breite Hüfte und eine schmale Taille. Bei Kleidern ist das nicht so ein Problem, bei Hosen schon. Wo ein Kleid das kleine Hohlkreuz kaschiert, steht bei der Hose der Bund unschön ab, insbesondere im Sitzen. Dem Problem kann ich etwas entgegenwirken, indem ich Hüfthosen trage (bis dahin passt die Hose nämlich), aber das will ich ja auch nicht immer. Vor allen Dingen nicht im Herbst / Winter - da habe ich es gerne etwas wärmer um die Leibesmitte rum. Wenn ich eine Hose nähe, kann ich natürlich den Bund anpassen. Das ist auch machbar und von den Arbeitsschritten her verständlich. ABER das ist nicht das einzige Problem bei selbstgenähten Hosen.

Zeigt her eure ungeliebten Hosen!

Diese Hose wollte ich für den Kostüm-Sew-Along nähen. Wie unschwer zu erkennen ist: Großes, unschönes Passformproblem. Dabei passt die Hose um die Taille recht gut.



Und das ist die Hose, die ich für den SWAP gemacht habe. Bis jetzt habe ich es immer kaschiert, hier zeige ich es ganz ungeniert: Der Bund steht ab.



Wie erkenne ich überhaupt Passformmängel und wie heißt mein Problem?

Darf ich vorstellen? "Sanduhr-Figur" und "flacher Hintern", meine zwei Probleme. Seit ich die Problematik kenne, fällt sie mir auf: Einen flachen Hintern haben viele. Besonders gut zu sehen bei Männern in Anzugshosen. Die Hinterhose bildet Längsfalten unterhalb des Popos und an den Oberschenkel, weil zu viel Stoff und zu wenig Hintern da ist.

Welche Anpassungen habe ich schon mal versucht, um Passformmängel zu beheben? 

Enger und weiter machen - insbesondere am Bund - haben bestimmt schon alle mal gemacht. Oder auch die Länge der Hosenbeine korrigiert. Schwieriger wird es bei der Schrittnaht. Um den "Katzenbart" zu vermeiden, muss man ein bisschen rumspielen, und die Kurve der Naht testen. Steiler oder doch lieber etwas runder? Bei der Anpassung, die für mich von Bedeutung ist, muss ich unterhalb des Popos Stoff reduzieren. Aber wie nehme ich das weg? Lange, lange habe ich gesucht und wurde dann bei Ann Rowley fündig.




Wo gibt es Informationen über Anpassungen? 

Natürlich habe ich meine Bücher gewälzt, und mir zusätzlich noch das Heftchen "Pants for everbody" gekauft. Das ist zwar komplett auf Englisch, aber auch reichlich bebildert, so dass ich der Meinung war, ich könnte meine Problematik doch irgendwie lösen.



Kann ich aber nicht. Nicht mit diesem Buch. Also habe ich gegoogelt, was das Netz hergab, aber ich habe nichts gefunden. Bei der Hobbyschneiderin gab es mal einen bebilderten Hosennähkurs, aber ich weiß, dass ich dazu hunderte Seiten durchforsten muss, und ich will - ehrlich gesagt - keine Doktorarbeit aus meiner Hose machen und außerdem, muß ich zugeben, finde ich den Link dorthin nicht mehr. Ich bin nicht bereit, tagelang zu recherchieren, zu lesen, mir Seiten auszudrucken, und dann zu versuchen: Geht das bei mir auch so? Im Buch "Der große Fotoguide für die Perfekte Passorm" von Sarah Veblen ist auch lang und breit die Anpassung einer Hose erklärt - aber viel interessanter ist der Text, der zum Thema Hosenanpassungen geschrieben steht: „Der Bereich an einer Hose, der am schwierigsten anzupassen ist, ist der untere Rumpf. Versteht man, wie sich die Körpermaße in dem von der Hose geschaffenen Raum verteilt, werden der Anpassungsvorgang und die sich daraus ergebende Arbeit am Schnittmuster einfacher, insbesondere da einige Passformkorrekturen bei Hosen der Intuition widersprechen. Beim Anpassen einer Hose stellen Sie sich den Körper als eine Art Gehäuse vor. Sie haben es mit drei Dimensionen zu tun: (1) der Höhe, das ist der Abstand von der Taille bis zum Ende des Rumpfes; (2) der Weite, also dem Abstand von einer Körperseite zur anderen, und (3) der Tiefe, also dem Abstand von der Körpervorderseite zur Körperrückseite. Diese Dimension der Tiefe wird dadurch noch komplizierter, dass Sie sowohl die besondere Form der Beckenknochen als auch die Rundungen von Bauch und Gesäß berücksichtigen müssen.“ Ich glaube, wenn man sich das verinnerlicht hat, dann ist man schon einen großen Schritt weiter.

Wovor habe ich den meisten Respekt?

Ich muss echt viel um die Ecke denken, vorausschauend arbeiten und immer berücksichtigen, dass Änderungen bei Hosen selten mit einem Arbeitsschritt getan sind. Bei Kleidern versuche ich, meine Rückenlinie nachzuformen, oder ich achte darauf, dass die Hüfte etwas ausgeprägter ist, aber bei der Hose ist es echt schwierig. Für mich. Mit meinem Kenntnisstand. Wie sieht es denn bei Euch aus? Habt Ihr schon Erfahrungen gesammelt? Ich bin gespannt auf Eure Berichte!





Mehr Informationen zum HosenHerbst Sew Along (Ablauf, Inhalte und Teilnahmeregeln) findest du hier.

Die bisherigen und nächsten Monatsthemen:

August: Hosenformen, Hosenmoden, Hosenschnitte (hier und hier)
September: Passform I - Ansprüche
Oktober: Im Detail liegen die Tücken
November: Passform II - Mängel erkennen und beheben
Dezember: Defilée und Resumée




Kommentare:

  1. Vielen Dank für deinen ausführlichen Post. Ich habe mich allerdings gefragt, ob das Falten-unter-dem-Po-Problem nicht ein generelles ist. Ich habe beispielsweise keinen flachen Po und dennoch zu viel Stoff an besagter Stelle. Wieviel Stoff muss eigentlich da sein, damit die Hose noch bequem ist?

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    1. Das kann man pauschal nicht sagen. Ich denke, es kommt immer auf Schnitt und vor allen Dingen auf den Stoff drauf an.
      Wenn Du so viel Stoff wegnimmst, dass die Hose keine LÄNGSFalten mehr wirft, und auch nicht an anderer Stelle neue Probleme auftauchen, dann müsste sie ja eigentlich auch noch bequem sein.
      Ich würde auch nie hergehen, und immer die gleiche Menge an Stoff wegnehmen. Meine Befürchtung ist, dass man immer mindestens eine Probehose braucht, wenn man einen neuen Schnitt ausprobiert.

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  2. Vielen Dank an Meike für das Organisieren. Ein Danke auch für dich Sandra, ich finde es sehr spannend wie du den Weg zur passenden Hose gehst. Die Erfahrung mit Büchern habe ich auch gemacht, ich kann da lesen und lesen und trotzdem hilft es nicht viel. Ich muss das Problem real sehen und bearbeiten können, am besten in Form einer Probehose.
    Viele Grüße
    Sylvia

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  3. Irgendwie bin ich sehr beruhigt, dass es uns Hosennäherinnen alle gleich geht. Danke für den ausführlichen post Sandra. Und die Frau Crafteln für die Orga. Nach diesem Herbst sind wir auf jeden Fall alle schlauer in Punkto Hosen.
    LG karin

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  4. Danke, Sandra für Deinen ausführlichen Bericht. Habe es mit Freude gelesen. Sehr schön finde ich den Begriff "Katzenbart". Das trifft für meine Hosen auch zu. Eigentlich wollte ich mich an der Diskussion beteiligen, da ich aber erst einen eigenen Blog aktivieren muss, wird es dann erst Ende des Monats.
    Danke auch Meike fürs Organisieren. Gut, dass ich den Weg hierher gefunden habe.

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  5. Liebe Sandra, vielen Dank, dass Du so viel recherchiert hast. Sicher hast Du schon bei Immi Meyer verbeigeschaut, ich haben ihren Kommentar bei Dir gelesen. Für den Fall, dass es hier beim Hosen-Herbst noch keiner erwähnt hat: Immi hat auf ihrem Blog http://immi-meyer-naehblog.blogspot.de unter dem Label "Das Ziel ist die perfekte Hose" gezeigt, wie sie eine Hose angepasst hat. Ich fand das sehr hilfreich.
    Ich verfolge den Hosen-Herbst (danke Meike für die tolle Idee) mit Spannung. Das geballte Wissen von Euch allen hilft mir sicher, nicht allzuviele Fehler bei der Hose zu machen, die ich mir nähen will.
    LG, Stefanie

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