Montag, 23. Juni 2014

Noch nen Unterrock



Nachdem ich mit meinem weißen Unterock aus weichem Tüll erst einmal "skeptisch-zufrieden" war, sprang ich gleich auf die Idee von Catherine an, einen Unterrock aus festerem Tüll zu nähen. Mein "weicher Petticoat" fühlt sich zwar toll an, ist aber so leicht und luftig, dass ich jedes Mal Sorge habe, dass ich ihn zerreißen könnte. Mal schauen, wie ich den bei Gelegenheit noch ein bißchen patchen kann, damit er mir "mehr Sicherheit" gibt. In dem oben verlinkten Beitrag schreibe ich genaueres über den weichen Petticoat.

Auf dem Bild oben, seht ihr nun den neuen marinefarbenen Unterrock. Nein, so solo werde ich ihn nicht tragen! Ich weiß gar nicht, wie ich den neuen dunkelblauen Unterrock nun nennen soll. Ein Petticoat ist er irgendwie nicht, weil ich mir einen Petticoat immer gerüscht vorstelle. Aber ein Unterrock ist es auch nicht, denn ein Unterrock ist eigentlich glitschig und aus Futterstoff. Auf jeden Fall ist er eine Erfindung von Catherine *tusch* und deswegen nenne ich ihn den "Unterrock á la allures-und-couture". Von Catherine ist die Idee und bei ihr findet ihr auch die Anleitung, wie so ein Unterrock zu nähen ist.

Da ich genügend Futterstoff hatte, habe ich alle drei Lagen (Tüll, Tüll, Futter) als halben Teller zugeschnitten, die eine Seitennaht geschlossen und auf die andere Seite ein Reißverschluß eingenäht. Zunächst nutze ich, wie üblich, einen nahtverdeckten Reißverschluss. Das war allerdings eine Schnapsidee, wie ich schon beim ersten Schließen feststellen musste, als sich der Tüll im Reißverschluss verhakte. Also trennte ich ihn wieder raus und fand aber glücklicherweise in den Vorräten noch einen normalen Reißverschluss in anthrazit. Merkt kein Mensch. Als oberen Bund nähte ich ein 4 cm breites schwarzes Gummiband, das ich auch noch im Lager fand. Ich tüftelte ein bisschen, wie ich das annähe, damit es gut aussieht und trotzdem die Nahtzugaben nicht kratzen. Trotz Tüfteln kratzen sie, es ist eben nur ein einlagiger Bund. Da überlege ich  mir vielleicht noch mal was. Im Nachhinein hätte ich mir den Reißverschluss sparen können, da ich eine sehr geringe Hüft-Taillen-Differenz habe, aber noch mal trenne ich ihn nicht heraus.

Aussehen tut dieser Unterrock etwas ungewöhnlich. Er hat etwas von Faschingsrock und fühlt sich auch so an. Als Kind wünschte ich mir mal ein Prinzessinnenkostüm und meine Mutter kaufte ein hellblaues Nachthemd und nähte auf das Rockteil einfach eine Lage Tüll darauf. Trauma! Ich wollte doch ein knisterndes rosa/goldenes gekauftes richtiges Prinzessinnen-Plastikkleid! Der neue Unterrock ist eine Mischung aus beiden. Glücklicherweise ist die unterste Lage raschelndes Acetat-Futter und kein Baumwollnachthemd. Der Unterrock trägt sich fein, das wurde heute natürlich gleich unter dem roten Lieblingstellerrock ausprobiert: er raschelt ein bißchen und gibt ein "Unterrock-Gefühl" und dem Rock Stand, ohne zu bauschig zu sein. Mittlerweile finde ich ja, dass ich verschiedene Unterröcke brauche, je nach Laune. Wer hätte das vor ein paar Jahren gedacht!

Im Zuge des Unterrock-Nähens habe ich mich etwas mit Materialien schlau gemacht und weiß nun, dass es tatsächlich einen Unterschied, zwischen Viskose-Futter und Acetat-Futter gibt. Beide Materialien sind zwar Kunstfasern aus Naturstoffen (Holzbrei), aber Viskose kann noch mehr Feuchtigkeit aufnehmen als Acetat und lädt sich deswegen noch weniger statisch auf. Die Reihenfolge, Qualität absteigend, für Rockfutterstoffe ist also: Viskose, Acetat und ganz unten und eigentlich nicht akzeptabel Polyester. Eine Verkäuferin meinte, dass Triacetat super wäre, aber in meinem sehr geliebten, aus der Bücherhalle ausgeliehenen Materialkundebuch steht, dass sich dieses auch mehr auflädt, als Viscose. Mangels farblich passenden und schönem Viskosefutter habe ich mich bei diesem Modell nun mit Acetat beholfen. Catherine meinte, dass der weiche Polyestertüll, den ich für den weißen Rock verwandte, möglicherweise auch weniger optimal wäre, als der Brauttüll aus Nylon. Wir werden sehen. Es ist noch eine Testphase. Ich vermute mal stark, dass sich beide Unterröcke bewähren werden und dann kann ich immer noch einen Weißen á la allures-und-couture aus Brauttüll und Viskosefutter machen und andere "Weiche" aus dem großen Farbspektrum, die Stoff und Stil zu bieten hat. Jetzt weiß ich ja, wie es geht.

Kommentare:

  1. So schön und toll dein Materialbericht dazu, da werde ich beim nächsten Unterrock nochmal nachlesen.
    LG Doreen

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  2. Huhu,

    könntest du den weißen Unterrock nicht stärken?
    Ich hab keine Erfahrung damit, war nur so ein Gedanke...

    Lg
    Salo

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  3. Also ich würde den marineblauen Tüllrock durchaus solo tragen. Mit dem Schrägbandsaum sieht er direkt edel aus. LG Waltraut

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