Donnerstag, 17. April 2014

"Untendrunter" Sew Along - Bedarfsanalyse



Erst dachte ich "och nö, schon wieder nen Sew Along..." aber ich glaube, ich werde mich auch aufraffen und am "Untendrunter" Sew Along teilnehmen. Im Gegensatz zB. zum Weihnachtskleid Sew Along, habe ich tatsächlich Bedarf. Allerdings war ich bisher schlichtweg zu faul, mich dieser Bedarfslücke zu widmen. Ein Sew Along ist ein guter Anlass, das mal zu tun.

Thema heute 

Was brauchen wir wirklich? Kleiderschrankinspektion und Lästerrunde: Was soll das Kleidungsindustrie?

Mit dem Thema Unterrock bin ich das erste Mal in Berührung gekommen, als meine Mutter meinte, ich solle doch mal in den Sachen meiner Oma schauen, ob ich etwas gebrauchen könnte; meine Oma war bereits im Altersheim und hatte einen Großteil ihrer Sache nicht mitgenommen. Ich fand einen flutschigen, elastischen Unterrock von Nina C, den ich irgendwie gar nicht so schlecht fand. Nach ein paar Wochen der Nutzung, nahm ich den Zweiten, den es dort noch gab, auch in meine Obhut.



Es handelt sich um einen schwarzen, schlichten Unterrock aus - oben mit schlichtem Gummi und unten mit Schlitzen für die Bewegungsfreiheit. Damals trug ich noch kurze enge Röcke und fand es gar nicht so schlecht, diese hin und wieder mit einem Unterrock zu ergänzen, damit ein ungefütterter Rock nicht an der Strumpfhose klebt. Den kleinen Schlitz an den Seiten fand ich praktisch, allerdings zeichnete sich dadurch der Unterrock bei manchen Röcken ab. Für einige Röcke waren mir diese Unterröcke schlichtweg zu kurz, als ich aber einmal in einer großen Wäscheabteilung eines Kaufhauses nach vergleichbaren Modellen in länger schaute, wurde ich nicht fündig. Das Material meiner Unterröcke ist prima (flutschig, elastisch aber nicht schwitzig, 81% Viscose, 19 % Modal), das, was ich dort fand, war es nicht.



Ich gebe allerdings zu, dass ich nur selten nach Untendrunter geschaut habe. Meine Erfahrung mit Kaufkleidung ist so schlecht, dass ich keinen Spaß daran habe, mich in Läden zu begeben. Ich weiß einfach, dass das, was mir gefällt nicht in meiner Größe zu haben ist und das, was es in meiner Größe gibt trutschig ist. Gut, beim Untendrunter ist trutschig nicht immer schlimm, weiß ich doch z.B. auch die wollenen Bermesenzer im Oma-Style zu schätzen, aber ich kann mich erinnern, dass ich ein, zweimal nach Unterkleidern forschte und nicht bestellte bzw. nichts mit nach Hause brachte.

Als ich anfing Jerseykleider zu tragen, wollte ich zunächst auch die Unterröcke dafür nutzen, aber die Wulst um die Taille, die durch den Unterrock mit Gummizug entstand, fand ich eher subotimal. Ich unternahm einmal den Versuch, ein Unterkleid zu nähen, der ziemlich misslang: zum einen war ich noch weniger versiert als heute, mit flutschigem Futterstoff umzugehen, zum anderen war das verflixte Ding einfach einen Tick zu eng und zu unbequem. Ganz abgesehen davon, ist mir die Versäuberung des Ausschnitts nicht besonders schön gelungen. Das das Foto des Unterkleides in diesem Blogpost heute nicht mehr zu sehen ist, ist kein Verlust für die Welt.

Die nächste Beschäftigung mit dem Thema Untendrunter begann ziemlich genau vor einem Jahr, als der Petticoat in Nähnerd-Kreisen gesellschaftsfähig wurde. Zunächst zögerte ich, mir einen Petticoat zu kaufen. Schließlich wünschte ich ihn mir zum Geburtstag. Ich wollte ihn einfach besitzen und fand, dass das finanzielle Risiko zu verkraften wäre, wäre er geschenkt, selbst wenn er nur im Schrank hängen würde, um ihn hin und wieder zu streicheln. Ich war überrascht, dass sich der Petticoat und ich als Liebe auf den ersten Blick herausstellten, die ungebrochen ist. Mittlerweile besitze ich zweimal den "Soft Lace" von Petticoats.de: einmal in schwarz und einmal in weiß. Der Schwarze ist für den Winter und die dunklen Strumpfhosen, der Weiße für den Sommer. Im Winter begann ich die Wärme, die durch mehrere Lagen Unterrock und Luft dazwischen entsteht, sehr zu schätzen und ich freue mich schon darauf, an mittelwarmen Frühlingstagen und kühlen Sommernächsten, den Petticoat ohne Strümpfe zu tragen, da er untenrum so schön wärmt.

Mein Bedarf

Zum einen fände ich ein Unterkleid für Jerseykleider eine super Sache. Dabei hätte ich gar nicht so gerne üppige Verzierungen aus Spitze, die sich doch nur abzeichnen, sondern wirklich eine ganz schlichte Version, die ausgleicht, was auszugleichen ist und den Jersey schöner fallen lässt. Wichtig wäre es, dass es ein elastisches Unterkleid ist. Da Jerseykleider die Jogginghosen unter den Kleidern sind, wäre es doch sehr schade, wenn die Bequemlichkeit dank Unterkleid nachließe!

Mein zweiter Wunsch wäre ein Sommer-Petticoat. Der Soft Lace Petticoat ist toll, aber ab 22 Grad Celsius für mich zu warm. Trotzdem ist das raschelnde Gefühl von Untendrunter herrlich an den Beinen und mancher Sommerstoff sehr durchsichtig. Ich wünsche mir also einen Unterrock mit etwas Stand aus dünner Baumwolle. So ein Voile habe ich bereits in Creme hier liegen, denn der etwas durchsichtige helle Blumenstoff liegt schon seit meinem letzten Ausflug auf den Markt am Maybachufer bereit, ein wunderbarer halber Teller zu werden. Bei diesem Projekt stellt sich mir die Frage, ob ich den Voile als Unterrock in den halben Teller einnähe, einen schlichten Unterrock nähe oder einen Unterrock mit Rüsche und Stand produziere, der einem Petticoat ähnelt. Ich bin unsicher und schwanke zwischen Lösung 1 oder 3.

Hin und wieder denke ich darüber nach, aus Jerseyresten Unterhosen zu nähen. Richtig gute Unterhosen gibt es irgendwie selten und wenn ich mal welche gefunden und ins Herz geschlossen habe, gibt es sie in der nächsten Saison nicht mehr. Und der Jersey liegt rum. Aber so richtig begeistert bin ich von der Idee nicht, obwohl ich schon schickes Unterhosengummi gekauft habe.

Ob ich beim Sew Along tatsächlich zum Nähen komme, steht noch in den Sternen. Derzeit habe ich mir etwas zu viele Projekte aufgehalst, so dass ich dauernd mit hängender Zunge durchs Leben laufe. Aber ich werde ihn auf jeden Fall mit großem Interesse verfolgen. Insbesondere die verwendeten Materialien und die Einkaufsquellen interessieren mich. Da ich das Material für den Blumen-Tellerrock und den dazugehörigen Voile schon hier habe, wird das erstmal mein ersten konkretes Projekt. Ansonsten lasse ich mich sehr gerne von euch inspirieren und verführen.



Ein Schnittmuster für ein Unterkleid besitze ich. Das ist natürlich auch zu klein für mich. Ich habe es trotzdem mitgenommen, weil ich sehen wollte, wie so ein Ding konstruiert ist. Der Schnitt gefällt mir eigentlich ganz gut und kommt dem, was ich mir unter einem schlichten Unterkleid vorstelle schon sehr nahe. Aber noch habe ich eure Ideen nicht gesehen!

Ganz herzlichen Dank an Catherine für die Idee und die Organisation des Sew Alongs. Die Frau hat einfach ein Näschen für Nähnerd-Bedürfnisse! Danke!


Kommentare:

  1. du triffst es wieder auf den punkt..einkaufen ist blöd ;))
    einen petticoat..hmm.
    da ich immer noch an meinem untendrunterproblem klebe, wie ich das schenkelgeklebe und strumpfhosen gekratze löse...weise ich das tragen einen petticoats von mir...
    aber neugierig wär ich schon drauf..aufs tragen und anfassen...
    ich finde dieses thema sehr sehr spannend...
    und freue mich sehr das du mitmachst !

    herzliche grüße
    stella

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    1. Wenn alles gut geht, sehen wir uns im Juli und dann darfst du ihn anprobieren. Da freu ich mich schon drauf!

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  2. Bei The Great British Sewing Bee hieß es a einer Stelle, dass man Unterröcke und Unterkleider aus Webstoff immer im schrägen Fadenlauf zuschneidet, damit sie elastisch sind. So würde ich das auch machen. Momentan fehlt mir leider definitiv die Zeit, um beim Sew Along mitzumachen, aber ich verfolge ihn sehr aufmerksam und bin auf die Ergebnisse sehr gespannt.

    Liebe Grüße,
    Henriette

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