Freitag, 11. April 2014

Schnittkonstruktionsunterricht 10: der Jackett-Grundschnitt

Huch, ich hatte noch gar nichts zu letzte Woche geschrieben. Viel habe ich nicht zu erzählen, aber bevor ich es ganz vergesse, krame ich noch mal was fürs Poesiealbum zusammen.

Natürlich war der Jackengrundschnitt noch nicht perfekt. Das hatte ich zwar gehofft, aber leider vollbringt Konstruktion noch keine Wunder. Das, was wir an Erkenntnissen aus dem Kleidergrundschnitt übernommen hatten, funktionierte auch bei der Jacke. Trotzdem bedurfte es bei dem neuen Grundschnitt - aufgrund des veränderten Materials und der veränderten Zugaben - noch Finetuning.

Interessant fand ich, dass zwar klar war, dass ich im Hüftbereich etwas mehr Weite brauche, dass es aber nicht egal ist wo. Wenn ich den Schnitt verändert hätte, hätte ich einfach in den Seitennähten den Hüftbogen weiter geschwungen. Als wir uns das Probemodell aber genau anschauten, wurde deutlich, dass hinten am Po mehr Weite rein muß und dass für einen Grundschnitt aber die Seitennähte ganz ok waren. Als wir die hinteren Abnäher öffneten und an der hinteren Mitte korrigierten, verstärkte sich mein Eindruck, dass eine Blazerform mit Schößchen für mich vorteilhaft ist. Glücklicherweise sind Schößchen ja zur Zeit eher modern - was mache ich dann nur, wenn es wieder mehr in Richtung boyfriend geht? Nicht mitmachen, vermutlich.

Wir korrigierten noch ein bißchen am Armausschnitt und ergänzten nachträglich den Kneifbetrag, an der hinteren Schulter, den wir zunächst weggelassen hatten, um ein wenig Platz für Schulterpolster zu lassen. Da ich dann doch nicht aussehen will, wie beim Denver-Clan, braucht es für kleine Polster nicht so arg viel Platz und der hintere Abnäher macht dann doch einen schöneren Rücken.

Als wir also so am Rücken korrigieren waren und sowohl oben als auch unten am Abnäher rumspielten, ergab es sich, dass es ein hübsches Einschneide-Aufzieh-Zusammenspiel ergab. Wir konnten im Nachhinein den Schulterabnäher schließen und unten mehr Weite reingeben, denn als wir oben schlossen, ergab sich natürlich unten mehr Weite. Im Schnitt sieht es nach einer vernünftigen Lösung aus, ich bin gespannt, wie das nächste Probemodell aussieht.

Als Hausaufgabe fing ich an den Ärmel auf Packpapier zu konstruieren - bis kurz vor dem Zwei-Naht-Ärmel. So können wir heute im Unterricht sofort loslegen und müssen nicht ganz von vorne anfangen. Das Zeichnen "in groß" dauert bei mir, mangels Übung, noch sehr lange. Ich hoffe, ich habe alles richtig gemacht.

Heute dann also der neue Ärmel dran und ein Reverskragen. Es wäre toll, wenn noch etwas Zeit bliebe, um ein wenig Modellentwicklung fürs Jackett zu machen, denn dann könnte ich - falls nach Ostern sich ein überraschendes Zeitfenster öffnen sollte - mit dem Probe-Jeans-für-1,50€ ein Probejackett nähen, was vielleicht sogar tragbar wäre. Jeans verhält sich noch mal ganz anders, als der Anzugstoff, aus dem ich die erste Probe nähte, aber mein roter Stoff für das Kostüm ist dem Jeans ähnlicher. Außerdem trage ich, erstaunlicherweise, meinen lila Jeansmantel gerne und häufig, obwohl ich ihn gar nicht so schön finde. Die Idee, ein Jeansjäckchen zu nähen, ist also gar nicht so absurd. Ich bin gespannt!

1 Kommentar:

  1. Ich wünsch dir viel Erfolg, dass das zweite Probeteil passt, und bin schon jetzt gespannt auf die fertige Jacke!

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