Donnerstag, 10. April 2014

Ausflug in der Hamburger Wollfabrik



Natürlich hätte ich auf den Rat des Gatten hören sollen, der mich schon vor Monaten auf die Existenz der Wollfabrik hingewiesen hatte und natürlich hätte ich dem beswingten Fräulein glauben können, dass vor wenigen Tagen noch die Sonderangebotstage in der Wollfabrik waren, aber manchmal bin ich ein wenig stur und mache Dinge erst, wenn der Zeitpunkt reif ist. Als der Mann davon erzählte, schaute ich auf die unvollendete graue Strickjacke, den unvollendeten blauen Pullover und hatte das grüne Jäckchen noch nicht mal begonnen. Na, da "braucht" frau auch keine Wolle. Aber jetzt ist natürlich alles anders! Das Frühlingsjäckchen ist so gut wie fertig gestrickt und obwohl die Schulter schmerzt (und die Häkeldecke auch noch nicht fertig ist), war mir sonnenklar, dass ich in den nächsten Wochen unbedingt noch eine rote Strickjacke brauche und stricken muß. Brauche!

Was bietet sich da mehr an, als einen beruflichen Termin in Hammerbrook zu nutzen, um doch mal in der direkt um die Ecke gelegenen, vielgepriesenen Wollfabrik vorbei zu schauen. Das Kind erwähnte doch auch, dass es eine gelbe Strickweste braucht und das Drops Baby Merino Gelb ist nicht knallig genug und rot am Computer zu bestellen geht eigentlich gar nicht. Also mußte ich da doch mal hin!

Ab gesehen davon, dass der Wollkauf dort nicht ganz einfach ist, war es einfach herrlich. Ich betrat den Laden und war im Farbrausch. Insbesondere in Merino und Baumwolle gab es alle Farben des Regenbogens in allen Schattierungen. Herrlich!

Etwas kompliziert ist das Kaufen dort, weil die Wolle nicht in fertigen Knäul dort liegt. Letztlich kann aus jeder Qualität ein Faden jeglicher gewünschter Stärke zusammen gestellt werden, je nachdem, mit welchen Nadeln frau stricken will. Die ganz Mutigen können sogar verschiedene Garnqualitäten oder Farben mischen; aber so weit bin ich noch nicht. Der Wollbedarf wird in Lauflänge gedacht, die Stärke anhand der persönlichen Vorliebe gewählt und dann werden mehrere Fäden zusammen auf eine Kone gewickelt. Ich bin gespannt, wie sich das mehrfädige Dings verstricken lassen wird. Die Kone hat den Vorteil, dass sich vermutlich nichts verknoddelt, weil sie - insbesondere am Anfang, wenn sie noch schwer ist, ordentlich am Boden steht. Allerdings mag ich es ja nicht so, wenn sich Garn spleist, weil ich beim blindstricken manchmal nicht alle Fädchen erwische. Es wird also spannend. Aber für 32 Euro ein Erwachsenenjäckchen und eine Kinderjacke stricken, reichlich auf Sicherheit kalkulierte Lauflänge, ist eigentlich kein Risiko!



Eigentlich wollte ich ja mal etwas anderes als Merino stricken, mir mal was gönnen und die Kaschmir-Seide-Mischungen fühlten sich auch so wunderbar an, aber das perfekte Rot fand sich dann doch in Merino. Was solls. Es ist das allerschönste himbeerliche Rot von der Welt, genau so ein Rot wie ich es erträumt und gesucht hatte. Einfach perfekt. Ich kann es kaum abwarten, die grüne Jacke fertig zu haben!

* Ich war im Laden der Hamburger Wollfabrik so aufgeregt, dass ich ganz vergessen habe, Fotos zu machen, also habe ich - oben - ein Screenshot von des Onlineshops gemacht. Ist es nicht herrlich eine Startseite zu sehen, auf der "bitte lesen" steht?!

Kommentare:

  1. Oh ja, die Farben dort sind einfach herrlich. Ich könnte da einfach stundenlang mit Blick auf das Merinoregal stehen.
    Ich habe dort bisher nur sehr dickes Garn wickeln lassen. Ich glaube 10 fach. Das ließ sich trotz der Besenstiel-Stricknadeln recht gut stricken. Ich vermute, dass bei dünnem Garn blind Stricken gut möglich ist.
    Ich glaub ich muss da auc mal wieder hin...
    Viele Grüße füßchenbreit

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  2. Neid !
    Vor Jahren habe ich mir dort schonmal Wolle für die Strickmaschine bestellt , war zufrieden damit .

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  3. danke. angefixt. probebestellung ist schon raus.
    lg,
    susa

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