Dienstag, 30. Dezember 2014

Jahresrückblick 2014




Zwischen den Jahren liebe ich es, einmal auf das Jahr zurück zu blicken und auch hier, habe ich 2013 und 2012 ein Resumée meines Nähjahres gezogen. Dieser Blick zurück würdigt noch mal, was ich geschaffen habe. Es geht mir weniger um Quantität noch will ich irgendjemand mit dem ganzen Kram brüskieren. Ich schaue nur gerne zurück, bin stolz auf das, was ich gemacht habe und versuche herauszufinden, was das Motto des Jahres war.



Gefühlt habe ich dieses Jahr weniger genäht als die letzten beiden Jahre. Das ist vermutlich auch wahr, denn ich habe mehr gearbeitet und damit natürlich auch weniger Zeit für das Nähen gehabt. Aber noch habe ich nicht nach Fotos gesucht und gezählt. Wer weiß, vielleicht ist es doch nicht so wenig.

Gefühlt habe ich dieses Jahr nur Tellerröcke und Frau-Kirsche-Kleider genäht und getragen und vermutlich stimmt das auch.







2014 ist für mich das Jahr der Schnittkonstruktion und der Experimente. Anfang des Jahres begann ich mit meinem kleinen Privatunterricht und lernte wie man einen Kleidergrundschnitt, einen Jackengrundschnitt und einen Hosengrundschnitt macht. Jetzt habe ich diese drei Grundschnitte und hoffentlich genug Wissen, diese auch auf körperliche Veränderungen anzupassen, die vermutlich nicht ausbleiben werden. Für den Schnittkonstruktionskurs habe ich einige Probemodelle genäht, die aber kurz vor Mülltonne stehen. Also genäht habe ich schon.




Das war wirklich gut investiertes Geld und ich freue mich, dass meine Familie mich unterstützte und mir diesen Wunsch zum großen Teil erfüllte. Ich habe sicherlich nicht alles Gelernte "parat", merke aber, dass ich Bekleidung und Schnitte nun anders angehe und den Schritt zu einem tieferen Verständnis getan habe. Das schöne an dem Privatunterricht ist, dass ich ihn ja jederzeit wieder aufnehmen kann, wenn ich ein neues Bedürfnis, eine neue verrückte Idee bekomme, was ich unbedingt lernen will. Jetzt habe ich aber erst mal das Gefühl, dass es genug ist und ich das Gelernte erstmal anwenden und üben muß.







Das größte Experiment war der Badeanzug. Ohne den Badenixen Sew Along und die Gemeinschaft der Nähnerds, hätte ich vermutlich noch nicht mal die Idee gehabt, mir einen Badeanzug zu nähen. So aber war der Sog groß und da ich zum Geburtstag einen Geldbetrag geschenkt bekam, der nicht zweckgerichtet war, beschloss ich, dass ich mit so einem unverhofften Geldsegen auch mal ein unvernünftiges Projekt wagen darf. Ich versuche nicht allzu böse auf das ungenutzte Material zu sein, denn es sind noch einige Reste übrig. Vermutlich werde ich das irgendwann noch mal rauskramen und mich noch mal an Badeklamotten versuchen. Irgendwie amüsiert es mich auch, wie sehr ich an diesem Experiment gescheitert bin. Es ist gesund, der Näh-Hybris manchmal ein bißchen Einhalt zu gebieten.

Allerdings, das Thema Dessous..... ach, kein Druck. Interesse ist da, aber es muß ja nicht alles gleich sofort!






In diesem Jahr habe ich auch viel darüber nachgedacht, wie sinnvoll eigentlich mein sehr freies, unbedarftes Nähen ist. Ich habe nur wenige Nähkurse gemacht, wenn ich mich recht erinnere, waren das ein paar Einführungen meiner Mutter, als ich Teenager war und zwei oder drei Wochenendkurse, sowie zwei Nähkursabende. Irgendwie habe ich mir das alles selbst beigebracht und habe dabei auch relativ wenig in Bücher geschaut. Das eine oder andere habe ich im Internet aufgeschnappt, aber eigentlich nähe ich immer nur drauf los.

Da ich in meiner Kleidernähkarriere früh mit den Knip Mode Schnitten begonnen habe, habe ich gefühlt auch nur sehr selten nach Anleitungen genäht. Ich erinnere mich an ein Burda Kleid und einen Mantel aus der Ottobre. Danach kamen die niederländischen Anleitungen, die ich nicht verstand und die mich für das Lesen von Anleitungen verdorben haben.

Naja, ich nähte nicht nur Tellerröcke und Frau-Kirsche-Kleider , zwei Unterröcke hatte ich ja, inspiriert durch den Untendrunter-Sew-Along auch noch genäht....





Rückblickend wurde mir klar, dass das Interesse für Schnittkonstruktion wirklich zwangsläufig war, denn ich habe sowieso nie wirklich nach Schnitten genäht. Kein Wunder, denn die, die mir  gefielen gab es sowieso meist nicht in meiner Größe. Ich muß also vor dem Beginn eines Nähprojektes einiges an Zeit in Schnittanpassung stecken, um dann irgendwann ein Ergebnis zu bekommen, muß das Nähen dann schnell gehen.



Jetzt bin ich ja eher so der schnell-schnell-nicht-so-ordentlich-und-wenig-perfekt-Typ und sehr ergebnisorientiert, deswegen sind vielleicht manche Dinge von mir vermutlich unkonventionell genäht. Theoretisch habe ich Lust, mich 2015 ein wenig mehr dem "guten Nähen" zuzuwenden. Mal schauen, ob ich das auch praktisch machen werde. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich diesen Vorsatz schon in den letzten Jahren hatte...

Im Laufe des Jahres hatte ich mir mal Gedanken darüber gemacht, ob ich das "Serien-Nähen" gut oder schlecht finde und bin immer noch der Meinung, dass das gut ist. Wenn ich einen Schnitt mag und mehrmals nähe, dann bin ich nicht mehr ganz so gierig und kann mich auch mehr auf das Nähen konzentrieren. Außerdem schaffe ich mir damit Freiraum, auch verrückte Projekte anzugehen, weil ich für diese nicht so einen Erfolgsdruck habe.





Mal schauen, wohin die Nähnerd-Reise nächstes Jahr hingeht. Ein Ziel habe ich nicht. Das Schöne an unserer Comunity ist ja, dass sich neue Ziele immer wie von selbst ergeben, weil wir in Kontakt sind. Das finde ich prima, denn das bringt mich dazu, auch Dinge zu probieren, die ich erstmal als zu groß empfinde oder als nicht-zu-meinem-Leben passend. Es macht mich froh, dass ich twitter für mich entdeckte und sich die Nähnerds mittlerweile dort ganz selbstverständlich dort "bewegen".  Ich kann mir die Vielzahl an Aktionen, die uns durchs Jahr begleiten, nur so erklären, dass neue Ideen schnell dort von Mehreren angedacht und damit auch schnell realisiert werden. Es ist doch so viel einfacher, mit einer Idee für eine gemeinsame Aktion zu starten, wenn frau schon mal weiß, dass es Interessierte gibt, die die Idee klasse finden und mitmachen wollen. Ich bin sicher, es wird uns noch das eine oder andere einfallen.

Mittlerweile stricke und häkele ich auch wieder ziemlich viel. Ich kann einfach nicht abends vor dem Fernseher sitzen und nichts tun. Ich mag Strickstücke, die dünn und filigran sind, weil ich ne heiße Braut bin, allerdings habe ich in den letzten Monaten das Vergnügen zu schätzen gelernt, mit dickeren Nadeln schnell Erfolgserlebnisse zu haben. Der spontane Sinnesfrid Knit Along war klasse und ich habe diesen Herbst gleich noch zwei nichtverbloggte Sinnesfrids gestrickt.

In den letzten Wochen war ich froh, dass mir der Arm nicht mehr so wehtat, wie noch beim Frühlingsjäckchen. Das war auch ein neues Erlebnis für mich: einen richtigen Knit-Along anzuführen, obwohl ich auch beim Stricken das Gefühl habe, eigentlich alles sehr selbstausgedacht zu machen. Ganz abgesehen von der Vorbildfunktion und dem damit verbundenen Zeitdruck. Das war keine leichte Aufgabe, aber eine gute Erfahrung.



Die Strickpause über den Sommer hat wohl gut getan, jetzt geht mir Stricken wieder leicht von der Hand. Wenn der Weihnachtskram weg ist, werde ich dann wohl auch endlich mal die Häkeldecke fertig machen, die allerdings schon Monate lang unfertig in Benutzung war. Das Deckenhäkeln hat mir Spaß gemacht. Ich muß mal überlegen, was ich kleinteiliges Häkeln könnte, denn das mag ich so gerne mitnehmen, um zum Beispiel beim Fußballtraining die Zeit sinnvoll zu nutzen.

Wenn ich durch mein Blog blättere, dann finde ich gleich zu Jahresanfang den Wintermantel, der zu meiner Schande immer noch nicht fertig ist. Erst dachte ich, dass ich den himbeerroten Wintermantel so extrem über hätte, aber irgendwie finde ich ihn immer noch ganz gut, obwohl ich ihn schon den dritten Winter trage. Mich stört auch nicht, dass man ihm an manchen Stellen die mangelnde Näherfahrung ansieht. Vielleicht hält mich von der Fertigstellung des dunkelblauen Mantels ab, dass ich (glücklicherweise) gar nicht so viele Anlässe für einen "guten" Mantel habe. Aber ich sollte mich dem Ding wirklich mal wieder annehmen und ihn fertig machen.



Besonders toll war natürlich der die Stoffwechsel-Aktion. Da würde ich gerne beim nächsten Mal wieder mit machen. Es war eine sehr lehrreiche Erfahrung für mich, mich da durchzubeißen. Bei der Wiederholung im Herbst war ich nicht dabei und das war gut so. Ich hätte mich nicht darauf einlassen können, weil ich mit zu vielen anderen Dingen beschäftigt war. 2015 sieht auch ganz danach aus, als würde ich in naher Zukunft noch mehr arbeiten, das ist schön, aber auch nicht gut, um bei so interessanten Sew Alongs mitzumachen. Ich versuche einen Weg für mich zu finden, mich von dem damit verbundenen Zeitdruck unabhängig zu machen und trotzdem Teil der Comunity zu bleiben und zu geben, statt nur passiv zu konsumieren.

Und wenn ich schon bei Aktionen bin: der Nähnerd-Podcast von Muriel hat mich sehr berührt. Auch wenn diese Erkenntnis so sehr 2004 ist, hat es mich erst jetzt, 2014 so berührt, Stimmen zu hören. Das sind ja auch ganz besondere Stimmen, denn es sind Stimmen von Menschen, die ich schon lange lese und schätze. Ich fand es klasse, auch Teil der Aktion sein zu dürfen. Nicht zuletzt hat der Podcast mich zu dem Hörspiel für die MMM-Spendenaktion inspiriert.

Ganz erstaunlich war dann in der Mitte des Jahres mein Bedürfnis Hosen nähen oder zu tragen zu wollen. Damit bin ich noch nicht durch und bin gespannt, wie sich das Thema Hosen 2015 weiterentwickelt. Es war ein wenig schäbig, den HosenHerbst im Dezember nicht mit einem würdigen Finale zu beenden, aber ich hatte einfach keine Kraft. Das hole ich dann im Januar nach, denn ich habe schon das Gefühl, das Thema auch vorläufig beenden zu wollen, um wieder frei von einer Hosenverpflichtung zu sein.







Zwei neue Nähthemen hatte ich noch dieses Jahr: Strickjacken und T-Shirts nähen. Die Idee, Strickjacken zu nähen hatte ich schon länger, fand aber bisher weder überzeugenden Schnitt und noch weniger überzeugende Strickstoffe. Nachdem ich den Jenna Cardi genäht habe, bin ich aber am überlegen, ob es nicht auch um die Ecke gedacht geht. Wieso muß es eigentlich Strick sein, ich könnte doch auch mal den Rib Jersey oder Nicky probieren. Das ist etwas, was auf meiner To do Liste steht.



Nachdem ich seit längerer Zeit mein erstes Shirt nähte, bin ich auch wieder auf das Thema Shirt-Nähen gestoßen und hatte den Aha-Effekt, dass meine früheren Shirts deswegen so doof wurden, weil ich Viscosejersey nutze, der natürlich jedes Röllchen zeigt. Die Shirts, die ich gerne trage, sind aus Baumwolljersey, warum bin ich da nur nicht früher darauf gekommen? Ein neuer Baumwolljersey dreht gerade jetzt in der Waschmaschine und wird vermutlich mein erstes Nähprojekt für 2015 werden.



Für andere habe ich auch genäht. Ein paar Shirts, Mützen und ein Faschingskostüm für das Kind. Sicherlich ein paar kleine Geschenke, aber so etwas vergesse ich immer wieder schnell wieder. Und dieses Jahr hat auch zum ersten Mal mein Mann etwas bekommen: zwei Bermuda-Shorts.








Achja, ein paar Beutel habe ich noch genäht und eine Clutch





Ach, wenn ich so schaue, dann habe ich doch viel genäht bzw. viel Zeit in mein Hobby investiert. Das ist doch prima. Es wirklich eine erstaunliche Enwicklung, die ich da gemacht habe. Ich bin sehr glücklich, dass ich nun einen schön ausgestatteten Kleiderschrank habe und mich wohl in meinen Klamotten fühle. Es fühlt sich wirklich klasse an, dass ich theoretisch fast alles realisieren könnte, wenn ich das nur wollte. Ich merke, wie die Gier abgenommen hat und das ist gut so. Das macht auch Platz für berufliches Streben! Das ist jetzt 2015 dran und fühlt sich auch gut an.

Mir gefällt es, dass ich eine Menge an Hintergrundwissen dieses Jahr gelernt habe. Auch wenn ich den Schnittkonstruktionskurs und die damit verbundenen Hausaufgaben sehr sehr anstrengend fand, macht es mich so glücklich, dass ich diesen Traum realisieren konnte. Ich sehe das als eine offene Baustelle: das war bisher nur ein Anfang, noch nicht mal ein Fundament, aber das, was ich machte, passt zu mir. Ich habe Grundlagen gelernt und habe jetzt erstmal Grundschnitte, mit denen ich etwas anfangen kann, um der Lust auf Neues Rechnung zu tragen. Was ich jetzt daraus mache, wird sich zeigen.

Es war ein gutes Jahr. Es war sehr anstrengend und oft fühlte ich mich gehetzt, aber das scheint mir normal als arbeitende Mutter mit eigenen Interessen, das ist bei allen Freundinnen nicht anders.

Und weil ich so neugierig bin, muß ich dann doch noch mal zählen:

Genäht
8 Kleider
4 Röcke
2 Unterröcke (und einer für die Tonne)
3 Hosen
1 Shirt
1 Strickjacke genäht
4 Kissenbezüge
2 Sattelbezüge
2 Lunchbags
2 Beuteltaschen
1 Clutch
2 Herrenbermudas
1 Kinder-Kostüm


Gestrickt und gehäkelt
1 Strickjacke fertig gestrickt
3 Sinnesfrid Leibchen
2 Mützen
1 Schal
1 Giraffe

Unvollendete
1 Wintermantel
1 Jeansblazer
1 zugeschnittenes Weihnachtskleid
1 Frau-Kirsche-Kleid
1 Häkeldecke
1 Badeanzug
1 Häkeltuch
1 weiße Strickjacke (WM-Jäckchen)
1 blauer Pullover (Erbe aus 2012)

Hui, entweder ist ein Jahr lang oder ich habe doch viel genäht. Das Unvollendete liegt ein bisschen auf dem Gewissen, da sollte ich in Kürze noch mal ran. Aber auf den Rest erlaube ich mir stolz zu sein.

Mir hat der Jahresrückblick Spaß gemacht, vielleicht fandet ihr es auch interessant. Wer bis hierher gekommen ist, der hat noch etwas Konfetti und Glitzer sowie die besten Wünsche für 2015 verdient! Guten Rutsch - wir lesen uns im neuen Jahr!


Dienstag, 23. Dezember 2014

Frohe Weihnachten

Wenige Stunden vor der allgemeinen Bescherung noch ein kleines Lebenszeichen von mir. Dieses Jahr hatte ich zum ersten Mal eine wirklich hektische Weihnachtszeit, obwohl ich mit den Geschenken schnell organisiert war, nachdem ich mich von dem selbstknebelndem Dogma befreit hatte, möglichst viel selbst zu machen oder den Einzelhandel zu unterstützen. Ich stützte die kleinen Geschäfte, bei denen ich gerne kaufe und den Rest bestellte ich. Internet mag ich lieber als Einkaufszentren, insofern war diese Praxis schlüssig und extrem erleichtern.

Heute Abend hatte ich zum ersten mal Ruhe, um das Nicht-Nähens eines Weihnachtskleides zu bereuen. Schade, ich hätte wirklich gerne ein schönes Kleid genäht, aber es passte einfach nicht. Vielleicht finde ich zwischen den Jahren mal Ruhe. Im Dezember nähte ich nur zwei Kissenbezüge und zwei kleine Geschenke aus Wachstuch. Fühle mich kaum noch als echter nähnerd.

Einen Großteil meiner Zeit im Dezember investierte ich in das Dankeschön-Hörspiel für die Me Made Mittwoch Spendenaktion. Es war schön, gemeinsam mit der Crew die Geschichte zu entwickeln, sie zu schreiben, sie aufzunehmen und sie dann zu schneiden. Ich bin ziemlich stolz auf das Ding und freue mich, dass wir/ich uns durch das Projekt durchgebissen haben. Nicht zuletzt bin ich natürlich erfreut und dankbar dafür, dass wir es tatsächlich geschafft haben, für mehr als vier Ausbildungen Geld zu sammeln. Das ist echt großartig. Das sind vier komplette Berufsausbildungen! Vielleicht ist es nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber ich finde es großartig, wenn wir die Kräfte unserer Comunity nutzen können, gemeinsam über den Tellerrand schauen und weit weit weg dabei helfen können, Zukunftsperspektiven zu bieten. Das ist wirklich toll!

Den HosenHerbst verlängere ich bis Ende Januar. Irgendwie war das eine schlechte Planung, die Aktion im Dezember enden lassen zu wollen. Neben dem üblichen Endjahresstress gab es noch viele Nähnerd-Aktionen und wenn ich es richtig verstanden habe, dann gibt es zu Silvester noch das eine oder andere Finale der Herzen. Da müssen wir uns nicht auch noch mit den Hosen dazu stellen. Ich nehme mir im Januar noch mal Zeit für den HosenHerbst und dann machen wir ein krachendes Finale. Versprochen!

Ich wünsche Euch allen schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Egal ob mit neuem Weihnachtskleid oder ohne - macht euch eine schöne Zeit. Von meiner Seite aus wird es bis zum Ende der Ferien bestimmt ruhig, aber den DIY-Jahresrückblick will ich auf jeden Fall irgendwann machen.

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Me Made Mittwoch Visualisierungsübung

Heute müsst ihr euch mein Outfit einfach vorstellen :-) Isch abe kein Foto für dich. Also, ich trage einen alten Rock, den ich plötzlich wieder ganz schick finde und die genähte Strickjacke von neulich. Schwarzes Shirt und schwarze Strumpfhose, rote Schuhe.

Ansonsten stricke ich mir die Finger wund, weil ich letzte Woche noch auf die Schnapsidee kam, eine Mütze und einen Rüschenschal verschenken zu wollen und arbeite fleissig an der Crew-Überraschung als Dankeschön für MMM-Spendenaktion.

Nächstes Jahr nähe ich dann auch mal wieder was und blogge auch darüber. Hoffentlich.

Mehr selbstgenähte Outfits an echten Menschen, sogar mit Fotos, finde ihr wie immer Mittwochs auf dem Me Made Mittwoch Blog. Mein Beitrag ist dort natürlich nicht verlinkt. Das wäre ja auch noch schöner!

Mittwoch, 10. Dezember 2014

MMM - in Hose heute drüben als Gastgeberin


Heute mal wieder drüben auf dem Me Made Mittwoch Blog als Gastgeberin und der Vollständigkeit halber auch hier.

Meine letzten Nähmonate waren ziemlich wild-experimentell und ich muß sagen, meine Näh-Hybris hat dazu geführt, dass ich in den letzten Monaten nicht viel Vorzeigbares produziert habe. Nachdem ich den Badeanzug -leider nur sprichwörtlich - in den Sand gesetzt habe, hatte ich ab Juli Lust, Hosen zu nähen. Das machte ich nicht alleine, sondern im Rahmen der Aktion HosenHerbst.

Das ist meine erste richtige Hose, denn zwei Jerseyhosen, die ich zum Warmwerden nähte, zählen nicht. Die Hose nähte ich nach einem Hosengrundschnitt, den ich zusammen mit einer Lehrerin konstruierte und es bewahrheite sich ihre Prophezeihungen: "es wird nicht leicht" und "eigentlich braucht du für jeden Stoff einen neuen Grundschnitt bzw. zumindest eine Probehose".


Die Probehosen für den Grundschnitt, die ich nähte waren immer wieder zu weit, saßen aber gut. Die dritte Hosen steckten wir dann ab, dass sie nicht mehr ganz so weit war, wie eine Marlenehose, aber das sah an mir stimmiger aus. Genau so eine, wollte ich nun mit einem guten Stoff nähen. Als ich dann mit dem wunderbaren Wollstoff nähte und auch noch auf die grandiose Idee kam, die Hose spontan zu füttern - ohne meine Lehrerin zu fragen, ob ich vielleicht etwas beim Zuschnitt des Futters beachten muß und überhaupt ohne Anleitung, wie man eine Hose füttert - war es ein Desaster.

Die Nähnerds auf twitter feuerten mich aber mit Tipps und Tricks und gutem Zuspruch an, die Hose nicht gleich wegzuwerfen, sondern mich weiter dran zu machen.  Meine Hypothese, dass es an zu engem Futter liegen könnte, bestätigte sich. Als ich das Futter an den Seitennähten löste, so dass es nur noch an der mittleren Beinnaht und der Schrittnaht befestigt ist, konnte ich mich plötzlich in der Hose auch bewegen. Das Innenleben der Hose sieht zwar nun nicht mehr so schön aus, wie geplant, aber jetzt ist sie wenigstens tragbar. Tapfer machte ich sie fertig (hier schrieb ich über die Änderungen) und forschte in meinem Kleiderschrank, was dazu passen könnte.



Obwohl ich einen sehr hohen Bund nähte, gefällt mir die Vorder- und Seitenansicht doch nicht wirklich, so dass ich die Hose vermutlich zwar tragen werde, aber dies wohl doch lieber mit längeren Oberteilen - allerdings: das macht dann, wenn vom Busen abwärts kaschiert wird, wieder genau diese Litfasssäulen-Silhouette, auf die ich eigentlich keine Lust habe....

Die Strickjacke ist gekauft




Sagen wir so. Sie ist garantiert nicht mein vorteilhaftestes Kleidungsstück - aber immerhin kann ich nun nach den Änderungen mit der Hose sitzen, wenn das auch nicht supergut aussieht, weil die Hose an den Oberschenkeln durchaus ein Stückchen weiter sein könnte. Ich würde sagen, es ist eher eine Steh-Hose und ich sollte über Tuniken nachdenken oder vielleicht doch lieber zu den Röcken und Kleider zurück kehren.


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Das sind Luxusprobleme! Insbesondere, wenn ich an das Leben der Frauen in Afghanistan denke, die wir dieses Jahr mit unserer Spendenaktion helfen wollen. 10000 Dank für die unglaubliche Summe, die ihr schon gespendet habt, wir freuen uns wirklich sehr darüber! Bis Weihnachten ist die virtuelle Spendendose noch geöffnet. Mehr Informationen zu unsere Spendenaktion findet ihr hier.

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Aber egal, mögen es Luxusprobleme sein, es ist das, was mich beschäftig und was mich von dem Stress des Alltags ablenkt und entschädigt. Nicht 100%ig gelungene genähte Kleidungsstücke gehören dazu. Ich habe wieder eine Menge dabei gelernt und ich finde, das darf frau beim Me Made Mittwoch durchaus auch mal zeigen!

Wie schaut bei euch aus: alt bewährte Lieblingsstücke oder etwas Neues?

Montag, 8. Dezember 2014

Nähgadgets

Was für eine wunderbare Idee, rechtzeitig vor Weihnachten darüber zu schreiben, welche Nähgagdgets und Näh-Bücher eine toller Wunsch oder eine tolle Anschaffung sein könnten. Wer mag schon Hinstellerchen und blödes Gedöns geschenkt bekommen! Also schreibe ich jetzt mal auf, was ich gerne an Nähwerkzeugen nutze - und was nicht - damit ihr euren Wunschzettel füllen könnt.

Gesammelt werden die Iden bei Frau drehumdiebolzeningenieur. Zu den Büchern komme ich ein anderes Mal. Ich freu mich schon darauf, bei euch zu lesen, was ich noch unbedingt haben müsste.

Heute meinerseits auch "nur Text". Die Zeit ist so knapp. Da muß das reichen.

1. Rollschneider und Schneidematte.

Beides mag ich nicht mehr missen. Ich schneide fast alles damit zu, habe aber die Schere auch zur Hand für kleine Details und die Knipse (Passzeichen). Kragen schneide ich zum Beispiel lieber mit der Schere und überhaupt alles, was ganz genau werden muß. Das zeichne ich sogar vorher an. Aber meist schneide ich mit dem Rollschneider freihand um die aufgelegten Schnitteile.

Mein Rollschneider hat einen Abstandshalter, den ich am Anfang nutze. Mitterlweile habe ich ein gutes Augenmaß für meine üblichen 1,5 cm und die 1 cm für frickelige Details.

Ich besitze eine große Matte (ca. 90 cm) lang und eine kleinere (ca 45 cm lang - ich habe nicht gemessen, weil ich zu faul zum Aufstehen bin). Diese reichen zwar zusammengelegt nicht für alles, aber für fast alles. Weite Rockteile schneide ich eben nur zum Teil mit dem Rollschneider zu und nehme für den Reststoff, der über die Matte heraushängt, die Schere.

Hin und wieder gönne ich meinem Rollschneider neue Klingen. Eine alte Klinge nutze ich als Papierklinge, um Schnitte auszuschneiden.


2. Kreide und Kreidestift
Ich markiere hauptsächlich mit dem Kreidestift und mit Kreidestücken. Der Stift ist ein hübsches Geschenk, weil er in so einem reizenden Kästchen kommt. Ich habe allerdings noch nie die anderen Farben genutzt, weil ich mit weiß und dem Kreidestückchen in pink und gelb, die in meinen Stecknadeln liegen, gut hinkomme.

3. Maßbänder
Ich besitze mehrere Maßbänder. Ein normales, was ich in 98 % der Fälle nutze, eines mit Inches (was ich nie finde, wenn ich es brauche) und eines mit Löchern. Die Löcher sind praktisch, um es in der Taille fest zu machen, um ordentlich zu vermessen. Dazu könnte man aber auch einen Gürtel nehmen.

4. Schrägbandformer
Finde ich gut, nutze ich aber extrem selten. Das Problem damit ist, dass der Stoff in der Diagonalen genommen werden muß, um Schrägband zu erstellen, dass leicht dehnbar ist. Damit verbraucht das Schrägband relativ viel Stoff. Uni-Schrägband kaufe ich lieber, aber ich finde es gut, den Former zu haben, um hin und wieder gemustertertes Schrägband einzusetzen.

5. Sonderfüßchen
Sonderfüßchen besitze ich einige, nutze ich aber nie, weil ich nie Lust und Ruhe habe, mich hinzusetzen und nur zu probieren.

6. Nadelkissen und -Aufbewahrungen
Da gibt es sicherlich einiges. Ich nutze aber nur das schnöde Döschen. Ich habe dieses Magnetding, dass wir ein Lippenstift aussieht und finde es total unpraktisch. Außerdem habe ich zwei Magneten, aber die nutzt auch nur mein Kind zum spielen.

7. Lineale
Zum Konstruieren benutze ich einen Schneiderwinkel und ein Meter-Lineal. Das lange Lineal ist aus Alu und wurde von meinem Kind für Schwertkämpfe genutzt und jetzt ist es verbogen. Ich hätte also lieber ein Plastiklineal, aber das wäre vermutlich bei Kämpfen abgebrochen. Ich habe auch kleine Kurvenlineale, aber die finde ich derzeit nicht, würde sie vermutlich aber auch nicht nutzen.

Das ALLERBESTE Lineal ist mein Geodreieck mit einer Seitenlänge von 30 cm und Handgriff. Das nutze ich wirklich dauernd und insbesondere dann, wenn ich Nahtzugabe ausnahmsweise einzeichne. Das ist aber total billig.

8. Papier
Früher nutze ich Baumarktfolie zum Schnitte kopieren, mittlerweile bevorzuge ich das Schnittmonsterpapier von Stoff und Stil. Es ist umweltfreundlicher und hat für die optimale Dicke und Durchsichtigkeit. Ich nutze es mittlerweile auch zum konstruieren, weil ich es besser zusammen legen kann, als Packpapier. Mittlerweile habe ich es auch in kariert. Für mich ist das Preis-Leistungs-Verhältnis unschlagbar und der Aufwand, es zu beschaffen gering.

Meine fertigen Grundschnitte und Schnitte, die ich besonders liebe, übertrage ich auf Vlies, auch von Stoff und Stil. Das ist so eine Art billiger, dünner Stoff aus dem auch die Stoff und Stil Schnitte sind. Es ist fester als Papier, frau kann es auch mal zusammenstecken oder zusammennähen und es lässt sich leicht und platzsparend zusammenlegen.

9. Scheren
Eine gute Schere ist selbstverständnlich. Immer schön darauf aufpasssen und niemals Papier damit schneiden. Seid auch vorsichtig mit Fleece, Tülle oder Pailletten, auch die machen die Schere stumpf.

Ich habe noch eine Overlockschere, die ich nie nutze und die kleine Stickschere habe ich bei den Handnähsachen, da sie mir zu schwergängig ist. Neben der Nähmaschine liegt meist meine große Stoffschere, da könnte ich eine gute kleine Schere gebrauchen.

Eine Zackenschere finde ich nicht schlecht, meine billige ist allerdings stumpf, nachdem ich Wachstuch damit geschnitten habe. Ich habe zum Beispiel meinen Regenmantel die Nahzugabe mit der Zackenschere geschnitten, weil er ungefütter ist. Das sieht schön aus, machte aber die Schere stumpf.

10. Spulen
Spulen kann frau nie genug haben. Ich habe ca. 30 im Dauereinsatz und lagere sie in einem Ring. Warum der so toll sein soll, ist mir ein Rätsel. Da ich aber zwei davon habe, werde ich nie ein Kästchen ausprobieren können, weil zwei Ringe und die dazugehörigen Spulen reichen.  Der einzige Vorteil des Ringes ist, dass er vorne in das Fach des Nähmaschinendeckels passt.

11. Nahttrenner
Neben dem Nahttrenner in der Nähmaschine habe ich einen zweiten, etwas größeren, der immer zur Hand ist, wenn ich ohnehin schon verärgert bin. dann habe ich nicht auch noch Lust, den Nahttrenner zu suchen.

12 Stecknadeln
Nach ein paar Jahren Nähens, habe ich langsam das Gefühl, dass meine Stecknadeln stumpf werden und das da noch was geht. Ich könnte mir vorstellen, dass es sinnvoll wäre unterschiedliche Stecknadeln für unterschiedliche Verwendungszwecke zu haben.

13. Ein Koffer für Garne
Ich habe einen Koffer für Garnrollen. Der ist wenig schön aber praktisch, weil ich ja kein Nähzimmer habe und immer alles wegräumen muß. Am Anfang dachte ich "der ist ja riesig". Mittlerweile ist er tatsächlich fast voll.

Overlockkronen habe ich in einer Kiste und vermutlich genug für die nächsten 10 Jahre. Ich habe verschiedene Farben, nutze aber in 95% der Fälle nur schwarz und weiß. Wenn ich mit der Overlock zusammennähe, wechsele ich manchmal die ganz linke Krone für die passende Naht.

Irgendwie ist das noch nicht alles, aber die Zeit rennt, Weihnachten rückt näher und ich habe keine Zeit zum Schreiben mehr. Aber vielleicht ist für die eine oder andere ja doch etwas nützliches dabei.


Montag, 1. Dezember 2014

HosenHerbst: Defilée und Resumée

Herzlich willkommen zum letzten Monat des HosenHerbstes. Wie geht es euch? Kam der Dezember für euch auch so plötzlich?

Ich war letzte Woche in Urlaub und schaffte es, vor dem Abflug nicht mehr, mich adäquat auf das große HosenHerbst-Finale vorzubereiten. Weder habe ich eine, genauer gesagt die Hose fertig, wegen der die ganze Aktion überhaupt entstand, noch hat es geklappt, den Beitrag dazu zu schreiben, der eines Finales würdig wäre. Aber egal: dieser spontane und ganz anders organisierte Sew Along hatte von Anfang an das Ziel, keinen Stress aufkommen zu lassen.

Da wir uns stets am Anfang UND am Ende eines Monats treffen, ist ja heute eigentlich auch noch gar kein richtiges Finale. Die letzten drei Tage im Dezember sind unser offizielles Finale und da die eine oder andere zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich auch Urlaub macht, werde ich am Ende des Monats die Linkliste dann ein paar Tage länger auflassen und zwar bis zum 6.1. Also spätestens wenn ihr den Tannenbaum entsorgt, solltet ihr daran denken, eurer Hosen-Resumée zu veröffentlichen und zu verlinken.

Dezember
1. Dezember 2014: Defilée und Resumée
Zeigt her eure Hosen? Seid ihr zufrieden? Tragt ihr eure Hosen? Mit was kombiniert ihre eure Hosen (Oberteile, Jacken, Schuhe)? Näht ihr noch weitere Hosen? Warum? Oder warum nicht?

Heute wollte ich eigentlich zur Einstimmung zwei Interviews zum Thema Hosen veröffentlichen. Doch leider habe ich nur von einer Interviewpartnerin bisher Antworten erhalten. Das ist ein bisschen wenig, ich bleibe also im Laufe des Dezembers noch dran und versuche noch mehr über Hosen von unterschiedlichen Expertinnen zu erfahren. Und natürlich nähe ich auch noch die Hose, damit ich auch ganz persönlich resümieren kann.

Damit ihr zum Thema Hosen bis zum Ende des Monats nicht ganz auf dem Trockenen sitzt (sicherlich habt ihr, wie die meisten Menschen im Dezember unendlich viel Zeit und Langeweile...haha), empfehle ich euch den spektakulären Beitrag (mit ganz vielen Bildern) von Suschna zum Thema "Hosen an der Heimatfront: Frauenbeinkleider 1914 - 1918" anzuschauen! Danke Suschna!

Und für die ganz Fleissigen, die stolz zeigen und fröhlich resümieren wollen, gibt es natürlich auch jetzt schon eine Linkliste. Vorhang auf!




Hier findet ihr weitere Informationen zum HosenHerbst (Ablauf Inhalte und Teilnahmeregeln).

Die bisherigen Monatsthemen:

August: Hosenformen, Hosenmoden, Hosenschnitte (hier und hier)
September: Passform I - Ansprüche
Oktober: Im Detail liegen die Tücken
November: Passform II - Mängel erkennen und beheben
Dezember: Defilée und Resumée


Donnerstag, 27. November 2014

Die HosenHerbst Linkliste ist noch mal geöffnet

Hallo allerseits. Eben fiel es mir siedendheiß ein, dass ich euch ja versprach, jeweils am Ende des Monats, noch mal die Linklisten zu öffnen. "Aus Gründen" wie es oft so schön auf Twitter heißt, bin ich heute geizig und es gibt nur eine Linkliste. Das muß reichen. Und für alle, die jetzt auch hektisch werden: das große Finale ist erst Ende Dezember!

Montag, 24. November 2014

Nur Text

Eigentlich, ja eigentlich bin ich derzeit sehr fleissig am Nähen und nutze jedes kleine Zeitfenster, das sich ergibt. Nur mit den Fotos zum zeigen ist es um diese Jahrzeit schwierig, ihr kennt das ja.

Aber irgendwann, dann zeige ich euch den Hosenrock, der nur noch gesäumt werden muß (wenn ich jemand gefunden habe, der mit mir die Länge bespricht und absteckt), oder die Hose, die ich für  meinen Mann genäht habe. Und irgendwann wird vielleicht auch meine HosenHerbstHose fertig sein.

Der Grundschnitt hatte ewig gedauert, weil ich dauernd den Kurs verschieben mußte. Erst hatte ich keine Zeit für die Hausaufgaben, dann keine Zeit für den Unterricht. Aber jetzt ist der Grundschnitt, nach zwei Probehosen, fertig und ich habe schon eine richtige Hose aus feinem Wollstoff zugeschnitten und angefangen zu Nähen. Ob ich es bis zum 1.12. schaffe, steht noch in den Sternen. Aber der HosenHerbst geht ja bis Ende Dezember. Bis dahin schaffe ich es ganz bestimmt. Und dann muß ich auf jeden Fall endlich mal wieder ein Kleid nähen. Ich weiß ja schon gar nicht mehr, wie das geht! 

Freitag, 21. November 2014

Ein Podcast! Mit mir!

Ich hatte euch ja schon von Muriels neuem Nähpodcast berichtet. Nach wie vor bin ich schwer begeistert von der ganzen Sache. Es war ja ein offenes Geheimnis, dass Folge 2 mit einem Interview mit mir ist. Ich bin schon ganz aufgeregt, denn ich habe es auch noch nicht gehört. Und ich gebe zu, ich war auch während der Aufnahme aufgeregt, nicht die ganze Zeit, aber immer mal wieder zwischendurch. Im Großen und Ganzen überwog aber das tolle Gefühl, Teil einer spannenden Sache zu sein und die Freude darüber, mit Muriel zu sprechen. Vielen Dank, liebe Muriel!

Folge 2 des Podcastes findet ihr ab heute, Samstag, auf Muriels Blog - falls ihr den Podcast noch nicht abonniert habt und schon bescheid wisst. Viel Spaß beim Zuhören!

P.S. Aber eins muß ich noch nachtragen: eigentlich heißt mein Blog "crAfteln" ( mit einem a, wie in "arbeiten") und nicht  "crÄfteln", ich spreche das eher deutsch als amerikanisch aus. Aber als Muriel das zur Begrüßung so sagte, war ich noch viel zu schüchtern, sie zu verbessern.

Montag, 17. November 2014

Weihachtskleid Sew Along - Teil 1



Ich rang mit mir, bezüglich des Weihnachtskleid Sew Alongs, aber das gehört vermutlich dazu. Eigentlich habe ich keine Zeit, denn zum Beispiel die Hose für den HosenHerbst ist noch nicht mal begonnen! Aber andererseits kann ich mich schon gar nichtmehr daran erinnern, wann ich überhaupt das letzte Kleid genäht habe und finde, es ist mal wieder an der Zeit.

Geplant sind konkret zwei Kleider, die ich zumindest diesen Winter nähen will, ohne mir jetzt schon all zu viel Zeitdruck zu machen: das "Bürokleid" B6018 aus grauem Tweed und ein Frau-Kirsche-Kleid aus der rotkarierten Version des Stoffes, aus dem ich schon mal ein blaukariertes Hemdblusenkleid nähte. Vermutlich wird das rotkarierte Kirschenkleid das Weihnachtskleid, weil es


  • ein überschaubares Projekt ist, das in der Zeit zu schaffen ist
  • ich froh bin, dass ich endlich weiß, was ich aus dem Streichelstoff nähen will. 
  • der Stoff nicht ganz so wärmt, wie der Tweed und es Weihnachten immer so heiß her geht. 
  • und rot so schön weihnachtlich ist. 


Aus Zeitmangel werde ich also vermutlich die nächsten Sew Along Termine schwänzen und bei Gelegenheit wieder einsteigen. Stoff habe ich schon und die einzige Herausforderung ist nur "nur noch", einen neuen Kleidergrundschnitt zu erstellen, bei dem der Brustpunkt 4 cm weiter oben liegt, damit ich mit dem neuen Untendrunter neue Kleider nähen kann.

Mehr Weihnachtskleidprojekte gibt es auf dem Me Made Mittwoch Blog, auf dem den diesjährigen Weihnachtskleid Sew Along die liebreizenden Nähfreundinnen Dodo und Frau Kirsche anführen.

Achsoooo, die alten Weihnachtskleider fehlen ja noch!

Weihnachten

2013


2012 musste ich vorzeige aufgeben und habe das Kleid dann erst Anfang des Jahres genäht



2011


Alles uni und aus Jersey. Da wird es Zeit, dass ich mal ein gemustertes Weihnachtskleid aus Webware nähe!

Donnerstag, 13. November 2014

Neuigkeiten aus der Nähnerd-Welt: der Weihnachtskleid Sew Along und der neue Nähpodcast



In der Nähnerd-Welt wird es einfach nicht langeweilig. Ich bin extrem entzückt, dass immer wieder neue gute Ideen das Tageslicht erblicken und mache auch gerne ein bißchen Werbung dafür.

Gestern habe ich schon darauf hingewiesen dass die Frau mit der wirklich eindrucksvollen Nahtzugabe, Muriel von Nahtzugabe_5cm, auf die grandiose Idee gekommen ist, einen Nähpodcast zu initieren. Aber nicht nur das! Sie hat sich in die bestimmt verzwickten technischen Voraussetzungen eingearbeitet, verschiedene Nähnerds kontaktiert und sich auch mit interessanten Fragen gründlich auf die Interviews, die sie mit wechselnden Partnerinnen führen wird, vorbereitet. Hut ab! Ich finde es großartig und sage DANKE!

Was ist eigentlich ein Podcast? Ein Podcast ist so ähnlich wie eine Radiosendung oder Fernsehsendung, in diesem Falle "nur" Ton, kann aber zu jedem beliebigen Zeitpunkt gehört werden. Ihr könnt ihn direkt vom Blog von Frau Nahtzugabe5cm starten oder aber auch herunterladen. Wenn ich es recht verstanden habe, bedeutet Podcast auch, dass es sich nicht nur um einmalige Gelegenheit handelt, sondern dass eine lockere Reihe von Interviews geplant ist - sollten sich genügend Menschen dafür interessieren - die dann auch abonniert werden können. Und das ganze ist gratis!

Ich war sehr berührt davon, den ersten Podcast anzuhören, in dem Frau Nahtzugabe5cm Frau drehumdiebolzeningieur interviewt. Es fühlt sich an, als würden wir zusammen Kaffee trinken (nur, dass ich nicht meinen Senf dazu geben kann) oder zusammen nähen. Sie sitzen neben mir und erzählen mir etwas. Obwohl ich beide Blogs schon seit Ewigkeiten lese, habe ich eine ganze Menge Dinge erfahren, die ich noch nicht von den beiden wusste. Mein Bild der Menschen hinter den Blogs ist präziser geworden, es fühlt sich gleich noch ein bisschen vertrauter an - obwohl wir uns noch nicht "in echt" getroffen haben.

Früher, als ich noch nicht genäht habe, waren mir Menschen mit einem Hobby etwas suspekt. Diese extreme Faszination für ein Thema! Ich hatte Menschen vor Augen, die in ihrem Hobbykeller für Stunden und Tage verschwanden und nichts Interessantes zu erzählen haben, weil ihnen außer ihrem Hobby nichts einfällt. Für Außenstehende ist natürlich etwas strange - aber wer im Thema drin ist, kann sich eigentlich nichts schöneres vorstellen, als über das Thema mit Gleichgesinnten zu reden. Da das, aufgrund unserer räumlichen Distanzen nicht immer so einfach möglich ist, ist ein Podcast ein nette Möglichkeit, das Flauschgefühl heraufzubeschwören, obwohl diverse Kilometer zwischen und liegen.  Hört auf jeden Fall mal in den ersten deutschen Nähpodcast rein - es lohnt sich!

---------------------------------- nächstes Thema ----------------------------------

Oben seht ihr das Logo des diesjährigen Weihnachtskleid Sew Alongs. Das ist ja mittlerweile schon eine schöne Tradition in der Nähnerd-Welt, sich etwas besonders schönes zum Jahresende zu nähen. Ein Anliegen der Me Made Mittwoch Crew ist ja, Frauen dazu zu ermuntern,  mehr zur "selfish seamstress" zu werden, also "für euch" statt nur für andere (meist die Kinder) zu nähen und das ohne ein schlechtes Gewissen dabei zu haben - daher auch der Name "Me Made Mittwoch". Gerade in der Vorweihnachtszeit sind viele von uns extrem gestresst, weil sie für andere ein schönes Weihnachtsfest organisieren wollen. Das ist eigentlich ein schöner Plan, aber gerade dann, wenn die Wellen besonders hoch sind, finde ich es nützlich, immer mal ein paar Minuten freizuschaufeln, um etwas "für mich" zu machen. Sich selbst ein Weihnachtskleid - oder auch ein Weihnachtsnachthemd etc.., Hauptsache in "besonders schön" - ist eine schöne Jahres-End-Belohnung und schafft kontemplative Ruhe und Entspannung.

Für mich war mein erstes Weihnachtskleid damals 2011 auch gefühlt der Anfang meiner Kleidernäherei, die mittlerweile zur Gewohnheit geworden ist. Ich bin aber dankbar für den Schubs, denn ich durch den Sew Along bekommen habe. Jedes Jahr überlege ich, ob ich nicht auf den #WKSA verzichten sollte, weil ich ja ohnehin dauernd Kleider nähe. Aber wahrscheinlich wird es auch dieses Jahr so sein, dass ich zögere und dann doch mit mache, weil es einfach eine schöne Aktion ist und es so wunderbar ist, an Weihnachten die virtuelle Modenschau zu bestaunen und sich damit ein wenig aus der familiären Aufregung zurück zu ziehen. In sofern kann ich nur jede ermuntern, sich ein Weihnachtskleid zu nähen - gerade auch diejenigen, die vielleicht sonst wenig Kleider tragen oder nähen. Gönnt euch was! Am Sonntag geht es los!

Mittwoch, 12. November 2014

Rosaroter MMM - ich darf das!



Heute gibts bei mir wieder nix neu genähtes am Me Made Mittwoch zu sehen, aber neben viel Links ein Outfit, was ich sehr mag und euch zeigen möchte. Als ich gestern die Plus Size-Bloggerin missBartoz auf einen ausführlichen und inspirierenden Plausch traf, trug ich Rosarot. Nicht jeder Tag ist ein Tag für Rosarot, aber als ich mich morgens im Spiegel betrachtete und mich fragte, ob ich es gerade ok finde, als "erdbeerroter Feuermelder" das Haus zu verlassen, dachte ich "ich darf das" und fand, dass das passt; denn "ich darf das" ist das Motto der lesenswerten Beiträge zum Thema Selbstermächtigung von missBartoz.

Von mir gibts nur heute nur noch die Auskunft, dass der rote Lieblings-halber-Teller-Rock (nach eigenem Schnitt) selbstgenäht ist, aber das wisst ihr ja schon, weil ihr ihn schon oft gesehen habt. Das rosarote Shirt und der Rest ist gekauft. Für alle, die auf der Suche nach guten Strumpfhosen, auch für dicke Frauen, sind - die gibts bei ZE und AA. Mehr wunderbare selbstgemachte Outfits an echten Menschen gibt es wie immer Mittwochs auf dem MMM-Blog, heute mit der gar nicht biederen Gastbloggerin Nastjusha von minervas Pool. Selbst zu nähen macht eben aus jeden Kleidungsstück etwas ganz Besonderes!

Und sonst so? Gestern hatte ich einen interessanten Beitrag zum  Thema BHs geschrieben, aber der allerneuste Schrei im Näh-Bloggerinnen-Land ist der Näh-Podcast von Muriel von Nahtzugabe5cm mit einem Interview mit Miriam drehumdiebolzeningenieur. Hören!

Dienstag, 11. November 2014

Untendrunter



Seit ein paar Wochen habe ich neue BHs. Darüber wollte ich schon länger mal schreiben, aber irgendwie hatte ich noch kein Resümee. Heute versuche ich es mal.

Das Vorhaben, in ein gutes Wäschegeschäft zu  geben und mich beraten zu lassen, hatte ich schon länger. Mir wurde über twitter von der bh-lounge aus Hannover der hamburger Laden "Curvy Shapes" am anderen Ende der Stadt empfohlen und es brauchte einige Zeit, bis ich mir ein Zeitfenster freischaufeln konnte, um dort hinzufahren und mich möglichst ohne Zeitdruck beraten zu lassen. Die Beratung anstrengend aber toll! Ich probierte ca. 15 BHs an und kaufte anschließend zwei Modelle. Meine neuen BHs haben eine komplett andere Größe als die Alten: Der Brustumfang ist zwei Nummern kleiner und die Körbchengröße drei Größen größer.

Obwohl ich toll finde, was diese Größen- und Modelländerung bewirkt, trugt ich die BHs in den vergangenen Wochen nur wenig. Zwei Größen kleiner im Brustumfang bedeutet, dass der BH alles andere als ein komfortables Kleidungsstück ist. Es drückt, es fühlt sich sehr ungewohnt an und es gibt Striemen. Aber es sieht toll aus! An das Gefühl, die Brüste quasi unter dem Kinn stehen zu haben, gewöhnt frau sich schnell. Der Blick in den Spiegel bestätigt, dass der Körper wesentlich besser proportioniert ist und einfach besser aussieht. Ich vermeide es eigentlich von "schlank" zu sprechen, weil ich das als Schönheitsziel ablehne, aber ich sehe in der Tat schlanker aus. Meine Taille ist besser zu erkennen und der Körper wirkt gestreckt und eben wohlproportioniert. Auf dem Bild mit dem T-Shirt könnt ihr das gut erkennen. Oben seht ihr den Vergleich das gleiche T-Shirt - allerdings von den Änderungen - mit einem alten, bequemen BH links und mit neuem BH und geändertem Ausschnitt rechts. Ok, ich gebe zu, Pose und Licht sind rechts auch besser, aber man sieht den Unterschied, finde ich. Welten, oder?

Ich trug die neuen BHs auch deswegen erst einmal wenig, weil ich sie nur mit Jersey tragen konnte. Alle schönen Kleider, die ich mir in den letzten Monaten aus Webware genäht habe, passen nicht mehr, weil mit den neuen BHs der Brustpunkt höher liegt und dementsprechend kein Platz für die Brüste in der entsprechenden Höhe vorgesehen ist. Unter Jerseykleidern sieht es super gut aus, allerdings trage ich Jerseykleider oft dann, wenn ich "in schicker Jogginghose unterwegs sein will" - dann neige ich auch dazu, mich für den bequemen BH zu entscheiden.

Mittlerweile besitze ich noch zwei weitere BHs in der neuen Größe und bin daran, einen neuen Grundschnitt zu konstruieren. Von den vier neuen BHs sind zwei einigermaßen bequem zu tragen, die andern beiden Modelle machen allerdings eine noch bessere Figur. Ich nutze jetzt die zwei Mittelbequemen, um mich das neue Tragegefühl zu gewöhnen und denke, dass die anderen beiden einfach noch ein bisschen Zeit brauchen. Und ich brauche nun Zeit, um mir neue Kleider zu nähen!

Obwohl das natürlich total doof ist, wenn die alten Kleider nicht mehr passen, kann ich jeder Frau nur empfehlen, sich immer mal gut beraten zu lassen. Dieses Darunter kostet einen Haufen Geld, aber ich finde die Wirkung wirklich unglaublich. Und genau, wie ich nun schicke BHs und bequeme BHs habe, besitze ich auch Klamotten für solche und solche Tage. Das passt schon.

edit:
Mehr Infos zum Thema findet ihr übrigens im Forum Busenfreundinnen.net

edit:
Haben eben erfahren, dass es im Auktionshaus auch BH-Verlängerungen mit 3 Haken gibt und natürlich sofort bestellt.



Donnerstag, 6. November 2014

FrauCrafteln denkt über Shirts und Größen nach

Als ich vorgestern meinen Me Made Mittwoch Post schrieb erwähnte ich, dass ich "das Shirt eine Größe kleiner zuschnitt, als es die Maßtabelle vorgab". Ich glaube, dazu muß ich noch mal was schreiben.

Ich war schon ewig nicht mehr in dicke-Frauen-Läden und kann insofern nicht beurteilen, was missBartoz schreibt, dass sich das Angebot an Plus-Size-Klamotten in den letzten Jahren signifikant verbessert hätte. Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass ich die Klamotten, die ich früher dort kaufte, nie mochte. Mein wichtigster Kritikpunkt, das was mir am meisten Unwohlsein verschaffte, waren noch nicht mal der Style, die frischen Farben und die flotten Muster. Was mich am meisten störte war, dass die wenigsten Modell nicht richtig, also richtig-richtig tailliert waren. Wenn ein Oberteil obenrum am Busen passte, dann hing der Stoff senkrecht runter bis zu Bauch und Hüften. Genau das sah dann so "litfasssäulig" aus.

Obwohl ich seit früher Kindheit von "Wespentaillen" und Dirndlschnitten träume, geht es mir gar nicht um die Wespe. Ich finde, es ist gar nicht nötig, dass eine Taille ein Idealmaß hat. Aber ich mag eben ein bißchen Sanduhr. Ich mag es, wenn bei wenn-schon-Busen und wenn-schon-Po dazwischen eine Unterbrechung ist. Dass dicke Frauen dann irgendwie auch wenig Gürtel-Vorbilder haben macht es nicht besser. Liegt es daran, dass es zu wenig schöne, längere Gürtel gibt? Oder liegt es daran, dass wir jahrelang dachten, dass uns Frauen mit Format nicht steht. Wahrscheinlich liegt es daran, dass es immer um das verdammte Kaschieren geht. Nur nicht sichtbar werden, nur nichts betonen! Das einzige, was dicke Frauen betonen dürfen, ist das Decoltée - aber ehrlich gesagt, mag ich gar nicht dauernd ausladendes, nacktes Fleisch sehen und tragen. Das ist mir zu sexualisiert. Ich mag auch manchmal einfach gut aussehen, ohne sexy zu sein.

Zurück zum Shirt. Irgendwann in den letzten Jahren habe ich damit begonnen, T-Shirts nicht mehr im Große Größen Sortiment zu kaufen, sondern bei den normalen Klamotten. In diesem Fall entschied nur noch die Größe des Armloches und die Länge des Shirts, ob ich mich darin wohl fühlte oder nicht. Aber endlich gefiel ich mir in Shirts! Natürlich durften sie nicht zu eng sein und wie ich schon schrieb, empfinde ich bei engen Shirts Viscosejersey als zu röllchenbetonend, aber so lange das Shirt gut geschnitten ist, darf es in meinen Augen auch eng sein, wenn es zum Gesamtoutfit passt. Untenrum weit, also weite Röcke und weite Hosen gehen einfach nicht mit einem weiten Oberteil - sonst Littfasssäule.

Entgegen der aktuellen Mode weigere ich mich, große Shirts anzuziehen, weil ich der Meinung bin, dass mir die engen Shirts einfach besser stehen. Wie gut, dass ich nähen kann und wie schön, dass ich das Shirt nähen letztens für mich entdeckte und mich damit unabhängig von Kaufshirts machen kann, die unter den Achseln kneifen. Ich weiß, es gehört ein bißchen Mut dazu, zu engen Klamotten zu greifen, wenn frau mehr auf den Rippen hat, aber ich kann allen nur Mut machen, mal mit engeren Shirts zu experimentieren und die Courage aufzubringen, einfach mal ne Nummer kleiner zu kaufen oder zu nähen.

Mittwoch, 5. November 2014

Privat MMM als Modell



Letztens sprach ich noch von Baumwolljerseyliebe, jetzt zeige ich euch das Shirt. Ich brauche zwei Anläufe, um es zu nähen, doch jetzt bin ich sehr zufrieden und gelobe hoch und heilig, aus Viscosejersey nur noch Kleider statt Shirts zu nähen. Baumwolljersey geht viel einfacher und sieht viel besser aus (wenn es nicht gerade ein Pyjamadesign ist), als  röllchenbetonender Viscosejersey.

Beim ersten Anlauf war das Shirt zu kurz, denn ich hatte schlichtweg zu wenig Stoff gekauft und der Ausschnitt gefiel mir nicht. Da ich aber die Qualität dieses Rippenjerseys so angenehm finde und die roten Ringel genau zu meinen Stiefeln passen, gab ich dem Shirt eine zweite Chance, kaufte Stoff nach, verlängerte es unauffällig (es fehlten nur die paar Zentimeter in der Hose, die es angenehm machen), schnitt den Ausschnitt gefälliger und nähte einen Jereystreifen an den Ausschnitt, statt wie im Schnitt vorgeschlagen, den Saum nur einmal umzudrehen.




Schnitt: Stoff und Stil
Stoff: Baumwolljersey Stoff und Stil
geändert: Ausschnitt vergrößert, andere Saumabschluß am Ausschnitt und Schnitt eine Größe kleiner genommen als es die Maßtabelle vorschlug
interessant finde ich, dass der Brustabnäher - auch mit Streifen - gut funktioniert.
Ansteckblume: aus dem Jeansjersey nach dieser Anleitung

Warum ich euch dieses Outfit heute auch zeige? Am Sonntag findet bei Stoff und Stil in Halstenbek ein verkaufsoffener Sonntag statt, inklusive Modenschau um 13 Uhr. "Modells" sind Angestellte der Filiale und da ich dazu auch stundenweise gehöre, war ich doch etwas irritiert, über den ursprünglichen Plan, nur Outfits in Größe 38 zu zeigen. Ich hatte wirklich nicht vor, mich auf dem Laufsteg zum Affen zu machen unbedingt bei der Modenschau mitlaufen zu wollen, aber ich finde, ich muß es einfach, weil es wichtig ist, dass die Vielfalt an Ausdrucksformen des menschlichen Körpers auch bei der Modenschau sichtbar ist.


Ich finde es klasse, dass die Dekorateurin der hamburger Filiale (die liebe Claudia, mit der ich bei der Arbeit immer ganz viel ratschen muß bei der ich mich immer so freue, sie zu sehen) auch Plus-Size-Puppen anzieht und im Eingangsbereich ein großes Bild eines Plus-Size-Modells hängt, also nahm ich allen Mut zusammen und sagte "ja" zur Teilnahme an der Modenschau (und bequatsche Claudia, es für den guten Zweck auch zu tun). Da die Auswahl an Großen-Größen-Schnitten im Stoff und Stil Repertoire noch begrenzt ist, habe ich noch nicht allzu viel nach diesen Schnitten genäht. Deswegen trage ich mein einziges stoffundstilechtes Outfit: das Große-Größen-Shirt und dazu die Haremshose. die so wenig Passformansprüche hat, dass sie allen passt. Mir geht es nicht darum, Werbung für den Laden zu machen, denn kennt sowieso jede Nähnerd, mir ist es nur wichtig, dass Große Größen ganz normal bei Modenschauen mitlaufen, statt wenn überhaupt, eine eine Veranstaltung zu bekommen. Ich laufe für alle Frauen, die nicht in eine 38 hineinpassen. Falls ihr kommt, sprecht mich ruhig an. Ich freue mich immer, Leserinnen zu treffen.

Die Modenschau nahm ich auch als Anlass, die krasse Bux, die ich Ende September schon mal beim MMM zeigte,  noch mal zu ändern. Ich schnitt den Bund noch einmal ab und verteilte die Kräusel etwas schöner. Statt über den ganzen Bundverlauf zu kräuseln, sparte ich an den Seiten jeweils 16 cm aus, so dass die Kräuselung nun nur an Bauch und Po ist. Ich finde es besser so: 1. muß ich mich nicht noch zusätzlich seitlich verbreitern und 2. ist es ja nur weniger Kräuselung, weil ich den Bund der Hose verbreitert hatte. So ist es viel mehr so geworden, wie es im Schnittmuster vorgesehen ist.

Schnitt: Haremshose Stoff und Stil
Stoff: Jersey, der wie Jeans aussieht von Stoff und Stil
Änderungen: 12 cm verlängert, Bund verbreitert, Kräusel an den Seitennähten ausgespart und Gummi in den Bund eingezogen.

Zurück zum Me Made Mittwoch. Ich verlinke mich heute nicht in der Linksammlung echter Menschen in selbstgemachter Kleidung, weil mein Beitrag heute Werbung enthält. Dodo zeigt als heutige Gastbegerin auf dem MMM- Blog sowieso ein viel schöneres Outfit als ich. Aber schauen, was ihr so tragt, mache ich natürlich heute Abend und freue mich schon drauf.

Samstag, 1. November 2014

HosenHerbst - Passform II: Mängel erkennen (und beheben)



Und schon ist es November! Zeit für ein neues Monatsmotto unseres gemeinsamen HosenHerbstes:

November
1. November 2014: Passform II - Mängel erkennen und beheben

Wie sitzt die neue Hose? Wo gefällt sie mir noch nicht? Was könnte ich an dieser Hose noch ändern? Was muß ich machen, damit das nächste Modell besser wird?

Das erneute Aufgreifen des Themas Passform hat für mich folgenden Grund: ich vermute mal stark, dass es das eine oder andere Passformproblem aufgetreten sein könnte, die eine oder andere etwas Zuspruch braucht und es Zeit ist, euch darin zu bestärken nicht aufzugeben. Aber was tun? Ich bin wirklich und absolut keine Hosen-Expertin und wundersamer Weise fand sich auch keine Gastbloggerin, die euch mit 1,2,3 Zaubertricks zum Ziel der perfekten Hose bringen könnte. Schade! Aber vielleicht ist genau das das Problem! Versuche ich es also, auf meinem Weg zu lösen.

Praktisch bin ich noch nicht sehr weit gekommen, im Hosenthema. Das liegt daran, dass ich nicht unbeschwert, frisch und fröhlich an das Thema herangegangen bin, sondern mir der Schwere und Kompliziertheit bewusst war. Nein, so ganz stimmt das nicht, denn ich habe ja zwei Hosen genäht, die ich tatsächlich auch trage. Genau genommen, habe ich mir einen Schleichweg aus der Hosen-Passform-Problematik genommen, in dem ich weite Jerseyhosen nähte. Das sind zwar Hosen, aber eben ohne Passform.

Aber theoretisch habe ich mich mit dem Thema Hosen und Passform beschäftigt. Ich habe gelernt, einen Grundschnitt für Hosen zu erstellen und mich auch damit beschäftigt, was bei großen Größen im Speziellen zu beachten ist. Ich habe die betreffenden Kapitel in "Maßschnitte und Passform" von Guido Hofenbitzer und "Perfekte Passform" von Sarah Veblen gelesen und seufzte. Das ist ne Menge Theorie und ne Menge Stoff - ist das wirklich für Nähnerds, die als Hobby und nicht als Wissenschaft nähen, überhaupt zu bewältigen? Ich sah Bilder von Körperformen und vorgeschlagene Möglichkeiten, diese bei Konstruktion oder Änderungen zu berücksichtigen: ihr wisst schon flacher Hintern, dicker Bauch etc....

In Sarah Veblens "Der große Fotoguide für die Perfekte Passform" fand ich dann einen Absatz, der meine Gedanken gut in Worte fasst.

"Ein Kompromiss zwischen Aussehen und Bequemlichkeit wird durch die unterschiedlichen Körpermerkmale im Stehen oder Sitzen bedingt. Im Sitzen ist die Körperrückseite von der Taille bis zu den Knien deutlich länger als im Stehen, die Körpervorderseite von der Taille zu den Knien ist hingegen viel kürzer. Um diese Längenveränderung am Rücken Rechnung zu tragen, muss die Passform am Oberschenkel, unter dem Gesäß und im Schrittt etwas locker sein. Möchten Sie diese Bereiche recht eng haben, besteht der Kompromiss darin, dass Sie unterhalb vom Gesäß einige waagrechte Stofffalten haben werden, die den zusätzlichen Stoff liefern, damit Sie sich hinsetzen können."

Ich glaube, genau darum geht es. Hosen sind immer ein Kompromiss, mal mehr und mal weniger. Vielleicht gibt es die perfekte Hose gar nicht, vielleicht erreicht oder findet frau sie durch Zufall, aber sobald ein neues Material ins Spiel kommt, ist sie möglicherweise nur schwer reproduzierbar.

Als ich über diesen Gedanken nachdachte, fiel mir auf, wie wir uns für Bilder im Nähblog mit unseren Kleidungsstücken fotografieren. In der Regel stellen wir uns irgendwo hin, versuchen unser schönstes Gesicht, ziehen vielleicht noch den Bauch ein wenig ein und hoffen auf ein gutes Foto. Stimmt doch, oder? Anschließend genießen wir das positive Feedback, dass netterweise in der Nähnerdszene üblich ist, obwohl wir wissen, dass wir nur einen Teil der Wahrheit gezeigt haben. Ob ein Kleidungsstück wirklich bequem, schön und praktikabel ist, stellt sich meist erst während längeren Tragens heraus. Bei mir zum Beispiel, gibt es manches enges Kleid oder engen Rock, die auf Fotos zwar super aussahen, die ich aber nicht mehr gerne trage, seitdem ich Fotos von mir in diesem Kleidungsstück sah, auf denen ich im Sitzen fotografiert wurde. Eine Zeitlang machte ich deswegen Me Made Mittwoch-Fotos zusätzlich im Sitzen, weil darauf aber meine Klamotten und ich nur maximal halb so schön aussahen wie auf den Fotos, bei denen ich vor der Klotür stehe, veröffentliche ich nur die Steh-Fotos.

Wenn wir uns nun diesen Monat mit Passformproblemen bei Hosen beschäftigen, hoffe ich, dass wir immer im Hinterkopf haben, dass es ein Kompromiss ist: ein Kompromiss zwischen Schönheit und Bequemlichkeit. Wenn ihr Hosen nähen wollt, in denen ihr auch sitzen oder fahrradfahren oder einfach leben wollt, dann kann es durchaus sein, dass ihr im Stehen eben nicht die perfekte Hose auf dem Foto seht. Es kann durchaus sein, dass es Falten gibt. Nun meine Frage: ist das ein Weltuntergang?

Jede für sich muss für sich ausloten, wo sie Kompromisse macht. Mir ist wichtig, euch Mut zur "nicht 100%igen Perfektion" zu machen. Ich bin sicher, dass eure Hosen (vielleicht auch erst die zweite oder dritte selbstgenähte) viel besser sind, als irgendwelche Kaufhosen! Das, was ihr mal als "die perfekte Hose" in der Erinnerung verklärt abgespeichert hattet, war vielleicht auch nur eine gefühlt perfekte Hose, weil sie eben einigermaßen gut war. Und wenn das schon ein paar Jahre her ist, dann fragt euch, ob ihr auch heute noch, mit dem, was ihr mittlerweile über Körperform, Passform, Material und Verarbeitung im Laufe des selber Nähens gelernt habt, diese Hose immer noch das Prädikat "die perfekte Hose" bekommen würdet.

Solltet ihr eine Hose genäht haben, die euch noch nicht glücklich macht, stellt euch mal folgende Frage: ist die selbst genähte Hose nicht perfekt oder möglicherweise euer Anspruch zu hoch oder gar unrealistisch? Ich vermute einfach, dass es keine Perfektion gibt und wenn, dann ist sie vermutlich ein Zufallsprodukt. Machen wir es einfach so gut wie möglich und freuen uns daran, dass das schon verdammt gut ist. Vielleicht denken wir auch noch mal an das Monats-Motto im August, in dem es um unsere Ansprüche ging und nähen uns zwei Hosen: eine die bei Steh-Empfängen super aussieht und eine zum sitzen. Die Eierlegendewollmilchsau ist wirklich schwierig zu erreichen - wenn wir uns das klar machen, können wir wieder ein bisschen gelassener werden.

Ich will euch nicht davon abhalten, ehrgeizig zu sein und euer Bestes zu geben, aber ich will euch die Hand halten und euch ermuntern, nicht aufzugeben. Hilft das? Wenn nein, dann kauft oder leiht euch Bücher zum Thema Passform (hervorragende Hinweise zum Thema Hosenliteratur findet ihr bei mema), lest den Artikel zum Thema "Hosenanpassungen - die häufigsten Korrekturen" von sewing galaxy, studiert euren Körper und ändert die Schnitte gemäß der vorgeschlagenen Lösungsmöglichkeiten, näht Probehosen und werdet zu Expertinnen. Oder ihr sucht mal nach Stoffen mit Elasthan - diese könnten die Dilemmata rund um den Kompromiss auch ein bisschen kleiner machen.

Aber jetzt zu euch: welche neuen Erkenntnisse konnte ihr im Laufe des HosenHerbstes zum Thema Passform gewinnen?







Mehr Informationen zum HosenHerbst Sew Along (Ablauf, Inhalte und Teilnahmeregeln) findest du hier.


Die bisherigen und nächsten Monatsthemen:

August: Hosenformen, Hosenmoden, Hosenschnitte
September: Passform I - Ansprüche
Oktober: Im Detail liegen die Tücken
November: Passform II - Mängel erkennen und beheben
Dezember: Defilée und Resumée




Donnerstag, 30. Oktober 2014

Schnittkurs - Hosengrundschnitt die erste Probehose



Ich glaube, meine aktuelle Schnittkursstunde habe ich 3 oder 4x verschoben. Ich hatte einfach keine Zeit, mich konzentriert um die Hausaufgaben zu kümmern und vormittags zwei Stunden für den Unterricht zu erübrigen. Vielleicht war aber auch ein bisschen Sorge dabei, mich mit dem Wunsch nach einer tollen Hose übernommen zu haben. Mich beschlichen ganz konkrete Zweifel, ob der Plan, eine Hose zu nähen, wirklich eine so gute Idee ist.

Aber jetzt habe ich begonnen und mich zum nächsten Schritt durchgebissen. Meine Unterrichtsaufzeichnungen sind schön aufgeschrieben, ich habe die Theorie noch mal nachgelesen und in den letzten Tagen schaffte ich es sogar, den Hosen-Grundschnitt nach meinen Maßen in Groß zu zeichnen. Dieses "in groß konstruieren" finde ich gar nicht so leicht. Wenn ich 1:4 auf DIN A 4 Papier konstruiere, ist es schon schwierig, die Schritte, nach zu vollziehen. Auf dem großen Papier ist es dann noch schwieriger, den Überblick zu erhalten. Ab gesehen davon fand ich das, was ich da zu Papier brachte schon ganz schön groß.

Für die Probehose habe ich einen feinen viscosehaltigen Anzug-Hosenstoff im Ausverkauf günstig erstanden - immer im Hinterkopf, dass ich es durchaus ok fände, die Probehose auch anziehen zu können. Dabei hatte ich mir geschworen, mir nicht all zu viel Hoffnungen zu machen, weiß ich doch vom Kleidergrundschnitt und vom Jackenschnitt, dass die ersten zwei Proberunden im Mülleimer landen. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt und mir fehlte die Zeit, einen anderen Stoff zu besorgen, also schnitt ich beherzt in den schönen, fließenden Nadelstreifen und nähte eine Probehose.

Ich war überrascht. Ab gesehen davon, dass mir bei den Bildern schnell klar wurde, dass eine besser sitzende Unterhose, doch zu einem schickeren Gesamteindruck führen könnte (und schwups war der Bestellfinger über Marylin), fand ich doch das, was ich sah gar nicht mal so schlecht. Die Hose ist zu weit - das mag ich immer, schmeichelhafter, als zu eng. Vorne an den Abnähern geht noch was, aber dass vorne nicht ganz einfach werden würde, war mir klar. Auch an der "Rundung" im Schritt muss noch ein kleines bisschen was getan werden, aber hinten finde ich sie, für ne Probehose schon gar nicht so schlecht. Auf dem Foto sieht man nicht viel, weil leider dunkle Hose, aber ich bin ganz optimistisch, denn sie fühlt sich richtig an. Kennt ihr das? Dass ihr schon beim Anprobieren fühlt, ob das mit der Hose und euch geht oder eben nicht? Ich habe schon ewig keine Hose mehr anprobiert, aber ich kann mich noch sehr gut an das "geht nicht"-Gefühl erinnern. Diese Hose fühlt sich nach "das könnte ganz gut gehen" an und das finde ich für das erste Probemodell schon verdammt gut.

Mittwoch, 29. Oktober 2014

MMMM - mit Probestrickjäckchen



Letzte Woche sah ich beim Me Made Mittwoch eine selbstgenähte Strickjacke - genäht nach einem normalen Jackenmuster - und erwähnte im Kreise der Freundinnen, dass das doch mal ne gute Idee wäre, eine Strickjacke zu nähen. Die latente Idee, wurde durch den Hinweis, auf das Schnittmuster Jenna Cardi beschleunigt. Ach, dachte ich, gar keine schlechte Idee, das könnte ich doch mal probieren und da ich zufällig am nächsten Tag im Stoffladen arbeitete, fand ich dort zufällig einen günstigen Strickstoff und hatte schon am übernächsten Tag, ein Probe-Strickjäckchen zugeschnitten und mit der Overlock genäht.



Ich war erstaunt: Strickstoff näht sich mit der Overlock wirklich unkompliziert, es gab allerdings überall Flusen, vermutlich, weil der Stoff sehr unregelmäßig gestrickt ist. Während des Nähens fragte ich mich, warum ich überhaupt selbst strickte, so erstaunlich einfach nähte sich das Gestrick. Dann dauerte es ein paar Tage, bis ich mich an die Knopflöcher und Knöpfe traute. Knopflöcher waren schwierig, ich glaube, das war aber auch maßgeblich dem unregelmäßigem Stoff geschuldet. Mit einem glatten Strick, einem Jersey oder Nicky wäre das sicherlich einfacher. Der Vorteil des Stoffes: misslungene Knopflöcher sind nicht zu sehen, es war also nicht schlimm, dass ich mehrere Versuche brauchte.

Schnitt: Jenna Cardi Variation A mit 3/4 Ärmel (keine Änderungen)
Stoff: Stoff und Stil (nicht im Katalog)
genäht mit der Overlock und der Nähmaschine


Und nun, bin ich zufrieden? Ja, bin ich! Idee, sich eine Strickjacke zu nähen, hat durchaus Potential. Diese Jacke ist eine Probejacke und damit ist es kein Weltuntergang, dass sie nicht ganz perfekt ist, ich trage sie trotzdem. Sie ist zu kurz. So kurz, dass ich es geschlossen etwas unangenehm finde, weil der Rockbund dauernd zu sehen ist, wenn ich mich minimal bewege. Trage ich sie aufgeknöpft, kann ich auch tanzen.


Bildquelle: sewingmuse.com

Wenn ich den Jenna Cardi noch mal nähe, mache ich eine FBA und verlängere das Vorderteil. Außerdem würde ich ihn aus einem Strickstoff nähen, bei dem das Design auch sichtbar wäre, denn das breite Taillenband geht bei diesem Wollgewusel komplett unter und mit Version B bietet der Cardigan noch interessante Details, die ich auch gerne mal probieren würde. Aber grundsätzlich kann ich das Strickjackennähen nur empfehlen. Ich werde es bei Gelegenheit noch mal mit einem weiten, schlabbrigen, längerem Modell und einem Jenna Cardi aus anderem Stoff versuchen.



Der Rock? Der ist auch selbstgenäht, den kennt ihr schon, das ist mein Lieblingsrock. Dank der tollen Stoffqualität (festes Baumwollgemisch mit Elasthan) trage ich ihn unheimlich gerne und sehr oft. Der Schnitt ist ein halber Teller und selbstgemacht.

Mehr selbstgenähte Sachen an echten Menschen gibt es wie immer Mittwochs auf dem Me Made Mittwoch Blog - heute mit Sanni als Gastbloggerin, die zeigt, dass auch so einfache Dinge wie ein Rock glücklich machen kann, wenn er selbstgenäht ist.