Donnerstag, 31. Oktober 2013

Welcher Rock?



Mein #KSA Jäckchen für den Kostüm Sew Along ist zwar noch nicht fertig, aber ich habe eben erfahren, dass ich morgen Abend schon ab dem späten Nachmittag die Möglichkeit habe, zu nähen. Also sollte ich dringend den Rock planen.



Gekauft habe ich 1,40 m Stoff für einen Romö, da ich aber noch ungefähr einmal die Rockhöhe übrig habe und sehr sehr sehr von einem weiten Rock mit Petticoat darunter träume, würde ich gerne irgendwie versuchen, aus diesen Stücken einen weiten Rock zu zaubern. Ich kann mir gut vorstellen, den inneren Bund und die Taschen aus einem anderen Stoff zu machen.



Meine Befürchtung ist, dass ein weiter Rock mit einem einfachen, kleinem, engen Bund etwas mopsig wird, deswegen habe ich überlegt, ob ein Sattel nicht vorteilhaft wäre. Vielleicht kommt das auch meiner Stoffmenge + Reststücken entgegen?


Was meint ihr?


Damit ihr noch wisst, welches Jäckchen ich nähe: es handelt sich um Gerties Suit Jackett, das auch auf dem Sew Along Logo abgebildet ist.


Mittwoch, 30. Oktober 2013

MMM - olle Kamelle neu verliebt




Das Kleid das ich gestern trug, genäht nach einem Schnitt aus der Knip Mode 7/2012 habe ich im Juli 2012 genäht, damals auch schon mal im Blog gezeigt. Obwohl ich es von Anfang an wirklich sehr mochte, hatte ich es als "elegantes Kleid" abgespeichert und da mein Leben wenig Platz für Eleganz bietet, leider nur wenige Male getragen.




So zeigte ich das Kleid letzten Sommer im Blog und genau so hatte ich es gedanklich abgespeichert.




Doch vor ein paar Wochen wurde alles anders: Da sich in dem dunkelblau-weißem Muster auch kleine türkise Sprenkel verstecken, kombinierte ich es probeweise - wie derzeit eigentlich alles - mit den gerne getragenen Pädagoginnenschuhen. Und siehe da, es geht auch in weniger elegant und es gefällt mir. Und so, wie ich es gestern trugt, trag ich es derzeit sehr oft - wenn auch glücklicherweise nicht immer mit (selbstgenähten) Regenmantel, aber immer mit Strickjäckchen.




Und nein, der Sturm hat unser Haus nicht schief geweht - die Kamera war nur schief auf dem Stativ. Egal.

Mehr selbst gemachte Kleidung an echten Menschen - neu oder bewährt - findet ihr wie immer Mittwochs auf dem Me Made Mittwoch Blog; heute mit Frau Kirsche als Gastgeberin, die ihr Butterick 5951- Kleid im Gegensatz zu mir schon gesprengt hat fertig hat und ganz bezaubernd darin aussieht. Ich sollte wirklich an dem Schnitt dran bleiben!


Dienstag, 29. Oktober 2013

Das unfertige blaue Kleid


Na, ihr seid doch auch neugierig und wollt sehen, was am Sonntag "Live vom Tatort" entstanden ist, oder?!

Hier ist das unfertige blaue Anlasskleid nach Butterick 5951. Ab gesehen von den Belegen ist noch was an der Passform zu tun, aber mir gefällt es schon ganz gut. Das wird! Bin aber immer noch unsicher, was ich dazu für Schuhe und Strümpfe anziehe.





Edit: neue Fotos zwei Stunden später

Nach dem Kommentar von Frau Willa.moone (danke!), durch den ich entdeckt, dass ich ein komplett anderes Kleid genäht hatte, als der Schnitt vorsah - Kräusle am Busen statt unterhalb - habe ich keine Mühen gescheut und statt Mittagspausennähen, noch mal das Kleid angezogen und die Kamera aufgebaut. Dieses Mal trage ich einen BH, der weniger convinient ist, dafür aber mördermäßig die Möpse um nen halben Meter nach oben schraubt.... und das Kleid sieht ganz anders aus.




Jetzt ist es aber bei den Falten arg viel Stoff unter der Brust, oder? Sollte das etwa meine Schnittänderung sein? Was würde passieren, wenn ich die Naht, mit der das Kräuselteil an die Mitte genäht wird wieder auftrenne und die eingefügte Länge und Weite unter der Brust wieder rausnehme?



Hinten sieht es ein bißchen eng um die Hüften aus. Die einzige Chance hinten etwas zu ändern wäre die Abnäher aufzutrennen und etwas weiter zu machen. Die Nahtzugaben sind ansonsten komplett ausgereizt. Eine weitere Option wäre es, noch Quetschunterwäsche anzuziehen. P.S. ich habe "das Gerät" unter dem Rock an, da ich ja immer noch zu faul bin, ein Futter zu nähen.

Die Stylingoption "Kuschelsocken" scheidet aber eindeutig aus.



Sonntag, 27. Oktober 2013

Live vom Tatort


8.42 Uhr
Heute gibts den Tatort im Hause Crafteln mal ein bißchen früher. Natürlich meine ich nicht den Tatort im Ersten, sondern den Nähtisch; obwohl ich zugegeben muß, dass dieser "Nähtisch" jetzt, zu beginn des Tages, sich vorrangig im Kopf abspielt. Da ich gestern Abend nach einer anstrengenden Woche früh ins Bett gegangen bin und uns die bekloppte Zeitumstellung eine Stunde geschenkt hat, bin ich trotz der üblichen familiären Pflichten in guter Hoffnung, auch im Laufe des Tages mal die Gelegenheit zu finden, etwas an den Nähprojekten arbeiten zu können. Deswegen beginne ich schon jetzt mit den Plänen und dem live bloggen.

Mein Vorhaben, mein Problem: eigentlich müsste ich die Zeit nutzen, das KSA-Jäckchen (Kostüm Sew Along) fertig zu machen und mich dem zugehörigen Rock widmen, denn nächsten Sonntag ist Sew Along Finale. Eigentlich. Aber: Mitte des Monats bin ich zu einem Familienfest eingeladen, zu dem ich noch ein Outfit brauche - das KSA-Kostüm dort aber nicht anziehen will. Eigentlich dachte ich das Dodo-Kleid zu diesem Anlass zu tragen, aber leider begleitete ich meine Mutter zum Klamotteneinkauf und wir kauften ihr ein Kleid, dass dem Dodo-Kleid verdammt ähnlich sieht. Jetzt kann ich schlecht als Zwillingsschwester beim Fest auflaufen. Es muß also ein neues Kleid her.

Vor nicht allzu langer Zeit zeigte Frau Tina ein Kleid, dass der MMM-Meute große Aaaahs und Oooohs entlockte - mir natürlich auch. Da es den Schnitt auch erstaunlich groß gibt, zögerte ich nicht lange und gönnte ihn mir. Und da ich gestern endlich den großen Karton vom Betriebsausflug sortierte und verstaute, entdeckte ich dort ein feines Stöffchen (ein knallblauer elastischer Kleiderstoff, fragt mich nicht, was das sein könnte), dass für den Schnitt Butterick 5951 geeignet erscheint.

Der Plan für heute:
  • im Laufe des TagesButterick 5951 kopieren 
  • und Probe-Oberteil nähen
  • abens zum Tatort (Paspel-)Knopflöcher an das KSA-Jäckchen machen
  • oder aber das Kleid zuschneiden
Es ist doof, zwei Projekte gleichzeitig zu haben und es ist genauso doof, an einem Projekt, dem KSA-Jäckchen schon so lange herumzudoktern. Um mir den Stress zu nehmen, werde ich jetzt erstmal das Kleid beginnen und schauen, ob sich ein Erfolg abzeichnet. Immerhin könnte es sein, dass ich ohne größere Größenanpassungen im Vorfeld auskomme. Dann wäre das Kleid relativ flott genäht (vielleicht kann ich ja sogar dank des sehr elastischen Stoffes auf dem Reißverschluss verzichten) und es bleibt vielleicht sogar noch im Laufe der Woche Zeit, das Jäckchen zu beenden. Da mir der Rock ohnehin noch Kopfzerbrechen bereitet, sehe ich mich sowieso noch nicht im fertigen Kostüm beim Finale vortanzen. 

So, jetzt wird erstmal der von der Familie komplett vereinnahmte Esstisch aufgeräumt, so dass ich mit dem Abpausen starten kann. 

10.29 Uhr
Erstes Erfolgserlebnis des Tages: der Schnitt ist abgepaust, es sind nur 5 Teile. Sehr schön.

Da schockt der Vorschlag, es komplett zu füttern auch nicht mehr so. Ich bin ja nicht so der Fan vom Futtern und frage mich, ob ich das nicht auch anders lösen kann. Füttern mag ich nicht, weil ich erstens so heißblütig bin und zweitens, weil es natürlich wenig Spaß macht, mit glitschigem Futter zu arbeiten. Ich wollte mir diesbezüglich erst Gedanken machen, wenn ich mir die Schnittteile genauer angeschaut habe. Mir schwant aber, dass der Kragen nur schön ist, wenn er gefüttert ist. Alternativ müsste ich Belege konstruieren. Mmmmhhh...

Jetzt kommt der Arbeitsschritt, den ich vor dem Zuschnitt am wenigsten mag: das Überlegen, was am Schnitt geändert werden muß. Da Schnitte meist auf kleinere Körbchengrößen ausgerichtet sind, kann es sein, dass mir auch nichts nutzt, dass dieser Schnitt netterweise bis 24 geht. Jetzt kommt also Schnitteile ausmessen und überlegen. Da nebenher das Autorennen läuft, sind wenigstens meine Männer beschäftigt.



11.04 Uhr
Ich habe mich gegen eine FBA und ein Probeoberteil entschieden und gehe dieses Mal auf Risiko. Erstens ist der Stoff sehr elastisch und zweitens hatte ich in letzter Zeit oft zu groß vergrößert. Ich habe jetzt mal die Taillenrundung rausgenommen (enger nähen geht später immer noch), im Rückenteil minimal Weite zugegeben und vorne das Seitenteil das gekräuselt, wird freihändig größer gezeichnet. Ich vermute das reicht, da es sich wirklich nur um sehr wenig Mehrweite handelt, die den Unterschied zwischen gut sitzendem Kleid und Wursthaut machen sollen. Wie ihr seht, habe ich vor allen Dingen das Vorderteil etwas verlängert. Das brauche ich immer, damit die Brust genug Platz hat.

Während des Malens überlegte ich weiter am Futter herum. Wenn ich die Elastizität des Stoffes nutzen will, dann muß mein Futter genauso elastisch sein, wie der Oberstoff. Ein normales Futter scheidet also genauso aus, wie ein Baumwollstoff aus dem Fundes. Jersey? Was nehme ich dafür?

Und das Rockfutter? Das Rockfutter muß doch beim weiten Rock nicht elastisch sein, oder? Da nehme ich dann das normale Flutschfutter, oder?

17.23 Uhr
Der Oberstoff ist zugeschnitten. Das war nicht einfach. Obwohl ich vorher die Schnittteile aufgelegt hatte, reichte der Stoff nicht. Vielleicht lag es daran, dass ich nur nen halben Esstisch zur Verfügung hatte, an mangelnder Konzentration mit pausenlos quatschendem Kind im Raum, fehlendem Kaffee, weil der Gatte telefonierte, statt mit uns Kaffee zu trinken und Zimtschnecken zu essen - am Ende passten die Ärmel nur noch im falschen Fadenlauf (um 90 Grad gedreht) drauf. Eine kurze Beratung mit Frau Nahtzugabe und ich beschloss, sie "falsch" zuzuschneiden, da der Stoff für Webware vorgesehen ist - falls ich die Angabe "lightweight wovon fabrics" richtig verstanden habe.

Die Futterfrage ist immer noch nicht geklärt. Eine Idee wäre es, elastisches Futter zu nehmen, das ich noch in schwarz, weiß oder rot hier habe. Das ist allerdings komplett aus Plastik. Eine Lösung mit Belegen obenrum wäre mir lieber. Nach dem Oberteile zusammen nähen weiß ich mehr, wie der Schalkragen funktioniert und entscheide dann, ob und wie ich das Oberteil füttere; Rockfutter muß ich ohnehin noch kaufen, es sei denn, ich hätte Lust auf orangenes Futter zum knallblauen Kleid. Ich bin gespannt, ob und wie das Kleid passt - ist es weit genug, müsste das Futter ja auch nicht so elastisch sein. 

Mal schauen, worauf ich heute Abend beim Tatort Lust habe. Wie schauts aus? Auch Lust auf #kollektivesnähen?

18.12 Uhr
Kräuselt ihr lieber mit der Maschine oder per Hand? Ich bin ja ne Handkräuselerin - neuerdings mit zwei Fäden pro Kräuselung, weile präziser wird. An der Maschine verstelle ich ungern was, von wegen "don't change a running system". Also die Kräuselfäden sind drin. Als nächstes müsste ich die Nähmaschine auspacken, aber das kommt erst nach dem Abendessen, wenn das Kind im Bett ist. 

Der Gatte fragte mich, ob er auch anfangen soll zu nähen und war erstaunt, als ich begeistert von der Idee war, mit einem männlichen Nähnerd zusammen zu sein. Das wäre schon toll. Er wiegelte dann aber schnell wieder ab, obwohl ich anbot, alles mit ihm zu teilen. 

22.00 Uhr
Pünktlich zum Finale des Tatorts (den ich mit geteilter Aufmerksamkeit nicht verstanden habe) die erste Anprobe: das Vorderteil an das Rückenteil genäht, nachdem die Abnäher genäht und die Kräusel gekräuselt waren. Es passt. Es hätte noch einen Tick länger sein können für mein Gefühl, aber das ist immer dieses mir schon bekannte Gefühl der Irritation, wo die Taille ist oder sein könnte. Das ist jetzt nicht mehr zu ändern, also versuche ich mich in vorläufiger Zufriedenheit. Es passt. Ein kleines Juchhu.

Die Rückennaht ist nur gesteckt. Nach wie vor hoffe ich, den Reißverschluss zu vermeiden. Ich habe schon öfters Kleider genäht, in die ich einen Reißverschluss machte und die ich dann anschließend doch über den Kopf ziehen kann. Da kann ich mir den doofen und teuren Reißverschluss auch sparen! 

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, das Oberteil zu füttern. Da bekomme ich schon vom Gedanken Hitzewallungen. Deswegen werde ich jetzt nicht nach Anleitung weiter arbeiten, sondern einfach so. Ich setze jetzt die Ärmel ein und nähe die Unterteile an und dann schaue ich weiter. 

23.24 Uhr
Zweite Anprobe mit geschlossener Rückennaht, d.h. ohne Reissverschluss: es passt. Irgendwie. Das ist dieser typische Moment, mit Bangen erwartet, wo ich das halbfertige Kleid anziehe und zum ersten Mal eine Ahnung davon bekomme, wie es an mir aussieht. Jedes Mal ein Schock! 

Sagen wir mal so. Was mir als erstes auffällt ist, dass der Rock irre lang ist, obwohl ich ihn, mangels ausreichend Stoff schon um 6 cm gekürzt habe. Grundsätzlich würde ich sagen, es passt und es wird fein, aber jetzt ist es noch nicht schön. "Ohne Reissverschluß" wird funktionieren, wenn ich bei der Version "ohne Futter" oder "mit elastischem Futter" bleibe. Ich denke, das bekomme ich hin, wenn ich auch noch nicht genau weiß, wie. Ansonsten braucht das Kleid noch Finetuning, insbesondere am Rücken. Aber das bekomme ich auch hin. Vorne sieht es gut aus und passt - das ist super! 

Ansonsten fragte ich mich beim Nähen, was das für ein Stoff sein könnte, den ich da auf dem Betriebsausflug gejagt habe. Schwierige Frage - keine Ahnung, wer mir das beantworten könnte. Ich vermute, das müsste eine ältere Dame sein, die so etwas weiß. Außerdem fragte ich mich, was ich wohl auf dem Fest dazu anziehen könnte. Womit kombiniert frau Knallblau? Mit Schwarz? Mit Taupe? Oder mit was ganz verrücktem? Das Kleid wird schön, aber schon auch sehr brav.... hoffentlich nicht zu brav. 

Tja, und wie ihr sicherlich bemerktet: Das #KSA Jäckchen hängt immer noch so im Flur, wie ich es letzte Woche fotografiert habe. Keinen Stich weiter bin ich daran. Mal schauen, was die Woche noch so bringt. Trubeliger als die letzte kann sie kaum werden. Vielleicht ergibt sich ja noch mal ein Nähfenster, um nicht nur das blaue Kleid fertig zu machen. 

Aber egal. Jetzt wird erstmal aufgeräumt und dann gehts ab ins Bett. Ich gehöre ja zu den Menschen, die die Zeitumstellung partout nicht kapieren, insofern habe ich überhaupt kein Gefühl dafür, ob es jetzt spät ist oder nicht. Egal. Der Wecker klingelt um 7, also nun ab ins Bett. Gute Nacht allerseits!

Mittwoch, 23. Oktober 2013

MMM ganz alltäglich


Das war ja klar, kaum habe ich mein erste richtig warmes Winter-Stiefelkleid fertig genäht, wird es wieder warm. Aber was solls, das sonnige und überraschen warme Herbstwetter ist wunderbar. Ich will nicht meckern, die kalten Tage kommen bestimmt. Letzte Woche hat es mir richtig Freude gemacht, euch das echte Leben zu zeigen. Einfach zu fotografieren, was ich morgens spontan angezogen habe. Deswegen gibt es heute noch mal so ein Outfit.

Heute trage ich nicht so sehr geliebte Sachen. Der Blumenstoff vom etwas zu kurzen Vichykleid ist mir eigentlich ne Nummer zu tussig. Ich ziehe das Kleid trotzdem gerne an, weil ich den Ausschnitt verkleinert habe und sich der Stoff gut anfühlt. Der lila Jeansmantel, den ich im März 2011 als Probemantel für den Wintermantel nähte, entspricht nicht mehr meinen Ansprüchen an für mich selbstgenähte Kleidung. Mich stört das baumelnde, zu kurze Futter und er ist mir eigentlich zu viel betüdelt. Trotzdem finde ich ihn sehr praktisch, wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, denn ich kann ihn anlassen, da er nicht knittert. Trage ich meinen schicken grauen Mantel, ziehe ich diesen im Auto aus, um ihn zu schonen und friere dann.



Wenn ihr das Kleid oder den Jeansmantel genauer ansehen wollt, dann klickt die Links. Dort gibt es mehr Fotos und Erklärungen dazu. 

Apropos frieren. Letzte Woche wurde angemerkt, dass ich dünn/luftig angezogen wäre. Das stimmt. Ich bin eher wenig am frieren und fahre selten Fahrrad. In Räumen und vor allen Dingen in öffentlichen Verkehrsmitteln wird mir schnell warm. Ich trage deswegen oft Lagenlook. Zu dem heutigen Outfit habe ich zum Beispiel noch ein blaues Strickjäckchen dabei. Außerdem trage ich natürlich die seit der Blasenentzüdnung obligatorische Bermesenzer drunter.

Nochmal zu den ungeliebten Sachen. Das, was ich heute trage, trage ich in den letzten Wochen ziemlich oft, denn zum Einkaufen, auf dem Weg zur Kita oder im Home Office muß ich keinen Schönheitswettbewerb gewinnen. Beim Blick in eine spiegelnde Scheibe fand ich mich aber gestern morgen ganz flott und beschloss ein Foto für euch zu machen. Das ist schon echt komisch mit den Lieblingssachen. Das, was ich heute anhabe sind wahrlich keine Lieblinge, aber für den Alltag gut und trotzdem oft und gerne getragen!

Mehr selbstgemachte Outfits an echten Menschen findet ihr wie immer auf dem Me Made Mittwoch Blog, heute mit der schwungvollen Melleni als Gastgeberin - schon wieder ein Tellerrock, den ich ganz entzückend finde. Ich glaube, ich sollte mich dem Thema doch noch mal annehmen.

Montag, 21. Oktober 2013

Paspelknopflochexperimente für den Seelenfrieden



Die Paspelknopflöcher für das #KSA Jäckchen ließen mir keine Ruhe ließen. Die ganze Nacht habe ich von ihnen geträumt! Ich mußte das einfach noch mal bei Tageslicht probieren, damit mein Gehirn wieder frei für Anderes werden konnte. Mein Versuch am späten Abend gestern (live gebloggt) endete unfreiwillig humoristisch: frau sollte große Worte nicht zu früh in den Mund nehmen bzw. darüber bloggen. Egal. Ich nahm es mit Humor, doch es ließ mich nicht mehr los.

Heute experimentierte ich mit verschiedenen Einlagen, denn abgesehen davon, dass ich gestern Abend die falsche Seite mit Einlage bebügelt hatte, bestand mein größtes Problem darin "das kleine Dreieck" anzunähen. Dieses Dreieck löste sich bei dem locker gewebtem Stoff schlichtweg auf. Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass ich mit Gewebeeinlage dieses Problem umgehen kann, bin jedoch immer noch unglücklich darüber, dass meine Probeknopflöcher größer wurden, als geplant und dass der Schlitz so weit aufklafft.

Jetzt seid mal wieder ihr gefragt. Die Nähnerd-Twitteristas gaben mir zwar schon gute Anregungen, aber zur Dokumentation, damit es später nachgelesen werden kann, schreibe ich noch diesen Beitrag.
  1. Was habe ich falsch gemacht, dass der Schlitz so weit aufklafft? Zu ungenau gearbeitet? Denkfehler?
  2. Gibt es einen Trick zum Annähen "des kleinen Dreiecks"?
  3. Hängt Frage 1 vielleicht mit Frage 2 zusammen?
  4. Fällt es sehr auf, wenn ich nur im Bereich der Knopflöcher eine weitere Schicht Einlage aufbügele?

Vorläufige Antworten:
  • genauer Messen, damit 3 mm wirklich 3mm sind
  • Dreieck mit der Hand annähen
  • den geraden Schnitt kleiner machen, damit die Dreiecke größer werden
  • Knopflöcher vor dem Dreieck festnähen zunähen.

Ich bin gespannt, was wir noch an Antworten zusammentragen können - und natürlich bin ich gespannt wie Bolle, ob ich damit schicke Paspelknopflöcher hinbekommen werde. Ich sage aber jetzt schon einmal danke!

Die Knopflöcher habe ich nach der im Blog von Frau Stichelbeere beschriebenen Methode nach Claire Shaeffer gemacht.

Ach und wenn wir gleich dabei sind: wie mache ich dann die Knopflöcher in den Beleg, wenn ich keinen Organza habe? edit: Ich schaue bei Frau ebenJulia, wie sie die Innenknopflöcher mit Einlage verstürzt und brav darüber gebloggt hat. Danke für den Kommentar, Julia!


Feinmotorik Übung



Familie Crafteln übte sich in Feinmotorik und kommt sich vor, wie Herr Wehrli. Das ist nicht zwanghaft, das ist Kunst! Den kennen wir aus der Sendung mit der Maus. Das ist der, der immer alles aufräumt. Jetzt sind die Knöpfe zwar übersichtlich sortiert, aber irgendwie fehlt mir die Möglichkeit, das sinnliche Vergnügen auszuleben, lustvoll meine Hände darin zu baden. Ich glaube, die kleinen Bunten werden wieder befreit. Ich bin ja nicht Herr Wehrli und habe einen Hang zur Anarchie.



Sonntag, 20. Oktober 2013

KSA Livebloggen - Live vom Tatort ohne Tatort



20.28 Uhr
Ich dachte, ich sollte mal wieder live beim Nähen mitbloggen, denn in den Kommentaren zu meinem letzten Post wurde deutlich, welch merkwürdiges Bild einige meiner LeserInnen von mir haben. Meisterschaft wird mir da zugestanden. Haha! Davon bin ich weit entfernt! Ich koche sogar meist mit zu wenig Wasser. Für die "Fans" meiner Serie "Live vom Tatort" muß ich erwähnen, dass der Tatort heute abend nicht bei mir läuft. Zum einen bin ich ohnehin kein Fan vom Münsteraner Tatort und zum anderen ist das, was ich vorhabe auch nicht ohne, so dass ich versuche, ein wenig konzentriert zu arbeiten.

Also heute "live vom Kostümjäckchen nähen". Auf dem Plan stehen Paspelknopflöcher. Ich habe zwar normale, mit der Maschine genähte Knopflöcher versucht - und die gingen erstaunlich einfach, unproblematisch, nahezu tadellos, siehe oben - aber irgendwie finde ich sie nicht angemessen für ein Jackett. Also werde ich jetzt mal ein Probepaspelknopfloch machen. Wenn das nix wird, habe ich als Notausgang immer noch die Möglichkeit, die einfachen Knopflöcher zu machen. Ich werde nach der Anleitung von Claire Shaeffer auf dem Blog von Stichelbeere vorgehen, die habe ich schon mal genutzt, als ich an Paspeltaschen fast verzweifelt bin und Catherine hat damit auf dem MMM Crew Betriebsausflug auch sehr schöne Knopflöcher gezaubert. Sollte der Stoff nicht allzu zickig sein, sollte ich das hinbekommen.

Nebenher beschäftigt mich gedanklich der Rock. Als ich bei Frau SchnittedesTodes gelesen habe, dass sie einen Rock nähen will, unter dem "das Gerät", sprich der Petticoat getragen werden kann, habe ich das Gefühl, dass mein Romö-Plan totaler Bullshit ist. Natürlich! Im Sommer hatte ich das Problem, dass es oft zu warm für den Petticoat war und jetzt im Herbst/Winter habe ich keine Kleider, zu denen der Petticoat passt. Ich habe gestern 1,40 m Stoff nachgekauft und ein kleines bißchen habe ich noch vom Jacket übrig. Das müsste doch für einen weiten Rock reichen. Nur, nach welchem Schnitt? Eigentlich ist ja das Rockteil vom "Drecksding" McCalls 4769 gut für den Petticoat geeignet. Soll ich einfach das nehmen, die vordere Mitte zusammennehmen und einen Bund mit Reißverschluß dranbasteln? In meiner Knip Moden Sammlung gibt es leider keinen geeigneten Rock in großer Größe (dicke Frauen sollen sowas nicht tragen). Wenn, dann müsste ich erst einen Rockschnitt aus der Knipmode vergrößern. Das hätte natürlich den Vorteil, dass ich vielleicht einen schickeren Bund oder sogar Taschen machen könnte. Liebe Leserinnen. Habt ihr nicht einen Rockschnitttipp aus der Knipmode für mich? Ich habe alle Hefte seit Juli 2011.

Mein Näh-Abend startete übrigens damit, dass ich die Abnäher aus den Belegen wieder auftrennte, weil ich vergessen hatte, die Einlage vorher aufzubügeln. Mit meinem Mittvierziger immer schlechter werdenden Augen war das bei Kunstlicht und Tweed kein Spaß. Aber das habe ich jetzt gemacht. Außerdem habe ich das Jackett noch mal am Spiegel abgesteckt und werde die Abnäher und die hintere Mitte noch mal ein bißchen anpassen. Wenn ich gut bin, übertrage ich diese Änderungen auf den Schnitt. Ich versuchs mal.



21.10 Uhr
Das Live-Näh-Bloggen wird unterstützt von dem hübschen und wohlschmeckendem rosa Stöffchen. Allerdings nicht bezahlt, denn dies ist ja ein werbefreies Blog. Die Einlage ist nun auf dem doofen Beleg aufgenäht. Statt mit den Knopflöchern zu beginnen, werde ich mich den Abnähern widmen, denn sonst weiß ich später nicht mehr, was meine Nadeln bedeuten, die ich vorhin gesteckt habe.

21.50 Uhr
Es dauert natürlich mal wieder alles länger, als frau denkt. Ich habe jetzt die Änderungen an den Abnähern gemacht, die Abnäher brav gebügelt und die Änderungen auf das Schnittmuster übertragen. Brav, .meike, brav! Außerdem habe ich ganz mutig die Schulterpolster beschnitten, die können dann per Hand eingenäht werden, aber das muß ja nicht gleich sein. Was nun? Ich könnte jetzt entweder so ein Paspelknopfloch probieren oder aber die Abnäher in die Belege einzeichnen und machen. Mmmmmm.

21.54 Uhr
Bei den Abnähern habe ich mal wieder - genau wie beim Drecksding McCalls 4769 gedacht, dass Abnäher doch keine Freunde sind, denn den Schulterabnäher habe ich mal wieder nach unten verlängert (weil die Schwerkraft die Brust nicht dorhin bringt, wo sie im Schnitt vorgesehen ist) und den Taillenabnäher verbreitert. Jetzt treffen sich die Abnäher natürlich wieder fast. Genau, wie bei dem blauen Kleid mit den roten Paspeln. Wann lerne ich es endlich, mir Schnittmuster mit Prinzessnähten rauszusuchen, statt es weiterhin mit diesen Abnäherdingern zu probieren?

22.38 Uhr
So, das Gedöns ist nun endlich fertig. Die Abnäher sind nun auch auf den Belegen gemacht. Ich bin sehr stolz darauf alle Schnittteile ordentlich in das Dings gelegt zu haben. Aus mir wird vielleicht doch noch was.

Jetzt käme das, was ich eigentlich heute abend vor hatte. Nur, ist das die passende Uhrzeit für Knopflöcher? Mmmmh... Vermutlich nicht. Ich versuche trotzdem mal ein Probeknopfloch.

22.54 Uhr
Immer wenn ich ne Nadel zum Handnähen in die Hand nehme, fühle ich mich wie ne Couture-Heldin. Insbesondere, wenn ich Altersweitsichtige ohne diagnostizierte Altersweitsicht geschafft habe, den Faden durchs Öhr zu bekommen. Ich habe jetzt die Markierungsfäden gemacht, hach Couture, die Chaotin kommt dir einen Schritt näher.



23.18 Uhr
Haha, Couture! Na, seht ihr den Fehler? Einlage auf der falschen Seite aufgebügelt. Außerdem ist der Stoff wirklich sehr fransig und das kleine Dreieck löste sich sozusagen in Fäden auf. Na, das übe ich wohl morgen noch mal. Jetzt bei meiner Lieblingssendung "Kulturitschko" aufräumen und dann ab ins Bett. Schön, dass ihr vorbei geschaut und kommentiert habt!


#KSA - Kostüm Sew Along: Teil 4



"Am 20. Oktober kümmern wir uns um den Rock (oder die Hose) und sind froh, dass wir das Schwierigste bereits hinter uns gelassen haben. Der Rock ist im Vergleich zum Jackett schließlich nur noch ein Klacks!"

Heute geht es im Teil 4 des Kostüm Sew Alongs (#KSA) um den Rock zum Jäckchen. So weit bin ich noch nicht, aber immerhin habe ich mich dazu durchgerungen, tatsächlich einen Rock zu nähen!

Das Jäckchen und ich haben keine leichte Geschichte miteinander. Ein auf und ab der Gefühle ist das mit uns. Als ich am vergangenen Samstag das Oberstoff-Jäckchen fertig war, konnte ich die Begeisterung der Nähfreundinnen nicht recht teilen, träumte aber die nächsten drei Nächte heftig von meinem neuen Jäckchen. Als ich aber erst eine Woche später Gelegenheit hatte, daran weiter zu arbeiten, zog ich das verknüllte Jäckchen aus der Tüte, fand ein relevantes Schnittteil nicht und merkte, wie stark meine Liebe abgekühlt war.

Mein derzeitiger Stand: Außen- und Futterjacke sind genäht, jetzt kommt noch das Verbinden und die Knopflöcher. Und, ein ganz wichtiger Punkt: immerhin besitze ich jetzt alle angepassten Schnitteile und habe sie ordentlich in eine Klarsichthülle sortiert.

Das Jäckchen und ich haben zwei Probleme: 1. wir sind von Anfang an zu viel miteinander gereist. Ständig wurde das Material ein- und ausgepackt und ständig hatte ich nur die Hälfte dabei und diese wurde dann auch noch zerknüllt. Die Arbeit daran, war also weit aus mühsamer als notwendig. 2. Ich habe zwei Stoffe für weitere Kostüme gekauft, womit das Jäckchen zum Probejäckchen degradiert wurde. Das ist nicht fair, ich weiß.

Gestern fasste ich mir aber trotzdem ein Herz und kaufte Rockstoff und -Futter nach, um dem Jäckchen zu signalisieren, dass ich es doch ernst mit ihm meine. Auch wenn ich beschlossen habe, einen schnöden Romö zu nähen, statt eines "Traumrockes" (wie auch immer der aussehen könnte). Das ist eine pragmatische Lösung. Obwohl das Jäckchen eher als Sommerjäckchen zum drüberziehen geplant ist, denn so etwas habe ich diesen Sommer oft vermisst, würde ich mich irgendwann ärgern, keinen Rock dazu zu haben, um es als Kostüm zu tragen. Und schließlich sind wir hier beim Kostüm Sew Along! Da aber mein Schwerpunkt absolut auf dem Jäckchen-nähen liegt, gibt es eben einen einfachen Rock dazu. Und auch, wenn mein Jäckchen bei Weitem noch nicht fertig ist und ich schon schwitze, ob der vielen Arbeit, die in so einem Ding drin steckt, bin ich hochmotiviert, bei Gelegenheit (wenn das Jäckchen und der neue Wintermantel fertig sind) das "richtige" Winterkostüm (in grau mit grünen und türkisen Karos) zu beginnen.

Oder finde ich vielleicht bei Euch noch einen Rockschnitt, den ich schockverliebt unbedingt auch haben muß? Ich bin gespannt, auf Eure KSA Fortschritte und freue mich darauf, gleich mal in der Linkliste zum Kostüm Sew Along auf dem Me Made Mittwoch Blog zu schauen! Danke Catherine für die Initiative und die Organisation!

Freitag, 18. Oktober 2013

Nähnerdglück



Die Nähnerd-Twitteristas haben mitbekommen, wie ich die letzten Tage sehnsüchtig auf mein Paket vom MMM Crew Betriebsausflugswochenende wartete. Gestern abend endlich, wurde es geliefert. Ich bin froh, dass ich mir die Beute schicken liess, denn ich muß zugeben, das Paket war groß und schwer. Aber sooo krass finde ich jetzt meine Einkäufe vom letzten Wochenende auch nicht. Ich finde, ich habe sehr vernünftig eingekauft und Winterstoffe sind nun mal dick und große Frauen brauchen eben auch große Mengen.

Fangen wir an mit den Stoffen. Einen Mantelstoff für einen dezenten Wintermantel wollte ich ohnehin. Der nachtblauefastschwarze links unten ist perfekt dafür, den grauen Mantel wintertauglich zu nähen. Es ist eben nicht jeder Tag ein Tag für einen himbeerrosanen Mantel! Zunächst wollte ich ihn in dem lila Wollstoff nähen, weil Frau ebenJulia sagte, den kenne sie, da könne frau sehr leicht und gut Paspelknopflöcher nähen. Leider war von dem Lilanen nicht mehr genug übrig. Ich kaufte ihn trotzdem, weil ich es immens vernünftig fand, den letzen Jahr geplanten Kurzmantel aus diesem Stoff zu nähen. Diesen hatte ich nach der Brennprobe, bei der ich merkte, wie viel Plastik in dem Stoff vom Maybachufer ist, nicht genäht. Außerdem verzog sich der Stoff schon so doof beim Zuschnitt. Also demnächst ein Versuch in dunklem Lila.

Rechts unten sind drei "Romanit" Jerseys; Tüdelchen, weil ich nicht sicher bin, ob das Romanit ist. Es sind jedenfalls dicke Jersey-Strickstoffe in schwarz, marine und beige. Sehr vernünftig, finde ich, denn sowas kann frau IMMER brauchen!

Die zwei blauen, sind eher Lustkäufe. Der hellblaue ist ein Kleiderstoff, der bestimmt lange brauchen wird, bis er seine Bestimmung gefunden hat, denn er fühlt sich soooo seidig-schön an - aber auch etwas damenhaft. Ich bin gespannt, was er mal wird. Der Knallblaue ist sehr elastisch, ich hielt ihn erst für Romanit, denke aber nun, dass es ein elastischer Gabardine ist, der ein Kleid oder ein Frühlingsmantel oder so werden könnte.

Oben auf liegen zwei Kostümstoffe. Ein Winterkostüm in grau-kariert und ein Frühlingskostüm in rot. Das ist doch auch total vernünftig, denn nach der Mühe mit dem #KSA Jäckchen ist es doch nur rational, anschließend den Schnitt weiter zu verwenden.




Wer näht braucht auch Futterstoffe. Diese machen fast ebenso wenig Spaß beim Kaufen, wie beim Zuschneiden oder nähen, aber im Herbst/Winter kommt frau eben nicht drumherum. Ich freue mich immer, wenn ich gemusterte Futterstoffe finde und kaufe sie auch, wenn ich noch nicht sicher bin, für welches Projekt. Ich kann gar nicht verstehen, wieso es so selten gemustertes Futter gibt!




Am teuersten finde ich beim Nähen immer die Kurzwaren. Insofern bin ich froh, meine Knopfsammlung etwas erweitern zu können. Reißverschlüsse und Knöpfe sind immer verdammt teuer. Die Kurzwaren kauften wir nach Gewicht, also haben wir nicht lange gezählt und ich bin sicher, dass ich trotzdem damit große Freude daran haben werde. Solange bade ich eben meine Hände darin, um Nähnerd-Glücksgefühle zu erzeugen.

Auch wenn ihr es vielleicht nicht glauben wollt: Die Beute ist schön, aber schöner war noch diese gemeinsam mit den Freundinnen zu entdecken und überhaupt die gemeinsame Zeit. Internetfreundinnen sind etwas feines, aber Treffen, zum gemeinsamen Nähen, Stoff jagen, Wein probieren, quatschen, lachen und das schlechte Wetter ignorieren sind einfach etwas ganz Tolles. Unser Wochenende war jedenfalls wunderbar und um Einiges erholsamer als ein Familienurlaub. Danke meine Lieben! <3



Mittwoch, 16. Oktober 2013

MMM - Zeit für Hartmut



Heute ein MMM meinerseits mit ollen Kamellen. Ich finde das ja durchaus interessant, am MMM nicht nur Neues zu sehen (auf das die Teilnehmerinnen zu Recht stolz sind), sondern lese auch sehr gerne davon, ob sich ein Teil bewährt hat und auch mal anders, als zu Anfang geplant, kombiniert wird. Also habe ich mich eben doch noch schnell dazu aufgerafft, zu fotografieren, was ich heute trage.

Das Blümchenvichy mit den zarten türkisen Punkten in den Blüten rief nach Hartmut, dem türkisen Walkmäntelchen, als ich heute morgen achtlos den grauen Mantel überziehen wollte. Die Pädagoginnentreter stimmten zu. Also holte ich Hartmut hervor, zu dem ich nach wie vor ein gespaltenes Verhältnis habe. Ich liebe die Farbe, aber ansonsten ist er irgendwie falsch: formlos, weil umgefüttert, nicht wirklich gut zu schließen, trotz Knopf und "obenrum warm und untenrum kalt". Aber eben ne schöne Farbe. Also darf er heute mit raus. Mehr Informationen zu Hartmut, inklusiver Erläuterung, warum das Mäntelchen Hartmut heißt, findet ihr hier.




Das Kleid liebe ich sehr, weil eben muckeliger Baumwolljersey und einfach ein schönes Muster. Ich finde es allerdings schwierig, eine Strumpfhose dazu zu kombinieren, ist doch türkis oder petrol in meiner Größe weder dieses noch letztes Jahr auffindbar. Also behelfe ich mir mit diesem taupe in dünn. Keine gute Lösung, weil eben untenrum, trotz Bermesenzer, etwas frisch. Das Kleid habe ich hier, vor vier Wochen, schon einmal gezeigt. 

Die Freundinnen meines Kitakindes fanden mich heute sehr schick. Ich finde es so mittel, aber eigentlich gar nicht so schlecht und ermahne mich, nicht immer an allem so rumzukritteln. Sicherlich, Hartmut ist alles andere als perfekt, aber es ist toll, ihn aus dem Schrank ziehen zu können und mit der tollen Farbe den "Wow-Effekt" hervor zu rufen. Ich hatte mir schon mehrfach vorgenommen, ihm ein paar Belege und Taschen zu spendieren - aber was solls, ich bin auch nicht perfekt und Harmut ist, wie er ist, ein treuer Freund, der mich in den Übergangsjahreszeiten begleitet.

Was die anderen echten Menschen in selbstgemachten Outfits heute tragen, findet ihr wie immer auf dem MMM-Blog; heute mit der liebreizenden Wiebke als Gastgeberin, die nicht nur schön aussieht (wie immer), sondern auch noch spannenden Dinge über Tellerröcke schreibt.


Mittwoch, 9. Oktober 2013

MMM - heute als Gastgeberin "drüben"



Heute bin ich Gastgeberin auf dem Me Made Mittwoch Blog und eröffne den munteren Reigen selbstgemachter Kleidung an echten Menschen. Deswegen findet ihr dort heute den gleichen Beitrag wie hier. Geht ruhig mal schauen, es lohnt!

Mit ein bißchen Zähneknirschen zeige ich dort heute mein neues Kleid. Es ist weit davon entfernt,  perfekt zu sein und sich als neues Lieblingskleid aufzudrängen, da es einfach nicht gut passt. Trotzdem vermute ich, dass möglicherweise trotz anfänglicher Skepsis meinerseits, sich das Kleid zu einem häufig getragenem Alltagskleid entwickeln könnte, da es durch den "Jeanslook" irgendwie unkompliziert ist.



Als ich in Dänemark den Jersey entdeckte, der wie ein Jeansstoff aussieht, sich aber wie Viskosejersey mit Kuschelfaktor anfühlt, mußte ich ihn einfach kaufen. Der Stoff flüsterte mir auch schnell, dass er genau so ein Kleid werden will, wie das Graue von Frau sewing addicted, in das ich seit dem MMM am 11.9. schockverliebt war. So eines wollte ich auch unbedingt haben, denn ich mag weder wallende, konturlose Kleidung, aber ich mag auch keine Gürtel. Immer wieder überlegte ich in den letzten Wochen, wie ich eine Taillenbetonung hinbekomme, ohne auf Bequemlichkeit zu verzichten. Ein Taillenband schien mir da eine gute Idee.




Bei der ersten Anprobe war ich sehr enttäuscht. Ich hatte den Schnitt aus der Knipmode 09/13 für mich vergrößert, da er dort nur bis Größe 46 geht. Da hatte ich wohl etwas zuviel des Guten getan! Irgendwo zwischen meinem veränderten Schnitt und dem Original liegt wahrscheinlich die Wahrheit. Auch muß ich zugeben, dass mir anscheinend keine Naturbegabung für das Kräuseln von Jersey in die Wiege gelegt worden ist. Das hätte ich besser hinbekommen können, hätte ich etwas mehr Zeit und Muße gehabt und das Kleid während des Nähens nicht mehrmals in die Ecke geworfen.


Wäre ich nicht so in den Stoff verliebt, wäre dieses Kleid ein UFO geblieben; ein unfertiges Objekt, das das Nähkarma belastet. Da der heutige Termin näher und näher rückte, an dem ich den MMM als Gastgeberin eröffne, blieb mir eigentlich gar nichts anderes übrig, als das Kleid tapfer fertig zu machen.





Jedenfalls ist mein neues Kleid leider eines dieser typischen verflixten Wickeldinger geworden, die zu weit aufgehen. Erst auf den Fotos sah ich, dass die scheinbar unsichtbaren Stiche, mit denen ich die Vorderteile verband, doch zu sehen sind. Ich denke, dass ich diese zusammenhaltenden Mogelstiche wieder auftrennen und in Zukunft das Kleid lieber mit etwas darunter tragen werde.

Die dunklen Farben sind noch sehr ungewohnt für mich, kann ich mich doch noch nicht ganz von den Sommerkleidern verabschieden. Aber da es morgens von den Temperaturen her schon sehr herbstlich ist, freue ich mich sehr an den murkeligen überlangen Ärmeln.




Wie geht es euch mit den dunklen Farben? Schon voll in der Herbst/Winter-Farbpalette angekommen?

Sonntag, 6. Oktober 2013

KSA - Kostüm Sew Along Teil 3




"Am 6. Oktober haben wir die Jacketts genäht und setzen spätestens jetzt das Futter ein und wagen uns an die Knopflöcher."

Haha, neee, so weit bin ich natürlich nicht. In den letzten beiden Wochen waren Blasenentzündung und Zuschneidehemmung ne gute Ausrede, um auf dem Sofa liegen zu bleiben. Im Nachhinein ärgere ich mich, dass ich nicht noch einen günstigeren Stoff gekauft habe, um eine richtige Probejacke zu nähen, im Sinne von "kann man anziehen". Aber das ist eben Hamburg bzw. "nicht-Berlin", günstige Stoffe, die frau auch tragen kann, gibts hier eigentlich nicht. Mein Stoff ist jetzt ein Stoff aus dem Mittelfeld mit 13 Euro den Meter, aber immerhin auch noch so schön und so teuer, dass ich wirklich unglücklich wäre, würde das Jäckchen nicht passen.

Am Donnerstag habe ich dank der Unterstützung der #Nähnerds auf twitter  beherzt die Zuschneidehemmung überwunden. Allerdings entwickelte ich eine merkwürdige, für mich eher untypische Vorgehensweise. Bisher habe ich nur Vorderteile und Rückenteile ausgeschnitten sowie die dazugehörigen Futterteile. Das hat sich aufgrund der kurzen zur Verfügung stehenden Zeitfenster einfach so ergeben Natürlich habe ich das Futter zu lang zugeschnitten, weil ich den unteren Beleg vergessen hatte. Egal, ich glaube, ich habe genug Futter und zur Not gibts halt andere Futter-Ärmel. Glücklicherweise habe ich an die zusätzliche Bewegungsfalte im Rücken gedacht. Ich schnitt das Futter nämlich nicht nach den Futter-Schnittteilen zu, sondern nach meinem geänderten Schnitt, damit es auch die notwendige Länge und Breite hat.

Da ich das Jackett gerne zusammen mit meinen Lieblings-Nähnerds in Franken, nächstes Wochenende nähen will (ihr seht, ich brauche Händchenhalten, sonst schaffe ich das nicht), muß ich bis dahin noch die weiteren Teile ausschneiden und ebenso mit Einlage bebügeln und die 1000 Abnäher anzeichnen. Ich bin wirklich erstaunt, wie viel Kleinarbeiten in so einem Jackett stecken, aber irgendwie ist es, wenn frau dann angefangen hat, auch ein nettes Projekt, weil immer in Schrittchen gearbeitet werden kann.

Fragen:


  1. Ich weiß zwar, dass frau Sachen nicht versäubern muß, wenn sie verstürzt werden, also die Nahtzugaben innen liegen, aber beim Futter kann ich das nicht so recht glauben. Wird das Futter wirklich nicht verstürzt? Wäre es eine Option, das Futter mit der Overlockmaschine zusammen zu nähen?
  2. Frage Nummer 2 ist etwas peinlich: Dank unorthodoxer Vorgehensweise habe ich noch nicht kapiert, wo genau der hintere Teil des Kragens ist. Ist dieser am Rückenteil angeschnitten, so wie der vorderere Teil, das Revers am Vorderteil angeschnitten ist oder habe ich noch vergessen, ein Schnittteil abzupausen? Es gibt ja noch mehr Kolleginnen, die sich gerade oder bereits an Gerties Suit Jackett versuch(t)en. Hilfe! 
Ob es ein Kostüm wird, weiß ich immer noch nicht. Den Stoff gibt es noch, falls ich noch mehr brauche, aber ein Schritt nach dem anderen. Ein bißchen wurmt es mich, dass es nicht zu Spätsommertemperaturen fertig wurde, denn ich sehe mich im Winter eigentlich nicht im Jackett (das Mantelproblem und das Anlassproblem!). Aber es ist wie es ist.

Mehr mutige Kostümnäherinnen, die wahrscheinlich schon viel weiter sind als ich,  findet ihr auf dem Me Made Mittwoch Blog. Danke Catherine fürs Mutmachen, die Organisation und für die tollen Bilder zum Futter einnähen!

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Häkeldecken-News



Hattet ihr schon gedacht, ich hätte mit der Häkeldecke aufgegeben, weil ich schon so lange nichts mehr darüber schrieb? Mitnichten! In den letzten Wochen habe ich zwar nicht mehr so viele Blümchen gehäkelt oder verbunden, das lag aber daran, dass ein "Zwischendenken" anstand. Ich hatte das Gefühl, für das Projekt Inventur machen zu müssen, insbesondere, weil bei Lanade noch bis zum 7.10 Merino-Sale ist - eine gute Gelegenheit, eventuell fehlendes Garn nachzubestellen.

Also fasste ich mir ein Herz und häkelte die zwei großen Teilstücke zu einem Ganzen zusammen. Das sind nun 297 zusammengehäkelte Hexagone (27 Reihen mal 11 Farben), die eine Größe von 85 cm x 185 cm. Das ist zwar schon eine schöne Länge, aber zum richtig reinkuscheln, ist sie noch zu schmal. 

Da ein großer Teil der Wolle in abgeschnittenen Fäden endet (solche Haufen hatte ich schon bestimmt 20 mal), ist es auch nicht wirklich leicht, den gesamt Wollbedarf zu errechnen. Wiegen bringt gar nichts. Aber egal, ich habe entschieden, dass Drops Baby Merino derzeit meine Standardwolle ist, da schadet es nichts, etwas zu bevorraten. Zur Not trägt das Kind bis zur Pubertät geringelte Pullunder. Also habe ich noch mal hellgrau, dunkelgrau und weiß nachbestellt. Von den bunten Farben braucht es ja nicht so viel. 




Und obwohl ich es überhaupt nicht mag, große Stücke häkelnderweise zu verbinden, werde ich jetzt noch einen 4-Blumen-breiten Streifen häkeln, der anschließend eingefügt wird. Das hat den Vorteil, dass ich auf der geplanten Nähnerd-Reise an diesem Stück weiterhäkeln kann, ohne zu viel mitnehmen zu müssen. 

Ich habe mir nun einen Plan gemacht, in welcher Farbreihenfolge dieser Streifen gehäkelt werden soll. D.h. ich habe jetzt auch einen genauen Plan, wie viele Blümchen ich noch von jeder Farbe brauche. Mittlerweile bin ich auch so schlau, dass ich in diesen Plan auch die halben Hexagone eingerechnet habe, so dass diese direkt angehäkelt werden können. An den andern drei Seiten der Decke habe ich dies leider außer Acht gelassen, was leider zu ein paar zu vernähenden Fäden führen wird.



Das Projekt Hexagon-Häkeldecke finde ich immer noch toll. Die Decke wird zwar ziemlich schwer und die Strickdecke fühlt sich deswegen etwas weiche, elastischer, schöner an, aber die Häkeldecke sieht toll aus und ich schätze es sehr, dass ich unterwegs immer nur ein kleines Tütchen dabei habe, um häkeln zu können. Und ich bin auch ein bißchen von mir beeindruckt, dass ich schon so weit durchgehalten habe. 

Wer auch gerne so ne Blümchendecke haben möchte: die Anleitung findet ihr bei rosa p.

Mittwoch, 2. Oktober 2013

MMM - Übergangsjahreszeitlook



Herrlich, das Wetter derzeit. Morgens ist es zwar ziemlich kalt, aber das finde ich prima, sind doch meine neuen Schuhe recht warm. Ich tat mich ein paar Jahre schwer, diese "Pädagoginnenschuhe" zu kaufen (es leben die Vorurteile!), doch mir wurde in den letzten Wochen klar - wie immer in der Übergangsjahreszeit - dass ich keine unkomplizierten Schuhe besitze, in die ich einfach reinschlupfen kann und die trotzdem bei Wind und Wetter funktionieren. Als ich dann dieses Exemplar ohne den obligatorischen Acrylstrumpf aber dafür in einer meiner Lieblingsfarben petrol sah, mußte ich sie mir einfach gönnen - obwohl ich eigentlich auf der Suche nach roten Stiefeln war. Aber von roten Stiefeln träume ich sicherlich noch lange.




Ich kann es kaum erwarten, meine neuen Kickers-ähnlichen Bequem-Treterchen mit den Walkkleidern anzuziehen. Mit meiner aktuellen Jerseykleidkollektion, ist das nicht ganz so leicht, besitze ich leider keine petrolfarbene Strumpfhose (warum gibt es die in meiner Größe NIE?) Also muß ich schauen, was sich mit blau, grün oder lila kombinieren lässt. Mein "Eisbären-Kleid" vom letzten Jahr, dass ich im Sommer irgendwie viel zu wenig anhatte, eignet sich jedenfalls hervorragend, um der schönen Sonne zu huldigen und gleichzeitig die neuen Schuhe auszuführen.




Mehr Informationen zum Kleid gibt es hier.

Und mehr selbstgemachte Outfits an echten Menschen findet ihr wie immer auf dem Me Made Mittwoch Blog, heute mit der zauberhaften Juli als Vertretungs-Gastgeberin, die dankenswerter Weise für Melleni kurzfristig eingesprungen ist.