Mittwoch, 28. August 2013

MMM - im Ming-Vasen-Kleid



Original oder Fälschung? Wiebke zeigt auf dem MMM-Blog als reizende und hübsche Gastgeberin doch fast das gleiche Kleid? Wie kann das sein? Das kann sein, denn ich habe den herrlichen Stoff bei einem gemeinsamen Marktbummel entdeckt, war aber  mit vollen Tüten etwas "kaufschüchtern" und sie besorgte mir den Stoff dann wenig später doch, nicht ohne dabei auch an Monika und Dodo zu denken, die ebenso entzückende Kleider aus dem herrlichen Stoff zauberten. Danke meine Liebe!



Es ist weder Original noch Fälschung, sonder das letzte Sommerkleid der Saison. Jetzt höre ich auch, mich von weiteren baumwollenen Hemdblusenkleidprojekten lähmen zu lassen und widme mich den Planungen für mein Jackett, sprich dem anstehenden Kostüm-Sew-Along. Ich bin nach Nähdepression, unzählingen Jersey-Ajaccios und dem Kampf mit dem McCalls-Kragen nun wirklich in der Nähträumerei für Herbst und Winter angekommen.


Das Kleid von Heute ist eine Mischung aus McCalls 4769 und dem (unverkäuflichen)  STOKX-Blusenschnitt aus dem ich schon zwei Kleider (hier und hier)  nähte. Nachdem ich bei McCalls obenrum einiges vergrößern mußte und dann mit diversen Anpassungen beschäftigt war, nahm ich nun den passenden und bequemen Blusenschnitt und bastelte das Rockteil und den Kragen von McCalls daran. Das Kleid ist zwar immer noch nicht perfekt, denn das Blusenteil hätte vorne gerne noch etwas länger sein können, aber ich kann den Arm heben und es fühlt sich gut an, dank Rückenteil und vorderen Seitenteilen im schrägen Fadenlauf.




Tja, das kommt vom allein-fotografieren: Niemand verriet mir, dass ein Torwarthandschuh am Petticoat hängt. Passt aber farblich! 


Genau, wie Wiebke denke ich "schade, dass ich es nicht schneller genäht habe", denn es wäre ein hübsches Kleid für sommerliche Stimmung und Temperaturen und hoffe sehr, dass ich es nächstes Jahr noch mag. Zwischen Zuschnitt und Fertigstellung lagen fast zwei Monate. Dafür wird es heute hübsch zu einem Lunch-Blind-Date mit einer Nähbloggerin ausgeführt, deren Blog ich vor ein paar Wochen entdeckte und auf die ich mich schon sehr freue. Ob ich es am Freitag zu einer abendlichen Hochzeitspartysause auf St. Pauli tragen werde, weiß ich noch nicht, denn es passt zwar zu St. Pauli aber abends wird es doch schon arg kühl. Mal schauen, wie es sich heute beim Tragen anfühlt.



Ich bin auch noch nicht sicher, ob ich es lieber mit Gürtel und Gerät (sprich Petticoat) mag oder ganz casual einfach so. Dazu ein anderes Mal mehr, denn darüber denke ich zur Zeit nach.

Mehr wunderbare selbstgemachte Outfits an echten Menschen findet ihr wieder auf dem MMM-Blog. Auch wenn ich vor der Sommerpause sehr MMMmüde war, freue ich mich doch sehr, euch heute alle wieder zu sehen und zu entdecken, was ihr gezaubert habt.

Samstag, 24. August 2013

Heidelbeer-Zimt-Hefe-Schnecken



Für Frau Kirsche und Frau effi:

Keine Sorge, ich werde schon nicht zur stylishen Foodbloggerin. Also mein Blog wird sicherlich nicht stylish (man beachte das hemdsärmelige Foto) und voller Essen schon gar nicht, höchstens ich. Voller Essen war ich nämlich letztes Wochenende, als ich stark improvisierend diese Heidelbeere-Dinger gebacken habe. Sie waren so extrem gut, dass ich die Hälfte alleine aufgegessen hatte, ohne Rücksicht auf die Gäste, die sich wahrscheinlich nicht trauten, mir etwas wegzuessen, so einen gierigen Blick hatte ich bestimmt. Dabei waren sie genauso verbrannt wie dieses Mal, denn unser Ofen ist kein guter Koalitionspartner, aber egal, sie waren so lecker, dass ich sie einfach noch mal backen mußte.

Das Grundrezept für Zimt-Schnecken habe ich von einer Freundin, die sagt, dass sie sie deswegen immer zu Feierlichkeiten mitbringt, weil sie den Hefeteig vor dem Duschen macht und nach dem Duschen, während des Frühstückens backt - einziges Problem ist es, die heiße Backform anschließend gleich mitzunehmen. Ein weniger großes Problem ist es, die Hefeschnecken noch warm zu essen, weil sie so gut riechen.

Also erstmal das Grundrezept:

500 g Mehl
1 Würfel Hefe
100 g Zucker
200 ml lauwarme Milch

50 g geschmolzene Butter
1 Ei
1 Eigelb
2 PK Vanillezucker

100 g Butter
Zimt
Zucker

Mehl in die Schüssel, Kuhle mache, Zucker und zerbröselte Hefe rein, warme Milch drauf, Tuch drauf 10 Minuten gehen lassen.

Dann Butter, Eier und Vanillezucker dazu, kurz kneten und noch mal 20 Minuten gehen lassen. Ofen auf 180 Grad (ich nahm Umluft) vorheizen.

Teig zu Rechteck ausrollen, mit 100 g zerlassener Butter bestreichen und mit Zimt-und-Zucker bestreuen. Rechteck einmal in der Mitte "senkrecht" durchschneiden, dann ca. 4-6 cm dicke Bahnen schneiden, aufrollen und in gefettete Kuchenform 26 oder 28 cm setzen. Keine Sorge, wenn noch Lücken zwischen den Rollen sind, die gehen noch auf und wachsen aneinander.

Das Grundrezept habe ich schon ganz oft gemacht, denn es ist auch gut Picknick-geeignet, weil sich die Schnecken so gut auseinanderbrechen lassen und ohne Teller gegessen werden können.

Letzte Woche wollte ich es mal ausprobieren, sie mit ein paar Heidelbeeren zu füllen. Ich las erst im Internet nach und fand Rezepte mit Quark oder irgendwelchen Zutaten, die ich nicht im Haus hatte, also nahm ich das bewährte Rezept. Leider fand ich in der zweiten Packung Mehl Tiere, so dass ich mit 280 Gramm Mehl auskommen mußte. Ich entschied, die Schnecken trotzdem zu machen, reduzierte die anderen Mengen:

280 g Mehl
3/5 Hefewürfel
60 g Zucker
120 ml Milch
30 g Butter
1 Eigelb
1 Ei
1 Pk Vanillezucker

Gebacken habe ich dann nur noch 16 Minuten (und trotzdem zu dunkel) in einer 22er Form.

Und natürlich wurde der Teig ziemlich klebrig, weil ich ja die Eier nicht reduziert hatte. Da kein Mehl mehr im Haus war, blieb mir nichts anderes übrig, als so viel Speisestärke (aus Mais) zuzugeben, bis sich der Teig normal glatt wie ein schöner Hefeteig anfühlte. Natürlich hatte ich keine Ahnung, wieviel Speisestärke das war. Heute habe ich es nachgebacken und nur 250 g Mehl genommen, aber die zugefügten 50 g Stärke reichten nicht aus. Egal, ich habe wieder freihändig Stärke dazu genommen, bis sich der Teig schön anfühlte.

Aufgerollt hat die Schnecken dann der 5-Jährige und damit es so frisch und lecker wie letzte Woche wird, hat er auch brav jede zweite Heidelbeere, statt in den Mund zu stecken bei den Schnecken mit eingerollt. Und jetzt wird gegessen!

Donnerstag, 22. August 2013

Wieder am Ball



Eines ist so sicher, wie das Amen in der Kirche: kaum habe ich hier herumlamentiert, flutscht es wieder. Jetzt könnte man natürlich denken, "was jammert die Alte eigentlich?", aber das würde dem Ganzen nicht gerecht, denn vielleicht hat das Eine etwas mit dem Anderen zu tun. Euch haben meine Gedanken berührt, wie ich an Euren Kommentaren erfreut und interessiert las und mir hat das Niederschreiben wieder einen Schritt mehr Klarheit gebracht. Das ist einer der Gründe, wieso ich schreibe: das Formulieren und später noch mal lesen, ordnet die Gedanken und euer Feedback darauf zeigt mir, wie klar ich bin und was ich noch nicht betrachtet haben könnte. Danke!

"Wo ist denn deine Nähkrise?" fragte Catherine mich heute auf twitter, nachdem ich zwei weitere Ajaccio-Jersey-Kleider zugeschnitten hatte. Hat sich meine Näh-Krise nun klammheimlich aus dem Staub gemacht, oder zählen Projekte ohne größer Herausforderung nicht? Ich glaube, sie hat sich aus dem Staub gemacht. Vorgestern nähte ich das Anlasskleid noch mal, produzierte entweder ein UFO, ein stilvolles Nachthemd oder aber ein Ding, zum gleich wieder zerschneiden. Das Schöne daran war, dass ich jetzt, beim dritten Mal nähen dieses Schnittes von Frau Stokx erst kapierte, wie einfach die Ausschnittlösung zu nähen geht und wie schick das aussehen kann, wenn frau es richtig macht. Während des Nähens hatte ich wieder dieses "zum-Niederknien-Gefühl", das ich immer bekomme, wenn ich gutes Design erkenne. Mein Herz fängt an zu hüpfen, wenn mir gutes Handwerk und raffiniertes Design begegnet. Es macht mich einfach glücklich. So glücklich, dass es gar nicht schlimm ist, dass das unmittelbare Resultat ein Nachthemd oder ein Ding zum zerschneiden ist. So, wie das Kleid jetzt ist, funktioniert es nicht, weil der Jersey für den Schnitt-für-meine-Figur zu dünn ist, aber vielleicht zerschneide ich es wirklich und mache ein Ajaccio und einen Kragen, den ich unter Shirts ziehe kann drauf. Den Stoff hütete und streichelte ich schon seit drei Jahren, denn er sollte mal ein Kack-Onion-2012 werden. Er hat es verdient, nicht mehr in der Kiste herumzuliegen.



Heute war dann ein schwieriger Tag. Schlechte Nachrichten berührten mich sehr, anderes regte mich auf. Irgendwann war ich an einem Punkt angelangt, an dem ich die Wahl hatte, mich ins Bett zu verziehen oder ein grünes Kleid zuzuschneiden. Ich entschied mich für das grüne Kleid. Und da ein grüner Jersey im Lager war, der mir warme Erinnerungen bereitete, weil ich ihn zusammen mit Frau Nahtzugabe gekauft habe, schnitt ich ein Auf-Nummer-Sicher-Ajaccio zu und damit es sich rentiert, gleich noch eines. Und weil das Kind verabredet war und ich Zeit hatte, begann ich zu nähen und weil der Gatte unterwegs ist, werde ich gleich weiter nähen. So ist das Leben manchmal. Ein Auf und Ab.





Montag, 19. August 2013

Was Nähkrisen mit dem Leben zu tun haben

Was mache ich nur mit dieser Näh-Krise? Dass ich immer noch mittendrin stecke, merkte ich gestern dank eines Kommentars auf twitter, der mich daran erinnerte, dass ich früher - ach früher! - immer Sonntag abends genäht hatte. Auch gestern hatte ich das Wohnzimmer für mich und dann einer Extratasse Kaffee war ich auch nicht müde - aber Lust zum nähen hatte ich nicht. "Nähen geht immer" schrieb Frau Strich und Faden, letztens auf twitter, selbst mit Migräne und ich fragte mich, wo eigentlich mein "immer" geblieben ist. 

Heute morgen schlich ich dann schlecht gelaunt durch die Gegend und schaffte es, Schritt für Schritt meine Nähkrise in eine Lebenskrise umzuwandeln. Schuld ist nicht das Nähen, schuld ist das Leben. Ich habe einfach kein Leben für meine Kleider. Ich weiß nicht, was ich nähen will, weil ich einfach nicht weiß, wie ich leben will. Wechseljahre ohne Ziel. Übergangsmoratorium der feinsten Art. 

Dreh- und Angelpunkt ist natürlich das Leben, sprich die Rollen, die ich tagtäglich bzw. im Laufe des Jahres einnehme. Für diese verschiedenen Rollen brauche ich etwas zum anziehen, in dem ich mich wohl fühle. Sind die Rollen durcheinander, ist möglicherweise auch der Kopfkleiderschrank überfordert. Nach wie vor habe ich das Problem, dass ich als Freiberuflerin-und-Muddi viel zu wenig Gelegenheiten habe, etwas Schickes anzuziehen. Wozu also die schönen Kleider? Wozu also Kleider, die ich bügeln muß? Ich nähe nun am vierten Hemdblusenkleid aus Baumwolle der Saison und ziehe die anderen drei überhaupt nicht an. Wozu also an den Ming-Vasen weiternähen? Kein Wunder, wenn ich dazu keine Lust habe. 

Es gibt in Berlin am Maybachufermarkt diesen Stand mit den hübschen Baumwollstoffen. Nennt man so etwas Patchworkstoffe? Schöne Farben, reizende Muster, schöne Qualität. Letzte Woche dachte ich, ich könnte nicht leben, ohne diese Pagodenstoff auch zu haben, aus dem erst Frau Nahtzugabe "das 400-Euro-Kleid" und dann Frau sewing addicted den Traum in Rot nähten. Das ist ein Stoff mit Potential. Ein Stoff, wie ich ihn mag. Einfach ein bißchen anders. Ich finde ihn großartig. Genau wie die verrückten Ming-Vasen und die Schwalben. Ach ja, die Schwalben. Die unvernähten Schwalben. Ich finde, diese Stoffe passen zu mir. Ich mag das Besondere, ich mag Farben, ich mag das ungewöhnliche; aber ich habe keine Ahnung, was ich daraus nähen könnte, denn baumwollene Kleider mag ich nicht. Zumindest zur Zeit nicht, wohlwissend, dass ich hier noch einen wunderbaren Schnitt herumliegen habe, den mir dankenswerter Weise Frau Kleines Haus vermacht hat und den ich eigentlich auch noch unbedingt vernähen wollte. Und dann gab es noch diesen wunderschönen Blümchenstoff von Frau Anneblog , der auch noch hier herumliegt. Bin ich gierig? Warum will ich das Zeugs unbedingt haben, obwohl ich dann nichts daraus mache oder das, was ich daraus mache nicht anziehe? Ich fühle mich furchtbar mit diesen Projekt-Leichen. 

Mir fällt dazu nur das Wort "Jersey-Mädchen" ein. Natürlich bin ich kein Mädchen, sondern eine Frau, aber es erinnert mich an "Pony-Mädchen" und "Pony-Mädchen" sind in der Pubertertät und wissen nicht, wer sie sind und wohin mit sich. Genauso fühle ich mich, auch wenn meine Pubertertät wohl eher Menopause heißt. Die Freiberuflichkeit und das in großen Schritten selbständiger werdende Kind, zwingen mich, immer wieder und zur Zeit ganz besonders, mein Leben in Frage zu stellen, neu herauszufinden, was ich sein und machen will. Ich habe das Gefühl, mal wieder "auf Null zu stehen" und die Chance, aber auch die Aufgabe zu haben, alle Weichen neu zu stellen. Es bleibt die Frage, ob die Garderobe dann das Huhn oder das Ei ist. Finden sich die Aufgaben zu den Kleidern oder die Kleider zu den Aufgaben? 

Catherines Kostüm-Sew-Along wäre eine Möglichkeit, mich aus der Näh-Krise zu holen. Ein Kostüm ist eine feine Sache im doppelten Wortsinn. Feine Sachen braucht frau, um wichtige Gespräche zu führen, mit einem Kostüm ist frau immer gut angezogen und eine Jacke brauche ich sowieso bald wieder. Einen Blazer wollte ich schon lange nähen, denn ich mag es, wenn die Jacke Form gibt und trotzdem nicht so ein großes Ding ist, wie ein Mantel. Trotzdem kommt es mir wahnsinnig, sprich zu ambitioniert, vor, von einer Näh-Krise aus direkt in einen Kostüm-Sew-Along zu starten. 

Ich brauche etwas zum warm-nähen. Natürlich aus Jersey. Wie kann es anders sein. Heute morgen dachte ich, dass das einzig Positive am kommenden Herbst doch sei, dass ich das Anlass-Kleid und das Dodo-Kleid bald wieder anziehen kann und dann sah ich die Bluse bei Monika. Ab gesehen davon, dass meine Augen natürlich an dem Muster hängen blieben, finde ich die Idee, einer Jerseybluse ganz inspirierend. Vielleicht muß ich ja Hemdblusenkleider aus Jersey nähen! Vielleicht liegt es einfach nur am Baumwollstoff, der zwar schön ist, aber so wenig zu meinem Leben passt. Vielleicht sollte ich diesen hübschen Jersey, der darauf wartet, das nächste Ajaccio zu werden, doch lieber in ein Hemdblusenkleid verwandeln? Ich glaube, ich versuche es. Jetzt. 

Donnerstag, 15. August 2013

Wenig los hier

Ich muß mal wieder was bloggen, damit ihr mich nicht vergesst. Ist in der Tat zur Zeit wenig los hier. Ferien, Hitze, Schwierigkeiten wieder in den Alltag hineinzukommen, wochenlang Kopfschmerzen... ich war einfach nicht in Stimmung, weder zum Nähen noch zum Bloggen. Das Ming-Vasenkleid liegt seit Wochen zugeschnitten herum, ein wenig habe ich daran genäht, war aber bisher zu faul, die Overlock hervorzuholen und umzufädeln. Das werde ich vielleicht nachher noch mal machen. In den letzten Tagen fühlte es sich so an, als wäre in Hamburg der Sommer vorbei, das machte natürlich wenig Lust auf Sommerkleid nähen. Als ich aber heute, bei lauem Lüftchen und Sonnenschein aber mal wieder den Petticoat unter dem Pünktchenkleid trug, bekam ich doch Lust, die Ming-Vasen weiter zu nähen. Außerdem liegen hier noch zwei Jerseys, die auch noch Ajaccios werden und sich zu den 5 Kollegen gesellen wollen.

22 Reihen hat die Häkeldecke jetzt, das heißt, es sind nun 242 zusammengehäkelte Blümchen. Da ich mit dünnerem Garn häkele als rosa p. bin ich bei Weitem noch nicht am Ende, sondern habe noch mal ungefähr das Gleiche vor mir. Erste Ermüdungserscheinungen machen sich bemerkbar. Als es so heiß war, habe ich zwar hin und wieder Blümchen gehäkelt, aber langsam stiegen die Zweifel hoch, ob ich das bunte Muster überhaupt mag. Sicherlich kamen die Zweifel auch von den Aussagen des Gatten, der die Decke hässlich findet und meint, dass hier nicht noch "ein Fuddel" herumliegen soll. Spaßbremse! Egal. Das Schöne an der Decke ist, dass sie ja in jedem unvollendetem Zustand benutzbar ist, weil alle Fäden verhäkelt sind und dem Sohn gefällt sie.

Letzte Woche habe ich endlich mal wieder Dinkelspelz-Nachschub bestellt und gestern mein Kopfkissen neu befüllt. Ende Mai hatte ich den ollen Spelz entsorgt und es mit dem Wasser-Kissen oder ohne Kissen versucht. Zunächst war es ok, aber dann seit dem 22. Juli diese unglaublichen Kopf- und Rückenschmerzen! Nach schrecklichem Herumleiden, kam ich endlich auf die Idee, den Dinkelspelz zu bestellen. Manchmal bin ich echt langsam! Ich habe so gut geschlafen, wie seit Wochen nicht mehr und bin zum ersten Mal seit 3 Wochen ohne Kopfschmerzen aufgewacht. Das ist ein gutes Zeichen, oder? Dann hoffe ich mal, dass mich das Dinkelspelzkissen auch die nächsten Wochen glücklich macht und ich wieder Lust zum Nähen und zum Bloggen finde.

Montag, 5. August 2013

Finale der Blümchenherzen



So, nun ist aber auch wirklich Finale der Herzen unseres Blümchenmonats Mai 2013. Gar nicht so einfach, Schluß zu machen... aber nächstes Jahr wird es wieder einen Frühling geben und wer weiß, vielleicht ist uns dann wieder nach Blümchen.

Ich vermute stark, dass zumindest mir das wieder so gehen wird, üben doch Blümchenmuster nach wie vor eine große Anziehungskraft auf mich aus, wohlwissend, dass nicht jeder Stoff, der mir gut gefällt, auch für mich gemacht ist. Grafische Muster sind für mich wie gemacht - bei den Blümchenmustern gibt es solche und solche. Ich bin gespannt, ob ich

- entweder im Laufe der Zeit meine Treffsicherheit bezüglich der Stoffwahl erhöhe
- oder mich so oder so entwickele also mehr hin zu den Blümchen oder komplett weg davon.



Das mit der Treffsicherheit ist so ne Sache. Bei dem gelben Kleid mit den schwarzen Blumen, hätte ich nie gedacht, dass ich es mal so oft und gerne anziehen würde, denn der wild gemusterte Jersey in Knallfarbe war ein online bestellter "Beifang", damit sich die Portokosten relativieren. Wer hätte aber auch mit so einem Sommer gerechnet! Das gelbe Kleid ist für hohe Temperaturen einfach ideal. Die Farbe passt und der dünne Stoff natürlich auch. Hätten wir einen verregneten Sommer 2013 bekommen, hätte ich es vermutlich einmal angezogen und dann in die Ecke gepfeffert. Daraus folgt der Schluß: nicht immer sind die Blümchen schuld, denn es braucht, um die Blümchen in Szene zu setzen, nicht nur den richtigen Schnitt passend zum Stoff, sondern auch Anlass und Wetter. Ganz anders ging es mir mit den anderen, zuletzt fertig gestellten, Blümchen: Das blaue Kleid mit der roten Paspel trug ich bisher nur einmal. Es war einfach zu wenig Wetter für Petticoat und zu wenig Anlässe für schick in den letzten Wochen.



Das gelbe Kleid habe ich zweimal gekürzt. Es war mir, in etwa knielang zu elegant, was nicht zum flatterhaft dünnen Stoff passte. Jetzt finde ich es etwas zu kurz. Bei über 25 Grad, ist aber fast alles erlaubt....



Und ihr so? Habt ihr auch ein Fazit für 2013 zum Thema Blümchen oder noch etwas schickes Neues genäht?


Freitag, 2. August 2013

Brav!

Tasche mit richtig eingenähtem Boden

Ich habs dann doch getan. Erst dachte ich, ich halte mich an Wiebkes Tipp "näh doch einfach ne Neue" und lasse die Tasche eben bollern (weil ich den Boden falsch rum eingenäht hatte). Aber dann fiel mir ein, dass ich die, für mich optimale Henkellänge (ach verdammt, wie heißt das Ding für über die Schulter bei ner Tasche nochmal) nur bestimmen kann, wenn ich den Praxistest mit einer Nicht-Boller-Tasche mache. Da der Sohn die rote Lieblingshose zerrissen hatte, ich gerade neues rotes Garn dafür gekauft hatte und bei der heutigen Hitze sowieso nicht viel ging, habe ich eben den Boden noch mal abgetrennt und neu angenäht. Wie praktisch, dass ich ohnehin vergessen hatte, die Wendeöffnung zu schließen! Jetzt sieht sie zwar ganz anders aus, als ich sie geplant hatte, aber ich denke, ich werde mit einer normalen, nicht bollernden Tasche mehr Freude haben, obwohl mir der gestreifte Stoff nun ein wenig zu präsent ist. Egal, dann näh ich eben einfach ne Neue. Irgendwann.

Tasche mit falsch eingenähtem Boden


Die Fleiß-Korrektur-Arbeit habe ich natürlich auch gemacht, weil ich dann doch gespannt war, wie sich die am Montag von der Inspektion, mit neuer Spulenkapsel versehene, Nähmaschine näht. Kein Unterschied, trotz 86 Euro Kosten. Nun ja. Das nächste Mal schaut der Gatte, sollte ich wieder einmal das Gefühl haben, jemand anders als ich, sollte ihr mal Zuwendung spenden. Ich war etwas verärgert, als ich den Anruf des Nähmaschinenladens bekam, denn ich entschied mich für die Inspektion nach 3 Jahren Nähens auf dieser Maschine mit der Hypothese, eine funktionierende Maschine zu bringen und eine "kostenlose Inspektion im Wert von 35 Euro" in Anspruch zu nehmen, wie es auf der Servicekarte stand. Netto habe ich dann nur 51 Euro gezahlt, weil die 35 Euro angerechnet wurden, aber da ich noch nie vorher eine Nähmaschine zur Inspektion gebracht hatte, ging ich davon aus, dass mich das Ganze bei einer reinen Inspektion eben nichts kosten würde und dass man mich - wie beim Auto - anrufen würde, sollte etwas ausgetauscht oder repariert werden müssen. Meine Nachfrage bei den #nähnerds ergab zwar, dass Inspektionen meist zwischen 50 und 100 Euro kosten, womit sich mein Beitrag von 51 Euro nivelliert - aber ein doofes Gefühl bleibt trotzdem. Nun gut, die Nähmaschine ist also nun frisch inspiziert, die Nählust wird bestimmt bei Gelegenheit auch wieder kommen. So lange häkele ich eben weiter.

Ihr spendet, wir singen - ein halbes Jahr später

Foto: Andrea Kolb


Hier ist es ja immer noch etwas sommerlochig. Mir ist derzeit immer noch wenig nach nähen und bloggen, bin aber sicher, dass das wieder kommt.

Damit ihr trotzdem was zu lesen habt, verweise ich gerne auf einen Blog-Beitrag auf dem Me Made Mittwoch-Blog, den ihr vielleicht noch gar nicht bemerkt hattet. Dort berichteten wir über das, was aus unseren gespendeten Geldern aus der Weihnachtsaktion "Ihr spendet, wir singen" geworden ist. Noch einmal ganz herzlichen Dank für Eure Spenden!

Donnerstag, 1. August 2013

Simpler Fehler, große Wirkung



Dass ich etwas entscheidendes an dieser schnellschnell genähten Tasche falsch gemacht habe, ist euch ebenso wie mir nicht aufgefallen. Oder wart ihr alle im Urlaub bzw. Urlaubsmodus?

Dank eines entzückenden Treffens mit der weltnettesten (Wort gerade auf twitter bei Frau Neumann alias @AnnaSterntaler entdeckt und mich in das Wort schockverliebt) Wiebke, habe ich es gemerkt, denn ihre Tasche, nach dem gleichen Schnittmuster, sah ganz anders aus und schien im Gegensatz zu meiner auch äußerst funktional. Ich habe den ovalen Boden falsch rum eingenäht!



Tasche und Foto von Wiebke

Wäre er richtig, hätte die Tasche keine Seitennähte, sondern Mittelnähte und würde auch anständig auf der Schulter sitzen, statt seitwärts so rauszubollern. Das kommt davon, wenn frau die Anleitung mal wieder nicht richtig liest. Ob ich mich nochmal dazu aufraffe, den Boden herauszutrennen? Anschließend wäre sie dann auch nicht mehr "vorne rot und hinten gestreift" sondern jeweils halbe halbe. Benutzt wird sie trotz Bollern schließlich auch.... Ich bin zurzeit sowas von nähfaul!


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Das Linktool zum Blümchenmonat ist noch bis Montag Abend geöffnet. Montag schreibe ich noch mal einen Beitrag, in dem dann auch das Linktool noch mal erscheint, damit alle eure Werke bewundern können!

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