Donnerstag, 30. Mai 2013

MMMay13 Rückblick

So, jetzt ist es beschlossene Sache: ich beende hiermit offiziell meine Teilnahme am MMMay13. Schluß! Aus! Ende!

Letztlich war es ein schleichendes Ende. Am Donnerstag schaffte ich es irgendwann zwischen hektischen Reisevorbereitungen und beruflichen Terminen tatsächlich noch einmal das Stativ aufzubauen, aber die Fotos sind immer noch auf dem Chip. Am Freitag machte Frau Nina vom zauberhaften berliner Kurzwarenlädchen Lädchen namens Nähkontor Fotos von mir, auf denen ich aber extrem doof aussehe. Samstag und Sonntag war ich zwar mit gut gekleideten selbstbenähten Nähbloggerinnen zusammen, aber vor lauter Schnattern kamen wir nicht zum fotografieren. Und am Montag, da war dann die Luft raus. Da hätte ich zwar Zeit gehabt, aber irgendwie wars vorbei.

Aber nun der Rückblick. Wie war es? Was hat es gebracht? Hat es sich gelohnt?

Erkenntnisse mich und meinen Kleiderschrank betreffend:

  • Ich besitze nun sehr viel selbstgemachte Kleidung. Theoretisch wäre es nicht notwendig gewesen, etwas mehrfach anzuziehen.
  • Trotzdem habe ich Sachen mehrfach angezogen, weil ich sie lieber mag als andere; dabei handelte es sich um die zwei neuen Ajaccio-Kleider, weil neu, bequem und sehr schick und den gestreiften, maritimen Jeans-Bahnenrock und den Jeansrock mit der Applikation. Bei den Röcken komme ich einfach zu dem Schluß, dass Jeansröcke gut zu meinem Leben-mit-Kind passen. Einfach Jeansrock an, irgendnen Shirt obendrüber und irgendwelche Schuhe dazu fertig. So praktisch muß mein Leben oft sein und das ist auch ok so. 
  • Ich besitze mehr schicke Kleider als mein Leben schick ist. Ich merke, dass ich keinen jeden-Tag-ins-Büro-Job mache. Es gibt für mich nicht die Notwendigkeit, jeden Tag schick angezogen zu sein, denn es gibt viele Tage mit morgens-Home-Office-nachmittags-Spielplatz. An solchen Tagen fühle ich mich manchmal overdressed. Letztlich ist es aber aber erstens eine Frage der Definition und ich gewöhne mich langsam daran, manchmal schicker als andere zu sein. Und zweitens ist es eine Frage der Schuhe. Schick hat für mich immer was mit Klackerschuhen, feinen Strümpfen und edler Tasche zu tun. Ich übe mich daran, es ok zu finden, schicke Kleider auch mit rustikaleren Schuhen, Mutti-Großraum-Tasche schick zu finden und gerne zu tragen. 
  • Wer Mäntel näht und Strickjäckchen strickt, trägt sowieso eigentlich jeden Tag me-made. Das habe ich irgendwie gar nicht fotografiert. 

Im Großen und Ganzem sind das keine neuen Erkenntnisse. Es wird nur deutlich, dass ich im Laufe der letzten Jahre ein gewisses Bekleidungs-Sättigungsgefühl eingestellt hat und dass nach wie vor Schuhe und Strümpfe der eher problematische Teil meiner Garderobe sind, obwohl ich dafür auch schon mehr Lösungen habe, als noch letztes Jahr. Ich glaube, die vollkommene Garderobe hätte ich, wenn ich in der Lage wäre, Schuhe herzustellen, die zu Röcken/Kleidern passen und gleichzeitig bequem sind. Das halte ich aber immer noch für eine Utopie und bin stets auf der Suche nach dem perfekten Schuhwerk. Wahrscheinlich wurde das jetzt auch wieder so deutlich, da wir uns in einem Mai mit Übergangswetter befinden, also weder die leichte Sommerschuhlösung noch Stiefel ideal sind. Übergangswetter finde ich nach wie vor am Schwierigsten.

Das regelmäßige Posten zwang mich, noch mehr als sonst, über mein tägliches Outfit in Bezug auf Eignung für das, was an dem Tag geplant ist und Wetter nachzudenken. Da ich variieren wollte, brauchte ich auch eine etwas strategische Vorgehensweise, um eben nicht zu viele Wiederholungen zu produzieren. Dadurch wurden Kleidungsstücke getragen, die sonst nicht so oft in Erwägung gezogen werden und andere weniger, die sonst "Alltagshelden" sind. Im Nachhinein muß ich aber sagen, dass gegen "Alltagshelden" nichts einzuwenden ist und es auch nicht schadet, ein paar Kleidungsstücke "für gut" zu schonen.

Erkenntnisse zu der Veranstaltung als solche:

  • Fotos machen - und das auch noch jeden Tag - ist Mist. Es ist eine lästige Pflicht, die viel Zeit in Anspruch nimmt. Hätte ich eine Kollegin, die ich jeden Tag sehe und die auch bei so ner Aktion mitmacht, so dass man sich einfach gegenseitig fotografiert, wäre das alles kein Problem. Aber so ist es echt ne Herausforderung. 
  • Obwohl der MMMay13 ein internationales Event ist, hat meine Blogrole nur einige wenige nicht-deutschsprachige Neu-Zugänge. Warum? Weil ich es gar nicht geschafft habe, täglich die Beiträge anzuschauen und weil ich von unserem deutschen Me-Made-Mittwoch und der reichen deutschen Bloglandschaft verwöhnt bin. 
  • Umgekehrt habe ich auch wenig bis keine ausländischen zusätzlichen BesucherInnen auf meinem Blog durch diese Aktion gehabt. Auf englisch zu schreiben, war vergebene Liebesmüh. 
  • Die Kommentare auf flickr zu meinen Outfits waren zwar nett, nicht sehr zahlreich und vor allen Dingen wenig aussagekräftig. Da lobe ich mir die Kommentarkultur, die wir mit dem Me Made Mittwoch bzw in der Näh-Blogosphäre entwickelt haben! Klar freue ich mich über reines positives Feedback, aber mehr ist meist doch mehr. 
  • Mit ca. 70 Klicks pro Foto war der MMMay13 doch recht weniger "wirkungsvoll" als der MMM, bei dem ich wöchentlich ca. 500 Klicks über den MMM-Blog bekomme. 
Ich war wirklich erstaunt, wie wenig durch den MMMay passierte. Natürlich ist ein tägliches Event über mehrere Wochen anstrengend und wenn ich wenig bei den anderen schaue und kommentiere, dann kann ich auch nicht erwarten, dass die Massen zu mir strömen und dauernd wahnsinnig wertvoll kommentieren. Ich bin durch unseren MMM wirklich verwöhnt und denke, wir haben mit dem "einmal pro Woche" eine wirklich gute Lösung gefunden, um einerseits regelmäßig, aber auch nicht zu belastend (durch die freiwillige, nicht an jeden Mittwoch gebundene Teilnahme) im Kontakt und Austausch zu sein. Ich kann nicht wirklich beurteilen, wieviel Teilnehmerinnen tatsächlich am MMMay teilgenommen haben, wieviele regelmäßig mitmachten und wieviele letztlich bis zum Ende durchgehalten haben, aber mein ganz subjektiver Eindruck ist, dass wir mit unserem deutschen MMM eine verdammt gute, vermutlich auch einmalige Veranstaltung auf die Beine gestellt haben, die quantitativ und vor allen Dingen auch qualitativ - was die Vernetzung und den Austausch anbelangt - extrem wertig, wenn nicht einmalig, ist. 

Trotzdem fand ich es auch irgendwie toll, mitgemacht zu haben. 
  • Es ist einfach toll zu sehen, dass überall auf der Welt Frauen für sich nähen und selbst entscheiden, wie sie aussehen wollen. 
  • Es ist toll zu sehen, wie unterschiedlich die Frauen sind, die alle aber die Gemeinsamkeit "für mich nähen" haben. 
  • Es war sehr nett zu sehen, welche Frauen ich "als Lieblinge" identifizierte und mich freute, wenn ich sie wieder sah - ganz unabhängig davon, ob ich ihren Stil mag bzw. als Inspiration sehe. 
  • Es war sehr schön zu sehen, dass ich die deutschen MMM-Teilnehmerinnen immer sofort, in Sekundenbruchteilen erkannte, lange bevor ich einen Namen lesen, ein Gesicht sehen oder ein Kleidungsstück identifizieren konnte. 
Dieses "ich bin nicht alleine auf der Welt mit der textilen Manie"-Gefühl, war irgendwie das Schönste! Und dafür lohnte es sich beim MMMay13 mitzumachen und unseren deutschen Me Made Mittwoch weiter tatkräftig zu unterstützten!


Mittwoch, 29. Mai 2013

Kein MMM, denn ich bin eher so der unkomplizierter Jerseytyp

Drecksding


"Unkomplizierter Jerseytyp" klingt nen bißchen wie aus ner Kontaktanzeige. Fehlt nur das "zum Pferdestehlen", dabei würde ich das nie tun, denn was will ich mit nem Pferd? Aber ich glaube, ich verwechsele da etwas. Was ich eigentlich sagen will: Kleider aus Webware zu nähen dauert ganz schön lang und wenn frau beim letzten Knopf kapituliert, weil Mitte Vierzig, Augen und so und abends zu dunkel, dann ist es auch nicht schlimm, dass die Knopflöcher nicht fertig sind und der Kragenansatz noch nicht hinter einem schmeichelhaftem Schrägband versteckt ist.

Aber nach dieser MeMadeMay13-Fotografiererei fühle ich mich sowieso, entschuldigt den Ausdruck, etwas ausgelutscht. Ich hatte noch nicht mal Zeit, ein Resümee zum vorzeitigen Abbruch zu schreiben, weil sowas von keine-Lust-mehr übrig blieb. Ich weiß also nicht, ob ich, falls ich das Kleid heute als fertig bezeichnet hätte, mich überhaupt dazu hätte motivieren können, es anzuziehen, geschweige denn das Stativ aufzubauen und pseudolustig davor herumzuhüpfen. Das einzige, was dabei geholfen hätte, wäre dieses Maffaylied anzumachen, dass wir beim berliner Nähkränzchen sogar mehrstimmig sangen. Aber wer will bei diesem verregnten Mai schon singen "und es war Sommer"!

Hier ist es nun das McCalls 4769, gerne auch "das Drecksding" genannt unfertig und wenig geliebt. Ok, ich nenne es Probekleid und mache mich noch mal daran, den für mich vergrößerten Schnitt zu überarbeiten. Denn "Huch" kleiner Denkfehler: jetzt ist es zu breit, weil ich nicht kapiert hatte, dass die Knopfleiste extra angesetzt wird. Und überhaupt, gleiches Fremdeln meinerseits bezüglich Webware und Gürteln. Aber ich gelobe, es in den nächsten Tagen fertig zu machen und irgendwann auch mal an der echten Frau zu fotografieren.

Montag, 27. Mai 2013

Blümchen-Monat-Mai 201: das zweite Treffen



Na, wie sieht es aus mit Euch und den Blümchen? Was gibt es Neues? Neue Kleidungsstücke, neue Erkenntnisse?

Als ich den Blümchenmonat begann und die Termine festlegte, wußte ich noch nicht, dass ich ein paar wunderbare Tage in Berlin verbringen (und natürlich Blümchenstoff kaufen) würde und dass ich von Frau Anne Blogt einen herzallerliebsten Blümchenstoff bekommen würde. Die Blümchen kamen in mein Leben - was nicht da war, war die Zeit, etwas aus den Blümchen zu nähen.

Die Schlußfolgerung ist klar: wir müssen verlängern und damit auch wirklich alle angedachten Blümchenprojekte realisiert werden können, machen wir noch zwei Treffen: am 10.Juni und am 24. Juni gibt es weitere Blümchen-Treffen - wer sagt denn, dass der Mai nicht ausnahmsweise mal wieder bis Ende Juni gehen darf......

Ich habe noch viel vor: 3 vielleicht sogar 4 Blümchenkleidungsstücke in vier Wochen. Mal schauen, ob ich das schaffe. Und ihr so?

Aber jetzt schauen wir erstmal, was ihr gezaubert und zu vermelden habt.

Sonntag, 26. Mai 2013

Zurück aus Berlin



Zurück von einem wunderbaren Nähfreundinnen-Wochenende in Berlin. Fette Beute: Schwalben, Blümchen und Pünktchen, obwohl wir falsch rum über den Markt liefen, was bei mir zunächst eine unglaubliche Kaufhemmung auslöste. Die Nähnerds hatten aber Verständnis und gingen mit mir noch mal zurück, damit ich nicht mit leeren Händen nach Hause fahren muß. Hach, ich freu mich so über die Schätze!


Bildquelle: Frau Nahtzugabe

Im Bötzowviertel war ich auch, im Nähkontor, denn was Frau Nahtzugabe empfiehlt, sollte frau auch umsetzen. Ein Paradies! Ich weiß nicht, ob ich jemals wieder irgendwo anders Knöpfe kaufen kann. So eine Auswahl ans alten Schätzchen! Ich hätte Stunden dort zubringen können und kaufen, kaufen, kaufen. Eine sensationelle Entdeckung habe ich dort gemacht, aber davon berichte ich ein anderes Mal.



Bildquelle: Frau Nahtzugabe

Und dann das gemeinsame Nähen. McCalls 4769 hatte ich mir rausgesucht. Eine spannende Aufgabe, denn es war Einiges zu vergrößern. Auf den letzten Drücker grübelte, überlegte und zeichnete ich, um dann kurz auf knapp Zuzuschneiden und zwei Stunden vor Abfahrt des Zuges noch schnell Einlage aufzubügeln. Ungewöhnliche Reisevorbereitungen, aber nach meinem Geschmack! Ich war echt aufgeregt, ob das, was ich mir zusammengebastelt hatte, funktionieren könnte. Aber es funktionierte einigermaßen und dann kam das, was wirklich großartig war. Die Nähfreundinnen steckten und zeichneten und jetzt habe ich ein halb fertiges gut passendes Kleid und mehr noch: ich habe die Option auf noch mehr wunderbare Kleider nach diesem, nun für mich veränderten Schnitt. Ich bin so gespannt, wie es fertig sein wird und wie es sich anfühlen wird, es zu tragen!

Es war wunderbar! Und wir trugen alle Me made und waren zu faul zum fotografieren. So isses eben manchmal.





Mittwoch, 22. Mai 2013

MMM und MMMay13 Tag 22

MMMay13_22

Heute trage ich bei diesem herbstlichen Wetter, eines meiner liebsten Kleider in herbstlichen Farben. Es ist "das Knotenkleid aus der Knip" und ich bin sehr traurig darüber, dass der Stoff mit dem schönen Muster zum Pillen neigt. Deswegen wird das Kleid auch sehr geschont.

Hier habe ich schon mal darüber berichtet.

Schnitt: Knip Mode 2/2011 (vergrößert)
Material: Baumwolle oder Viscosejersey, bin mir da nicht so sicher



Pattern: Knip Mode 2/2011
fabric: jersey maybe cotton, maybe viscose I do not know
This is one of my favourite dresses. It is a shame, that the material starts pilling - so I do not wear it very often, because I l like it so much.


Mehr selbstgemachte Outfits findet ihr wie immer Mittwochs auf dem Me Made Mittwoch Blog, heute mit der blumigen Catherine als Gastgeberin - und in der MMMay13 flickr-Gruppe.

More homesewn Outfits will you find on the Me Made Wednesday Blog and in the MMMay13 flickr group.

Dienstag, 21. Mai 2013

MMMay13 Tag 21

MMMay13_21


Heute endlich mal wieder ein Me Made May Foto von mir. Obwohl oder gerade weil  ich an Feiertagen Familie um mich habe, habe ich keine Gelegenheit zum fotografieren. Heute war wieder ein normaler Tag, also nen Foto von nem ganz normalen Outfit.

Rock: Langeneß von Farbenmix
Shirt: China-Shirt von Schnittquelle

Der Rock ist herrlich bequem mit elastischem Bündchen - verrutscht allerdings ständig. Obwohl ich nicht mehr wirklich Fan von Applikationen bin, kann ich mit diesen "Poesiealbums-Bildchen" gut leben. Der Jeansrock ist auch einfach zu praktisch. Ich ziehe ihn wirklich gerne und oft an.

Das Shirt ist das einzige Shirt, was mir jemals so gelungen ist, dass ich es auch anziehe. Den Schnitt mag ich sehr, das Material nicht so sehr. Da der Baumwolljersey eine weiße Innenseite hat, sieht das manchmal doof aus.


Skirt pattern: Langeneß /Farbenmix
fabric: Jeans
Shirt: China Shirt / Schnittquelle
fabric: Cotton Jersey
Today I wear the only wearable shirt I ever sewn. I like it very much although the fabric is white inside, which looks sometimes a bit funny. The skirt ist one of my first skirts. Very comfortable with elastic cuff.

Mehr selbstgemachte Outfits findet ihr in der MMMay13 flickr-Gruppe. 
More Outfits in the MMMay13 flickr-group

Mal eben schnell einen Tellerrock nähen


Tellerrock_mit_Klammern



Warum ich auf einmal das dringende Bedürfnis bekam, einen Tellerrock zu nähen, erzähle ich ein anderes Mal. Auf jeden Fall war es auf einmal da und als ich vorgestern mal wieder eine schwierige Aufgabe (Schnitt anpassen) durch ein leichtes, schnelles Erfolgserlebnis umgehen wollte, da war auf einmal das Projekt Tellerrock aktuell.

So schwer kann das nicht sein, dachte ich: Einfach einen Kreis schneiden oder einen Halben und dann das Loch in der Mitte. Nicht Pi mal Daumen, sondern wirklich mit 3,14 gerechnet. Bund dran, Reißverschluß rein, fertig. Pustekuchen. Hätte ich gewußt, wie viel es zu dem Projektchen zu sagen gibt, hätte ich unterwegs Fotos gemacht!

Vor dem Vergnügen kam das Denken. Ich dachte "wenn schon denn schon und überhaupt habe ich hier noch 3m Stoff aus dem eigentlich mal ein Kleid werden sollte aber was solls" und entschied mich für einen "ganzen Teller" - nicht ganz unbeinflusst von der "Willi wills wissen"-Sendung, die die Familie anschaute, in der fesche bayerische Mädel drehten, bis der Teller wagrecht standt. Jaja, manchmal habe ich schon Fantasien.... Also ein ganzer Teller, was war zu tun?
  • Taille messen
  • Taille + 3 cm = Taillenweite (die 3cm sind die Nahtzugabe von 1,5 cm für die Seitennähte)
  • Taillendurchmesser = Taillenweite : 3,14
  • Taillenradius = Taillendurchmesser : 2
  • Rocklänge festlegen
Dann habe ich festgestellt, dass ich den Stoff nicht einfach bequem im Bruch liegen lassen kann, sondern ihn aufklappen muß, um genug Platz für meinen Halbkreis zu haben, denn bei mir sind Rocklänge + Taillenradius größer als 70 cm. Jetzt weiß ich auch, warum ein Tellerrock so viel Stoff braucht. Egal, ich hatte genug und ein Schnäppchen war es auch, also kein Risiko. 

Tellerrock

Ich habe mich oben an der Webkante orientiert und den Stoff im rechten Winkel dazu einmal um knapp 90 cm umgeklappt, um nur einen Viertelkreis zu zeichnen. Dann habe ich parallel zur Webkante erstmal 5cm versetzt eine Gerade gezeichnet, die genauso lang war wie Radius + Rocklänge.

Mit dem Maßband habe ich von der Ecke (Parallele Linie und Stoffbruch) jeweils in kleinen Stückchen einen Viertelkreis gezeichnet - das Maßband immer so lang wie der Taillenradius. Anschließend das gleiche noch mal von dem Kreis mit der Maßbandlänge = Rocklänge, um den äußeren Kreis für die Rocklänge zu zeichnen. Die Nahzugabe habe ich freihändig geschnitten. Das ergabe dann den ersten Halbkreis und dann das gleiche nochmal für den zweiten Halbkreis. 

Dann kam der schlimme Fehler, der aber als Lerneffekt sinnvoll war. 

Ich nähte die rechte Seitennaht aneinander, schnappte mir den Berg Stoff, der so tat, als würde er ein Tellerrock werden und probierte ihn an. Schlimmer Fehler, denn dabei dehnte ich den Stoff gewaltig, ohne es zu wollen, alleine durch das Gewicht der Stoffmenge. Falls ich noch mal einen Tellerrock nähe, fasse ich den Stoff an wie ein rohes Ei und stecke ganz schnell den Bund an, damit nichts gedehnt wird!

Ich habe mich für einen schmalen, geraden Bund entschieden, obwohl ich durchaus auch mit einer Art Sattel liebäugelte, damit es um den Bauch herum nicht so kräuselig aufträgt. Der erste Tellerrock sollte aber partout ein klassischer Teller sein, also kurzer Bund für Stabilität aber eben auch nur so viel Bund wie nötig. 

  • Bundbreite bestimmen und x 2 (zum Umklappen) + Nahtzugabe
  • Bundlänge = Taillenweite + 4 cm Übertritt für einen Knopf
Das zugeschnittene Rechteck für den Bund habe ich dank dem Rat meiner Leserinnen mit Vlieseline bebügelt. Zuerst dachte ich "ach, ein elastischer Bund wäre doch recht komfortabel", mittlerweile habe ich aber kapiert, warum der Bund verstärkt werden muß. Der Rock ist relativ schwer und würde einen elastischen Bund einfach durch sein Gewicht weiten und schwups stünde ich ohne Rock da. 

Jetzt hatte ich also das Problem, dass mein Rock zu weit war. Der innere Kreis hatte 24 cm Mehrweite gegenüber dem Bund. Dank dem Internet fand ich heraus, dass auch schon andere vor mir das Problem hatten und las dort von dem Tip "Mehrweite einhalten". Jetzt ist "einhalten" beim Ärmeleinnähen wahrlich nicht meine Lieblingsbeschäftigung, aber ich dachte mir, dass ein bißchen Kräuselung beim Tellerrock sicherlich nicht wirklich auffallen würde (ich Nähschlampe) und hielt relativ sorglos ein: einfach viele Stecknadeln stecken und sich zwischendurch nicht krämen, wenns mal ein Fältlein wird.

Der Rest war einfach: Reißverschluß einnähen, Knopfloch, Knopf und dann noch mal anprobieren. Puh, passt. Aber ob es wirklich gut aussieht? Bisher nur Anprobe, spät abends im Licht der spiegelnden Fensterscheibe. Ob mir, mit meiner Figur ein Tellerrock steht? Ob ich ihn gerne tragen werde? Er fühlt sich gut an, erinnert mich irgendwie an meine Kindheit. Hatte ich schon mal einen Tellerrock?

Jetzt hängt er ein paar Tage an nem Hosenbügel mit vielen Wäscheklammern am Saum - siehe oben - damit er sich aushängt. So ein Tellerrock ist echt eine heftige Lektion zum schrägen Fadenlauf. Ihr wisst ja sicherlich: im schrägen Fadenlauf, also diagonal zur Webkante ist auch Webstoff elastisch. Ein Tellerrock bringt es mit sich, dass jede Variante Fadenlauf Teil des Tellers ist. Das heißt, dass der Rock sich hier mal dehnt und dort mal nicht, was zu einem zipfeligen Saum führt. Um diese Dehnung möglichst auszugleichen, wird der Rock beschwert aufgehängt und anschließend die Saumlinie bestimmt. Wie das gehen soll, ist mir noch ein Rätsel, denn dafür brauche ich sicherlich Assistenz, denn eines war schon klar im Spiegel der Wohnzimmerscheibe: hinten ist er kürzer als vorne, denn der Popo nahm sich den Platz.

Da der Rock ohnehin noch ein bißchen aushängen muß, brauche ich mir jetzt noch keine Sorgen um den Saum machen, sondern kann noch ein bißchen vom Drehen träumen. 

Das Näh-Fragezeichen sammelt wieder: Stoffläden offline



Gestern, als ein paar "Nähnerds" zusammen zwitscherten twitterten, kam die Idee auf, eine Bezugsquellensammlung zu machen. Das ist natürlich eine große Aufgabe. Das Näh-Fragezeichen, das freundliche, putzige Ding, bot an, die Arbeit zu übernehmen. In den nächsten Wochen wird an dieser Stelle, immer Dienstags, nach Bezugsquellen für bestimmte Dinge gefragt. Wir beginnen diese Woche mit Stoffläden offline. (Nächste Woche kommen dann die Stoffläden online).

Bezugsquellen Stoff - offline
Welche Stoffläden kannst du empfehlen. Bitte Angabe mit Postleitzahl und kurzer Erklärung, was diesen Stoffladen besonders macht (Spezialisierung auf bestimmte Stoffe, großes Sortiment, kompetentes Personal o.Ä.) Bitte auch erwähnen, ob auch Kurzwaren angeboten werden. Und bitte auch eine Internetadresse angeben, wenn der Laden einen Internetauftritt hat.  


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edit:
Das Internet ist schlau wie immer! Dank Frau lunadepanas Kommentar weiß ich nun, dass es ein interaktives Kartenprojekt schon gibt. Hurra!  Schaut mal bei hier:


Wir brauchen uns also gar nicht mehr die Mühe machen!

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Antworten könnt ihr als Kommentar hier oder auch ausführlicher bei euch im Blog. Solltet ihr bei Euch schreiben, lasst bitte einen Kommentar mit Link hier, damit wir es finden. Die Antworten werde ich im Laufe der Woche, nach Postleitzahlen sortiert, zusammenfassen und hier in diesem Post veröffentlichen.

Wer das Näh-Fragezeichen noch nicht kennt. Informationen über das Näh-Fragezeichen gibt es hier und alle Fragen und Antworten zum Nähfragezeichen findet ihr unter dem Label "Näh-Fragezeichen" hier im Blog. 

Sonntag, 19. Mai 2013

Live vom .... Samstag abend ohne Tatort



Gestern und heute kein MMMay13 hier. Gestern trug ich zwar schickes Me-Made, aber vor dem aus dem Haus gehen, kamen wir nicht zum fotografieren und nach dem nachhausekommen wollte ich nicht, weil komplett durchnässt. Heute dann im gekauften Lieblingsblümchenjerseykleid. Ich habe keine Lust, so eine Aktion in Stress ausarten zu lassen, also werde ich weitermachen, aber eben immer nur, wenn es irgendwie passt.

Auf dem Bild oben seht ihr eine Probe-Häkel-Decke. Ich finde es gar nicht so leicht, mich für das konkrete Muster zu entscheiden. Material ist klar, Farben und Muster sind klar. Ich häkele aus Drops Baby Merino (Sale bis Ende Mai!) mit Grundfarbe weiß und Wellen in cerise (pin), mittelgrau, hellgrau und knallgrün das oben ausprobierte Wellenmuster. Was ich allerdings schwierig finde, ist zu entscheiden, ob ich gleichmäßige dicke bzw. dünne  Streifen mache oder ob ich dicke weiße Streifen mit dünnen farbigen Streifen kombiniere oder ob ich sogar nur dünne weiße Streifen zwischen dicke bunte Streifen häkele. Ich habe den Verdacht, dass bei "dicken weißen Streifen", ich immer mal Motivationsprobleme beim Häkeln zu bekommen, denn eine 180 cm lange Reihe ist verdammt lang und wenn ich das dann zu viel in weiß machen muß, ist das arg langweilig. Schwierig, schwierig. Ich probe-häkel also erstmal weiter dieses schmale Stück aus Resten und überlege noch ein bißchen vor mich hin.

Heute abend nähe ich dem Schirmchenkleid einen neuen, verlängerten Saum, wage vielleicht einen Tellerrock und nähe ein Probeoberteil von McCalls 4769. Den Schnitt habe ich zwar schon ein Jahr hier liegen, traute mich aber bisher noch nicht daran, weil es sein könnte dass ich obenrum vergrößern muß. Normalerweise hätte ich jetzt ausführlich überlegt und vergrößert, bevor ich richtig zuschneide. Dieses Mal habe ich mich für den Probe-Teil-Weg entschieden und auch vorhin schon zugeschnitten. Ich nähe aus billigem Stoff aus dem schwedischen Möbelhaus das Probeoberteil und dann kann ich immer noch basteln. Den dann hoffentlich in den nächsten Tagen dann fertig zugeschnittenen Pünktchenstoff will ich dann nächstes Wochenende nach Berlin mitnehmen.... Hach, ich freu mich!

20.49 Uhr 
Während ich den neuen Saum am Schirmchenkleid annähte, dachte ich, ach, wenn ich lauter so nen Kram heute vorhabe, könnte ich doch auch mal wieder live bloggen. Gesagt getan, Rechner wieder an und hier bin ich wieder. Saum fertig, jetzt kommt das Probeteil von 4769. Aber wirklich nur zusammennähen und nicht mehr, denn der Gatte hat heute abend "Höhle" und der Spiegel ist im Schlafzimmer, d.h. in der Höhle und er mag es nicht, dort gestört zu werden. Männer brauchen das, sagt er. Soll er haben!

21.11 Uhr
Ambitioniert hatte ich für das Probe-McCalls 4769 Ärmelchen zugeschnitten, nach dem Motto: richtig beurteilen kann ich es nur, wenn Ärmel drin sind. Aber diese Mehrweite! Ich wollte doch nur schnell schnell zusammen nähen! Mmmmmh.

21.36 Uhr
Ach, es wäre doch zu schön gewesen, dass einmal, das dieses Mal zu erleben. Einfach eine Größe abpausen, nähen und sagen "Glück gehabt". McCalls 4769 passt natürlich nicht. Das war zu erwarten, denn immerhin sind die Maße des fertigen Kleidungsstückes auf dem Schnittumschlag angegeben. Aber ich mußte es ja probieren! Es fehlen im Rücken ein paar Bewegungs-Zentimenter und vor der Brust eine ganze Menge. Die Abnäher sitzen aber ganz gut. Immerhin.

Die Ärmel habe ich eingesetzt, allerdings sozusagen als Puffärmel, also mit vielen Fältchen. Während des Ärmeleinsetzens philosophierte ich darüber, ob es sowas wie "die 10 typischen Näh-Lehrerinnen-Lügen bzw. Mythen" gibt, denn meine Praktikums-Chefin Lindy behauptete immer, dass es gar nicht so viel Mehrweite in der Rundung wäre, wenn ich, statt auf die Schnittkante zu achten, genau auf die Nahtlinie schauen würde, dann würde es schon fast automatisch passen. Das halte ich für ein Gerücht!

Ich lasse mich jetzt von dem Probeteil nicht frusten, sondern schaue mal, ob ich das mit dem Tellerrock hinbekomme. Erste Schwierigkeit: frau muß im Vorfeld wissen, wie lang der Tellerrock werden soll. Ja, woher soll ich das denn wissen? Ich habe doch sowieso dauernd Schwierigkeit, die richtige Saumlänge zu bestimmen!

Ich bin ganz froh, dass die "#Nähnerds"heute nicht bei twitter aktiv sind, so kann ich in Ruhe nachdenken. Deswegen schaue ich auch keinen Tatort. Mir ist Münster "zu witzig".

21.51 Uhr
Tellerock-Denken ist trotz diverser Anleitungen ganz schön schwierig. Ich habe zwar jetzt alle Maße und Rechnungen gemacht, aber traue ich mich zuzuschneiden? Ok, erstmal Tisch aufräumen, damit ich Platz zum Zuschneiden habe. Tellerrock nähen ist ja Pipifax, jetzt kommt das Schwierige!

22.11 Uhr
Juchhu, ich habe das System verstanden! Jetzt weiß ich auch, wieso ein Tellerrock so viel Stoff braucht. Würde ich den Stoff im Bruch liegen lassen, dann hätte ich anschließend nur ca. 50 cm Rocklänge, weil ich den Taillenring rausschneide. Also muß ich den Stoff aufklappen und zwei halbe Teller zuschneiden, die ich dann zusammennähe und an der einen Seite den Reißverschluß einfüge. Also los jetzt, malen und Zuschneiden!

22.34 Uhr
Cool, jetzt habe ich die zwei halben grünen Teller zugeschnitten. Bei einer Rocklänge von 65 cm brauche ich - falls es ein nächstes Mal gibt - großzügig gerechnet 3,50 m. Nen Haufen Zeugs, was dann noch unten übrig bleibt! Jetzt muß ich noch den Bund zuschneiden. Ich mache einen ganz einfachen kleinen geraden Bund.

22.46 Uhr
So ein Mist, heilige Unordnung: die Einlage ist "in der Höhle" und bei einem schnellen Besuch nicht auffindbar. Bund ohne Einlage? Er ist sowieso nur 3 cm breit. Mmmmm.

22.56 Uhr
Ach was, ich mache Schluß für heute Abend. Habe doch ne Menge erreicht. So kann ich noch mal in mich gehen, ob ich nicht doch einen breiteren Bund zuschneide und was ich mit "Einlage im Bund oder nicht" mache bzw. die Einlage bei Tageslicht noch mal suchen. Auf die 3cm Bund bin ich gekommen, weil sich das stoffsparend an der einen Stelle angeboten hat, einfach in einem Stück einen Bund zuzuschneiden. Aber es ist ja noch ne Menge Stoff übrig. Der Stoff hat einen leichten Elasthananteil, was für einen Bund ja ganz nett wäre. Geht dieser Effekt dann nicht durch die Einlage verloren? Trotzdem Einlage? Hach schwierig! Was meint ihr?

Freitag, 17. Mai 2013

MMMay13 Tag 17

MMMay13_17

Heute das erste Mal den ganzen Tag im Schirmchenkleid. Anlass: Lunch mit Frau Strichfaden - bei ihr hatte ich mich damals in den Schirmchenstoff verliebt. Da sollte sie das fertige Kleid natürlich auch zu sehen bekommen und durfte es auch gleich fotografieren.

Mit dem Gürtel fremdele ich immer noch. Als der Lunch vorbei war, habe ich es casual ohne Gürtel getragen und fühlte mich wohler. Obwohl, wenn ich jetzt so die Fotos sehe, finde ich es "mit" doch ganz schick. Ich bin mir auch nach wie vor nicht sicher, ob das Kleid nun luftig ist oder nicht. Der Baumwollstoff ist relativ kompakt und damit "nicht luftig", der weite Rock und das offene Ende fühlen sich aber "luftig" an. Ich bin gespannt, wie oft ich es im Sommer tragen werde! Ganz so unkompliziert, wie ein Jerseykleid ist es einfach nicht.

Hier gibts mehr Informationen zum Kleid und dort, in der flickr-Gruppe, mehr MeMadeMay13 Fotos.

pattern: not available
material cotton with little umbrellas 

Today at lunch with a dress made in april. I am still not shure, wether I prefer it with belt or not, so I wore it before lunch with belt and after lunch without. 

Schwierige Blümchen-Mission



Diesen wunderbaren Blümchenstoff habe ich netterweise von Frau AnneBlog geschenkt bekommen. Ganz herzlichen Dank dafür! Ob ich es wagen kann, aus diesem Hauch von leicht durchsichtiger Viscose ein Sommerkleidchen zu nähen?

Eine schwierige Mission, denn der Stoff könnte knapp werden und durchsichtig und diese Blümchen, die ich so reizend finde. Vom Muster her würde ich sagen "Rock" vom Stoff her "eher Bluse". Nur bin ich so gar kein Blusentyp. Zur Not könnte ich ja einen leichten Unterrock nähen, wenn es ZU durchsichtig wird.

Eine schwierige Mission. Genau das richtige für den Blümchenmonat. Nächstes Treffen ist übrigens der übernächste Montag, d.h. der 27. Mai.

Mittwoch, 15. Mai 2013

MMM und MMMay13 Tag 15

MMMay13_15


Heute trage ich eines meiner allerersten Kleidungsstücke, das ich für mich nähte. Meinen ersten Rock.

Aber vor allen Dingen ist es eines der meist getragenen Kleidungsstücke in meinem Kleiderschrank. Als ich 2010 mit Nähen und dann im Frühjahr 2011 mit "Nähen für mich" begann, nähte ich zunächst mit günstigen Ikea-Stoffen, weil ich noch wahnsinnigen Respekt vor dem Zerschneiden teurer Stoffe hatte. Der Vorteil, es gibt dort günstige Stoffe mit schönem Design. Der Nachteil: die Qualität lässt zu wünschen übrig - häufiges Waschen tut dem Stoff nicht gut. Mittlerweile hat er einen ordentlichen gelbstich. Nicht schön, ich versuche es zu ignorieren. Diesen Rock mag ich aber so gerne, dass ich die letzten Sommer über, in denen ich ihn ständig trug, immer wieder überlegte, ob ich ihn einfach, genau so, noch mal nähen sollte.

Der Schnitt ist eine Valeska von Farbenmix. Wohl ein typisches Einsteigerinnenmodell, denn er ist etwas raffinierter als ein einfacher "Gummiband-Rock" aufgrund der Taschen und der Raffungen, aber aufgrund des fehlenden Reißverschluss recht einfach zu nähen.



Die Taschen führen auch dazu, dass sich der Valeska-Rock gerne zu einem Lieblingsstück entwickelt, denn es ist einfach wunderbar, wenn Kleidungsstücke Taschen (für Kleinigkeiten wie Taschentuch und Schlüssel) haben. Ich kann nicht verstehen, dass bei diesem Schnitt in der weiten Näherinnenwelt immer wieder das Argument "trägt zu sehr auf" kommt. Das ist das Design! Und letztlich kommt dieses "trägt zu sehr auf" aus der "kaschieren-Ecke" und kaschieren finde ich sowieso bescheuert, denn wir sind, wie wir sind und selbst das raffinierteste Design lässt den Unterschied zwischen einem Frauenkörper in 38 und 42 erahnen. Gerade Frauen mit Figurproblemen (haha, Witz bemerkt?!) neigen dazu, ständig irgendetwas kaschieren zu wollen. Das finde ich genauso mühsam, wie die beknackten Diäten und Antizellulitisprogramme in den Frauenzeitschriften. Wer kaschieren will, hält sich für "nicht gut genug" - ist das eine gute Ausgangsposition, um zufrieden und glücklich durchs Leben zu laufen? Neee!

Mein Allheilmittel in der Anfangszeit meines Nähens war das Schrägband. Bei mir wurde ALLES mit Schrägband eingefasst. Der bunte Farbklecks gefällt mir als nettes Detail - ich fand das immer "wahnsinnig design"! Später wurde mir klar, dass das Leben einer Näh-Anfängerin auch signifikant einfacher durch den Einsatz von Schrägband wird, denn zum Beispiel Säume sind so ratzfatz und vergleichsweise ordentlich genäht. Für große Menschen wie mich hat Schrägband außerdem den Vorteil, dass wenn frau vergessen hat, die Länge des Schnittes zu überprüfen und etwas Länge zuzugeben, mit Schrägband statt Saum-Umklappen nichts an Länge verloren geht.



Oben hat der Rock ein angenähtes elastisches Bündchen - weil es das Erste war, ist es in sich verdreht, egal, damit kann ich leben. Sehr bequem diese Bündchen und eigentlich auch nicht schwer anzunähen. Ganz wichtig in meine Näh-Anfangszeit waren auch Applikationen. Applikationen empfand ich auch als "wahnsinnig design" und vor allen Dingen als "Aufpeppen" Kaufklamotten, denn richtig Nähen von Kleidung traute ich mir noch nicht zu, also wurde appliziert, bis der Arzt kommt.

Ich mag diesen Rock einfach. Er ist so unkompliziert. Er hat die richtige Mischung aus unauffällig, weil eben grau und meist mit schwarz kombiniert und besonders. So ein Rock passt im Sommer einfach ganz oft in mein Leben. Außerdem mag ich es, wenn mich Frauen auf der Straße ansprechen, und mir erzählen, dass sie aus meinem Rockstoff Vorhänge, Tischdecken oder Kissen genäht haben.... am MMM am 11.5.2011 habe ich den Rock schon mal gezeigt und auch da war ein paar Tage vorher die Kopf-ab-oder-nicht-Diskussion, wie in meinem Post zu lesen war....

Mehr wunderbare selbstgemachte Outfits findet ihr wie immer auf dem Me Made Mittwoch Blog - heute mit der zauberhaften, wie immer gut gekleideten und durchaus praktisch veranlagten Wiebke und natürlich in der MeMadeMay13 flickr-Gruppe


Dienstag, 14. Mai 2013

MMMay13 Tag 14

MMMay13_14

Heute hätte es fast kein Foto gegeben. Mir war absolut nicht nach Stativ-Aufbauen-viele Fotos machen - Fotos auswählen. Damit ich aber trotzdem ein bißchen MMMay13 Kontinuität bieten kann, bat ich den jüngsten Mitbewohner um ein iphone-Foto. Heute trage ich das 1. von mittlerweile 3 Vichys. Ganz gemütlich, aber ich fremdele nach wie vor mit der Farbe.


Schnittmuster / Pattern: Vichy /Schnittquelle
Gratisdownload - download for free
Material / fabric: Viskose-Seiden-Jersey / viscose/silk jersey

Today another comfortable dress from the free download pattern vichy. This was my first one of 3.



Viel Text heute, aber mir ist es wichtig

Seit letzten Donnerstag liegt mir auf dem Herzen, inhaltlich in die Diskussion über unseren Artikel auf dem MMM-Blog einzusteigen. Der unschöne Trubeln im DIY-Bloggerland, körperliches Unwohlsein und private und berufliche Verpflichtungen hielten mich bisher davon ab. Ich nehme heute endlich suschnas Kommentar bei Melleni als Ausgangspunkt, um meine Position etwas genauer zu erläutern und zitiere daraus. 

Genau so einen Kommentar habe ich mir zu unserem Text auf dem Me Made Mittwoch Blog gewünscht. Gedankenanstöße, die mich mich zum Weiterdenken anregen  - denn das es Blinde Flecken gibt, dass wir, bei dem tausendmal hin- und hermailen beim gemeinsamen Schreiben eines Textes, ganz sicherlich eine Menge übersehen haben, war mir/uns natürlich klar. Danke Suschna!

"- Der MMM wird von den Teilnehmerinnen sehr bejubelt, die Crew tritt sehr geschlossen auf (dadurch entsteht vielleicht auch der Eindruck einer dubiosen "Macht"). Kritische oder abwägende Stimmen werden vielleicht von der Crew, aber nicht von den "Fans" gern gesehen." (suschna in den Kommentaren bei talentfreischön)

Der MMM wird bejubelt. Ja, das ist wirklich schön. Die Bestätigung tut gut. Punkt. 

Die Crew tritt geschlossen auf. Warum eigentlich? Und wie macht sie das? Ich kann euch sagen, wir mailen sehr sehr viel. Mein Postfach quillt über, seit dem ich in der Crew bin. Wir besprechen und beraten uns sehr viel, wir diskutieren und sind nicht immer einer Meinung. Ich erlebe das Gemeinsame als immens bereichernd, weil ich das Gefühl habe, durch unsere Verschiedenheit viel lernen zu können.  Wir schauen uns jeden MMM-Beitrag an, wir geben dazu Feedback oder löschen ihn auch, wenn er nicht unseren Vorgaben entspricht. Das machen wir nicht leichtfertig und es gib sehr sehr oft Fälle, in denen wir ein Vorgehen erst diskutieren. Wir machen das als Gruppe, weil es für eine Einzelne nicht nur zu viel Arbeit wäre, sondern auch zu viel Verantwortung, denn es ist wirklich nicht immer leicht, eine Entscheidung zu treffen. 

Die kritischen Stimmen sehen wir in der Tat gerne, sonst würden wir nicht zu Feedback einladen. Vielleicht haben wir nicht immer sofort, vielleicht auch keine einstimmige, vielleicht auch gar keine Antwort darauf. Aber wir lesen es und machen uns unsere Gedanken. Der MMM ist ein Projekt, d.h. er kann sich auch verändern. Warum auch nicht?! Es gibt den MMM auch nur aufgrund seiner Teilnehmerinnen. Ohne die Teilnehmerinnen wäre der MMM nichts. Bei so einer großen Menge an Teilnehmerinnen können wir zwar moderieren, aber der MMM wird von allen gemacht. 

"- Es entsteht ein "Wir sind eine große Familie"-Gefühl und es geht in Richtung Krabbenkorb. Andersdenkende äußern sich nicht mehr, suchen sich andere Kanäle, Aggressionen brodeln unterschwellig, "Gegenkoaltionen" werden gebildet. "(suschna in den Kommentaren bei talentfreischön)


Ich freue mich über ein "Wir-Gefühl", wohlwissend, dass es trügerisch ist, denn das "wir" ist nur eine Schnittmenge aus den unzähligen Interessen und Persönlichkeitsmerkmalen, die die Teilnehmenden des "wird" haben. Wir, als Gruppe der Teilnehmenden, sind ja nicht einmal ein konstantes "wir", denn unsere Tür ist offen und jede kann kommen und gehen wie es ihr beliebt. Und trotzdem ist da dieses Gefühl. Das Gefühl, nicht alleine zu sein und die Möglichkeit, Gleichgesinnten zu begegnen, mich mit ihnen auszutauschen und mich zumindest in manchen Dingen auf sie verlassen zu können. Das weiß ich sehr zu schätzen. Wenn ich zum Beispiel manchmal das Gefühl habe "overdressed" durch die Gegend zu laufen, dann sehe ich zwar um mich herum "nur" die in den Jeans und Funktionsjacken, aber durch den MMM weiß ich, dass es noch mehr so welche wie ich gibt und mein "overdressed-Gefühl" relativiert sich wieder. Das tut gut. 

"Ich bin wahrlich keine Soziologin, aber ich könnte mir vorstellen, das das schon ein Prozess ist, den Gruppenbildung so mit sich bringt: vor allem wenn die Gruppe immer größer und erfolgreicher wird. Der gemeinsame Nenner wird irgendwie kleiner. Dadurch gibt es schneller auch Unstimmigkeiten und es treffen auch immer mehr unterschiedliche Ansätze aufeinander (oder manche ziehen sich zurück, weil sie sich dort nicht wiederfinden, aber werfen das der Gruppe dann im Stillen vor??)."  (frisfris in den Kommentaren bei talentfreischön)

Der gemeinsame Nenner wird kleiner. Ja, das trifft auf den MMM zu. Die Frage ist, möchte man dann lieber in der kleinen Kuschelgruppe bleiben, in der sich alle einig sind oder birgt die große Gruppe auch Vorteile. Eine große Gruppe lässt sich schlecht steuern. Wir haben es mit unseren Regeln versucht, versuchten aber gleichzeitig sehr offen zu sein: bei uns ist jede me-made-Klamotten-Näherin (und auch die Männer, denn die sind selbstverständlich immer mitgemeint) willkommen, egal, ob es das erste Shirt ist (oder das Hunderste) oder das ein schwieriger Mantel. Es ist sehr einfach, bei uns mitzumachen und jede kann ohne den Antrag auf Mitgliedschaft mitmachen. Die Erhaltung dieses niedrigschwelligen Angebots ist uns wichtig, auch wenn uns die Nachteile davon manchmal nerven. Das ist einer der Werte des MMM. 

Mir ist es nicht wichtig, dass durch das verbindende "wir", dass sich über das Selbstmachen und Tragen von Kleidung ausdrückt ein gemeinsame Meinung ausbildet. Im Gegenteil: erst durch die Pluralität der Meinungen, den Austausch über verschiedene Lebenswelten und die Haltungen dazu, wird es in meinen Augen erst interessant und lehrreich. Dabei habe ich immer wieder die Wahl, in welchen Blogs ich schauen will, bei welchen Blogs ich genauer hinschauen will und wo ich meinen Senf dazu gebe. 

Dass sich Grüppchen bilden, halte ich für völlig normal. Ich rede doch auch mit den einen über andere und den anderen über wieder andere. Das bleibt doch nicht aus. Und natürlich findet man sich gerade in der Unzufriedenheit und bestärkt sich gegenseitig durch Beobachtungen und den Austausch von Meinungen. Für die Grüppchen gilt für mich aber das Gleiche, wie für die Individuen: konstruktiver Austausch immer gerne - ansonsten bleibt doch weg bzw. bleibe ich einfach weg. Die Welt - auch die Me Made-Welt - ist groß genug, um sich dort aufzuhalten, wo es mir gut tut. 

- Wenn die Crew nach Meinungen fragt, gibt es außer "alles toll" keine Rückmeldungen mehr. 

Das sehe ich nicht so. Es gibt kritische Rückmeldungen. Es gab sie im Januar, als wir fragten, es gab sie letzte Woche, als wir den Text veröffentlichten und es gibt sie in den Kommentaren zu einzelnen Beiträgen, sei es beim MMM oder auch in anderen Blogs. Aber sie sind in der Tat in der Minderheit, das Positive überwiegt, weil es tatsächlich eine offene Tür ist und man wegbleiben kann, wenn es nicht gefällt. Und vielleicht überwiegt einfach auch das Positive. Zumindest für die, die mitmachen - und für die machen wir das ja auch. 

Mich wundert im Gegenteil, dass es immer wieder Äußerungen gab, dass die Teilnahme am MMM "aufgekündigt" wurde. Auf die Idee würde ich gar nicht kommen. Ich würde einfach wegbleiben. Ich habe in meinem Blog zwar immer mal Zweifel geäußert, ob ich noch weiter mitmachen will, aber ich habe das nicht der damaligen Organisatorin Cat offiziell kund getan - in der Annahme, dass sie das einfach nicht interessiert. Und ich habe es nicht getan, um gebeten zu werden, zu bleiben. Grundsätzlich finde ich es aber gut, wenn jemand sagt "ich habe Schwierigkeiten, weiter mitzumachen, weil mir es aus diesem oder jenem Grund nicht mehr gefällt", denn das gibt uns die Chance, unser Vorgehen zu überprüfen und abzuwägen, ob wir etwas verändern wollen. Manche Dinge haben wir verändert, ein Beispiel: als wir im August letzten Jahres als Crew begonnen haben, schufen wir uns eine gemeinsame anonyme Identität, mit der wir Regelverstöße kommentierten. Das wurde bemängelt, wir diskutierten die Sache und beschlossen, mutig genug zu sein, uns möglichen Angriffen mit unserer eigenen Identität zu stellen und den Schutz aufzugeben. 


"Dass das Durchlicken durch die Beiträge vielleicht auch langweilig ist, dass die Nähprodukte meist einem bestimmten Geschmacksbereich entsprechen, dass viele allein wegen der Klickzahlen mitmachen, dass man sich nicht von Konsumwahn und der Bekleidungsindustrie unabängig macht, wenn man mit deren Stoffen näht und das Genähte evtl. kaum oder gar nicht trägt, dass das mit dem verbesserten Körperbild vielleicht nur Augenwischerei ist, weil z.B. das Dünnseindiktat doch in allen steckt, dass der Text für die Republica ziemlich schwer zu lesen ist, die Crew das Vorhaben leider vorher nicht öffentlich gemacht hat - solche Stimmen besprechen sich lieber woanders, wenn sie keine Lust auf Ärger haben. Gestern stand irgendwo noch ein Kommentar, dass die Thesen in dem Republicaentwurf z.T. doch etwas bemüht wirken. Der Kommentar ist nun schon wieder weg, egal warum. Eine fruchtbare Diskussion kommt so nicht zustande. Keiner hat Lust, sich aus dem Fenster zu hängen." (suschna bei talentfreischön)

Ja, ja, ja... zu vielen dieser Kritikpunkte kann ich ja sagen - und trotzdem finde ich den MMM gut. Mir ist es auch langweilig, alle Beiträge anzuschauen und oft fehlt mir die Zeit - und trotzdem finde ich es super, dass so viele, verschiedenartige Menschen teilnehmen. Manchmal macht mich einfach die große Zahl froh. Seit dem es das "Bildchen-Link-Tool" gibt, steht es mir frei, auszuwählen, was ich mir anschaue. Das ist doch prima. Und trotzdem raffe ich mich oft dazu auf, alles anzuschauen, weil mir sonst manchmal Perlen entgehen. 

Teilnahme wegen der Klickzahlen finde ich nicht schlimm. Aufmerksamkeit ist doch die einzige Währung, die beim Bloggen funktioniert. Die Frage ist doch, ob sich die Vorbeikommenden den Blog merken und öfters vorbeikommen. Die einen freut es dann, weil sie höhere Werbeieinnahmen haben, die anderen, weil vielleicht spannende Diskussionen in den Kommentaren passieren. Das kann doch jede machen, wie sie will. Mich ärgert nur, wenn schnell ein Halstuch genäht wird, um dieses beim MMM zu zeigen, weil es mir/uns um Kleidung geht. Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn Sachen öfters gezeigt werden und dann spannende Trageberichte geschrieben werden. Die meisten sind doch nicht frei davon, eine Linkaktion wie den MMM dazu zu nutzen, stolz etwas Neues zu zeigen. Bei mir ist es aber so, dass sich nicht jedes Kleidungsstück bewährt oder ich es dann doch zu ganz anderen Gelegenheiten oder in anderer Kombination trage - so etwas lese ich auch sehr gerne bei anderen. Aber das ist Geschmackssache und Geschmäcker darf es beim MMM in aller Unterschiedlichkeit geben. 

Die Diskussion um Konsumwahn, Bekleidungsindustrie, kritischen Stoffeinkauf etc. finde ich immer wieder wichtig und gar nicht langweilig. Es schadet nichts, das eigene Vorgehen immer wieder kritisch zu hinterfragen. 

Jetzt wirds spannend "dass das mit dem verbesserten Körperbild vielleicht nur Augenwischerei ist". Ich würde sagen, dass kann nur jede für sich beantworten. Aber ich kann für mich sagen, dass es für mich stimmt. Das neue Körperbild meinerseits basiert auf sehr verschiedenen Dingen, die aber alle mit dem MMM zusammenhängen. 1. das regelmäßige Fotografieren; am Anfang eine schier unüberwindbare Hürde, mittlerweile nur noch lästige Last. Aber mich immer wieder auf Fotos anzuschauen, trainierte mein Selbstbild immens. 2. das Finden von anderen dicken Selbstnäherinnen war mich ein Highlight. Ich kann oft schon im Vorfeld schauen, wie ein Schnitt bei anderen Frauen unpopulären Formats wirkt und werde von diesen auf Ideen gebracht, welche Schnitte ich mal ausprobieren kann. Großartig. Als ich noch verstärkt auf der Suche war, gab es die Aktion "Big is beautiful" als Linksammelaktion noch nicht. Ich bin auch nicht überzeugt davon, dass es solche Spezialitätengruppen wirklich braucht - denn im großen Sammelbecken MMM kann sich jede die Blogs raussuchen, die als "Gruppe Gleichgesinnter" hilfreich ist. Aber egal, im Internet macht jedeR was sie will. 3. die Beitragssammlung über die Zeit hinweg, die meine eigene Entwicklung sehr schön aufzeigt. 4. Die Kommentare, die manchmal mein Bild von etwas zurechtrücken. 5. Und nicht zuletzt "der Applaus", der mir immens Mut macht. Immer wieder. 

Ja, der Text für die republica ist schwer zu lesen. Punkt. Ich denke, das liegt daran, dass Frauen ihn schrieben, die geübt sind in differenzierten Betrachtungen und Formulierungen und gewöhnt sind, auch schwierige Texte zu lesen. Ich vermute auch, dass es daran liegt, dass wir den Text gemeinsam geschrieben und immer wieder daran herumgefeilt haben. Aber, auch wenn ich der Meinung war, wir hätten ihn auch etwas "boulevardesquer" schreiben können, so kann ich mit der Schlußfassung leben, denn es lohnt die Mühe, sich auch mit diesem/einen schwierigem Text auseinander zu setzen. 

Eine vorherige Bekanntmachung des Vorhabens, unsere Thesen einer Öffentlichkeit zu präsentieren, finde ich nicht notwendig. Ich mag nicht jede Idee, die ich habe, vorher zur Diskussion stellen und ich habe nicht den Eindruck, jemand mit unserer Analyse "benutzt" zu haben. Das bedeutet nicht, dass ich das geäußerte Gefühl "sich benutzt geworden gefühlt" oder "vereinnamt worden gefühlt" nicht mit Bedauern zur Kenntnis nehme. Das tut mir in der Tat leid und dennoch bin ich der Meinungen, mit dem Text niemand benutzt oder vereinnahmt zu haben, denn es ist der Versuch einer Analyse und Beschreibung. 

"Unsere Thesen wirken etwas bemüht". Kann sein. Das ist bei neuen Thesen oft so. Wir bemühten uns, Zusammenhänge aufzudecken und Thesen zu entwickeln. Für diejenigen, die sich darüber noch keine Gedanken gemacht haben, kann das bemüht wirken. Für andere vielleicht inspirierend. Ich glaube, dass neue Verständnisprozesse nur in Gang gesetzt werden können, wenn irgendjemand immer mal damit anfängt, sich um neue Thesen zu bemühen. 

Das war jetzt wieder ein langer Text und sicherlich auch mühsam. Aber es ist eine Einladung zur Diskussion, bei der wir durchaus unterschiedlicher Meinung sein können - deswegen habe ich auch hier so deutlich in der "Ich-Form" geschrieben und diesen Text nicht im Vorfeld mit der Crew besprochen. Natürlich gibt es noch viel mehr zusagen - ein Teil davon, haben schon andere Crew-Mitgliedern in Kommentaren an verschiedenen Stellen getan (besonderer Dank an Frau Nahtzugabe!) Ich fände toll, wenn wir den MMM nicht nur erleben und nutzen, sondern mehr und mehr verstehen würden, wenn unsere Thesen sich verhärten oder verändern und wenn wir das, was mich so bewegt, auch mit anderen teilen könnten! 

Montag, 13. Mai 2013

MMMay_13 Tag 13

MMMay13_13


Heute ist es ein kalter Mai-Tag, also trage ich Stiefel und den 2011 - als Probemantel - genähten Jeansmantel. Mehr Bilder und Informationen gibts hier.


Today it is a cold day in May, so I wear boots and 2011 - as a sample jacket - stitched jeans coat. More pictures and information available here.

Schnittmuster/Pattern: Johanna von Farbenmix
Material / Fabric: Jeans gefüttert / Jeans mit lining



Mehr MMMay13-Bilder findet ihr wie immer in der flickr-Gruppe.
More MMMay13-Photos you will find in the flickr-group.

Sonntag, 12. Mai 2013

MMMay13_ Tag 12



Theoretisch wäre es natürlich am spannendsten, wenn ich jeden Tag ein andere Kleidungsstück zeigen würde. Aber wie das Leben so spielt, habe ich zwei neue Lieblingskleidchen und Lieblingskleidchen muß frau eben öfters anziehen.

Damit es hier aber trotzdem interessant ist, verlinke ich zu dem interessanten Artikel von Melleni von gestern, der gut erklärt, was mich in den letzten Tagen beschäftigte.

Samstag, 11. Mai 2013

MMMay13 Tag 11

MMMay13_11b


Heute trug ich zum Einkaufen auf dem Markt meinen selbstgenähten Regenmantel. Obwohl ich ihn schon vor drei Jahren genäht habe, bekomme ich immer noch gute Laune, wenn es regnet.

Today I've been shopping at the market in my homemade raincoat. Even if I made it three years ago, I still get good mood when it rains!

MMMay13_11a






























Mehr selbstgemachte Outfits an echten Menschen findet ihr in der MeMadeMay13-flickr Gruppe.

More homemade Outfits you will find in the MMMay13 flickr group.



Donnerstag, 9. Mai 2013

MMMay Tag 9 und der Text auf dem MMM-Blog

Heute gibt es keine MMMay-Outfit von mir, denn heute haben wir einen extrem faulen Tag. Es lebe das Lustprinzip!

Mehr mag ich heute auch gar nicht schreiben, außer noch auf den von der Crew gemeinsam geschriebenen Text auf dem Me Made Mittwoch Blog hinzuweisen. Dort spielt heute die Musik. Ich würde mich freuen, wenn unsere Ideen  - auch über unsere Filterbubble hinaus - diskutiert werden würden.

Mittwoch, 8. Mai 2013

MMMay13 Tag 8 und MMM - heute mal wieder drüben als Gastgeberin




Statt auf der re:publica, trage ich heute Vormittag mein neues Kleid - einfach nur zu meiner eigenen Freude - und nur für mich im Homeoffice. Heute Abend wird es dann noch schön zum Essen und anschließend ins Theater ausgeführt. Vier Stunden "Brüder Karamasow" stehen auf dem Programm und obwohl ich mich schon sehr darauf freue, frage ich mich, wie ich vier Stunden Stillsitzen ohne Strickzeug aushalten soll. Wichtigstes Kriterium an das Outfit: es darf nichts drücken und zwängen beim langen Stillsitzen Kulturgenuß nach dem Essen. Das dürfte im Jerseykleid gewährleistet sein.




Obwohl der Schnitt Ajaccio von der Schnittquelle schon letztes Jahr erschienen ist und ich ihn schon damals auf verschiedenen Blogs bewunderte, raffte ich mich erst dieses Jahr dazu auf, ihn zu nähen. Wenn ich mich recht erinnere, wurden die "großen Größen" auch erst einige Zeit nach Verkaufsstart angeboten.Für mich ist Ajaccio "das neue Knotenkleid". Von Weitem sehen mein Knotenkleid aus der Knipmode und Ajaccio sehr ähnlich aus, die Raffung am Vorderteil macht eine schöne Passform; betont die Stärken und überspielt, falls es was zu überspielen geben sollte.




Ich war und bin schon immer ein Fan von Knotenkleidern gewesen - wohlwissend, dass es viele von Euch gibt, die Knotenkleider nicht mögen oder nicht mehr sehen können. Ajaccio gefällt mir aber noch ein Quentchen besser, denn der Rock schwingt so schön. Da werden sicherlich noch einige Kleider nach dem Schnitt folgen - schließlich brauche ich auch irgendwann Jerseykleider mit kurzen Ärmeln. Als "Frau mittleren Alters" habe ich mich jetzt aber erstmal für die vorteilhafteren"nicht-Fisch-und-nicht-Fleisch" Dreiviertelärmel entschieden, bei denen ich mir wahlweise einreden kann, dass sie warm genug bzw. kurz genug sind.





Schnitt: Ajaccio von der Schnittquelle
Material: Viscosejersey
Änderungen: die langen Ärmel habe ich gemacht, indem ich die Ärmel von einem anderen Jersekleidschnittmuster genommen und mit den kurzen Ärmeln von Ajaccion zusammengebastelt habe. Das obere Vorderteil habe ich ein kleines bißchen vergrößert. Außerdem habe ich auf die Schulternähte und den hinteren Ausschnitt Nahtband gebügelt.
Werde ich noch mal machen: auf jeden Fall!

Und das hier unten, ist das von mir auch sehr geliebte Probekleid. Am Samstag genäht, Sonntags begeistert getragen und Sonntag abend gleich das Nächste zugeschnitten. Das war auch gut so, denn der hinreißenden Ginsterjersey in den bezaubernden Farben, wäre sonst wahrscheinlich über Jahre im Lager liegen geschont geblieben. Ich bin so verliebt in den Ginsterjersey und sehr glücklich, so schnell den passenden Schnitt dafür gefunden zu haben. Aber das Sonntagskleidchen liebe ich auch.



Mein neuer Lieblingsschnitt. Einfach zu nähen (Tutorial hier), nett anzusehen, bequem. Was will frau mehr!

Und ihr so? Noch langarm oder schon kurzarm?


Mehr wunderbare selbstgemachte Outfits an echten Menschen findet ihr wie immer auf dem Me Made Mittwoch Blog und in der flickr Gruppe MMMay13.



Dienstag, 7. Mai 2013

MMMay Tag 7

MMMay13_7



Schnitt/pattern: Valeska von Farbenmix
Stoff/fabric: Möbel (?) Stoff / upholstery (?) fabric von IKEA

Heute habe ich im Homeoffice gearbeitet und anschließend war ein Spielplatzbesuch geplant. Also bequemes, sommerliches Alltagsoutfit. An dem Rockschnittmuster mag ich, dass es schnell genäht ist und Taschen hat.

Today I worked at home office and then a playground visit was planned. So I wear just a comfortable, summery everyday-outfit. I like the pattern because the skirt has big pockets an it is very quick sewn. 

Montag, 6. Mai 2013

MMMay13 Tag 6




Schnittmuster/Pattern: Vichy Schnittquelle (Download for free)
Stoff/ Material: Viscose Jersey


Heute trug ich - mit großer Skepsis - mein "Tussi-Kleid". Obwohl ich den Blumen Stoff eigentlich sehr gerne mag, fremdele ich mit ihm, sobald er zum Kleid geworden ist. Liegt es an den Blumen? Liegt es am Pink?


Today, I wore - with great skepticism - my "chick-dress". Although I very much like the floral fabric, I am not shure wether it fits to me and my lifestyle as soon as it has become a dress. Are the flowers the problem?? Is it the Pink?




Als ich heute morgen das Haus verließ, trug ich es mit bequemen Schuhen, Leggins und Wickelstrickjacke. Im Laufe des Tages wurde es so warm, dass ich es "pur" trug. Liebe ist es nicht, mit mir und dem Blumenkleid. Aber viellleicht ist es ein Luxusproblem, weil ich mittlerweile so viele schöne Kleider habe.



When I left the house this morning, I wore it with comfortable shoes, leggings and wrap sweater. During the day, it was so warm, so I had to wear it alone. It is not love, the flower dress and me. Maybe it is just a luxury problem. because I now have so many beautiful dresses.




Mehr MMMay13-Bilder findet ihr wie immer in der flickr-Gruppe.
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Blümchen-Monat-Mai-13: das erste Treffen



Herzlich willkommen zur ersten Blümchen-Gala 2013!

Blümchendrucke sind für mich und manch andere Näherin ein schwieriges Feld. Obwohl oder gerade, weil es eine reichliche Auswahl an Blumen und Blümchenstoffen gibt, ist es gar nicht so einfach zu entscheiden, was damit genäht werden könnte. Selbst wenn ein konkretes Projekt vor dem inneren Auge entsteht, bin ich immer noch unsicher, ob es mir  steht und zu meinem Leben passt.

Ob frau ein Kleidungsstück liebt oder nicht, hängt ganz stark damit zusammen, ob das Kleidungsstück nicht nur bequem und gut geschnitten ist, sondern ob es auch die Bedürfnisse des "Kopfkleiderschranks" befriedigt und zu den verschiedenen Rollen des täglichen Lebens passt. Selbstbild und Fremdbild sind nicht immer stimmig und bei jedem selbstgemachtem Kleidungsstück stellt sich die Frage erneut, wieviel von den Träumen vewirklicht werden soll, um vielleicht mal etwas ganz Neues zu wagen.

Im normalen Leben, außerhalb der Näh-Bloggerinnenwelt, bekommen wir oft zu wenig Feedback darüber, wie unsere Kleidung wahrgenommen wird, weil Kleidung oft als etwas ganz Selbstverständliches gesehen wird, auf das die Tragende keinen oder nur wenig Einfluß hat. Weil wir aber nähen, wissen wir, wie groß unser Einfluß tatsächlich ist. Theoretisch können wir alles nähen und alles tragen was wir wollen. Aus dieser Vielfalt an Möglichkeiten entsteht hin und wieder Unsicherheit; denn nicht alles, was möglich ist, tut uns vielleicht gut und nicht alles was wir erträumt haben, kann 1:1 umgesetz werden. Was wir also brauchen, um selbstbewußt und glücklich mit unseren selbstgemachten Klamotten durch die Welt zu gehen, ist differenziertes, wohlwollendes Feedback. Der Blümchen-Monat möchte Gelegenheit dazu bieten.



Meine Theorie ist, dass Blümchen gerade auch deshalb ein so einladendes Thema sind, weil Blümchen ganz viel mit Weiblichkeit, bzw. dem Bild davon, wie eine Frau scheinbar zu sein hat, zu tun haben. Ich wählte bewußt das ironisierte Wort "Blümchen" statt Blumen, um dazu einzuladen, mit Ungewohntem zu spielen. Für ganz unterschiedliche Frauen (und vielleicht auch teilnehmende Männer?) können die unterschiedlichsten Blumen oder Blümchenstoffe, eine ganz bestimmte Herausforderung sein.

Wir sind, gerade als Me-Made-Kleidungs-Näherinnen, dazu in der Lage, unser eigenes Bild von Weiblichkeit, jenseits von Moden und Trends, zu konstruieren. Aber dazu gehört Mut! Es ist erstaunlich, welche oft nicht hinterfragten Festschreibungen und Konnotationen es zu bestimmten Farben und Mustern gibt. Die Frage ist, wie sehr lassen wir uns von diesen Glaubenssätzen leitenP Was macht das mit uns, wenn wir diese Annahmen außer Kraft setzen und einfach das machen, was wir wollen? Dürfen wir die Frau sein, die wir sein wollen? Was macht das mit uns, wenn wir Frau-sein ganz anders interpretieren, als das möglicherweise der Rest der Welt tut? Und was passiert, wenn wir es heute so tun und morgen ganz anders?



Vielleicht ist es aber auch so, dass Blümchen euch, im Gegensatz zu mir, gar nicht schwierig vorkommen, sondern euch einfach gefallen. Ihr findet Blümchen reizend, könnt beim Stoffkauf nicht widerstehen, näht ein entzückendes Kleidungsstück daraus und macht uns manchmal zu verkopften Frauen Mut, es auch einmal mit Blümchen zu versuchen. Wunderbar! So soll es auch sein. Das Zeigen selbstgemachter Kleidung soll auch Ansporn, Inspiration sein und Mut machen.

Ich bin gespannt, wie es euch mit euren Blümchen geht. Mein Blümchenkleid trage ich heute zum ersten Mal, nachdem ich es von "untragbar schrecklich" in "gar nicht so übel" umgearbeitet habe. Nachdem das jetzt die dritte Version Kleid ist, die ich mit diesem Blümchenstoff genäht habe, habe ich zumindest gelernt, dass Stoff und Schnitt zusammen passen müssen und das das nicht immer so leicht ist, wie frau vermutet. Das Kleid, so wie es ist, fühlt sich nun gut an - ich bin gespannt, ob ich am Ende des Tages es immer noch so "tussig" finde, wie vermutete. Wie es mir im Laufe des Tages damit geht, das erzähle ich euch dann heute abend in meinem MMMay13-Post.

Jetzt seid erst einmal ihr dran:



Spielregeln

Es geht um:

  • Gedanken und Überlegungen zum Muster an sich, zum eigenem Stil und dem eigenen Verhältnis zu Blümchen, zu der gefühlten Passung zwischen Person und Muster. Was haben Blümchen mit unserem "Kopfkleiderschrank" zu tun. Gibt es einen Grund, wieso manche Blümchen kaufen - aber nicht nähen oder tragen?
  • "alte" Blümchen-Näh-Werke - Kleidungsstücke für Erwachsene - ob geliebt oder ungeliebt und wenn ja, warum
  • und natürlich möchte ich alle euren, neuen, vom Blümchen-Monat-Mai inspirierten Kleider, Röcke, Hosen, Jacken, Mäntel etc. sehen.

Bitte beachtet die Einschränkung, dass ich Links zum Thema "Kleidung mit Blümchen für Erwachsene" sammele. Ich glaube, sowohl Kinderkleidung als auch Wohndeko oder sind ein anderes Thema. Sicherlich auch interessant - aber an anderer Stelle. Accessoires sind ein Grenzbereich und sind für diejenigen, die vielleicht noch mit Blümchen ein wenig fremdeln, ein guter Einstieg.

Außerdem möchte ich, dass der Blümchen-Monat-Mai eine Aktion ist, die versucht, den Dingen auf den Grund zu gehen und keine Plattform um Dinge vorzustellen, die ihr verkaufen wollt. Alles was nicht, diesen Vorgaben entspricht, wird kommentarlos gelöscht.

Sonntag, 5. Mai 2013

Himmelfahrtskommando Sew Along: Status "du Drecksding!"



Mit den Sew Alongs ist es für mich schwierig, wenn der zielführende Anlass fehlt. Weihnachten ist Weihnachten und Himmelfahrt ist nunmal nur Himmelfahrt. An Himmelfahrt bin ich zum Waldspaziergang und Spielplatzbesuch verabredet. Was braucht frau da? Ganz sicherlich kein schickes, neues Pan Am Kleid.

Die Motivation, unbedingt bis Donnerstag fertig zu werden fehlt. Was auch fehlt, ist die Freude am Projekt. Die Laune begann schon zu sinken, als ich feststellte, dass ich keine Schuhe zum Kleid besitze. EIN DRAMA! Als ich dann gestern das Kleid zusammennähte und sich das Drecksding als ungefähr zwei Nummern zu groß darstellte, hatte unsere Beziehung einen kräftigen Knacks.

Ich raffte mich zwar noch mal auf und nähte es hier und dort kleiner, aber was das Kleid braucht, ist ein Tag Ruhe und Muße, an dem ich alleine zuhause bin, um in Unterwäsche zu nähen und zwischendurch immer wieder die Passform am Spiegel zu kontrollieren. Außerdem muß das Rückenteil noch mal quasi neu gemacht werden; vorne sitzt es mittlerweile ganz gut. Natürlich weiß ich auch noch nicht genau, wie die weiße Schluppe konstruiere, weiß noch nicht, wie lange die Ärmel werden sollen und wollte noch zum Knopf-Atelier (entdeckt bei Schildi) weißen Stoff zu schicken, um einen weißen Gürtel machen zu lassen.

Aber zu all dem habe ich keine Lust!

Jetzt wäre es natürlich schade, wenn das unfertige Kleid in der Kiste unfertiger Kleider landen würde und überhaupt hatte ich mir ja vorgenommen, dass die Kiste eher ausgeräumt als weiter gefüllt wird. Aber andererseits muß ich vielleicht einsehen, dass ich zurzeit ne ungeduldige Schnell-schnell-Jerseykleid-Näherin bin. Und dann gibt es ja auch noch das andere Leben neben dem Nähen. Kurz und gut. Ich lasse jetzt mal Himmelfahrt Himmelfahrt sein und schaue, ob ich das Kleid irgendwann ohne Druck, weil mit Lust drauf fertig bekomme.

Trotzdem ganz herzlichen Dank Steffi und Alex für die Organisation des Sew Alongs!


MMMay13 - Tag 5

MMM13_5b


Schnittmuster: Ajaccio von Schnittquelle
Stoff: Viscosejersey von Berlin/Maybachufer

Heute trage ich mein neues "Sonntagskleidchen" - gestern genäht. Ich bin sehr verliebt in den Schnitt und werde gleich heute abend noch eines nähen.

Patterns: Ajaccio from Schnittquelle
Fabric: Viscose from Berlin / Maybachufer

Today I'm wearing my new "Sunday dress" - sewn yesterday. I am very in love with the cut and I will sew an equal one tonight.


Das Kleid ist sozusagen "das neue Knotenkleid", denn von Weitem sieht das geraffte Oberteil dem Knotenoberteil sehr ähnlich. Der Decoltée-betonende Effekt ist der gleiche. Mir gefällt Ajaccio von der Schnittquelle aber noch etwas besser, als das Knip Knotenkleid. Erstens schwingt der Rock so schön und zweitens ist der Ausschnitt etwas moderater. Mit meinem "Probekleid" bin ich schon sehr glücklich und heute abend nähte ich es noch einmal aus noch schönerem Stoff.

The dress is so to speak "the new knot dress", which was very popular in Germany the last year, because from a distance it looks very similar: the decoltée effect is the same. I like the cut of Ajaccio slightly better than the Knip knot dress. First, the skirt swings so beautiful and secondly the neckline is a bit more moderate. I am very happy with my "prototype" and tonight I will sew it again from an even more beautiful fabric.




Seltsamerweise dachte ich, das wäre ein retro Blumenmuster und genau richtig für den "Blümchenmonat Mai". Aber das war wohl eine (optische) Täuschung. Mit Retromustern tue ich mich ohnehin leichter als mit Blümchen. Also alles gut! Ich mag es sehr, obwohl mein Mann meint, ich hätte schon diverse identische Kleider im Schrank. Männer!

Oddly enough, I thought this would be a retro flower print and just right for the "Flower Print Motto Month" But that was probably a (optical) illusion. I like retro prints very much and as known, I have only difficulties with flower prints. Everything is good! I like my new dress a lot, even though my husband told me,  I would have several identical dresses in the closet. Men!

Nicht vergessen: morgen ist das erste Blümchen-Monat-Mai-Treffen!

Don't forget: tomorrow starts the Flower Print Motto Month - feel free to take part. 

Mehr selbstgemachte Outfits an echten Menschen findet ihr in der MeMadeMay13-flickr Gruppe.

More homemade Outfits you will find in the MMMay13 flickr group.

Samstag, 4. Mai 2013

Live vom ambitionierten Nähtag

10.52 Uhr
Damit meine deutschsprachigen LeserInnen sich nicht vernachlässigt fühlen, blogge ich heute mal wieder live. Ich habe euch doch auch lieb :-)

Ich habe ca. bis 18 Uhr Zeit, da die Familie aus dem Haus ist und ich meine MMMay-Pflicht schon erledigt habe. Was steht auf dem Programm? Eigentlich sollte ich das Pan Am Kleid nähen, ihr wisst schon Himmelfahrt steht vor der Tür. Mir ist aber ein wenig die Lust darauf vergangen, als ich feststellte, dass ich überhaupt keine Schuhe für das Kleid habe. Doof oder. Wahrscheinlich stimmt das nicht und ich werde Schuhe im Fundus finden, aber ob ich in denen mit meinem immer noch nicht ganz geheiltem Fuß laufen kann?

Damit ich ins Nähen rein komme, starte ich jetzt mit einem bereits zugeschnittenen Ajaccio von der Schnittquelle und einem Jersey, auf dem ich Blumen erinnerte. Allerdings habe ich mich da wohl falsch erinnert. Egal. Außerdem Pan Am Kleid hätte ich auch noch ein halbfertiges Harrislee-Kleid auch von der Schnittquelle hier liegen. Das wäre sicherlich auch nen schönes Kleid, wenn es irgendwann fertig wäre. Und dann will ich noch an dem Blumen-Vichy die Ärmel enger nähen. Es gibt also viel zu tun - fange ich also nun endlich an.



11.13 Uhr
Anleitungen lesen würde helfen. Der Zickzack sieht doof aus. Also trennen und dann noch mal von vorne nach Anleitung.

11.58 Uhr
Hier klingelt dauernd das Telefon. Warum wollen ausgerechnet heute alle was von mir? Da ich den Lieblingsonkel aber nicht kurz abwimmeln wollte, habe ich beim Telefonieren getrennt. Glücklicherweise ist das gekräuselte obere Vorderteil nun endlich fertig. Um 12 Uhr!

12.11 Uhr
Während ich das obere und das untere Vorderteil aneinander nähe, macht die Ovi zucken (Fadenspannung oberer Greifer, Faden fädelt sich immer oben aus, warum?) und ich überlege, ob ich mit dem dünnen Jersey nicht doch kurze Ärmel wagen soll, statt meine üblichen "bis über den Ellenbogen". Ich wäre ja für Wechselärmel, wenn das ginge.

12.31 Uhr
Erst Anprobe des Tages. Das Kleid sitzt sehr gut! Fein! Ich mache doch die halblangen Ärmel rein, da fühle ich mich einfach angezogener. Die Längenzugabe von + 5cm wäre wohl nicht nötig gewesen. Entscheide ich aber nachher, denn nachher ziehe ich mit der leiseren Nähmaschine um auf den Balkon. Jetzt wird erstmal weiter mit der lauten Ovi gerattert. Die Overlock habe ich neu eingefädelt und Stichplatte W (für Jerseys) eingesetzt. Die hatte ich ja zum Schirmchenkleid ausgebaut. Achjaaa! Und dann ist mir noch aufgefallen, dass am Baum oben der Faden für den oberen Greifer auch falsch rum gefädelt war. Ach Meikchen! Egal, hauptsache sie näht jetzt wieder schön!

12.45 Uhr

Bin gerade voll stolz auf mich, wie ich "eben mal so beim twitter lesen" nebenher Ärmel einstecke. Ok, es ist nur Jersey, aber trotzdem!

12.53 Uhr
Weise Entscheidung. Mit Ärmeln gefällt es mir richtig gut. Ich kann immer noch kurzärmelige Kleider nähen, wenn es richtig Sommer wird. Außerdem bin ich ja auch kein junges Ding mehr. Nur die Saumlänge, die bereitet mir wie immer Kopfzerbrechen.

Näht ihr eigentlich die Ärmel auch immer nur in Unterwäsche ein, weil ihr genauso gespannt wie ich seid, wie das Kleid bei der zweiten Anprobe aussieht?

13.03 Uhr
Als ich mich so vor dem Spiegel bewunderte überlegte, wie lang das Kleid werden soll, fielen mir zwei Dinge ein; Fragen, die ihr vielleicht haben könntet:

1. Den Schnitt Ajaccio kann ich für alle empfehlen, die das legendäre Knotenkleid mögen. Mir gefällt Ajaccio sogar noch ein bißchen besser, weil der Rock schön schwingt. Von Weitem sehen die beiden Kleider sehr ähnlich aus.

2. Wenn ich einen Schnitt habe, der kurze Ärmel hat, ich aber lange Ärmel möchte, dann nehme ich meinen "Musterärmel" (von einem anderen Kleid, von dem ich weiß, dass er gut passt) und nehme diesen und die Armlochrundung von diesem Musterärmel. Bingo!

13.16 Uhr
Jetzt habe ich gerade genau die 5cm in der Länge abgeschnitten, die ich zugegeben hatte.

13.43 Uhr
Kleid 1 "Ajaccio" ist fertig. Mein Mann wird in Hinblick auf den Ausschnitt sagen "schön - aber musste es dieses Muster sein". Ja, das musste es! Seit dem ich unkompliziert meine Jerseykleider mit Zickzack säume, statt Zwillingsnadelgedöns zu machen, geht das "Finish" glücklicherweise immer schnell. Also werde ich jetzt, dank bewölktem Himmel und zu kalt auf dem Balkon, eine Pizza in den Ofen schieben und dann bei dem Blümchen-Vichy die Ärmel enger nähen und dann Ärmel und den Ausschnitt säumen, fürs 2. Erfolgserlebnis des Tages. Bei Pizza und anschließendem Kaffee entscheide ich, ob ich die Ovi auf blau umfädele oder das andere Schnittquelle-Kleid fertig mache. Huch, das ist ja 3x Schnittquelle. Hatte ich gar nicht bemerkt. Ehrlich!

14.11 Uhr
Kleid 2 "Blümchen-Vichy" und Pizza fertig. Jetzt erstmal Pause.

15.02 Uhr
Das knappe Stündchen Pause war nötig. Soll ja Spaß machen und nicht in Stress ausarten. Außerdem macht es so wahnsinnig viel Spaß, die MMM13 Bilder anzuschauen. Es ist so toll, um die Welt zu reisen und die ganzen anderen verrückten Nähnerds zu sehen.

Ich fädele jetzt die Ovi für das Pan Am Kleid auf blau und bin böse auf die Pollen. 10 Minuten auf dem Balkon und meine Augen tränen unendlich - trotz Heuschnupfenmittel. Es ist wirklich zum Heulen.

15.14 Uhr
Habe gerade zwei Entdeckungen gemacht: 1. türkises Garn sieht doof auf knallblauem Romanit aus und 2. bei meiner Ovi kann man diese Dinger auf die die Konen gesetzt werden abmachen und ganz normale Garnröllchen verwenden. Dann nehme ich doch das 1000m Röllchen im perfekten Blau und versäubere innen mit weiß. Geht dann auch viel schneller.

15.36 Uhr
Romanit ist echt ein Traumstöffchen. Kein Wunder, dass der letzten Herbst/Winter in der deutschen Nähgemeinde so populär wurde. So richtig kann frau das erst würdigen, wenn sie vorher flutschigen Viscosejersey genäht hat. Der Romanit verhält sich fast so wie ne Webware. Einfach aufeinander legen, drei Stecknadeln an den relevanten Stellen und losnähen. Naja, ein bißchen ordentlicher war ich schon. An der Brustrundung habe ich ein paar mehr Nadeln gesteckt, aber im Prinzip ist es so, wie ich schrieb.

Obere Vorderteile habe ich jetzt genäht (also die Seitenkeile an die Mittelstücke), jetzt kommen die "Darts" (Abnäher) an die Rockteile. Seit dem ich Sewing Bee sah, kann ich nur noch "Darts" denken. Mit meinem "Top Stitching" am Schluß muß ich mir echt Mühe geben!

Ich merke, wie müde ich bin und ärgere mich, dass ich mir zur Mittagspause die Pollen gegeben habe. Die Müdigkeit kommt bestimmt daher.

16.08 Uhr
Ich fürchte, ich kleine Nähschlampe muß jetzt doch mal das Bügelbrett aufbauen, sonst schimpft very sexy Patrick Grant, dass ich die Nähte und Darts nicht ordentlich aufgebügelt habe.

16.31 Uhr
Keine Ahnung, wie das passiert ist. Die Abnäher unten treffen nicht exakt auf die Nähte oben. Dabei habe ich wirklich ordentlich gesteckt und gearbeitet. So ein Mist. Ob man das sieht?

Theoretisch wollte ich noch die Seitennähte und die Schulternähte für ne erste Anprobe schließen. Ich bin sehr müde und bekomme Halsweh. Ich fürchte die Konzentration lässt nach. Na gut, ich mache das jetzt noch, weil ich neugierig bin und dann räume ich auf. Sollte ich mich dann noch fit fühlen und motiviert sein, kann ich ja immer noch über den Schluppenkragen nachdenken bzw. zuschneiden, denn das ist ja auch noch offen.

16.50 Uhr
Erste Anprobe. Die gute Nachricht: ich kann nähen und alles ändern. Die schlechte Nachricht: es ist viel zu groß.

16.52 Uhr
Entweder ich ziehe jetzt das Kleid auf links an und nähere mich Schritt für Schritt der Passform oder aber Frau Strichfaden erbarmt sich meiner irgendwann. Oder Plan A irgendwann. Jetzt bin ich zu k.o. Doof, dabei bin ich gestern schon um 10 ins Bett, um heute fit zu sein. Es ist schon enttäuschend, ein Kleid anzuziehen und nicht auszusehen wie Joan. Ihr wisst schon, wie ich das meine, ne?!

Also jetzt Aufräumen und dann ziehe ich das neue Vichy oder das neue Ajaccio an, damit ich nicht so enttäuscht bin.

17.03 Uhr
Neee, das geht jetzt irgendwie auch nicht, so aufzuhören. Ich habe jetzt noch mal kontrolliert und gesehen, dass ich die Schulternähte "zu schüchtern" genäht habe. Nach der Korrektur ist es schon ein bißchen besser. Ich ändere jetzt doch mal nen bißchen rum. Die arme Frau Strichfade hat ja auch so viel um die Ohren und dann noch ein krankes Pony.

17.20 Uhr
Das sind die Momente, in denen es am seidenen Faden hängt, ob das Projekt in den Müll wandert, denn natürlich ändere ich nicht mit der Nähmaschine sondern radikal mit der Ovi.

17.52 Uhr
Schluß jetzt, die Meute trudelt sowieso gleich - wahrscheinlich genau in dem Moment, in dem ich mich kurz hinlege - ein. Aufgeräumt ist und das blaue Kleid wird so nen Kleid für die Kiste. Diese Kiste mit den Projekten, an die ich noch mal ran muß. Genau wie das Harrislee-Jeanskleid. Das ist der Grund, wieso ich gerne schnelle Jerseykleider nähe. Ich kann noch nicht vorhersagen, ob ich für das Sew Along-Finale noch mal Ehrgeiz, Zeit und Ruhe finde. Ich "brauche" es schließlich nicht für nen Anlass. An Himmelfahrt bin ich zu nem Waldspaziergang mit Spielplatz verabredet!

Fazit: ein Probeteil aus Webware taugt nix für Romanit.

Tagesfazit: Immerhin ein Kleid komplett genäht und eines fertig gemacht. Und in Ruhe mal nur für mich gewesen und mich meiner Leidenschaft, dem Nähen und dem Bloggen hingegeben. Das ist ja schon ne Menge wert!