Montag, 29. April 2013

Ich bin dabei - I signed up the Me Made May 13



Wahrscheinlich ist das Vorhaben, an einem Me Made Monat teilzunehmen, das wirkliche "Himmelfahrtskommando" - egal, ich bin dabei. Mein virtuelles Nähkränzchen sprach immer wieder drüber und obwohl ich es am Anfang noch absurd fand - ich bin dabei. Warum, das kann ich eigentlich gar nicht so genau sagen, vielleicht am ehesten deswegen, weil es ein spannendes Experiment ist. Aber eigentlich ist es doch viel spannender im Rückblick zu sagen, warum ich so etwas mache, also egal, warum - ich bin dabei, beim Me Made May 13

To participate in a blogger project the whole month, is maybe the real "suicide mission" - no matter, I'm with you. "My virtual sewing circle" talked about it again and again and even though I still found it absurd in the beginning - I'm with you. Why, I can not really say for sure, perhaps the most likely because it's an exciting experiment. But actually it is much more exciting to say in retrospect, why I'm doing such a thing, so no matter why - I'm going in Me Made May 13

Überzeugt haben mich letztlich die Teilnahmebedingungen und die Chance auf Internationalität. Über den Tellerrand schauen und dabei nicht so streng zu sein, das könnte spannend werden.


Finally the conditions of participation and the chance of internationality convinced me. Think outside the box and not to be so strict, that could be exciting.


In diesem Sinne bin ich auch mit meinem Ziel nicht so streng mit mir. Meine Challenge wird sein, jeden Tag ein selbstgemachtes Kleidungsstück zu tragen und zu dokumentieren. Ob ich wirklich jeden Tag einen Post dazu schreibe, weiß ich noch nicht. Vielleicht fasse ich auch hin und wieder ein paar Tage zusammen. Es soll schließlich Spaß machen und mehr Herausforderung als Stress sein.

In this sense, the aim I am using is not so strict. My challenge will be to wear every day a homemade garment and document it. If I really write a post about every day, I do not know yet. Maybe I take a photo every day and then take a few days together. It should finally be fun and more challenging than stress.

Normalerweise trage ich oftmals ein Kleidungsstück an mehreren Tagen hintereinander, da ich dazu neige, mich mehrmals am Tag, für die verschiedenen Anlässe zu denen ich unterwegs bin, umzuziehen. Ein bißchen Faulheit ist da natürlich auch dabei, denn es gibt natürlich Kleidungsstücke, die dazu einladen "mal eben schnell zur Kita zu hechten" oder "in jeden Fall gut angezogen zu sein". Diese werden erfahrungsgemäß dann viel öfter getragen. Mein kleines zusätzliches Ziel ist es also auch, ein wenig Vielfalt in die Auswahl meiner Kleidungsstücke zu bringen und die Favoriten auch mal zu Gunsten anderer Kleidungsstücke hängen zu lassen.

Lot of times, I wear garments often several days in a row, because I tend to change my Outfit several times the day for the different occasions in one day. This is a little laziness of course,  it is so easy to have special outfits for "leave the house quick to got to the kindergarden" or "to be well dressed in any case." My little additional aim is therefore also to bring a little variety in choosing my clothes.

Außerdem ist es eine Herausforderung für mich, mal wieder in Englisch zu schreiben. Ich bin schrecklich eingerostet und werde es nicht mit Perfektionismus diesbezüglich übertreiben. Ich bin gespannt und freue mich schon! Danke Zoe für die Organisation!


It is a big Challenge to once again write in English. My English is terribly rusty and  I will not overdo it with perfectionism. I'm excited and looking forward to Me Made May 13! Thank you Zoe for the organization!

Mehr zum Me Made May gibt es auf twitter mit dem Hashtag #MMMay13 und in der flickr Gruppe.



Himmelfahrtskommando Sew Along: Lagebesprechung



Einen Tag zu spät. Der Sonntag ist für mich der falsche Tag für Sew-Along-Meilensteine. Aber egal, geholfen hat es trotzdem; damit ich etwas vorzuweisen habe, habe ich mich eben aufgerafft und habe einen kleinen Mittagspausen-Zuschnitt gemacht. Das Pan Am Kleid ist endlich zugeschnitten.

Am vergangenen Montag hatte ich ein Probeoberteil genäht und entzückt festgestellt, dass der Schnitt Vogue 8667, trotz eigentlich zu kleiner Größenangabe, mit nur wenigen Änderungen passt. Ich habe das Oberteil etwas verlängert und an der Taille und Hüfte etwas zugegeben. Außerdem habe ich unten am Saum noch mal 5 cm zugegeben, obwohl ich das Kleid lieber kurz haben will. Aber egal, Abschneiden geht immer noch.




Zum weiteren Fortschritt fehlt mir noch das passende Garn (zur Not, nehme ich das türkise Garn, von dem ich noch viel habe), da meine zwei Mitbewohner die letzte Woche krank waren bzw. immer noch sind, komme ich irgendwie zu nix und schon gar nicht aus dem Haus, um so wichtige Sachen wie Nähgarn zu besorgen.



Außerdem habe ich noch eine Frage:

Um die weiße Schluppe zu nähen, habe ich weißen romanitartigen Poly-Jersey gekauft. Im Schnittmuster ist vorgesehen, dass ich diesen Kragen im schrägen Fadenlauf zuschneiden soll. Das kann ich mir doch sparen, weil ich mit Jersey arbeite, oder? Ich würde also diesen Kragen einfach um Schluppenzipfel verlängern, das müsste doch gehen, oder?

Noch schicker fände ich es, wenn hinten mittig sozusagen ein Reißverschluß vorgetäuscht werden würde und ich eine hinten geteilten Kragen hätte, der vorne in einer Schluppe mündet. Aber ich glaube, da bin ich zu faul zu.





Was mich wirklich froh macht ist, dass ich noch nen knappen Meter Stoff übrig habe. Das heißt, Teile, die nicht passen, können noch mal zugeschnitten werden, ich kann an den Ärmeln noch experimentieren, ich könnte den Kragen auch in blau machen, falls ich das Weiß doof finde oder zur Not noch ein einfaches Sommerröckchen aus dem Rest nähen. Fein!

Mehr Sew Along Projekte des Himmelfahrtskommandos findet ihr seit gestern bei Frau Steffi. Ihr und Alex ganz herzlichen Dank für die Organisation des Sew Alongs!

Und da ich gestern endlich und dann auch noch zweimal hintereinander das Finale der Great British Sewing Bee gesehen habe, bin ich auch ab heute wieder offen dafür, bei euch zu schauen, welche Fortschritte euer Sew Along macht. Ich freu mich drauf!



Montag, 22. April 2013

Fortschritt beim Pan Am Kleid



Hach, da bin ich aber froh. Der für das Pan Am Kleid ausgewählte Schnitt Vogue 8667 passt weitesgehend. Nachdem ich gestern Abend beim Ausmessen der Schnitteile auf einmal unglaubliche Kopfschmerzen bekam und heute Nacht schlaflos vor mich hin grübelte, wie ich das Problem wohl lösen könnte, herauszufinden, ob der Schnitt funktioniert, habe ich heute nach erneutem erfolglosem Vergleich mit einem anderen Kleid kurzerhand entschieden, ein Probeoberteil zu nähen. Letztlich ging das Probezuschneiden- und nähen schneller, als weiteres Grübeln.

Jetzt werdet ihr euch sicherlich wundern, denn das Probeoberteil sieht weder nach Pan Am Kleid, noch nach Romanitjersey aus. Stimmt! Die Stoffempfehlung für den Schnitt ist: Lightweight Tweed, Shantung, Piqué, lightweight Doubleknit. Das klingt für mich so, als wäre der Schnitt auch für Webware geeignet. Warum also nicht die Hardcore-Probe machen? Anschließend mit Romanit zu nähen, wird dann ja easy.



Ich habe also den Schnitt genommen, Vorderteile und Rückenteile um 2 cm verlängert (gute Entscheidung) und eine "Brust" nach Schnitt zugeschnitten und die andere etwas vergrößert, dann habe ich alles mit einer etwas knapperen Nahtzugabe von 1 cm statt 1,5 cm zusammen genäht, nach dem Motto "kleiner geht immer".

Ich weiß, allzuviel sieht man auf dem Foto nicht, was ich aber sagen kann, dass ich nur oberhalb der Brust und in der Seitennaht am Armloch ein paar mm wegnehmen und an der Hüfte ein paar mm zugeben muß, dann sitzt der Schnitt  sehr gut. Ich muß anschließend ein bißchen mit den Ärmeln aufpassen, wenn das Armloch kleiner wird. Da schaue ich noch mal, ob sich nicht die Ärmel eine Größe kleiner anbieten.

Oft bin ich so neidisch, wenn ich lese, wie andere frisch und fröhlich einfach eine Größe auf dem Schnitt heraus suchen und dann schreiben, dass es auf Anhieb passt. Irgendwie gestaltet sich das bei mir immer schwieriger, anscheinend komme ich um Probemodelle nicht drumherum. Aber ich bin auf einem guten Weg, da ich ja immer mehr Schnitte besitze, die gut passen und deswegen als Vergleichsgröße genommen werden können. Ich freue mich, dass ich nun diesen Schnitt, der schon monatelang hier liegt und um den ich bisher nur schüchtern herumgeschlichen bin, ausprobiert habe, denn der bietet mir vielfältige Möglichkeiten. Eine Variante mit weiterem Rock werde ich auf jeden Fall davon auch noch irgendwann nähen.

Also Schluß mit Lamentieren, jetzt überwiegt die Freude und vertreibt hoffentlich die Kopfschmerzen. Ich bin nun also meinem Pan Am Kleid einen ganzen Schritt näher gekommen, den nun steht dem Zuschnitt nichts mehr im Wege. Fehlt nur noch Zeit und blaues Garn.

Sonntag, 21. April 2013

Himmelfahrtskommando Sew Along: Offensive



Ohne auf die militärischen Begriffe einzugehen - die ich nach wie vor nicht gut finde, auch wenn ich normalerweise Analogien sehr schätze - gebe ich brav Sew-Along-Bericht ab.

Sonntage sind für mich nicht wirklich gute Berichtserstattungstage, weil der Sonntag-Abend die einzig feste Freizeit in meiner Woche ist. Jede Minute Freizeit mehr, muß ich mir irgendwie abringen und verhandeln. Insofern dachte ich heute morgen: ich habe ja gar nix am Pan Am Kleid gemacht. Das stimmt allerdings nicht, denn obwohl ich letzte Woche, mal wieder mehr Lust hatte, den Abend auf der Couch, statt am "Zuschneidetisch" zu verbringen. Leider ist der Zuschneidetisch kein Zuschneidetisch in ausreichender Größe und ergonomischer Höhe, sondern ein Esstisch, der stets freigeräumt werden muß und bei dem ich unter der Esstischlampe herumkriechen muß. Diesen Arbeitsschritt würde ich also am liebsten übergehen.



Letzte Woche raffte ich mich aber nach dem halben Tatort doch auf und kopierten den Schnitt auf Folie. Heute abend werde ich so tapfer sein und zuschneiden. Versprochen! Und wenn nächsten Samstag Frau Kirsche zum Nähkränzchen kommt, werde ich das Kleid nähen, denn dann habe ich hier gleich jemand, die was zur Saumlänge sagen kann. Das ist ja genau der Teil, um den ich mich kurz vor Schluß immer noch gerne drücke, weil mir diese Entscheidung so schwer fällt.

Ihr seht, ich bin eigentlich ganz gut dabei, denn mit Schwierigkeiten rechne ich eigentlich nicht. Hoffentlich rächt sich das nicht. Aber was soll schon kommen?

Vielen Dank an Alex und Steffi für die Organisation des Sew Alongs! Und danke auch an die anderen Teilnehmerinnen - ich freue mich schon darauf, im Laufe der Woche zu schauen, wie es bei euch steht.

Samstag, 20. April 2013

Nähen als Fernsehformat - Großartig!

Großartig! Ich bin begeistert! Endlich habe ich auch die Zeit gefunden, wenigstens schon mal die erste Folge der "The Great British Sewing Bee" Näh-Casting-Show auf Youtube anzusehen. Ich hätte nicht gedacht, dass so ein TV-Konzept funktionieren könne. Aber es ist wirklich wunderbar!

Es gibt die üblichen Zutaten: lovely KandidatInnen - gut durchmischt, das Alter, den Typ, das Geschlecht und die Hautfarbe betreffend, eine Jury, die mit Sachverstand, Herzlichkeit, kritischem Blick aber auch gutem Aussehen beeindruckt und eine Moderatorin, die durch die Sendung führt. Das ganze findet in dem Teil von London statt, der traditionell das Schneiderhandwerk beherbergte, irgendwo zwischen Silk Street und Petticoat Lane Market und in einem großem Raum mit Zuschneidetischen, Bügelbrettern, Nähmaschinen, bunten Stecknadeln, scharfen Scheren und Wände voller Stoff, Bänder, Kurzwaren-Regale, in denen sich die KandidatInnen nach Herzenswunsch bedienen können. Gute Regie, nette, Kommentare, schöne Kamerafarten und spannende Schnitte, mitreißende Musik, schöne Bilder - die Spannung wird stets aufrechtgehalten, die KandidatInnen ins Herz geschlossen und die Jury darf bewundert und angehimmelt werden. Magisch fühle ich mich in die Atmosphäre hineingezogen und wünsche, dabei zu sein. Ich bin überrascht und genieße es, diese an sich so klassische und doch sehr spezielle Fernsehsehndung zu sehen!

Die erste Aufgabe des Wettbewerbs ist es, ein A-Linien-Rock zu nähen. Ach, dachte ich mir, das ist aber banal. Denkste! Der Jury geht es um Handwerkskunst und den KandidatInnen, je nach Typ auch um Originalität, was Vor- und Nachteilen birgt. Die unterschiedlichen Näh-Erfahrungen führen zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Sehr spannend. Atemlos verfolgte ich die zweite Challenge und fieberte mit den KandidatInnen mit. Wie gut kann ich dieses Arbeiten unter Zeitdruck mitfühlen - genauso geht es uns doch auch, wenn wir noch vor dem Schlafen gehen oder vor der Einladung am gleichen Abend fertig werden wollen und aus Versehen nicht die schönen Seiten aufeinander nähen, sondern ein Teil vertauschen! Das ist so furchtbar. Und dann noch die dritte Challenge. Wow. Ich bekam schwitzige Hände beim Zuschauen!

Angereichert wird die Casting-Show durch herzallerliebste Einspieler Filme: KandidatInnenporträits, aber auch - und jetzt wird es spannend - Hintergrundinformationen zu Nähen. So wird zum Beispiel erklärt, seit wann und warum es überbaupt Schnittmuster gibt.

Ich versuche mir diese Format mit einem möglichst neutralem Blick anzusehen, wenn ich nicht gerade bewundernd seufze und überlege, ob das nur uns Näh-Begeisterte in den Bann ziehen kann oder ob es auch passieren könnte, dass eine/einer, die noch nie über das Nähen von Bekleidung nachdachte, plötzlich inspiriert und motiviert sein könnte, es zu probieren, Stoff und Faden selbst in die Hand zu nehmen, um etwas - me made - zu schaffen. Zuerst war ich irritiert, als, ganz abseits der spannenden Handlung, noch ein sehr einfach umzusetzendes Selbstmach-Modell gezeigt wurde. Aber vielleicht ist das der Trick. Die Lust entsteht durch die schwierigen Aufgaben und deren Ergebnisse und das einfache Modell lädt zum Beginnen ein. Ich kann mir sogar vorstellen, dass das funktionieren könnte, so toll und liebevoll dieses Sendung gemacht ist.

Und keine Angst vor british English - frau muß nicht alles verstehen, um es toll zu finden, etwas zu lernen und in den Bann gezogen zu werden! Ganz großer Anschau-Tipp!

Nachtrag: Mema hat - schon vor Tagen - etwas über Sewing Bee geschrieben mit spannenden Links!

Nachtrag 2: Und dann habe ich noch über den Thread bei der Hobbyschneiderin auf folgende Seite mit den Tipps aus der Sendung gestoßen.

Nachtrag 3: Der Vollständigkeit halber muß ich natürlich darauf hinweisen, dass ich zuerst bei Frau Schildkröte davon gelesen habe und auch Frau ebenJulia schon vor einer Woche gesagt hat, dass wir das unbedingt anschauen sollen.

Freitag, 19. April 2013

Brauchen wir Kreativität?

Gestern las ich Frau Mima ein Post, dessen Inhalt und Kommentare mich im Nachhinein sehr erstaunten. Es ging um Unbehagen und auch Beschämen im Umgang mit Kreativität und DIY, es wurden kritisch Materiallager und Konsum diskutiert, obwohl das Anfeuern von Gelüsten und die Überschreitung von Grenzen zwischen Privatem und Geschäft bei vielen Blogs im DIY-Bereich ganz normal ist. Sichtlich waren die Diskutierenden betroffen. Ich nicht. Ich hatte den Beitrag auf dem iPad gelesen, da er mich nicht berührte, habe ich ihn ähnlich schnell weggeblättert, wie ein Bild von einem Kleidungsstück, das mir nicht gefällt. Ach, dachte ich, als ich das las. Achja. Und?

"Dieses Mal geht es um K R E A T i V i T Ä T und mein wachsendes Unbehagen an ihr. Bei aller Liebe wird sie mir nämlich langsam suspekt. Mitschuld daran tragen vor allem zwei Bücher: Die Erfindung der Kreativität von Matthias Reckwitz und Don´t do it yourself von Lisa Anne Auerbach. Beide Autor/innen setzen sich – aus verschiedenen Richtungen kommend – mit den gegenwärtigen Phänomenen der Kreativität auseinander und kommen zu einem Schluss: Kreativität als Idee für ein selbstbestimmtes, schöpferisches Leben und Gegenmodell zur Konsumgesellschaft sei gescheitert. Eine These, die mich als 'Kreativitätsgläubige' ziemlich verunsichert und die ich darum hier zur Diskussion stellen möchte. "
(Zitat aus dem Beitrag von Frau Mima "Don't do it yourself - oder das Unbehagen an der Kreativität)


Meine Näh-und-Weltversteh-Kränzchen diskutierte gestern abend noch über diesen Post. Also las ich ihn noch einmal Vielleicht hatte mich die Art und Weise, wie das an sich interessante Thema aufbereitet wurde nicht berührt, weil ich die Kreativität und das, was ich anstelle, nicht so hype. Klar, ich fotografiere meine genähten Werke und zeige sie und natürlich bin ich auch stolz darauf, aber ich habe eher das Gefühl, etwas Notwendiges für mich zu tun, als besonders kreativ zu sein. Wenn ich etwas handwerklich gut gemacht habe, dann lerne ich dadurch das Handwerk zu schätzen. Das unterstützt mich darin, immer wieder Geld für gut Gemachtes auszugeben und darauf zu sparen, wenn das Geld gerade nicht herumliegt. Ich nähe oder stricke, wenn ich ein Bedürfnis auf das Tun oder das Produkt habe habe, aber ich habe nicht den Anspruch, nun in allen möglichen textilen oder nicht textilen Techniken aktiv oder sogar kreativ zu werden. Mich interessiert das, was das Selbst gemachte mit mir macht. Und ich habe noch ein Leben neben dem Blog.

Früher habe ich Kreativitätstrainings gegeben, das passte schön in mein Erwachsenbilduns-Portefolio und war amüsanter als immer nur Projektmanagement. Ich machte hübsche Spielchen mit den Erwachsenen und wir hatten Spaß. Manch einer hatte nen Aha-Effekt, wenn er oder sie erfuhr, dass der Blickwinkel oft beschränkt ist und wie spannend es ist, mal über die vorher nicht wahrgenommenen Grenzen zu schauen. Mir war jedoch immer klar, dass ein Tag Kreativitätstraining das Leben und das Arbeiten nicht verändern würde. Es war Teil der Personal-Entwicklungsmaßnahmen fürs Image - aber davon sollte möglichst wenig in den Arbeitsalltag übernommen werden, um ja nichts durcheinander zu bringen. So weit und gut mit der Kreativität. Ich nahm und nehme sie nicht besonders ernst.

Damals hatte ich noch kein Hobby und sah etwas abschätzig auf Menschen, denen ihre Arbeit anscheinend so wenig Spaß bringt, dass sie zum Ausgleich ein Hobby brauchen. Das war natürlich dumm von mir. Heute habe ich ein Hobby, weil ich etwas, was nicht direkt zu meiner Arbeit gehört in meiner Freizeit mache und schätze den damit verbundenen Austausch mit Menschen, die ähnliche Dinge egal ob während der Freizeit oder beruflich machen. Das ist schön. Ob das, was ich mache, kreativ ist? Für mich unwichtig. Was ist eigentlich Kreativität? Ob jetzt aber das, was wir hier tun etwas mit der Arbeitswelt zu tun hat? Ob das, was ich früher unter dem Thema Kreativität unterrichtete und das, was ich in meiner Freizeit tue zusammenhängt? Ob wir das, was wir im Hobby lernen und ausprobieren in anderen Themenbereichen einsetzen? Keine Ahnung.

Es ist mir herzlich egal, ob das Bekleben der Lebenswelt mit Masking Tape, Papiergirlanden auf selbst gebackenen Muffins oder umhäkelte Laternenpfähle nun kreativ sind oder nicht. Vielleicht ist es das Gleiche wie "machen wir doch mal nen Brainstorming". Manchmal kommt etwas Ungewöhnliches dabei heraus und verändert diejenigen, die damit zu tun haben, manchmal nicht. Mir ist das aber egal und ich muß es schon gar nicht mit dem Label "Kreativität" behängen, nur um es wertvoller zu machen. Wollte ich wirklich etwas Neues schaffen, würde ich Schnittmuster wegwerfen und meinen RSS-Reader mit den Blogs löschen. Will ich aber nicht.

Ich glaube, dass die inflationäre Verwendung des Wortes Kreativität, sei es von denen, die sie ausüben und die Ergebnisse zeigen, von denen die ihre Produkte unter dem Label Kreativität verkaufen oder von denen die sie kritisch betrachten, letztlich völlig unnötig aber im kapitalistischen Wirtschaftssystem logisch ist, dann da, wo Beteiligung ist, ist ein Markt. Was unsere, in vielen Bereichen verkorkste, Welt braucht, ist Menschen, die die gewohnten Denkbahnen verlassen und den Mut haben, etwas Neues zu wagen, etwas anderes zu tun, auszusprechen, was sie denken und diejenige zu sein, die sie sein möchten. Brauchen wir dafür Kreativität?

Donnerstag, 18. April 2013

Blümchen-Monat-Mai-Revival



Ich habe lange überlegt, ob ein Revival des Blümchen-Monats-Mai eine langweilige Wiederholung und oder cooles Revival ist. Aber dann dachte ich, so hoch muß ich das gar nicht hängen. Ich starte einfach wie letztes Jahr und dann schauen wir mal, was sich daraus entwickelt.


Schon letztes Jahr hatte ich Lust und auch im Stoffvorrat passende Stoffe, mir Blümchenkleider zu nähen. Ich fragte mich allerdings, ob Blümchen und ich zusammenpassen könnten oder vielleicht sogar ein Dreamteam wären. Obwohl die Erfolge letztes Jahr gefühlt eher mäßig waren, lässt mich das Thema nicht los und - oh Wunder - es finden sich immer noch Blümchenstoffe in meinen Vorräten. Kaum steigen die Temperaturen und der Frühling liegt in der Luft kommt sie wieder, die Lust auf Blümchenmuster und die Frage, ob das wirklich das Richtige für mich ist.





Letztes Jahr ist der Blümchenmonat eingeschlagen wie eine Bombe. Nicht nur mir schien es so zu gehen, dass Blümchenstoffe ein "reizendes Thema" sind. Haben wir alle Fragen rund um die Blümchen final geklärt? Das kann ich mir nicht vorstellen. Hier sind noch mal die Links zu unserer wunderbaren Aktion aus dem Jahr 2012.


der Blümchenmonat 2012 wird geplant
das erste Treffen am 14. Mai mit 42 Blümchenmodellen
das zweite Treffen am 21. Mai mit 36 Blümchenmodellen
das dritte Treffen an Pfingsten mit 31 Blümchenmodellen
das Blümchen-Finale der Herzen am 4. Juni mit 22 Blümchenmodellen

Ein Jahr ist um, wir alle haben Erfahrungen gesammelt und sind ein Jahr schöner geworden - da bin ich mal gespannt, wie es euch mit dem Thema Blümchen weiter gegangen ist!







Immer noch spannend an dem Thema finde ich, dass es irgendwie aber dafür umso gezielter einen Nerv trifft. Viel mehr noch als andere Muster; es ist vielleicht ähnlich, wie die Frage, ob es "gestattet" ist, in einem gewissen Alter "mini" zu tragen. Irgendwie berührt das Thema "Blümchen" uns mich in Fragen der Weiblichkeit und trotz aller Experimente und persönlicher Weiterentwicklung bin ich mit dem Thema noch lange nicht durch. Während ich andere Muster in "schön und nicht so schön" einteilen kann, während ich bei den meisten Farben sagen kann, ob sie mir stehen oder nicht, während ich mittlerweile einen recht guten Blick dafür entwickele, was mir stehen könnte, bin ich beim Thema Blümchen nach wie unsicher. Aber im Gegensatz zu anderen Themen, bei denen ich mir nicht sicher bin und die ich dann regelmäßig sein lasse, funktioniert das mit den Blümchen nicht - denn auf die bekomme ich immer wieder Lust.




Also werde ich mir im Mai noch mal das verhunzte Kleid aus dem "tussigen?" Blumenjersey vornehmen und daraus ein neues Kleid basteln und ich nehme den Stoff mit den kleinen lila Streublümchen vom letzten Jahr, der mich seit Tagen becirct und werde mit ihm diskutieren, wie ich ihn irgendwie erwachsener machen kann, um ein Kleid daraus zu nähen, auf dem Meike steht. Und dann habe ich noch ein Retromuster mit Blumen, aber das bereitet mir nicht so viel Sorgen - falls mich zwischendurch der Mut verlässt, wird auch dieses Kleid genäht, jawohl!




Und ihr so? Habt ihr Lust, euch auch noch mal dem Thema Blümchen zu widmen? Dann macht einfach mit. An den beiden Mai-Montagen 6. Mai und am 27. Mai werde ich eine Linkliste zur Verfügung stellen, damit wir uns finden und wie letztes Jahr beschäftige ich mich wieder mit folgenden Fragen:


Mich interessieren:
  • Gedanken und Überlegungen zum Muster an sich, zum eigenem Stil und dem eigenen Verhältnis zu Blümchen, zu der gefühlten Passung zwischen Person und Muster. Was haben Blümchen mit unserem "Kopfkleiderschrank" zu tun. Gibt es einen Grund, wieso manche Blümchen kaufen - aber nicht nähen oder tragen?
  • "alte" Blümchen-Näh-Werke - Kleidungsstücke für Erwachsene - ob geliebt oder ungeliebt und wenn ja, warum
  • und natürlich möchte ich alle euren, neuen, vom Blümchen-Monat-Mai inspirierten Kleider, Röcke, Hosen, Jacken, Mäntel etc. sehen.

Bitte beachtet die Einschränkung, dass ich Links zum Thema "Kleidung mit Blümchen für Erwachsene" sammele. Ich glaube, sowohl Kinderkleidung als auch Wohndeko oder sind ein anderes Thema. Sicherlich auch interessant - aber an anderer Stelle. Accessoires sind ein Grenzbereich und sind für diejenigen, die vielleicht noch mit Blümchen ein wenig fremdeln, ein guter Einstieg.

Außerdem möchte ich, dass der Blümchen-Monat-Mai eine Aktion ist, die versucht, den Dingen auf den Grund zu gehen und keine Plattform um Dinge vorzustellen, die ihr verkaufen wollt. Alles was nicht, diesen Vorgaben entspricht, wird kommentarlos gelöscht.






Mittwoch, 17. April 2013

MMM - gut beschirmt zum Frühlingsanfang



Heute bin ich gut beschirmt beim MMM. Mein erstes, richtiges Sommerkleid für dieses Jahr. Das stimmt zwar nicht ganz, weil ich ja schon drei dünne Jerseykleider genäht habe, aber dieses fühlt sich aufgrund der flatterhaften Baumwolle noch viel sommerlicher an. Auf den Schirmchenstoff wurde ich sofort heiß, als ich ihn bei Frau StrichundFaden entdeckte. Wenige Tage später landete er in meinem Einkaufskorb. Ich konnte einfach nicht anders, finde ich ihn doch einfach entzückend - allerdings für mich schon sehr ungewohnt. Ich hoffe, schon sehr bald mal wieder mit Frau StrichundFaden zu lunchen, aber ich fürchte, als Stoffzwillinge auszugehen, wird doch ein wenig peinlich.

Obwohl mir das Schirmchenkleid gut gefällt, geht es mir mit diesem Kleid genauso wie mit anderen neuen weiten luftigen Röcken: Ich fühle mich untenrum etwas nackt. Dieser Eindruck wird noch dadurch verstärkt, dass das Kleid obenrum ziemlich hochgeschlossen ist und 3/4-Ärmel hat. Ich bin noch nicht sicher, ob es nur "ungewohnt" oder "unstimmig" ist. Vielleicht sollte ich mich doch mal am Petticoat-nähen versuchen? Ich habe mal versucht, einen anderen türkisen Rock darunter zu ziehen, aber da dieser eine bauschige Valeska, auch noch mit Unterrock ist, ist das irgendwie auch suboptimal.






Ich fühle mich ein bißchen, wie Betty Draper, im geblümten Hemdblusenkleid auch zuhause stets adrett gekleidet ist - ich habe wohl zu viel Mad Men in den letzten Wochen, beim Bein hochlegen, gesehen. Das adrette Gefühl kommt sicherlich von dem ungewohntem Baumwollstoff und der ungewohnten Pflicht, das Kleid zu bügeln. Nach fast täglichem Tragen der unkomplizierten Walkkleider durch den Winter, trug ich in den letzten Wochen nur noch Jerseykleidchen. Vielleicht bin ich ne Jersey-Tante und sollte mal husch husch das Pan Am Kleid nähen, bevor es dafür zu warm wird.






Wenn ich mal keine doofe Beinschiene mehr trage, dann kann ich das Kleid mit roten Schuhen kombinieren, von denen ich unzählige Paare besitze. Kennt ihr auch diesen unbändigen Drang, dauernd rote Schuhe zu kaufen? Ich bin immer wieder erstaunt.

Wie findet ihr den roten Gürtel dazu? Ich bin noch etwas unsicher, bei anderen finde ich Gürtel immer schick, bei mir ungewohnt. Das liegt aber auch daran, dass ich nicht recht weiß, wo die Taille ist und wo der Gürtel hingehört. Ich glaube, man kann das Kleid mit und ohne tragen - "ohne" ist etwas mehr casual, vielleicht werden wir ohne Gürtel schneller gute Freunde, das Schirmchenkleid und ich.




Stoff: "Tante Ema Schirmchen- Chacha 6" von Mahler-Stoffe in Hamburg (dort, wenn ich es richtig in Erinnerung habe,  5 Euro/m günstiger als bei stoffe.de)
Schnitt: von Frau STOKX, unverkäuflich
Passform: prima aber ungewohnt.
werde ich noch mal machen? Bestimmt, denn eigentlich ist es ein toller Schnitt, auch wenn ich mit dem Kleid noch warm werden muß. Das ging mir bei dem kariertem Kleid nach dem gleichen Schnitt ebenso.




Nachtrag: was wirklich TOLL ist an diesem Kleid, sind die riesengroßen Taschen. Das liebe ich! Und die Bequemlichkeit dank schrägem Fadenlauf.

Nachtrag2: wie findet ihr die Kleidlänge? Ich könnte noch 2 cm Saum rauslassen, mehr ist aber nicht. Oder 4 cm länger und mit rotem Schrägband. Ginge auch.

Mehr wunderbare selbstgemachte Outfits an echten Frauen findet ihr wie immer auf dem Me Made Mittwoch Blog - heute mit der wunderbaren Julia als Gastgeberin, die heute mit einem Frühlingsmantel und einem kurzärmeligen Kleid den finalen Beweis antritt, dass der Frühling nun wirklich da ist.


Sonntag, 14. April 2013

Himmelfahrtskommando Sew Along: Der Schlachtplan



Gestern hatte ich es schon angesprochen. Mein Sew Along Projekt, das "Pan Am Kleid", liegt auf Eis. Keine Ahnung warum, denn eigentlich ist es ein tolles Projekt und mittlerweile ist alles da. Vermutlich ist es wirklich die Verwirrung ob des Wetters (wie fühlen sich eigentlich 17 Grad an und was ziehe ich dann an?) und die damit verbundene mangelnde Priorisierung der Wunschprojekte.

Da ich mich aber wirklich über die schöne Anzahl an Teilnehmerinnen beim Sew Along gefreut habe und über die tollen Projekte (viele Kleider und Mäntel!), mache ich brav mit und weiter und halte mich mal an die Vorgaben.



Was ist zu tun, um das Ziel zu erreichen?

Schlicht und einfach: anfangen!

Muß der Schnitt noch geändert werden?

Ja, das ist genau der Punkt, der mich gerade vom begeisterten Starten abhält. Ich habe mich für Vogue 8667 enschieden, dieser muß aber noch kopiert, ausgemessen und angepasst werden. Ich würde so gerne mal einfach nähen und schauen, ob es klappt, aber meine bisherigen Erfahrungen haben einfach gezeigt, dass das unsinnig ist. Also steht vor dem Vergnügen immer die Arbeit!




Muß noch etwas besorgt werden?

Da ich mich für das Modell mit der Schluppe entschieden hab, muß ich mir noch überlegen bzw. irgendwo abschauen, wie frau so eine Schluppe konstruiert. Ich stelle mir das aber nicht allzu schwer vor. Sonst ist alles da.

Welche Arbeitssschritte sind nötig?

  • Schnitt kopieren, ausmessen und anpassen.
  • Schluppenkonstruktion herausfinden.
  • Zuschnitt
  • Nähen
Wieviel Zeit habe ich realistisch gesehen?

Zur Zeit nähe ich jeden Wochentag ca. eine halbe Stunde und Sonntag abends habe ich Zeit für Kopieren und Zuschnitt. Ich sollte mich also heute abend mal aufraffen. Ich glaube, das Nähen ist wirklich die leichteste Aufgabe, der Start macht mir Schwierigkeiten. 

Welche Probleme könnten auftreten?

Andere Projekte, die sich in den Vordergrund drängen oder Schnitt zu kompliziert/aufwendig anzupassen. 

Wo sind Abkürzungen?

Keine Ahnung. 

Mehr spannenden Beiträge zum Himmelfahrtskommando-Sew Along werden heute bei Steffi von 81GradNord gesammelt. 





Samstag, 13. April 2013

Jahreszeiten- und Nähkonfusion

Strategisch kann man meine Vorgehensweise derzeit nicht nennen. Obwohl ich diese Woche immer noch mit dem Wintermantel unterwegs war, hatte ich das unbändige Bedürfnis, das flatterhafte und sehr sommerliche Schirmchenkleid zu nähen. Jeden Tag eine halbe Stunde und Schritt für Schritt nähert es sich seiner Fertigstellung. Es fehlt nur noch der Saum. Ob er wohl vor dem angekündigtem Frühling fertig werden wird?

Dann kämpfe ich mit dem irgendwie auch sehr dringendem Bedürfnis, das Möntelchen zu nähen, für das ich jetzt endlich alle Zutaten habe. Fast. Royalblaue Mantelknöpfe in hübsch finde ich einfach nicht. Im Zweifelsfall werde ich mit dem Belegstoff Knöpfe beziehen. Viel wichtiger ist aber die Frage, warum ich derzeit immerzu denke, unbedingt jetzt so ein herbstliches Möntelchen nähen zu müssen?

Mich mit dem Pan Am Kleid zum Sew Along anzumelden, war eher kontraproduktiv. Statt mich zu motivieren und endlich anzufangen, wenigstens den Vogueschnitt vorzubereiten, zu dem ich mich immerhin entschlossen habe, denke ich respektvoll an die Kleid-Idee, zucke mit den Achseln und mache gar nichts. Liegt es vielleicht daran, dass die Frist für den Sew Along für mich zu lang ist und deshalb zum Aufschieben einlädt?

Dann ließ ich mich ich noch dazu motivieren, beim Me Made May13 mitzumachen. Aber vielleicht ist das gar nicht so schlecht, um etwas Ordnung in mein Nähleben zu bringen. Ich hätte auch noch diverse unfertige Projekte, die wenn endlich vollendet, etwas Abwechslung in tägliches Me Made Zeigen bringen würden.

Und dann fand ich heute noch überraschend schnell diese drei Schnitte im Briefkasten, zu denen ich am Montag beim 50%-Sale verführt wurde und fange schon wieder an, zu Träumen ....



Donnerstag, 11. April 2013

Ich liebe das Internet!



Dieser Stapel Schätze ist heute bei mir eingezogen. Ich bin selig und blättere und blättere und blättere darin.

Im Zuge meiner Berichterstattung über meinen Plan, ein "Pan Am Kleid" selbst zu entwerfen und zu nähen, erwähnte ich, dass ich noch keinen Schnitt als Grundlage habe. Was wäre ich ohne meine Leserinnen! Swinging Cat versprach mir, in ihren Schnittmusterheften aus den 60ern für mich zu schauen und präsentierte mir diese Auswahl, die mich zum schmachten, jauchzen und seufzen brachte.




Sind die nicht wunderbar?! Unglaublich oder? Und das in meiner Größe! Nicht, dass ich mich vorher großartig mit dem Thema Retro-Schnitte beschäftigt hatte, ich hatte immer mal glücklos auf einem Flohmarkt danach Ausschau gehalten. Irgendwie bin ich sowieso davon ausgegangen, dass "es sowas in meiner Größe sowieso nicht gibt". Warum eigentlich? Ich habe diese These niemals überprüft.

Irrtum. Zitat aus einem der Hefte: "eine mollige Figur ist keine Schade - schlecht angezogen sein, aber ist es!"




Heute war ich nun mit Swinging Cat lunchen und habe ihr diesen fetten Stapel ungeahnter Schätze abgekauft, da sie sowieso ein anderes Jahrzehnt bevorzugt.  Ist es nicht großartig, dass es das Internet gibt? Jetzt habe ich einen Schatz und hatte ein sehr nettes Mittagessen und Kennenlernen mit einer anderen hamburger Bloggerin!

Nun weiß nun gar nicht, wo und wie ich beginnen soll. Aus was für Stoffen nähe ich so etwas? Und ist das nicht eher was für den Herbst?




Egal, vor dem Preis steht sowieso erstmal der Fleiß, denn die Schnittmusterbögen sehen so aus.




Trotzdem. Ich bin begeistert! Ich glaube nicht, dass ich jetzt nen totalen Retrofimmel bekomme und plötzlich nur noch 60er Jahre-Kleider nähe. So eine Präzision liegt mir nicht, aber ich finde diesen Stil einfach fantastisch. Mir scheint der Anfang der 60er zu liegen, ich mag die Schnittführung, ich mag einfach, was ich sehe und ich bin schon sehr sehr gespannt darauf wann ich was daraus zaubern werden. Bis dahin streichele ich einfach noch eine Weile meine Hefte und träume ein bißchen.





Dienstag, 9. April 2013

Nähen gegen Pollen



Was den Frühling betrifft, bin ich zwiegespalten: Einerseits liebe ich dieses Gefühl, wenn es ein bißchen wärmer wird, es möglich wird, den Mantel geöffnet zu lassen, den Wollschal gegen einen Flatterschal zu tauschen, das Vorgelzwitschern zu genießen und schmunzelnd zu  beobachten, wie allerorten Fidiralla gemacht wird, ich liebe diesen unbändige Drang, ein paar rote Schuhe kaufen zu müssen (erledigt!) und  wirklich jede Gelegenheit zu nutzen, mein Näschen in die Sonne zu halten.

Andererseits gibt es Pollen!

Seit mehr als 20 Jahren quälen sie mich nun, diese fiesen kleinen Dinger. Unsichtbar fliegen sie durch die Lüfte und verderben mir die Frühlingslaune. Ich muß zwar nicht dauernd niesen, aber ich sehe kaum noch etwas mit den Triefaugen und b i n   s e h r    s e  h  r    m ü  ü  ü  d  e  e  e  e  . . .  .  .   .

Was tun?

Da ich ohnehin schon müde bin und dank meiner eleganten Fußschiene sowieso nicht Auto fahren darf (man nennt mich dank des Plastikasseccoires  "Nachwuchs-Storm-Trooper"), kann ich auch ne Antihistamintablette einwerfen und ein Sommerkleidchen nähen. So lange, wie der Winter angehalten hat, rechne ich fest damit, dass der Frühling es nicht lange machen wird und quasi übermorgen die Hitze vor der Tür steht. In diesem Sinne freue ich mich, dass mein (Sonnen-)Schirmchen-Kleid wenigstens hinten schon fertig ist.

Bitte melde dich - Auslosung Jersey-Reste

Schade, ich hatte den Termin für "Bitte melde dich" wohl zu spät bekannt gegeben. Aber immerhin Frau Teufelskrümels Stoffe und meine haben ja viele Angebote für ein neues Zuhause bekommen. Also muß ich nun losen, wer die Stoffe bekommt. Schade, dass ich sie nicht in ein Paket packen darf. Aber ich verstehe schon. Es sind sehr unterschiedliche Sachen, also gab es auch unterschiedliche Interessen. Das Los entschied:

Paket 1, die Viscosestoffe gehen an: Molli Mops

Paket 2. die Baumwollstoffe gehen an: Sandra Nähsee

Bitte schreibt mir an meikehh ät gmx punkt de eine Mail mit eurer Adresse.

Montag, 8. April 2013

Gefahr erkannt - Gefahr gebannt?



Ihr habt doch nicht geglaubt, ich fange sofort mit dem Pan Am Kleid an, nur weil es einen Sew Along gibt? Neee, der hat ja mehrere Schritte, da habe ich ja noch ein bißchen Zeit, oder habe ich da etwas falsch verstanden?

Von den neuen Stoffen, lachte ich mich am meisten der Schirmchen-Stoff an, den ich bei Frau Strichfaden schon so wunderbar fand. Als ich ihn gewaschen und gebügelt hatte, musste ich ihn einfach anschneiden, auch wenn mir das Tragen eines fluffigen Sommerkleides noch reichlich absurd vorkommt. Allerdings, in Hamburg scheint die Sonne und auch wenn ich heute morgen bei -4 Grad das Haus verlassen habe, verspricht die Vorhersage heute mittag 8 Grad. Na, wenn ich da mal keinen Hitzekoller bekomme!

Ich habe lange überlegt, ob ich nun den grünen Pünktchenstoff oder die Schirmchen für ein sommerliches Praktikumskleid verwenden soll. Da ich zu keiner begründeten Entscheidung kam, siegte die Lust auf Schirmchen und ich muss euch sagen, mir tat nach zwei Stunden gebückt um den Esstisch schleichen, zwar der Rücken. die Hüfte und der Fuß weh, aber ich war immer noch sowas von verliebt in die Schirmchen. Erinnert ihr euch? Mary Poppins, Kopfkleiderschrank? Ertappt!

Und jetzt kommt vor dem Nähen, das, wovor ich wirklich Angst habe: die mögliche Enttäuschung!

Denn natürlich ist mir klar, dass ich nicht wie Mary Poppins aussehe und auch nicht, wie die Zeichnungen auf den Vintage-Hemdblusenkleider-Schnitten. Ich weiß es, aber ich vergesse es manchmal. Und wenn ich von den neuen Kleidern in meinem Kopfkleiderschrank träume, dann habe ich leider ganz oft eine zierliche Wespentaille in meinen Träumen. Besseren Wissens. Und dann muß ich ganz tapfer sein, wenn ich etwas frisch Genähtes anprobiere und auf den Boden der Tatsachen geholt werde.

Das ist so blöd!

Ich weiß, dass es anders ist. Ich weiß, wie ich aussehe. Ich weiß es wirklich. Aber die Kopfkleiderschrank-Träume halten sich einfach nicht an dieses Wissen. Aber ich nähe das Kleid trotzdem. Der Schnitt ist toll, der Stoff ist toll - das muß einfach toll werden und ich werde ganz tapfer sein und möglichst objektiv und nüchtern schauen. Das wird schon. Hoffentlich.

Sonntag, 7. April 2013

Himmelfahrtskommando Sew Along Teil 1: der Auftrag



Vorneweg: mit diesen militärischen Sachen habe ich es ganz und gar nicht und auch das Thema Krieg und das Drumherum ist das, was mich an dem Faible für Retro-Mode aus der entsprechenden Zeit irritiert. Der Name des Sew-Alongs und dabei verwendeten Wortspielchen, Bilder und Metaphern sind nichts für mich.

Und trotzdem mache ich mit, beim Himmelfahrtskommando - dem Sew Along bis Himmelfahrt. 

Warum? Weil ich bezüglich des Pan Am Kleides Schiß bekommen bekommen habe. Nach dem misslungenem Wickelkleid von gestern, hat mich ein wenig der "Näh-Mut" verlassen. Das Jerseykleid war als "kleines Erfolgserlebnis für Zwischendurch" gemeint, bevor ich mich an die größeren Projekte, das Möntelchen und das Pan Am Kleid mache. Die ganze Zeit konnte ich mich beim Pan Am Kleid noch damit herausreden, dass mir der weiße Garnier-Stoff fehlt. Doch der liegt nun hier und theoretisch könnte ich starten. Könnte.....

Also reihe ich mich in die Selbsthilfegruppe der Sew-Along-Näherinnen ein, damit das mit kurzem Ärmeln geplante, aber aus dickerem Romanit vorgesehene Pan Am Keid einen konkreten Fertigstellungstermin hat. In meinen Träumen ist es zum Ladenjubliäum von Frau Stokx (am 27.4.) schon fertig - aber ich bin realistisch, wenn ich schon Startschwierigkeiten habe, dann ist es eher unwahrscheinlich, dass das Kleid, von dem nichts steht, als ein kühner Traum und das Material und bei den vielen anderen Projekten für den Kopfkleiderschrank, die mich auch noch verführen, wie von selbst in drei Wochen fertig gestellt ist. Es ist ein Projekt, an dem mehr gedacht und gebastelt, statt einfach nur genäht wird. Solche Projekte neige ich gründlich zu bedenken und dann auf der langen Bank vor mir her zu schieben.

Der Auftrag:
Was ist das Ziel? Was will ich nähen? Welcher Schnitt? Welcher Stoff? Probeteil oder nicht? Entscheidungen, Entscheidungen.

Das Ziel:
Ein schickes knallblaues Kleid im Stil der 60er Jahre - inspiriert durch die Pan Am Uniformen.

Was ist:
  • es gibt den Stoff (mittelblauer Romanit und weißer Polyjersey)
  • es gibt selbstgezeichnete Entwürfe
  • es gibt Ideen dazu, welcher Schnitt verwendet werden könnte (Passt-Kleid oder Vogue 8667 oder Anlasskleid)
Was muß getan werden:
  • Entscheidung für einen Entwurf
  • Vogue 8587 kopieren und vergrößern - denn der ist der Favorit
  • Ideen dazu entwickeln, wie der Entwurf umgesetzt werden kann. 
  • das Übliche: Zuschnitt und Nähen. 
Bevor ich euch noch mal die Entwürfe zeige, in der Reihenfolge meiner derzeitigen Priorität, der Link zur Linkliste des Sew Alongs, der wunderbarer Weise von Frau Alex und Frau Steffi organisiert wird und dessen Entstehung ich schon bei twitter verfolgen durfte.  Ganz herzlichen Dank dafür! Ich freue mich schon darauf zu schauen, was die anderen Teilnehmerinnen der Selbsthilfegruppe für Pläne haben. 




Pan Am Kleid6 Pan Am Kleid Idee 2 Pan Am Idee 3

 Das ist jetzt meine engere Wahl. Alle Pan Am Kleid-Entwürfe findet ihr hier.

Samstag, 6. April 2013

Schluß mit Wickel!

Krass! Ich bin immer noch sprachlos! Ich habe noch nie so etwas hässliches, so wenig passendes genäht. Das Schummle-Wickel-Kleid aus der neuen Knip Mode ist ein Teil für die Tonne geworden. Ich fürchte, ich muß aus den Resten schon wieder ein Rettungs-Vichy-Kleid nähen...

Was ist passiert? Zunächst hatte ich Schwierigkeiten, das Annähen des Fake-Vorderteils mit dem Rüschending zu kapieren. Dank der Hilfe von Frau Fadenzauber konnte ich den Knoten im Hirn lösen und brauchte mich doch nicht der Mühe zu unterziehen, die holländische Anleitung zu übersetzen. Dann habe ich zugeschnitten und zusammengenäht. Mit dem Drüber und Drunter von Oberteilen, Rock und Fake-Vorderrock hatten meine Ovi und mein logisches Denken zwar Probleme, aber die brave Nähmaschine übernahm und irgendwie kamen die Teile dann doch zusammen.

So weit, so gut. Dann die Anprobe. Nix passt. Das vordere Oberteil ist zu kurz, die Schulternaht sitzt zu weit vorne, die Ärmel sitzen überhaupt nicht und ich sehe aus wie eine Matrone. Das kann ich wirklich nicht fotografieren. Mein erster Gedanke: "ich habe noch nie so etwas hässliches, so wenig passendes genäht. Krass, einfach krass!"

Aber dann erinnerte ich mich an das verkorkste Wickelkleid vom letzten Sommer. Das finde ich genauso scheußlich! Vielleicht liegt es ja am Wickelkleid an sich? Vielleicht stimmt die Annahme ja gar nicht, dass ein Wickelkleid die Verkörperung von Weiblichkeit ist und jeder, und vor allen Dingen, den runden Frauen steht. Diese Annahme hatte ich, ohne darüber nachzudenken, von dem Stil-Ratgeberbuch-für-dicke-Frauen von Tine Wittler übernommen. Da stand: Wickelkleider und Wickeljacken sind für dicke Frauen gut - und ich hab es geglaubt. Fortan war ich auf der Suche nach guten Schnitten für Wickelkleider und Wickeljacken. Was bin ich Onion 2012 nachgejagt damals und welche Enttäuschung hatte ich dann damit! Was wollte ich unbedingt so ein Wickeldings (also so ne Wickeljacke) nähen und habe dann die zwei Versuche nie getragen? Warum habe ich nicht gemerkt, dass da irgendwie der Wurm drin ist? Weil ich angenommen habe, dass das, was in den Büchern steht stimmt. Weil ich die Argumentation logisch fand. Weil mir die Illustrationen in dem Wittler-Buch so gut gefallen haben.

Wenn ich jetzt mein neues Teil für die Tonne anschaue - glaubt ja nicht, dass ich das für euch fotografiere, dazu bin ich einfach zu eitel - dann beginne ich zu verstehen, dass Wickelkleider zwar vor ein paar Jahren ganz hübsch an mir waren, aber dass ich mich jetzt in anderen Dingen wohler fühle. Glücklicherweise habe ich jetzt andere Kleider und Jacken! Ich mag einfach das "unter-der-Brust-knoten" nicht und in Ermangelung einer richtigen Taille und da Schnitte dort oft zu kurz für mich sind und dann die Kleidungsstücke dazu neigen, aufgrund des üppigen Vorbaus zu hoch zu rutschen, rutscht eben auch die Taille nach oben und ich fühle mich unwohl. Und selbst, wenn das Oberteil ok ist und die Taille dort sitzt, wo ich sie vermute, ich wickele und knoten und ich fühle mich nicht wohl damit.

Auch wenn ich wirklich traurig darüber bin, dass das Kleid heute nichts geworden ist, so freue ich mich doch darüber, dass ich etwas gelernt habe:

  • immer dran denken, das Vorderteil zu verlängern, damit genügend Platz für die Brust ist, sonst rutscht die Taille des Kleidungsstück nach oben. 
  • verabschiede dich von den Wickeldingern, die unter der Brust geknotet werden, denn du magst es einfach nicht, wenn "der zweite Bauch", der sich leider nach der Schwangerschaft oder aufgrund meines mittleren Alters oder beidem gebildet hat,  zu sehr betont wird. 
  • nähe taillierte Kleider und stricke taillierte Strickjäckchen, aber verabschiede dich vom Wickeln
  • traue nicht voreilig den ach so objektiven Erkenntnissen, was Frauen oder dicken Frauen stehen soll, sondern überlege, ob dir das wirklich stehen könnte. 
Bei Gelegenheit sollte ich mir beide Wickelkleider vornehmen und daraus Rettungs-Vichys nähen, denn es wäre schade, um die schönen Stoffe. Ach, schade! Es ist schade um die schönen Stoffe, die vertane Zeit und auch um den Traum vom Wickeln. Aber immerhin habe ich etwas gelernt und an schönen Kleider und Nähvorhaben mangelt es mir glücklicherweise nicht. 

Superfolie




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Die Linkliste zu "Bitte melde dich" ist bis Sonntag zum Tatort geöffnet! 
Scheut euch nicht, eure ungeliebten Stoffe anzubieten, ich übernehme die hoffentlich bis dahin etwas gefüllte Liste noch mal am Sonntag in einen Extra-Post.

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Was ich eigentlich vorgestern noch erzählen wollte (aber zumindest bereits getwittert hatte): Ich habe sie endlich gefunden, meine Folie!

Nicht zu dick, nicht zu dünn und nicht zu teuer. Ca. 8 Euro hat sie gekostet. Genau weiß ich es nicht, weil der Lieblings-Gatte sie mir aus dem Baumarkt mitgebracht hat. Sonst benutzte ich immer Baufolie, aber erstens ist sie sehr dick und nimmt viel Platz beim Lagern der Schnittmuster weg und zweitens stört es mich, dass ich sie nur auf der Rolle bekommen habe und diese dann dort auch noch aufgewickelt war und aufgeschnitten werden musste. Das ist jetzt eine dicke Malerfolie und obwohl sie etwas gemein stinkt, ist sie für mich zum Pausen und Zuschneiden perfekt.



Freitag, 5. April 2013

Großartige Beute




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        Die Linkliste zu "Bitte melde dich" ist bis Sonntag zum Tatort geöffnet!

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Ich glaube, ich gehe nicht mehr auf den Stoffmarkt. Nach dem letzten Stoffmarktbesuch schleppte ich zwar Beute mit nachhause, aber ein prickelndes Glücksgefühl wollte sich nicht einstellen. Ganz anders heute. Es mag sein, dass es daran lag, dass ich vorher fast zwei Wochen an die Couch gefesselt war und den "Freigang" genoß, aber das glaube ich nicht, denn wenn ich mir meinen Beutestapel von heute anschaue, dann tut es auch gar nicht weh, heute nicht mit Frau Catherine, Frau Nahtzugabe und Frau Wiebke über den Maybachufermarkt geschlendert zu sein (wie ich über twitter erfuhr), denn ich hatte einen sehr schönen Bummel mit meiner frischinfizierten Freundin und ergatterte bei Mahler Stoffe:

  • den heiß ersehnten weißen Polyjersey für das Pan Am Kleid,
  • einen kobaltblauen Baumwollstoff für die Belege des Möntelchens (passt hervorragend zu der buntkarierten gekochten Wolle),
  • einen ganz wunderbaren gepunkteten Jeansstoff für ein fast-ganz-Jahres-Röckchen,
  • den blauen Schirmchenstoff, den ich am Mittwoch anlässlich des MMMs bei Frau Strichfaden anschmachtete.
  • und einen grünen Pünktchenstoff, der mir schon seit letztem Jahr im Kopf herumgeistertet, seit dem ich das entzückende Kleid von Frau Primavera sah. 
  • An das bestellte Pünktchenfutter für Frau Wiebke habe ich natürlich auch gedacht!

Ist das nicht ein großartiger Haufen?

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Ob es wohl nahtlos vom Winter in den Sommer geht und das Möntelchen wird gar nicht gebraucht? Traue ich mich schon an das Pan Am Kleid? Oder doch die Schirmchen oder die Pünktchen anlässlich der Feier zum Shop-Jubiläums am 27.4. von Frau STOKX? Und dann ist da ja noch das Jerseykleid, dass ich gestern zugeschnitten habe.....Hach, so viel zu tun! Großartige Beute!


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Bitte melde dich - #5


"Bitte melde dich" ist eine Aktion aus dem Hause crafteln, die gerne von Euch kopiert werden darf.

In loser Reihenfolge, aber immer freitags, werde ich hier Stoffe einstellen, die mein Seelenheil und meine Lagerkapazitäten belasten, weil sie sich wie ein Fehlkauf anfühlen. Entweder habt ihr eine tolle Idee für mich, was ich mit diesem Stoff machen könnte, oder ihr schreit laut "hier" und nennt mir eure Idee, was ihr damit machen wollt. Je nach Stoff, bezahlt ihr entweder nur die Versandkosten oder aber etwas, auf das wir uns einigen.

Falls ihr etwas Ungeliebtes habt, dem ihr ein neues Zuhause gönnt, tragt Euch unten in die Linkliste ein. Die Linkliste ist bis Sonntag abend zum Tatort geöffnet!

Spielregeln:
  • Stoffe, Schnitte, Kurzwaren und Schneiderzubehör sind ok. Der Schwerpunkt liegt auf den Stoffen.
  • Kleider, auch wenn sie selbstgenäht sind, sind eine andere Aktion, die jemand anderes ins Leben rufen kann
  • Es geht hier nicht ums Geldverdienen. Es geht ums Verschenken oder kleine Gegenleistungen. Wer verkaufen will, macht das im Auktionshaus oder im eigenen Blog ohne Verlinkung hier. 
  • Wer etwas bei "Bitte melde dich" zeigt bzw. anbietet schreibt bitte eine kleine nette Geschichte zu dem Gegenstand (wie kam das Ding zu euch, was war der ursprüngliche Plan etc.)

Blogs sind in meinen Augen dazu da, um Geschichten zu erzählen und Netzwerke zu knüpfen. Ich mag die Idee der Nachhaltigkeit bei der Aktion und den Unterhaltungswert und freue mich, wenn euch das ebenso geht.




Und nun zu meiner heutigen Schrankleiche:

Auf der Suche nach einem Jersey für mein neues Kleid, stieß ich auf die Kiste mit den Reststücken, die ich aufgehoben habe, um daraus irgendwann "Mix-Shirts" zu nähen, wie diese spanische Marke-ihr-wisst-schon. Leider bin ich ne totale Niete im Shirt-Nähen und mag auch gar keine Mix-Shirts. Eine andere, sicherlich auch total vernünftige und gute Idee wäre es, lustige kleine Schlüpper zu nähen, die dann immer zum Kleid passen.......  oder Loop-Schals oder ........Jaja....Theoretisch ist diese Resteverwertung sicherlich eine gute Idee, aber selbst zum Shirt-näh-üben habe ich nie Lust, diese Kiste mal zu öffnen, um darin zu stöbern. Also weg damit.

Auf den nächsten beiden Fotos seht ihr den Inhalt der dicken Kiste. Es sind größere und kleinere Stücke Jersey in Viskose (oben) und Baumwolle (unten) -  Damenstoffe. Zum Teil vielleicht ausreichend für ein Shirt, so genau habe ich nicht geschaut.




Falls eine von Euch Interessen an dieser "gemischten Schlachtplatte" hat und gerne Kleinigkeiten oder gepatchte Dinge aus Jersey näht, dann packe ich die Jerseys zusammen in ein Paket und schicke sie dir gegen Pakteporto.


Ich würde mich sehr freuen, wenn es Eine gibt, die sich über diese Stoffstücke freut, haben will und nutzt!

Donnerstag, 4. April 2013

Die "Qual der Stoffwahl" oder ich liebe Jerseykleider




So schnell bin ich sonst nicht. Eben, also genauer gesagt gestern, die neue Knip Mode aus dem Briefkasten geholt und schon beim dritten Durchblättern entschieden, dass ein Projekt realisiert wird und am gleichen Abend schon den Schnitt rauskopiert. Prima! Schon lange wartete ich auf einen interessanten Jersey-Kleid-Schnitt und dachte schon, ich wäre schon dem von Frau eben-Julia postuliertem Abo-Fluch erlegen: kaum hat frau eine Schnittmusterzeitschrift abonniert, gibt es darin nur noch Müll.



Bildquelle: Knip Mode

Das Titelmodell sprach mich an, obwohl es eigentlich umspektakulär ist. Erst dachte ich, dass mir nur das Retromuster gefällt, als ich aber die Schnittzeichnung und die Schnittteile anschaute, entdeckte ich noch etwas. Es handelt sich um ein Schummel-Wickelkleid. So ein Schummelkleid wollte ich schon lange mal nähen. Es störte mich allerdings immer, dass diese Kleider so schlecht geschummelt aussehen. Durch das Flatterding erhoffe ich mir, dass es bei diesem Kleid eleganter gelöst ist, denn das Vorderteil ist durch das Drapierteil gedoppelt. Das klingt gut.



Nach der Qual der Wahl aus dem obigen Haufen Jerseys, die alle eigentlich ganz dringend Jerseykleider werden wollen, weil ich sie alle wunderschön finde, entschied ich mich vorsichtig für den Blümchenstoff, aus dem ich bereits ein Kleid (Rhodos von der Schnittquelle) genäht habe. Diesen finde ich zwar wunderschön, fremdele aber ganz gewaltig mit dem Kleid vom letzten Sommer. Da ich den Schnitt noch nicht kenne, werden die anderen, nach denen mein Herz noch ein bißchen mehr seufzt, erstmal geschont.


Es ist mir unklar, warum ich dermaßen mit dem Kleid fremdele. Ok, es ist etwas eng und kurz für meinen Geschmack, aber eigentlich sieht es so wie es ist gut aus. Ich frage mich, ob es doch an dem Stoff, den Farben und dem Muster liegt. Eigentlich finde ich diesen Stoff traumhaft (so traumhaft, dass ich davon 6 Meter kaufte), aber es könnte schon auch sein, dass er ein bißchen zu tussimäßig für mich ist.





Ich nahm mir nach der mißglückten Liebesbeziehung zwischen mir und dem obigen Kleid fest vor, den Reststoff für ein etwas sportlicher geschnittenes Kleid (ohne Rüschen und so) aufzuheben und vor allen Dingen für ein Kleid mit den von mir so geschätzten 3/4 Ärmeln. Diese etwas längeren Ärmel habe ich jetzt für das Titelmodell aus einem anderen Schnitt ergänzt und bin gespannt, ob ich nachher, noch mal ein bißchen Zeit finde, es zusammen zu nähen.

Jerseykleider finde ich besser und besser. Zunächst war meine Liebe ein wenig schüchtern, weil ich den Eindruck hatte, man könnte in Jersey jedes Röllchen sehen und das wäre etwas zu unvorteilhaft. Aber einerseits gehören die Röllchen zu mir und andererseits stimmt das für dünnen, einfarbigen Viscosejersey eindeutig noch mehr als für gemusterte Jerseys. In der Übergangszeit, wenn ich noch nicht an flattrige Jerseykleider gewöhnt bin, ziehe ich halt nen Quetschbody drunter, bevor ich im Sommer etwas lockerer werde. Letztlich finde ich Jerseykleider ganz wunderbar: sie sind schnell genäht, schnell gewaschen und getrocknet, nehmen nicht viel Platz im Schrank weg, sind perfekt, um sie in den Koffer zu knüllen und unsagbar bequem. Wenn sie dann auch noch hübsch werden: Bingo!


Morgen - Bitte melde dich

Beim Durchforsten des Lagers, wurde mir eben klar, dass wir morgen mal wieder "Bitte melde dich" -die Aktion, zum Verschenken von stofflichen Schrankleichen - machen müssen. Frühjahrsputz für den Schrank und nicht nur neuer hübscher Putz für uns. Aber wer sagt denn, das das nicht hübsch ist? Keine! Was bei mir herumliegt und mein Karma belastet, kann für eine andere ein wertvoller Schatz sein. Ich bin sicher, ihr findet auch noch einsame Herzen.

Keine Panik! "Bitte melde dich" geht morgen früh online, aber die Linkliste bleibt wie gewohnt bis Sonntag geöffnet, so dass ihr noch Zeit zum Suchen, fotografieren und Geschichte schreiben habt.


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Mehr Informationen zu "Bitte melde dich" findet ihr hier!

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Ich bin mal gespannt, was ihr so findet. Ich habe eben eine große Kiste gepackt, die morgen verschenkt wird und der freie Platz im Regal fühlt sich super an! (Wie praktisch, dass ich morgen Vormittag gleich bei Mahler-Stoffe verabredet bin.)