Sonntag, 31. März 2013

Ein etwas anderer Osterspaziergang



Meine Blogrunde führte heute fast ausnahmslos zu Eierbildern und Osterkram. Nett sicherlich, aber etwas langweilig. Leider habe ich aber auch nicht viel Spannenderes zu berichten. Außer: gestern war ich mit dem Lieblings-Gatten eine Jeans jagen. Für ihn selbstverständlich. Und da das ziemlich anstrengend war, dürfte ich nach dem Jagderfolg noch mal durch einen Stoffladen schlendern bzw hinken.

Trotz vernünftiger Einkaufsliste (weißen, dicken Polyjersey fürs Pan Am Kleid, gemusterte Baumwolle für ein STOKX-Kleid und Belegstoff fürs Möntelchen) hätte ich fast ohne etwas zu kaufen den Laden verlassen. Bis ich bei der vierten Runde durch die Auslagen auf diesen Viscosejersey stieß, der mich ganz herzerfrischend an den Einband eines Fotoalbums meiner Oma aus den 50ern oder 60ern erinnerte. Auch wenn mich der Retrokleider-Näh-Virus (bisher) noch nicht erwischte, an Stoffen mit Retromustern komme ich einfach nicht vorbei und jetzt bin ich wieder damit beschäftigt, welcher Schnitt mich mit diesem Traumstoff zu einem wunderbaren Kleid führen könnte.

Trotz intensiver Beschäftigung mit dem Thema Jerseykleid, habe ich leider immer noch nicht den

- schlichten
- vorteilhaften
- dezenten aber deswegen trotzdem nicht unförmigen

Schnitt gefunden, der so einen Stoff in Szene setzt und mir steht. Die Hoffnung bleibt und die nächste Ausgabe der Knip Mode dürfte ja hoffentlich auch in den nächsten Tagen eintrudeln. In diesem Sinne: Frohe Ostern!


Freitag, 29. März 2013

Hier Luftschlösser, woanders konkrete Pläne

Pan Am Kleid6


Zwei Ideen habe ich noch für das Pan Am Kleid gemalt. Dooferweise schaffe ich es aber nicht, die Bilder zu drehen. Also müsst ihr ein wenig Gymnastik machen, und den Kopf drehen. Aber ein bißchen Bewegung schadet sicherlich an den Feiertagen nicht.  So, gedreht. Jetzt könnt ihr wieder ordentlich sitzen.

Ob und wie es wohl jemals realisiert wird? Ich bin sowas von gespannt!



Pan Am Dress 5


Hier gibt es derzeit nur Luftschlösser, aber dafür werden andere konkret: Habt ihr schon gesehen? Frau Mamamachtsachen und Frau 81GradNord veranstalten einen Sew Along: Das Himmelfahrtskommando.





Coole Idee, oder? Sew Alongs helfen ja, Traumschlösser endlich mal anzugehen, die gemeinsamen Aktionen bringen einfach Schwung in die Sache. Gehts euch auch so, dann nichts wie hin! Da ich aufgrund der doofen Schiene an meinem Fuß im Moment so wenig einschätzen kann, wie es mir in den nächsten Wochen mit dem Nähen geht, bin ich nicht dabei. Aber ihr doch, oder?

Mittwoch, 27. März 2013

MMM - eingesprungen trotz Handicap




Eigentlich bin ich krank geschrieben und gar nicht als Gastgeberin des Me Made Mittwoch dran, aber Catherine hat, erkältet und mit Ohrenschmerz, leider ihr neues Kostüm kaputt gebügelt. Da fußkrank nicht ganz so schlimm ist, wie ein kaputtes Kostüm, springe ich vom Sofa und damit ein, öffne heute im MMM-Blog die Türen und sage "Hereinspaziert"!

Eigentlich wäre ich erst in ein paar Wochen als Gastgeberin dran gewesen und hätte euch auch viel lieber, mein zumindest im Kopf schon fast fertiges blaues Kleid oder ein Frühlingsmöntelchen gezeigt, aber so spielt das Leben: statt schickem Fummel gibt es heute ein gehumpeltes Hauskleid. So ein dünnes Kleidchen ist für die derzeitigen hamburger Temperaturen draußen noch äußerst unangesagt, aber da ich zurzeit hauptsächlich damit beschäftigt bin,  meinen Fuß mit der Plastikschiene hochzulegen, spielt Wetter für mich keine Rolle. Das Kleid ist neu, das Kleid ist fertig, also wird es auch angezogen, auch wenn ich derzeit so gut wie gar nicht aus dem Haus gehe.




Als Schnitt habe ich zum zweiten Mal den Schnitt "Vichy" von der Schnittquelle genäht, den frau nicht nur als Papierschnitt erwerben, sondern sich auch gratis herunterladen und zusammenkleben kann. "Vichy" näht sich flott und könnte ein Superhelden-Schnitt in meiner Sammlung werden. Da sowohl Vorderteil als auch Rückenteil aus jeweils drei Teilen zusammengesetzt wird (die sich aber natürlich trotzdem sehr einfach und flott zusammennähen lassen), kann frau vermurkste Kleider nehmen und statt sie wegzuschmeißen, einfach ein "Vichy" daraus nähen.



Bildquelle: Schnittquelle

Genau dies geschah mit dem Blümchenstoff, der eigentlich schon zum Teil nach einem anderem Schnitt zugeschnitten war. Während des Zuschnitts (im Oktober 2011) dämmerte es mir, dass sich dünner Viskose-Stoff und der dafür vorgesehene Schnitt nicht vertragen werden und der zum Teil zugeschnitten Stoff versauerte zwei Jahre in der Kiste für unfertige Nähprojekte. Diese Kiste unfertiger Nähprojekte belastet ja bekanntermaßen sehr. Ich möchte gar nicht so gerne darüber nachdenken, was da alles noch so schlummert und bin jedes Mal froh, wenn ich eines dieser ungeliebten Projekte doch noch fertigstelle. Ich vermute, da schlummert mindestens noch ein halbfertiges Jerseykleid, dass mit "Superhelden-Vichy" noch gerettet werden könnte.





Eigentlich war es totaler Blödsinn, diesen Stoff so lange unverarbeitet herumliegen zu lassen, denn schon seit Jahren wird mein (Kauf-)Lieblings-Blümchenkleid so dünn, dass ich jedes Mal, wenn ich es trage Angst haben muß, dass es mir vom Leib fällt. Jetzt habe ich endlich einen Ersatz. Das Blümchenmuster finde ich zwar nur fast so gut, wie das vom Original-Lieblingskleid, aber das neue Vichy fühlt sich sicherlich genauso gut an, wenn ich mal keine Thermoleggins und ein langärmeliges Shirt darunter trage.




Das ist das alte Lieblingskleid. Sieht doch ganz ähnlich aus, oder? Das macht mich so froh, dass ich sogar mit lädiertem Bein eine Tanzeinlage versuchte, um euch dynamische Bilder bieten zu können.





Damit ihr den Schnitt noch besser erkennen könnt, zeige ich euch noch meine erste Version von "Vichy", die ich bereits vor drei Wochen beim MMM zeigte. Man sieht, es ist eigentlich ganz simpel, aber durch den Ausschnitt und den Volant macht es doch was her. Mir gefällt es allerdings gemustert besser als uni; aber egal, der lila Jersey lag auch noch rum und wenn das Kleid auch keinen Schönheitspreis gewinnen wird, fühlt sich der Stoff doch gut an und das Kleid wird sicherlich angenehm zu tragen sein, sollte der Schnee doch noch mal irgendwann schmelzen.




Schnitt: Vichy Schnittquelle
Stoff: dünner Viskosejersey von Stoff und Stil
Schwierigkeitsgrad: einfach
Passform: nach Änderungen gut. Ich finde dieser Schnitt fällt noch kleiner aus, als ich es von Schnittquelle gewöhnt bin. Deswegen habe ich schon bei der ersten Version das Oberteil verlängert, damit die Oberweite reinpasst und bei der zweiten Version sogar noch mal mehr. Außerdem habe ich das ganze Kleid verlängert, weil ich 5 cm größer bin, als es Schnittquelle vorsieht. Die Taillierung habe ich leicht begradigt und das Vorderteil im Bruch verbreitert. Bei er zweiten Version habe ich auch noch die Schultern verbreitert.
Werde ich noch mal machen?  Bestimmt. Ich überlege z.B. auch, ob ich es für den Hochsommer, falls es denn einen gibt, das Kleidchen noch mal mit kurzen Ärmeln nähe.




So, jetzt aber zurück aufs Sofa und den Fuß wieder hochlegen! Ich bin gespannt, was die anderen Teilnehmerinnen des MMM heute zeigen - auf dem MMM-Blog gibt es wie jeden Mittwoch wieder viele selbstgemachte Outfits an echten Menschen zu sehen.




Montag, 25. März 2013

Das Pan Am Kleid - neue Ideen

Pan Am Idee 3

Das Pan Am Kleid ließ mich heute nicht los. Nachdem ich dem Gatten stolz meine Bilder zeigte, gab er mir einen Spezialstift für Bildschirme. Fortan war ich nicht mehr zu bremsen und malte und malte. Zwei weitere Entwürfe habe ich noch für euch.

Pan Am Idee 4

Die Idee mit den Knöpfen könnte ich mir auch gut vorstellen, alternativ durch ein Schleifchen oder so ne lockere Schluppe zu varriieren.

Es macht übrigens irre Spaß, mit euch gemeinsam an dem Projekt zu denken!

Auch die super Studie von Herrn Charming (gute Besserung!), die sich schüchtern in den Kommentaren versteckt, würde ich euch gerne zeigen. Interessant, oder? Die Idee mit den Taschen des Pan Am Kostüms habe ich noch gar nicht aufgegriffen. Darf ich das hier zeigen, Herr Charming? Dann bräuchte ich ne URL zum Foto. Denn an dieser Idee möchte ich noch mal weiterdenken!


Pan AM Kleid 001 A bis G Methamorphose

Bildquelle: 1000 Dank Herr Charming!

Das "Joan-Kleid", dass heute Frau Strich und Faden und gestern Frau Galaxy zeigten, spricht mich erstaunlicherweise gar nicht so an. Ich kann gar nicht genau sagen, woran es liegt. Vielleicht, weil es mir zu nachgemacht wäre.

Aber dann las ich den Kommentar von Frau Rieger, der meinen Elan erst mal wieder bremste. Puhhh! Das ist natürlich eine ernstzunehmende Gefahr, dass der blaue Stoff ausbluten und die weißen Details verschandeln könnte! So eine blöde Sache! Ich beschloß eine Waschprobe. Ganz herzlichen Dank für den Hinweis!

Zum Schluß fiel mir noch Vogue V 8667 ein. Das Schwarzweiße (E) links unten könnte auch in Blau mit weißen Knöpfen und weißem Gürtel funktionieren, falls die Waschprobe mißlingt. Dann brauche ich aber unbedingt ein paar weiße Schuhe für den Sommer! (Wenn ich dann mal wieder Schuhe tragen und Laufen kann irgendwann).





Bildquelle: Voguepatterns

Aber jetzt erst mal die zweite Staffel Mad Men schauen! Hach, das macht alles einen großen Spaß!


Das Pan Am Kleid - die Idee

Pan Am Kleid Idee 2

Natürlich will ich das Möntelchen nähen und den Gertie-Blazer. Und natürlich brauche ich noch diverse Jerseykleider in Retromustern. Aber das Projekt, das mir gerade komplett den Kopf verdreht ist "Das Pan Am Kleid".

Am Wochenende habe ich die komplette erste Staffel Mad Men noch mal gesehen und sehr genossen. Beim ersten Durchlauf hatte ich nebenher gestrickt und ich muß sagen, mir ist da doch Einiges entgangen. Ab gesehen davon, dass es mir natürlich hauptsächlich darum geht, den lädierten Fuß hochzulegen, um wieder gesund zu werden, ist der zweite natürlich nicht minder wichtige Aspekt, möglichst schnell eine Idee zu bekommen, was ich aus dem wunderbaren knallblauem Romanitjersey machen will. Aber das wisst ihr ja schon, wenn ihr meinen Live-Bericht vom Samstag gelesen habt.

Jetzt habe ich mich mal im Malen versucht. Als der Gatte mir letztens erzählte, dass es das Mal-Programm flipink fürs iPad gratis gibt, sagte ich jaja, lud es brav herunter und fragte mich, was ich mit einem Malprogramm soll, denn leider kann ich nicht malen. In den letzten 24 Stunden kribbelte es mir aber im Finger, irgendetwas zu Papier zu bringen, um meine Pan Am Kleid-Ideen mit euch zu teilen. Klar, hätte ich für ein retro inspirertes Kleid auch ganz retro auf Papier malen können, aber ich verbringe ja gerade viel Zeit aufm Sofa, da habe ich flipink mal ausprobiert und fand es ganz amüsant. Im Nachhinein finde ich es gar nicht schlecht, meine Ideen zu visualisieren, denn auch wenn das Gemalte wenig mit mir, wie ich wirklich aussehe zu tun hat, zeigt es doch schon etwas konkreter, was mir den Kopf verwirrt.



Pan Am Kleid Idee 1
Aber nun zum wichtigsten: zum Kleid. Fest steht:
  • ich nähe es aus knallblauem Romanit
  • es bekommt weiße Details
  • es hat keinen ausgestellten Rock, sondern wird tailliert und geht dann gerade runter
  • es bekommt kurze Ärmel

Vieles ist noch offen:
  • nähe ich die weißen Details auch aus Romanit oder z.B. aus einer Baumwolle? 
  • nehme ich den gut passenden Schnitt vom Passt-Kleid mit den Prinzessnähten oder einen anderen? 
  • wie groß wird der Halsausschnitt: ich könnte mir alles vorstellen, von Turtleneck bis ziemlich weit und rund und neige zu dem weiteren Ausschnitt.
  • Oder bekommt es einen (Bubi-)Kragen?
Das obere Bildchen finde ich schicker, weniger bieder als das Untere. Allerdings weiß ich nicht, wie ich die schräge Knopfleiste "logisch begründen soll. Theoretisch könnte ich Raglanärmel machen und dann auf die eine Naht die Knöpfe, aber Raglan ist für viel Busen wenig vorteilhaft. Habt ihr ne Idee, wie ich zu diesen schrägen Knöpfen kommen könnte, so dass es logisch ist?

Ich glaube der Schnitt mit den Prinzessnähten könnte schon gut funktionieren, wenn wie oben ein größerer Ausschnitt wäre. Aber auch da die Frage: wo mache ich weiße Details?

Also, was meint ihr? Irgendwelche Ideen? Soll ich weißen Romanit bestellen? Wie gefallen euch meine Bildchen - oder habt ihr eine ganz andere Idee?

* Noch mal zum Verständnis: Natürlich hat das Kleid nichts mit den Pan Am Uniformen zu tun, außer der Farbe und den weißen Details. Es geht einfach nur um den Stil der 60er und außerdem habe ich dem Osterhasen geflüstert, dass ich mir die Serie Pan Am wünsche.

Samstag, 23. März 2013

Live von der Beschäftungstherapie

Sie sind weg! Mann und Kind sind mal wieder für einen Tag unterwegs und endlich darf ich richtig krank sein. Erwachsenenkrank, also mit auf der Couch sitzen und Erwachsenenfernsehen glotzen, bis mir die Augen rausfallen, statt pädagogisch wertvoller Sendung mit der Maus. Das Kind war eine Woche wegen Ohrenschmerzen nicht im Kindergarten und gegen Ende der Woche zunehmend gelangweilt und dementsprechend. Ich wurde immer grummeliger, weil ich wegen der Ohrenschmerzen meine Berlinreise abgesagt hatte und nicht ordentlich mit Shopping-Queen und Konsorten krank sein durfte. Ein Tag voneinander getrennt, dürfte uns gut tun.

Mein Therapieplan für heute: Die gestern Abend begonnene erste Staffel Mad Men weiterschauen und nebenher immer mal das geblümte Zwischending-Vichy-Kleid versuchen zusammen zu tackern. Also vom Nähversuch wahlweise mit linkem ungewohntem Fuß oder rechtem Lädierten, immer wieder zwischendurch zurück aufs Sofa, um beim wiederholten Schauen der Schöne-Kleider-Serie Neues zu entdecken und herauszufinden, was für ein Kleid der blaue Romanit werden will. Mir schwant da schon so etwas mit Prinzessnähten und kurzen Ärmeln. Ich hätte nicht gedacht, wie klasse ich es finde, die Serie ein zweites Mal zu sehen. Bei Staffel Nr. 3 hatte ich im Herbst in der Mitte aus Zeitgründen aufgehört. Da aber das Christkind Staffel 4 und 5 brachten, ist es doch ein netter Einstieg, im Schnelldurchlauf noch einmal neu einzusteigen.

Ein wenig leid tut es mir um das Möntelchen. Das Möntelchen soll ja dran kommen, aber mir fehlt der passende Stoff für die Belege und da ich nicht Auto fahren kann, weiß ich auch nicht, wie ich in den nächsten Wochen zu diesen Belegen kommen könnte, es sei denn der Gatte erbarmt sich in österlicher Milde, mit mir einen Ausflug in ein Stoffparadies zu machen. Leid tut es mir auch um den Gertie-Blazer, denn auch dafür fehlt mir der passende Stoff. Hachjaaaa. Also jetzt Mad Men und schauen, ob Inspiration auf Stofflager trifft und dann der Versucht, mit welchem Fuß das nähen klappen könnte. Ich bin gespannt.

11.55 Uhr
Erste Folge (Nr. 4) gesehen und erste Naht genäht. Beides sehr ungewohnt. Aber es geht! Mal schaun wie lange. Wenn der Fuß schmerzt, gehe ich wieder mit dem Don aufs Sofa.

12.05 Uhr
Wolong, Woloanng,  [voˈlãː]  muß ich dauernd denken. Wenn frau erstmal anfängt, sich über die Aussprache von "Volant" Gedanken zu machen, wirds immer schlimmer.

Außerdem bin ich schon wieder sauer auf mich, dass ich nirgendwo aufgeschrieben habe, welche Änderungen ich beim Zuschnitt gemacht habe. Das ist wirklich ein bekloppter Fehler. Nun ja, ich bin gespannt.

Und dann denke ich immer an den schönen Blümchenmonat letztes Jahr und frage mich, wie es mir wohl in diesem Blümchenkleid gehen wird. Spannend!

12.21 Uhr
Es fühlt sich komisch an, diesen dünnen flutschigen Viscosejersey zu nähen. Als ob ich glauben würde, dass der Schnee doch irgendwann schmilzt.

12.29 Uhr
So, der "Rohbau" ist fertig, d.h. alle Vorderteile und Hinterteile zusammen, Seitennähte und Schulter geschlossen. Der Fuß tut weh, ich weiß schon, warum ich nicht Autofahren soll. Zum Ärmel einstecken gehe ich mit dem Don aufs Sofa.

12.40 Uhr
Aaarrrgs, eben ist der Don rückwärts die Treppen runtergefallen. Der Don und ich, wir sind schon zwei. Nur dass ich vorwärts gefallen bin. Glücklicherweise hatte ich dann keine Rückblende in meine Vergangenheit

12.58 Uhr
Außer ihrem Nachthemd hat Betty IMMER geknöpfte Kleider mit Kragen an. Und ich dachte "ich brauche kein Hemdblusenkleid in knallblau, ich habe doch schon eines". Aber Betty ist sowieso nicht mein Stil. Außerdem könnte ich doch vielleicht das Blau mit weißem Kragen und weißen bezogenen Knöpfen aufpeppen - brauche ich dann nicht auch unbedingt weiße Handschuhe (die natürlich 1a zu meinem Leben passen) ....Hach, das ist alles sooo schööön schwierig.

15.09 Uhr
Für diejenigen, die mein "Live vom Tatort" kennen, ist es vielleicht verwunderlich, dass ich jetzt, zwei Stunden später die eingenähten Ärmel verkünde. Aber heute ist alles anders. Heute mache ich einen gemütlichen "Erwachsenen-Krank-Tag". Heute wird gemütlich genäht und zwischendurch immer wieder Mad Men geschaut und dann mußte ich noch ein paar Nudeln und einen Kaffee kochen und bin todemutig ohne Plastikschiene unter die Dusche "gesprungen". Vor meinem inneren Auge reift ganz langsam ein "Pan Am"-Kleid, die Ärmel sind drin, ich dufte wieder herrlich frisch und weiter gehts mit Don, Joan und Konsorten.

17.10 Uhr 
Ich bin noch da und dran. Für das Bändchen habe ich dieses Mal grünes Schrägband genommen, weil das farblich gut (zu den Schuhen) passte, es allerdings etwas steif. Vielleicht muß ich mir da doch noch mal was überlegen. Bei der Anprobe fragte ich mich wiedermal, wie die anderen das mit dem Ausschnitt handhaben, aber bei mir ist das nen ziemliches Gezuppel, dass der einigermaßen über den BH-Trägern liegt. Gehört das so?

Ich werde jetzt einen einfachen Zickzack-Saum machen, nach so Kringelgedöns steht mir nicht der Sinn. Der Stoff ist sowieso so hauchdünn, da werde ich sonst nur noch mehr graue Haare bekommen. Lieber mit nem Erfolgserlebnis den Tag beenden und dann hoffen, dass das Wetter irgendwann zum Kleid passt.

Bei mir ist jetzt Schluß mit Livebloggen, aber Alex ist noch live dabei!

17.42 Uhr
Na gut, na gut, dann gibts noch ne ungefragte Zugabe. Als ich den Saum nähte, dachte ich mir, dass ihr doch bestimmt das Kleid sehen wollt. Auf Anziehen und Stativ zum Fotografieren aufbauen habe ich keine Lust, aber nen schnelles Bild am Bügel war drin.

Außerdem dachte ich beim Säumen, dass ich Jerseykleider wirklich mag. Nicht nur, dass sie sehr bequem sind und gut zum Reisen sind, weil sie nicht knäulen. Sie sind ein schnelles Erfolgserlebnis und dank nicht vorhandenem Reißverschluss, Knöpfen etc. auch ne günstige Art und Weise, den Kopfkleiderschrank zu verwirklichen. Allerdings bin ich immer noch auf der Suche, nach dem perfekten Schnitt und bei jeder Ausgabe der Knip hoffe ich. Wie gut, dass ich nen Knip Abo und noch  vier ganz wunderbare gemusterte Jerseys im Schrank liegen habe. Da kann ich vom Möntelchen und vom Pan Am Kleid Träumen und zwischendurch immer mal nen Erfolgserlebnis produzieren. Frühling bitte!


Donnerstag, 21. März 2013

Beschäftigungstherapie



Am Dienstag bin ich die doof die Treppen runtergefallen. Rechts tuts weh: Schulter ausgekugelt, Knie schmerzt und im Fußgelenk sind die Bänder gedehnt oder gerissen. Laut Arzt ist das egal, ob gedehnt oder gerissen, die Therapie ist die gleiche. 6 Wochen so nen Plastikding am Fuß und jetzt erstmal viel kühlen und Bein hochlegen. Langweilig!

Nach kompliziertem Stricken ist mir nicht zumute. Ich vermute auch mal, dass da die lädierte Schulter nicht mitspielt. Aber heute hatte ich den unbändigen Drang zum Häkeln. Das Internet bot mir zwar unzählige Möglichkeiten, doch selbst beim stundenlangen Durchsehen von ravelry und Pinterest fiel mir irgendwie nichts ein, was ich aus Alpaka Silk brauchen könnte. Irgendwann erinnerte ich mich, dass ich noch doofes schwarzes Cotton-Light im Lager habe, aus dem ich mal ne Strickjacke stricken wollte, aber dauernd die Lust verlor, weil das Strickstück so dick, steif und schwer war. Also häkele ich jetzt ne Tasche um die Langeweile zu vertreiben. Leider ist mir beim Häkeln eingefallen, dass ich schon ne schwarze gehäkelte Tasche besitze. Egal. Ist ja Therapie.

Ich bin gespannt, wann Nähen wieder geht. Autofahren darf ich 6 Wochen lang nicht, übers Nähen hat der Arzt nichts gesagt. Zur Not muß eben der grobmotorische linke Fuß ran.

Dienstag, 19. März 2013

Früh übt

"Was malst du da?"
"Ein Schnittmuster. Für dich!"
"Toll! Und was kann ich mir damit nähen?"
"Ein Blümchenkleid, das brauchst du doch für den Frühling!"

Montag, 18. März 2013

Zwischending


Konzentriertes Arbeiten mit halb-krankem Kind ist kaum möglich, also dachte ich, machstde doch mal nen Zwischending zwischendurch, schnappte mir den verschnittenen Jersey vom vorletzten Jahr und schnitt ein Vichy (ihr erinnert euch, der Gratisschnitt von Schnittquelle) zu. Kein Risiko. An die Schönheit des Blümchenjerseys hatte ich letztes Jahr schon gezweifelt und da der Stoff ohnehin schon verhunzt war - ein Vorderteil zugeschnitten, um dann die Überlegung anzustellen, dass Schnitt und Stoff nicht zusammen passen - habe ich einfach losgelegt.

Es könnte sein, dass Vichy, sollte mir das zweite Kleid gefallen, zur Geheimwaffe werden könnte, denn durch die kleinen Schnittteile (waagrecht geteiltes Vorder- und Rückenteil) könnte es theoretisch DER Schnitt werden, mit dem verhunzte Teile gerettet werden können. Wir werden sehen!



Das Möntelchen



Aus diesem Stoff, genauer gesagt "gekochte Wolle" möchte ich ein "Möntelchen" nähen. Ein "Möntelchen" ist ein Frühjahrsmäntelchen für diejenigen, die sich ohne Rechtschreibekorrektur bei twitter verschreiben. Theoretisch wollte ich gestern abend damit anfangen, war aber dann doch zu faul dazu, denn vor dem Start steht Einiges zu denken an. Da dem "Möntelchen" aber von Frau Strichfaden aka Frau Ex-Hausmaus so nett zugeredet wurde, soll das Projekt nun - trotz Zweifel, ob es nach den Schneestürmen jemals einen Frühling geben wird - realisiert werden.

Den Schnitt habe ich schon. Trotz very unsexy Namen, möchte ich gerne ein "Bad Tölz" von der Schnittquelle nähen.





AAaaaber, Bad Tölz soll aus "mitteldickem Walkloden" genäht werden. Das Problem: mitteldicker Walkloden ist nicht nur ziemlich teuer, sondern auch in Hamburg in guter Qualität schlecht zu bekommen.

Auf dem Stoffmarkt habe ich vor n Jahren (schon vergessen, wann das war, so lange ist das her) die obige gekochte Wolle gekauft. Das war ne Mischung aus "Geizkauf", weil gekochte Wolle eben billiger als Walk ist und eine Faszination ob der leuchtenden Farben, die mein Herzchen immer höher schlagen lassen. Aber weil es eben gekochte Wolle und kein Walk ist, habe ich mich bisher noch nicht getraut, das dicke Paket in meinem Schrank zu verarbeiten.

Jetzt meine Frage an die Expertinnen:

Wenn ich Bad Tölz aus der gekochten Wolle, die sich wie ein verfilztes Strickstück anfühlt, arbeite, wäre es dann nicht sinnvoll, an manchen Stellen mit Belegen (aus einem anderen Stoff?) oder sogar insgesamt mit Futter zu nähen?

Ich weiß, im Internet kann frau nicht fühlen, aber deswegen schrieb ich ja, dass es sich wie ein verfilzter, gekämmter Strick anfühlt, also recht elastisch. Das ist bei den sehr figurbetonten Schnittquelleschnitten ja nicht unbedingt von Nachteil. Gegen das Füttern spricht, dass ich wenig Lust auf so viel Aufwand habe. Deswegen die Schummel-Idee mit einem unterfütterten Kragen und Belegen an den Kanten.

Was meint ihr?

Sonntag, 17. März 2013

Lese-Tipp

Ich habe gerade akute Faulenzeritis, aber Frau Nahtzugabe war fleissig, und hat eine interessante Artikel-Serie nicht nur für Näh-Neulinge gestartet. Los gehts mit dem Thema "Welche Schnittmuster gibt es?"

Mir geht es gerade so, dass ich seufzend den Stoffvorrat und den Schnittmustervorrat betrachte und so gar keine Passungsmöglichkeit - auch und insbesondere zum Wetter - entdecke. Gestern war ich mal motiviert, den karierten Wollstoff zu schnappen, fand aber keinen passenden Kleiderschnitt. Heute dachte ich, das ungünstig zugeschnittene Vorderteil eines flutschigen geblümten Viskosejersey könnte doch vielleicht mit dem dazugehörigen Rest zu einem Vichy zugeschnitten werden - aber ein Blick aus dem Fenster verdarb mir die Laune auf Sommerkleidchen. Hachjaaaaa, da faulenze ich doch einfach weiter....

Frau Kirsche habe ich gerade ne Mail geschickt, ob sie nicht an Ostern Lust hat, mit mir den Gertie-Blazer zu nähen. Das wäre ja mal nen Projekt! Schade, dass ich gerade meine für diese Woche geplante Berlinreise abgesagt habe; vielleicht hätte mich ja ein Besuch auf dem Markt motiviert. Aber da ich die Quelle für gepunkteten Futterstoff in Hamburg kenne und Frau Wiebke dringend so etwas benötigt, muß ich ja sowieso noch mal dringend zu Mahler-Stffe in den nächsten Tagen.

Freitag, 15. März 2013

Das könnte ich doch selbst machen

Vorgestern war ich mit der frischinfizierten Freundin "Knöpfchen kaufen", d.h. durch kleine Lädchen ohne bestimmte Kaufabsicht bummeln. Wir zogen also von Lädchen zu Lädchen und die frischinfizierte Freundin hatte das gleiche Erlebnis, dass ich mich nun seit 3 Jahren heimsucht: ich schaue mir begeistert etwas an und denke "ach, das kann ich doch selbst machen". Das ist auf den ersten Blick ein geniales Gefühl. Habe ich schon mal erwähnt, dass ich Allmachtsfantasien mag - wenn ich sie habe, versteht sich.

Die Krux dabei ist, dass frau natürlich einen Großteil dieser Dinge niemals selbst macht. Bei mir bezieht sich das vor allen Dingen auf die unzähligen Täschchen und Schmuckstückchen, die ich zwar reizend und durchaus begehrenswert finde, die ich aber natürlich niemals selbst mache.

Schon komisch. Aber manchmal ist es genau dieses Gefühl, dass ich beim Knöpfchen kaufen mag und das gleichzeitig meinen Geldbeutel schont - damit ich bei nächster Gelegenheit beim Stoffkauf wieder zuschlagen kann.

Montag, 11. März 2013

Gefühlte Kompetenz

Gestern kam meine frischinfizierte Freundin zu Besuch; die, die sich jetzt auch eine Nähmaschine wünscht. An der Tasche sah ich eine Häkelblume und auf dem Kopf hatte sie so ne Boschi-Mütze. Ganz stolz erzählte, dass sie sich das Häkeln mit Youtube beigebracht hatte. Ja, so ist das heutzutage! Verwundert erzählte sie auch, dass sie schon mehrere Menschen angesprochen hätten, ob sie nicht auch für sie eine Blume oder eine Mütze häkeln würde. Sie? Sie hatte das doch gerade erst vor ein wenigen Tagen gelernt!

Das brachte mich auf den Gedanken, dass es sich hierbei um "gefühlte Kompetenz" handelt, bei der - wie in vielen Fällen - das Selbstbild und das Fremdbild nicht übereinstimmt. Diejenigen, die etwas nicht können, sind beeindruckt von der Kompetenz der Selbermacherin. Hingegen diese sieht immer nur die unperfekten Dinge und fühlt sich als wie auch immer schon ein bißchen oder noch gar nicht so weit fortgeschrittene Anfängerin. Und was ziehe ich für Schlüsse daraus? Vielleicht "einfach machen", auch wenn frau zunächst denkt "das schaffe ich nie"? Oder nicht ganz so kritisch mit den eigenen Werken sein?

Sonntag, 10. März 2013

Geht doch

Kaum hatte ich gestern mein Post über die Geschenke geschrieben, kramte ich die Wolle raus und strickte den ersten "Babyleg". Manchmal muß ich mich erst sortieren, um herauszufinden, was sich richtig anfühlt Und was nicht. Bloggen hilft dabei. Das stricken ging leicht von der Hand und ich freue mich schon darauf, knubbelige, gut gewärmte Beinchen aus einer Tragehilfe rausbaumeln zu sehen. Schon komisch.

Samstag, 9. März 2013

Frei machen

Diese Verpflichtungen. Lästig! Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber wenn ich das Gefühl habe, etwas zu müssen, zu etwas verpflichtet zu sein, dann sinkt meine Motivation gen Null. Plötzlich kommt die gemeine Aufschieberitis, gegen die ich gar nichts machen kann. Ich weiß, ich sollte etwas machen, aber aus mangelnder Lust, trotz juckendem Verpflichtungsgefühl, bekomme ich es nicht auf die Reihe.

In unserem Bekanntenkreis regnet es derzeit mal wieder Babys. Da mittlerweile überall bekannt ist, dass ich nähe, stricke und häkele, wird davon ausgegangen, dass ich irgendetwas ach so niedliches, (das es sonst nur überteuert - so sagen die Nicht-SelbermacherInnen) in kleinen Lädchen zu kaufen gibt, herstelle und verschenke. Ich bin nicht sicher, ob das wirklich von mir erwartet wird, aber ich habe das verdammte Gefühl, das das so ist. Nur habe ich überhaupt keine Lust, irgendso einen hübschen Tüdelüt zu nähen. Wenn ich so etwas sehe, denke ich immer "ach wie schön" und "ach wie schade, dass ich, als ich schwanger war noch nicht nähen konnte", aber nur weil ich es jetzt könnte, heißt das noch lange nicht, dass ich jetzt den unbedingten Drang verspüre, es zu realisieren.

Und dann frage ich mich ausführlich "warum nicht". In der Zeit, in der ich  mit meinem schlechten Gewissen kämpfe, statt mal eben schnell ein Mützchen oder ein Knistertuch zu nähen, fühle ich mich natürlich doof, aber merkwürdiger Weise funktioniert das Nähen ohne Lust bei mir nicht. Allein der Gedanke, den Stoffschrank zu öffnen und etwas zuzuschneiden, verdirbt mir die Laune. Das hält mich natürlich nicht davon ab, in meinen Schnittmusterzeitschriften zu blättern, in Online-Shops nach Erwachsenen-Jerseys zu surfen und von meinem Kopfkleiderschrank zu träumen.Genau das ist es. Obwohl ich mittlerweile einen gewissen Sättigungsgrad meines Kleiderschrankes erreicht habe und obwohl sich mein Kleiderschrank und mein Kopfkleiderschrank nun schon sehr stark angenähert haben, nähe ich doch immer noch am allerbestern für den Menschen, den ich am liebsten haben sollte: für mich!

Und vielleicht ist es auch so, weil mich diese Sprüche nerven, wie überteuert diese Sachen in den Läden so sind. Mich stört es, dass zwar einerseits gerne genommen wirdwas geschenkt wird, aber anderseits wenig Wertschätzung dem damit verbundenen Arbeitsaufwand entgegen gebracht wird. Sollen sie doch weiter Pferdefleisch essen! Es gibt nur wenige Menschen, die von mir die manifestierte Liebe in etwas Selbstgemachten geschenkt bekommen. Witzigerweise fällt es mir dann auch sehr leicht zu werkeln und  zu verschenken.

Ansonsten muß ich einfach an mir arbeiten, dass ich nicht diejenige bin, die mir Druck macht. Wie gesagt, ich weiß ja noch nicht mal, ob die anderen wirklich Selbstgemachtes von mir erwarten. Aber selbst wenn: es bleibt doch meine Entscheidung, ob ich es mache oder nicht. Viele junge Eltern können wahrscheinlich mit etwas Geld sowieso mehr anfangen, als mit dem 100. schicken Body in Größe 50. Das Problem ist in meinem Kopf. Davon werde ich mich jetzt frei machen!

Mittwoch, 6. März 2013

Ich frag einfach mal

Bildquelle: flattr Blog

In letzter Zeit war gefühlt, wenig los hier im Blog. Hin und wieder machte ich beim MMM mit oder schrieb etwas über meine Projekte, aber irgendwie war es ein wenig langweilig. Ich hatte in letzter Zeit keine Idee mehr, was der Blog für mich sein soll und wie ich ihn weiterführen will. Das soll sich nun ändern.

Als Freiberuflerin muß darf ich mir meine Zeit selbst einteilen und verdiene mit sehr unterschiedlichen Tätigkeiten mal mehr und mal weniger Geld. Vieles, was ich mache, generiert nicht sofort Geld, sondern gehört eben zu den Aufgaben rund ums Geldverdienen mit dazu. Bei manchen Tätigkeiten steckt eine Menge Herzblut und Hoffnung mit drin; Hoffnung, dass das, was mir am Herzen liegt, auch anderen gefällt und vielleicht irgendwann einen Teil meines Einkommens mit ausmacht. Das Nähen meiner Kleidung und das öffentlich Darüber-Nachdenken sind so ein Herzblut-Projekt, das gerne mehr, als nur ein Hobby sein will.

Mir ist klar, dass das goldene Handwerk nichts für mich ist und ich mir mit dem Verkauf von Selbstgenähtem keine goldene Nase verdienen werde und will. Ebenso klar ist es für mich, dass ich Blogs, die Magazinen ähneln, voller Werbung sind und bei denen die redaktionellen Inhalte kaum noch von der Werbungs zu unterscheiden sind, gar nicht mag. Aber ich mag Blogs! Ich mag es, zu bloggen und ich mag die Blogosphäre und beobachte seit Langem, wie verschiedenartige Versuche unternommen werden, die produzierten Inhalte ernst zu nehmen und es den ProduzentInnen möglich zu machen, wenigstens einen Teil ihres Lebensunterhaltes damit zu verdienen.Mit großem Interesse verfolgte ich, wie zum Beispiel Herr Buddenbohm einen Teil seiner Ausgaben durch Fans finanzieren lässt, in dem die Geschenke für seine Kinder von LeserInnen gekauft werden und wie er jetzt seine Kernkompetenz bloggen auf gelungene Weise thematisch variiert und sponsorn lässt. Bei Frau Schrupp las ich immer wieder von differenzierten Überlegungen, wie Bloggen honoriert werden könnte und bei vielen anderen auch.

Dazu, den Flattr-Button auf meiner Seite zu integrieren, brachte mich mein Gespräch mit Frau STOKX. Mir ihr verbindet mich nicht nur die Leidenschaft für gutes Design. In den letzten 20 Jahren drehten sich unsere Gespräch auch immer wieder darum, wie man Leidenschaft und Können zu Geld machen kann. Als ich ihr von meinen -trotz schicker Kleider- leider nicht erfolgreichen Anlässen erzählte, erinnerte sie mich daran, dass ich mehr von dem machen soll, was ich kann: gründlich nachdenken und darüber schreiben. Und sie zeigte mir den großartigen Film der beindruckenden Amanda Palmer. Anschauen!




"Frag doch einfach!" ist ihre Botschaft. Frag diejenigen, die mögen, was du machst, ob sie bereit sind, dir zu helfen!

Deswegen habe ich den flattr Button auf meinem Blog installiert. Wenn dir gefällt, wenn es dich amüsiert oder berührt, was ich schreibe, dann gibt mir ein paar Cent oder ein paar Euro dafür. Ich freue mich dann über diese Wertschätzung, denn sie gibt mir in der Summe des berühmten Kleinviehs die Zeit, Ruhe und Gelassenheit noch mehr zu bloggen, das dich berührt.

Obwohl ich schon länger andere Beiträge flattere, hatte ich bisher vermieden, damit selbst Einnahmen zu generieren. Ich befürchtete, dass der Buchhaltungsaufwand im Vergleich zu den möglichen Einnahmen in keinem Verhältnis stünde. ABER: wenn ich mir wünsche, dass das Internet eine Möglichkeit ist, unabhängig von den Verlagen, die nur mainstreamig in Bestseller investieren ("Wir setzten nur noch auf Spitzentitel"), wertvolle Inhalte zu produzieren, dann müssen wir damit anfangen, Inhalte, die uns etwas bedeuten, auch finanziell zu unterstützen! Und wenn es am Anfang nur ein paar Cent sind, egal. Es ist ein Anfang!

In diesem Sinne möchte ich mehr Beiträge wie "nicht mehr dick" oder "Versöhnung mit der Mitte" schreiben, von denen ich weiß, dass sie euch berühren oder auch mal wieder Live-Bloggen, um euch zu unterhalten. Vielleicht nicht jeden Tag oder jede Woche, aber mehr sollen es sein. Mehr Inhalte. Denn das ist was ich kann, was ich euch zeigen möchte und bei dem ich mich über eure Wertschätzung freue.

Es ist ein wenig beschämend, Euch um Geld zu bitten. Aber warum eigentlich? Wenn ihr zum Bäcker geht und ein Brötchen, gebt ihr für dieses auch Geld. Wer wie ich, fast ausschließlich im Internet liest, möchte für gute Inhalte auch das bezahlen, was beim Kauf von Zeitungen und Magazinen gespart wurde. Vielleicht geht es euch genau so. Und immer, wenn wieder dieses komische Gefühl, diese Scham aufkommt, dann denke ich an Amanda Palmer und reiche euch virtuell mit einem Lächeln eine Blume

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Wie funktioniert flattr?

Bei flattr kann frau oder man sich registrieren und monatlich einen frei gewähltenBetrag einzahlen, der einer für die Inhalte, die im WWW konsumiert werden, wert ist. Sieht man unter einem guten Blog-Beitrag oder auf einem Blog einen flattr-Button, so kann mit einem Klick eine Spende übermittelt werden. Am Ende des Monats teilt flattr dein Budget auf deine Klicks auf und überweist den ProduzentInnen der Inhalte ihren Anteil.




MMM - im Hauskleid im Home-Office



Ein Traum in lila oder ein Nachthemd? Das ist die Frage!

Natürlich habe auch ich den Gratisschnitt "Vichy" von der Schnittquelle genäht. Runtergeladen, die nur 15 Seiten zusammengeklebt, gewundert, wie wenig Stoff von Nöten ist, die kleine Schnittteile skeptisch beäugt und mich auf mein neues Probe-Kleidchen gefreut.

Da es eben noch nicht richtig Frühling ist, beschloss ich den lila Jersey-mit-Seide anzuschneiden. Diesen hatte ich mal günstig bei e*bay gekauft und seit dem lag er herum. Das lag wohl an der Farbe. Lila ist nun wirklich nicht meine Lieblingsfarbe, aber sobald irgendwo "Seide" darauf steht oder drin ist werde ich schwach. Luxusweibchen eben. Zack, liegt es in meinem Einkaufswagen.

Und so lag dann dieser streichelzarte Stoff einige Zeit bei mir herum, wartete zunächst auf den Herbst und dann auf den Frühling. Da er für ein Shirt vorgesehen war - ihr erinnert euch, an den Reinfall mit den Fledermausärmeln - hatte ich nicht wirklich viel Stoff. Da kam mir Vichy mit einem Stoffbedarf von unter 2 m gerade recht. Und egal, ob diese Farbe nun der Hit ist oder nicht. Für ein Probekleid bzw. ein Hauskleidchen ist der Stoff ganz wunderbar!




Wahrscheinlich fremdele ich ein wenig mit dem Kleid, weil es wirklich SEHR LILA ist. Ein gemustertes Tüdelüt hätte mir schon besser gefallen. Aber, wenn ich die Fotos so ansehe, gefällt es mir doch besser, als im Spiegel. Sooo schlecht ist es gar nicht. Ich glaube, ich bin einfach nur keine Flatterkleidchen mehr gewöhnt. Der letzte Sommer ist schon soooo lange her!

Meine wunderbaren Leserinnen hatten mich bei der Ankündigung schon darauf hingewiesen, dass Vichy etwas spack ausfällt. In weiser Vorsicht habe ich also folgende Dinge beim Zuschnitt geändert:
  • ich habe in der Weite ein paar Zentimeterchen zugegeben
  • die Taillenrundung etwas begradigt. 
  • und das Oberteil verlängert.
Das Oberteil habe ich verlängert, damit "mehr Brust reinpasst" und die Teilungsnaht unter dem Busen statt auf dem Busen sitzt. Aber je nach dem, wie stark frau den Ausschnitt einkräuselt rutscht natürlich das Oberteil nach oben oder unten. Bei der nächsten Vichyversion werde ich die Schultern zum Hals hin verbreitern, um den Ausschnitt etwas zu verkleinern. Die Mehrweite im hinteren Oberteil werde ich wieder rausnehmen und das verbreiterte Rockteil gekräuselt oder irgendwie sonst annähen. Außerdem werde ich vermutlich auch das Unterteil noch etwas verlängern, denn schließlich bin ich mit 1,73 cm fünf Zentimeter größer als das Standartmaß für die Schnitte. 

Schwierigkeiten hatte ich bei dem Bindeband. Ich hatte erst einmal keine Ahnung, wie ich das machen soll. Zuerst habe ich einen Streifen des lila Jerseys gefaltet und zusammengenäht. Aber dieser dehnte sich zu sehr. Also habe ich im zweiten Anlauf dann einen gepunktete Baumwollstoff genommen und wie ein Schrägband gefaltet und dann abgesteppt. Lag ich so falsch mit meiner Idee, den gleichen Jersey zu nehmen? Wie macht man das? 

Den Rüschensaum habe ich dieses Mal auch gut hinbekommen. Bei "Rhodos" von der Schnittquelle hatte ich ja meine liebe Not, als ich dies bei dem dünnen Jersey mit der Overlockmaschine mehr schlecht als recht hinbekam. Dieses Mal habe ich es mit der normalen Nähmaschine, genau, wie in der Anleitung beschrieben gemacht. Saum einmal umschlagen, etwas gedehnte Schnittkante mit schmalem Zickzack antackern, Saum knapp neben der Zickzacknaht abschneiden. Nach ein paar Versuchen an einem Musterstück, um herauszufinden, wie ich den Zickzackstich einstelle, ging es ganz einfach. 




Im noch nicht frühlingsfrischen Home-Office habe ich heute allerdings noch ne warme Leggins drunter, ne dicke Strickjacke darüber und Puschen an den Füßen. Ich freue mich schon auf nackte Beine und vermute mal, dass sich dann dieses lila Probeding mehr als Kleidchen, denn als Nachthemd anfühlt. Und auf eine gemusterte Version von Vichy freue ich mich auch schon. Ich bin mir aber noch nicht sicher, welchen meiner langgehüteten Schätze ich dafür anschneide.

Schnitt: Vichy Schnittquelle (als Downloadschnitt gratis hier, gibt es aber auch auf Papier zu kaufen)
Stoff: Jersey aus Seide
Schwierigkeitsgrad: einfach
Passform: So, wie ich es jetzt geändert habe, ist es ok, beim nächsten Mal würde ich eventuelle das Armloch noch etwas vergrößern und den Ärmel einen Tick verbreitern und es eventuell etwas länger machen.
Werde ich es nochmal machen: auf jeden Fall! Mindestens einmal in gemustert und ich könnte mir auch sehr gut eine kurzärmlige Version in uni für den Hochsommer vorstellen.

*verwundert darüber, dass mein Gesicht verziert ist? Ich hatte wenig Laune für Fotos und schaute auf allen sehr angestrengt. Solche Bilder mach ich einfach nicht von mir veröffentlichen. Irgendwann gibts auch wieder Grinsebilder von mir.

Mehr wunderbare selbstgemachte Outfits an echten Frauen findet ihr wie immer im MMM-Blog. Den Rock der schicken Gastgeberin Frau Nahtzugabe WILL ICH AUCH!

Dienstag, 5. März 2013

Nähmaschine gesucht

Ha, ich habs geschafft! Die Freundin, mit der ich letztens nähte, will jetzt auch ne Nähmaschine und hat sich für nen Nähkurs angemeldet. Wieder eine mehr! Wir kriegen sie alle!

Tja, und was antwortet frau auf die Frage nach der Nähmaschine?

Schwierig, schwierig. Meine Brother hat ca. 600 Euro gekostet. Ist das nun viel oder wenig? Für eine, die gerade anfängt und gar nicht weiß, ob sie weiter macht (wir wissen das ja, aber die Anfängerinnen eben noch nicht) erscheint das viel Geld. Im Nähmaschinenladen waren diese 600 Euro eher das Anfangsbudget. Ich habe mich ausführlich beraten lassen und bin jetzt, 3 Jahre nach dem Kauf immer noch vollauf zufrieden mit meiner Innov-IS150. Sie näht tadellos, macht keine Zicken und ich wüsste nicht, was mir ein Upgrade an Mehrwert bringen sollte. (Sollte mir jemand ne neue Maschine aufdrängen wollen, würde ich lieber ne besser Ovi nehmen... aber das ist ein anderes Thema.)

Was rate ich Einer, die eben nicht 600 Piepen ausgeben will oder kann? Bestimmt nicht zu einer Maschine vom Discounter. So ein Erbstück hatte ich in meinen ersten Nähwochen und nur Frust damit. Aber was wäre trotzdem ein Anfang, der nicht frustriert aber eben auch dem schmalen Geldbeutel gerecht wird? Eine gebrauchte Maschine? Von privat oder aus dem Fachhandel?


Kennt ihr Eine, die ihre noch gute Nähmaschine (vielleicht sogar im Rhein-Main-Gebiet) verkaufen will, um sich zu verbessern?


Oder habt ihr den ultimativen Tipp für ein gutes Einsteigermodell? 


Sonntag, 3. März 2013

Stoffmarkt



Das Gesetzt gilt: egal, ob die Sonne scheint, es regnet, stürmt oder schneit - auf dem Stoffmarkt in Hamburg ist es kalt. Ich bin dennoch frohen Mutes und leise vor mich hinsummend ("ich lieb den Frühling, ich lieb den Sonnenschein...") über den Markt geschlendert und habe mich über all die Stände mit Kinderstoffen etc. gefreut, an denen ich nicht schauen mußte. Wie herrlich ist es, langsam dem Gefühl zu trauen, den eigenen Stil gefunden zu haben!

Wie letztes Jahr befummelte ich zwar unglaublich viele wild gemusterte Jerseys, in dem festen Vorsatz, ein paar Jerseykleider zu nähen, konnte mich aber zu keinem bunten Ding entschließen. Zu früh für den Sommer?

Und wenn ich nicht auf dem Rückweg geblitzt worden wäre (das war definitiv nicht meine Woche), dann würde ich mich über den knallblauen Romanit (oben bzw. links) für ein Kleid (wenn ich mich nur für einen Schnitt entscheiden könnte) und den beschichteten Köper (hach, ich liebe den Stand von Benno) für zwei Sommer-Röcke ( ihr wisst schon) und eine Jacke (Gertie?) oder einen Mantel ( oder Stokx) sehr freuen. Sieht aus, als hätte ich eine neue Lieblingsfarbe.