Mittwoch, 27. Februar 2013

MMM antizyklisch



Vor ein paar Tagen wurde er endlich fertig "der erste Wollrock der Saison". Großspurig hatte ich ihn im Herbst angekündigt und dann lag und lag er in der Kiste der unfertigen Dinge.

Wir werden wahrscheinlich auch kein Liebespaar, der Wollrock und ich. Obwohl ich Tweed nach wie vor toll finde und eigentlich nichts lieber hätte, als einen Tweedrock. Diese schlechte Stoffqualität raubte mir echt den letzten Nerv. Sowas von locker gewebt. Da half es auch nichts, Naht für Naht mit Einlage zu verstärken. Das ist ne besonders tolle Idee, bei nem Bahnenrock!




Aus dem miesen Stoff ergab sich dann auch das Design. Steppnähte an den Bahnen zum Stabilisieren und die ausgefransten Kanten. Ich bezweifele, ob es hält. Anderseits, wenn ich den Rock nicht mag und er weitesgehend im Schrank hängt, bis er ausgemustert wird, könnte es doch halten. Vorher trenne ich aber das Futter raus. Wieso nähe ich eigentlich immer teures Futter in billige Röcke?



Ein paar Trage-Chancen bekommt er noch. Schließlich ist draußen nur ein Hauch von Frühling zu sehen und ein grüner Pullunder ist auch noch nicht die Schwalbe, die den Sommer macht.

Stoff: Alfatex
Schnitt: selbstgemacht
Passform: ok, wenn der Rock nicht minütlich weiter werden würde.
Schwierigkeitsgrad: simpel, habe ja schon zigtausend dieser Röcke genäht
werde ich noch mal machen: Nen Bahnenrock? Ganz bestimmt!

Mehr (und hoffentlich schönere) selbstgemachte Outfits findet ihr wie immer Mittwochs auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog. Gastgeberin Julia, macht es heute vor, wie es kurz und bündig, aber vor allen Dingen großartig aussehend geht.

Freitag, 22. Februar 2013

Besserung in Sicht

Braves Inhalieren machte in den letzten Stunden aus meiner Matschbirne der letzten Tage wieder einen einigermaßen klar denken Kopf. Und was denkt das Köpfchen? Ans Nähen! 

Wer hätte das gedacht, war noch vor den fiesen Erkältungstierchen kompletter Winterfrust und Näh-Unlust angesagt, kommt es mir auf einmal so vor, als wäre der Fluß des Tuns nie abgerissen. Wie von selbst formierten sich vier neue Projekte vor meinem geistigen Auge und machen richtig Vorfreude. 

Also, was steht an:
  • zuerst natürlich das Dodo-Anlasskleid in petrol
  • dann ein Kleid nach dem Gratisschnitt zum Schnittquelle-Geburtstag (gibts von Größe 36-52) 
  • eine lange Strickjacke aus der Februar-Knip
  • die Frühlingsjacke Bad Tölz von der Schnittquelle
  • der Blazer aus dem Gertie-Buch, den ich in den letzten Tage schon mal auf einem Foto an einer uns wohlbekannten Bloggerin bewundern durfte und der wohl Grund und Anlass meiner plötzlichen Genesung ist. 
Das petrolfarbene Anlasskleid habe ich heute im Inhaltationsrausch zugeschnitten. Das war hart, mit dickem Kopf und schmerzenden Gliedern auf dem Boden rumzurutschen. Aber als dann eine größere Menge Stoff übrig blieb, die sogar noch für ein China-Shirt reichte, waren die Beschwerden vergessen. Nach einer weiteren Inhalationssession kopierte ich den Schnitt für die Strickjacke und nach einmal Rotlicht auf der Matschbirne war sogar noch das Zusammenkleben des Geburtstags-Download-Schnittes drin. Das waren glücklicherweise auch nicht viele Teile. 

Was mich besonders freut: die Stoffe für die Strickjacke, das Kleid und die Frühlingsjacke sind ungeliebte Schrankleichen, die eigentlich für "Bitte melde dich" vorgesehen waren. Es ist nicht so, dass ich jetzt diese und keine anderen Stoffe verarbeiten will, aber der Kopfkleiderschrank widerspricht nicht bei den Plänen, diese Stoffe zu verarbeiten. Im Gegenteil, leises Herzklopfen verraten, dass die Stoffe vielleicht doch richtig bei mir sind. 

Und wenn ich das alles brav abgearbeitet habe, dann kann ich mir vor Ostern in Berlin ein feines Stöffchen für den Gertie-Blazer gönnen und darauf hoffen, dass Frühlingsgefühle auf Sommerstoffe treffen. Hach! Da kann frau doch nur genesen!


Donnerstag, 21. Februar 2013

Lust auf Hosen? Ich bin wohl krank!

Heute habe ich zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr richtig Lust auf Hosen. RICHTIG das Verlangen, in Jeans und verwaschenen, labbrigen Schlabberpullover zu schlüpfen. Ich möchte so elend aussehen, wie ich mich mit meiner Schnupfennase und der Matschbirne fühle. Da ich kein Fieber habe, muß ich trotzdem nachher noch mal aus dem Haus, um das Kind von der Kita zu holen. Und mir ist so gar nicht nach Strumpfhose!

Nach mehr als einem Jahr nur noch in Rock/ Kleid statt in Hose, steht Rock oder Kleid zwar nicht mehr unbedingt für besonders oder besonders chic, aber an Tagen wie diesen ist es immer noch ein verführerischer Gedanke, einfach in eine Jeans zu schlüpfen. Eigentlich geht es gar nicht um die Jeans. Eigentlich ist es ein Tag für Rumlümmelhosen und eigentlich sollte ich nur Rumlümmeln, aber leider siehe oben.

Ich hatte den Vorsatz, keine Hosen, genauer gesagt Jeans, mehr zu tragen, am Anfang und am Ende des Jahres 2012 gar nicht so laut herum posaunt. Am Anfang des Jahres war ich mir nicht sicher, ob ich durchhalten will oder kann und am Ende stellte sich heraus, dass es vielen Teilnehmerinnen des Me Made Mittwochs ähnlich erging - auch sie tragen in den letzten Monaten nur noch Kleider und Röcke. Also war dieses Vorhaben noch nicht mal originell.

Dreimal wurde ich im Frühling schwach und ein paar Mal wäre ich im Herbst fast schwach geworden. Nach ausführlichen Gedankenstürmen und Shoppingversuchen zum Thema Übergangsschuhe und Stumpfhosen waren aber die Probleme gelöst und die Jeans dadurch obsolet geworden. Ich brauche sie einfach nicht mehr. Im Gegenteil: meine Garderobe ist viel schöner und bequemer geworden, seit dem ich keine Jeans mehr trage.

Nur eines nervt noch: die Strumpfhose. Auch wenn ich jetzt Strumpfhosen und Leggins für alles zwischen +17 Grad und -17 Grad besitze, es nervt immer noch, sie anzuziehen. Frühling bitte! Ich will meine nackten Beine in den Sommerwind halten!

An Tagen wie diesen, an denen ich mich einfach nur bäh fühle, möchte ich genauso bäh aussehen, wie ich mich fühle. Aber die Jeans hole ich trotzdem nicht raus. Ohne Schminke muß reichen. Und vielleicht pustet die frische Luft den Schnodder im Hirn etwas weg und der blaue Himmel hebt die Stimmung in der Matschbirne. Darauf ne Dusche! Das ist schon mal nen Anfang!

Mittwoch, 20. Februar 2013

MMM - heute als verschnupfte Gastgeberin



Besser spät als nie. Heute bin ich, .meike von crafteln.de, Gastgeberin beim MMM und hatte gestern schlichtweg die Termine verwechselt. Mein verschnupfter Kopf schaute nicht mehr in den Kalender und erst ein Anruf der wunderbaren Wiebke um kurz nach 7 Uhr erinnerte mich daran, dass ich heute Gastgeberin bin.





Heute trage ich das (ungebügelte) "Probe-Dodo-Kleid". Das legendäre Dodo-Kleid werden sicherlich viele von Euch kennen, war es doch einer der Favoriten-Schnitte beim Weihnachtskleid-Sew-Along, nachdem Dodo uns beim Bloggertreffen mit ihrem Kleid entzückte. Bei mir schlug die Entzückung sofort wieder in schlaflose Nächte um, in denen ich mich fragte, ob mir dieses Kleid stehen könnte und wie aufwendig es wäre, den Schnitt für mich um ca. 4 Größen zu vergrößeren. Als Weihnachtskleid-Projekt erschient mir diese Aufgabe im Stress der Weihnachtszeit zu groß, aber im neuen Jahr, wollte ich es unbedingt angehen.


Da ich demnächst einen "Anlass" haben werde und dafür ein "Anlass-Kleid" brauche, war ich in den letzten Wochen motiviert genug, mich der Aufgabe des Vergrößerns zu stellen. Obwohl ich einige Stunden an dem Problem und der Umsetzung knabberte, würde ich im Nachhinein sagen, dass das Vergrößern doch nicht so schlimm war. Es dauerte einfach ein bißchen Zeit, bis ich die Logik des merkwürdig geschnittenen Vorderteils - mit angeschnittenem Beleg und Raffung an der einen Seite - verstanden hatte.




Vergrößert habe ich folgendermaßen:
  • Ärmel, Armausschnitte und Rückenteile habe ich von einem anderen Kleid genommen und mit dem Originalschnitt verglichen (d.h. das Rockteil etwas weniger ausgestellt). 
  • Um Platz für den Busen zu haben, habe ich eine FBA (Full Bust Ajustment) gemacht. Wie das geht, kann man bei sewn sushi secrets nachlesen.
  • Rund um die Hüften habe ich ein paar Zentimeterchen Weite zugegeben, damit die Drapierung schön fällt. Diese Mehrweite ergab sich aber schon aus der FBA.
Das Probekleid habe ich aus einem günstigen Romanit-Jersey genäht und beim Nähen des schwarzen Materials mit meiner beginnenden Altersweitsicht geflucht. Aber auch wenn ich das Schwarz verfluchte, finde ich es doch super, ein "kleines Schwarzes" zu haben und freue mich schon, das Kleid für den Anlass noch einmal richtig in petrol zu nähen. Und wenn ich irgendwann mal ganz mutig bin, dann nähe ich das Kleid tatsächlich mal in Webware und hoffe, dass meine laienhaften Schnittänderungen wirklich funktionieren.





Schnitt: Burda Oktober 2012 (hier als Download Schnitt)
Stoff: Romanitjersey vom Maybachufer
Passform: fürs Probekleid ok
Schwierigkeitsgrad: Nähen geht einfach, Schnitt anpassen war schon nicht ohne
werde ich es noch mal machen: mindestens noch einmal in petrol, denn es ist ein wunderbarer Schnitt. Elegant und bequem

Sonst bin ich nicht so "Gesichts-geizig", aber da ich mich heute wirklich krank fühle, gabs kein Foto, dass ich euch, mir und dem Netz für alle Ewigkeit zumuten wollte. Und natürlich war ich so, mit Schal und Stulpen bei der Zahnreinigung. Es ist ja Winter und ich bin krank.




Mehr wunderbare selbstgemachte Outfits an echten Menschen gibt es am heutigen Mittwoch natürlich wieder auf dem Me Made Mittwoch-Blog zu sehen. 

Montag, 18. Februar 2013

Noch-nicht-Frühling-Zwischen-Tief

Mein Blog liegt derzeit ähnlich verwaist da, wie meine Nähmaschine. Irgendwie ist nähen und bloggen gerade nicht heiß. Warum? Vielleicht liegt es an der Frühlingslust, die keine Lust mehr auf Wintersachen-nähen mehr macht und dem dazugehörigen Realismus, dass es noch ein bißchen dauern könnte, bis nackte Beine wieder durch die Welt spazieren dürfen?

Ein weiterer Grund, wieso ich beim Nähen derzeit nur wenig voran komme, ist die beginnende Altersweitsicht. Ich habe einfach wenig Chance, die dunklen Winterfarben im Kunstlicht zu bearbeiten. Ich sehe einfach nix. Weder beim Overlock-Einfädeln, noch beim Trennen. Es wird Zeit, für frühlingsfrische Farben. Am Samstag lief ich durch ein Kaufhaus und wurde von den Farben fast erschlagen. So weit bin ich noch gar nicht. Es gibt noch nicht mal diese kribbelnde Lust, auf eine bestimmte Farbe, ein bestimmtes Projekt.

Also werde ich weiterhin um die Kiste mit den unfertigen Wintersachen herumschleichen und brav immer mal bei Tageslicht, das eine oder andere fertig machen. Aber Spaß ist das nicht und voran gehts so auch nicht.

Donnerstag, 14. Februar 2013

Sehr zufrieden



Sehr zufrieden bin ich mit dem Paket von Stoffe Tetik, dass ich eben bekam. Der petrolfarbene Romanit hat eine wunderbare Farbe und fühlt sich super an. Ganz entzückt bin ich von den zwei zusätzlichen Farbkarten. Ich hatte um 4 Romanit-Muster und ein Pünktchenmuster gebeten und bekam gleich die ganze Farbkarte. Super! Ich bin tatsächlich motiviert, dort noch mehr zu bestellen und ich freu mich auf mein neues Anlasskleid in petrol!

Sehr zufrieden bin ich auch mit twitter. Das überrascht mich wirklich, denn das Ganze war meinerseits einfach ein Experiment, das ich eher skeptisch angegangen bin. Ich habe in den letzten Wochen so viel Interessantes erfahren, dass ich so nicht oder erst sehr viel später mitbekommen hätte. twitter ist für mich ein bißchen wie Zeitunglesen am WG-Tisch: Lauter interessante Leute berichten mir von Beiträgen in den unterschiedlichsten Medien und ich habe die Wahl, diese dann auch anzuschauen. Ich habe noch nie so viele Artikel in unterschiedlichen Zeitschriften und Magazinen und vor allen Dingen auch in klugen Blogs, die ich noch nicht kannte, gelesen. Natürlich braucht es die Disziplin, eine bedachte Auswahl derer, denen man folgt und die Kompetenz, bei knapper Zeit, Wichtiges von Unwichtigem zu Unterscheiden und nicht allen Hinweisen zu folgen. Aber das übt! Und das, was manchmal nicht wichtig erscheint, amüsiert vielleicht. Das ist ja auch was.

Für alle, die Lust haben, mir zu folgen, gibt es jetzt einen twitter-Button rechts oben in der Seitenleiste und heute auch mal hier:

Dienstag, 12. Februar 2013

Telegramm

+++ Probekleid so gut wie fertig und für gut befunden +++ stopp +++ Saum von Frau Ex-Hausmaus Frau Strich und Faden abgesteckt und Kleid für gut befunden +++ stopp +++ Romanit in petrol bestellt +++ stopp +++ kein MMM für mich morgen, weil jetzt schon dunkel, morgen unterwegs und sowieso ständig das Gleiche an +++ stopp

Samstag, 9. Februar 2013

Der Sommer kann kommen

Ich bin bereit. Mein Mann und der große Kaffeeröster spendierten mir zwei neue Rockbügel. 8 neue Röckchen können bei mir einziehen. Hach!

Freitag, 8. Februar 2013

Probe-Dodo-Kleid



Heute Vormittag fand ich ein Zeitfenster, um das gestern zugeschnittene Probe-Dodo-Kleid zusammen zu tackern, um zu sehen, ob es funktioniert und ob stimmt, was ich gemalt hatte. Ich würde sagen, es funktioniert. Es ist noch nicht optimal, ich trag noch keine optimale Unterwäsche und der viele Stoff über den Bronchien ist etwas ungewohnt. Aber ich finde, es hat Potential.

Bleibt die Frage, in welcher Farbe ich es für den nächsten "Anlass" nähe, bei dem ich, in bequemen Romanit wieder unglaublich kompetent und seriös aussehen will. Wer also Farbvorschläge und Bezugsquellen hat. Immer her damit. Ich neige zu "grau" oder "petrol" von Stoffe.de oder "Kohle meliert" "bermuda-grün"vom Roten Faden. Bermuda-grün finde ich sehr cool und werde ich bestimmt auch noch mal vernähen, aber ich glaube für den Anlass isses nix. Und "Kohle meliert" ist dem schwarz so ähnlich. Also sind im Moment die zwei Farben von Stoffe.de meine Favoriten.

Donnerstag, 7. Februar 2013

Dodo-Kleid zugeschnitten

Nach meinem Mut-mach-Post zum Thema Schnitte vergrößern geriet ich doch ganz schön ins Schwitzen beim Vergrößern des Dodo-Kleides. Das ist nix für einfach-so-mal-für-zwischendurch, allein deshalb, weil das Vorderteil einfach riesig ist mit dem angeschnittenen Beleg und einer lustigen Form aufgrund der Drapierung und des schrägen Fadenlaufs.


Bildquelle: Bild ausgeliehen von mema 

Jetzt würde ja jeder vernünftige Mensch erstmal nen Oberteil nach dem Schnitt nähen, um herauszufinden, ob das mit der Vergrößerung hinhaut. Neige ich zu Vernunft? Was meint ihr? Stimmt! Ich habe also das ganze Ding zugeschnitten. Warum? Weil ich einen ähnlichen Stoff verwenden will, wie für das richtige Kleid. Probekleider aus einem sehr anderen Stoff funktionieren nur mäßig. Also brauchte ich einen Romanit-ähnlichen Stoff und davon hatte ich nur 3m "in günstig", also vom Maybachufer. Was hätte ich also machen sollen? Den Stoff zum Teil verwenden? Das ist doch quatsch. Also habe ich ein Probekleid zugeschnitten, in der Hoffnung, dass es ebenso wie das "Zielkleid" tragbar wird.

Was mich beim Zuschnitt wirklich ärgerte: Der Esstisch war viel zu klein und ich mußte auf den Boden. Und was bedeutete das? Dass ich wesentlich unpräziser Zuschnitt, als vorgesehen. Von wegen wissenschaftliche Vorgehensweise! Aber dafür waren es wenig Teile: 6 Teile (2x Rücken, 2 Ärmel, Vorderteil und Beleg) und jetzt kann ich aufs Nähen gespannt sein.

Und was ich wirklich doof fand war, dass das Vorderteil nicht "fadenlaufkorrekt" aufgelegt werden konnte, obwohl ich einen 1,40 m breiten Stoff hatte. Sollte ich das Kleid jemals aus Webstoff nähen, werde ich den Beleg extra schneiden müssen.

Na egal, ich hoffe, ich finde morgen eine Zeitnische, um mal mit großem Stich die relevanten Nähte zu schließen. Ich bin ja so neugierig!


Dienstag, 5. Februar 2013

Schnitte vergrößern

In den Kommentaren zu meinem Post "nicht mehr dick" wurde die These geäußert, dass nicht jede dazu in der Lage ist bzw. (immerzu) Lust dazu hat, Schnitte zu vergrößern. Ich würde die These genau anders herum formulieren:

Ich denke, dass jede Näherin es lernen kann, Schnitte anzupassen und dies auch unbedingt tun sollte - denn wozu nähen wir denn, wenn nicht um möglichst gut passende Kleidung zu erhalten?!

Wenn frau (Männer sind natürlich immer mit gemeint) zu nähen beginnt, erscheint diese These utopisch und das Anpassen von Schnitten als Hexenwerk. Ist es aber nicht. Es gibt verschiedene Methoden, sich daran zu versuchen und zu üben und jede Hobby-Näherin wird ihren eigenen Mix von Methoden, ihre eigene Vorgehensweise finden.

Damit es kein Hexenwerk bleibt, verrate ich euch, wie ich es mache:

Ich wähle einen Schnitt, der mich nächtelang nicht mehr ruhig schlafen lässt, weil ich dieses Ding unbedingt von meinem Kopfkleiderschrank in meinen richtigen Kleiderschrank transportieren muß mir gefällt und überlege, wo ich ihn größer oder anders brauche. Das betrifft einerseits oft die generelle Weite, also ein paar Zentimeter mehr überall an der Seitennaht. Aber in der Regel reicht das noch nicht. Ich brauche auch einen größeren Ärmel und ein größeres Armloch und ich brauche eine FBA, die mehr Platz für den Busen schafft. Ich brauche mehr Länge und dann auch noch hinten länger als vorne... Es gibt also immer Einiges zu tun.

Ich kenne drei Methoden, um Schnitte zu vergrößern:


1. Die vordere Mitte als Anhaltspunkt nehmen, diese Linie aufschneiden und den Schnitt um die entsprechende Anzahl von Zentimeter auseinanderziehen und einen Streifen dazwischen kleben.


2. "einfach gradieren", d.h. schauen, wieviel Zentimeter Abstand zwischen den einzelnen Größen eines Mehrgrößenschnittes angegeben sind, ausrechnen wieviel Größen frau größer braucht und die entsprechenden Zentimeter an den relevanten Stellen dazu fügen.


3. FBA (Full Bust Adjustment) - Platz für Busen schaffen -  ist gut bei sewn sushi beschrieben. Gibt es auch in vielen Büchern, ich arbeite aber immer nach der Methode von sewn sushi.


Methode 2 mache ich nicht, weil ich dann meist ups, einen ebenso unpassenden Sack produziere. Bei Methode 1 erhält frau einen zu großen Ausschnitt und überhängende Schultern, von dieser rate ich dringend ab.

Aber was mache ich jetzt genau? Los gehts!

1. Ärmel und Armloch
Ich merke mir, an welchen Schnitten, die ich schon mal genäht habe, welches Detail gut passt. Ich habe einen guten Ärmel und ein gutes Armloch, das ich aus einem Schnittquelleschnitt genommen und ein bißchen verschmälert habe. Außerdem habe ich noch einen guten Ärmel aus zwei Teilen für Jacken oder Mäntel. Diese zwei "Musterärmel" kommen immer wieder zur Anwendung. D.h. ich vergleiche bei jedem Schnitt erstmal, ob Ärmel und Armloch ungefähr ähnlich meinem "Musterärmel" sind und wenn nicht, dann überlege ich wieso das nicht der Fall ist. Bisher habe ich das noch nicht herausgefunden, also nehme ich einfach den herauskopierten oder ausgeschnittenen Schnitt, lege ihn auf Papier oder Folie und zeichne ihn ab und füge aber meine "guten Musterarmlöcher" ein.

Meine Musterärmel habe ich mittlerweile auf festem, guten Packpapier, so dass ich sie immer wieder benutzen kann.

2. Ich mache eine FBA
Gemäß der Anleitung bei Sewn Sushi ist das gar nicht schwer. Die FBA mache ich stets Pi mal Daumen. Also immer nur geschätzt, wieviel Breite ich tatsächlich zugebe. Das relevante Detail an der FBA ist aber die korrekte Markierung des Brustpunktes. Wenn ich mal wieder einen neuen Schnitt mit nicht-dehnbaren Stoff nähen sollte, würde ich ordentlicher arbeiten. Aber zur Zeit habe ich da gar kein Bedürfnis nach.

Nach meiner Erfahrung ist am wichtigsten zu schauen, ob die Stelle, an der am meisten Platz gebraucht wird, dort sitzt, wo sie hingehört. Mein Brustpunkt hängt tiefer als im Ideal, also brauche ich auch etwas weiter unten als in den meisten Schnitten die Mehrweite. Die Entfernung zwischen Schulternaht und Brustspitze ist also ein Maß, das ihr kennen solltet. Und nicht vergessen, immer mal wieder die BH-Träger schön straff ziehen, damit es dort hängt, wo es hängen soll und gut aussieht!


3. Ich schaue, wo ich sonst noch mehr Platz brauche.
Sehr oft male ich freihändig eine weniger starke Taillenrundung - ich bin Mitte 40, da kann die Taille schon mal verschwunden sein. Außerdem geht enger machen immer.

Oberweite, Taille und Hüfte sind die relevanten Maße. Da hilft wirklich nur den Schnitt ausmessen.

4. Rückenteil
Ich nehme ein gutes Rückenteil (das ist das von mir vergrößerte Knotenkleid, kombiniert mit den Armlöchern siehe oben) und vergleiche es mit dem Rückenteil des Schnittes.

Das wars schon. Ihr seht. Ich nehme meine Musterschnitte und vermische sie mit den interessanten Details des Schnittmusters, das ich nähen will. Das ist der Trick! Dann passt es! 

Grundsätzlich markiere ich sehr sorgsam überall, auf meinen "Musterschnitten" aber auch auf dem zu bearbeitendem Schnitt immer die "vordere Mitte", denn diese ist überall mein Anhalts- und Fixpunkt an dem ich mich orientiere, wenn ich etwas ändere.

Was mir beim Schnitt-Anpassen sehr hilft, ist der Mut, Kurven frei zu zeichnen, ein Geodreieck und ein langes Lineal. Mein Kurvenlineal benutze ich fast nie. Das Geodreieck brauche ich, um von der vorderen Mitte aus Waagrechten zu zeichnen um links und rechts symmetrisch zu arbeiten und um Linien parallel zu verschieben. Das lange Lineal ist nice to have. Es geht auch ohne bzw. andere lange Dinger finden sich auch im Haushalt. Aber ohne ein Geodreieck (lange Kante 30 cm und mit Griff) geht es nicht.

Nut Mut! Ihr könnt das auch!

Und wozu das Ganze?

  1. Ihr bekommt ein Kleidungsstück, dass auf eure Figur geschnitten ist. 
  2. Ihr lernt bei jedem Schnitt, was das Spezielle an dem Schnitt ist und eine ganze Menge über die Schneiderinnenkunst. 
Ich habe lange vom Maßschnitt geträumt und von supertollen Schnitten für große Größen. Davon bin ich ab, seit dem mir bewußt geworden ist, dass es beim Maßschnitt aufs Messen ankommt (Fehlerquellen noch und nöcher!) und dass die Variabilität der großen Größen (also die Unterschiede, wer wo mehr Platz braucht) so immens groß ist, dass es "die perfekten Schnitte" gar nicht geben kann. Erst war ich von diesen Erkenntnissen ernüchtert bis frustriert. Jetzt sehe ich das anders. Wer sich von einer gelernten Schneiderin etwas auf den Leib schneidern lässt, bekommt auch kein Schnittmuster und daraus das fertige Kleidungsstück. Es gibt immer mindestens eine, zwei oder mehr Zwischenanproben um sich Stück für Stück dem fertigen, gut passendem Kleidungsstück anzunähern. Es ist eben eine Kunst!

Und zwischendurch, wenn ich gerade mal keine Lust habe, an einem Schnittmuster zu basteln, nähe ich gerne Schnitte, die sich leicht auf die Figur anpassen lassen - das sind alle Schnitte, die mit senkrechten schmalen Bahnen oder Abnähern arbeiten. Da darf ich dann einfach "ein bißchen größer nähen" und kann dann das fast fertige Modell sehr einfach anpassen, in dem ich es dort enger mache, wo ich es enger haben will. 

Nur Mut! Es lohnt!

Das Nähfragezeichen schläft weiter....

Das Nähfragezeichen schläft weiter seinen Winterschlaf. Ich bin mir noch nicht sicher, ob es sogar plant, auszuwandern. Jedenfalls stört gerade keine drängende Frage seinen Winterschlaf, so dass ich es morgen gar nicht wecken mag. Schaun wir mal und lassen wir uns überraschen.

Wenn ich bei Gelegenheit mal Zeit und Muße mache, vervollständige ich die Linkliste auf der Nähfragezeichen-Seite, so dass ihr leichter Zugriff auf das gesammelte Wissen habt.

Montag, 4. Februar 2013

Nicht mehr dick

Frau Rubinengel hat mich zu der von ihr organisierten Aktion "Big is Beutiful" eingeladen und ich versprach ihr, eine ausführliche Antwort.Seit der Ankündigung der Aktion, denke ich darüber nach, warum ich nicht daran teilnehmen möchte. Was genau stört mich daran?

Meine schlichte Antwort "ich bin nicht mehr dick" - ist natürlich alles andere als einfach. Nach objektiven Kriterien (gibt es Objektivität?) gelte ich mit meinen Maßen als "große Größe", als dicke Frau, als außerhalb der Norm. Doch für mich sind diese Kriterien nicht maßgeblich.

"Dick sein" als Problem, bedeutete für mich eine lange Zeit:
  • keinen Spaß am Shoppen zu haben, weil es in den interessanten Läden sowieso nichts für mich gab.
  • Kleidung zu tragen, die ich eben bekam, die mir aber in den meisten Fällen nur mäßig gefiel. 
  • Kleidung zu tragen, die angeblich "kaschiert", mir aber eher ein Litfasssäulen-Gefühl gab. 
  • Kleidung zu tragen, die mir zwar gefiel, aber irgendwo zwickte und zwackte, an mehreren Stellen zu klein war oder nicht meinen Qualitätsmaßstäben entsprach. 

Lange Zeit dachte ich, dass ICH das Problem wäre. Für MICH gibt es einfach keine schöne, gute, vorteilhafte Kleidung. Mit meinem nicht der Norm entsprechenden Körper - selbst schuld - gibt es einfach nicht Gescheites. Lange Zeit dachte ich, die Lösung des Problems wäre Abnehmen, das wird ja auch aller Orten gepredigt, bis ich den Irrtum und die Gefahr dahinter erkannte

Als ich 2010 mit den Nähen begann, hatte ich die Hoffnung, das Problem auf ganz andere Weise zu lösen. Mit zunehmender Näh-Erfahrung, dem Ausprobieren von verschiedenen Stil-Optionen gelang ich zu der Erkenntnis: nicht ich bin das Problem, sondern das, was es in den Läden zu kaufen gibt. 

Daraus folgere ich: 
wenn dick sein = doofe Kaufkleidung das Problem ist, 
--> ich nähen kann, was ich will, 
--->dann existiert das Problem "dick sein" nicht mehr 
--> folglich bin ich nicht mehr dick. 

Die Aktion "Big is Beautiful" scheint genau dieses Problem lösen zu wollen. Es soll eine Sammlung von Ideen, Tipps, Schnittmustern sein, um Dicken die Möglichkeit zu erschließen, die Kleidung für sich zu produzieren, die sie haben wollen. An sich eine gute Idee. Aber sie passt nicht zu mir. Meine Problemlösung habe ich nicht gefunden, in dem ich mir dicke Frauen angeschaut habe, sondern in dem ich mir am Me-Made-Mittwoch Kleidung an Frauen angeschaut habe, die mich angesprochen und meinen Kopfkleiderschrank inspiriert haben. Ich liebe den MMM für die Vielfalt an Optionen, die er aufzeigt. 

Es ist mir fremd, mich einer Gruppe aufgrund eines gemeinsamen Merkmales zuzuordnen. Ich möchte mich auch nicht mit anderen gelockten Blondinen darüber unterhalten, welche Farben und Muster uns stehen. Ich empfinde meine "anderen Maße" als gleichwertiges Problem, das andere mit langen Oberkörpern, einem Hohlkreuz oder unterschiedlich langen Beinen haben. Diese speziellen Ausprägungen der Körperform können beim Nähen berücksichtig werden. Wie wunderbar! Es gibt Lösungen dafür und mit zunehmender Näh-Erfahrung kennt frau ihre Pappenheimer und weiß, an welchen Stellen etwas zugegeben oder etwas weggenommen werden muß. Ich weiß einfach, dass ich für fast alle Schnitte eine FBA machen muß, um meine Oberweite unterbringen zu können, ich weiß aber auch, dass ich im Hohlkreuz etwas an Weite wegnehmen muß, damit es kein Sack wird. Aber muß ich mich deswegen einer Gruppe anschließen, nur weil wir alle das Hohlkreuzproblem haben? Ich bin von Sternzeichen Zwilling - Zwillinge haben es nicht so sehr mit Bindungen. 

Meine Lösungen:

Inspiration: Me Made Mittwoch
Schnitte: Knip Mode, Schnittquelle, Schnitte, die mir gefallen, verändern, dass sie mir passen
Anleitung für FBA: sewn sushi
Strumpfhosen: C&A und Funnylegs
Basic-Shirts :H&M
Stiefel mit weitem Schaft: DUO Boots
Bilderquelle, um Schnitte an Frauen in unpopulärem Format zu sehen: Bildersuche von google und ravelry
Stil: nicht mehr versuchen unbedingt so zu sein, wie die sportlichen Frauen mit knabenhaften Körpern

Vielleicht sollte ich diesen Beitrag doch bei "Big is Beautiful" verlinken?

Ich bitte alle, sich hier in den Kommentaren irgendwelche Argumentationen gegen Dicksein, wie sie die Mainstream-Medien predigen, zu unterlassen. Falls sie dennoch kommen, werden sie von mir gelöscht. Ich diskutiere aus dem gleichen Grund auch nicht mehr mit Männern über Feminismus


Samstag, 2. Februar 2013

Dodo-Kleid




Bildquelle: Wiebke, die elegante Frau auf dem Bild ist aber das Original: Dodo im Dodo-Kleid

Kaum sind die Kerle ausm Haus, spüre ich eine Verpflichtung, einen Druck, die Zeit nutzen zu MÜSSEN und etwas zu nähen, obwohl ich eigentlich gar keine Lust habe und lieber mit Erkältungsbakterien und einem Ariadne-Krimi aus dem Bus (in HH werden gebrauchte Bücher im Bus verschenkt) das Sofa teile.

Da ich aber demnächst einen weiteren Anlass mit den gleichen beteiligten Personen habe und sowieso seit November in Dodos Kleid verliebt bin, werde ich mich jetzt mal theoretisch ein bißchen mit dem mittlerweilen schon legendären  "Dodos Kleid" beschäftigen, so dass ich, wenn ich mich dazu aufraffen kann, auch gleich loslegen kann.

Es handelt sich um den Schnitt Burdastyle 118-10/2012, den ich als Downloadschnitt im Zuge des Weihnachtskleid-Sew-Alongs für wenig Geld kaufte. Einziges, "kleines" Problem: der Schnitt geht nur bis Größe 42 und für C-Körbchen.


Wenn ich bei Dodo nicht so extrem begeistert gewesen wäre und wenn ich nicht bei Mema und Sonoemi vom Vergrößern gelesen und wunderbare Bilder gesehen hätte, ja, dann würde ich mich da gar nicht dran trauen. Denn eigentlich hatte ich mir in den letzten Monaten immer wieder geschworen, nur noch Schnitte zu kaufen und zu nähen, die es in meiner Größe gibt. Der Aufwand, das Denken und vor allen Dingen die schlaflosen Nächte, in denen ich über das Vergrößern grübele, ist es einfach nicht wert. Außerdem habe ich ja mittlerweile eine gute Schnittquelle (haha, welch Wortspiel) gefunden, die gute Schnitte für große Größen macht. Aber Dodo sah einfach hinreißend aus. Das will ich auch!

Ähnliche Abneigung wie gegen Vergrößern hege ich gegen Downloadschnitte. Aber diese Hürde habe ich nun schon genommen. Der Schnitt ist zusammengeklebt - trotz der viel zu kleinen Klebekanten, die ich wirklich eine Zumutung fand und wartet nun auf den nächsten Schritt. Aber dazu müsste ich erst den von allen Familienmitgliedern sorgsam zugemüllten Esstisch abräumen...

Wenn ich das Vergrößern dann erledigt haben sollte. Tipps dazu, las ich glücklicherweise bei Sonoemi und Mema ---> wo ist eigentlich Gaby von Casa Doni????? - muß ich entscheiden, in welcher Farbe ich das Kleid nähe. Schwarzen günstigen romanitähnlichen Stoff habe ich hier. Den werde ich als Probekleid nehmen. Der ist mir aber - in Kombination mit dem Schnitt - für den Anlass zu vornehm. Ich brauche mal wieder etwas stilvolles, klassisches, kompetentes, aber nicht in schwarz. Achjeee.... Aber egal, darüber mache ich mir Gedanken, wenn ich weiß, wieviel Stoff ich überhaupt brauche, also steht vor der lustvollen Qual der Wahl dann doch erstmal das Vergrößern.

Ok, ok, ich bin jetzt doch motiviert. Also räume ich schnell auf und schau mal nach dem Vorderteil.

Ich blogge mal ein bißchen live mit:

17.20 Uhr
Um das irre lange Vorderteil zu bezwingen bzw. handhabbar zu machen, habe ich jetzt, das mühsam zusammengeklebte Teil von oben bis zur Taille kopiert. Unten rum wird es ja nicht so schwierig zu vergrößeren sein, aber oben ist die Herausforderung. Wenn ich das kopierte Oberteil ausgeschnitten habe, werde ich vermutlich auch schnippschnapp den umbeklappten Beleg abschneiden und mich nur dem reinen Vorderteil zu wenden, das dann eine FBA verpasst bekommt.



17.34 Uhr
Ok, so sieht das doch schon besser aus. Das ist das vordere Oberteil, das eine FBA bekommen muß, um Raum für die Brüste zu schaffen.

Den Halsbeleg konnte ich ohne Probleme abschneiden, da er, wenn er an der Umbruchlinie geklappt wird genau auf das Oberteil passt. Um den kümmere ich mich, wenn das Oberteil fertig ist. Die Oberkante ist sehr weit, weil diese ja locker fallen soll. Man erkennt aber die Armlöcher, an denen ich mich orientieren werde.

Die Unterkante ist schräg, weil auf Taillenhöhe auch Falten gelegt werden. Dazu muß ich mir nochmal Gedanken machen, denn auf den Bildern, die ich im Netz fand wurde deutlich, dass Frauen mit recht viel Bauch auch dort nicht an Stoff sparen dürfen, sonst spannt die Drapierung.

17.39 Uhr
Die schräge Unterkante verwirrt mich. Ich habe jetzt das Oberteil so gefaltet, dass die Armlöcher genau übereinanderliegen und dann an dem Knick die vordere Mitte angezeichnet. Mit dem Geodreieck habe ich auf der Höhe der kürzeren Seite im rechten Winkel eine gedachte Unterkante gezeichnet. Schnippschnapp, der Winkel ist ab. Den darf ich nur nachher nicht vergessen wieder dran zu machen, sonst fehlt die Taillendrapierung.

17.55 Uhr
Während ich die FBA mache (Brustpunkt auf Schnitt markiert, Hilflinien gezeichnet, Schnittteil auseinander gezogen) denke ich. Ach Meikchen, hättest du dich doch vorher mal ums Armloch kümmern sollen, d.h. hätte ich doch vorher mal ein gut passendes Armloch eines anderen Schnittes mit dem Dodo-Kleid-Schnitt vergleichen sollen. Ohne Burda-Bashing betreiben zu wollen Immerhin haben die Erfahrungen der anderen Näherinnen dieses Kleides gezeigt, dass dort Schwierigkeiten liegen. Aber darum geht es ja nicht nur: ich brauche ja vermutlich auch einen Zentimeter mehr Bewegungsspielraum als ne Größe 42. Also jetzt erstmal Schnitt vom Anlass-Kleid raussuchen.

17.59 Uhr
Ach Mist, meine Jungs kommen zurück. Hatte ich doch heimlich gehofft, dass das HSV-Spiel etwas Probleme auf der Straße bereitet und ich mehr Zeit zur Verfügung hätte. Nun gut, dann geht es eben morgen weiter. Wie gut, dass ich live-gebloggt habe, dann komme ich morgen leichter wieder rein.


Freitag, 1. Februar 2013

Bitte melde dich - ungeliebte Stoffe suchen neues Zuhause


"Bitte melde dich" ist eine Aktion aus dem Hause crafteln, die gerne von Euch kopiert werden darf.

In loser Reihenfolge, aber immer freitags, werde ich hier Stoffe einstellen, die mein Seelenheil und meine Lagerkapazitäten belasten, weil sie sich wie ein Fehlkauf anfühlen. Entweder habt ihr eine tolle Idee für mich, was ich mit diesem Stoff machen könnte, oder ihr schreit laut "hier" und nennt mir eure Idee, was ihr damit machen wollt. Je nach Stoff, bezahlt ihr entweder nur die Versandkosten oder wir tauschen. 

Falls ihr etwas Ungeliebtes habt, dem ihr ein neues Zuhause gönnt, tragt Euch unten in die Linkliste ein. Die Linkliste ist bis Sonntag abend zum Tatort geöffnet!

Spielregeln:
  • Stoffe, Schnitte, Kurzwaren und Schneiderzubehör sind ok. Der Schwerpunkt liegt auf den Stoffen.
  • Kleider, auch wenn sie selbstgenäht sind, sind eine andere Aktion, die jemand anderes ins Leben rufen kann
  • Es geht hier nicht ums Geldverdienen. Es geht ums Verschenken oder kleine Gegenleistungen. Wer verkaufen will, macht das im Auktionshaus oder im eigenen Blog ohne Verlinkung hier. 
  • Wer etwas bei "Bitte melde dich" zeigt bzw. anbietet schreibt bitte eine kleine nette Geschichte zu dem Gegenstand (wie kam das Ding zu euch, was war der ursprüngliche Plan etc.)

Blogs sind in meinen Augen dazu da, um Geschichten zu erzählen und Netzwerke zu knüpfen. Ich mag die Idee der Nachhaltigkeit bei der Aktion und den Unterhaltungswert und freue mich, wenn euch das ebenso geht.