Donnerstag, 31. Januar 2013

morgen: Bitte melde dich

Versprochen. Morgen gibt es auf jeden Fall wieder bitte melde dich, denn ich habe das Post schon geschrieben. 

Und wenn ich morgen verdammt gut bin, dann bringe ich auch endlich meine verschenkten Schrankleichen zur Post. 

Mittwoch, 30. Januar 2013

MMM - in Heidi-Alternative



Während die halbe DIY-BloggerInnen-Szene mehr und mehr dem Heidi-Wahn erliegt - und ich muß zugeben, es fällt mir schwer, nicht mit den Füßen zu scharren und Zeitschrift und passende Wolle zu kaufen - war mir heute danach, diesem Trend etwas norddeutsches entgegenzusetzen. Jo, heute mal (wenn auch etwas karnevalesk) maritim.

Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich mir zwar das "Wunderkleid" in dezent wünschte, aber beim Nähen fast an Langeweile gestorben war, ob der tristen Farbe und der kratzigen gekochten Wolle. Im Gegensatz zum Materialrausch, den ich bei der ersten, roten Version des Kleides bekam, als ich wieder und wieder den zarten Wollwalk streichelte, ist doch ein klarer Abwärtstrend des Material-Niveaus von der blauen Version zur grauen Version zu erkennen. Das Blaue ist eine Art Jutesack, weniger edel, als das Rote und irre Warm. Es ist alltagstauglich und relativ dezent. Nummer 3 hingegen, das Graue, neigt zum Knittern und fühlt sich zugegeben etwas billig an. War es auch, denn es ist nur gekochte Woche und war in der Tat um Einiges billiger, als das Rote.

Ist das nun schlimm? Hätte ich für den bewährten Schnitt nun mutig tief in die Tasche greifen sollen und ein Stöffchen feinster Qualität nehmen sollen? Das wäre wohl der konventionelle Weg. Probenähen und mit dem Erfolgserlebnis die Qualität und die Ansprüche steigern. Tja, aber konventionell liegt mir genauso wenig, wie Serienproduktion. Die Liebe und Hingabe nahm von Kleid zu Kleid ab. Nummer 3 war weder heiß ersehnt, noch notwendig. Ob mir das eine Lehre sein wird?




Da mir aber danach war, Nummer 3 auszuführen und es launemäßig aber ganz und gar kein mausgrauer Tag ist, habe ich das graue Kleid mit blauweißgeringelt kombiniert und fühle mich etwas wie zu-früh-für-Fasching. Das ist keine Kombination für jeden Tag. Ob sie ein Revival erleben wird, steht in den Sternen. Aber egal, grau geht ja mit fast allem und was da ist, wird getragen. Ich bin gespannt, wann mich zum ersten Mal jemand im richtigen Leben darauf anspricht, dass ich jeden Tag das gleiche Kleid - wenn auch abwechselnd in drei Farben - trage. Oder merkt das niemand? Oder ist das ok, denn die anderen tragen schließlich auch täglich Jeans?

Schnitt: Texel als Kleid verlängert von der Schnittquelle
Stoff: gekochte Viscose vom Maybach-Ufer
Passform: hätte liebevoller angepasst werden können, obenrum. Ich war wohl bei Kleid 3 dieses Schnittes etwas nachlässig und aufgrund der unsäglichen Jauch-Talkrunde zu Sexismus unkonzentriert.
Schwierigkeitsgrad: einfach. Ein schnelles unaufwendiges Erfolgserlebnis
werde ich nochmal machen: erstmal nicht. 3 fast identische Kleider sind erstmal genug für mich.

Mehr selbstgemachte Outfits an echten Menschen findet ihr wie immer Mittwochs auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog, heute mit meiner Lieblings-Wiebke als wunderbarer Gastgeberin heute auch in grau - aber ganz und gar nicht als graue Maus, sondern in schwingender Robe.

Sonntag, 27. Januar 2013

Live vom Tatort

20.10 Uhr
Heute wird es hoffentlich ganz entspannt beim Tatort zugehen. Ich nähe das bereits zugeschnittene dritte Texel-Kleid in grau. Ihr wisst schon, die dezente Schwester der roten Wolldecke und des blauen Jutesacks. Eigentlich müsste das quasi von selbst gehen, aber ich will ja nicht zu sehr prahlen, weil sich das meist recht. Das einzig wirklich aufregende daran ist, dass ich dieses Mal nicht mit Walk, sondern mit gekochter Wolle, die etwas dünner ist, nähe. Ich bin gespannt.

Nach dem Tatort dann Jauch. Das wird bestimmt unerträglich. Wenn ich gerade in der Tagesschau die Ovationen für Brüderle lese....bäh. Ich bin gespannt, wie es sein wird, wenn ich diese Mainstreamsendung sehe und gleichzeitig die Twitter-Timeline lese.

Und ihr so?

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Ich weiß, ich weiß, ich habe am Freitag "Bitte melde ich" vergessen. Aber die Stoffe halten es sicherlich noch ein paar Tage bei euch aus und am nächsten Freitag denke ich daran. Versprochen!

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20. 15 Uhr
So, alles aufgebaut. Es kann losgehen. Jetzt erstmal die Biesen bügeln.

20.27 Uhr
Na, ob ich mit dem neuen Kommissar warm werde? Der ist mir ein bißchen zu sehr auf skurril gemacht. Aber geben wir ihm ne Chance. Schade, ich mochte das Saarbrückener Team. Bügeln ist fertig. Jetzt werden die Biesen genäht.

20.48 Uhr
Ich Heldin, habe natürlich das Rote und das Blaue im Kinderzimmer. Wäre natürlich gut, um zu schauen, wie sehr ich die Biesen am Rückenteil zur Hohlkreuzanpassung verbreitert habe. Also heißt es, Pause drücken, rüber schleichen und Kleid entführen.

Obwohl der Tatort bisher noch keine wirklich Faszination ausübt, schaue ich mehr, als ich nähe. Irgendwie tut mir der Nerd-Kommisar so leid, dass ich dauernd denke, ich muß ihm ne Chance geben.

21.07 Uhr
Die Actionszene mit Reggae im Hintergrund gefällt mir. Ob ich wohl bei den Nähten irgendwie was undehnbares mitfassen sollte, weil die gekochte Wolle so labbrig ist? Irgendwie bin ich sehr näh-unlustig.

21.32 Uhr
Ich habe mich dazu entschieden, die Nahtzugaben festzusteppen. Das gibt ja auch Stabilität. Mehr ist wahrscheinlich sowieso vergebliche Liebesmüh, denn wenn die gekochte Wolle instabil ist, kann das Kleid ja auch an anderen Stellen instabil werden.

Das einzige Highlight ist wirklich die ältere Frau.

21.47 Uhr
Tatort ist geschafft. Jetzt bin ich gespannt, wie unsäglich, das Thema beim Jauch behandelt werden wird. Was für Experten im Gespräch, aber glücklicherweise auch eine Bloggerin; die Initiatorin von #aufschrei!

Ich habe übrigens selten so wenig an einem Abend genäht, vor allen Dingen, wenn ich bedenke, dass ich eigentlich Routine haben müsste. Ich komme immer mehr zu dem Schluß, dass es mit der Farbe zusammenhängt. Irgendwie bin ich gelähmt, wenn ich schwarz und grau arbeite. Dabei mag ich die Farben gerne anziehen. Ob das Kleid heute noch fertig wird?

22.26 Uhr
Das ist ja kaum auszuhalten!

22.52 Uhr
Warum endet eigentlich der Unterfaden immer in der Mitte einer Steppnaht? Und warum kann man keine Nähmaschinen bauen, die rechtzeitig einen Warnton geben?

23.10 Uhr
Fertig! Bei der Anmoderation meiner Lieblingssendung ttt nähte ich die letzten Zentimeter Saum. Jetzt noch mal bügeln, aufräumen und bei ttt die Fäden, an den Enden der Biesen nach innen ziehen und verknoten. Schönes Erfolgserlebnis. Schöner als das TV-Programm. Wie gut, dass es das Internet gibt!

Gute Nacht!

Mittwoch, 23. Januar 2013

MMM - im Anlasskleid



So bin ich gestern aus dem Haus gegangen. Zum Anlass im Anlasskleid. Und das war gut so. Den anderen Menschen, die beim Anlass dabei waren, hat mein Kleid gefallen, aber was am wichtigsten war: ich habe mich richtig gut, angemessen, stilvoll und sicher darin gefühlt.

Schon toll, sich etwas für einen Anlass nähen zu können! Erstaunt bin ich immer noch darüber, denn vor nicht allzu langer Zeit, hätte ich es auch nicht für möglich gehalten, dass ich mich trauen würde, etwas Selbstgenähtes zu einem Anlass zu tragen. In meinem Kopf existierte so eine merkwürdige Regel "Selbstgemachtes ist ja irgendwie ganz schön, aber für richtig gut, brauchts nen seriösen Hosenanzug". Diese Regel habe ich noch gebrochen, denn ein Hosenanzug passt irgendwie nicht mehr zu mir, wo ich doch überwiegen, also zu ca. 98% Kleider und Röcke trage. Also brauchte ich ein Kleid, das zu mir passt und den Hosenanzug ersetzt.




Als ich das dunkelblaue Kleid aus festem Jersey im STOKX-Atelier hängen sah, raubte es mir sprichwörtlich den Schlaf. Ich war bezaubert von der Schlichtheit des Kleides und seiner Eleganz - trotz des sportlichen Kragens. Ich ahnte, dass ich jede Frau darin umwerfend aussehen könnte. Zwischen dem Test, ob dies wirklich so sei und dem Blick in den Spiegel lagen allerdings ein paar Wochen und viel Arbeit, denn obwohl ich Stoff und Schnitt freundlicherweise von Frau Stokx bekommen habe, gab es den Schnitt nicht in meiner Größe und mit dem Vergrößern war ich alleine gelassen. Theoretisch ist das nicht viel Arbeit, ABER die Raffinesse dieses Schnittes liegt in den senkrechten Brustabnähern von der Schulter aus. Ich hatte keine Ahnung, wie ich das Vergrößern sollen, denn mit einer schnöden FBA hätte ich einen Brustabnäher erzeugt, der aber das Design des Kleides verändert hatte. 






Der ursprüngliche Plan war es, das Dunkelblaue als Weihnachtskleid zu nähen. Auch das zweite Probekleid war zunächst nicht besonders ermutigend und wurde erst im Januar so fertiggestellt, dass es tragbar ist. Das zeigte ich euch letzte Woche. Erst dann traute ich mich, das Dunkelblaue zu nähen, mit eben etwas Druck im Nacken, weil zu dem Anlass des gestrigen Tages partout keinen ollen Hosenanzug tragen wollte.

Nachdem das Kleid Samstag abend schon ganz gut war, kam Montag dann noch der "welche Tasche, welche Schuhe, welche Strumpfhose" trage ich (bei dem Wetter!) dazu und ich war glücklich, ein paar längst vergessene Stiefel im Schrank zu finden, die ich ganz hervorragend für den Anlass fand.

Also alles gut. Jetzt habe ich ein Anlasskleid und es werden sicherlich noch ein paar Folgen. Denn da der Anlass gut lief, könnten auch noch weitere Anlässe in Zukunft auf der Tagesordnung stehen.

Schnitt: STOKX unverkäuflich
Stoff: ein schwerer, dicker Jersey - Romanit?
Passform: nach Größenänderung gut
Schwierigkeitsgrad: das Nähen war leicht, aber aufregend
Werde ich noch mal machen: ja, sehr gerne, ich weiß nur noch nicht, in welcher Farbe.

Danke, liebe Frau Stokx, dass ich probieren durfte, ob das Kleid auch für eine Frau mit unpopulärem Format funktioniert! Ich bin begeistert!



Weitere selbstgemachte Outfits, gibt es wie immer Mittwochs auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog zu sehen. Heute mit der wunderbaren Melleni als Gastgeberin, die ganz entzückend aussieht, in Rock mit Strickjäckchen. Ich liebe den Gürtel dazu!

Montag, 21. Januar 2013

Freitag wieder, Dienstag immer noch

Guten Abend allerseits. Damit ihr euch mental und sonstwie darauf vorbereiten könnt, sage ich jetzt schon mal bescheid, dass es am Freitag mal wieder ein "Bitte melde dich" geben wird. Also ran ans Lager und die Fotoapparate. 

Und damit euch bis dahin nicht langweilig wird, lade ich euch herzlich dazu ein, noch Antworten und Beispiele für das immer noch aktuelle Nähfragzeichen zu spendieren, das letzte und diese Woche ganz unter dem Lieblingsthema "Romanitjersey" steht. 

Samstag, 19. Januar 2013

Live vom Kleider-Näh-Samstag

10.37 Uhr
Das Ziel ist ehrgeizig aber klar. Zwei Kleider will ich heute nähen. "Das Dunkelblaue" und das "das Graue, besser bekannt als die Armeedecke". Prioritäten sind gesetzt. Erst das Dunkelblaue, das Graue ist nur das Ersatzkleid. Beide Kleider sind zugeschnitten und schon mal genäht, d.h. der Aufwand absehbar. Ich habe ca. 6 Stunden Zeit, das Mittagessen muß weitesgehend nur aufgewärmt werden. Puffer ist auch da: morgen abend oder am Montag. Das muß doch zu schaffen sein.

Die ersten 40 Minuten meiner freien Zeit habe ich mich Mailtwitterbloglesen verdaddelt. Das brauchte ich aber auch, um runter zu kommen, denn der derzeit wieder extrem arbeitsüberlastete Mann verbreitete heute morgen hektische Panik. Das ging so weit, dass ich fast mitgefahren wäre und Kleider Kleider sein gelassen hätte. Glücklicherweise meinte der heldenhafte Drachtentöter, dass ihm das auch nicht helfen würde und so habe ich nun ein paar Stunden Ruhe und nun auch die Muße, mich konzentriert an das Dunkelblaue zu machen. Hach, ist das spannend!

Fatal ist nur, dass ich schon wieder ein neues Projekt im Kopf habe, das mir schlaflose Nächte bereitet. Aber weder ist der Schnitt schon hier - habt ihr die neuen Schnitte für große Größen im Schnittquelle-Blog gesehen? "Bad Tölz" raubt mir den Atem - noch ist das Wetter einladend für eine Frühlingsjacke. Aber dazu ein anderes mal mehr. Heute wird es hier stilvoll grau und dunkelblau. Los gehts!

11.22 Uhr
Hach, ich bin gerührt. Während ich die Einlage aufbügelte und darüber sinnierte, dass ich vor einem Jahr Praktikum machte und was ich dort alles gelernt hatte, lief ein Lied aus den 90ern im Radio. Das haben Frau Stokx und ich damals zusammen in einer Band gecovered. Achjaaa, das ist ein gutes Omen für mein wunderschönes Stokx-Dunkelblaues.

11.37 Uhr
Ich bin so glücklich, der Stoffnäht sich fantastisch! Selbst meine typischen kritischen Stellen (einlagigen Beleg mit der Ovi versäubern) sind wunderbar, professionell geworden. Jetzt liegt hier der Kragen und die versäuberten Belege und sehen so edel und professionell aus. Wunderbar. Einfach wunderbar!

Jetzt kommt der Ausschnitt und der Beleg dran. Da muß ich ganz vorsichtig und ordentlich arbeiten, denn das ist der Witz des Kleides, das muß perfekt aussehen. Hach wie aufregend.

11.49 Uhr
Ohgott, es passt nicht! Ich habe den Ausschnitt am Vorderteil zu groß geschnitten und der Beleg passt nicht drauf. Jetzt erst mal Fenster auf, frische Luft rein lassen und nachdenken!

11.52 Uhr
Ich habe die Nahtlinie geschnitten und nicht die Schneidelinie! Verdammt, verdammt!


12.14 Uhr
Ich habe jetzt ein Stück Stoff eingenäht, dass das ersetzten soll, was ich irrtümlich rausgeschnitten habe.  In der Mitte habe ich eingeschnitten, wie es hätte sein sollen. Ich nehme an, ihr erkennt, dass ich an der Nahtlinie geschnitten habe. Ungefähr dort ist jetzt die Verbindungslinie zwischen dem Vorderteil und dem eingesetzten Stoff. Ich versuche jetzt den Beleg so anzunähen, dass ich die Naht zwischen Vorderteil und eingesetztem Teil treffe, bzw. wirklich Vorderteil an Beleg nähe und hoffe, dass es dann in der Nahtzugabe nicht zu wulstig wird. Tja, das ist dann wohl Design. Falls das nicht geht, muß ich den Ausschnitt anders/größer machen und mir aus den fitzelkleinen Resten einen neuen Belegt zusammenschustern. Mir zittern die Hände.



12.55 Uhr
Der Ausschnitts-Beleg ist drin. Es sieht weniger schlimm aus, als ich befürchtete. Der Ausschnitt ist nun etwas weiter als beim STOKX-Kleid, aber damit muß ich leben. Da "wir" ja ohnehin beschlossen haben, dass ich taupe Schuhe und Strümpfe trage, gibts noch nen taupe Unterhemd drunter, das blitzen darf.

Bügeln ist höllenschwer mit diesem dreidimensionalem Teil, vielleicht hätte ich die Brustabnäher erst später machen sollen. Leider ist der Ausschnitt auch nicht exakt im Bruch, aber ich vermute, dass sieht hinterher niemand, wenn ich morgen das Kleid noch mal wasche und bügele. Leider muß ich mit Tuch bügeln (sagte Frau Stokx), weil der Stoff so empfindlich ist. Das finde ich echt schwer.

Ich mache jetzt erstmal was zu Essen und dann der Kragen.





13.09 Uhr
Kann nicht einfach mal einmal was klappen? Warum macht die Ovi auf einmal so ne komische Naht. Bis zur Hälfte gings doch gut, dann sah ich, dass oben rechte Faden nicht in der richtigen Spur lief, korrigierte es und dann das. Die Naht, die vorher ok war, sieht nun so aus.

Irgendwie ist mir nicht nach Pause und Mittagessen, aber vernünftiger wäre es. Wo mir doch ohnehin eingefallen ist, dass der Kragen erst am Schluß nach der Passformkontrolle kommt.

13.22 Uhr
Es ist mir ein Rätsel, egal, an welchem Rädchen ich auch drehe, ich bekomme das Fadenspannungsproblem nicht hin. Der Faden, der zweite von rechts, der um die Kante herumschlingt, ist stehts zu locker. Neu einfädeln? Erst mal Mittagessen. Spinat gibt Kraft.

13.47 Uhr
Weiter gehts. Wenn nicht durch ein Wunder, auf einmal die Ovi wieder schick näht - ich hoffe ja immer noch - werde ich wohl mal neu fädeln. Spinat, Kartoffel, Ei, Kaffee und Schokolade werden mir hoffentlich genügend Kraft gegeben haben. Außerdem habe ich mir zur Motivation noch mal das Kleid auf der STOKX-Website angeschaut. Hach!

13.54 Uhr
Ich habe keine Ahnung, was es letztlich war, jedenfalls näht die Ovi jetzt wieder schön und das Kleid hat eine Rückennaht. Dabei habe ich nur "obenrum" neu gefädelt. Ach egal, Hauptsache, es geht.

14.01 Uhr
Wenn ich eines hasse, dann sind das Maschinen, die unzuverlässig sind. Nachdem die Rückennaht gut war, dachte ich, nähe ich doch mal die Ärmel. Und wieder das gleiche Problem, und wieder das gleiche Prozedere und der Ärmel ist eine Naht schmaler. Ich versuche Ruhe zu bewahren. Nützt ja nix.

14.36 Uhr
Die Ärmel sind gesteckt. Wie immer frage ich mich, ob ich "vom Ärmel aus" oder andersrum nähen soll, also ob Ärmel oder Vorder/Rückenteil oben liegt. Ich denke, das es sich um Jersey handelt, ist das nicht ganz so wichtig und wird schon gehen. Nur nicht verunsichern lassen.

Wenn die Ärmel drin sind, dann Waschmaschine einräumen und Wäsche abhängen und so nen Kram, bevor ich mich traue, das Kleid überzuwerfen. Ich hoffe, hoffe doch sehr, dass ich alles korrekt im Schnitt übertragen habe und dass der Hinweis "etwas mehr Weite" von Frau Stokx sich nicht komplett in Luft aufgelöst hat, nachdem ich einige Ovi-Nähte doppelt nähen mußte. Und ich bete, dass die Ovi jetzt ordentlich näht. Puh!

15.10 Uhr
Juchhu. Ich bin sehr zufrieden, mit dem, was ich gesehen habe. Rücken sitzt, Seitennähte und Abnäher sind gut. Alleine die Ärmel habe ich etwas vorsichtig eingenäht, da kann noch etwas Stoff weggenommen werden, aber das ist bei mir eigentlich fast immer so. Besser als andersrum. Der Stoff fühlt sich toll an. Der Ausschnitt ist, wie erwartet, zu groß. Aber Shirt drunter finde ich ok. Also jetzt noch mal die Ärmel korrigieren (bitte Maschine, schön nähen!) und dann der Kragen.

Ärmel sind enger, Kragen ist dran. Ist sogar schöner geworden, als beim Probekleid. Würde beim dritten Versuch allerdings noch schöner werden. Eben erste Anprobe mit Schuhen. Sieht gut aus. Ich werde es jetzt auch erstmal so lang säumen, auch die Ärmel. Kürzen kann ich immer noch und für meinen seriösen Anlass nächste Woche fühle ich mich wahrscheinlich in lang wohler. Ganz fertig ist es noch nicht, aber ich bin erleichtert. Es ist das geworden, was ich mir gewünscht hatte. Irgendwie schon großartig, sich ein Kleid selbst zu nähen, was die Produzentin nicht in der eigenen Größe anbietet.

16.00 Uhr
Kurzes Telefonat mit Frau Stokx wegen des Saumes. Instruktionen und gute Laune bekommen. Wie wunderbar mit ihr befreundet zu sein.

Es wird Zeit, fertig zu werden, denn es wird schon merklich dunkler und ich sehe trotz Festbeleuchtung von Minute zu Minute schlechter bei dem dunklen Stoff.



17.36 Uhr
Fertig. Anprobiert mit Strümpfen und Schuhen: für gut und geeignet gefunden. Puh.

Ihr seht wahrscheinlich, was ich auch sehe. Aber egal. So nah kommt mir wahrscheinlich niemand, außer Herrn Crafteln. Bilder an der Frau bei Gelegenheit. Jetzt erstmal aufräumen.

Und Kleid 2? Das brauche ich erstmal nicht, wird aber bei Gelegenheit genäht, weil Wollwalk ist ja nen Witz schnelles Erfolgserlebnis.

Freitag, 18. Januar 2013

Bitte melde dich - meine Schrankleiche



Hallo, ich wohne erst seit ein paar Wochen im Hause Crafteln, wurde aber von Anfang an mit spitzen Fingern angefasst. Letzte Woche wurde ich endlich gewaschen und in den Stoffschrank gelegt, aber ich weiß, dass ich nicht geliebt werde, deswegen muß ich hier weg.

Ich bin ein Baumwollstoff mit Blümchen. Was Frau Crafteln aber am schlimmsten findet, ist meine Farbe. Sie meint, sie sagt ihr gar nichts. Hat man so etwas schon gehört? Ich glaube, Frau Crafteln ist einfach nur zu faul, irgendwelche romantischen Täschchen oder so Zeugs, was man anderen schenken kann, aus mir zu nähen; selbstsüchtig, wie sie ist. Immer will sie nur Stoff, der was für sie ist und aus dem sie Kleider nähen kann. Nur, weil ihr meine Farbe nicht gefällt, heißt das doch noch lange nicht, dass ich hässlich bin. Und außerdem, nen geschenktem Gaul schaut man doch nicht ins Maul!

Ich bin 58 x1 140 cm groß und würde mich freuen, wenn ich ein neues Zuhause finden würde, in dem ich geliebt und vernäht werde. Da ich wohl in einen großen Briefumschlag passe, gibts mich sogar geschenkt. Meine böse Stiefmutter meint, das wäre gut für ihr Karma.

Mehr einsame Herzen, die ein neues Zuhause suchen, findet ihr hier.

Bitte melde dich - neue Heimat für ungeliebte Stoffe gesucht


"Bitte melde dich" ist eine Aktion aus dem Hause crafteln, die gerne von Euch kopiert werden darf.

In loser Reihenfolge, aber immer freitags, werde ich hier Stoffe einstellen, die mein Seelenheil und meine Lagerkapazitäten belasten, weil sie sich wie ein Fehlkauf anfühlen. Entweder habt ihr eine tolle Idee für mich, was ich mit diesem Stoff machen könnte, oder ihr schreit laut "hier" und nennt mir eure Idee, was ihr damit machen wollt. Je nach Stoff, bezahlt ihr entweder nur die Versandkosten oder aber einen kleinen Beitrag auf den wir uns einigen.

Falls ihr etwas Ungeliebtes habt, dem ihr ein neues Zuhause gönnt, tragt Euch unten in die Linkliste ein. Die Linkliste ist bis Sonntag abend zum Tatort geöffnet!

Spielregeln:
  • Stoffe, Schnitte, Kurzwaren und Schneiderzubehör sind ok. Der Schwerpunkt liegt auf den Stoffen.
  • Kleider, auch wenn sie selbstgenäht sind, sind eine andere Aktion, die jemand anderes ins Leben rufen kann
  • Es geht hier nicht ums Geldverdienen. Es geht ums Verschenken oder kleine Gegenleistungen. Wer verkaufen will, macht das im Auktionshaus oder im eigenen Blog ohne Verlinkung hier. 
  • Wer etwas bei "Bitte melde dich" zeigt bzw. anbietet schreibt bitte eine kleine nette Geschichte zu dem Gegenstand (wie kam das Ding zu euch, was war der ursprüngliche Plan etc.)

Blogs sind in meinen Augen dazu da, um Geschichten zu erzählen und Netzwerke zu knüpfen. Ich mag die Idee der Nachhaltigkeit bei der Aktion und den Unterhaltungswert und freue mich, wenn euch das ebenso geht.


Donnerstag, 17. Januar 2013

Morgen: Bitte melde dich!

Morgen ist es wieder so weit. Morgen gibt es eine neue Runde 

"Bitte melde dich - ungeliebte Stoffe suchen eine neue Heimat" 

hier im Blog. Und wer es bis morgen nicht schafft, ein schönes Foto und eine schöne Geschichte zu schreiben. Die Linkliste ist bis Sonntag bis zum Tatort geöffnet. 

Vergessen, wie es funktioniert? Hier gibt es mehr Infos. 

Das Dunkelblaue

In den letzten Tagen war ich noch total cool: klar, nähe ich mir das dunkelblaue (Weihnachts-)Kleid für den wichtigen Termin nächste Woche. Ist doch noch ein paar Tage hin und Samstag habe ich Zeit für mich. Und überhaupt. Ich hatte doch nen Probekleid und ein Ersatzkleid habe ich auch zugeschnitten! Deswegen lehnte ich auch gestern abend großzügig das Angebot des Gatten ab, das Wohnzimmer für mich zu haben.

Heute morgen fand ich es dann doch sinnvoll, das Dunkelblaue wenigstens zuzuschneiden und zu kontrollieren, ob ich noch genügend Garn habe. Als Freiberuflerin kann ich mir die Zeit oft einteilen und eigentlich ist es doch ok, die Vorbereitungen für einen beruflichen Termin auch während der Arbeitszeit zu machen. Vielleicht werde ich doch ein bißchen nervös? Ist doch eigentlich auch toll, wegen des Nähens und nicht wegen des Termines nervös zu sein. Und überhaupt. Wer hätte gedacht, dass ich mir mal für einen beruflichen Termin etwas nähen würde. Das wäre früher für mich undenkbar gewesen. Danke MeMadeMittwoch!

Bei Zuschneiden war ich wie stets begeistert von Frau STOKX Können, denn das Geniale zeigt sich erst im Detail. Ich war auch begeistert von dem geringen Stoffverbrauch. Es ging auch schön schnell, denn es sind ja nur 5 Teile: Vorderteil, Rückenteil, Ärmel und zwei Belege. Ich hatte sogar genug Muße, mir ausführlich Gedanken über die Stoffwahl für den Beleg zu machen.

Aber dann der Schock!

Ich hatte vergessen den Kragen zuzuschneiden und nur noch kleine Stofffetzen. Dabei hatte ich vorbildlich alles mit Kreide angezeichnet, statt munter an den papierenen Schnittteilen entlang zu Rollschneiden.

Solche Sachen machen das Nähen so furchtbar! Es ist meine eigene Schuld, meine eigene Schlamperei. Ich hätte die Ärmel kürzer zuschneiden können, denn wahrscheinlich kürze ich sie ohnehin wieder, dann wäre auch genügend Stoff für den Kragen geblieben..... Hätte, hätte, hätte.... Jetzt blieb nichts anderes, als den Kragen zu Stückeln (hinten eine Mittelnaht zu machen) und zu behaupten, das wäre Design. Ach Mist. Wie ärgerlich, dass das Kleid schon vor dem Nähen einen Makel hat!


Mittwoch, 16. Januar 2013

Pessimismus? Realismus?

"Pessimistisch ist es, das gleiche Schnittmuster ein drittes Mal zuzuschneiden. Fühlt sich erstaunlich gut an!" 

(Zitat FrauCrafteln auf Twitter)

Ich muß zugeben, twittern macht mir Spaß. Hoffentlich nicht zu viel, denn ich habe ja eine Leidenschaft für Zeitfresser. Es macht Spaß, in kurzen Bonmots zu denken und gute Sachen der Welt zu verkünden. Als ich in früheren Zeiten auf twitter schielte, dachte ich, neee Kurzfassen ist nicht deine Stärke und so richtig witzig bist du auch nicht auf Kommando. Twitter ist nix für mich. Aber so mit Thema im Hintergrund ist es was anderes. Ich bin gespannt, ob mich in den nächsten Wochen nur Menschen aus unserer Näh-Nische "followen" oder auch andere.

Aber was ich eigentlich sagen wollte. Ich habe nun Texel von der Schnittquelle (klingt adlig!) noch mal in grauem Wollstoff zugeschnitten. Nachdem sich die rote Wolldecke und der blaue Jutesack so bewährten und ich nächste Woche ein "anständiges Kleid" brauche und nachdem ich immer noch Manschetten habe, das Dunkelblaue (Weihnachtskleid) zu nähen und da ich am Samstag Zeit zum Nähen habe... dachte ich mir, nutze ich mal die Mittagspause und schneide ein Texel in grau zu. Das näht sich ja quasi wie von selbst. Sicher ist sicher. Fühlt sich gut an.

MMM - geht doch




Ich hab's getan. Ich habe mich tatsächlich vorgestern aufgerafft und nochmals dem Weihnachtskleid -Probekleid Aufmerksamkeit geschenkt. Das war gar nicht so einfach, denn im Dezember hatte es alle Chancen auf den Mülleimer. Der Stoff fühlt sich furchtbar plastikmäßig an, das Kleid passte hier und dort nicht, eure Kommentare waren .... mmmmmh.... eher pessimistisch und der Schnitt, der mir als Kleid-auf-dem-Bügel schlaflose Nächte bereitet hatte, schien nicht für mich bestimmt. 

Das Probekleid war also gestern fertig und wurde einen ganzen Tag getragen. Und siehe da. Es geht. Es geht doch. Irgendwie. Es wird sicherlich kein Lieblingskleid, aber frau kann es tragen. Und ich kann es nun wagen, den dunkelblauen Stoff anzuschneiden, der nach dem gleichen Schnitt vernäht werden soll. Ich denke das ist ok, denn einen besseren, alternativen Schnitt habe ich gerade nicht in petto und das Dunkelblaue brauche ich nächste Woche. 



Tragefazit: es ist ein warmes Kleid, aber das ist ok, denn es ist Winter. Ohne Shirt darunter wäre mir der Stoff zu kratzig. Es ist ein Alltagskleid. Als ich den nachmittag zusammen mit einem Mann, den ich nicht mag auf dem Sofa sitzend verbrachte, war es mir ein wenig zu kurz. Im Stehen gefällt mir die Länge, obwohl ich schon denke, ups, einen Tick hätte es länger sein können. Aber egal. es geht. Und das ist für nen Probekleid schon ne Menge.

Stoff: Polyester-Jacuard von Stoff und Stil
Schnitt: Stokx, vergrößert und unverkäuflich
Passform: immer noch optimierbar, aber für dieses Kleid reichts
Werde ich nochmal machen: ja, ich werde mich an dem Schnitt nochmal versuchen, weil es eben der Plan (fürs Weihnachtskleid) war. Aber vermutlich nur einmal. Dann reichts auch.

Mehr selbstgemachte Kleidung an echten Menschen findet ihr wie immer auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog mit der wunderbaren und immer wieder Spannendes entdeckenden  Lucy als Gastgeberin.

Dienstag, 15. Januar 2013

Twittern? Ich versuchs!

Frau Crafteln versucht sich jetzt in Twitter. Warum? Weiß ich auch nicht so genau. Aber wenn ich es nicht probiere, werde ich es niemals herausfinden. Ihr findet mich dort unter

FrauCrafteln

Mein Versuch wird erstmal darin bestehen, alles, was ich Interessantes rund ums Nähen bzw. das Selbermachen von Kleidung im Netz in der Welt finde, dort zu verkünden, denn ich Blog schaffe ich es leider nicht alles, was ich spannend finde, weiterzudenken oder zu kommentieren.

Mein Nähen, mein Leben findet im Kontext statt. Rahmenbedingungen sind nicht nur andere Näh-Interessierte oder Menschen, die mich mögen. Ich lebe in einer Welt, mich umgeben Dinge, Themen und Ideen. Alles, macht etwas mit mir, verändert mich und auch mein Nähen, meine Gedanken über das Nähen, über mich und meine Kleidung. Alles hat mit allem zutun. Vielleicht ist twittern ein Weg, um Verbindungen herzustellen oder aufzuzeigen.


Twittert noch jemand von Euch, liebe LeserInnen?

Montag, 14. Januar 2013

Nähfragezeichen: Romanit-(Kleider)-Wissenssammlung



Heute ist zwar nicht Dienstag, aber ich habe eine Frage. Und damit diese nicht ungehört in den Weiten des WWW verhallt, ich aber trotzdem schon jetzt ganz neugierig auf die Antworten bin, frage ich einfach das winterschlafende Nähfragzeichen, ob es nicht mal ne Ausnahme machen kann und schon heute mit meiner Frage rausrückt.

Romanit, genauer gesagt Romanit-Jersey, war ja wohl das am häufigsten genähtbloggte Wort des Herbstes 2012. Und nun? Was ist daraus geworden? Wenn ich "Romanit Kleid" google, finde ich eigentlich nicht soooo viel. Und ich dachte, ich google einfach und weiß sofort, was ich aus dem schwarzen Romanit unkompliziert zaubere. Deswegen frage ich euch:

Romanit-Jersey
Habt ihr schon Romantikleider genäht? Wie waren eure Erfahrungen mit dem Stoff? (Wohlwissend, dass Romanit nicht gleich Romanit ist) Welche Schnitte gehen, welche eignen sich nicht so dafür? 

Meine bisherigen Erkenntnisse:
  • Romanitjersey ist nicht so elastisch, wie Sommer-Jersey.
  • Romanit sollte frau wohl lieber in Falten legen statt zu kräuseln verrät meine persönliche Romanit-Queen Frau Rieger.
  • Mir stehen keine ganz gerade Schnitte á la verlängertem T-Shirt, die ich schon häufiger in Romanit gesehen habe. 
Also was tun? Welches, hoffentlich schnelle, Erfolgserlebnis nähe ich aus meinem schwarzen Romanit-Jersey?

Habt ihr Ideen, Tipps und Tricks sowie gute Bezugsquellen und Links zu eurem tollsten Romanit-Kleid oder der ganzen Romanitkollektion? Ich bin gespannt. 

Und als kleines P.S.: Was könnte eine Frau mit unpopuläreren Maßen wie ich, mit einem Meter Romanit-Jersey anfangen? (Was hat sich der Nikolaus nur bei einem Meter gedacht? Tstststs)

Und weil das mit dem Linktool nicht so wahnsinnig gut funktionierte, machen wir es dieses Mal anders. Zwei Wochen lang könnt ihr Bilder und Posts mit dem vom MMM-gewohnten Linktool verlinken und ansonsten wie gehabt hier in den Kommentaren antworten. Ich bin gespannt. 


Sonntag, 13. Januar 2013

Live vom Tatort

Ich habe ne Nähkrise, sprich mal wieder überhaupt keine Lust, heute abend zu nähen, obwohl der Gatte gerade das Wohnzimmer räumt, damit ich sturmfrei habe. Vorhin habe ich sogar lustlos in dem dänischem Angebotskatalog geblättert und hatte Null Bedürfnis etwas zu bestellen. Was ist nur los?
19.58 Uhr
Allerdings brauche ich dringend ein fantastisches, stilvolles, dezentes Outfit nächste Woche. Ich komme also gar nicht drumherum, die Nähmaschine anzuwerfen. Aber irgendwie scheue ich mich, den dunkelblauen Stoff, der fürs Weihnachtskleid geplant war, anzuschneiden. Also doch erst noch das ungeliebte Probe-Weihnachtskleid fertig machen, um wieder warm zu laufen? Oder diesen grauen Wollstoff zu Texel-Nr.-3 verarbeiten, weil der sowieso so viel Platz wegnimmt, vom zerknüllt rumliegen nicht besser wird und der Winter garantiert noch nicht vorbei ist. Texel-3 hätten den Vorteil einer sicheren Sache, um das Näh-Mojo wieder hervorzulocken. Hach, ich habe keine Lust.

Aber so gehts ja auch nicht weiter. Irgendwann hat niemand mehr Lust, hier zu lesen oder zu kommentieren und das wäre ja auch sehr traurig.

Ich schau jetzt erstmal, was für nen Team ermittelt. Mmmm Lena Odental. Das ist mittel. Eigentlich gut zum Nähen..... Und ihr so?

Ihr seid ja reizend! Wie schön, dass ihr mich nicht gleich aus Eurer Leseliste streicht, sondern aufmunternd kommentiert.

Ich habe jetzt erstmal das Rückenteil fertig gemacht, denn das war ja nicht mehr viel. Und eigentlich war dann der Plan, die Overlock umzufädeln und das Probekleid fertig zu machen. Aber dann las ich den Kommentar mit zugehörigem Post von Dodo, die quasi den gleichen Pullover strickt und der Tatort ist ganz nett..... Mmmmmmmh, ich glaube, ich schlage mal die Maschen des Vorderteils an. Nach dem Tatort ist ja auch noch Zeit zum Fädeln ....

20.57 Uhr
Seit wann spielt denn der Kopper in ner Band? Warum passiert mir das eigentlich immer wieder, dass der Faden für den Mascheanschlag zu kurz ist und ich das erst kurz vor Schluß merke? Aarrgs.

21.42 Uhr
Rechts-links ist gar nicht mehr so schlimm, wenn der Tatort nicht so sehr vorhersehbar ist und ich weiß, dass der fertige Pullover mit einem netten Kaffeetrinken belohnt wird.

22.09 Uhr
Da Stricken gerade gut vorwärts geht und ich diese Woche immer mal ein bißchen Zeit und am Samstag einen Tag frei und damit Näh-Gelegenheit habe, werde ich heute abend keine Maschine mehr auspacken, sondern das gestern abend aufgenommene "Inas Nacht" anmachen und weiter fleißig rechts-links-rechts stricken.

Ich glaube, ich brauche wirklich nen wachen Kopf, gutes Licht und nen Spiegel, um das gefühlt diverse Monate alte Probe-Weihnachtskleid noch mal anzuziehen und aus den Fehlern zu lernen. Das wäre jetzt keine gute Idee.

Außerdem ist mir eingefallen, dass ich auch noch nen schwarzen Romanit habe. Ein schwarzes Kleid wäre ja auch fantastisch, stilvoll und dezent. Gibt es irgendeinen meiner bewährten Schnitte, den ich dafür nehmen sollte? Am liebsten würde ich ja das assymetrische Knipkleid, das Herrn Charming so gut gefällt, daraus nähen, aber das ist sehr gekräuselt. Meint ihr, das geht mit dem Romanit? Oder trägt das zu sehr auf?

Links, rechts, gähn



Schon blöd, dass ich mich jetzt für ein Pullover-Modell entschieden habe, dass so viel Bündchen hat. Links-rechts - ich finde es furchtbar. Furchtbar langweilig ist das. Mein absolutes Anti-Muster.

Ich kann es gar nicht erklären, was ich daran so furchtbar finde. Meine Hypothese: weil ständig der Faden vor und hinter die Nadel gewechselt wird, dauert es so lange und ich komme nicht voran. Könnte sein, dass es daran liegt. Und dann sieht mein Rückenteil auch noch so bekloppt aus, wenn es einfach so auf dem Bett liegt. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass daraus trotzdem noch mal ein Pullover wird, der wie ein Pullover aussieht, denn ich möchte auch gerne mal so nen schönen Pulli haben, wie Catherine.




Allerdings stricke ich nicht nach der gleichen Anleitung. Ich hatte die blaue Wolle ausgesucht und erstmal ein langes Bündchen gestrickt. Dann suchte ich in meinem stinkenden, weil wirklich aus den 30ern stammendem Buch Schachenmayrs Buch der Handarbeiten nach einem altem Muster, das einfach zu stricken ist. Da mich das Muster etwas an "Alte-Herren-Weste" erinnert, beschloss ich, dass der Pullover irgendwie weiblicher werden müsste - was lag also näher, als bei Catherines Jahresrückblick begeistert aufzuseufzen, den oberen Teil des Rückenteiles wieder aufzuribbeln und brav rechts-links zu stricken.

AAAABer was zieht frau darunter an - besonders, wenn ich keine Wolle auf der Haut mag. Ich fürchte, da muß ich noch ein paar Chinashirts nähen für unten drunter. Und mindestens einen passenden Rock. Hachjaaa, wenn ich davon träume, wirds beim Stricken nicht ganz so langweilig.

Gestern abend strickte ich übrigens bei dem Film über Margaret Thatcher http://www.eisernelady-derfilm.de/mit der wunderbaren Meryl Streep. Am meisten hat mich die Szene beeindruckt, in der der begehbare Kleiderschrank von Frau Thatcher im Hintergrund zu sehen war: unzählige blaue Kleider und Kostüme in allen Blau-Schattierungen. Obwohl mein Pullover eher einem früheren Jahrzehnt zugerechnet werden könnte, wird er wohl auf ewig der Eiserne-Lady-Pulli genannt werden. Schade, dass ich in den weiten des WWW kein Bild dazu gefunden habe!

Donnerstag, 10. Januar 2013

Live vom Nähkürschchen II



Tja, es dauert natürlich alles mal wieder länger als man denkt. Statt zwei Vormittage jetzt noch ein Abendtermin. Der Nahttrenner kam natürlich auch schon zum Einsatz und der Rock war fast zwei Bahnen zu breit? Da haben wir wohl doch beim Rechnen etwas zu viel gequatscht und das Fatale bei Bahnenröcken ist ja, dass ein kleiner Denkfehler enorm Weite bringt oder nimmt, weil er sich gleich mit 8 multipliziert. Aber der Vorteil eines Acht-Bahnenrockes ist schließlich auch, dass man den Fehler leicht beheben kann....

"Ohh, bis ganz da oben hast du aufgemacht?!" Ich weiß noch, wie ich es immer hasste, wenn Nählehrerinnen, mein Problemchen sahen und eigenmächtig an Fädchen rissen, um "mal eben schnell" die Naht wieder aufzumachen, die ich eben genäht hatte. Aber eben habe ich es auch gemacht, denn es hatte sich ein Fältchen eingeschlichen und mein Eindruck war, dass "wurschteln" letztlich länger gedauert hätte. Aber mies fühle ich mich trotzdem.

Für mich ist es ganz lehrreich zu sehen, wie eine Anfängerin arbeitet. Erstaunlicherweise konnte ich mir das so gar nicht mehr vorstellen. Mir wird auf jeden Fall klar, dass ich niemals, wirklich niemals Fahrlehrerin werden könnte, da es mich wahnsinnig machen würde, wenn immer wieder der Motor abgewürgt wird. So schlimm ist es natürlich beim Nähen meiner Freundin nicht, aber ich muß schon schmunzeln, wenn ich den Motor der Nähmaschine im minimalen Tempo flüstern höre. Dass alleine "gerade nähen" schon anstrengend und eine Herausforderung ist, hätte ich nicht gedacht.

Für meine Freundin kam natürlich die Erkenntnis, dass Nähen viel mehr Spaß macht, als diese leider notwendigen Vorarbeiten. Es ist ja auch ein tolles Gefühl, wenn frau mehr und mehr das Gefühl bekommt, dass das wirklich ein Kleidungsstück wird und schon mal was anprobieren kann. Das ist ja das Gefühl, das süchtig macht!

Mittwoch, 9. Januar 2013

Live vom .... Nähkürschen



Das war ja nur ne Frage der Zeit. Letztlich wunderte ich mich schon, warum das noch nicht früher passiert ist. Die erste Freundin hat sich gemeldet und will "mal schaun, wie das mit dem Nähen so ist". Na, solls se mal! Wir nähen ein Sommerröckchen, denn die Baumwollstoffe sprachen sie an. Ein Bahnenröckchen natürlich. Leider mit Futter. Und Reißverschluß. Nun ja, da muß sie durch.

Gleich zu Beginn das erste Problem: Stoff und Futter waren nicht gewaschen. Also ab ins Waschbecken, kurz durchwaschen und dannn schleudern und bügeln. Währenddessen haben wir den Schnitt gemalt und ausgeschnitten. Schon komisch. Für mich war das so selbstverständlich, dass man den Stoff vorher wäscht, da hatte ich das einfach vergessen, ihr das zu sagen.

Ich bin ja weit davon entfernt, wirklich so gut zu sein, Nähkurse geben zu können, aber spannend finde ich das schon, denn ich merke, wie viel ich verinnerlicht und als implizites Wissen habe. Gar nicht so einfach, das explizit zu machen. Außerdem ist natürlich augenfällig, wie schlampig ich arbeite oder nach dem Motto "das fügt sich schon". Das ist für ne blutige Anfängerin natürlich irritierend.

Den Stoff hat sie nun sie zugeschnitten, jetzt ist sie empört, dass sie das Futter auch noch zuschneiden soll. Immerhin hat Glück, denn ich hab ja nen Rollschneider. Soll ich ihr helfen? Nöööö. Dafür mache ich ja nebenher noch Linsensalat mit gratiniertem Ziegenkäse.

Auf der einen Seite findet sie es total aufregend, "das das wirklich mal ein Rock wird" und gleichzeitig ist sie erstaunt, dass man so viel machen muß, bis endlich das Nähen kommt. Hachjaaa, das ist leider so.

Wir sind echt Expertinnen! Ich hatte das Schrägband vergessen. So ein Mist, jetzt müssen wir Mittagessen und Kaffeetrinken und Schrägbandkaufen und können erst morgen anfangen zu nähen. Naja, mit ner Freundin zu essen, Kaffee zu trinken und Schrägband zu kaufen ist auch nicht das Schlechteste!

MMM gerüscht



Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber bei mir löst Nähen merkwürdige Kettenreaktionen aus. Es begann mit einem Jeansrock, der irgendwie ein bißchen anders als ein Jeansrock sein sollte und so entstand der maritime Bahnenrock in gestreiftem Jeans. Da dieser Jeans blau gestreift und maritim war, brauchte ich ein blaues T-Shirt. Als mir blau auf einmal gefiel, obwohl ich dunkelblau seit ungefähr 30 Jahren strikt ablehnte, meinte ich, noch einen blauen Rock nähen zu müssen -  der erste Wollrock der Saison, der leider immer noch nicht fertig ist. Anschließend verfiel ich dem Stokxkleid (hier zum Beispiel bei Frau Friederike) und plante dieses als Weihnachtskleid - leider auch noch weit von fertig entfernt. Damit ich zum dem Weihnachtskleid auch einen Schal habe, oder zu dem Wollrock oder oder, brauchte ich dringend einen dunkelblauen Schal. Außerdem muß ich erwähnen, dass ich im Strumpfhosenrausch des Herbstes diverse blaue Strumpfhosen erwarb. Warum auch immer. Ich bin mir sicher, dass ich in Kürze ein unbändiges Bedürfnis nach blauen Schuhen entwickeln werde. Dabei mag ich überhaupt kein dunkelblau!

Meinen neuen dunkelblauen Rüschenschal mag ich aber sehr - auch wenn ich das Gefühl habe gar nichts, wirklich gar nichts passendes dazu anzuziehen zu haben. Da bietet sich dann, sozusagen als Verlegenheitslösung das Reisekleid an, denn grau kann ja bekanntlich mit fast allem. Und der Wintermantel vom letzten Jahr ist auch ein treuer Geselle, denn auch himbeerrosa geht mit fast allem. Eben auch mit dunkelblau.





Es bleibt die Frage, ob schwarz mit dunkelblau geht, denn noch besitze ich keine blauen Schuhe. Einerseits denke ich "wow, was für eine saucoole Farbkombination dunkelblaues Kleid und schwarze Stiefel" aber andererseits habe ich so eine Art Lenorgewissen auf der Schulter, das mir flüstert, dass "man das nicht macht, denn das ist ja so wie grün und blau, trägt die Sau oder so".  Diese überlebenswichtige Frage sollte ich dringend klären, denn in den nächsten Tagen habe ich dringend vor, das dunkelblaue Kleid zu nähen. Zumindest theoretisch. 


Wer auch so einen Rüschenschal stricken möchte. Nur zu! Strickt sich wunderbar. Die Anleitung gibt es bei Frau Wollrausch (via Frau Allerleihrauh) und nach den ersten mühsamen Reihen lichtet sich das Chaos und aus dem verdrehtem Regenwurm wird tatsächlich ein Rüschenschal, bei dem frau sich nur 4 Reihen merken muß. Mein Schal misst 185 cm,  brauchte 113 g Drops Alpaca Silk und fühlt sich edel-schmusig an. Kann ich wirklich nur empfehlen. Mehr Infos zum ollen selbstgenähtem Mantel und dem Reisekleid findet ihr, wenn ihr auf die Links klickt.

Mehr wunderbare selbstgemachte Outfits an echten Menschen findet ihr wie immer auf dem MMM-Blog, der heute von der bezaubernden und eben auch praktischen Julia eröffnet wird.

Sonntag, 6. Januar 2013

Immer noch nicht richtig wieder da

Die letzten Stunden Ferien. Morgen geht der Alltag wieder los. Noch kann ich mir nicht vorstellen, morgen wieder um halb sieben aufzustehen, nachdem sich unser aller Schlafrythmus in den letzten zwei Wochen um ungefähr drei Stunden nach hinten verschoben hat. Genauso wenig kann ich mir derzeit vorstellen, dass Nähen etwas tolles sein soll. Ich habe sowas von GAR KEINE LUST.

Doof nur, dass sich für Mittwoch und Donnerstag eine Freundin zum "Näh-Workshop" bei mir angesagt hat, weil sie schauen will, ob das Nähen auch was für sie ist. Nun ja, das machen wir schon irgendwie. Aber heute abend? Neee, da schaue ich lieber noch mit dem Gatten einen Film, statt ihn aus dem Wohnzimmer zu verbannen und mich den UFOs zu widmen.

Den Rüschenschal habe ich fertig gestrickt und für den angefangenen blauen Pullover, von dem ich bisher nur ein Rückenteil bis zum Armausschnitt gestrickt hatte, habe ich nun eine Idee, wie er weitergeht und was er werden soll. In den nächsten Tagen werde ich schauen, wie sich der Alltag wieder anfühlt und ob aus mir nähfaulem Couchpotatoe wieder eine fleissige Näherin wird. Einen Anlass, für den ich ein fertiges Mut-Kleid bräuchte habe ich. Am 22. Januar. Aber bis dahin ist noch viiiiiel Zeit.

Also schaut schön Tatort, näht odentlich  oder macht etwas anderes. Nach und nach werde ich wieder aus dem Ferienmodus zurück kehren, aber Stress mache ich mir damit nicht. Bis bald.

Dienstag, 1. Januar 2013

DIY-Rückblick 2012

So, jetzt kommt das, worauf ich mich eigentlich schon seit Wochen freue und am liebsten schon Anfang Dezember mit anfangenen hätte: die Liste meiner selbstgemachten Sachen. Hätte ich auch machen können, denn nähtechnisch ist in den letzte Wochen nicht wirklich was passiert bzw. fertig geworden. In letzter Zeit habe ich überhaupt gar keine Lust mehr zum nähen. Ich hoffe, das ändert sich wieder. So richtig weiß ich auch nicht, woran es liegt. Meine Vermutung: eigentlich genug zum Anziehen, das Wissen, wie aufwendig viele Projekte sind und der Mangel an Gelegenheit. Doofe Kombination. Ich bin gespannt auf 2013!

Aber jetzt erstmal 2012.



Begonnen hat das Jahr mit dem Passt-Kleid, dass ich in den darauf folgenden Wochen wirklich ständig getragen habe. Allerdings nur ein einziges Mal mit weißer Bluse, sonst immer mit braunen Shirt darunter, aber merkwürdiger Weise gibt es davon kein Foto. Als ich es diesen Herbst einmal trug, merkte ich, dass es an der einen Seitennaht aufgeht. Öhm. Es liegt auf dem "muß ich noch mal ran"-Stapel. Da sollte ich mir mal nen Ruck geben, denn eigentlich mag ich es sehr.

Parallel dazu nähte ich an einer zweiten Version des Kleides aus billigem Stoff, die immer noch nicht fertig ist. Also UFO1 ich kann mir vorstellen, dass es ein TFT (Teil für die Tonne) wird, um mein Nähkarma zu verbessern.



Stricken kann man das wohl nicht nennen, was ich mit diesem "Material" machte. Aber es wurde ein Schal. Den finde ich zwar eigentlich schick, hatte ihn aber selten an, wohlwissend, dass ich nicht überall korrekt arbeitete und mit der Angst, dass er sich auflösen könnte. Ich habe noch einen Schal mit dem Material für meine Schwiegermutter gemacht und wusste anschließend wie es geht. Am besten wäre es wohl gewesen, mich gleich noch mal daran zu setzen. Jetzt liegt das Ding in der Kiste im Flur. Was wohl 2013 mit ihm geschehen wird?



Der Höhepunkt meines Jahres war schon im Januar das Praktikum in Berlin bei Stokx. Dort nähte ich ein Kleid (UFO2) und den wunderbaren Mantel. Der Mantel hat natürlich praktisch Null kreative Eigenleistung (außer den gelben Taschen), weil nach Schnitt und Material von Stokx genäht, aber ich habe unglaublich viel gelernt und liebe ihn einfach!



Im Februar begann dann die komplizierte Strickerei des Frühlingsjäckchens und endete erst Ende April. Puh, dabei habe ich auch so einiges gelernt, vor allen Dingen die "verkürzten Reihen". Herausgekommen ist ein Jäckchen, das ich wirklich sehr mag (und gerade - seit Juni -  die zweite Version in grau stricke, was aber nur halb so viel Spaß macht, wie petrol) und eine Vorliebe für dünne Stricknadeln.



Eine (Wickel-)Strickjacke habe ich auch genäht. Obwohl ich sie trage, ist sie eher ein Prototyp, weil der Ausschnitt zu weit ist und das Material unangenehm. Aber ich trage sie hin und wieder. (Die Rüsche ist mittlerweile ab). In der neuen Knip ist ein Wickeldings drin. Mit den Wickeldingern bin ich noch nicht durch. Das bekommt sicher ne Chance.


Das Karokleid habe im Februar genäht und dann wenig geliebt und getragen. Seit dem ich es aber diesen Herbst wieder entdeckte und mit braunen, rustikalen Stiefeln kombiniere, liebe ich es sehr. Ich muß unbedingt den Stoff, den ich nochmal in rot habe vernähen!



Darauf folgte im März dieses Knotenkleid, was ich sehr, sehr mag. Leider ist der Stoff nicht so doll und es fängt schon an zu pillen, deswegen wird es eher geschont. Seit diesem Kleid bin ich unheimlich scharf auf Retromuster in schrillen Farben und habe hier schon zwei wunderbare Retro-Jerseys für 2013 liegen.



Den April-Rock mag ich gar nicht. Falscher Schnitt, falsches Muster. Basta. Der wandert in die Jerseykiste und wenn er Glück hat, wird er noch mal nen T-Shirt für den Sohn.



Im April nähte ich auch noch das Polizei-Kleid, dass ich eigentlich supertoll finde, aber auch viel zu selten anhatte. Lag es daran, dass es relativ warm ist und kurze (aber für Strickjäckchen zu weite) Ärmel hat? Dieses Kleid bekommt im Frühling auch einen Platz, an dem ich es gut sehe, damit es noch ein paar Chancen bekommt!





Das "Fame-Kleid" wurde nie fertig und schlummert in einer Kiste. Im Spät-Frühling oder Früh-Sommer werde ich überlegen, ob ich noch mal Zeit in das UFO investiere. Man, hat mich am Ende das Ding aggressiv gemacht!




Von diesem, im Blümchen-Monat-Mai genähtem, Kleid war ich zunächst gar nicht so begeistert, trug es aber im Sommer sehr oft und gerne. So kann frau sich irren!




Dagegen der Blümchenkittel begeisterte mich von Anfang an und wurde dann weniger getragen, als ich es erwartete hatte. Irgendwie stimmte das Wetter dafür oft nicht. Schon komisch. Ich muß im Frühling unbedingt daran denken, das Kleid rechtzeitig aus der Versenkung zu holen, denn mit Shirt drunter gefällt es mir eigentlich am Besten.






Ende Mai gab es den ersten von drei 8-Bahnenröcken in rot. Gelb und maritim folgten auf dem Fuße.









Und weil Sommerröcke so schön sind gab es noch zwei Valesken. Die Orangene habe ich trotz der "Stoffsteife" sehr gerne getragen habe. Die Türkise etwas weniger gerne, aber auch häufig, weil sie so gut zum Frühlingsjäckchen passt.






Damit ich nicht immer nur Knotenkleider aus Jersey nähe, habe ich mal einen anderen Schnitt ausprobiert. Obwohl ich den Schnitt super finde und den Stoff auch, ist es nicht "mein Kleid". Für meinen Geschmack könnte es etwas weiter und länger sein und irgendwie ist der Stoff so auch tussimäßig. Ich habe aber noch 3m davon, es wird mir ein Vergnügen sein, 2013 ein anderes Kleid daraus zu nähen.





Dieses Kleid liebe ich sehr, habe es aber auch nur wenige Male angehabt. Das liegt aber nicht am Kleid, sondern an den mangelnden Gelegenheiten. Ich habe beschlossen, mein Leben für das Kleid zu ändern, sprich Gelegenheiten zu organisieren und den Schnitt auf jeden Fall noch mal zu nähen! Und wenn ich dafür blaue Schuhe kaufen muß, dann muß das eben so sein!




Danach nähte ich im August noch einen Absperrband-Rock. Ich finde ihn superschön, aber irgendetwas stimmt mit dem Rock nicht. Ich vermute, er ist zu eng und rutscht deswegen immer zu hoch. Schadeschade, denn er sieht so toll aus.


Außerdem übte ich mich im August im T-Shirt-Nähen und produzierte drei Shirts, die ich niemals anhatte. Schrecklich, schrecklich. Ich glaube, Shirt-nähen ist nix für mich. Da bleibe ich erstmal dabei. 









Einzige Ausnahme:




Das China-Shirt ist gut. Stimmt. Dafür mache ich bestimmt noch mal ne Ausnahme, denn das habe ich gerne und oft getragen.



Im August wollte das Nähen nicht so von der Hand. Ich produzierte auch noch dieses hässliche Wickelkleid, das zwar mittlerweile ne gelbe Einfassung hat, aber noch nicht getragen wurde. Im Frühling schaue ich es mir noch mal an, ansonsten gehört es in die Tonne, um mein Karma wieder zu verbessern.




Im September nähte ich eines meiner Lieblingskleider in dem ich mich immer gut angezogen fühle, egal, was ich mache und wo und mit wem ich zusammen bin. Noch ein Knotenkleid. Vielleicht langweilig, aber ich mag es einfach.




Im Oktober nähte ich dann das "rote Kleid", genannte "die Wolldecke" auf das sehr schnell im November das "blaue Kleid" auch genannt "der Jutesack" folgte. Ich liebe diese beiden Kleider und trage sie dauernd!



Im November begann ich auch den "ersten Wollrock der Saison", der merkwürdigerweise immer noch nicht fertig ist. Da habe ich wohl mehr "Live vom Tatort-gebloggt" als genäht.



Aber das Weihnachtkleid vom letzten Jahr habe ich im November auch schnell genäht, weil das lila Kleid langsam nicht mehr so doll aussieht nach vielen Wäschen. Das mag ich auch sehr.

Im Dezember mußte ich dann einsehen, dass der Wintermantel-Sew-Along und auch das Weihnachtskleid 2012 aktuell nicht zu meinem Leben passten. Der halbfertige Probekleid wird aber noch fertig genäht und das für Weihnachten geplante Kleid vielleicht ein Bürokleid oder "für gut". Schaun wir mal. Und dann könnte es ja auch noch sein, dass ich im Februar den Wintermantel nicht mehr sehen kann und ein dringendes Bedürfnis auf einen Kurzmantel bekomme. Warten wirs ab.

Außerdem nähte ich 2012 einen Rock für meine Mutter und einen Rock für eine Freundin, ein Baby-Knistertuch, eine Leggins, ein Halstuch, diverse Mützen und ein Fußballoutfit für den Sohn, eine Bluse für mich ge-up-cycled und eine Yogamatten-Tasche für eine andere Freundin genäht.

Ich habe diverse Armstulpen für mich und für eine Freundin gestrickt. Eine Mütze, die doof an mir aussieht, einen Frangiflutti den ich ganz oft zuhause anhabe. Der Sohn bekam einen Pullunder gestrickt und der Mann eine neue Mütze. Zu Weihnachten häkelte ich noch ein Tuch für eine Freundin.

Außerdem habe ich fleißig das Nähfragezeichen verwaltet, den Blümchen-Monat "aus Versehen ins Leben gerufen", den Streifen-Monat und den Taschen-Monat organisiert und bloggte "Live vom Tatort". Seit August bin ich Teil der MMM-Crew, die ein netter, wenn auch aufwendiger ehrenamtlicher Job ist und dessen Engagement am Ende des Jahres in den gefühlten Höhepunkt der Spendenaktion gipfelte.

Puh, ganz schön viel. Und irgendwie sind es doch weniger UFOs als ich ahnte. Diese unfertigen Sachen belasten so. Ich fühle mich immer so bescheuert, wenn ich daran denke, wieviel Geld und Zeit ich dafür rausgeschmissen habe. Aber andererseits trage ich mittlerweile jeden Tag me-made und habe so viele tolle Stücke produziert, dass ich eigentlich milde mit mir sein müsste, die UFOs entsorgen und stolz auf das sein sollte, was ich geschaffen habe.

Und noch ein Fazit liegt auf der Hand: ich kann zwar komplizierte Sachen nähen, mache das aber, in Ermangelung von Gelegenheit und einem Nähzimmer, in dem frau Dinge liegen lassen kann, eher ungerne. Schnelle Erfolgserlebnisse, die bequem sind - das passt zu mir. Die Prognose für 2013 ist eigentlich klar: Sommerröcke und Jerseykleider! Juchhu, ich freu mich drauf!

Und was ist mein Lieblingsstück von 2012? Das erfahrt ihr morgen auf dem MMM-Blog, denn das muß ich mir jetzt noch mal in Ruhe überlegen!