Freitag, 1. November 2013

Nähkrimi: Paspelknopflöcher



Am Sonntag ist #KSA Kostüm Sew Along Finale. Da heißt es langsam sputen, nachdem meine kleine "mimimi-Bitte" bei der Chefin nach einem Finale der Herzen abgelehnt wurde, um die Motivation nicht auszubremsen. Hat funktioniert. Bin ja ne Brave.

Eine üble Ausbremsmasche bei Jäckchen sind ja gerne die Knopflöcher. Ich hatte geübt und war gerade deswegen immer noch unentschieden: Schicke Paspelknopflöcher oder die quick-and-dirty-Lösung, die Löcher mit der Nähmaschine zu nähen. Jetzt ist es so, dass ich von meinem Stoff etwas enttäuscht bin. Das Schöne an dem Stoff ist, dass er dank Viskose sehr weich ist. Das weniger Schöne ist, dass er sehr locker gewebt ist und sich leicht verzieht. Der Stoff und ich sind in den letzten Wochen keine Freunde geworden. Ich war nicht sicher, ob er die Mühe von Paspelknopflöchern verdient, hatte ich das Jäckchen, in Vorfreude auf ein kariertes Kostüm, doch ohnehin gedanklich zum Probejäckchen degradiert. Doch glücklicherweise gibt es den Sew Along und dieses gemeinsame Nähen, hilft mir ungemein, meinen Ehrgeiz zu entwickeln und mir doch noch Mühe zu geben, auch wenn die intrinsische Motivation abhanden gekommen ist.




Als ich gestern eine ruhige Minute fand, beschloss ich es doch mit den Paspelknopflöchern zu wagen. So schwer kann das doch nicht sein, dachte ich und als ich die Paspel nähte, ahnte ich auch, warum meine Probelöcher so doof geworden waren. Wer die Paspel nicht gleichmäßig schneidet (siehe oben), kann nicht erwarten, dass die zwei Paspelstücke später ordentlich aufeinander passen. Also versuchte ich ordentlicher zu schneiden, was die offene Seite der Paspel ordentlich verkleinerte. Nicht schlecht, dachte ich, dann klafft das Loch wenigstens nicht auf, vergaß aber, dass der Stoff, auch mit aufgebügelter Einlage, zum Fransen neigt.

Tja und dann kam das Bild ganz oben raus. 10 Minuten bevor mein Zeitfenster endete. Ich knallte es in die Ecke und twitterte meinen Frust, wohlwissend, dass 10 Minuten in Verbindung mit Ärger nicht die Ressourcen darstellen, die der notwendigen Operation am offenen Herzen zu Erfolg verhelfen würden. Allerdings ist es nicht leicht auszuhalten, stundenlang das Jäckchen im Flur hängend mit solchen Knopflöchern zu ignorieren, ohne dauernd vor Frust mit dem Kopf gegen die Wand zu laufen.



Glücklicherweise hatte ich am frühen Abend die Wohnung erneut 45 Minuten für mich alleine. Obwohl ich für Operationen Tageslicht bevorzuge, konnte ich nicht warten. Ich schnitt beherzt weiter gen Ecken und schubste mit einem Holzstäbchen unter dem Licht der Legomanntaschenlampe die Ecken der Knopflöcher dorthin, wo sie einigermaßen sein sollten und nähte endlich die kleinen Dreiecke an. Wenn der Stoff sowieso dauernd in Bewegung ist, dann kann er sich auch mal dorthin bewegen, wo ich ihn haben will. Zwischendurch bügelte ich immer wieder mit ordentlich Dampf, um dem Stoff zu zeigen, wer hier der Chef ist. Und siehe da, mit dem Ergebnis, wenn auch nicht wirklich perfekt, kann ich Leben. Meine Güte, was nen Krimi!


Kommentare:

  1. Ein echter Krimi.....aber die sind doch echt gut geworden! Ich hab´mich noch nicht rangetraut, also an Paspelknopflöcher, hätte auch gerne ein Finale der Herzen und werde sowieso nicht fertig......
    Herzliche Grüße
    Sabine

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  2. Huch!!! Da hab' ich mich aber erschreckt.
    Na das ist ja gerade noch gutgegangen.

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