Montag, 2. September 2013

Zu adrett oder zu kompliziert für diese Welt?

Ich versprach euch letzten Mittwoch, euch an meine aktuellen Gedanken teilhaben zu lassen. Hier sind sie, wie immer noch nicht bis ans Ende gedacht und bin gespannt, was ihr dazu sagt.Ausgangspunkt meiner Überlegungen war ein Satz bei Frau Nahtzugabe, der mich schwer beschäftigte.

"Das Naheliegendste, nämlich einen roten Gürtel oder gar noch rote Schuhe zum Kleid zu tragen, ist mir aus Abneigung gegen Komplettlooks nicht möglich. Ich fühle mich in diesem Kleid ohnehin schon übermäßig adrett."

Zuerst wollte ich kommentieren "aber nein, es macht doch so unglaublichen Spaß, Schuhe und passende Taschen in allen Farben zu haben und ist es nicht unendlich schick?", doch dann hielt mich das ipad mal wieder vom Kommentieren ab und ich hatte Gelegenheit, meine spontane Aussage noch mal zu überlegen. In den darauf folgenden Tagen merkte ich, dass etwas viel Spannenderes mit meinen Gedanken passierte, wenn ich die spontane Reaktion beiseite schob und das, was Frau Nahtzugabe schrieb ernst nahm.

Vielleicht war das genau die Begründung für mein Unbehagen bezüglich der Gürtel, nach der ich suchte? Ich habe mich zwar mit meiner Taille versöhnt, ich habe Gürtel gekauft und genäht, aber ich trage sie sehr ungerne. Zwei Dinge fallen mir offensichtlich mit mir und den Gürteln auf: 1. ich weiß nicht so recht wohin mit dem Ding und 2. egal, wie dehnbar sie sind, oder wie weit ich sie einstelle, sie drücken ungewohnt. An Punkt 2 kann ich mich sicherlich gewöhnen, aber Punkt 1 bereitete mir Sorgen. Da ich wenig Taille, aber dafür zwei Bäuche habe (einen normalen unterhalb der Taille und einen zweiten, den ich seit der Schwangerschaft unter dem Busen entdeckte), weiß der Gürtel nicht so recht, wo er hin gehört. Oft rutscht er mir direkt unter den Busen, was positiv formuliert zu einer Empiretaille führt. Negativ formuliert, erinnert mich diese Form von Taillierung an ältere Damen, die den Hosen- oder Rockbund auch dort so hoch tragen und deswegen einen merkwürdig verkürzten Oberkörper haben. Will ich so aussehen? Eher nicht.

Jetzt ist es auf Fotos so, dass "Kleid mit Gürtel" - frontal fotografiert - immer angezogener aussieht. Statt einem langen Kittel, wird es mit Gürtel ein adrettes Kleid. Fotos von der Seite mag ich weniger, die werden gelöscht und zwanghaft vergessen. Es bleiben also die adretten Fotos, für die ich Lob bekomme. Aber will ich adrett aussehen? Ist adrett nicht ein bißchen zu brav für mich? Der Gatte meint ja, er findet mich etwas weniger adrett etwas mehr Meike. Vielleicht ist es das, was Frau Nahtzugabe meinte?

Zweiter Punkt zum Thema: schicke Schuhe zum Kleid. Natürlich sehen schicke Schühchen immer hübsch aus. Keine Frage. Aber das Leben ist nicht jeden Tag für schicke Schühchen gemacht. Ab gesehen davon, drücken viele Kilos auch auf die Füße, so dass schicke Schühchen schon mal zur Qual werden können. Rustikales, bequemes Schuhwerk sieht aber nur bei zarten Elfchen gut aus (ihr wisst schon, die, die sich immer die zu langen Pulliärmel über die Handgelenke ziehen und im Boyfriendpullover ganz reizend hilflos aussehen), da ist es dann Stilbruch und unheimlich aufregend. Bei gestandenen Frauen, vor allen Dingen bei denen, mit unpopulärem Format, sieht es eben nach Bequemschuh aus.

Es sieht so aus, wenn ich meine Sehgewohnheiten nicht hinterfrage! Meine Sehgewohnheiten werden davon beeinflusst, dass es im Fernsehen, außer in den Reality-Soaps, keine Frauen mehr ohne Absatzschuhe in schwindelerregender Höhe gibt. Meine Sehgewohnheiten werden davon geprägt, dass es allgemein als richtig gilt, Röcke und Kleider mit Absatzschuhen zu kombinieren und viele Frauen eben mehr oder schmerzhaft durchs Leben stöckeln. Meine Sehgewohnheiten werden dadurch geprägt, dass Turnschuhe oder Dock Martins irgendwie in eine bestimme Lebensphase und Gruppe gehören. Und meine Sehgewohnheiten werden dadurch geprägt, dass die, die gar nicht mehr anders können, als auf Hackenschuhe zu verzichten, nämlich die Alten und Dicken, eben Bequemschuhe tragen - aber natürlich will ich lieber zu der Gruppe der anderen gehören und quäle mich entweder in unbequeme Schuhe oder mit einem schlechten Gewissen.

Die Frauenbiografien, die mich umgeben, sind geprägt von Brüchen. Ich kenne eigentlich keine Frau, die einen glatten, idealen Lebenslauf vorweisen kann, die stringent ihre Karriere, geschweige denn ihr Leben geplant und gelebt hat. Zahlreiche Umwege führten und führen zu schillernden Persönlichkeiten. Und zu Körpern, die das Leben zeichnete. Zu Körpern, die nicht so aussehen wie das, was die Medien uns zeigen. Wieso sollten wir also nicht Mut haben, diese Brüchen auch Ausdruck zu geben, sie zu zeigen, auf die Vielfältigkeit unsere Erfahrungen und Persönlichkeitsanteilen stolz zu sein. Vielleicht sollten wir den zarten Elfen die bequemen Schuhe nicht überlassen, sondern sie mit Stolz tragen, um damit stark auf beiden Beinen zu stehen. Das tun wir doch sowieso! (Wir könnten den Elfen ja dafür die Gürtel lassen...)

Das Fragezeichen in meinem Kopf entstand mit den Hemdblusenkleidern, die ich wunderschön finde, aber ungern anziehe, wegen des Gürtels und der Schuhe, und der damit verbundenen Frage, ob ich nicht einfach aufhören sollte, Hemdblusenkleider zu nähen, obwohl ich sie schön finde und meinen Petticoat liebe. Das liegt nicht nur am Bügeln! Trotzdem ich schon so viele Kleider genäht und Übergangsjahreszeiten überlebt habe, habe ich noch so viele Fragezeichen in meinem Kopf, welche Art von Outfit sich für mich richtig anfühlt. Manchmal frage ich mich, ob ich nicht wirklich ein bißchen zu kompliziert für diese Welt bin. Das Leben war etwas einfacher, als ich Sommers wie Winters Jeans trug. Aber nur halb so spannend!

Kommentare:

  1. Liebe Meike,
    ich liebe Deinen Blog! Ja wirklich! Obwohl wir nicht wirklich viel gemeinsam haben, obwohl ich garantiert die nächsten Jahre kein Hemdblusenkleid für mich nähen werde und auch sonst eher selten auf meine Jeans verzichten mag ;)
    Ich mag Deine Art zu schreiben, Deine vielen Fragen und das tiefgründige Fragezeichen dahinter.

    Helfen kann ich Dir jetzt nicht wirklich (wobei ich anmerken möchte, das ich auf diesen adretten, perfekt durchdachten Look stehe! Ich liebe passende Gürtel, Schuhe, Taschen, Nagellack und auch Haarspangen ;) und finde das gibt jedem Teilchen nochmal das letzte Finish...

    Wie auch immer... ich wollte Dir nur einfach mal sagen, das ich gern hier mitlese und mich und meine Gedanken anregen lasse.
    Herzlichen Dank und alles Gute!

    Verena

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    1. Oh, vielen Dank für die Liebeserklärung! Das ist schön!

      Die Verschiedenartigkeit erscheint mir doch gar nicht so groß, denn du schreibst, dass du den durchdachten Look liebst - aber auch deine Jeans. Ich liebe mein Handtaschen und Schuhlager, aber ehrlich gesagt, kommt es selten zum Einsatz. Das Leben ist so, dass ich die Jerseykleider und bequemen Schuhe trage und andere die Jeans. Die anderen Sachen machen beim Kauf froh und einmal pro Schaltjahr, wenn sie getragen werden und diesem Moment genau richtig sind.

      Viele Nähen für die besonderen Anlässe - mir geht es eher um das normale Leben. Das ist schon kompliziert genug. Aber Hilfe suche ich dafür nicht. Höchstens Anregungen. Ich liebe es schon, kompliziert zu sein.

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  2. Ja, mit dem "adrett" ist das so, wie du vermutest, so meinte ich das. Also in meinem Fall (der nicht zu verallgemeinern ist) meine ich zu wissen, dass ich in einem "hübschen" Kleid und dazu alles passend wie ein braves kleines Mädchen rüberkomme, und weil ich das zu wissen meine, trete ich dann wahrscheinlich auch so auf, so dass sich die Erwartung selbst erfüllt. Wohlgemerkt: das ist die Selbstwahrnehmung, die mit der Fremdwahrnehmung gar nicht viel zu tun haben muss. Ist z. T. sicher auch angelernt, weils mir immer noch in den Knochen steckt, dass ich früher immer für viel jünger gehalten wurde und verinnerlicht habe, dass ich auf keinen Fall niedlich und mädchenhaft aussehen darf, wenn ich ernst genommen werden will. Deshalb meide ich alles, was in diese Richtung geht - andere Leute können sehr gut z. B. ein rosa Kleid tragen und der ironische Bruch kommt dann ganz von selber durch ihre Person zustande und verkehrt die Aussage des rosa Kleides ins Gegenteil - bei mir funktioniert das nicht, soweit ich das einschätzen kann. Ich sehe aus wie ein liebes, etwas doofes Mädchen im rosa Kleid. Oder vielleicht auch nicht, aber so würde ich mich selbst erleben.

    Sicher wäre es auch an der Zeit, diese Maximen mal zu überdenken - aber da einem als Selbermacherin alle Kleidungsstile erstmal offen stehen, muss ich mich ja auch nicht zwanghaft auf etwas versteifen, was ich als nicht so ideal empfinde, wenns so viele andere Möglichkeiten gibt, sich anzuziehen. Und das wäre der Teil, den ich verallgemeinern wollen würde: lieber mit der Art Kleidung weitermachen und die perfektionieren, die einem von Anfang an zusagt. Auch mal etwas ganz anderes testen, um den Kleiderschrankhorizont zu erweitern, klar, aber wenn der Funke nicht überspringt, dann ist das wohl so.

    Mit Absatzschuhen habe ich (noch) keine Probleme, und ich trage fast immer moderate 6cm - aber ich bin nicht dafür, sich deswegen zu quälen. Für den Herbst liebäugele ich mit flachen Dandy-Schnürschuhen (weißt du was ich meine? Sowas wie Herrenschuhe, gerne mit Budapester Muster oder zweifarbig oder sowas), und die würde ich selbstverständlich auch zum Rock tragen!

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    1. Die Dandy-Schuhe habe ich auch schon mal gesehen und geliebäugelt.

      Da Selbermachen die unendlichen Horizonte öffnet, biete es eben nicht nur Vielfalt oder die Qual der Wahl, sondern eben auch die Möglichkeiten, Grenzen zu überdenken oder zu überschreiten. Das macht es ja so spannend, aber eben auch ein bißchen anstrengend.

      Meinst du, dass "der ironische Bruch" außerhalb Berlins beabsichtig ist? Ich habe das Gefühl, dass oft vieles anderswo einfach 1:1 gesehen wird und auch mein ironisches Spielen mit bestimmten Stilbrüchen eher verwirrt statt verstanden wird.

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    2. Wahrscheinlich nicht, und sehr wahrscheinlich wird der ironische Bruch gerade bei Klamotten sehr oft überhaupt nicht verstanden (von vielen Männern z. B.), aber ich brauche ihn für mich. Das ist wie mit der ironiefreien Präsentation wie geschmiert laufender, voll dekorierter Haushalte in vielen Blogs: ich könnte über sowas nur schreiben, wenn ich ein bißchen Augenzwinkern, ein bißchen Doppelbödiges hineinbringen könnte. Eine Welt, in der Sachen einfach nur "schön" sind, und nichts weiter, wäre mir nicht kompliziert genug. Daran schließt sich die Frage an: warum brauche ich diesen Bruch/meine ich, diesen Bruch zu brauchen? Welches Bedürfnis erfüllt das? Kann man nicht einfach gut sein lassen, und alles so, wie es auf den ersten Blick ist: Himmel blau, Sonne hell, Blumen schön? Viele können das, aber ich kann das nun mal nicht. Und so ist es auch mit der Kleidung. Ich finde es nicht erstrebenswert, auf ganz konventionelle Weise (also so auf Heidi-Klum-Weise) "hübsch" zu sein. (Würde ich sowieso nicht erreichen, davon mal ab.) Ich hätte das Gefühl, dass meine Person in eine Schablone gepresst wird und dass das konventionell Hübsche ihr nicht gerecht wird. Darum selber nähen: wegen der Individualität.

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    3. Ich finde den ironischen Bruch ja auch spannend und wichtig, empfinde ihn aber auch ganz deutlich als Strategie. Im Notfall kann ich mich dahinter verstecken und mich von der vorgetragenen Position (also meinem Kleidungsstil) distanzieren. Insofern beinhaltet die Ironie den Notausgang der Unverbindlichkeit.

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  3. Ich kann deine Gedanken gut verstehen. Kleidung muss für mich auch ganz klar zu mir und in mein Leben passen. Natürlich soll es 'schön' aussehen, aber nicht um jeden Preis. Beim Schuhwerk und der Bewegungsfreiheit möchte ich im Alltag keine Kompromisse machen.
    'Komplett-Looks' sind oft schön anzuschauen. In gemäßigter Form z.B. durch konsequentes Tragen von Lieblingsfarben passen sie auch zu mir. Aber eben nicht in der adretten Gesamtinszenierung.
    Ich finde es ist auch ein Zeichen von Reife und Selbstbewusstsein, nicht alles mitzumachen, auch wenn es auf den ersten Blick reizvoll erscheint. (Ich z.B. werde mir in diesem Herbst kein Kostüm nähen.)

    Vielen Dank für deine anregenden Gedanken. Das gefällt mir an deinem Blog.
    U.

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  4. Hallo Meike,
    auf die Schnelle, bevor ich gleich zum "Horror-Schwimmkurs-Nachmittag" starten muß...
    Ich mag es auch nicht zu adrett, wenn die Schuhe zum Gürtel zur Handtasche zum Nagellack passen, wirkt das leicht etwas zwanghaft und ich habe es lieber entspannter. Deswegen finde ich dich auch in deinen Jerseykleidern immer sensationell: es ist schick und entspannt gleichzeitig.
    Dein Mingvasenkleid mag ich sehr, aber ich mag es an Dir ohne Gürtel viel lieber. (Ich finde sogar, Du siehst darin ohne Gürtel schlanker aus, als mit.)
    Ironie ich der Kleidung, wird meiner Meinung nach nur dann verstanden, wenn es sehr sehr SEHR offensichtlich ist, das die- (oder der-)jenige das jetzt nicht wirklich ernst meinen kann...meistens wird Kleidung doch viel zu ernst genommen!

    Verflixt, ich habe nicht wirklich das Gefühl, das ich mich gut ausgedrückt habe, aber ich muß jetzt (leider!) los. Vielleicht bis später.
    Liebe Grüße
    Marlene

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  5. Also, es gibt doch Schuhe, die bequem UND ansehnlich sind. Gut, wenn alle hohe Absätze tragen und das das modische Merkmal per se ist, ist ex definitione alles andere nicht modisch. Aber was soll's? Bezogen auf den eigenen Kleidungsstil stellt sich eher die Frage, welche Funktion welche Eigenschaft der Schuhe für einen hat.

    Sehen bestimmte Formen nur mit hohen Schuhen gut aus? Ist das wirklich so oder würde auch ein halbhoher Pumps, Riemchenpumps oder Ballerina reichen? Möchte ich mit den Schuhen (plus Gürtel und Tasche) farbige Akzente zum Kleid setzen? Dann braucht es entsprechend farbige Schuhe, die natürlich in der Form nicht völlig daneben sein, aber vor allem eine bestimmte Farbe haben sollen. Möchte ich meine Schuhe immer Ton in Ton zur Kleidung? Desgleichen.

    Meine Mutter hatte immer schon jede Menge schicke Schuhe, immer zu allem passend oder akzentuierend. Als sie so Anfang vierzig war und weder spitze, hohe Pumps noch extreme Plateausohlen ein Problem darstellten, meinte sie, egal was passiert, sie würde niemals "Frauenschuhe" tragen. Heute, mit Mitte achtzig, hält sie überhaupt nur noch bequeme Schuhe aus. Aber: sie hat Wort gehalten, "Frauenschuhe" trägt sie nicht. Ihre Schuhe sind flach, höher geschlossen, aber immer elegant geschnitten, und sie hat sie in allen Farben. Funktioniert bestens.

    Immer mal wieder, z.B. jetzt, wo ich Deinen Text lese, wird mir bewusst, wie entspannend es ist, keinen Fernseher zu haben und nicht ständig den visuellen Normen der Medien ausgesetzt zu sein. Die reale Welt ist nämlich wesentlich vielfältiger und wohl auch toleranter.

    Viele Grüße
    Ursula

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  6. Adrett - das ist für mich auch so ein Schauderwort und so will ich nicht rüberkommen (wobei ich mich ja frage, wer das dann so definiert...), das ist für mich ein Grund warum ich Hemdblusenkleider und auch klassische Blusen für mich sehr kritisch sehe....an anderen finde ich sie teilweis toll, wieder an anderen adrett mit fließendem Übergang zu trutschig (für mich die Steigerung von "adrett"). Für mich ist weiterhin das Ziel, die Sachen stolz und selbstbewußt zu tragen, in denen ich mich wohlfühle, dazu gehören überwiegend flache Schuhe (auch wenn ich im Hinterkopf oft eine Tante höre, die sagt: "Kind, zum Rock musst Du einen Absatz tragen sonst sind deine Beine so stämmig"), viel Buntes ("Ab 50 solltest Du aber doch ein bisschen dezenter..."),viel Bequemes (nein, wer schön sein will muss nicht leiden...)....Gar nicht gehen klassische Pumps etc., hautfarbene Strümpfe, Nagellack,....Ich glaube übrigens, dass solche Gedanken nix mit der Figur zu tun haben. Und es kann sich ja immer was ändern, innerlich & äußerlich, passend zu unseren Biographiebrüchen....
    Ich grüble auch schon darüber nach, wie mein geplantes Kostüm werden soll, damit es nicht zu adrett bis trutschig wird....
    Herzliche Grüße und vielen Dank für Deine wunderbaren Gedankenanstöße
    Sabine

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  7. Liebe Meike,
    besonders deine Gedanken zu Schuhen haben mich bewegt dir zu schreiben und zwar auch, weil ich kürzlich auf einem anderen blog ein Plädoyer für möglichst hohe und elegante Schuhe las. Die Frau, die das schrieb sieht sehr gut aus (würde vermutlich sogar in die Elfenkategorie passen) und ich ertappte mich bei dem Gedanken: " Würde ich vielleicht auch wenigstens ein bisschen Glamour versprühen, wenn ich mich in hohe Hacken zwängte und sie nicht den Kindern zum Spielen überließe?"
    Und jetzt hast du mit dem Halbsatz ...um damit stark auf beiden Beinen zu stehen" mich richtig ins Herz getroffen.
    Ja, genau das will ich - sollen die putzigen Elfen doch weiterhin unsicher durchs Leben stöckeln und potentiellen Partnern vermitteln wie hilflos und beschützenswert sie sind. Das sollte heutzutage aber keine Frau mehr tun müssen...
    Vielen Dank.
    Annette

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  8. Hallo Meike,

    ich finde "adrett" auszusehen recht einfach, aber diesen Schlenker hinzukriegen, dass man in einem eigentlich "adretten" Kleidungsstück diese gewisse Lässigkeit und natürlichen Chic hinkriegt, das ist für mich die Kunst.
    Mit Komplettlooks lässt sich das m.M.n. nicht gut erreichen. Ich finde, das gerade Schuhe den Look mitbestimmen.
    Ich befinde mich da z.Zt. in einem Umbruch, den einerseits liebe ich hohe Schuhe - und habe auch einige - aber meine Knie bestrafen mich nach dem Tragen mit Schmerzen, selbst meine geliebten Softclox gehen gerade nicht. Jetzt stehe ich vor dem Dilemma, kniefreundliche aber trotzdem schöne Schuhe zu finden, die zu meinem Kleidungsstil passen. Mit Ballerinas hat frau einfach keinen schönen Gang und manche Kleidungsstücke funktionieren nicht mit flachen Tretern. Bleistiftrock ohne Absätze? Never ever.

    Eines der Dinge, die ich übrigens an den Blogs und am MMM so mag, ist, dass ich mir anschauen kann, wie andere Frauen sich anziehen. Nicht nur das einzelne genähte Kleidungsstück, sondern mit was kombiniert sie es, was trägt sie dazu etc. Hier nehme ich für mich mehr mit, als aus Fernsehen oder Frauenzeitschriften.

    LG Luzie

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  9. Adrett ... ein Wort das ich für auch gar nicht mag. Zu den Gürteln, ich trage sehr selten welche und fühle mich auch meistens eingeengt. Da ich die Oberteile meistens über den Bund trage, kann ich mir Gürtel in den meisten Fällen sparen.
    Schuhe - ein ganz grosses Thema im Moment. Ich kann seit einiger Zeit kaum noch höhere Absätze tragen und bin im Moment auf der Suche nach bequemen und schönen Schuhen, die ich zu Röcken tragen kann - sehr schwierig ! Älter werden, wäre ohne die lästigen Begleiterscheinungen, gar nicht so schlimm ;-)
    Ich denke einfach, das sich in regelmäßigen Abständen, das eigene Bild, das man von sich hat, oder wie man gerne aussehen möchte, verändert. Meine Rocksäume werden wieder länger und ich frage mich, das wievielte Kleid, das ich kaum anziehe, ich noch nähen soll. Ich bin einfach doch mehr das Sweatergirl und mit Rock und Pullover gut bedient :-) Und eigentlich fehlen Hosen im Kleiderschrank, die ich jetzt doch mal angehen sollte.
    LG Eva

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  10. Hallo Meike,
    hier lese ich immer mal gerne was andere Frauen, die für sich nähen so bewegt.
    Heutzutage hat man ja bei vielen Sachen die Wahl und entscheidet selbst. Für mich geht Bequemlichkeit vor Eitelkeit. Hohe Schuhe sind auch Gewohnheitssache. In meinen "Mittelalter" bevorzuge ich 4 - 6 cm Absatz für den Alltag möglichst nicht mit Leder bezogen.
    Mit der Zeit lernte ich, dass ich meine Zeit möglichst nicht mit Dingen vertue, die ich nicht mag und so ist es auch mit Kleidung. Wir entscheiden. Schon beim Griff in den Schrank überlege ich, ob ich es dann später bügeln muss.
    Gürtel sind ein heikles Thema für Frauen meiner Statur, ich vermeide dergleichen, warum soll ich mir Frust bereiten.
    Ein bisschen Stilbruch bei Kleidung (wie auch bei der Einrichtung) ist immer spannend.
    LG Ute

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  11. Du siehst toll aus (auch von der Seite) und machst Dir mmn echt zu viele Gedanken liebe Meike!! (Sagt die Tussi die sich gerade die Nägel passend zur neuen Tunika angepinselt hat statt um 20h vor dem Kind einzupennen...)
    Ich persönlich trage hohe Hacken nur noch für eher kurze Events, ansonsten Boots, Birkenstocks und vielleicht mal Ballerinas. Punkt.
    glg!!
    Claudia (und die Hefeangst ist auch besiegt, Dank Deiner Worte, lecker war´s!)

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  12. Inspirations-Gedanken-Zwilling, du. Dachte ich gerade vier Tage darüber nach, wie ich im Herbst die Liebe zu Kleidern und bequeme Schuhe überein bekomme. Im Sommer lautete die Lösung: silberne Gizeh-Birkenstock in Gr 42, ganz und gar nicht Pullover-über-die-Hände vielmehr "ist.das.ihr.ernst.im.büro? zu dem kleid ohen strumpfhose?" Ja es war ihr Ernst und es war bequem. Und nun? Absätze. Mal als Keil mal als Block nie als Stiletto. Bequem? Nein. Warum? Weil mir der Satz jeden Morgen im Kopf klingt: das streckt das Bein. Und bei DEN Waden ist Streckung vonnöten, denke ich. Wieviel Zeit habe ich eigentlich schon nach Schuhen gesucht? 2 Lebensjahre sicher. Das muss doch einfacher gehen. (und warum will mein Wordpress-Account sich nicht bei Blogger anmelden???)

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  13. Zu Gürteln habe ich auch ein gespaltenes Verhältnis. Schick sieht immer ein Gürtel zum Kleid mit offenem Kurzmantel/langer Strickjacke o.ä. darüber aus, das erspart auch sie Seit- und Rückansicht bzw. das Hinzuppeln derselben.
    Zum Thema Schuhe: ich trage ausschließlich bequem. Mittlerweile ist mir auch egal, ob das suboptimal aussieht. Die Alternativen, einen sehr beschränkten Alltag zu leben oder Schmerzen zu ertragen, kommen einfach nicht in Frage. Ganz bestimmt hat das auch mit Sehgewöhnung zu tun. Also: ich tu' etwas für die Seh-Umgewöhnung meiner Umwelt!

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  14. also in den USA ist man ja praktisch - manchmal gnadenlos praktisch - und trägt in der Freizeit das, was gefällt und bequem ist.
    Das sind dann im Zweifelsfall einfach Pyjama Hosen. Und ja, dann sieht man auch 50järhige in rosa Häschen. Nicht schön.

    Die "Mutti-Uniform" besteht hingegen aus dem, was man hier "Yoga-pants" nennt (schwarze Gymnastikhose, dazu T-Shirt, evtl. Sweatshirt und Turnschuhe. Oder, genau so beliebt, Ugg-Boots.

    Und ich Dödel habe am Anfang wirklich gedacht, die kommen immer alle direkt aus dem Fitnessstudio in den Supermarkt / auf den Spielplatz / in die Schule. *lol*

    Nun ja, ganz so tief bin ich noch nicht gesungen, obwohl ich hiermit offiziell gestehe, auch schon mal im Supermarkt nach Mitternacht die vergessene Milch in Dschogginghose (Yoga pant), T-Shirt, Fleecejacke und EMU-Boots (ein bisschen Individualität muss sein!) gekauft zu haben.

    Ich bin kein Supermodel, also muss ich mich auch nicht wie eins kleiden.
    Aber Leggings und ein schönes (bügelfreies) Kleid und Ballerinas oder TOMS sind super bequem und sehen auch ganz but aus.
    Oder eben Jeans und ein hübsches T-Shirt oder eine Bluse. Und Ballerinas oder TOMS oder Flip-Flops in schön.

    Und es gibt auch bequeme Schuhe, die nicht nach Omas Gesundheitslatschen aussehen:
    Ballerinas, Alles von El Naturalista, Markenfirmen wie Gabor machen auch schöne Schuhe in Weite G (oder so), so dass es nicht drückt, endlich gibt es ja auch Stiefel mit XL-Wadenweite usw.

    Gürtel trage ich nur, wenn ich muss - dank Hohlkreuz klaffen alle Hosen im Rücken.

    also, Mad Man oder Jersey Shore? etepetete oder Fremd-Schämen? Nö, irgendwo dazwischen.
    Nett, aber nicht adrett.


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  15. Für mich wäre jetzt die Grundbedingung für ein Outfit schon, dass der Träger, in diesem fall du, sich darin wohl fühlt. Ich kann nicht ganz erkennen, ob du dir mit oder ohne Gürtel besser gefällst, ich habe aber für mich festgestellt, dass meine sehgewohnheiten sich auch durch die Blogs entscheidend verändert haben. Konnte ich mir das mit der betonten Taille, mit oder ohne Gürtel vor zwei Jahren noch garnicht für mich vorstellen, trage ich ja inzwischen garnichts anderes mehr, weil ich durch meinen eigenen Blog gesehen habe, dass es gut aussieht. Das wird bei dir nicht anders sein. Evt. ist dein Umfeld aber nicht ganz so auf Vernderung der Sehgewohnheiten eingestellt, will sagen, dein Mann mag dich halt so wie du bist. Aber die Meike mit Gürtel ist ja die gleiche wie die ohne, das Umfeld muss vielleicht erst überzeugt werden, dass sich nur die Klamotten ändern, nicht der Mensch.
    Wie gesagt, solltest du dich darin nicht wohl fühlen, wäre es natürlich nicht nötig, dass du dich an Gürtel gewöhnst, sollte es überhaupt eine Notwendigkeit der gürtelgewöhnung geben... (Am Sitz deiner Gürtel kann ich übrigens nichts absonderliches finden...?)
    Was mir persönlich garnicht behagt ist die Sache mit den bequemschuhen. Mag sein, dass es gut klingt, dass man mit beiden Beinen gut dasteht so als Frau, aber wie man das optisch umsetzt hat auch viel mit dem Umfeld (da war's schon wieder) zu tun. Hier in der Provinz wimmelt es nur so von Jeans mit outdoorjackenträgern in, ja genau, Bequemschuhen. Würde ich jetzt zu meinen täglich getragenen Kleidern plötzlich fussschonende treter tragen, als Stilbruch würde das nicht wahrgenommen, eher als Seniorinnenlook, um mal irgendwas neutrales zu sagen. Ich finde, Schuhe gehören zum Outfit dazu und es gibt auch schicke Schuhe, die bequem sind ( ich habe ziemlich schwierige Füße und eig. drücken mich fast alle Schuhe, hast du mal ecco- schuhe probiert? Die haben auch eine schicke Linie. Und softclox müssten dir doch auch passen? Werbeeinschub Ende ;-))
    Ich persönlich könnte auch nicht im Jogginganzug in den Supermarkt, liegt vielleicht auch daran, dass das hier viele tun, vor allem die wochenendseinkäufer, die Chips und Bier auf dem Arm zur Kasse tragen. Offensichtlich hat das in meinem fall also auch mit leichter Abgrenzung zu tun, das kann ja in der Großstadt ganz anders aussehen.
    Es kann u.U. aber ja auch in Frage kommen, eben nicht aus der Masse rauszustechen. Wenn es ums Wohlfühlen geht, ist das eine sehr individuelle Sache, aber wenn du dir auf den fotos in Hemdblusenkleidern gefällst, sie aber trotzdem nicht tragen magst ist das doch schon komisch.
    Soweit meine wirren Gedanken zu deinem post.
    LG! Katharina

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  16. Ach Meike,
    das Leben ist echt schwierig. In vielem was Du schreibst erkenne ich mich selbst wieder. Ich bemerke, daß ich bereits beim betrachten des SChnitts damit hadere, ob ich das Kleid tragen kann/möchte. Betont gerade dieser Schnitt nicht meine voluminöse Körpermitte? Trage ich zu diesem Kleid einen flachen Schuh habe ich plötzlich ganz fiese dicke Waden... Und so seziere ich jeden SChnitt, statt mich zu trauen ihn einfach mal zu probieren. Überraschenderweise sind es meist die Schnitte, an denen ich zweifelte, die mir dann an mir doch gefallen. Aber ehrlcih gesagt, ist das auch ein wenig tagesformabhängig - den einen Tag gefalle ich mir in dem Kleid, finde mich schick oder adrett und "lebe" mein Outfit. Nächstes Mal komme ich mir unförmig und wie eine Tonne vor - im gleichen Kleid. Das läßt mich ziemlich oft an mir zweifeln. Daran, ob ich mir weiterhin Kleider nähen soll, welche Kleider, welche Stoffe (Jersey oder Baumwolle), mit oder ohne Taille, gedeckte oder bunte Farben,... und so könnte ich immer weiter meine Zweifel und mein hadern aufzählen. Das Problem ist nur, seit ich auch Kleider im SChrank habe und trage, gefalle ich mir immer weniger in Hosen... Denn diese betonen, meiner Meinung nach, meine Problemzonen weitaus mehr als jades Kleid, das ich mein eigen nenne! Selbst Röcke schneiden deutlich besser ab. Und mein Selbstbild scheint oft schlechter zu sein, als das was meine Umwelt wahrnimmt. Denn meist bekomme ich Komplimente, wenn ich keine Hosen trage. Komisch, oder?!
    Und komischerweise trage ich mehr Absatz als früher... Aber bequem muß der SChuh sein. Für mich ist das kein Widerspruch. Als optimal hat sich für mich eine Absatzhöhe von ca. 5 cm erwiesen und ich liebe Wedges! Die sind stabiler und standfester, was meiner nicht-elfenhaften Figur besser bekommt ;-)
    Ich hoffe ich ´bin nicht zu sehr vom Thema abgewichen. Ich finde Deine Gedankengänge und kontroversen Fragen immer sehr spannend und freue mich sehr, daß die Community so fleißig diskutiert. Vor allem erstaunt es mich immer wieder, a. wie gelassen alle über ihre mehr oder minder mainstreammäßige Figur sprechen und wie tolerant man ist. Ich habe es hier noch nie erlebt, daß jemand für seine Figur gehänselt wurde.
    DAs einzige, was mir jetzt noch fehlt ist mal wieder etwas ZEit für meine Nähmaschine...
    Ganz liebe Grüße,
    Martina

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