Samstag, 14. September 2013

Nähnerd Prokrastination



Um mich vor den Schnittänderungen für das Suit Jacket für den #KSA, den Kostüm Sew Along, zu drücken, entschied ich mich dazu, endlich mal einen der 60er Jahre Schnitte aus den Heften abzupausen, die ich vor Monaten von Swinging Cat kaufte. Für den Sommer schien mir so ein Kleid wenig geeignet, also verschob ich, trotz Ungeduld und Neugierde, das Vorhaben auf den Herbst.

Obwohl in den 60ern bestimmt nicht mit Romanit-Jersey gearbeitet wurde und dieses Kleid eine Stoffempfehlung für Wollstoff hat, habe ich vor, das Kleid aus blauem, schon vor längerem gekauftem Romanit zu nähen. Letztlich ist das Nähen mit Romanit auch nicht so passformsensibel, so kann ich "ein wenig drauf losnähen" und muß nicht allzu verängstig sein, dass es nicht passen könnte, obwohl ich noch nie vorher mit einem Originalschnittmuster von vor 50 Jahren genäht habe.




Vor dem Vergnügen stand aber auch bei meinem ersten Retrokleid die Mühe. Das Pausen war wahrlich kein Vergnügen, obwohl es sich bereits um einen zweifarbigen Schnittbogen handelte - für die Linien mußte ich mich tatsächlich strecken! Es dauerte eine Weile, bis ich das System verstand und eine weitere Weile, bis ich die vier Schnittteile für das Kleid abgezeichnet hatte. Glücklicherweise war ich aber anschließend soweit motiviert, mich dem wesentlich müheloserem Pausen der Schnittteile für den KSA zu widmen. Daran sieht man mal wieder, wie wunderbar Prokrastination funktioniert.

Kommentare:

  1. Wer kennt sie nicht, die Aufschieberitis? Meine Kinder haben das Fremdwort gleich in ihren Wortschatz übernommen. Nützlich fänden sie folgende Anwendung: Ich habe gestern an plötzlicher Prokrastination gelitten, weswegen ich leider meine Hausaufgaben nicht erledigen konnte.
    LG Susanne

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  2. Das Kleid ist ja wirklich raffiniert. Mir gefällt besonders die Tasche, die geschickt in der Naht versteckt ist. Ich finde Taschen in Kleidern sowieso grundsätzlich super - und wenn sie dann noch besonders ist... Klasse!

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  3. Ja, das passt super- raffiniert , schnitttechnisch anspruchsvoller und dabei sicher nicht schwer zu nähen.
    Und es hat eine Tasche!
    Romanit ist übrigens in den 60ern ein Alltagsstoff gewesen, allerdings gröber und meist aus Trevira/Wolle. Die Trägerkleider meiner Oma waren draus und ich habe erst letzten Monat viele Coupons aus den 60ern in mein Stofflager eingeräumt.
    Insofern ist alles korrekt :)

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