Montag, 1. Juli 2013

Näh-Depression



Graue Wolken am Näh-Himmel von Frau Crafteln. Seit ein paar Tagen bin ich komplett in eine Nähdepression gefallen. Totale Lähmung. Sinnfragen. Was soll das Ganze? Warum nähe ich? Ich habe keine Lust mehr. Auf gar nix. Ich war sogar im Laden der Glücksmarie und habe nichts gekauft. Bin ich krank? MMM-Müde war ich schon länger, aber Lust auf neue Projekte hatte ich eigentlich stets: Stoffe, Schnitte und Fotos von interessanten Kleidungsstücken konnten mich immer wieder in Entzücken versetzen. Derzeit lässt mich das mehr als kalt. Ich habe hier schöne Stoffe und schöne Schnitte liegen und zucke nur mit den Achseln. So what? Keine Lust. Auf gar nix.

Also häkele ich seufzend vor mich hin. Da es sich schon ein wenig eingebürgert hat, zeige ich nach einer Woche den Fortschritt. Mittlerweile muß ich schon einfallsreich werden, um das Zwischenergebnis so zu fotografieren, dass etwas erkennbar ist. 104 Blümchen sind nun aneinander gehäkelt, ein paar habe ich noch auf Vorrat. Demnächst bin ich für ein paar Tage unterwegs. Was mache ich dann nur? Alle Farben mitnehmen, um Blümchen auf Vorrat zu häkeln? In den nächsten Tagen lauter bunte Kreise machen und nur weiß und grau mitnehmen? Ein kleines Stückchen Decke produzieren und diese dann Anhäkeln? Bisher habe ich reihenweise gearbeitet und in jeder Reihe alle 11 Farben untergebracht, aber ohne System so variiert, dass nicht zu eng Gleiche nebeneinander liegen. Wird das auch funktionieren, wenn ich zwei größere Stücke aneinander häkele?

Also jetzt mal ein bißchen Herbst-Pause nun ja, nenne wir es Sommerpause vom Nähen. Vielleicht bringe ich mal die Maschinen zur Inspektion, das würde denen sicherlich gut tun. Auf Stricken habe ich auch keine Lust, denn bei den drei halbfertigen Projekten (zwei Strickjacken und Pullover) fehlen nur noch die Vorderteile, an denen ich denken muß, um weiter zu stricken : verkürzte Reihen, Brustabnäher und so. Leider kann ich meine Kritzeleien zum Frühlingsjäckchen nicht mehr entziffern und muß es mir alles neu ausdenken. Achjeee, alles schlimm. Wie gut, dass ich wenigstens die Häkelblümchen habe. Seufz.

Kommentare:

  1. Ah das wird schon wieder ;) kenne ich auch, zum Glück habe ich ja mehrere grundverschiedene Hobbies, so dass ich mal eher Karten bastle, mal eher stricke und mal eher nähe... und dann einfach wieder von vorn.
    Kopf hoch, wenn wieder die Sonne guckt, kommt auch die Lust auf neue Kleider.
    LG Doreen

    AntwortenLöschen
  2. Kopf hoch, wer weiß wozu diese Unlust gut ist, vielleicht einfach mal ein nettes Buch lesen, Beine hoch und nichts tun.... Es wird schon wieder
    Liebe Grüße Jacky

    AntwortenLöschen
  3. Mach dir keine Sorgen! So eine doofe Phase hat jeder mal, und danach geht es mit Elan und Kreativität weiter:-). Lg Verena

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Meike,

    mir geht es zurzeit auch so. Ich glaube, das liegt an der Kombination aus Nichtsommerwetter und Schuljahresendstimmung, die einfach nicht zusammen passen. Ich habe zu gar nichts Lust, weder zu stricken, noch zu nähen, zu lesen oder sonst irgendwas. Eigentlich freue ich mich jeden Tag nur darauf, abends schlafen gehen zu können und einfach den Kopf abzuschalten. Aber das wird sich geben. Manchmal braucht man auch einfach so eine Flaute, um danach mit neuem Elan und neuen Ideen kreativ sein zu können.

    Liebe Grüße,
    Henriette

    AntwortenLöschen
  5. Liebe Meike,
    ich hoffe du fühlst dich bald wieder besser und gehst gestärkt aus deiner "kreativen Näh-Pause" hervor. Ich schicke dir ein paar warme Sonnenstrahlen...
    LG, Michelle

    AntwortenLöschen
  6. Ja, das hat bestimmt mit dem Nichtsommerwetter (gutes Wort, Frau Linkshänderin!) zu tun: Sommersachen nähen hat keinen Sinn, Herbstsachen ausdenken macht keinen Spaß. Ich bin auch gerade in so einer Flaute. Nachdem ich den Kleiderschrank mal durchgeräumt habe, hab' ich gesehen, dass ich eigentlich genug Sommersachen habe, sollte es nochmal warm werden. Wird ja wahrscheinlich keine Hitzeperiode, wo man kaum zum Waschen kommt, sondern nur mal ein paar Tage. Ich denke eher schon wieder über eine Wolljacke (Stoff und schnitt vorhanden) oder über Mäntel nach. So wirklich Lust habe ich aber auch nicht darauf. Also nähe ich mal nichts, mache auch keine Pläne. Wenn die Luft dann ersnthaft nach Herbst riecht, habe ich garantiert wieder Lust auf neue Sachen und neue Pläne. Einfach mal die nächsten 3 Wochen häkeln und dann mal weitersehen ist doch auch ein guter Plan!

    viele Grüße! Lucy

    AntwortenLöschen
  7. Ach! Wertes Fräulein ! Ich prophezeie ihnen blasphemisch mal...das legt sich !Vielleicht beim Blättern durch die neue Burda nächste Woche...... ansonsten um.die Wartezeit wg.mangels neuer Projekte : erst viele bunte und dann grau und weiß mitnehmen...

    Herzliche Motivationsgrüsse
    Stella

    AntwortenLöschen
  8. Ich glaube, das sind so Phasen, wo man/frau einfach ausgebrannt ist, viel Output, Folge: Leere und Ebbe. Ich hab mal gehört, dass man erst mal wieder für Input sorgen muss, Entspannung, zweckfrei schöne Ausflüge machen oder zur Massage gehen oder einfach was für sich tun. Bei dem "Weg des Künstlers" von Julia Cameron macht man jede Woche so einen "Künstlerspaziergang" oder Ausflug (allein), wo das innere Kind verwöhnt wird. So kann sich langsam wieder was entwickeln und wachsen.
    Einfach "überfischt", der Teich, würde ich vermuten. ;-)
    herzliche Grüße
    Anna

    AntwortenLöschen
  9. Was solls, genieß das du nicht tun mußt, worauf du keine Lust hast. Und wenn dabei so schöne Häkeldecken entstehen würde ich mir schon mal gar keine Sorgen machen...
    Liebe Grüße
    Nina

    AntwortenLöschen
  10. Die Decke wird toll.
    Und - Nähen ist ein Hobby, kein Job, den man täglich verrichten muß. Es sei denn, man hat sich ein Muß zum Nähen auferlegt.
    Das Nähen einfach sein lassen, ignorieren, was solls denken. Irgendwann ist der Wundsch, die Motivation wieder da. Da bin ich zuversichtlich. Denn das Hobby ist inzwischen so ausgeprägt, daß ihc mir nicht vorstellen kann, daß gar nicht mehr genäht wird.
    lg monika

    AntwortenLöschen
  11. es funktioniert, wenn du zwei einzeln gehäkelte größere stücke aneinander häkelst.
    ich würde zuhause dann allerdings noch eine reihen dazwischen setzen, damit du keine "doppelten" hexagons bekommst.

    der sommer ist die richtige zeit für eine pause. von allem.
    neue eindrücke kann nur der sammeln, der altes losläßt.

    in diesem sinne wünsche ich dir einen: befreiten sommer.

    und ich freue mich, dass du die zeit nutzt, um meine decke zu häkeln!

    und sende viele grüße

    die rosa

    AntwortenLöschen
  12. Liebe Meike,
    das ist schon alles richtig so wie es ist. Du hast so viel genäht, da ist eine kleine Pause doch angebracht. Genieße die Zeit, du wirst kreativer aus ihr herauskommen, als du jetzt glaubst.
    LG Suse

    AntwortenLöschen
  13. Liebe Meike,

    genieß die Pause und die Tatsache, dass Du nähen "darfst", es aber nicht dein Broterwerb ist... Und im Kaufkleider-Leben würde man sich ja auch nicht jede Woche nen neuen Fummel kaufen (also ich zumindest nicht...) - insofern kann man sich ja auch nicht jede Woche was neues nähen. Auch wenn ich beim MMM manchmal den Eindruck habe, dass manche Teilnehmerinnen da sehr produktiv sind.

    Bestimmt kriegst du bald wieder neue Ideen und einen Näh-Flow!

    LG
    Poldi

    AntwortenLöschen
  14. Vielleicht mal was ganz anderes nähen als das, was man schon kann und kennt. Einen BH vielleicht. Oder Schuhe machen (siehe Anja Riegers geniale Sommer-Sandalen).
    Oder einfach mal Pause machen. ;-)
    Beste Grüße, Sathiya

    AntwortenLöschen

Ich freu mich sehr über Kommentare! Sie sind kleine Geschenke für mich! Vielen, vielen Dank im Voraus.