Montag, 24. Juni 2013

Zu viele Kleider?

Immer öfter werde ich gefragt, ob ich nicht langsam genug Kleider hätte oder sogar zuviel. Ich weiß gar nicht recht, was ich antworten soll, fühle mich aber daran erinnert, wie ich vor gut zwei Jahren Catherines Blog entdeckte und ähnlich dachte. Catherine antwortet auf diese Frage, dass sie gerne für jeden Tag im Jahr ein Kleid hätte. Und wie antworte ich?

Also ich sehe da zwei Punkte:

1. Ein Kleid ist so ähnlich wie ein T-Shirt.

Nach einem Tag tragen ist es in der Regel verschwitzt und muß in die Wäsche. Röcke und Hosen sind in dieser Hinsicht etwas praktischer, denn dann kann obenrum einfach ein neues Oberteil kombiniert werden; Kleider müssen in die Wäsche. Insofern braucht frau tatsächlich mehr Kleider bzw. genauso viel Kleider wie T-Shirts.

Kleider haben aber den Vorteil, dass ich nicht groß überlegen muß, was zueinander passt. Einfach ein Kleid überstülpen, fertig. Jetzt, wo ich auch mehrere Kleider in verschiedenen Farben nach einem Schnitt habe, kann ich einfach nach der jeweiligen Laune die entsprechende Farbe bzw. die Wildheit des Musters bzw. die Wärmeeigenschaft des Stoffes raussuchen und fertig.

2. Bei (fast) jedem Kleid lerne ich etwas

Ich gestehe, ich habe nicht alle Kleider gleich lieb. Das geht euch wahrscheinlich auch so. Es geht ja nicht nur um das Ergebnis, überhaupt ein Kleid zu haben, sondern auch darum, immer besser Kleider zu haben. Dabei entwickelt sich bei mir immer noch und immer wieder:

  • die Passform bzw. die genaue Passung
  • die Genauigkeit meines Nähens
  • die Kenntnis darüber, welche Sachen mir stehen
  • die Kenntnis dafür, welche Stoffe sich für welche Schnitte eignen. 
Es gibt nur wenig Schnitte, die bei mir "auf Nummer sicher" gehen, die ich sozusagen blind nähen kann und das Ergebnis genau vorhersehen kann. Wenn ich an meine drei Texel-Kleider aus dem Winter denke, dann ist jedes dieser drei Kleider anders, weil sich der Stoff bezüglich der Dicke und Qualität unterscheidet und weil die Farben unterschiedliche Stimmungen erzeugen. Dieses Jahr bin ich bereits mit Vichy und Ajaccio "in Serie" gegangen und auch bei diesen Schnitten sind die Kleider für mich total unterschiedlich, obwohl sie den gleichen Schnitt zur Grundlage haben. Ich assoziiere ganz bestimmte Situationen mit den jeweiligen Kleidern und da mein Leben auch ganz unterschiedliche Situationen bringt, ist es gut und richtig, so viele unterschiedliche Kleider zu haben. 

Bis jetzt bin ich noch nicht an dem Punkt angelangt, an dem ich mich von selbstgenähten Kleidern verabschieden kann. Zu sehr hängt mein Herz noch an den ersten Versuchen. Ich trage auch die ersten Versuche noch und es gibt auch bei den neueren Modellen welche, bei denen ich überlege, ob sie bald mal aussortiert werden können. Daran merke ich, dass die Lernkurve nicht steil nach oben verläuft, sondern ich auch noch einige "Fehlgriffe" produziere. Ist das schlimm? Ich finde nicht, denn es geht doch darum, schöne Kleider zu haben und immer weiter zu lernen! 

Ich bin gespannt, wie sich das bei mir weiterentwickelt. Auf der einen Seite denke ich, dass ich mal wieder etwas Kompliziertes nähen sollte, an dem ich ein paar Wochen sitze, wie zum Beispiel einen Blazer oder eine Winterjacke. Aber ich merke, dass ich einfach gerne Jerseykleider nähe und trage. Als schnelles Erfolgserlebnis, dass eine neue "Farbe" in mein Leben bringt, sind sie wirklich unschlagbar. Ein wenig Sättigung ist da, das stimmt, aber wenn ich einen schönen Stoff in der Hand halte, mag ich einfach ein Kleid daraus besitzen. Vor dem Kleid ist nach dem Kleid.

Und dann fiel mir vorhin, die neue Knip Mode in die Hände.... Was soll ich machen, ich bin einfach ein #Nähnerd.



Und wieviel #Nähnerd steckt in dir? Mach bei Frau Nahzugabe den Test!


Kommentare:

  1. kann frau jemals genug kleider haben?

    lg gabi

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  2. Hm, ich verstehe die Frage nicht. Um was geht es denn da? (Stoff-)Konsumkritik? Man braucht doch für jeden einzelnen Tag etwas zum Anziehen und dann doch gerne etwas worin man sich wohlfühlt. Du kennst deinen Bedarf am besten und wenn Jerseykleider sich bewährt haben und auch noch Nähspaß bringen ist doch alles gut.
    Vielleicht kannst du ein anspuchsvolleres Projekt beginnen und trotzdem Jerseykleider nähen, für das schnelle Erfolgserlebnis und die Zufriedenheit.

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  3. Oh Meike, da find´ich mich mal wieder total wieder. Neben dem, dass ich Kleider einfach mag finde ich es auch toll, mich "nähmäßig" weiter zu entwickeln. Aktuell plane ich erstmalig einen Rocksaum mit Schrägband zu versäubern.
    Es ist schon so, dass ich mich frage, bei wievielen Kleidern manche Frauen denn aufhören werden solche zu nähen. Ich bin aber schlicht und ergreifend auch immer mal ein bisschen neidisch, dass manche Frauen so schnell nähen können und/oder so viel Zeit haben.....
    Ich höre jedenfalls so schnell nicht damit auf,überlege aber z.Z. ob ich versuche, die von mir auch sehr gerne genähten Jerseykleider parallel mit anspruchsvolleren Kleidungsstücken zu nähen. Da ist ja immer noch das immer noch nicht genähte Business-Outfit.....Malschauen.
    Herzliche Grüße
    Sabine

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  4. seitdem ich für mich selbst nähe, ist mein kleiderschrank enorm "gewachsen".
    ich bewundere stets die schönen kleider all der nähbegeisterten, habe mich selbst noch an sehr wenige heran getraut - die figurbetonte passform schreckt mich ab.
    durch das nähen bin ich viel kritischer gegenüber käuflicher kleidung geworden und vieles gefällt mir überhaupt nicht mehr.
    ich bin begeistert vom individualismus, den das selbermachen eben an sich hat und nein, frau kann nie genug kleider haben, auch keine hosen, shirts etc.

    lg anja

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  5. Ich dachte gestern auch spontan: Aha ein Kleid für Meike.
    Denn aufgrund der zahlreichen Holländischen Wohnmobiltouristen mussten wir die Knip abonnieren. Was sollen die denn sonst lesen, während des Wartens mit Schmerzen und so. War dringend nötig....

    Liebe Grüße
    Julia,
    die vorgestern noch genug Kleider hatte, heute aber schon nicht mehr.

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