Sonntag, 19. Mai 2013

Live vom .... Samstag abend ohne Tatort



Gestern und heute kein MMMay13 hier. Gestern trug ich zwar schickes Me-Made, aber vor dem aus dem Haus gehen, kamen wir nicht zum fotografieren und nach dem nachhausekommen wollte ich nicht, weil komplett durchnässt. Heute dann im gekauften Lieblingsblümchenjerseykleid. Ich habe keine Lust, so eine Aktion in Stress ausarten zu lassen, also werde ich weitermachen, aber eben immer nur, wenn es irgendwie passt.

Auf dem Bild oben seht ihr eine Probe-Häkel-Decke. Ich finde es gar nicht so leicht, mich für das konkrete Muster zu entscheiden. Material ist klar, Farben und Muster sind klar. Ich häkele aus Drops Baby Merino (Sale bis Ende Mai!) mit Grundfarbe weiß und Wellen in cerise (pin), mittelgrau, hellgrau und knallgrün das oben ausprobierte Wellenmuster. Was ich allerdings schwierig finde, ist zu entscheiden, ob ich gleichmäßige dicke bzw. dünne  Streifen mache oder ob ich dicke weiße Streifen mit dünnen farbigen Streifen kombiniere oder ob ich sogar nur dünne weiße Streifen zwischen dicke bunte Streifen häkele. Ich habe den Verdacht, dass bei "dicken weißen Streifen", ich immer mal Motivationsprobleme beim Häkeln zu bekommen, denn eine 180 cm lange Reihe ist verdammt lang und wenn ich das dann zu viel in weiß machen muß, ist das arg langweilig. Schwierig, schwierig. Ich probe-häkel also erstmal weiter dieses schmale Stück aus Resten und überlege noch ein bißchen vor mich hin.

Heute abend nähe ich dem Schirmchenkleid einen neuen, verlängerten Saum, wage vielleicht einen Tellerrock und nähe ein Probeoberteil von McCalls 4769. Den Schnitt habe ich zwar schon ein Jahr hier liegen, traute mich aber bisher noch nicht daran, weil es sein könnte dass ich obenrum vergrößern muß. Normalerweise hätte ich jetzt ausführlich überlegt und vergrößert, bevor ich richtig zuschneide. Dieses Mal habe ich mich für den Probe-Teil-Weg entschieden und auch vorhin schon zugeschnitten. Ich nähe aus billigem Stoff aus dem schwedischen Möbelhaus das Probeoberteil und dann kann ich immer noch basteln. Den dann hoffentlich in den nächsten Tagen dann fertig zugeschnittenen Pünktchenstoff will ich dann nächstes Wochenende nach Berlin mitnehmen.... Hach, ich freu mich!

20.49 Uhr 
Während ich den neuen Saum am Schirmchenkleid annähte, dachte ich, ach, wenn ich lauter so nen Kram heute vorhabe, könnte ich doch auch mal wieder live bloggen. Gesagt getan, Rechner wieder an und hier bin ich wieder. Saum fertig, jetzt kommt das Probeteil von 4769. Aber wirklich nur zusammennähen und nicht mehr, denn der Gatte hat heute abend "Höhle" und der Spiegel ist im Schlafzimmer, d.h. in der Höhle und er mag es nicht, dort gestört zu werden. Männer brauchen das, sagt er. Soll er haben!

21.11 Uhr
Ambitioniert hatte ich für das Probe-McCalls 4769 Ärmelchen zugeschnitten, nach dem Motto: richtig beurteilen kann ich es nur, wenn Ärmel drin sind. Aber diese Mehrweite! Ich wollte doch nur schnell schnell zusammen nähen! Mmmmmh.

21.36 Uhr
Ach, es wäre doch zu schön gewesen, dass einmal, das dieses Mal zu erleben. Einfach eine Größe abpausen, nähen und sagen "Glück gehabt". McCalls 4769 passt natürlich nicht. Das war zu erwarten, denn immerhin sind die Maße des fertigen Kleidungsstückes auf dem Schnittumschlag angegeben. Aber ich mußte es ja probieren! Es fehlen im Rücken ein paar Bewegungs-Zentimenter und vor der Brust eine ganze Menge. Die Abnäher sitzen aber ganz gut. Immerhin.

Die Ärmel habe ich eingesetzt, allerdings sozusagen als Puffärmel, also mit vielen Fältchen. Während des Ärmeleinsetzens philosophierte ich darüber, ob es sowas wie "die 10 typischen Näh-Lehrerinnen-Lügen bzw. Mythen" gibt, denn meine Praktikums-Chefin Lindy behauptete immer, dass es gar nicht so viel Mehrweite in der Rundung wäre, wenn ich, statt auf die Schnittkante zu achten, genau auf die Nahtlinie schauen würde, dann würde es schon fast automatisch passen. Das halte ich für ein Gerücht!

Ich lasse mich jetzt von dem Probeteil nicht frusten, sondern schaue mal, ob ich das mit dem Tellerrock hinbekomme. Erste Schwierigkeit: frau muß im Vorfeld wissen, wie lang der Tellerrock werden soll. Ja, woher soll ich das denn wissen? Ich habe doch sowieso dauernd Schwierigkeit, die richtige Saumlänge zu bestimmen!

Ich bin ganz froh, dass die "#Nähnerds"heute nicht bei twitter aktiv sind, so kann ich in Ruhe nachdenken. Deswegen schaue ich auch keinen Tatort. Mir ist Münster "zu witzig".

21.51 Uhr
Tellerock-Denken ist trotz diverser Anleitungen ganz schön schwierig. Ich habe zwar jetzt alle Maße und Rechnungen gemacht, aber traue ich mich zuzuschneiden? Ok, erstmal Tisch aufräumen, damit ich Platz zum Zuschneiden habe. Tellerrock nähen ist ja Pipifax, jetzt kommt das Schwierige!

22.11 Uhr
Juchhu, ich habe das System verstanden! Jetzt weiß ich auch, wieso ein Tellerrock so viel Stoff braucht. Würde ich den Stoff im Bruch liegen lassen, dann hätte ich anschließend nur ca. 50 cm Rocklänge, weil ich den Taillenring rausschneide. Also muß ich den Stoff aufklappen und zwei halbe Teller zuschneiden, die ich dann zusammennähe und an der einen Seite den Reißverschluß einfüge. Also los jetzt, malen und Zuschneiden!

22.34 Uhr
Cool, jetzt habe ich die zwei halben grünen Teller zugeschnitten. Bei einer Rocklänge von 65 cm brauche ich - falls es ein nächstes Mal gibt - großzügig gerechnet 3,50 m. Nen Haufen Zeugs, was dann noch unten übrig bleibt! Jetzt muß ich noch den Bund zuschneiden. Ich mache einen ganz einfachen kleinen geraden Bund.

22.46 Uhr
So ein Mist, heilige Unordnung: die Einlage ist "in der Höhle" und bei einem schnellen Besuch nicht auffindbar. Bund ohne Einlage? Er ist sowieso nur 3 cm breit. Mmmmm.

22.56 Uhr
Ach was, ich mache Schluß für heute Abend. Habe doch ne Menge erreicht. So kann ich noch mal in mich gehen, ob ich nicht doch einen breiteren Bund zuschneide und was ich mit "Einlage im Bund oder nicht" mache bzw. die Einlage bei Tageslicht noch mal suchen. Auf die 3cm Bund bin ich gekommen, weil sich das stoffsparend an der einen Stelle angeboten hat, einfach in einem Stück einen Bund zuzuschneiden. Aber es ist ja noch ne Menge Stoff übrig. Der Stoff hat einen leichten Elasthananteil, was für einen Bund ja ganz nett wäre. Geht dieser Effekt dann nicht durch die Einlage verloren? Trotzdem Einlage? Hach schwierig! Was meint ihr?

Kommentare:

  1. der Gatte hat Höhle ? Ist das so was ähnliches wie Migräne ? *gg*

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    1. Nein, da tut dann ein Mann das, was ein Mann tun muß: Film schauen, den frau inakzeptabel findet, weil ohne Dialoge aber dafür viel Geballer.

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  2. Es gibt vliesline die bleibt elastisch gibt aber doch steife ab...die Nummer weiss ich gerade nicht...ich bin gespannt auf deinen Tellerrock

    Liebe Grüße
    Stellla

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  3. Auf jeden Fall Einlage kleben, gerade wenn der Stoff etwas elastisch ist. Sonst hast du das Problem, dass der Bund beim Tragen durch die Körperwärme immer weiter wird und der Rock in Richtung Knöchel wandert ;)
    Das Problem tritt auch gern bei gekauften Hosen aus Baumwollstrech auf und ich kann dieses Gefühl von rutschenden Hosen bzw Röcke überhaupt nicht leiden (das Wohlfühl-Gefühl sinkt dadurch gegen null)

    Etwas stoffsparender kannst du arbeiten, wenn du zusátzlich in die hintere Mitte noch eine Naht machst. Auf den stoff kommt dann erst ein halber, dann der Vorderrock und zum Schluss der zweite halbe Rock. Die Teile greifen sozusagen ineinander.

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  4. Danke!
    Nen, rutschenden Rock will ich natürlich nicht!
    Interessante, stoffsparende Idee, danke! Von diesem, günstigem Stoff hatte ich genug, sollte ich aber auf den Geschmack kommen, ist das natürlich wichtig!

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