Montag, 18. März 2013

Das Möntelchen



Aus diesem Stoff, genauer gesagt "gekochte Wolle" möchte ich ein "Möntelchen" nähen. Ein "Möntelchen" ist ein Frühjahrsmäntelchen für diejenigen, die sich ohne Rechtschreibekorrektur bei twitter verschreiben. Theoretisch wollte ich gestern abend damit anfangen, war aber dann doch zu faul dazu, denn vor dem Start steht Einiges zu denken an. Da dem "Möntelchen" aber von Frau Strichfaden aka Frau Ex-Hausmaus so nett zugeredet wurde, soll das Projekt nun - trotz Zweifel, ob es nach den Schneestürmen jemals einen Frühling geben wird - realisiert werden.

Den Schnitt habe ich schon. Trotz very unsexy Namen, möchte ich gerne ein "Bad Tölz" von der Schnittquelle nähen.





AAaaaber, Bad Tölz soll aus "mitteldickem Walkloden" genäht werden. Das Problem: mitteldicker Walkloden ist nicht nur ziemlich teuer, sondern auch in Hamburg in guter Qualität schlecht zu bekommen.

Auf dem Stoffmarkt habe ich vor n Jahren (schon vergessen, wann das war, so lange ist das her) die obige gekochte Wolle gekauft. Das war ne Mischung aus "Geizkauf", weil gekochte Wolle eben billiger als Walk ist und eine Faszination ob der leuchtenden Farben, die mein Herzchen immer höher schlagen lassen. Aber weil es eben gekochte Wolle und kein Walk ist, habe ich mich bisher noch nicht getraut, das dicke Paket in meinem Schrank zu verarbeiten.

Jetzt meine Frage an die Expertinnen:

Wenn ich Bad Tölz aus der gekochten Wolle, die sich wie ein verfilztes Strickstück anfühlt, arbeite, wäre es dann nicht sinnvoll, an manchen Stellen mit Belegen (aus einem anderen Stoff?) oder sogar insgesamt mit Futter zu nähen?

Ich weiß, im Internet kann frau nicht fühlen, aber deswegen schrieb ich ja, dass es sich wie ein verfilzter, gekämmter Strick anfühlt, also recht elastisch. Das ist bei den sehr figurbetonten Schnittquelleschnitten ja nicht unbedingt von Nachteil. Gegen das Füttern spricht, dass ich wenig Lust auf so viel Aufwand habe. Deswegen die Schummel-Idee mit einem unterfütterten Kragen und Belegen an den Kanten.

Was meint ihr?

Kommentare:

  1. Ist denn der Schnitt komplett ohne Belege gedacht? Oder geht es dir darum, ob die Belege, Unterkragen und sowas aus einem anderen, nicht dehnbaren Stoff gemacht werden sollten?
    Ich gehe mal von letzterem aus: das ist natürlich möglich, nur stelle ich mir dem Stoffkauf dafür dann wieder ziemlich kompliziert vor, soll ja farblich passen. Ich würde wohl einfach die Belege mit einer dünnen Bügeleinlage verstärken, wenns mir zu labberig-dehnbar erscheint.
    Mit Futter wärs dann schon eher ein Montel, kein Möntelchen.

    viele Grüße! Lucy

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    1. Ohne Belege. Das ist so nen Schnitt Marke "schnelles Erfolgserlebnis aus Walk", dem ich nicht mehr wirklich traue, nachdem "Hartmut" so seine Macken hatte. Bei Hartmut hatte ich auch im Nachhinein überlegt, ob ich nicht noch nen Beleg an die Vorderteile mache (weil die Knopflöcher leiern und überhaupt diese vorderen Mitten so wabbelig sind). Und ob ich nen Unterkragen mache, weil der Kragen nicht schön fällt.

      Für Bad Tölz hatte ich dann noch in Erwägung gezogen, die Ärmel an der Saumkante zu belegen, das könnte ich dann noch an der unteren Saumkante, der Vollständigkeit halber, auch machen.

      Mir geht es um
      - ein recht schnelles Erfolgserlebnis
      - und darum den Stoff aus dem Lager endlich zu nutzen.

      Ich hatte auch schon die krude Idee, den gesamten Mantel mit einem dehnbaren Stoff zu füttern, also quasi doppellagig zu verarbeiten, damit er mehr Festigkeit bekommt, ohne an Elastizität zu verlieren. Aber ich glaube, damit mache ich mir keine Freude. Und auf richtiges Füttern, so mit Flutschfutter, habe ich glaube ich keine Lust.

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    2. Ah, Okeeeh. So einen ja nicht gerade kurzen Mantel würde ich auf keinen Fall ohne Belege nähen - allein schon durch das Eigengewicht des Stoffes hängt sich das aus. Knopflöcher und Kragen: Katastrophe. Ich glaube deine Gedanken sind goldrichtig: Vorderteilbeleg, Unterkragen, Belege für untere Kante und für die Ärmel. Und da mit ganz dünner Einlage (sowas wie Vlieseline H180) arbeiten.

      viele Grüße! Lucy

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  2. Liebe Meike,
    Meinen Erfahrungen nach kannst du gekochte Wolle genau wie mitteldicken Walk behandeln. Ich habe beides schon vernäht und finde die Stoffe sind zweieiige Zwillinge. Ich habe sowohl bei meinem Gehrock aus gekochter Wolle, wie auch bei meiner Walkjacke Belege vorne genäht und auch den Kragen gedoppelt. Einlage habe ich allerdings nicht verwendet. Mir gefällt die offenkantige Verarbeitung, die bei den Walkmodellen manchmal vorgesehen ist nicht, darum habe ich mich für Belege entschieden. Bei gekochter Wolle sind die Kanten ohne Beleg sowieso nicht präsentabel. wenn du keinen gefütterten Mantel brauchst, würde ich das Futter weglassen. So ist das wirklich ein nettes schnelles Nähprojekt.
    Toller Schnitt, den du dir da ausgesucht hast.
    Viel Erfolg,
    Claudia

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    1. GENAU DAS wollte ich lesen :-) Danke!

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    2. Sup.er, dass ich dich zum Lächeln bringen konnte. Ich schike noch meine gestern entdeckte Geheimwaffe hinterher. An meiner Jacke habe ich die Belege geklebt, weil mich die Linien, die beim anähen entstehen so stören. Trotz wahrer Hingabe, sind unsichtbaren Stiche bei mir leider nicht unsichtbar. Fürs Kleben habe ich Saumvlies von Gütermann benutzt. HT 3 ist die Bezeichnung. Das ist eien Rolle mit eineem Vlies so ähnlich wie dünne Einlage und das habe ich zwischen Beleg und Voderteil bzw. Saum gebügelt.Funktioniert klasse, ich bin begeistert.
      LG, Claudia

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    3. HA! Geheimwaffe klingt immer gut! Leider habe ich es aber nicht verstanden. Ich nähe Belege immer verstürzt an, d.h. rechts auf rechts und dann wenden und anschließend ggf. absteppen. Welche "Linie, beim Annähen" meinst du? Die "Ritze" zwischen den beiden Stoffen? Oder redest du von "mit der Hand annähen" - das mache ich nie! Ich finde schon das Fäden vernähen beim Stricken so furchtbar.

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    4. Ich meine die nicht verstürzte Kante, die zum Absteppen, da müssen die Belege doch befestigt werden damit sie nicht rumschlabbern. Oder? Die habe ich bis jetzt liebevoll mit der Hand angenäht, weil mich die Steppnähte stören. Ausserdem sind die bei mir immer schief. Geklebt sieht die Aussenseite sehr professionell aus.

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    5. Achso!

      Bei einem guten Schnitt werden diese Belege aber doch oben am Ausschnitt oder Kragen und unten im Saum mitgelassen, so dass sie von selbst an Ort und Stelle bleiben!

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    6. Das reicht doch bei einer langen Mantelvorderseite nicht. bei mir stülpen die sich dann nach aussen. Beim Suit jacket hat das auch nicht gehalten, da war natürlich noch ein Futter vorgesehen. Aber das habe ich ja weggelassen, eine einzige Schlabberei war das

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    7. Ich kenne das auch so, dass die Belege von Hand geheftet werden, egal ob guter oder schlechter Schnitt. Das hat ja eher was mit der Größe der Belege zu tun. Und dass sie raushängen können!
      LG, Julia

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  3. obwohl ich keine professionellen schneiderinnentipps beisteuern kann;) bin ich aufs bad tölz (wer denkt sich solche namen aus)mäntelchen in gekochter wolle (tolle farben) sehr gespannt. du scheinst auch gar keine angst zu haben, dass es doch plötzlich warm werden könnte;)
    liebe grüße von birgit

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    1. Angst vorm warm werden? Beim Blick auf den Balkon tatsächlich nicht. Ist wahrscheinlich auch leichtsinnig von mir, allen Leuten zu versprechen, beim nächsten Treffen mit nackten Beinen zu kommen.

      Das Möntelchen soll allerdings so eine Art Übergangsjacke sein. Es dürfte ja nicht wärmer, als eine dicke Strickjacke werden. Außerdem muß die Wolle weg!

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  4. Feedly hat mir diesen Eintrag bis heute vorenthalten, sonst hätte ich natürlich schon viel früher meine Freude bekundet, ein bisschen Möntelchen-Motivation geliefert zu haben! Ich habe heute gehört, dass es ab Ostern (aka in einer Woche) wieder wärmer weden soll. Vielleicht hast du bis dahin deinen linken Fuß trainiert?

    Liebe Grüße,
    Sinje

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