Freitag, 30. November 2012

Bitte melde dich!

Wer hätte das gedacht, dass meine kleine Idee so viel Resonanz findet. Ich hatte gar nicht geplant, eine Aktion zu starten. Aber eines meiner Lieblingsmotti ist "Man sollte immer öfter den Quatsch ernst nehmen" - also ist das jetzt eine Aktion.

Ich werde nicht jedes Mal daran teilnehmen, aber ich werde euch freitags eine Linkliste zur Verfügung stellen, so lange die Aktion uns Spaß macht. Die Linkliste ist immer bis Sonntags zum Tatort geöffnet.


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"Bitte melde dich" ist eine neue Aktion aus dem Hause crafteln, die gerne von Euch kopiert werden darf.

In loser Reihenfolge, aber immer freitags, werde ich hier Stoffe einstellen, die mein Seelenheil und meine Lagerkapazitäten belasten, weil sie sich wie ein Fehlkauf anfühlen. Entweder habt ihr eine tolle Idee für mich, was ich mit diesem Stoff machen könnte, oder ihr schreit laut "hier" und nennt mir eure Idee, was ihr damit machen wollt. Je nach Stoff, bezahlt ihr entweder nur die Versandkosten oder aber einen kleinen Beitrag auf den wir uns einigen.

Spielregeln:
  • Stoffe, Schnitte, Kurzwaren und Schneiderzubehör sind ok. Der Schwerpunkt liegt auf den Stoffen.
  • Kleider, auch wenn sie selbstgenäht sind, sind eine andere Aktion, die jemand anderes ins Leben rufen kann
  • Es geht hier nicht ums Geldverdienen. Es geht ums Verschenken oder kleine Gegenleistungen. Wer verkaufen will, macht das im Auktionshaus oder im eigenen Blog ohne Verlinkung hier. 
  • Wer etwas bei "Bitte melde dich" zeigt bzw. anbietet schreibt bitte eine kleine nette Geschichte zu dem Gegenstand (wie kam das Ding zu euch, was war der ursprüngliche Plan etc.)

Blogs sind in meinen Augen dazu da, um Geschichten zu erzählen und Netzwerke zu knüpfen. Ich mag die Idee der Nachhaltigkeit bei der Aktion und den Unterhaltungswert und freue mich, wenn euch das ebenso geht.

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Heute gibts von meiner Seite aus nur zu vermelden, dass der hier,



,der letzte Woche in neues, liebevolles Zuhause suchte, an Frau Lila und Gelb verschickt wird, wenn sie mir ihre Adresse an meike HH at g m x  punkt de mailt. Es gab zwar noch andere potentielle Adoptivmütter, aber Frau Lila und Gelb hat einfach sehr schnell und laut "hier" gerufen, so dass ich davon ausgehen kann, dass sie dem Stoff was Gutes tut.


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Mittwoch, 28. November 2012

MMM - im Jutesack



Ich wusste es: erst nenne ich das Kleid Jutesack und dann ziehe ich es nicht mehr aus.

Zugegeben, es kratzt ein wenig und es ist nicht so ein feines Kleid wie das Rote, aber die Farbe ist gut und außerdem trag ich sowieso was drunter. Es gibt rote-Kleid-Tage und Tage, an denen ein rotes Kleid so ganz und gar nicht geht. Dafür gibt es jetzt das Blaue. Einziges Problem: blaue Strumpfhosen gehen dazu irgendwie gar nicht, weil die Farbe je nach Licht mal mittelknallblau mal petrol ist. Aber das ist nicht wirklich schlimm, weil sonst eigentlich alle Strumpfhosen aus dem Fundus zu dem Kleid passen.

Heute habe ich mich für schwarz als Kombinationsfarbe entschieden, weil das so einfach geht. Schwarze Strumpfhosen/Leggins habe ich genügend, ebenso wie schwarze Langarm-Shirts (das nächste Mal nehme ich eines mit rundem Ausschnitt). Dieses Outfit entspricht schon sehr meiner Vorstellung von Alltags-Kleid. Einfach in den Schrank greifen und irgendwelche Leggins/Shirts rausholen, warmes Kleid drüber, irgendwelche Stiefel dazu an und fertig. Kein Schnickschnack, schick und warm. Erstaunlicherweise wird mir in dem Kleid nicht ZU warm, denn 1. hat es keine Ärmel und 2. wärmt es eben an den relevanten Stellen ist aber ansonsten schön kurz. Und wenn es dann noch kälter wird, wird eben untenrum etwas mehr angezogen.




Langweilig, das gleiche Kleid noch mal zu nähen und zu tragen? Nö. Erstaunlicherweise nicht. Es ist eher entspannend, dass es ein "Ersatzkleid" gibt. Und da es so schnell genäht und Nr. 2 auch wirklich günstig war, erhält es von mir das "Prädikat wertvoll".

Einziges Manko des Kleides: es rutscht dank des großen Ausschnitts immer von den Kleiderbügeln. Lösungsvorschläge?

Schnittmuster: Kassak Texel von Schnittquelle zum Kleid verlängert (derzeit ist der Schnitt im Angebot)
Stoff: Walk vom Maybachufer
Materialkosten: 36 Euro (allerdings hätten 2.10 m gereicht, ich hatte aber 2,40 m gekauft) + Garn
Schwierigkeitsgrad: einfach
Passform: Besser. Dieses Mal habe ich komplett nach Anweisung gearbeitet, nur die Taillierung etwas rausgenommen (also mehr Stoff um die Taille rum, schließlich bin ich kein 16 mehr) und anschließend kleine Anpassungen an den Raglannähten. Achso ja und die Biesen am Rückenteil habe ich zur Hohlkreuzanpassung verlängert. Das klingt aufwendig - ist es aber nicht! Versprochen!
Werde ich noch mal machen? Aber klar doch! Im Moment kann ich mich nur noch nicht entscheiden, in welcher Farbe.

Über den Entstehungsprozess habe ich hier geschrieben.

Mehr wunderbare selbstgemachte Outfits an echten Frauen finde ihr hier mit der elektrisierenden Wiebke als gut gekleidete und locker plaudernden Gastgeberin.

Dienstag, 27. November 2012

Näh-Fragezeichen-Antwort



Und was macht ihr so mit Walkresten, fragte das Nähfragezeichen von letzter Woche - in der Hoffnung, dass ein paar flotte, günstige Weihnachtsgeschenkideen dabei rumkommen.

Also ich nähe bescheuerte Walkmützen, mit denen ich bekloppt aussehe. 



Wer noch bessere Ideen hat, kann noch eine Woche lang dort, beim Nähfragzeichen antworten bzw. im eigenen Blog und sich bei Mr. Linky verlinken. 

Montag, 26. November 2012

Nähen ist kein Ponyhof

Nach meinen Schnittanpassungsversuchen von gestern, habe ich es eben endlich geschafft, Frau Stokx telefonisch zu erreichen. Ich wollte diese Ponyhofformulierung schon immer mal benutzen, aber so schlimm ist es natürlich nicht. Ich habe nur nicht direkt danach gefragt, ob sie mir ein Schnittteil zeichnet. Das wäre zwar die schickste Lösung, aber so dreist bin ich dann doch nicht.

Stattdessen habe ich ihr erzählt, was ich gemacht habe und nachdem sie mir kompliziert etwas über Abnäherverlegung erzählte, was ich zwar nachvollziehen (aber wahrscheinlich nicht anwenden) konnte, meinte sie, ich solle doch einfach ein Probe-Oberteil nähen. Da hätte ich auch selbst drauf kommen können. Also ein Probeteil vor dem Probekleid. Puh!

Im Großen und Ganzen scheine ich auf dem richtigen Weg zu sein. Nur Umwege, Fleißarbeiten und Probeteile mag ich natürlich überhaupt nicht! Und Nachthemden nähen auch nicht. Ich sollte mir als Zuckerl das Versprechen geben, im Falle eines schönen Weihnachtskleides automatisch die Erlaubnis zu haben, eine ordentliche Portion Romanitjersey zu bestellen, um weitere Kleider nach dem Schnitt zu nähen.

Sonntag, 25. November 2012

Live vom .... Sew along



20.31 Uhr
Heute nix Tatort. Münster ist nix für mich. Frau kennt ja mit der Zeit ihre Pappenheimer. Außerdem würde ich viel lieber durch eure Weihnachtskleid-Träume surfen.

Würde deshalb, weil ich zwar Lust zum faulen Surfen hätte, mich aber dennoch lieber der herausfordernden Aufgabe widmen werde, das Stokx-Kleid zu vergrößern. Eigentlich kann das nicht so schwierig sein. Eigentlich müsste ich nur einen Oberteil Grundschnitt zeichnen bzw. einen gut passenden Schnitt suchen (gibt es sowas?) und mit dem zu kleinen Schnitt den ich habe, vergleichen. Aber so einfach ist das vermutlich nicht.

Für das Rückenteil funktioniert das, aber für das Vorderteil habe ich irgendwie keinen vergleichbaren Schnitt. MMmmhhh, da muß ich noch mal drüber nachdenken. Ich könnte ja damit beginnen, diesen Haufen Schnitte zu sortieren, die so unordentlich in dem "aktuell"-Fach liegen. Vielleicht ist da was dabei? Eigentlich dürfte ich ganz gut mit dem Rückenteil vom Knotenkleid fahren. Auch der eine T-Shirtschnitt aus der Ottobre war ganz ok.... Mal schaun.

Irgendwo hatte ich mal gesehen, wie das mit dem Verlegen von Abnähern geht. Ich erinnere mich an ein Bild, auf dem Abnäher sternförmig über den Oberkörper verteilt waren. Das sollte ich vielleicht auch noch suchen. Und dann habe ich noch das Buch "Sewing for Plus Sizes", da könnte auch noch was stehen. Es wird spannend.

20.59 Uhr
So, jetzt habe ich in dem amerikanischen Buch etwas übers Vergrößern gelesen, bei Frau Mema über ihre Erfahrungen mit dem Vergrößeren von "Dodos Kleid" und auch Frau Michou hat mir netterweise einen Kommentar geschrieben. Jetzt gehts nach der Theorie an die Konfrontation mit der Realität. Tisch aufräumen, Schnitt ausbreiten und schauen, wieviel gemacht werden muß. Uiiuiiuii.

21.39 Uhr
Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht, habe ich mir überlegt. Bei allen Schnitten von Frau Schnittquelle, die ich bisher nähte, wurde deutlich, dass Frau Schnittquelle etwas von ihrem Handwerk versteht. Das sagt Lindy auch. Also beschloss ich mich erstmal an den Ärmel, bzw. das Armloch und das Rückenteil zu machen. Ich zog das von mir bisher derart ungeliebte Kleid Pantou an, das so hässlich ist, dass ich es noch nicht mal fotografierte, fand es plötzlich gar nicht mehr so ganz arg schlimm und stelle fest, dass die Ärmel gut sitzen. Gesagt getan, Schnitt rausgesucht, Ärmel analog des Schnittquelleschnittes aufgemacht und Armloch am Rückenteil geändert. Dabei habe ich festgestellt, dass der Taillenverlauf der gleiche ist und ich über die hintere Mitte anpassen kann, da das Stokx-Kleid im Gegensatz zu dem Schnittquellekleid eine hintere Mittelnaht hat, um es auf Figur zu schneidern.

Eine Weile überlegte ich, ob ich den Halsausschnitt und damit den Kragen lassen analog zu dem Schnittquellekleid oder vergrößern sollte. Dann erinnerte ich mich daran, dass der Kragen für mehrere Größen bei Stokx gleich war und Frau Schnittquelle ihr Handwerk versteht. Also habe ich mich dafür entschieden, den Kragen ein kleines bißchen zu verbreitern. Allerdings nicht im gleichen Maße, wie ich in der hinteren Mitte Weite zugebe. Ich hätte sonst die Befürchtung, dass es hinten Absteht, wenn ich wieder Kopfschmerzen und nen "Witwenbuckel" habe.

Am Vorderteil wird es jetzt, "dank" des senkrechten Abnähers an der Schulter etwas schwieriger. Erst wusste ich nicht, wo ich das Armloch anlegen sollte, entdeckte dann aber bei beiden Schnitten eine eingezeichnete vordere Mitte. Dann legte ich an dieser vorderen Mitte und der Schulternaht an und malte erstmal mit Bleistift die Kontur. Jetzt muß ich nachdenken - schließlich will ich nicht einfach breiter machen, sondern mit einer FBA Platz für Busen schaffen. Und das möglichst ohne, dass ich einen zusätzlichen seitlichen Abnäher einfüge, sondern dass ich diese Mehrweite anschließend in den oberen Abnäher schiebe. Mmmmmmhhhh, nicht einfach. Schade, dass ich gerade nicht in Berlin bin!

21.52 Uhr
Irgendwie stehe ich auf dem Schlauch und komme mir vor, wie ein kleines Mädchen. Ich weiß, dass das mit Einschneiden und Auseinanderziehen geht, aber ich trau mich nicht und weiß nicht, wo. Das kleine Mädchen in mir will in Berlin anrufen und Bittebittehilfmir sagen.

22.07 Uhr
Das kleine Mädchen hat gesiegt. Das Tolle ist ja, dass ich die Option habe, bei Lindy anzurufen. Leider ist sie nicht zuhause. Gut für sie, schlecht für meine Ungeduld.

Ich neige dazu, sie morgen noch mal anzurufen und sie um ein paar Tipps zu bitten bzw. um eine Zeichnung des Vorderteils. Das ist zwar eine Kapitulation und ein sozusagen rausgeschmissener heutiger Abend, aber auf der anderen Seite muß ich mir ja auch gar nicht erst einbilden, ich wäre so clever wie sie mit vielen Jahren Erfahrung. Ich gehe also jetzt messen, um wieviel ich "obenrum hinten" verbreitert habe, damit klar ist, wieviel ich vorne mehr brauche.

Obwohl, da fällt mir ein: Der Stokx-Mantel hat doch einen Abnäher auf der Schulter, oder? Strike, hat er! Jetzt krame ich mal das Mantelschnittmuster raus und schaue, was mir das bringen kann. Aber es ist natürlich nicht so einfach, denn der Mantel hat "überhängende Schultern". Es wäre ja sonst auch zu leicht gewesen!

22.22 Uhr
Jipppiiaehhhhh, jippiaaahooooo! Jetzt habe ich zwar nix übers Abnäher machen und Verlegen gelernt, aber ich glaube, ich habs. Ich habe das fehlende Schulterstück vom Rückenteil kopiert und an das Mantelvorderteil rangeklebt. Dann habe ich das Mantelvorderteil an der vorderen Mitte gefaltet und am Kleiderschnitt so angelegt, dass die Schulter passt. Ich konnte deutlich sehen, dass die Abnäherspitze tiefer liegt und der Abnäher aufgeht. Genauso machte ich einen Bleistiftsstrich, maß, wieviel der Abnäher aufgeht und entdeckte, dass das genau der Verschiebung für das Schnittquelle Armloch entsprach. Wenn ich mich nicht täusche, müsste das jetzt genau so gehen.

Natürlich habe ich auch die Mantelärmel verglichen. Das haute natürlich nicht hin, weil ein Mantelärmel breiter ist, als ein Kleidärmel, aber ich denke, dass das schon gut passt mit dem Schnittquelle Armloch. Das lasse ich jetzt so.

Cool, ich habs! Noch ne Nacht drüber schlafen, dann schneide ich das Vorderteil aus und den Probestoff zu. Nur welchen? Den schwarzen oder den gemusterten?

22.29 Uhr
Stopp, stopp, stopp, so einfach ist das natürlich nicht. Ich ziehe jetzt noch mal das Polizeikleid an, dass ich nach dem Mantelschnitt genäht habe und kontrolliere, ob der Abnäher gut sitzt. Und dann muß ich doch noch mal das Schnittquelle Schnittmuster rausholen, weil das Armloch leicht im Winkel verschoben werden muß. Ich denke aber, das ist Finetuning. Das wird schon!

22.47 Uhr
So, ich mache jetzt Schluß für heute. Ganz so einfach, wie gedacht ist es doch nicht. Es ist eben ein Stokx. Als ich das Polizeikleid anhatte, sah ich zwar, dass die Abnäher super sind, entdeckte aber auch ein raffiniertes eingesetztes seitliches Vorderteil, dass ich vergessen hatte und dass ähnliche wie Prinzessnähte natürlich auch formgebend ist. Diese Erkenntnis hat einen Vor- und einen Nachteil: Der Nachteil ist, ich bin noch nicht fertig mit den Anpassungen, ein wenig Weite muß ich wohl dann unter der Brust wieder wegnehmen oder irgendwo ist noch etwas, was noch nicht ganz passt. Aber das werde ich morgen in einem Telefonat mit Lindy versuchen zu klären.

Der Vorteil ist, dass ich mal wieder ein hübsches Kleid in meinem Schrank entdeckte, das ich lange nicht anhatte. Wieso eigentlich? Es ist ein verdammt schickes Kleid, das Polizeikleid!

War doch ganz interessant heute - zumindest für mich. Wer hätte das gedacht. Zwischendurch hätte ich ja fast hingeschmissen. Und ihr so?

Weihnachtskleid-Sew-Along Teil1: Motivation und Linksammlung



25.11.2012 
Weihnachtskleid-Sew-Along 2012 Teil 1: Motivation und Link-Sammlung
Was mag ich anziehen, lieber ein Kleid oder ein schickes Hosenoutfit? / Wo kriege ich den Schnitt her? / Wer hat eine Idee für einen tollen Blusenstoff? / Ich weiss schon was ich nähe und zwar das hier. / Kennt jemand einen Schnitt für so etwas? / Ich habe einen tollen Schnitt gesehen, den muss ich Euch unbedingt zeigen. / Ich weiss noch garnicht was ich nähen soll.

Ich freu mich wirklich sehr auf das Finale *g*. Und aufs Nähen? Und aufs along sewen? Auch, natürlich! Ich bin ja wirklich kein Weihnachtsfan und Wohnung schmücken und so, aber so freue ich mich auch auf Weihnachten und schmücke das, was am wichtigsten ist: mich! Sehr gut. Vielen Dank für die Initiative und die Organisation des Sew Along, Katharina!

Oben stehen die diesjährigen Fragen. Ich beginne zumindest systematisch:

1. Was mag ich anziehen?
Definitiv ein Kleid. Hosen? Was war das noch mal? Aus winterdickem Jersey soll es sein. Bei uns gehts Weihnachten nicht so förmlich zu, aber essen gibts genug. Da ist Jersey einfach bewährt.

2. Wo bekomme ich den Schnitt her. 
Das ist nicht so schwierig, denn entweder nähe ich diesen Schnitt aus der Knip Mode 7/2012 noch mal.


Oder aber ich wage mich daran, den Stokx-Schnitt siehe Skizze (kein Link, weil unverkäuflich) zu vergrößern. Das wäre ein schlichtes Kleid mit Kragen und elegantem Ausschnitt.




Die Skizze ist natürlich total mies. Ich kann überhaupt nicht zeichnen und überhaupt sieht man überhaupt nicht, wie edel, raffiniert und wunderbar das Kleid war, dass ich im Laden gesehen habe; das Kleid, das mich drei Nächte in meinen Träumen verfolgte.... Aber egal, ihr müsst mir das einfach glauben, dass das Kleid ne Chance wert ist.

Natürlich wird das Kleid mit dem Kragen etwas aufwendiger, weil ich eben erstmal an den Schnitt ran muß. Auch wenn es ein schlichter Schnitt ist, habe ich da Respekt vor. Eigentlich ist es ne Art Grundschnitt mit einem nach oben verlegten Abnäher. Aber so einfach stelle ich mir das Ablegerverlegen und zu Beurteilen, ob den nun genügend Platz für die Brüste ist, nicht vor. Dieses 3-D-Denken ist nicht gerade meine Stärke. Gut, dass ich das Knip-Kleid sozusagen als Notfallplan habe.

Aber definitiv wird es ein Jersey-Kleid werden. Das ist zwar nicht ganz so schick, wie ein Kleid aus edlem Stoff mit rüschelndem Unterrock, aber für mein Leben zweckmäßig. Es soll sich an Weihnachten eignen, um mit dem Sohn auf dem Boden die Geschenke auszupacken und soll anschließend ein schickes Alltagskleid bzw. Bürokleid werden.

Ich habe drei Stoffe zur Auswahl die definitiv in den nächsten Wochen als Winter-Kleider vernäht werden sollen.

  • einen günstigen schwarzen "Romanitjersey". Nicht wirklich elastisch. Fällt aber ganz schön, schön schwer.
  • einen edlen dunkelblauen "Romanitjersey"
  • der gemusterte Jacquard-Jersey von Stoff und Stil, bei dem ich schon mal fragte, was ich aus dem zaubern könnte



Tüdelchen um den Romanitjersey, weil ich ehrlich gesagt immer noch keine Ahnung habe, was das wirklich ist. Es ist wohl ein Strickstoff mit Viskose + Polysomething + Elasthan und meine beiden Uni-Kandidaten sind irgendwie so etwas. Ich frage mich allerdings, ob sie sich wirklich ähnlich benehmen, wie ein Sommerjersey. Ganz so dehnbar sind sie jedenfalls nicht. Das wird spannend!

Jetzt komme ich mir vor wie ne Hütchenspielerin. Mein liebster Stoff von den 3en ist der Dunkelblaue. Beide Schnitte würde ich gerne machen. Der Plan wäre gut, zwei Stoffe zu nehmen, um den Schnitt, der vergrößert werden muß erstmal zu testen. D.h. Weihnachtskleid aus dem Blauen und einer der beiden anderen für das Probekleid. Aber welchen? Der vorläufige Plan war, den Schwarzen als Probekleid zu nähen, doch ich denke, der Gemusterte funktioniert nicht für den Knip-Schnitt. Also bliebe den gemusterten als Probekleid und den schwarzen assymmetrisch? Ich glaube, ich gehe noch ne Runde Hütchen bzw. "Bäumchen wechsel dich" spielen.

Falls ich totalen Frust bekomme und auf einmal etwas ganz anderes machen will, hätte ich noch zwei Alternativen.

  • Ich habe hier noch einen grauen Viscose-Walk, der weicher und dünner ist, als der Walk vom roten Kleid. Ob ich daraus also noch mal Schnittquelle Texel-Kleid mache, ist fraglich. Aber was dann?
  • Ich habe hier noch den neuen Vogue-Schnitt 8667. Ich zweifele aber, ob der graue, dünne, fließende Viscose-Walk dafür geeignet sein könnte. Oder aber einer der oben genannten Jerseys? 
Es ist gar nicht so einfach, sich zu entscheiden - aber genau diese Phase liebe ich bei Sew-Alongs und bin schon verdammt gespannt, was ihr euch ausgedacht habt.

Wer sonst noch so die Qual der Wahl genießt, findet ihr hier!

edit:
Mich hat die Sew-Along-Krankheit schon voll erwischt. Nachdem ich bei Frau Wiebke und Frau Katrin Dodos Kleid entdeckt habe, hat es sich wie von selbst bei Burda bestellt, obwohl es mir viel zu klein ist. Aber Dodo sah so toll aus und wenn Wiebke und Katrin es auch noch nähen..... Böser Link zum 1,99 Euro download :-) Das wird aber wohl eher ein Projekt für 2013. Wie wäre es, wenn wir dafür eine "Schnitt-Vergrößerungs-Gruppe" gründen?

Samstag, 24. November 2012

Unverhofftes Live-Näh-Bloggen


15.34 Uhr
Hach, ganz unverhofft bin ich gestern zu 47 Minuten Näh-Zeit gekommen und heute sind meine beiden Männer schon wieder unterwegs. Ich danke den schwedischen Möbelhäusern, dass sie so eine große Anziehungskraft auf den Gatten ausüben, so dass er einfach regelmäßig, mit fadenscheinigen Gründen, dort hinfahren muß. Soll er doch meinetwegen Glühbirnen kaufen...

Gestern habe ich schon die Biesen an dem roten-Walk-Kleid-Nachfolger-in-blau gemacht, jetzt kommt das Zusammennähen. Ich muß mich wohl bei dem roten Walk für das Wort "Wolldecke" entschuldigen, denn das dünne, zarte Gespinst unterscheidet sich doch schon arg von dem 15 Euro Walk vom Maybachufer, der fast ein bißchen an Jutesack statt an Wolldecke erinnert. Egal, schöne Farbe, Schnitt ist gut, Alltagskleider braucht die Frau.

16.09 Uhr
Zusammengenäht ist es. Der fehlende Zentimeter im Bruch tut dem Schnitt gut. Es passt besser. Ich muß nur die Biesen im Hohlkreuz etwas mehr abnähen und die vordere Raglannaht anpassen. Die wohlweislich etwas weniger schicke Taillenrundung stimmt so. Darauf noch ein Gummibärchen!

Das sind die Momente, in denen ich immer halbnackt nähe, weil ich ja ständig Anprobieren muß. Im Winter ist das ganz schön frostig. Schon krass, was frau für Opfer bringt.

16.38 Uhr
So, Anpassungen gemacht und wieder warm angezogen.

Walk ist glücklicherweise leicht zu nähen und dankbar. Vor lauter Anpassen habe ich doch noch ein wenig mehr tailliert, in der Annahme, dass sich, während ich mich schminke und der Mann unter der Dusche steht, die warme, feuchte Luft, das Kleid dann perfekt an meinen Körper modelliert. Sanduhr und so, ihr wisst schon.

So Gedanken habe ich beim Nähen. Das lenkt mich davon ab dauern zu denken "och Menno, ich habe gar keine Lust. Eigentlich ist Nähen voll doof. Wieso mache ich das eigentlich?" Ich glaube, mir fehlt das Gruppen-Nähen. Von-Klamotten-Träumen macht mir jetzt seit Monaten mehr Spaß als das Nähen an sich.

17.00 Uhr
Ich bin echt bescheuert! Statt mal auf einem Probestück auszuprobieren, ob der Zickzack richtig eingestellt ist und das Garn zum Stoff passt, nähe ich einfach drauf los. Statt nun einen unsichtbaren Saum zu haben, habe ich quasi eine gesticke, ungerade Ziernaht  3 cm oberhalb des Saumes! Mist! Nun gut, jetzt ist es unten so, dann muß ich es an Ärmeln und Ausschnitt auch noch so machen. Menno!

17.30 Uhr
So, der Jutesack ist fertig. Heute Abend muß ich nur noch die Fäden von den Biesen auf die linke Seite ziehen und verknoten. Das mache ich aber vor der Glotze. Der Gatte meint ja immer, dass man Samstag einen großen Film sehen muß (statt Babysitter und ausgehen - wir sind eben alt und spießig).

Am Schluß hatte ich wirklich so gar keine Lust mehr. Mir ist dann auch eingefallen wieso. Erstens mag ich keine Sachen sofort noch mal machen. Routine und Wiederholungen sind mir ein Graus. Auch wenn ich natürlich weiß, dass es lohnt, Dinge zu wiederholen, vor allen Dingen Gute. Aber so war ich schon immer: ich schmeiße den Effizienzgedanken über Bord und widme mich lieber neuen Projekten.

Zweitens habe ich das Kleid nicht deshalb als erstes aus den berliner Stoffen genäht, weil ich die größe Lust dazu hatte, sondern weil der Walk am meisten Platz wegnimmt. Ich wollte dem Gatten den Wind aus den Segeln nehmen, nach dem Motto "schau, ich habe doch ganz wenig in Berlin gekauft". So nen Walkberg, der rumliegt, macht sich da stets schlecht. Immerhin dafür war es gut, auch wenn mir derzeit mehr nach meinen Romantijerseys ist.

Aber ich sollte dem Jutesack nicht unrecht tun. Wahrscheinlich ziehe ich das Ding morgen an und bis Februar nicht mehr aus....

Noch grauenvoller ist allerdings die Mütze, die ich aus den Walkresten genäht habe. Wer hätte gedacht, dass ich in der Lage bin ganz unterschiedliche hässliche Mützen zu erzeugen. Ich bin wohl doch der Hut-Typ und sollte dem Projekt "Strickfilzen" langsam mal nachgehen. Ein Anleitungsheft habe ich schon.

So, jetzt Aufräumen und Kuchenbacken. Wir sehen uns morgen beim Tatort - vielleicht.


Juchhu, es gibt nen Weihnachtskleid-Sew-Along



Ist das nicht ne Wucht, dass wir wieder zusammen Weihnachtskleider nähen? Ich freue mich sehr, dass Katharina aka dickes paulinchen von sewing addicted uns nen Sew-Along spendiert. Wie Bolle freue ich mich auf das große Finale beim MMM. Das wird so toll und so glitzernd! Ich bin jetzt schon ganz aufgeregt.

Erst dachte ich "neee, da machstde nicht auch noch mit, du brauchst Bürokleider". Aber dann dachte ich "der arme Gatte, sieht mich so oft in Rumlümmelklamotten, dem könnte ich an Weihnachten doch mal ne besondere Freude mit nem besonderen Anblick machen". Außerdem hatte sich das Jersey-Weihnachtskleid vom letzten Jahr so dermaßen bewährt. Ich werde also ein besonders schickes Bürokleid nähen, es Weihnachtskleid nähen und an Weihnachten das erste mal (richtig) tragen. Juchhu.

Morgen gehts los. Die genauen Termine erfahrt ihr auf sewing addicted.

Freitag, 23. November 2012

Bitte melde dich!



Hallo, ich bin ein ungeliebter Stoff und mir fehlt der Sinn im Leben. Vielleicht kannst du mir helfen. Mein Frauchen hat mich nicht lieb. Sie sagt, ich wäre ein Fehlkauf und belaste sie nur. Diese Situation fühlt sich für uns beide nicht schön an, deswegen wusste ich mir keinen anderen Rat mehr, als mich an euch zu wenden.

Hat EineR vielleicht eine gute Idee, was ich werden könnte? Vielleicht könntet ihr mein Frauchen von der Sinnhaftigkeit meiner Existenz doch noch überzeugen? Oder ihr habt einen derart guten Vorschlag, womit ich doch noch einen Nutzen haben kann, dass sie ein Paket packt und mich an euch - einfach so - verschickt?

Ich bin ein Seersucker (und deswegen zwar zerknirscht aber zwangsläufig zerknittert) in Blautönen mit einem ganz zarten gelben Streifen. Mein Frauchen dachte mal, dass ich ein Retro-Sommerkleid werden könnte, aber sie traut sich nicht. Sie weigert sich auch standhaft, einen Schlafanzug aus mir zu nähen.  Ich bin 1,30 m x 3,80 m groß. Ich bin eigentlich viel hübscher als auf dem doofen Foto. Mich gibts umsonst gegen Versandkosten, für jemand, der mich lieb hat.

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"Bitte melde dich" ist eine neue Aktion aus dem Hause crafteln, die gerne von Euch kopiert werden darf.

In loser Reihenfolge, aber immer freitags, werde ich hier Stoffe einstellen, die mein Seelenheil und meine Lagerkapazitäten belasten, weil sie sich wie ein Fehlkauf anfühlen. Entweder habt ihr eine tolle Idee für mich, was ich mit diesem Stoff machen könnte, oder ihr schreit laut "hier" und nennt mir eure Idee, was ihr damit machen wollt. Je nach Stoff, bezahlt ihr entweder nur die Versandkosten oder aber einen kleinen Beitrag auf den wir uns einigen.


edit:
Super, schon Kommentare. Das wäre toll, wenn ganz viele so etwas, wann immer es passt, freitags machen. Dann kommt ein großer Stofftausch zustande, der sich bestimmt universell ausgleicht. Mir geht es wirklich nicht ums Verkaufen und Geld machen, sondern darum, dass ich diese Stoffe gerne abgebe, wenn jemand damit etwas Sinnvolles anstellt. Meiner Erfahrung nach kommt sowieso viel zurück, wenn man es in den Wald rein ruft.

edit2:
Catherine hat natürlich recht. Wir sammeln die einsamen Herzen und damit jeder sie findet spendiere ich ne Linksammlung (bis Sonntag abend geöffnet). Wer auch noch ne Schrankleiche hat, die eine neue Heimat braucht - tragt euch ein.

edit3:
Ich freue mich sehr über Euer Interesse und merke, dass das ne spontane Aktion, sprich nicht bis zum Ende durchgedacht ist. Also mache ich spontan weiter:

  • Stoffe, Schnitte, Kurzwaren und Schneiderzubehör sind ok. Der Schwerpunkt liegt auf den Stoffen.
  • Kleider, auch wenn sie selbstgenäht sind, sind eine andere Aktion, die jemand anderes ins Leben rufen kann
  • Es geht hier nicht ums Geldverdienen. Es geht ums Verschenken oder kleine Gegenleistungen. Wer verkaufen will, macht das im Auktionshaus oder im eigenen Blog ohne Verlinkung hier. 
  • Wer etwas bei "Bitte melde dich" zeigt bzw. anbietet schreibt bitte eine kleine nette Geschichte zu dem Gegenstand (wie kam das Ding zu euch, was war der ursprüngliche Plan etc.)

Blogs sind in meinen Augen dazu da, um Geschichten zu erzählen und Netzwerke zu knüpfen. Ich mag die Idee der Nachhaltigkeit bei der Aktion und den Unterhaltungswert und freue mich, wenn euch das ebenso geht.

Donnerstag, 22. November 2012

Fotos und so



In den letzten Tagen haben wir knapp 2000 Fotos von mir für eine Bewerbung gemacht. Auf jeden dieser Fotos sehe ich aus, als wolle ich den Job nicht haben, dabei ist das Gegenteil der Fall. Jetzt werden die meisten wahrscheinlich sagen ".meike, geh zu nem Profi" und ihr glaub nicht, wie oft ich schon darüber nachgedacht habe, dies zu tun. Allein die Fotos, die Profis von mir bisher gemacht haben waren auch nicht toll und vor allen Dingen nicht ich. Damit meine ich jetzt so 4x oder 10x knipsen Shootings. Ich hatte schon zweimal das Glück wirklich große Shootings mit ewig Zeit und hunderten von Bildern zu machen, bei denen ich wie eine (nervöse) Königin behandelt wurde. Die waren schon gut und sahen aus wie ich, aber diesem "ich geh mal zu nem Fotoladen und lass schnell Bewerbungsbilder machen" stehe ich skeptisch gegenüber, außerdem kann der Gatte eigentlich Fotografieren und hat ne gute Ausrüstung. Das Problem bin ich: Ich weiß einfach nicht, wie man seriös und trotzdem nett schaut. Das Rumhampeln vor dem Stativ für den MMM ist ein ganz anderes Kaliber!

Da fotografiere ich doch lieber mein Strickzeug. Derzeit stricke ich mal blau, weil mich das graue-zweit-Frühlingsjäckchen-Ärmel-stricken doch sehr langweilt.



So sah es Sonntag abend aus. Bündchen im Zug und dann ein Muster, dass ich aus einem Buch abgeschaut hatte. Echt retro - aber leider fast unsichtbar. Ich bin erstaunt, dass man auf dem Foto überhaupt etwas davon erkennt. "Made so quickly" aus A stitch in Time Vol.1 hätte es werden können, wenn die Wolle und die Nadeln etwas dicker gewesen und damit das Muster etwas spektakulärer gewesen wäre. Der Titel klang ja vielversprechend.

Aber jetzt sieht es so aus wie ganz oben zu sehen. Das Muster ist zwar ein bißchen.....mmmmhhhh merkwürdig..... ein bißchen opa-westen-mäßig, aber irgendwie gefällt es mir. Sogar dem Gatten gefiel es wohl ein bißchen, denn er fragte, ob ich so etwas auch in Form einer Mütze stricken könnte. Sieh an, sieh an. Natürlich kann ich das!

Das Muster ist auch retro. Es stammt aus dem von Catherine mal empfohlenen "Schachenmayrs Lehrbuch der Handarbeiten aus Wolle zweiter Band"*welches ich auch über das ZVAB gekauft habe und das sein Dasein in einer gut verschließbaren Plastikhülle verbringen muß, weil es so furchtbar stinkt. Aber es hat schöne Muster. Mein aktuelles heißt "Westenmuster VI" und somit ist es natürlich kein Wunder, dass es an Opas erinnert. Aber ich finde, es hat was und es ist leicht zu stricken**. Was es mal wird, weiß ich noch nicht. Jetzt stricke ich erstmal das Rückenteil, der Rest kommt später. Ich brauche etwas pullunderartiges auf jeden Fall ohne Ärmel oder mit kurzem Arm. Mal schauen, was es wird.

*Ich hätte gerne zu Catherines Beitrag verlinkt, aber ich finde ihn partout nicht.

** 1. Reihe: *4K, P* , 2. Reihe: *4P,K*, 3. Reihe: wie erste Reihe, 4. Reihe: K Geht fast ohne Hingucken, wenn der Körper auch ohne das Hirn bis 4 zählen kann und wenn man raus ist, sieht man sofort, wie es weitergeht. Prädikat empfehlenswert. Und für alle, die noch nicht na englischen Anleitungen gestrickt haben K=knit=rechts und P=purl=links.

Mittwoch, 21. November 2012

MMM - Like a Cowgirl


                                               Posen muß ich noch ein bißchen üben

Manchmal brauche ich erst einen Segen, bevor ich ein Kleidungsstück mag. Ich nähe etwas, was ganz anders ist, als der Rest meiner Garderobe "aus dem Leben vorher" und bin irritiert. Genauer gesagt ist mein Körper irritiert und fühlt sich irgendwie unwohl.

Genauso war es mit dem Karokleid, dass ich letztes Jahr nach dem Praktikum genäht (und im Februar schon mal beim MMM gezeigt) habe. Ich weiß, dass es ein toller Schnitt ist, ich liebe den Stoff und trotzdem fremdelte ich mit dem Kleid. Es ist sehr weit. Nicht nur unten rum. Weite Röcke finde ich immer noch sehr ungewohnt. Aber weit oben dann auch noch, geht irgendwie gar nicht. Da kommt sofort meine "Litfasssäulen-Angst". Ich möchte einfach nicht, wie ein riesiges kariertes Dingsbums aussehen.


                                                         
                                                         schon etwas besser


Ich nahm das Kleid mit nach Berlin, um es der gestrengen lieben Praktikumschefin zu zeigen und um sie zu fragen, wo ich es noch enger machen könnte. Aber nix da, sie sagte, sie freute sich sehr, mich in diesem Kleid "Stokx-by-Meike-Kleid" zu sehen und fand es ganz wunderbar. Klar wäre es ein bißchen weit, aber der Aufwand würde sich für ein paar Millimeter nicht lohnen. Da trug ich es zwei Tage lang in Berlin und siehe da, ich fühlte mich wohl darin.


                                         normalerweise lupfe ich nicht dauernd meinen Rock, 
                                        aber ich dachte, euch interessieren vielleicht die neuen 
                                        - in echt farblich genau dazu passenden Thermoleggins  

Lindy sagte "You remind me a bit to a cowgirl in that dress" und da fand ich, dass die rustikalen braunen Stiefel plötzlich gar nicht mehr so schlecht dazu passten. Letztes Jahr trug ich es mit feineren schwarzen Stiefeln und fühlte ich fremd. Aber jetzt habe ich das Gefühl, das Kleid ist endlich das geworden, was es eigentlich sein wollte: ein Alltagskleid. Ein verdammt bequemes Alltagskleid. Und ein bißchen schick ist es auch noch.



Schnitt: Stokx Blusenschnitt verlängert, unverkäuflich
Stoff: Wollstoff (vermutlich Wolle-Plastik) vom Maybachufer)
Material-Kosten: ca. 9 Euro, nicht eingerechnet die Knöpfen aus dem Bestand
Passform: ich glaube, mit etwas weniger Nahtzugabe wäre es perfekt
Schwierigkeitsgrad: mittel, aber durch die Karos muß frau beim Zuschnitt sehr aufpassen.
Werde ich es nochmal machen? Ich denke schon. Der Schnitt ist toll, auch wenn ich mit dem weiten Rock fremdele. Vielleicht mal als Bluse?

Mehr wunderbare Kleidung an echten Frauen (und Männern, das ist keine Provokation sondern eine Höflichkeit, falls Männer mitmachen) findet ihr auf dem MMM-Blog - heute mit der reizenden Gastgeberin Melleni im eleganten Retrokleid als Gastgeberin.


                                        so sieht das Kleid von hinten mit Hausschuhen aus

Dienstag, 20. November 2012

Berlin-Rückblick



Berlin war für mich mehr als das Bloggerinnentreffen. Wie immer hatte ich einen FreundInnen-Treff-Marathon mit wunderbaren Begegnungen. Es ist einfach fantastisch, dass Freundschaften Bestand haben, Bereichern und Erfreuen können, auch wenn viele Kilometer zwischen uns liegen. Egal, ob ich diejenigen traf, mit denen der virtuelle Kontakt rege ist, aber dafür die Freundschaft noch frisch oder die anderen, mit denen zwischen den Treffen (fast) nichts geschieht, die ich aber schon lange einen Platz in meinem Herzen habe. Natürlich habe ich auch Freundinnen in Hamburg, aber die Tage in Berlin waren ein Intensiv-Bad in Freundschaft, dass ich sehr genossen habe.

Wahrscheinlich war das der Grund, dass ich der großen Anzahl an Bloggerinnen eher zurückhaltend gegenüber stand. Na klar, gab es Gespräche. Es gab sogar sehr viele schöne Gespräche! Aber es waren einfach verdammt viele Menschen, so dass es mir wirklich hin und wieder vorkam, wie beim Speed-Dating.

Aber es war spannend. Ich habe mich sehr gefreut Köpfe zu entdecken, die ich nicht kannte, weil sie sonst abgeschnitten werden. Ich habe mich darüber gewundert gefreut, dass ganz oft ein Gefühl des Kennens besteht, obwohl man sich nur liest. Und ich habe mich gefreut Menschen, dreidimensional, in Action zu sehen, die "ganz normal wirken", obwohl sie wunderbare Kleider haben. Ganz so geflasht wie letztes Jahr war ich allerdings davon nicht mehr. Es ist schon krass, wie sehr ich mich an "echte Frauen in schönen Kleidern" im Laufe eines Jahres gewöhnt habe. Ganz besonders lustig fand ich es, Frauen an ihren Kleidern zu erkennen. Es ist schon ein skurriler toller Blick auf die Welt, den ich durchs Nähbloggen habe.



Ich glaube das ist genau der Punkt. Während ich letztes Jahr im Grunde drei Tage lang überrascht und entzückt war, was es dieses Jahr etwas zu viel und gleichzeitig etwas zu wenig für mich. Statt hier ein Gespräch und dort ein Gespräch würde ich lieber etwas mit Näh-Bloggerinnen machen. Ich stelle mir ein Wochenende in einem großen Haus vor mit vielen kleinen und großen Räumen. Hier wird genäht, dort wird ein Thema diskutiert, in einem anderen Raum werden Ideen gesammelt und getauscht, abends wird prunkvoll gefeiert und tagsüber kommt man sich beim Tun näher. Das würde mir Spaß machen! Aber das ist eine riesige Organisation, so etwas zu veranstalten! Ehrenamtlich wäre das wohl kaum zu schaffen, aber genau wie Frau yvonet schreibt, machte genau das den Reiz unserer Veranstaltung aus.

Frau Talentfreischön beschreibt die Begegnungen mit dem Wort "Wertschätzung". Das ist ein ganz wertvoller Aspekt der Veranstaltung und auch unserer virtuellen Begegnungen, der genau dieses kleine Lächeln und dieses warme Gefühl im Bauch auslöst. Meine Tage in Berlin waren angefüllt von Wertschätzung. Das gibt Kraft und gute Laune. Ich danke allen dafür (und ärgere mich immer noch, dass ich so abgerauscht bin, denn zu Wertschätzung, hätte auch ein richtiger Abschied gehört. Aber ich kann es nicht mehr rückgängig machen.)!


(Der Plan zum Stoff: zwei Walkkleider, zwei Winterjerseykleider, ein karierter Rock im schrägen Fadenlauf und ein Frühlings-Knotenkleid)

Ich bin dick beladen nach Hause gefahren, mit Gedanken, mit Eindrücken aber natürlich auch mit Stoffen, Schnitten,  Lesetipps, Leggins und sogar einem Glas Honig. Allein für den Facinator war ich nicht mutig genug. Ganz herzlichen Dank an Frau Kreuzberger Nähte, die mir ihr Ersatz-Modell lieh!

Am Maybachufer habe ich schöne Stoffe und unzählige Thermoleggins gekauft, mein Kopf schwirrt vor lauter Projektideen, weil ich so unglaublich viele tolle Kleider bewunderte (ich sage nur grau und in schrägen Fadenlauf, Frau Dodo, du hast mir den Kopf verdreht und verdammt noch mal, wieso haben wir es eigentlich nie geschafft, mal in Ruhe zu reden? ). Im Stokx-Atelier habe ich nicht nur mal wieder viel gelernt, sondern auch noch ein Kleid aus der aktuellen Kollektion gesehen, dass mir drei Nächte lang den Schlaf raubte. So etwas in der Art brauche ich auch! BRAUCHE! Wie gut, dass ich auch so einen Stoff, ööhmmm zwei Stoffe, im Gepäck habe, die nur noch auf eine freie Waschmaschine und einen freien Wäscheständer und auf Zuwendung von mir warten. Wann soll ich das nur alles nähen?



Endlich wieder ein Nähfragezeichen!




Die Wintermäntel dürften nun langsam fertig werden und der  Wintermantel-Sew-Along ist jetzt auch bald zu Ende; da hat sicherlich die eine oder andere 1. Walk bzw. Mantelstoffreste übrig und 2. das Bedürfnis, passende Accessoires zum Mantel zu nähen. Also her mit den tollen Ideen, Anleitungen und Schnittmustern für Walkmützen, Handschuhe, Stulpen, Muffs etc.


Wollstoff-Reste-Verwertung
Was tun mit den dicken Reststücken vom Wintermantelnähen? Habt ihr schon Walk bzw. Wollstoffreste zu Accessoires vernäht. Kennt ihr schöne Anleitungen? Tipps und Tricks?

Beim Nähfragezeichen mitmachen könnt ihr wie immer zwei Wochen lang hier in den Kommentaren oder bei Euch im Blog. Bitte hinterlasst uns bei Mr. Linky einen Hinweis, wo wir eure Antwort finden können.


Sonntag, 18. November 2012

Wieder zuhause

Hach, es war schön in Berlin! Und wie immer bin ich unglaublich müde - ich bräuchte sozusagen Urlaub vom Urlaub.

Alle wunderbaren Bloggerinnen, von denen ich mich nicht ordentlich verabschiedet habe, weil ich mich verquatscht hatte und deswegen holterdipolter aus dem Treffen stürzte möchte ich sagen: es tut mir leid. Das war sehr unhöflich. Aber ich hatte Glück. Direkt vor der Tür konnte ich ein Taxi stoppen und erreichte überraschenderweise doch noch pünktlich meinen Zug.

Und alle wunderbaren Damen, die ich nicht offiziell begrüßte oder ausführlich sprach, bitte ich dies mir auch nachzusehen. Ich war schon etwas durch den Wind, nachdem ich bereits ein paar Tage Berlin war und gefühlte 1304395894385348 Millionen gehörte und gesprochen Worte hinter mir hatte, noch bevor das Treffen begann.

Vom Treffen berichte ich vielleicht morgen. Aber heute möchte ich mich schon bei den großartigen berliner Organisatorinnen bedanken! *knicks*

Donnerstag, 15. November 2012

Perfekter Urlaub



Während andere Menschen, wenn sie die Hauptstadt besuchen, sich den touristischen Sehenswürdigkeiten widmen oder sich in Museen bilden, bin ich am glücklichsten, wenn ich im STOKX-Atelier, in dem ich im Januar mein Praktikum machte, sitzen und etwas lernen darf. Learning geht bekanntlich am besten beim doing und so sagte meine gestrenge Praktikumschefin, ich könnte ja mal lernen, wie Akkord geht. Also gab sie mir einen Stapel zugeschnittener Röcke und setzte mich vor die Kettelmaschine. Das Ding geht ab, wie nen Rennwagen und ich war bei den Probestücken den Tränen nahe. Beherrschen war etwas komplett anderes. Aber irgendwann traute ich mich doch an die Röcke und irgendwie gingen die dann doch ein bißchen besser, als die Probefitzelchen. Made in Germany by Praktikantin. Leider wurde meine Akkorderfahrung davon unterbrochen, dass ich wenig fachmännisch versuchte die Garnfarbe zu wechseln und jetzt eine andere Frau seit Minuten damit beschäftigt ist die Maschine neu einzufädeln. Zeit zum Bloggen. Immerhin.

Eigentlich hätte es noch nen aktuelles Foto gegeben, aber irgendwie klappt das gerade gar nicht. Dafür funktioniert die Kettelmaschine (hobbynäherinnendeutsch Overlock) wieder, so dass ich nun nach den roten Röcken mich den grauen widme.Immerhin besser als Knöpfe annähen. Also nehme ich ein Altes und mach dann mal weiter.

edit:
Am Ende des Tages schnurrte der Rennwagen wie ein Kätzchen und ich bin schon ein bißchen stolz auf meinen Mini-Akkord. Ich mag die Atmosphäre, es ist so unglaublich spannend, was frau nebeher, mit einem Ohr aufschnappen kann. Ich liebe es und bin fast bin ich geneigt, die nächste jetzt anstehende Verabredung abzusagen, um die dunkelblauen Röcke auch noch zu nähen... aber ich bin ja noch ein paar Tage in Berlin. Wie schön!

Mittwoch, 14. November 2012

MMM - heute "drüben" als Gastgeberin




Dieser Beitrag erscheint fast identisch auf dem MMM-Blog, da ich zum heutigen Treffen, dort mal wieder Gastgeberin bin. Mein Blog hier, ist aber auch mein Archiv auf dem das heute gezeigte neue Kleid nicht fehlen soll. Also habe ich den Beitrag dort drüben kopiert und auch hier noch einmal eingestellt. Der Me-Made-Mittwoch ist eine tolle Sache: Ich freue mich schon sehr darauf, zu sehen, was die Frauen (und Männer?) der DIY-Blogosphäre am heutigen Tag an tragbarer, mit eigenen Ideen und Händen angefertigter Kleidung zu zeigen hat; Kleidung, die dem eigenen Kopfkleiderschrank entsprungen ist und die TrägerIn so zeigt, wie sie ist oder sein will. Kleidung, die uns BetrachterInnen wahrscheinlich das eine oder andere "oooh" und "aaaah" oder "muß ich auch haben und zwar sofort" entlockt.

Heute zeige ich euch also mein neues, zwischendurch immer Häppchenweise in kleinen Zeitfenstern entstandenes (und deswegen nicht live-gebloggtes) Reisekleid. Wenn ihr diesen Beitrag lest, bin ich wahrscheinlich schon im Zug nach Berlin oder sogar schon in der Hauptstadt. Craftista Unite! Ich freu mich schon wie Bolle!




Das Wort "Reisekleid" spukt mir schon seit Monaten im Kopf herum. Während des Sommers las ich es immer wieder und beneidete alle, die fast nebenbei erwähnten, dass sie "sich ein paar Jerseykleider nähen", um eine unkomplizierte Urlaubsgarderobe zu haben. Mangels Urlaub, bekam erst dieses Kleid den Ehren-Titel "Reisekleid". Ich wollte unbedingt ein unkompliziertes Kleid, mit nicht zu großem Ausschnitt, bei dem es (fast) egal ist, was ich darunter trage, was nicht viel Platz im Koffer braucht, eigentlich zu allen Schuhen, Strickjacken und Strumpfhosenfarben passt. Also ein Kleid aus grauem Romanit-Jersey.




Ich muß zugeben, es ist nicht mein tollstes Kleid. Es sitzt nicht besonders und es ist auch eher schnellschnell als liebevoll genäht. Das sieht man zum Beispiel am Saum, der einfach mit dreifachgeteiltem Zickzack genäht ist, statt die Zwillingsnadel zu bemühen. Aber es erfüllt die oben genannten Ansprüche.

Es sitzt deswegen nicht besonders, weil ich meine Blogbeiträge zum Weihnachtskleid (siehe Aktion letztes Jahr) nicht mehr las, sondern nur noch im Kopf hatte, dass das Weihnachtskleid zu groß war und ich es danach ziemlich viel kleiner machte. Allerdings funktionierte die simple Rechnung "ich nehme einfach eine Größe kleiner" nicht. Schade schade, jetzt sitzt der Brustabnäher zu hoch, Schultern sind doof und der Ärmelausschnitt ist nicht optimal. Das könnte natürlich auch daran liegen, dass ich die Vorderteile anders zusammennähte, weil mir der Ausschnitt zu zugig war. Es handelt sich also um eine Schlampenkrankheit, Änderungen, nicht ordentlich auf dem Schnitt vermerkt zu haben und Dokumentationen nicht zu lesen. Ob ich da jemals draus lerne?




Ich zeige das Kleid trotzdem beim Me-Made-Mittwoch, weil es beim MMM nicht darum geht, nur Traumkleider zu zeigen, perfekt in der Fertigung und perfekt in Passform und Stil. Es geht um Alltagskleidung, um selbst gemachte Kleidungsstücke, die auch wirklich getragen werden. Und dieses Kleid ist genau so ein Teil. Es ist wahrhaft kein Meisterstück aber es wurde schon und es wird noch oft getragen werden, weil ich genau so ein Kleid brauche.





Die Details:

Schnittmuster: Knip Mode 10/2011
Stoff: Romanit-Jersey aus dem Kaufhaus (Viscose, Polyester, Elasthan)
Kosten: 28.80 € für den Stoff plus Garn und etwas Einlage (Belege) aus dem Vorrat
Passform: es ist ein Jerseykleid, also passt es irgendwie. Die Passform könnte besser sein, aber es ist herrlich bequem.
Schwierigkeitsgrad: einfach
Werde ich es noch mal nähen? Ich denke schon, denn es ist ein wunderbarer Alltags-Schnitt und herrlich bequem. 

Dienstag, 13. November 2012

Woanders gut

Ist ja gar nicht so schlimm, wenn ich keine Zeit habe, kluge Posts zu schreiben. Dann macht das eben Alex von Mama macht Sachen zum Thema Figurnähe und Frauen mit unpopulären Format. Den Post habe ich gerne gelesen und bin gespannt, was noch so alles kommentiert wird, bzw. wie Alex an dem Thema weiter denkt und macht.

Mich gibts noch!

"Huch, wo ist sie?" wird möglicherweise die eine oder der andere in den letzten Tagen gedacht haben. Da dachte ich, ich sende mal ein kurzes Lebenszeichen. Ich hatte einfach viel um die Ohren, saß wenig am Rechner und genoß die Freiheit, dass dies ein privater Blog mit kostenfreien Inhalten ist und ich deswegen auch regelmäßige Angebote und Teilnahmen, schlicht nach dem Lustprinzip einfach mal sausen lassen kann.

Aber keine Sorge: morgen bin ich Gastgeberin beim MMM, für das Nähfragezeichen, nächste Woche habe ich schon eine wage Idee und auch Bloggenswertes wird sicherlich in den nächsten Tagen passieren und dann auch irgendwann aufgeschrieben.

Montag, 5. November 2012

Mützen-basteln-Finale



Die Mütze und ich haben es echt miteinander versucht. Aber wir können uns nicht leiden. Also wird sie wieder aufgeribbelt und die schöne Wolle darf irgendwann etwas anderes werden. Die "Tellergeschichte" habe ich brav gemacht. Tagelang lag hier nen feuchtes petrolfarbenes Ufo zum Trocknen aus. Daran liegts nicht.

Versucht erst gar nicht, mich zu überreden. Ich habe natürlich das schönste Foto rausgesucht. Da habe ich dann doch Hemmungen, völlig bekloppte Fotos von mir im Internet zu veröffentlichen. Es ist einfach keine Mütze für mich. Basta! Sie ist zu wabbelig, ich bevorzuge die gewalkten Baskenmützen. Mit denen sehe ich zwar auch doof aus, aber nicht ganz so sehr. Es hat schon seinen Grund, wieso ich noch nie ne Mütze gestrickundgetragen, gekauft oder geschenktundbehalten habe.

Im Grund genommen bin ich sowieso mehr der Hut-Typ. Schade nur, dass Hüte irgendwie nen Exotenstatus haben. Aber jetzt, wo ich im mittleren Alter angekommen bin und sowieso keine Hosen mehr trage, werde ich es bei Gelegenheit mal mit einem gestricktfilztem Hut versuchen. Oder ich versuche mich mal im Hut nähen. Walk-Reste hätte ich noch, fehlt nur ne Anleitung.

Trotzdem herzlichen  Dank für den Along, Miss Margerite. Mehr und hoffentlich schönere Mützen findet ihr dort bei ihr im Blog. 

Sonntag, 4. November 2012

Kann grad nicht posten...

... muß minütlich meinen ebay-Account checken, ob die Reisekasse das gewünschte Stoffkaufbudget für die Berlinreise zusammengeboten wird. Wie aufregend.

Ich weiß auch noch nicht, ob es heute abend "Live vom Tatort" gibt, ich habe lauter so Tüdelkram zu tun. Mal schaun.

Freitag, 2. November 2012

Ausdrückliche Werbung meinerseits!



Bildquelle: dieses und die folgenden Bilder habe ich mir von Frau Nahtzugabe ausgeliehen.

Na endlich, schlupft sie hinter dem Vorhang hervor und erzählt der Blogosphäre von dem Werk, auf das sie zurecht stolz sein kann:

Frau Nahtzugabe hat ein (Grundlagen-)Näh-Buch geschrieben. Ein tolles Buch. 

Jetzt kann ich auch endlich etwas dazu schreiben - gelesen habe ich es: Von der ersten bis zur letzten Seite. Das mache ich normalerweise nicht bei Nähbüchern. Diese zieren üblicherweise nur mein Bücherregal, obwohl mir eigentlich klar ist, dass der Besitz von Diätragebern normalerweise auch nicht beim Abnehmen hilft.

Ab gesehen davon, dass ich auch noch das Eine oder Andere lernen konnte, setzte bei mir sofort dieser "ich bestelle gleich noch mal nen Stapel davon"-Impuls ein (der natürlich umgesetzt wurde, als das Buch endlich wieder lieferbar war), denn das Buch ist wirklich das ideale Geschenk/Mitbringsel für alle,  die selbstgenähten Sachen bewundern und dann konstatieren, dass sie das nicht können oder keine Zeit finden, so etwas Kompliziertes zu lernen. Frau Nahtzugabe ist nicht nur ne große Mutmacherin, die hoffentlich noch die letzte Unschlüssige an die Nähmaschine treibt, sondern nimmt vor allen Dingen ihren LeserInnen die Befürchtungen, dass es sich beim Nähen um etwas Unlernbares, weil wahnsinnig Kompliziertes handeln könnte.

Ganz dezent erklärt sie Fachbegriffe, so dass es die geneigte LeserIn gar nicht merkt, dass gerade Vokabeln gepaukt werden. (Das, was Nähen dann schwierig macht, d.h. das Anpassen auf die jeweilige Figur, beschreibt sie dann hoffentlich im Folgebuch - aber das verraten wir den Geneigten und Anfängerinnen jetzt noch nicht...) Das Schreiben eines Grundlagenbuches finde ich sowieso viel schwieriger als Anleitungen zusammenzustellen, die frau irgendwann mal ausprobiert hat. Hier kommt es auf die richtige Reihenfolge und richtige Auswahl der Themen an und diese immer so zu präsentieren, dass zwischendurch keine LeserIn und Nachwuchsschneiderin aussteigt - das ist Frau Nahtzugabe mehr als gelungen!



(Bild mit den original Fingern der Autorin)

Was genau drinsteht, lasse ich lieber sie selbst erzählen und zitiere aus Frau Nahtzugabes Blog:

"Jetzt aber noch kurz zum Inhalt (...): Das Buch ist als Grundlagenbuch für absolute Näh-Anfänger gedacht. Ich habe mich in meine eigene Anfangszeit zurückversetzt und habe mir überlegt, was man, ganz pragmatisch, am Anfang wissen müsste, und was meine eigenen Näh-Irrtümer und Näh-Fragen waren, auf die ich mir Antworten gewünscht hätte. Auf 72 Seiten kann man natürlich nicht jedes nähtechnische Problem abdecken, das einem jemals begegnen wird, daher beschränkte ich mich auf die Probleme, mit denen es ein Anfänger wahrscheinlich zu tun bekommt.  
Welche Nähte gibt es, und was nimmt man wofür? Wie kopiert man einen Schnitt aus einem Schnittmusterbogen heraus? Wie schneidet man zu? Wie näht man einen Reißverschluss in die Hose? Was ist "versäubern" und wie funktioniert das? Wie bekommt man solche dekorativen Sachen wie bunte Schrägbandeinfassungen, Applikationen und aufgenähte Bänder hin? Wie näht man Jersey mit der Nähmaschine? Wie mancht man einen Gummizug? Mir war dabei wichtig, dass jeder möglichst sofort loslegen kann, und zwar ohne erst noch einen Sack Zubehör kaufen oder auf die Overlock sparen zu müssen."

Was mir an dem Buch besonders gefällt ist, dass Frau Nahtzugabe keine gelernte Schneiderin, sondern eine erfahrene Hobbyschneiderin ist. Kennt ihr das, wenn man nach einem Nähkurs völlig frustriert nachhause geht, weil man nur ungefähr 10% von dem geschafft hat, was geplant war, weil die ältere Dame, die in ihrem Leben vor dem Leben als Nählehrerin, Schneiderin war und meint, man müsse nun die gleichen Vorgehensweisen und Sorgfalt walten lassen, wie nach einer dreijährigen Ausbildung und 30 Jahren Berufserfahrung? Was habe ich in solchen Kursen getrennt und geflennt. Frau Nahtzugabe geht da eher den pragmatischen Weg. Sie zeigt, wie es einfach geht und funktioniert. Sehr gut!

Der Vollständigkeit halber erwähne ich noch das Stichwortverzeichnis. Es ist vorhanden und es ist gut. Prima! Außerdem gibt es noch kleine Nähprojekte, zum Ausprobieren und für schnelle Erfolgserlebnisse - auf diese hätte ich verzichten können, denke ich doch, dass eine Näh-Geneigte vielleicht mehr Motivation hat, einen schönen Rock zu nähen als eine Buchhülle. Aber egal, vielleicht wollte das auch der Verlag unbedingt so haben. Schaden, tut es dem Buch nicht.

Zusammenfassung: Das kleine feine Büchlein kostet keine 10 Euro und ist aber mehr wert. Es sieht nicht trendig und nicht lieblich aus - gehört aber meines Erachtens, zusammen mit einer Nähmaschine in jeden Haushalt.

Ich freu mich sehr, dass du es geschrieben hast, Frau Nahtzugabe, beglückwünsche dich auf das allerherzlichste und mache sehr gerne Werbung dafür, auch wenn du mich niemals darum gebeten hättest!

Und für diejenigen, die lieber die kleine Buchhandlung um die Ecke am Leben erhalten, statt große Onlinehändler:

Constanze Derham
Nähen (aus der Reihe ABC der Handarbeiten)
Buchverlag für die Frau, Leipzig 2012
9,90 Euro





Donnerstag, 1. November 2012

Frau Crafteln weiß mal wieder nicht weiter


Bildquelle: Stoff und Stil (mit Link zum Stoff)

Gebts zu, ihr habt doch sicherlich auch alle diesen dicken Jersey bestellt, nachdem ihr ihn bei Frau Pepita im Stapel oder im StoffundStil-Katalog gesehen habt. Ich auch. Und ich freue mich auf ein warmes Kleid.

Aaaaber. Ich weiß nicht, aus welchem Schnitt. Meine erste Idee war der Schnitt vom Weihnachtskleid; ihr erinnert euch "Stichwort Seepocken" die zweite der Schnitt vom roten Walkkleid. Tja und nun zaudere ich, obwohl mir friert und ich das Kleid langsam aber sicher gebrauchen könnte.


Bildquelle: Rita Pepita

Jetzt habe ich gestern bei Frau Pepita ihr Kleid daraus gesehen und gedacht "jaja, dieser Stoff braucht wohl einen sehr schlichten Schnitt, denn er ist gemustert genug und vor allen Dingen recht dick und Falten könnten komisch aussehen".

Was sagen die ExpertInnen dazu?

Können Falten oder Biesen funktionieren? So ganz schlicht, wie bei Frau Pepita, steht dieser wohl besser als mir. Was meint ihr, was für ein Kleid sollte ich daraus nähen. Es soll übrigens langärmlig werden!

And the winner is....


Bildquelle: Schnittmuster.net Vogue 8667

Während in der DIY-Blogosphäre gerne Gewinne an LeserInnen verschenkt Werbung für Dies und Das und den eigenen Blog mit Gewinnspielen gemacht werden, habe ich mir selbst gestern abend auf den letzten Drücker noch einen Gewinn geschenkt. Gerade, als ich ins Bett gehen wollte, fiel mir ein, dass die Vogue-Spezialpreis-Aktion am Abend endet und habe mich sehr intuitiv für den obigen Schnitt entschieden. Danke für Eure Mithilfe!

Letztlich war meine Entscheidung wirklich intuitiv und basierte wohl darauf, dass ich Kleider nach diesem Schnitt schon auf diversen Blogs bewundert hatte und, dass er bis Größe 50 geht. Sowas ist immer gut und unterstützenswert! Ich bin gespannt, was ich daraus zaubere.

Mir gefällt, neben der klassischen und vorteilhaften Schnittführung, der hinten geschlossene runde Kragen. Der Schnitt schreit gerade danach, daraus ein "Bürokleidchen" aus Wollstoff zu nähen, dass mit nem Shirt oder für schick mit Bluse darunter getragen wird. Ich mag aber auch die Idee, daraus ein "kleines Schwarzes" zu nähen oder im Sommer die Variante mit den kurzen Ärmeln. Die Schnittbeschreibung "einfach" finde ich auch nicht zu verachten. Natürlich ist es dem Passt-Kleid sehr ähnlich, aber mir ging es schließlich auch darum, Vogue-Schnittmuster kennenzulernen.