Dienstag, 31. Juli 2012

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Auch krass. Bei dem Versuch , ein Foto des hässlichem Shirts hochzuladen, ist die Festplatte meines Macbooks kaputt gegangen. Ich bin dann mal ein paar Tage bloglos. Nächste Woche gibts dann ein neues Nähfragezeichen.

Montag, 30. Juli 2012

Krass!

Es ist wirklich krass! Das Burda-Shirt ist noch hässlicher geworden als das Shirt vom letzten Jahr, das ich nur ein einziges Mal trug. Das bestärkt mich mal wieder in meiner Vermutung, dass Shirts nähen nichts für mich ist.

Streifen-Monat-Juli: das 3. Treffen


Heute ist wieder Streifen-Montag. Vielen Dank für Eure Beiträge aus der Linkliste vom 2. Juli und vom 16. Juli. So viele schöne Sachen! So viele Streifen! So viel Inspiration!

Ganz so viel Wirbel, wie der Blümchen-Monat, machen die Streifen nicht. Vielleicht liegt das an der Ferienzeit, vielleicht aber auch am Thema. Sind Streifen vielleicht von der dezenten Sorte oder nicht so ein heißes Eisen wie Blümchen? Sind sie euch zu brav? Oder ist euch die Verarbeitung zu kompliziert? War es vielleicht zu heiß zum nähen oder zu kalt? Habt ihr keine gescheiten Streifen gefunden oder haben euch die Streifenstoffe nicht geflüstert, was sie werden wollen?

Oder ist es vielleicht ganz anders und ihr habt unzählige Streifenoutfits genäht, die alle hier und heute und in den nächsten Tagen verlinkt werden? Ich bin verdammt gespannt!

Und ich gelobe Besserung, in dieser Woche auch endlich mal etwas, zum Streifenmonat beizutragen. Aber dafür haben wir ja diese tolerante Zwei-Monats-Regelung: Die heutige Linkliste ist eine ganze Woche lang, bis zum 6.8. um 7.59 Uhr geöffnet und am 20. August gibt es das Finale-der-Herzen zum Thema Streifen. Wer also jetzt ganz neu oder nach wie vor vom Thema Streifen inspiriert ist, möge sich nicht bremsen und einfach mit machen.

Die Regeln sind wie gehabt:

Gesammelt werden:

  • Gedanken und Überlegungen zu Streifen an sich, zum eigenem Stil und dem eigenen Verhältnis zu Streifen, zu der gefühlten Passung zwischen Person und Muster. Was haben Streifen mit unserem "Kopfkleiderschrank" zu tun. Gibt es einen Grund, wieso manche Streifen kaufen - aber nicht nähen oder tragen?
  • "alte" Streifen-Näh-Werke - Kleidungsstücke für Erwachsene - ob geliebt oder ungeliebt und wenn ja, warum
  • Streifenstoffe, die euch noch nicht verraten haben, was sie werden wollen. Vielleicht können wir behilflich sein!
  • und natürlich möchte ich alle euren, neuen, vom Streifen-Monat-Juli inspirierten Kleider, Röcke, Hosen, Jacken, Mäntel etc. sehen.

Über eine Rückverlinkung würde ich mich freuen. Das Bild dürft ihr gerne mitnehmen, das hat Herr Crafteln für mich gemacht.

Sonntag, 29. Juli 2012

Live vom....Shirt nähen

20.42 Uhr
So, ihr habt es so gewollt, also mache ich es und schlage - auch ohne Tatort - ein paar Fliegen mit einer Klappe: Ich nähe ein Streifenshirt. Wenn ich mich recht erinnere, dann ist morgen wieder Streifenmontag. Da sollte ich doch vielleicht auch mal mitmachen, ich olle Themen-Ausruferin-und-mich-dann-Verdrückerin.

                                                    Bildquelle: Burda

Natürlich hätte ich mir auch einen ganz stinknormalen T-Shirt-Schnitt raussuchen können, zum Beispiel Zoela, den ich schon abgepaust habe, weil ich daraus vor langen, langen Zeiten (bevor ich mir gestatte, geschmackvolle Dinge zu nähen) mal dieses und jenes Shirt nähte. Oder ich hätte auf dem doch recht übersichtlichen Ottobre-Bogen nach einem Shirt schauen können. Klar, hätte man machen können. Aber warum einfach, wenn es auch kompliziert geht. Aus der Bücherhalle habe ich mir zwei alte Burdas ausgeliehen und Shirt 135 (aus 10/2011) verriet mir, dass es unbedingt aus diesem lila Seiden-Jersey genäht werden will. Da dieser aber so kostbar ist, muß erstmal eine türkis-weiße-billiger-Streifenjersey-vom-Markt-Version genäht werden. Wie gesagt, mehrere Fliegen.

Aber Burda ist echt der Hammer. So mit Gatten am Tisch, der einer anderen Computersachen erklärt, ich auf dem Fußboden und Kind um mich herumspringend auf dem Schnittbogen die richtigen Teile zu finden, ist es ein Ding der Unmöglichkeit. Also habe ich zur Tagesschau weitergemacht - und, liebe Dodo, auch brav alle kleinen Nümmerchen und Passzeichen übertragen. Jetzt gehts ans Zuschneiden und Überlegen, welche Teile ich in welchem Fadenlauf zuschneide, denn nen bißchen Spaß mit den Streifen will ich schließlich auch haben. Ich bin mal gespannt, ob mir so nen Sack-Shirt steht.

Und ihr so?

21.20 Uhr
Schade, schade, oder genauer gesagt: Mist. Die Idee war ja, dieses Wasserfalllätzchen aus Streifenstoff andersrum zu machen. Aber ich habe die benötigte Stoffmenge unterschätzt und nun Vorderteil, Rückenteil und diese Monsterärmel zugeschnitten und nicht mehr genügend Stoff für den Latz. Mmmhh.

Übrigens habe ich mir keine Mühe gegeben, die Streifen ordentlich zuzuschneiden, von wegen "sie sollen genau aufeinander passen". Das ist nix für mich und bei dem flutschigen Viskosejersey ohnehin eine Kunst. Also soll der flutschige Viskosejersey sich nachher beim nähen gefälligst so dehnen, dass es passt.


21.43 Uhr
Ok, es wird ein roter Latz und da die Ärmel sowieso etwas kürzer als geplant zugeschnitten wurden, kommt da eben auch noch ein bißchen rot ran. Schade, ich hätte den Mund vielleicht nicht so voll nehmen sollen, von wegen "intelligenter Streifenverarbeitung - das war nämlich gemeint. Schade, schade. Aber türkis und rot ist sowieso gut und wenn ich mich an meinen Stoffkaufrausch erinnere, waren die beiden Jerseys sowieso füreinander bestimmt.

Jetzt will Burda von mir, dass ich "am Vorder- und Rückenteil über den unteren Ecken der Einsatzansatznaht kleine Einlagestücke aufbügel und "Vlieseline Formband auf die rückwärtige Hausausschnittskante bügele". Abgesehen davon, dass ich wenig Ahnung habe von welchen Stellen die sprechen (wieso macht Burda niedliche kleine Zahlen an den Schnitt, wenn in der Anleitung die Zahlen nicht mehr verwendet werden?), habe ich wenig Lust, das Bügeleisen rauszuholen und Formband habe ich auch nicht. Ist das das gleiche wie Nahtband? Oder habe ich das vielleicht doch aus Zeiten, als ich noch dachte, man müsse nach Burda nähen? Ach herrjee, dieses Shirt gestaltet sich als aufwendiger, als ich das heute abend vor hatte. Und dabei bin ich schon jetzt enttäuscht, dass es nicht so wird, wie ich es mir ausgedacht hatte....

22.18 Uhr
Liebste Dodo, ich werde braver und braver.... und hätte das selbst nicht von mir gedacht, dass ich mein Revoluzzerinnentum beim Nähen hin und wieder brav einpacke und versuche ordentlich zu arbeiten. Das ist nen hartes Training für mich und zahlt sich hoffentlich "im richtigen Leben" aus.

In diesem Sinne habe ich jetzt brav Vlieselinestückchen kunstvoll in Form geschnitten, Nahtband gegoggelt, im Vorrat gefunden und eine Ladung auf das Küchenkrepp gebügelt und eine Zweite auf "die rückwärtige Hausausschnittskante". Mann, wenn ich in der Schule schon Burda aufmerksam gelesen hätte, hätte ich bei diesen Spielen, wo man fiese Wörter mit besonders vielen Buchstaben braucht, immer gewonnen.

Da die Overlock auf schwarz gefädelt ist, was ich suboptimal für weiße Ringel finde und ich heute abend so immens brav war, kann ich jetzt einpacken und morgen weiter machen, finde ich. Ich könnte ja noch eine geringelte Blume zum Anstecken basteln (ob das mit dem wabbeligen Jersey überhaupt geht?) und diese dann an den roten Latz nähen, falls das Shirt überhaupt was wird. Mellenis Kommentar raubt mir ja ein bißchen die Hoffnung. Vor allen Dingen, weil ich faul die größte Größe abgepaust habe (und extrem unordentlich mit den Nahtzugaben war), weil ich es zu mühsam fand, irgendeine gepunktete oder gestrichelte Linie zu suchen. Das kann ja was werden...

Sommerkleid fertig - wo ist der Sommer hin?

Unbenannt

Letzte Woche hatte ich Notstand: zu viele Sonnentage für zu wenige Kleider. Schlimm oder? So was darf eigentlich gar nicht vorkommen. Witzigerweise konnte ich mir bei 28 Grad und mehr nicht vorstellen, einen Rock zu tragen. Ich bin schon komisch mit meinen wechselnden Vorlieben für Röcke und Kleider. Aber das ist schon ziemlich logisch, finde ich. Wenn es heiß ist, mag ich einfach keinen Rockbund. Geht euch das auch so? Nun denn genug filosofiert. Ihr wollt bestimmt etwas, über mein neues Kleid wissen.

Frau Blüm von der Schnittquelle hatte mich nach meiner "Ode an die Jerseykleider" gefragt, ob ich Lust hätte, Schnittquelle-Schnitte in Hinblick auf große Größen zu testen. Klar, hatte ich Lust! Das ist doch mal ne Mission! Ich mache mir schließlich dauernd Gedanken, wie das so mit den großen Größen ist, was geht und was nicht geht, warum und überhaupt, wie gehe ich mit diesen merkwürdigen Phänomenen um, dass die Brüste tiefer hängen und die Taille nur noch schwer zu finden ist... Also, wer sich wirklich für schicke Sachen für Frauen mit unpopulären Format interessiert, wer, wie ich die Mission hat, alle Frauen glücklich zu machen, bekommt von mir natürlich Unterstützung. Nur um das Klarzustellen: Für dieses Blogposting bekomme ich nix, außer den Schnitten, die ich mir zum Probieren rausgesucht habe. Schnittquelle bekommt von mir Feedback - das Posting schreibe ich, weil ich auch ohne den Deal "Schnitt gegen Feedback" über mein schickes neues Kleid berichtet hätte. Hätte ich den Schnitt unmöglich gefunden, hätte ich Schnittquelle dies auch gesagt.



Rhodos_Kleid_1


Schon beim ersten Durchblättern des virtuellen Katalogs, gefiel mir das Kleid Rhodos am besten. Allerdings war die Lust, es zu nähen, bei dem hamburger Sommer, der durch Temperaturen unter 20 Grad gekennzeichnet war, eher begrenzt. Aber meine große Liebe zu dem erwachsenen Blumenstoff vom Markt in Kombination mit dem guten Wetter der letzten Tage, motivierten mich immens, den Schnitt auszuprobieren.

Mein erster Schock: laut Maßtabelle brauche ich die größte Größe. So was will natürlich keiner Frau passieren! Nun gut, immerhin eine passende Größe und keine gedankenaufwendige FBA oder sonstige mühsamen Vergößerungen. Dann der nächste Schock: Oberweite und Hüfte sind kein Problem, aber in der Taille gab es eine Differenz von 16 cm. Ich bin ja durchaus für taillierte Klamotten, aber irgendwie schien die Taillierung der Schnittquelle wenig mit meiner Figur zu tun zu haben, als mit irgendwelchen Barbiepuppenfantasiemaßen. Ich weiß, dass mein "Taillenabfall" (was für ein Wort!) nicht besonders groß ist, aber auf Fotos kann ich meine Taille hin und wieder doch entdecken. Was ist der Trick? Funktionieren bei mir keine taillierten Schnitte, sondern brauche ich eher Schnitte, die eine Taille vortäuschen. Rhodos, setzt mit der Drapierung zur Täuschung an. Ich gab den Mut nicht auf.

Den Ein-Größen-Schnitt auf festem Papier fand ich herrlich! Ich malte auf dem Schnittbogen gemäß meiner Maße herum und schnitt den Schnitt einfach aus. Nix Folie, nix Knisterpapier. Einfach ausschneiden und anschließend zur Lagerung aufrollen. Herrlich! Zuschneiden war ähnlich schick, denn die drei Schnittteile waren ratzfatz, dank der mitgezeichneten Nahtzugabe schnell ausgeschnitten. Dann nähte ich alles mit große Stich zusammen - dies allerdings dreimal, weil ich mich nicht dabei konzentrierte und einmal alles falsch zusammen nähte und dann noch einmal richtig und dachte, dass es falsch wäre.... Aber als es endlich alles mit großem Stich zusammen genäht war, stellte ich fest, dass ich aussah wie eine Litfasssäule, die einen Sack trägt. Juchhu!

Juchhu deshalb, weil ich den Schnitt gar nicht hätte begradigen müssen. Jersey verzeiht. Bei diesem dünnen Viscose-Jersey hätte ich wahrscheinlich den Schnitt 1:1 nehmen können, so viel, wie ich es an der Seite enger nähte - genau dort, wo ich den Schnitt größer gemalt hatte. Bei etwas festerem Jersey, müsste ich nochmal überlegen. Mit der Overlock war das Kleid sehr schnell zusammengenäht, Probleme bereitete mir nur der Wellensaum. Ein paar Tage später und ein paar Grad kühler bekam ich es irgendwie hin. Allerdings nur irgendwie und ich nehme an, dass der an vielen Stelle unperfekte Saum mit der Zeit noch unperfekter wird. Was ich dann damit mache, weiß ich nicht. Viel kürzer darf das Kleid nicht werden.


Unbenannt


Das nächste Kleid nach diesem Schnitt, werde ich länger machen. Nächstes Jahr, denn so richtig viel Hoffnung habe ich für den Sommer 2012 nicht mehr und die anderen Jersey warten auf andere Projekte; ihr wolltet ja unbedingt, dass ich Shirts nähe! Aber Rhodos werde ich auf jeden Fall noch mal nähen. Falls Frau Schnittquelle meine Wünsche nach langen Ärmeln erfüllt sogar schon im Herbst - oder eben als meinen neuen Lieblingssommerkleidschnitt für die Saison 2013.

Fazit:
Guter Schnitt für große Größen. 
Wickeloberteile sind immer vorteilhaft bei runden Frauen, weil der V-Ausschnitt die Vorteile betont. Die Taillierung ist schick und die Drapierung unter der Brust macht nen gutes Gefühl über nem Körperbereich, der nicht immer Wohlgefühle beim Anblick auslöst. Die Flatter-Ärmel sind super. Sehr luftig bei heißem Wetter und trotzdem vorteilhaft bei tatsächlichem oder eingebildetem "Winkfleisch". Die Abnäher im Rückenteil machen auch hinten eine gute Figur. Das einzige, was mich stört ist, dass das Vorderteil doppelt lieg und damit das Kleid wärmer ist, als es bei der Kleidlänge und den Flatterärmelchen sein müsste. Aber das ist wahrscheinlich nicht zu ändern und gehört zum Schnitt dazu. Und das Kleid zu verlängern, weil es mir, mit 172 cm einen Tick zu kurz ist, ist schließlich auch kein Problem.


Unbenannt


Mittwoch, 25. Juli 2012

Wut

Ich bin sowas von wütend! Ich wollte "nur noch" diesen welligen Saum an das Kleid und die Ärmel des Kleides nähen. Noch nie gemacht, aber schon ein paar Mal gelesen, dass es leicht ist. Dazu mußte ich noch die drei linken Fäden umfädeln. Warum der Untergreiferfaden beim 9. mal funktionierte und die 8 Male davor, weiß ich nicht. Aber als mein Mann bei 30 Grad Zimmertemperatur frage, was denn das Problem sei, wurde ich laut. Wenn ich das Problem gekannt hätte, hätte ich es gelöst!

Irgendwann war der Untergreifer eingefädelt, aber der Rollsaum wollte nicht. Nach ungefähr 25 Versuchen mit unterschiedlichen Fadenspannungen an Probestück, nahm ich mir einen Ärmel. Schneiden kann sie, die Overlock, habe einfach überall Saum annähen nicht. Der Ärmel ist jetzt nach 8 Anläufen an der gleichen Stelle, wirklich zu klein und ich bin sauer. Auf dem Balkon ist es immer noch himmlisch, aber ich war ja zu anständig, wegen der Nachbarn und bin in die dunkle heiße Hölle des Wohnzimmers.

Nähen in den Kitaferien ...

... bedeutet, dass, während frau versucht zu nähen, ein Großeinsatz mit Polizei, Feuerwehr und diversen Kränen und Abschleppwägen stattfindet, weil eine Plastik-Kuh auf den Gleisen der Holzeisenbahn steht und nicht weggehen will. Natürlich war es meine Aufgabe, den Einsatz nicht nur von der Nähmaschine aus mit Kommentaren und Geräuschen zu begleiten, sondern ich mußte immer wieder auf den Boden, weil die Kuh einfach sehr schwer mit den Kränen zu bewegen war....

... das bedeutet dann leider auch, dass man einen Schnitt, der als "leicht" zu bewerten ist, mehrmals falsch aneinander näht und erst beim 3. Mal auf die Idee kommt, dies mal mit großem Stich zu tun.

Während ich also trennte und dabei hübsche Löcher im Jersey fabrizierte, änderte sich das Spiel und ein Güterzug, war mit den Geschenken für das Geburtstagskind - ich - unterwegs. Ich durfte fast alle Spielsachen meiner Spiel-Mutter auspacken und entzückt kommentieren. Zur Feier des Anlasses gab es dann vom Kind verschmähte Gemüsewaffeln und die plötzliche Unlust meinerseits an dem Kleid weiter zu arbeiten, obwohl ich es doch gerne morgen zum Ausflug an den Strand anziehen würde. Kitaferien haben durchaus auch Vorteile. Bitte Wetter, bleib uns hold!

Dienstag, 24. Juli 2012

Erste Beute erlegt

So, das erste Jerseykleid aus meiner Berlin-Beute ist zugeschnitten. Natürlich der Jersey mit den erwachsenen Blumen (pink, rot,blau,lila auf schwarz) aus dem ich zwei Kleider machen möchte: eines mit kurzen Ärmeln und eines mit langen Ärmeln. Aufgrund der Temperaturen habe ich natürlich mit den Flatterärmchen des Kleides Rhodos von der Schnittquelle begonnen.

Ich bin ein wenig aufgeregt, meinen schönsten Beutestoff anzuschneiden, denn das einzige Bild eines fertig genähten Rhodos-Kleides am Mensch im Netz ist ausgerechnet Frau Pepita, die zwar entzückende Kleider näht, aber ungefähr dreimal in mich reinpasst. Ich vermute, ihre Weitenprobleme werde ich nicht haben. Ich bin also gespannt. Aber vermutlich nicht gespannt genug, um heute Abend noch die Nähmaschinen auszupacken. Mit dem Macbook auf dem Schoß ist es gerade so wunderbar auf dem Balkon.

Nähfragezeichen-Reload



Frau Nahtzugabe ist ja ne ganz Genaue und hat gemerkt, dass das Nähfragezeichen vom 3. Juli nur eine Woche Chance zur Beantwortung bekam. Ich mag es gerne unkonventionell, aber das war keine Absicht. Da Frau Nahtzugabe zu gerne dazu noch was schreiben wollte - und manche andere vielleicht auch - gibt es also diese Woche die zweite Chance, etwas zum Thema Shirts nähen zu schreiben. Ich bin gespannt!


Shirts nähen?
Warum näht ihr Shirts - wo es doch T-Shirts in großen Mengen und oft auch günstig zu kaufen gibt. Bei Jersey zählnen ja auch nicht wirklich Passformprobleme. Was ist der Unterschied zwischen Euren Shirts und Kaufshirts?

Ich bin ja, dank Eurer  Kommentare, durchaus motiviert, mich mal an der Shirt-Näherei zu versuchen, aber einen wirklich inspirierenden Schnitt habe ich noch nicht gefunden. Jemand nen Tipp?

Antworten könnt ihr noch eine ganze Woche lang hier in den Kommentaren oder bei Euch im Blog. Über eine Verlinkung bei Mr. Linky oder einen Hinweis hier würde ich mich freuen.



Und die bisherigen Kommentare zum Thema könnt ihr beim Nähfragezeichen vom 3. Juli nachlesen.

Montag, 23. Juli 2012

Beute

Untitled

So, da bin ich wieder. Zurück aus Berlin. Hach, es war schön! Nachhause gekommen bin ich ohne Stimme, mit Husten und 22,5 m Stoff - vermute ich zumindest. Irgendwie habe ich irgendwann den Überblick verloren. Ich konnte einfach für 3 €/m oder 4€/m nicht widerstehen. Da ich mit fast leerem Koffer hinreiste, war das durchaus so gewünscht. Wenn ich den geblümten Stoff anschaue, muß ich immer lächeln.

Unten liegen die Jerseys. Der unterstes gewinnt möglicherweise keinen Schönheitspreis, ist aber ne gute Wahl für ein Probekleid. Ich habe auch brav ein paar Streifen gekauft, um meinem bisher unrühmlichen Beitrag zum Streifenmonat etwas mehr Futter zu geben. Die blauen Pünktchen und das kleine Stück gelb sollen ein Sommerblüschen werden und der Stoff oben drauf ist ein ganz ein feines Stöffchen, den ich einfach mitnehmen mußte, ohne, dass ich jetzt schon weiß, was daraus werden könnte. Das ist eigentlich nicht meine Art, aber bei diesem wunderbaren Stoff konnte ich einfach nicht anders.

Diese Woche wird es hier wohl auch noch ruhiger zugehen, denn es sind Kitaferien...

edit:
Damit ich es nicht vergesse. Hier noch ein wunderbarer Link, den ich über die Vorspeisenplatte gefunden habe: What Celebrities Would Look Like If They Were Average Americans

Montag, 16. Juli 2012

Streifen-Monat-Juli: das 2. Treffen




Na, seid ihr jetzt auch vom Streifen-Virus befallen? Längs oder quer? Oder diagnoal oder als Muster zusammengesetzt? Habt ihr Stoffe gekauft oder schon was fertig gestellt? Wie schauts aus, mit Euch und den Streifen

Die Regeln für den Streifen-Monat und der Ablauf sind wie gehabt. Wir werden uns 3x Montags im Juli (2.7., 16.7. und 30.7) hier treffen und zum großen FinaleFinale am 20. August.

  • Gedanken und Überlegungen zu Streifen an sich, zum eigenem Stil und dem eigenen Verhältnis zu Streifen, zu der gefühlten Passung zwischen Person und Muster. Was haben Streifen mit unserem "Kopfkleiderschrank" zu tun. Gibt es einen Grund, wieso manche Streifen kaufen - aber nicht nähen oder tragen?
  • "alte" Streifen-Näh-Werke - Kleidungsstücke für Erwachsene - ob geliebt oder ungeliebt und wenn ja, warum
  • Streifenstoffe, die euch noch nicht verraten haben, was sie werden wollen. Vielleicht können wir behilflich sein!
  • und natürlich möchte ich alle euren, neuen, vom Streifen-Monat-Juli inspirierten Kleider, Röcke, Hosen, Jacken, Mäntel etc. sehen.
Das nächste Treffen findet am 30. Juli statt.
Über eine Rückverlinkung würde ich mich freuen. Das Bild dürft ihr gerne mitnehmen, das hat Herr Crafteln für mich gemacht.

Sonntag, 15. Juli 2012

Sättigungseffekt?

Untitled

Irgendwie bin ich derzeit wirklich sehr näh-faul. Heute abend hätte ich nähen können, der Gatte hätte das Wohnzimmer für mich geräumt. Aber mir war so nach "och nöö". Der Streifenrock ist fast fertig. Es fehlt nur das Schrägband am Saum und die vorderen Abnäher könnte ich noch mal ordentlicher machen. Aber da ich noch ne aufgesetzte Tasche machen will und mich nicht entscheiden kann, wie sie aussehen soll und überhaupt, ob ich grünes Schrägband nehme...alles viel zu anstrengend zu entscheiden. Und wenn ich grünes Schrägband nehme, bräuchte ich unbedingt so nen grünes Shirt. Aber jetzt auch noch mit T-Shirts nähen beginnen? Och nöööö. Obwohl ich eure Näh-Fragezeichen-Antworten schon überzeugend motivierend fand. Es fällt halt nur gerade in meine Och-nööö-Stimmung.

Aber immerhin haben wir es geschafft, mal den gelben Rock zu fotografieren. Ich bin etwas entsetzt, wie faltig er aussieht, obwohl ich ihn noch nie anhatte. Das wird ja ein Vergnügen! Wie findet ihr meine "String-Tangas-für-die-Füße"? Euch zu liebe habe ich auch nen Schal angezogen. Ich übe mich nicht nur in T-Shirt-reinstecken und Gürtel, sondern auch in Accessoires.

Vielleicht kommt meine Näh-Faulheit daher, dass ich einen gewissen Sättigungsgrad erreicht habe. Immerhin habe ich zwei fast fertige Sachen hier liegen (den Streifenrock, das Praktikumskleid und das Pünktchen-Knotenkleid) aber auch zwei fertige Kleidungsstücke (den gelben Rock und das Jerseykleid) die ich bisher noch gar nicht anhatte. Heute abend also kein Live-Blogging und dafür ein gemütlicher Abend mit dem Gatten, den ich ja ab morgen ein paar Tage alleine lasse. Und ihr so?

Freitag, 13. Juli 2012

Bloggen als Therapie

Na, wer sachts denn. Kaum blogge ich was von ner Verschnaufspause, ist sie auch schon wieder vorbei, denn wenige Stunden später habe ich

  • einen kleinen Rockschnitt konstruiert
  • den Streifenrock zugeschnitten
  • 3 Schnittmuster studiert, verändert und ausgeschnitten
Nicht schlecht! Berlin, ich komme!

Verschnaufspause

Hier ist es nähtechnisch nen bißchen ruhig derzeit. Irgendwie war mir in den letzten Tagen nicht genug nach Nähen, um gegen Müdigkeit, Magenschmerzen und für ein freies Wohnzimmer zu kämpfen. Stricken ist gerade auch nicht angesagt, was aber eher daran liegt, dass ich entgegen meiner Hoffnung "das Frühlingsjäckchen einfach nochmal stricken" denken muß, weil die Maschenprobe anders ist.

Übers Nähen habe ich schon nachgedacht. Ich habe wie wild Schnitte angeschaut und abgewogen, was mir stehen könnte, habe einen Schnitt abgepaust, ich habe neues Papier gekauft, ich weiß, welchen Schnitt ich noch abpausen will, ich habe einen merkwürdigen Streifenstoff ersteigert auf dessen Lieferung ich gespannt bin, ich habe endlich den rotweißen Köper gefunden, aus dem ich einen Rock zaubern wollte. Ob ich das Streifenröckchen bis Montag schaffe? Ohne, dass der Schnitt dafür fertig ist? Ich habe da so meine Zweifel.

Aber vor allen Dingen habe ich mich darüber gefreut, dass ich nächste Woche ein paar Tage in Berlin sein kann - um Dinge auszuhecken und um mit zwei ganz reizenden Bloggerinnen, dieser bezaubernden Dame und dieser ebenso bezaubernden Dame, den Maybachufermarkt leerzukaufen.

Aber, der gelbe Rock ist fertig. Und wenn der Gatte morgen gnädig ist und die Sonne scheint, dann wird er auch fotografiert.

Dienstag, 10. Juli 2012

Das neue Nähfragezeichen

Die aktuelle Frage kommt von Frau Hohmann. Herzlichen Dank dafür!


Markenqualität fürs Zubehör?
Achtet ihr auf Marken beim Kauf von Nähnadeln, Garn, Reissverschlüssen etc? Welche Erfahrungen habt ihr mit "Billigware" gemacht?Könnt ihr bestimmte Produkte empfehlen?Habt ihr auch noch Fragen für das Nähfragenzeichen? Immer her damit!

 Antworten könnt ihr - ZWEI Wochen lang - in den Kommentaren oder bei Euch im Blog - dann bitte das Bild mitnehmen, auf die Aktion verweisen und bei Mr. Linky bescheid sagen, wo wir Euch und Eure Antworten finden:

   

Mehr Informationen zum Näh-Fragezeichen, z.B. die Teilnahmebedingungen sowie die Links zu allen vorhergegangenen Näh-Fragezeichen findet ihr auf der Extra-Seite "Näh-Fragezeichen" hier im Blog.

Montag, 9. Juli 2012

Seitan-Experiment beendet

Leider muß ich meine Versuchsreihe beenden. Schade, es hat Spaß gemacht und ich bin sicher, Seitan Nr. 3 wäre ziemlich lecker geworden.

Gestern abend bekam ich starke Magenkrämpfe. Zunächst vermutete ich ein Magen-Darm-Virus, das mich heimsuchen wollte. Heute morgen war alles weg. Zum Mittagessen briet ich ein "wiener" Seitanschnitzel, das ziemlich lecker war, mir aber heute nachmittag auch wieder gemeine Magenkrämpfe verursachte. Ich würde sagen, die reinen Gluten vertrage ich nicht. Der Wissenschaft zuliebe, habe ich es heute noch mal probiert, aber jetzt reicht es erstmal.

Dann werde ich wohl bei Gelegenheit mal wieder nähen. Ist doch irgendwie schöner.

Sonntag, 8. Juli 2012

Seitan - zweite Runde

Nachdem der erste selbstgemachte Seitan gestern eher wie Kaugummi mit Steak-Knoblauch-Geschmack schmeckte, mußte ich es unbedingt noch mal probieren. So schnell gebe ich nicht auf.

Den zweiten Seitan machte ich nicht nach der verlinkten Anleitung, sondern nach dem Video.  Und siehe da, es klappte besser. Beim ersten Versuch hatte ich definitiv zu viel Wasser zum Ansetzen des Teiges genommen 550 ml auf 1 kg Weizenmehl war viel besser als 750 ml, was statt eines Teiges eine dicke, klumpige Brühe ergab. Ich wusch auch weniger, weil ich wieder Kaugummi befürchtete. Statt den Seitan vor dem Weiterverarbeiten/einfrieren zu formen, machte ich einen dicken Klops und kochte diesen in Brühe. Von dem Klops schnitt ich Scheiben ab und briet sie in der Pfanne.

Fazit: schmeckte ganz gut.
Was könnte ich noch besser machen:
Die in der Pfanne gebratenen Scheiben sollten definitiv dicker geschnitten sein, damit es nicht nur "kross" schmeckt und können im Vorfeld durchaus noch Marinade oder Würze vertragen.

Morgen gibt es "wiener Seitan-Schnitzel".

Der Sohn hat mitbekommen, dass ich das machte und darüber sprach. Er fragte mich, was der Unterschied zu Fleisch sei und ich erklärte ihm, dass für Fleisch Tiere sterben müssen. Das hat ihn sehr nachdenklich gemacht. Jetzt bin ich etwas befangen - irgendwie möchte ich nicht, dass er jetzt schon zum Vegetarier wird. Klingt komisch oder? Ich will ja auch nicht plötzlich vegetarisch oder vegan werden, weil ich Fleisch grundsätzlich ablehne. Ich will nur möglichst wenig Fleisch essen und möchte dem Kind gerne die Wahl lassen, ohne ihn zu einem Immerzu-Fleisch-Fresser werden zu lassen.

Freitag, 6. Juli 2012

heute mal herzhaft crafteln

Untitled

Zum Nähen bin ich derzeit zu kaputt. Diese Dschungel-Luft macht mich fertig. Es wechseln sich Migräne und Kopfschmerzen ab. Aber heute hatte ich mal wieder eine Idee, die auf der Stelle umgesetzt werden musste. Kennt ihr das? Craftel-Projekte dulden oft keinen Aufschub. Sobald sich eine Idee im Kopf festgesetzt hat, muß ich zur Umsetzung starten. Mache ich das nicht, dann kann es gut sein, dass ich es niemals mache. Heute habe ich Seitan selbst gemacht.

Seit Schwangerschaft und Kind werde ich essenstechnisch immer mehr zum Öko. Während ich früher zwar schon auf dem Mark kaufte und argumentierte, dass "bio" zu teuer wäre, gebe ich mittlerweile einen großen Teil meines Geldes für gutes Essen aus. Obwohl ich noch nie viel Fleisch gegessen hatte, hadere ich aber seit letzte Ostern, als ich das Buch von Karen Duve las ("Anständig essen") noch mehr mit dem Fleischkonsum. Der Mann isst sowieso nur zweibeinige Tiere, ich aß wenig Fleisch - irgendwie wurde es insgesamt immer weniger, aber der Sohn liebt es und fordert es ein. Vorletzte Weihnachten machten wir für ein größeres Familienfest einen Bio-Truthahn. Dieser war, in Hinblick auf die vielen EsserInnen, ziemlich klein, was ich mit vielen Beilagen auszugleichen versuchte. Letztens machte ich mal wieder Bio-Fleisch und als ich den Teller für alle auf den Tisch stellte, schauten Mann und Sohn verwundert ob der kleinen Menge, während ich erläuterte, dass das Fleisch 12 Euro gekostet hatte. Ich beschloß noch weniger Fleisch als ohnehin zu kaufen und zu essen.

Eine zeitlang waren wir häufiger vegan essen. Das war unheimlich lecker und ziemlich anders. Richtig aufregend. Doch seit dem mein Mann nicht mehr dort um die Ecke arbeitet, führte uns kein Weg mehr dorthin. Als ich vor ein paar Tagen Seitan und Konsorten im Bioladen und Reformhaus schaute, bin ich fast umgefallen, ob der Preise. Da kann man ja Biofleisch für das Geld essen - falls man sich nicht gruselt, dass dafür Tiere gestorben sind! Ich rede mir das Fleisch essen ja immer etwas schön, von wegen "ich esse es so selten und wenn dann mit Genuß". Aber, obwohl ich schon mal einen Fisch getötet habe, mag ich doch am liebsten Fleisch, dem man nicht ansieht, dass es vom Tier kommt. Dem Truthahn in den Hintern greifen, mußte dann auch mein Mann...

Das Internet ist für alle Themen gut und so surfte ich heute auf der Suche nach günstigen Bezugsquellen für Seitan durch Zufall auf ein Rezept, Seitan selbst zu machen. Ha, das klingt einfach, dachte ich. Ehrlich gesagt unterschätzte ich die Sauerei, die ich in der Küche anstellte, weiß aber jetzt auch, warum. Ich hatte zu viel Wasser im Verhältnis zum Mehl genommen. Ja, richtig gelesen, Seitan wird aus Mehl gemacht, denn Seitan ist das Gluten (Eiweiß) aus Weizen, das entsteht, wenn man die Stärke auswäscht. Damit "es" auch nach etwas schmeckt, habe ich eine starke Brühe aus Zwiebeln, viel Knoblauch, italienischen Gewürzen, Sojasoße und Tomatenmark gekocht und den rohen Seitan darin gegart. Ich bin verdammt gespannt, wie er wohl schmecken wird.







edit 10 Minuten später
Ich musste es natürlich probieren und habe mir "nen Steak" gebraten. Ich kann ja schlecht hier nen Rezept bloggen und nichts übers Ergebnis schreiben.

Es ist nicht schlecht. Sehr würzig. Allerdings null Fleischgefühl beim Kauen. Eher gewürzter Kaugummi. Aber nach dem interessanten Video (siehe oben) über das Selbermachen von Seitan, glaube ich zu wissen,  worans liegt: zuviel gewaschen. Und überhaupt kann man auch Gluten-Pulver kaufen, dann gehts viel schneller. Zählt das noch als gecraftelt? Ich finde schon und bleibe dran an dem Thema.

Dienstag, 3. Juli 2012

Ode an Jerseykleider

Auf der Suche nach Stil, auf der Suche nach den perfekten Schnittmustern, Farben, Mustern und Stoffen hatte ich schon einige Hochs und Tiefs. Interessanterweise habe ich aber auch Hochs, die einander abwechseln. Schön! Immer noch besser, als ein Tief nach dem anderen und schlechtes Karma. Deswegen heute, nach der Lobpreisung der Kleider und Röcke nun eine Ode an Jerseykleider.




Jerseykleider sind doch auch Kleider, höre ich euch sagen. Da kann ich nur bedächtig mit dem Kopf wackeln und "ja und nein" antworten. Ja, Jerseykleider sind Kleider und die Vorteile von Kleidern treffen klar und deutlich auf sie zu:

"Aber warum ausgerechnet Kleider? Weil ich eine Mischung aus Weiblichkeit und "es muß praktisch sein" bin. Ein Kleid zieht frau einfach drüber und ist angezogen. Gut angezogen. Da passt oben auf jeden Fall zu unten. Ok, frau muß sich Gedanken über Schuhe, Strümpfe, Unterwäsche, Mäntel, Handtaschen und Strickjäckchen machen. Aber selbst wenn dieses Drumherum nicht perfekt ist. Frau sieht gut aus - denn sie trägt ein Kleid. Im Kleid bewegt frau sich anders. Frau ist ganz Frau und sieht einfach bezaubernd aus. Drüberziehen, fertig, gut. So einfach ist das. "
         (Zitat aus der Ode an Kleider von mir hier)




Aber es gibt auch noch ein "Nein", es gibt signifikante Unterschiede zwischen einem Jerseykleid und einem Kleid aus Webware. Den Unterschied kann man nicht nur sehen sondern auch fühlen. Das ist ja das schöne, frau fühlt den Unterschied. Es fühlt sich gut an, Jersey auf der Haut zu haben und sich zwanglos bewegen zu können, weil nichts einengt. Ein Jerseykleid ist also das egoistische Kleid par Excellence. Und was könnte ich besser finden, in meinem Feldzug für glückliche Frauen, als Frauen, die auch mal ganz egoistisch an sich denken.




Aber Jerseykleider sind ehrlich. Sie zeigen, was ist. Diese Ehrlichkeit kann Angst machen. Mit einem Jerseykleid gelingt es nur wenig zu kaschieren, von gefühlten oder scheinbar objektiven Schwachstellen des weiblichen Körpers abzulenken. Da wird nichts überspielt. Wenn wir nicht gerade von wallenden Gewändern sprechen, die vom Hals oder von unter der Brust abwärts fließen und die Frau in eine wandelnde Litfaßsäule verwandeln, dann zeichnet der weichfallende Jersey die Figur der Frau nach und umschmeichelt sie sanft. Na und? Ich finde, das sieht mit dem passenden Schnitt und wenn es unbedingt sein muß (und an manchen Tagen muß es sein) mit der passenden Unterwäsche ganz hinreißend aus. Knackig. Zum Anbeißen.




"Frau sein zu lernen heißt zu lernen, sich scheiße zu finden" heißt der heutige Beitrag von Frau Vorspeisenplatte und passt ganz wunderbar zu meinen Gedanken. Wenn du dich hässlich findest, hast du natürlich Angst vor der Ehrlichkeit der Jerseykleider. Ist das nicht furchtbar? Mir geht es nicht vorrangig um Dicke, denn ich kenne keine Frau ohne Figurprobleme.

Die mehr oder weniger starke Ablehnung des eigenen Körpers ist selbstverständlicher Teil unseres Lebens als Frau - egal, wie wir aussehen, wir finden schon eine Schwachstelle. Die Frauenzeitschriftsmaffia mit ihren Kolleginnen Diätindustrie, Konfektionsgrößen, die Kaschierungsexperten und die uns allgegenwärtig umgebenden gefotoshopten Bilder arbeiten tagtäglich wenig subtil daran uns in dem Glauben zu bestärken, dass wir nicht gut genug sind.




Nicht gut genug für was? Wir leben nur einmal! Was haben wir davon, wenn wir davon träumen, eines Tages - wenn dir gut/dünn/schön/ausgebildet/geliebt/etc genug sind, das Leben leben und die Kleider tragen, die wir uns wünschen? Warum fangen wir nicht hier und heute damit an?




Und deswegen liebe ich Jerseykleider. Jerseykleider ermöglichen mir das Leben zu leben, dass ich leben will. Ich sehe toll aus in Jerseykleidern (egal ob im Geschäftstermin, beim runden Geburtstag oder am Rand der Sandkiste), ich kann genußvoll essen, ich kann mich hinsetzen, ohne dass irgendetwas kneift. Ich habe den ganzen Tag das Gefühl, in meiner Komfortzone zu sein und sehe trotzdem besser aus, als in der Rumlümmelhose.




Jerseykleider unterstützen eine neue Form von Weiblichkeit. Jerseykleidern helfen Frauen Frau zu sein, ohne sich scheiße zu finden. Das ist nicht leicht, wenn frau jahrelange Gehirnwäsche hinter sich hat. Und es funktioniert auch nicht an jedem Tag. Wie oben erwähnt, hilft Unterschwäsche (ich nenne sie Quetschbodys), die ein bißchen die Röllchen verteilt, sich sicherer zu fühlen - und ganz nebenbei bekommt man damit einen aufrechteren Gang - wenn auch der Superbequemeffekt eines Jerseykleides darunter etwas leidet. Aber das neue-Frau-sein kommt nicht in einem Tag. Nicht jeden Tag gelingt es uns, selbstbewußt durch die Welt zu gehen und der Welt zu zeigen, dass wir uns wenigstens darin üben, uns zu mögen, wie wir sind. Ein wunderschönes Kleid kann uns dabei helfen, die Frau aus unseren Träumen zu werden.




Jerseykleid ist nicht Jerseykleid und ich bin auch immer noch auf der Suche nach dem perfekten Schnitt, dem fantastischen Stoff und dem darunter. Aber im Gegensatz zu vielen anderen Kleidern, die ich genäht habe und schön finde, ziehe ich die Jerseykleider an. Immer wieder: anziehen, waschen, nicht bügeln, anziehen und wohlfühlen. Na, wie wär es. Auch mal (wieder) Lust auf ein Jerseykleid?




Fotos:
in alle Jerseykleidern dieses Beitrages stecke ich. Die oberen 6 Kleider sind von mir genäht, die unteren 3 gekauft.

Endlich neu: das Nähfragezeichen für die nächsten 2 Wochen


Ich weiß, viele tun es und das auch noch immer wieder. Es gibt eine Menge Tutorials, wie man die Bündchen etc. ordentlich hinbekommt (und meine sehen trotzdem schlimm aus). Ich fand es bis vor ein paar Tagen eine absurde Idee, für mich T-Shirts selbst zu nähen. Aber meine LeserInnen waren der Meinung, dass ich das mal tun sollte.

Überzeugt mich und verratet mir ein paar Tipps dazu.

Shirts nähen?
Warum näht ihr Shirts - wo es doch T-Shirts in großen Mengen und oft auch günstig zu kaufen gibt. Bei Jersey zählen ja auch nicht wirklich Passformprobleme. Was ist der Unterschied zwischen Euren Shirts und Kaufshirts? 


Nur so am Rande: Eine hervorragende Serie zum Shirt nähen gibt es übrigens bei Sandra's Samos. Aber ich habe trotzdem noch kein tolles Shirt genäht, sondern nur ein paar fürchterliche Übungsdinge, die weder der Junge noch ich mag.

Antworten könnt ihr - ZWEI Wochen lang - in den Kommentaren oder bei Euch im Blog - dann bitte das Bild mitnehmen, auf die Aktion verweisen und bei Mr. Linky bescheid sagen, wo wir Euch und Eure Antworten finden:

 

 Mehr Informationen zum Näh-Fragezeichen, z.B. die Teilnahmebedingungen sowie die Links zu allen vorhergegangenen Näh-Fragezeichen findet ihr auf der Extra-Seite "Näh-Fragezeichen" hier im Blog

Montag, 2. Juli 2012

Streifen = Herausforderung


Streifen und ich. Das war bisher noch keine wirkliche Erfolgsgeschichte. Ich starte meinen ersten Beitrag zum Streifen-Monat-Juli gleich mit einem der schrägsten Fotos, die ich bisher auf meinem Blog gezeigt habe: die Rumlümmelhose. Genäht im April 2011. Das kommt mir vor, als wäre es ewig her. Der Streifenstoff war ursprünglich für ein luftiges Sommerkleid vorgesehen, aber ich traute mich nicht, aus Angst, es könnte wie ein Nachthemd aussehen. Es war eine Verzweiflungstat, es war ein schneller Erfolg und erstaunlicherweise trage ich sie sogar gerne. Natürlich nur zu Hause.

Nur noch ein zweites Streifending habe ich für mich genäht. Das war schon eine immense Steigerung zum ersten Versuch.



Bei diesem Rock versuchte ich den strengen Anzugstreifen, etwas Gegensätzliches gegenüber zu stellen. Ich versuchte durch Schnitt und Blümchen die Strenge zu nehmen. Den Rock trug ich im Winter sehr gerne. Ich mag besonders auch die Kombination von Streifen und Blümchen.


Für meine Mutter habe ich noch ein nettes Streifenröckchen genäht, das in echt viel hübscher aussieht als auf diesem Foto. Ich habe noch Woll-Stoff genug, um auch mir einen Rock zu nähen und freue mich schon darauf, dies im Herbst zu tun, denn als der Geschenk-Rock fertig war, war ich schon ein bißchen neidisch. Auch bei diesem Rock versuchte ich die Streifen zu nutzen. Ich setzte die Taschen quergestreift auf und mag diesen Effekt sehr gerne.



Achjaaaa und dieses neue schöne Stück hatte ich doch glatt noch vergessen. Danke fürs Erinnern, Frau nic. Liegt vielleicht daran, dass die Naht am Reißverschluß aufgegangen ist und der Rock auf dem Flickstapel liegt..... Aber der ist schon auch toll.




Mein Posttitel lautet "Streifen = Herausforderung". So fühlt sich das auch an, denn eigentlich habe ich es nicht so mit Streifen. Ich finde sie aber spannend. Deswegen habe ich mir drei Projekte ausgedacht, um mit Streifen zu experimentieren. Leider war ich bisher bei meiner Stoffsuche noch nicht so erfolgreich. Woran mag das liegen - Streifen gibt es doch eigentlich überall? Möglicherweise lag es an mir.

Wenn ich in den nächsten Wochen mit Streifen arbeite, möchte ich das Muster nutzen, um damit zu spielen. Mit den gängigen Konventionen, von wegen "Längsstreifen machen schlank" oder so habe ich es nicht so. Bei mir gibt es ohnehin nix zu kaschieren. An dieser Stelle sehe ich keine Herausforderung.

Mich interessiert, wie Streifen wirken, wenn ich sie in unterschiedlichem Fadenlauf zusammen setze. Ich könnte mir vorstellen, mit einem Stoff zu arbeiten, der gewebte Streifen hat und Vorder- und Rückseite zu verwenden. Leider habe ich keinen schönen gewebten Streifen-Stoff gefunden.

Meine Vorhaben für den Streifenmonat

  1. Einen Rock, bei dem ich mit schrägem Fadenlauf experimentiere.
  2. Ein Shirt (jawohl!), bei dem die Streifen eine Aufgabe bekommen. 
  3. Und ein ganz konventionelles Ringelshirt, dass ich irgendwie interessant machen möchte. 
Der Stoff für Projekt 1 ist bestellt. Leider, leider muß ich wohl noch mal irgendwo hin zum Stoffkaufen. Ich mache es ja nicht freiwillig, es ist ja für den guten Zweck, den Streifen-Monat!

Jetzt bin ich auf Eure Streifenprojekte gespannt. Da wird es bestimmt auch noch ganz viel Inspiration geben. 

Streifen-Monat-Juli: Die Eröffnungs-Gala


Herzlich willkommen zum neuen Motto-Monat!


Im Juli (und August) werden wir uns die Streifen vornehmen: längs, quer, schräg, zweifarbig, mehrfarbig, kombiniert mit Streifen oder uni oder Blümchen (?). Ringel zählen auch. Was immer ihr wollt. Aus welchem Stoff ihr wollt. Ich bin gespannt.


Heute und im Laufe der Woche könnt ihr schon mal Erfolge- und Mißerfolge eurer bisherigen Streifen-Geschichte präsentieren und euch Gedanken machen, wie es um Euch und die Streifen im Allgemeinen und Speziellen so steht. Vielleicht habt ihr Ziele für den Motto-Monat? Vielleicht Fragen oder Probleme. Immer her damit!


Ein kleiner Kommentar von Julia, zum warm-werden-mit-Streifen:

"damit gehe ich auf deine Frage zu den problematischen Streifenstoffen über. Bei Blusen näht man längsgestreift, das passt und sieht meist gut aus, wenn die Streifen schmal sind. Bei T-Shirts nimmt man Querstreifen, längstreifen gedehnt sieht nun mal komisch aus. Jerseykleider würde ich daher auch nur quergestreift nähen, andererseits entsteht dann schnell mal ein Sträflingslook. Bei webstoffen mit Längsstreifen und gewisse farbkombi (grau, grünlich, bläulich, weiss mit farbe) ist man schnell Richtung (vor)Kriegskrankenschwester unterwegs. Kann interessant sein, muss aber nicht. Andererseits zeigen manchmal auch die Blümchen Kitteltendenzen. Gibt es also unproblematische Stoffe?."


Die Regeln und der Ablauf sind wie gehabt. Wir werden uns 3x Montags im Juli (2.7., 16.7. und 30.7) hier treffen und am 20. August.

Gesammelt werden:

  • Gedanken und Überlegungen zu Streifen an sich, zum eigenem Stil und dem eigenen Verhältnis zu Streifen, zu der gefühlten Passung zwischen Person und Muster. Was haben Streifen mit unserem "Kopfkleiderschrank" zu tun. Gibt es einen Grund, wieso manche Streifen kaufen - aber nicht nähen oder tragen?
  • "alte" Streifen-Näh-Werke - Kleidungsstücke für Erwachsene - ob geliebt oder ungeliebt und wenn ja, warum
  • Streifenstoffe, die euch noch nicht verraten haben, was sie werden wollen. Vielleicht können wir behilflich sein!
  • und natürlich möchte ich alle euren, neuen, vom Streifen-Monat-Juli inspirierten Kleider, Röcke, Hosen, Jacken, Mäntel etc. sehen.

Die Linksammlung ist eine ganze Woche geöffnet. Das nächste Treffen findet am 16. Juli statt.

Über eine Rückverlinkung würde ich mich freuen. Das Bild dürft ihr gerne mitnehmen, das hat Herr Crafteln für mich gemacht.

Und jetzt gehts los! *Tusch*

Sonntag, 1. Juli 2012

Live vom? Weiß noch nicht!

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20.02 Uhr
Gestern habe ich den ganzen Tag immer mal wiedergenäht. Tagsüber das gewünscht Fußballoutfit für den Kleinen. Wie man an der Nummer erkennen kann, ist er großer Herr Lahm-Fan. Warum auch immer. Ich bin froh, dass er noch nicht in der Schule ist, denn sonst würde er wahrscheinlich immer ausgezählt werden, wenn das auf einem - auch noch selbstgemachten - Trikot steht. Ich finde es gut, dass er das Kickerwebband seitlich auf der Hose (recycled aus einer alten Sporthose einer Freundin) und am unteren Rand des T-Shirts akzeptiert hat. Das ist noch ein bißchen kindlich, denn ich befürchte, dass er nun die nächsten 10 Jahre in so etwas rumläuft bis dann der Wunsch nach Körperverstümmerlung kommt. Mal schaun, was den jungen Leuten nach Tattoo und Piercing einfällt. Ich warte seit langem auf Holzbein und Glasauge.

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Abends war es dann warm genug, noch auf dem Balkon zu nähen, aber ich hatte schon ein schlechtes Gewissen, nach 21 Uhr mit dem Overlock-Traktor zu rattern. Das ging ja glücklicherweise schnell und das Herumdoktoren mit der Zwillingsnadel ist etwas leiser. Ich mag mein neues Kleid, wenn auch die Säume mit der Zwillingsnadel nicht perfekt sind und es doch angezogener wurde, als geplant. Ich dachte ja, aus dem flutschigen Viskosestoff wird es ein hochsommerliches kurzes Kleidchen mit kurzen Ärmeln. Aber so, als 20 Grad Kleid, finde ich es noch viel besser, denn es ist recht hochgeschlossen und in Hamburg haben wir ja öfter 20 Grad als hochsommerliche Temperaturen. Den Schnitt - aus der neuen Knip (7/2012) werde ich auf jeden Fall für den Herbst noch mal nähen.

Ich bin nicht sicher, ob ich heute Lust habe, schon wieder zu nähen. Es würde sich zwar anbieten, weil der Esstisch aufgeräumt und das Wohnzimmer frei ist, aber es gibt keinen Tatort und irgendwie habe ich nicht so richtig Lust. Dabei liegt hier noch ein zugeschnittenes Knotenkleid hier, auf das ich mich auch sehr freue. Und dann wollte ich ja noch ein Hemdblusenkleid zuschneiden. Mmmmh. Nächste Woche darf ich auch mal nähen, dann folgen noch zwei Röcke - ich will ja meiner neuen Vorliebe treu bleiben.

Mal schaun, was der Abend so bringt. Und ihr so?

20.57 Uhr
Den Film auf ARTE habe ich ausgemacht. Zu französisch und ungeeignet, um nebenher andere Sachen zu machen. Den Tatort auf dem Ersten kenne ich schon. Hach, ich bin so unmotiviert, irgendwas zu tun.

Zum Kleid hätte ich eigentlich die technische Zeichnung fotografieren sollen, damit man genauer sieht, was der Trick ist. Der asymmetrische Ausschnitte kommt zustande, weil das Vorderteil eine seitliche Naht hat und das große seitliche Vorderteil ein Stück gekräuselt wird. Das sieht man aber leider auf dem Foto mit dem irren Stoff nicht. Egal, ich habe jetzt keine Lust mehr die Zeichnung zu fotografieren. Das müsst ihr euch eben denken.

Auf dem Foto sieht das Muster auch irrer aus, als ich es mir in echt einbilde. Es sind viele weiße und wenige türkise Kringel auf sehr dunklem dunkelblau. Die Zwillingsnadelnaht habe ich auch eine in weiß und eine in türkis gemacht. Ich glaube, solche grafische Muster, die möglicherweise weise auch als Retro-Muster durchgehen, mag ich neben uni am liebsten. Vielleicht die wertvollste Erkenntnis aus dem Blümchenmonat und überhaupt den letzten Monaten.

Es ist ungewöhnlich ruhig hier in den Kommentaren. Wo steckt ihr alle?

21.31 Uhr
Keine Lust zu nähen zu haben, ist teuer. Da habe ich eben noch mal die Fotos unserer kleinen Fotosession durchgesehen, um zu schauen, ob nicht ein besseres Foto vom Oberkörper dabei ist, da sehe ich, wie gut die neue gelbe Handtasche zum Kleid aussieht. Was sage ich "gut". Rattenscharf!

Und dann fiel mir ein, dass bei meiner Schuhsuche im Frühjahr diese gelben Schuhe dauernd "kauf mich" raunten und jetzt sehe ich, dass sie 33 Euro billiger sind. Leider habe ich vergessen, welche Größe passte. Sonst wären sie schon jetzt in den Warenkorb gewandert. Mist. Ob ich wohl morgen ne halbe Stunde Zeit finden werde, Schuhe dieser Marke anzuprobieren?

21.53 Uhr
Herrlich. Ich habe jetzt doch die Ovi ausgepackt (und eine Naht genäht) und dachte, ich tackere mal das Knotenkleid zusammen. Nur, weil ich noch nicht genau weiß, wie ich die grünen Bündchen dran bekomme, kann ich es ja trotzdem schon mal nähen. Es ist so wunderbar, wie sich dieser Baumwolljersey näht. Er fühlt sich zwar an, wie nen Nachthemd, aber nix flutscht. Einfach die schönen Seiten aufeinander legen, Stecknadeln unnötig und drauf los nähen. Herrlich.

Nächsten Sonntag sind wir bei einer Freundin eingeladen, die bevorzugt Jerseykleider von FKK trägt und darin hinreißend aussieht. Wenn ihr Mann genauso gut backt wie er kochen kann, dann brauche ich dringend die Wahl zwischen zwei Jerseykleidern, die sie noch nicht kennt.

Wie gut, dass ich heute mittag ein Mittagsschläfchen gemacht habe. Wahrscheinlich dauert ja doch alles wieder länger als man denkt.

22.06 Uhr
Es ist schon toll: seit dem ich hin und wieder auch an die Passzeichnen beim Pausen, Zuschneiden und Nähen denke, passen die Teile viel besser, einfacher und schneller aufeinander!

22.26 Uhr
Doof ist allerdings, wenn man das Bügeleisen beim Aufbügeln des Nahtbandes mit einem Papiertuch vor Flecken schützt und anschließend sofort mit dem heißen Tuch die Nase zu putzen versucht.

22.54 Uhr
So. Fertig. Also fast. Das Kleid ist zusammengetackert, über die Säume mache ich mir mal bei Tageslicht im Laufe der Woche konkrete Gedanken. Der Plan steht ja eigentlich und den dazugehörigen Stoff habe ich auch.

Die Ovi und ich werden langsam dicke Freunde. Eben, beim Tackern, konnte ich es mir sogar vorstellen ausgebeutete Näherin zu werden, weil ich es so befriedigend fand, so schnell so hübsche Nähte zu produzieren. Das ist natürlich Quatsch. Ich langweile mich ja sofort, wenn ich etwas mehrmals mache.

Heute abend bin ich sehr zufrieden mit meiner Näherei. Ich glaube, ich muß demnächst noch mal ne "Ode an Jerseykleider" schreiben. Wenn frau mal nen guten Schnitt hat, dann sind die wenigen Teile meist recht schnell ausgeschnitten und zusammen genäht. Und ich trage sie so gerne, weil ich mich damit nicht immer so "richtig angezogen" fühle. Macht euch also auf ne baldige Abhandlung gefasst.

Aufgeräumt habe ich auch schon. Dann drehe ich jetzt ne Blogrunde und schaue mal, ob ich um fürchterlich späten 23.30 Uhr noch wach genug für die Lieblingssendung bin. Es ist wirklich eine Schande, dass Kultur immer so spät gesendet wird. Falls wir uns nicht mehr sehen, wünsche ich euch schon mal eine gute Nacht und entzückende Träume!