Freitag, 29. Juni 2012

Versöhnung mit der Mitte (ein Versuch)

Seit gestern bewegen mich Gedanken um die Körpermitte bzw. das schwierige Verhältnis von mir dazu. Ich glaube, ich bin gerade dabei, mich ein wenig mit diesem Körperteil zu versöhnen. Wahrscheinlich täte das vielen anderen Frauen auch gut. Deswegen will ich meine Gedanken dazu mal aufschreiben.

Jede Frau (jeder Mann?) hadert wahrscheinlich mit irgendeinem Teil ihres Körpers. Hadern ist vielleicht zu viel gesagt, aber ein wenig Bedauern ist bei mir schon dabei, wenn ich an meine Taille denke. Diese nicht-mehr-sehr-viel-vorhandene Taille fehlt einfach, um aus großer Oberweite und viel um die Hüften, eine Sanduhrfigur zu machen. Schadeschade!

Jetzt ist es aber schon länger so, dass ich die Hoffnung auf weniger Körper aufgegeben habe bzw. es für eine Illusion halte, längerfristig ein abgenommenes Gewicht zu halten, wenn ich nicht auf mein Leben verzichten will. Ich habe zweimal sehr viel abgenommen, dies eine Weile gehalten, in der ich entweder freudlos gegessen und keinen Alkohol getrunken oder aber 6 x die Woche Sport gemacht habe. Sobald ich nur noch 3x die Woche Sport machte und mir hin und wieder ein Nusseis statt einem Erbeereis gönnte*, kamen die Kilos wieder und viele mehr dazu. Insofern habe ich dieses Kapitel für mich abgeschlossen und bin da auch nicht mehr traurig darüber, seitdem ich mir schöne Sachen selbst nähen kann.

Aber die Taille! Mich stört nicht das mehr-an-Busen-und-Po und selbst mit dem Bauch kann ich leben. Was mich stört ist, dass Klamotten einfach schöner aussehen, wenn eine Taille vorhanden ist. Ich muß immer wieder an das Gespräch in Berlin mit der entzückenden Frau Taylormaid denken, die schlicht sagte, dass Retrokleider in den meisten Fällen ohne die passende Unterwäsche eben nicht so aussehen, wie auf den alten Fotos. Stimmt. Ein bißchen was kann man da machen. Aber wenn ich es für-jeden-Tag-nicht-nur-schick-sondern-auch-bequem-will, dann darf ich nicht darüber verzweifeln, wenn es nicht so aussieht, wie auf der Schnittmusterhülle, bei anderen Bloggerinen oder in meinem Kopfkleiderschrank.

That's me. Da ist nicht mehr viel Taille. Ich habe eine Schwangerschaft hinter mir und vom Alter und von den Zipperlein her, gehe ich mit flottem Schritt auf die Wechseljahre zu. Eine Nebenwirkung derselbigen ist der Verlust an Taille. Was soll ich mir also jetzt Sorgen machen, wenn ich das Thema in ein paar Jahren sowieso noch weniger beherrschen kann? Das ist ein Kampf gegen Windmühlen.

Mir gefällt es verdammt gut, allen Menschen, insbesondere Verkäuferinnen, entgegenzuschmettern, dass ich nichts kaschieren will und schon gar keine Problemzonen habe. Das klingt cool und ich lerne es nach und nach auch mehr zu glauben. Meine derzeitige Mutprobe ist es, das T-Shirt in den Rock zu stecken und siehe da. Mir gefällts. Klar, wenn ich mich hinsetze, dann lupft da manchmal ein Röllchen über den Rockbund, da merke ich dann, wie ich ein unbändiges Verlangen bekomme, das T-Shirt aus dem Bund zu zuppeln. Das mache ich auch in Situationen, wo ich viel sitzen muß. Aber wenn ich in meinen neuen Röckchen unterwegs bin, dann schaue ich klammheimlich verliebt auf den sich  in Schaufensterscheiben spiegelnden Rockbund und bewundere meine Mitte. Sie ist nicht perfekt. Aber es ist auch nichts kaschiert. Und sie gehört eben auch zu mir.

Ich habe seit mehr als 30 Jahren keinen Gürtel mehr. Mein nächster Schritt wird es sein, Gürtel in mein Leben zu lassen. Dabei meine ich ausdrücklich einen dekorierenden Gürtel, zur Betonung der Mitte statt einem "girdle",  also einem Hüfthalter. Das fällt mir gar nicht so leicht, weiß ich doch gar nicht, was mir gefallen könnte und wo es schicke, langgenuge und vor allen Dingen bezahlbare Gürtel gäbe. Ich habe beschlossen, mir einen zu nähen. Das ist vielleicht zum Gürteltragenüben eine pragmatische Idee. Aber ich habe noch keine Idee, welche Farbe, welches Material und wie er aussehen soll, mein Gürtel für meine nicht vorhandene Problemzone. Ich bin dran, an der Versöhnung mit der Mitte.

*Bei einer meiner unzähligen Diäten wurden Fetteinheiten gezählt und da hatte Corne**o Erdbeer signifikant weniger Fetteinheiten als Nuss.

Donnerstag, 28. Juni 2012

Zum Verrimpelen

Während die deutschen Fußballer zwei Tore kassierten, ärgerte ich mich auf dem Balkon über die Schwierigkeiten, einen Flutschjersey zu zwillingsnadeln und das "Gerimpelte" (gekräuselte Teil) an das andere Teil zu nähen. Im ersten Durchlauf amüsierte ich mich noch über die holländischen Ausdrücke. Bei den drei weiteren Versuchen fluchte ich auf deutsch.

Die Idee war ja eigentlich ne andere. Natürlich dachte ich, dass diese Vorbereitungsarbeiten ratzfatz gehen und ich in der ersten Halbzeit die Overlock anschmeiße, während keine Tore fallen und mich in der zweiten Halbzeit ein bis auf den Saum fertiges Jerseykleid habe. Ich nehme an, der Bundestrainer und ich waren ähnlich verärgert. Ich habe aber nun die Rimpelen an das Seitenteil bekommen - ich hoffe der Bundestrainer hat die Strategie vermitteln können, die zum Erfolg führt.

Nicht, dass ich auch nur im Entferntesten daran glauben würde, dass mein EM-Jäckchen zum Finale fertig werden würde. Das wäre dann doch etwas zu optimistisch mit drei fertigen Schößchen und sonst nix.

Für die einen ist es ein Vorhang ...

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.. und für mich ist es mein seltsamer aber schöner neuer Sommerrock.

Auf jeden Fall ist diese Valeska ein Anti-Frust-Rock. Ich hatte ihn in einer merkwürdigen Laune zugeschnitten und dann genäht, als ich ein schnelles Erfolgserlebnis brauchte. Ob aus dem Erfolgserlebnis ein Lieblingsstück wird, wird sich noch zeigen, denn der Stoff vom schwedischen Möbelhaus ist schon sehr steif. Aber ich mag das Muster so gerne!

Auf dem Weg zur Kita trug ich eine Leggins drunter und ein Strickjäckchen drüber. Ich hatte die Annahme, dass Leggins drunter aufgrund des steif abstehenden Stoffes funktionieren würde. Das war ein Irrtum. Ohne Leggins drunter fühlt es sich etwas ungewohnt an. Es wird untenrum gut gelüftet. Aber ich mag das Muster so gerne!

Nach und nach kommt bei mir die Erkenntnisse, dass mein flamendes Plädoyer für Kleider wohl doch nur die eine Hälfte der Medaille war. Derzeit mag ich Röcke sehr gerne und kann meine Kleider gar nicht wirklich leiden. Ich vermute folgende Gründe (Ergänzungen eurerseits sind willkommen!):
  1. In einem Kleid fühle ich mich nach wie vor schnell overdressed. Mein Leben ist derzeit eher arm an Situationen, wo ich wirklich gut aussehen muß. So ein Rock ist da unkomplizierter und wird lässig mit einem T-Shirt kombiniert.
  2. Trage ich nur "untenrum" etwas ausgefallenes, ist das irgendwie harmloser. Ein Muster "ganzkörper" zu tragen, erfordert schon etwas Mut - den ich nicht immer habe. 
  3. T-Shirts, meine Lieblings-Rockbegleiterinnen, haben wohl deshalb so eine Erfolgsgeschichte, weil sie so unkompliziert sind. Sie sind schnell gewaschen und müssen nicht gebügelt werden. Frau kann sie in allen Farben haben, weil sie auch nicht so teuer sind. Es gibt sie mit langem Arm, kurzem Arm, ohne Arm. Damit sind sie die frisch-fröhlich-unkomplizieten Begleiterinnen zum Rock, können je nach Wetter variiert werden und jeden Tag ein anderes - zum gleichen Rock.
  4. Einen Rock kann man aber auch mit einer Bluse schick machen. 
  5. Röcke sind schnell genäht. Da gibt es wenig Grund zum Verzweifeln
  6. Röcke zu nähen ist kostengünstig, braucht frau doch viel weniger Stoff als für ein Kleid.
  7. Ein Rock kann auch mal spontan genäht werden, weil man so wenig Stoff braucht und möglicherweise noch so eine Menge im Lager hat. 
Kurz und gut. Derzeit mag ich Röcke.

Nachtrag:
Danke für den Hinweis. Jaja, ich werde alt und hatte das Bild vergessen. Aber so war es zumindest für einige ein hübsches Ratespiel.

Und für alle, die im vorletzten Post meine Piroschka-Armhaltung omimäßig fanden. Sind schlaff herabhängende Hände wirklich besser? Nö, oder?

Mittwoch, 27. Juni 2012

Mittagspausenspaß

Trotz kühlen Temperaturen kam ich ins Schwitzen, als ich ein neues Jerseykleid zuschnitt. Jetzt müssen erstmal zwei Jerseykleider genäht werden, nach dem Shame-Mißerfolg. Ein Knotenkleid, am Sonntag zugeschnitten für kühlere Temperaturen und ein mit großen Hoffnungen auf den angeblich warmen Freitag eben zugeschnittenes kurzärmeliges Kleid aus der neuen Knip, die gestern bei mir im Briefkasten lag.

Allerdings war mein Gedanke "sind ja nur 4 Teile= geht ratzfatz" dann doch eine etwas zu optimistische Hoffnung. 30 cm zu wenig Stoff und dazu extrem flutschiger Viskosejersey machten auf dem zu kleinen Tisch eine komplizierte Angelegenheit. Ich jauchzte aber vor Freude, als es doch irgendwie hinkam. Ich habe auf Saumzugabe verzichtet, da ich ein richtige "Kleidchen" haben möchte. Jetzt hoffe ich, dass ich unten nix ansetzen muß und freue mich schon wie Bolle auf das Kleidchen und auf hoffentlich bald mal wieder sommerlichere Temperaturen. Der Sommer macht mich fertig. Es fühlt sich aber gut an, einen Stoff aus dem Lager verwandt zu haben. Muß ja auch mal was weggearbeitet werden. Ich dachte, ich gehe das Projekt mal an, bevor es wieder auf dem nicht abgearbeiteten Projektstapel liegt. Es bleibt die Frage, wann ich im Wohnzimmer mal die Overlock aufstellen darf. Die nächsten Tage dürften ja etwas Fußball-lastig werden.

Dann gibts auch bald mal wieder Fotos. Schöne Fotos. Ich habe ja auch noch ne fertige, originelle aber unfotografierte Valeska in petto. Bleiben Sie dran!

Dienstag, 26. Juni 2012

Nähfragezeichen-Erinnerung


Wie besprochen aktualisieren wir das Näh-Fragezeichen jetzt erstmal nur noch alle 2 Wochen. D.h. die Frage von letzter Woche kann weiter in den Kommentaren des Posts von letzter Woche beantwortet werden oder wie gehabt im eigenen Blog.

Die aktuelle Frage kommt von Mema. Herzlichen Dank dafür!


Besonders bei enganliegender Kleidung ist die passform der Kleidung auch von der Rückseite wichtig. Wie beurteilt ihr eigentlich den Sitz eurer Kleidung von hinten? Habt ihr zwei Spiegel, lasst ihr euch fotografieren, ignoriert ihr die Rückseite? Oder wie macht ihr das?

Antworten könnt ihr - ZWEI Wochen lang - in den Kommentaren oder bei Euch im Blog - dann bitte das Bild mitnehmen, auf die Aktion verweisen und bei Mr. Linky bescheid sagen, wo wir Euch und Eure Antworten finden:

 

Mehr Informationen zum Näh-Fragezeichen, z.B. die Teilnahmebedingungen sowie die Links zu allen vorhergegangenen Näh-Fragezeichen findet ihr auf der Extra-Seite "Näh-Fragezeichen" hier im Blog.

Montag, 25. Juni 2012

Blümchen-Monat-Mai - mein Fazit

Schön war er, der Blümchen-Monat-Mai! Die Idee war spontan entstanden und zunächst nur als Motto für mich gedacht. Mit der immensen Reaktion darauf, hätte ich nicht gerechnet. Ich bin immer noch ganz entzückt darüber,
  • wie viele sich angeschlossen haben und sich begeistert sich auf das Thema Blümchen eingelassen haben.
  • wie viele Gedanken Ihr Euch gemacht habt und uns daran teilhaben gelassen habt
  • was ihr mutig ausprobiert habt und
  • welche wunderbaren Kleidungsstücke Ihr fabriziert habt. 
Das war wirklich toll! Ganz herzlichen Dank dafür!

Aber das wisst ihr ja alles!

Was hat nun der Blümchen-Monat für mich gebracht? Habe ich nun eine andere Meinung zu Blümchen? Ganz viele neue Blümchensachen im Schrank?

Nein, habe ich nicht. Meine Skepsis zum Thema Blümchen bleibt. Immer noch ist es so, dass ich Blümchenkleider an anderen ganz entzückend finde, es mir aber schwer fällt, Blümchenstoff zu kaufen und an mir gut zu finden. 

Den Stoff für das einzige richtig gute Ergebnis des Mottomonates, mein Blümchenkleid, das ich wirklich sehr schön finde, habe ich schon im März gekauft und im April zugeschnitten. Ich war beim Kauf skeptisch gewesen, aber als das Konzept zum Kleid, mit dem grünen Schrägband stand, war es gut und wurde es gut. 



Vielleicht ist das der Trick. Vielleicht geht es gar nicht um Blümchen an sich, sondern darum, dass Stoffe zu mir reden müssen. Es fällt mir leichter einen Stoff zu sehen und mir dann zuflüstern zu lassen, was er werden möchte, als gezielt nach Stoff für einen bestimmten Schnitt zu suchen. Obwohl es in Hamburg große Mengen an Stoff gibt, habe ich doch oft das Problem, dass ich einfach keine Juwelen finde und mich dann - genau wie bei Konfektionsware - mit mittelmäßigem zufrieden geb. Besonders der Rausch auf dem Stoffmarkt ist ungünstig für besonnene Entscheidungen. 


Das Jerseyblümchenkleid finde ich eigentlich nicht so schön und bin eher erstaunt, wie oft ich es in den letzten Wochen anhatte. Ich mag den Stoff, ich mag die Farben und es ist einfach ein wahnsinnig praktisches Sommerkleid: überziehen und gut.


Das letzte Blümchenprojekt, dass sich über Wochen hingezogen hatte, war ein Griff ins Klo, stand aber ehrlich gesagt von Beginn an, unter keinem guten Stern. Im Nachhinein würde ich es als Probekleid bezeichnen, was ich glücklicherweise aus einem Stoff genäht habe, den ich nicht so sehr mochte. Man kann sich natürlich fragen, was das Huhn und was das Ei ist, aber letztlich zählt, der Schnitt ist nichts für mich und für den Stoff schon gar nicht. Das hässliche Ding wandert jetzt in die hinterste Ecke des Stofflagers und wird frühestens nächste Frühjahr wieder angeschaut. Dann lese ich nochmal die vielen netten Kommentare dazu und entscheide, ob ich dem Ding noch ne Chance gebe, oder ob das Unterteil an eine Mädchenmutter verschenkt und das Oberteil rituell verbrannt wird. 

Zurück allgemein zum Thema Blümchen. Ich glaube mit den Streublümchen und mir wird das nix. Das gesmokte Kleid habe ich zwar immer noch in Planung, aber das hamburger Wetter (und die herbstlichen Reisepläne) laden nicht zum realisieren luftiger Kleidchen ein. Ich vermute mal, dass ich als Kind der 70er Jahre eher ein großmustriger retro-Typ bin. Irgendwie neige ich eher zu Tischdecken als zu romantischen Wallewalledings. 

Im Nachhinein finde ich es schade, dass ich keinen großblumigen Jersey für den Blümchenmonat hatte, denn das wäre noch mal ein ganz anderes Projekt gewesen. Die kleingemusterten Jerseys, die ich gesehen hatte, waren mir allerdings alle zu "nachthemdig". Ich könnte mir auch vorstellen, wenn ich einen Kleiderschnitt hätte, den ich mag (derzeit mag ich ja irgendwie gar keinen), ein wirklich großblumiges Kleid daraus aus Webware zu nähen. Irgendwie so nen schrägen Stilbruch. Aber so ein Projekt kommt erst, wenn der richtige Stoff über den Weg läuft. Schade ist auch, dass ich keinen Blümchen-Rock genäht habe. Ich glaube, ein Blümchen-Rock und ich könnten Freundinnen werden, aber auch dafür fehlte mir ein inspirierender Stoff. 

Vielleicht ist mein Fazit gerade etwas schlecht gelaunt, weil ich in den letzten Tagen schlechtes Näh-Karma hatte und mein Lieblingsstück der letzten Wochen der rote Rock http://www.crafteln.de/2012/05/mmmmal-wieder.htmlwar. Das ist irgendwie Pech für die Blümchen - aber so isses eben. 

Das wirklich letzte Finale des Blümchen-Monats-Mai

Heute ist es so weit. Das letzte Finale, das allerletzte Finale des Blümchen-Monats-Mai. Ein letztes Mal sammele ich eure gesammelten Werke. Gibt es noch Neues? Gab es noch neue interessante Erkenntnisse zum Thema Blümchen oder haben wir schon alles? Ist noch etwas fertig geworden - oder zumindest fast? Dann immer her damit.







Im Juli
geht es weiter mit Streifen. Die große Eröffnung des Streifenmonats findet am 2. Juli statt. Dort könnt ihr schon mal Erfolge- und Mißerfolge eurer bisherigen Streifen-Geschichte präsentieren und euch Gedanken machen, wie es um Euch und die Streifen im Allgemeinen und Speziellen so steht. Vielleicht habt ihr Ziele? Vielleicht Fragen oder Probleme. Immer her damit am 2. Juli!

Sonntag, 24. Juni 2012

Shame statt Fame

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It's a sha a a ame ..... Schade, schade.

Ich bin nahe dran, das Fame-Kleid Shame-Kleid zu entsorgen. Genau kann ich es nicht sagen, aber ich schätze, dass ich ca. 15 Stunden damit verbracht habe, es noch immer nicht fertig ist und ich finde es.... scheußlich. Auch wenn meine Freundin gestern sagte "Soooo schlecht ist es auch nicht." Aber ich finde, das reicht nicht.

Ab gesehen davon, dass der Stoff sowieso schon als Fehlkauf kategorisiert wurde und nur nach den zum Teil positiven Kommentaren noch eine Chance bekam, ist das Kleid einfach scheußlich. Das irgendwie riesige Oberteil ist nicht für mich gemacht. Kann sein, dass ich es zu viel vergrößert habe und dass das nachträgliche Anpassen durch zwei Lagen einfach ziemlich schwierig war. Ich total unvorteilhaft aufgeplustert auf und das in diesem Torten-Stoff!

Letztlich sehe ich eine einzige Möglichkeit, dem Kleid noch einen Abend zu widmen. Ich könnte irgendwie ein anderes oberes Vorderteil konstruieren und annähen. Ich habe allerdings keine Ahnung, wie das Aussehen könnte, es sei denn, ich nehme die Prinzessnähte vom Passt-Kleid. Aber will ich wirklich noch einen weiteren Abend mit diesen Stoff investieren?

Wenn ich nicht gestern noch einen hübschen Verlegenheits-Valeska, die ich mal aus einer schlechten Laune heraus zugeschnitten hatte, genäht hätte, wäre ich wirklich nahe dran, dass Hobby zu wechseln. Irgendwie ist zur Zeit der Wurm drin. Ich glaube, ich muß mir noch mal ordentlich Gedanken über meinen Kopfkleiderschrank machen. Vielleicht habe ich doch ein falsches Bild von mir im Kopf oder die falschen Vorbilder.

Vielleicht nehme ich Abschied von Webware und Blumen. Das Blümchenresumee kommt morgen, am letzten, wirklich allerletzten Finale unseres Blümchen-Monats-Mai. Über die Webware werde ich noch mal gesondert nachdenken.

Um mich etwas aufzuheitern, träume ich eben von anderen Projekten. Im Moment ist mir nach Jersey! Dazu habe ich gleich noch eine Frage:

Meine Idee ist es, den Ausschnitt des Knotenkleides etwas zu entschärfen, sprich alltagstauglicher zu machen, in dem ich sozusagen ein V-Ausschnitts-Bündchen in den Ausschnitt reinsetze. Das will ich auch deswegen tun, weil ich gerne mit einem Kontraststoff arbeiten möchte und auch an kurzen Ärmeln einen bündchenartigen Abschluß machen möchte. Jetzt hat man bei Jerseykleidern ja immer das Problem, dass alles leiern kann. Wenn ich schon Bündchen mache, könnte ich da ja gleich ein wenig Steife reinbringen, um das Ausleiern zu minimieren. Normalerweise nähe ich Nahtband in die Schultern. Soll ich dieses Nahtband auch ins Bündchen nähen? Oder den sehr dünnen Viskosejersey mit Vlieseline verstärken? Oder sind das komplett bescheuerte Ideen? Habt ihr bessere?


Nachtrag:
Ich meine nicht diese "es sieht aus, als trüge ich was drunter Lösung", sondern wirklich nur ein schnödes V-Ausschnittsbündchen.

Nachtrag 2:
Das Kleid ist nicht fertig. Die Armausschnitte sollten noch Schrägband bekommen sowie der Saum. Außerdem wollte ich den Gürtel in weiß machen. Aber das alles wird wohl nicht mehr passieren.

Freitag, 22. Juni 2012

Alles wird gut ... Live vom Tatort, Teil 2 für heute

18.28 Uhr
Das Nähen, die Overlock und ich, wir haben uns wieder lieb. Das liegt weniger daran, dass ich den angesetzten Hollunderblütensirup (jaja, noch so nen Bloggerlemmingding) mit Mineralwasser, Apfelwein, Eiswürfen und einem Hauch Minze probiert habe, sondern mehr daran, dass ich ratzfatz und sehr ordentlich mit den Lassie Singers zusammen laut grölend singend die Nahtzugaben vom gelben Rock versäubert habe, bevor ich auf schwarz umfädele.

Es lag nicht an mir! Es lag an dem Futter! Es ist immer das selbe. Entweder kauft man grottig billiges Futter und es ist so hart wie ne Plastiktüte, lässt sich dafür aber gut nähen oder eben das Gute. Das dazwischen macht immer Ärger. Aber ich will mich jetzt nicht ärgern, sondern umfädeln. Dann habe ich die meisten "Krachmachersachen" mit der Overlock erledigt und kann morgen entspannt mit der Freundin nähen und reden.

18.47 Uhr
Und weil wir uns gerade wieder lieb haben, die Maschinen und ich, habe ich sie als Liebesbeweis mal sauber gemacht. Darum drücke ich mich ja gerne, wenn ich abends nähe, um nicht den Kleinen aufzuwecken, wenn ich den Staubsauger hole... es hat sich rentiert. Vielleicht war das auch eine Ursache meiner Probleme. Egal, sauber und schwarz gefädelt geht es nun am Praktikumskleid weiter. Das lange Liegenbleiben hatte das schöne Kleid eigentlich nicht verdient. Vielleicht ist schwarz ja doch ganz schön.

19.02 Uhr
Ich werde wahnsinnig. Ich finde den zweiten Ärmel nicht!

19.19 Uhr
Puh, da habe ich noch mal Glück gehabt. Ich hatte schon die wildesten Spekulationen von wegen "in Berlin vergessen" und "aus versehen eben zerschnitten, als ich die Probenähte machte". Aber ich habe ihn gefunden. Total zerknittert, aber er ist da. Es lebe die Lagerhaltung. Beim Suchen habe ich noch die Reste von dem grünen Jersey gefunden, aus dem ich das Knotenkleid genäht habe und an den marine-weißen Pünktchenjersey gehalten. Das ist ne coole Zusammenstellung! Hach.... da fange ich gleich wieder an zu träumen.

So, jetzt schnell die Ärmel nähen, damit ich sie beim Fußball anstecken kann. Das wird ohnehin ein langweiliges Spiel ohne Tore.

Schlechtes Näh-Karma? (Live vom...Nähtisch)

14.54 Uhr

Ich hatte es ja geahnt, als ich die Schnittteile von "Mila" gesehen hatte, aber ich war zu faul, den größengnädigen Knip-Knotenkleidschnitt an dem ich letzten Sommer unnötiger Weise das Vergrößern geübt hatte, zum Vergleichen zu suchen. Ich war neugierig und und habe immer noch die unsinnige Hoffnung, dass Konfektionsgrößen funktionieren können, also wollte ich es mit dem E-Book in der frohen Erwartung auf ein schnelles und unkompliziertes Erfolgserlebnis versuchen. Hätte ich mal ein olles Spannbettlaken zum Testen genommen. Gestern überlegte ich noch, ob mir das Ding doch nicht zu brustbetonend rüberkommt, aber die Idee eines Boleros finde ich praktisch und da es mir immer noch nicht gelungen ist, das perfekte Wickeldings zu konstruieren und zu nähen, wollte ich es dann doch mit dem Knotenbolero wagen. Also habe ich es, einfach so nach Schnitt genäht - nach dem Motto: Jersey verzeiht und lässt sich schon zurechtzupfen. Aber: das Ding ist zwar in größter Größe weit genug, hat aber zu wenig Beutel für den Busen. Nix mit schmeichelnden Falten, in denen die Naht verschwindet. Ich bezweifele, dass ich das Ding tragen werde. Mmmmh. Schade.

Heute nachmittag hätte ich Zeit zu nähen und auch morgen Vormittag bis 16 Uhr zusammen mit einer Freundin. Doch nach diesem Missgriff bin ich geneigt, doch jetzt schnell einkaufen zu fahren, statt das nächste Projekt zu beginnen oder das mittlerweile doch sehr ungeliebte Projekt "Fame-Kleid" weiter zu machen. Wenn Sachen zu lange liegen...

Ich könnte mich an das McCalls-Projekt ranmachen, aber da steht jetzt nach dem gestrigen Pausen "Schnitt-Denken" und dann Zuschnitt an, ich glaube, dazu habe ich gerade keine Laune. Ich könnte dem gelben Rock das Futter spendieren, das schwarze Praktikumskleid endlich fertig nähen oder ich könnte an dem Fame-Kleid weitermachen. Alles irgendwie nicht so prickelnd. Sowieso doof, dass ich heute abend nicht nahtlos weitermachen kann, weil Fußball ist. Ach, ich hätte gerne bessere Laune am ersten freien Tag seit Wochen.

etwas später:
Ich glaube es ist doch das Karma. Die Lassie Singers ermunterten mich, singend an dem Futterrock zu beginnen. Doch leider habe ich nun noch nie so nen schäbigen Unterrock genäht. Es war wie verflixt. Die Fadenspannung wollte einfach nicht so, wie ich wollte. Von wegen, Overlocknähte sehen gut aus..... Args. Ich glaube, ich gehe jetzt doch einkaufen. In so nem Fall macht man wohl die Nähte des Futters auf die Rockseite, so dass es innen einigermaßen hübsch aussieht, oder? Wie ist da überhaupt die Regel?

17.55 Uhr
Hach, es war herrlich mit den Lassie Singers einkaufen zu gehen. Trotz der angeblichen No-Go-Schuhe hatte ich einen schwingenden Gang und die Haare wehten im perfekten Hamburger Wetter (blauer Himmel, 21 Grad, Sonne und Wind) ... Ich hatte ja schon länger geahnt, dass das iphone Musik spielen kann, aber es noch nie probiert. Mein Mann wird den Kopf schütteln, wenn ich ihm das erzähle.

Und dann finde ich Frau Nahtzugabes (gewohnt) extrem schlauen Tipp in den Kommentaren, mit dem Praktikumskleid weiter zu machen. Da hat sie recht. Ab gesehen davon, dass ich mit dem Kleid fremdele, weil es schwarz ist, ist da wenigstens ein Erfolg absehbar, weil eigentlich nur noch die Ärmel eingesetzt werden müssen, Saum und Knopflöcher und schon hätte ich ein Hemdblusenkleid. Das mache ich jetzt und sollte ich heute noch live weiterbloggen, dann hoffentlich unter einer anderen Überschrift!

Mittwoch, 20. Juni 2012

Ich habe einen Plan

Hach, Pläne finde ich ja sowieso das Schönste am Nähen. Pläne und schlaflose Nächte voller wirrer Träume über zukünftige Nähprojekte. Zweiteres lässt mich zwar am nächsten Tag alt aussehen, aber der Kopfkleiderschrank ist dann wieder um ein Projekt reicher, dass mir in der Vorfreude immer mal ein kleines Lächeln aufs Gesicht zaubert.

Geplant ist ein Kleid nach....ratet Mal, was ich Lemming machen will ... McCalls 4769. Nachdem ich den Schnitt bestellt hatte, stellte ich allerdings fest, dass er doch in Details meinem immer noch nicht fertigen Praktikumskleid ähnelt. Er dürfte aber etwas weiter ausgestellt sein. Also wird es ein Mixding zwischen diesen beiden Schnitten. Ich habe keine Lust, Mühe ins Vergrößern zu stecken, also werde ich die beiden Schnitte aufeinander legen und daraus irgendwas Drittes basteln.

Was fehlte, war ein passender Stoff. Primaveras Pünktchen gehen mir einfach nicht aus dem Kopf. Aber da ich weiß, dass man so einen Stoff für 6 Euro kaufen kann, habe ich es einfach nicht übers Herz gebracht, 12 Euro dafür auszugeben. Also erstmal keine Pünktchen. Dann überlegte ich, die lila Streublümchen zu nehmen, aber ich glaube, der Rock braucht Stand und der Stoff ist dafür zu leicht. Außerdem wollte ich doch die lila Streublümchen smoken, falls auch nach HH mal richtig der Sommer kommen sollte. Aber dann ist mir meine I*ea-Schublade eingefallen und da lag tatsächlich noch meterweise Vögelchenstoff, aus dem ich schon mal ne Tunika genäht hatte und meterweise grauer Blätterstoff, aus dem ich meine Lieblingsvaleska gemacht hatte. Ha! Das geht! Und das ist dann so etwas wie ein tragbares Probekleid und dann kann ich immer noch von Schwalben träumen oder von Pünktchen ... oder von so nem genialen Outfit wie bei Frau Nähfideldings.

Ihr seht, ich habs nicht so mit den Sommerträumen. Irgendwie lässt mich Reiseplanung relativ kalt, obwohl ich wirklich jeden Tag daran denke, dass ich dringend mal wieder nach Berlin muss. Aber der Plan, wieder regelmäßiger nach Berlin zu fahren, konkretisiert sich. Drückt mir die Daumen, dass die Übernachtungspremiere bei Oma und Opa am Freitag gut geht, dann bin ich wieder freier und reite glückselig in den Sonnenuntergang.

Also keine Sommerträume und kein MMM heute für mich, dafür aber Kopfkleiderschrank-Kleiderträume. Aber egal ob nun Teilnahme am MMM oder nicht. Liebe Catherine, ich bin dir unendlich dankbar dafür, was du mit deinem Blog und mit dem MMM bei mir bewirkt hast. Danke!

Dienstag, 19. Juni 2012

Nähfragezeichen am Abend






Da hätte ich doch fast das Näh-Fragezeichen vergessen! Aber noch ist ja Dienstag. Noch ist es noch nicht zu spät für die neue Frage. Und da es das Näh-Fragezeichen zur Zeit alle zwei Wochen neu gibt, bleibt noch genügend Zeit zum Antworten. 

Die heutige Frage kommt von Mema. Herzlichen Dank dafür!

Passformkontrolle 
Besonders bei enganliegender Kleidung ist die passform der Kleidung auch von der Rückseite wichtig. Wie beurteilt ihr eigentlich den Sitz eurer Kleidung von hinten? Habt ihr zwei Spiegel, lasst ihr euch fotografieren, ignoriert ihr die Rückseite? Oder wie macht ihr das?


Antworten könnt ihr - ZWEI Wochen lang - hier in den Kommentaren oder bei Euch im Blog - dann bitte das Bild mitnehmen, auf die Aktion verweisen und bei Mr. Linky bescheid sagen, wo wir Euch und Eure Antworten finden:




Mehr Informationen zum Näh-Fragezeichen, z.B. die Teilnahmebedingungen sowie die Links zu allen vorhergegangenen Näh-Fragezeichen findet ihr auf der Extra-Seite "Näh-Fragezeichen" hier im Blog

Sonntag, 17. Juni 2012

Live vom .... Fußball

19.55 Uhr
Der Tatort ist heute abend  die Couch. Herr Crafteln wird mir am heutigen Sonntag ausnahmsweise nicht das Wohnzimmer überlassen, sondern möchte am großen Bildschirm Fußball schauen. Also steht heute das EM-Jäckchen auf dem Programm.

Ich denke, ich gebe mich geschlagen. Nachdem ich jetzt 7 oder 8 Muster gemaschenprobt habe, einige sind frühzeitig der gemeinen Aufribblerin zum Opfer gefallen, habe ich immer noch kein Muster gefunden, das besser als das Blümchenmuster meines Frühlingsjäckchen, zu dem Schnitt und den Spitzenschößchen passt. Alles schöne Muster, aber in Hinblick auf verkürzte Reihen und hier mal zunehmen und dort mal abnehmen für die taillierte Passform, doch zu aufwendig.

Und wenn die Vorrunde sich jetzt dem Ende neigt, wird es Zeit für eine Entscheidung. Heute abend stricke ich noch das Bündchen des einen Vorderteils zu Ende und dann gibts Budder bei die Fische. Dann stricke ich noch die finale Maschenprobe fürs Blümchenmuster, damit ich diese waschen kann und dann gehts zum Viertelfinale ins Hauptmuster. So soll es sein.

Und ihr so?

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20.28 Uhr
Huch, ich hatte das Foto vergessen. Und das, wo mein Flickr-Account schon fast voll ist. Wo speichert ihr eigentlich die Fotos hin. Ich merke, wie ich langsam anfange zu geizen.

Bei Catherine steht die Frage, wer das EM-Schnuckelchen der Nationalmannschaft sei. Na, ganz klar, Herr Neuer! Auch wenn mein Sohn merkwürdiger Weise auf Herrn Lahm steht. Aber er ist ja auch noch 3.

21.09 Uhr
1:0. Jetzt "muss" ich also heute Abend stricken und während ich ernsthaft fußballstricke greift der Gatte dauern zum iPad auf der Suche nach Auktionsschnäppchen.

Doof, heute schmerzt es auch ein bisschen in den Unterarmen beim Stricken und wir sind noch in der Vorrunde! 1:1.

22.55 Uhr
Ich bin ja eher ungerührt, was Fußball anbelangt. Fußball an sich finde ich ein langweiliges, absurdes Spiel - zu viele Menschen für zu wenige Bälle. Und mit den Deutschen habe ich es auch nicht so. Ich finde es ja merkwürdig, dass man per Definition für eine Mannschaft sein soll. Aber ich bin nun mal verheiratet. Richtig ablehnen und ablästern geht nicht mehr, also stricke ich mit. Und fürs EM-Jäckchenist es natürlich vorteilhaft, dass die Deutsche Mannschaft gewonnen hat. Aber für die zwei Sekunden Neuer im Unterhemd war es doch insgesamt ein langweiliger Abend. Bei Gelegenheit sollte ich mal wieder nähen - und jetzt ab ins Bett. Gute Nacht!

Freitag, 15. Juni 2012

Näh-Senilität


11.58 Uhr
Vor mir liegen 3 Meter entzückender Pünktchenjersey aus Dänemark eben per Post eingetrudelt, tiefenachtdunkelblau mit weißen Punkten - und ich habe vergessen, was ich daraus nähen wollte.

Na klar, ein Kleid. Aber was für eines? Ich war so sicher, dass es mir wieder einfällt, wenn ich den Stoff in den Händen halte. Ich habe "es" irgendwann beim MMM gesehen und gesagt "so eins will ich auch haben", aber nicht gepinterestet. Tja. Vielleicht verrät der Stoff nach dem Waschen, was für ein Kleid er werden will.


edit 12.41 Uhr
Ganz merkwürdig. Der Stoff fängt schon an zu sprechen! Obwohl er gerade im Wäschepuff ist uns auf den morgigen Waschgang wartet. Wisst ihr was er sagt? Er möchte gerne grüne Details, aus diesem speziellen Grün aus dem auch mein erstes Knotenkleid ist. Erst wollte er was rotes, aber dann hat er sich doch umentschieden. Sehr interessant!

Donnerstag, 14. Juni 2012

EM-Jäckchen

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Ich bin sicher, die eine oder andere strickt auch gerade ein EM-Jäckchen. Was soll man bei dem derzeitigen Programm auch anderes tun. Und Jäckchen kann frau sowieso nie genug haben!

Mein EM-Jäckchen soll eine Schwester des bewährten Frühlingsjäckchen werden. In grau. Ich übernehme die Form und die Schößchen, aber das Hauptmuster soll irgendwie anders werden. Das mühsam krausgestrickte Schößchen für das Rückenteil ist so gut wie fertig. Es wird also langsam Zeit, dass ich mich für ein Muster entscheide.

Das Muster, das Michou dafür dankenswerter Weise dafür eingefallen war, habe ich jetzt mal "gemaschenprobt". Aber das ist es noch nicht. "Raised eyelet rib" ist ein wunderbares Muster, weil es einfach zu stricken ist, was her macht und durch seine Rippenstruktur dem Strickstück eine große Elastizität gibt. Aber es wirkt zu dem feinen Schößchen einfach zu grob. Zu dem grauen Merino passt es zwar gut, aber es hat eher einen "boyfriend style". Das Blümchenmuster, mit den vielen rechten Maschen dazwischen, passte in seiner femininen Art besser. Schade! "Raised eyelet rib" werde ich irgendwann mal für ein anderes Projekt nutzen. Und jetzt werde ich mir weiter Gedanken machen, welches Muster viele rechte Maschen hat, zart ist und trotzdem anders als das Frühlingsjäckchen. Ich merke schon, ich brauche dringend Musterbücher! Oder hat noch jemand eine Idee, gemäß dem Motto "ihr seid die Designerinnen"?

Und ihr so? Habt ihr auch EM-Jäckchen (die natürlich nicht zum Finale fertig sein müssen) auf den Nadeln? Zeigt her! Vielleicht habt ihr ja DIE Inspiration für mich.


Mittwoch, 13. Juni 2012

MMMmaritim

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Heute mal ganz maritim, auch wenn ich den seemännischen Gruß wohl noch ein wenig üben sollte.  Eigentlich wollte ich gerne einen Jeansrock-für-jeden-Tag. Eigentlich ein Basic-Teil, was zu allem passt. Ein Rock, bei dem man blind in den Schrank greifen kann und jedes T-Shirt passt. Einen Rock, zu dem man eigentlich auch alle Schuhe anziehen kann.

Aber ich fand keinen schönen Jeans. Nur ganz schnöden. Da hätte ich mir ja was zu einfallen lassen, damit er "meike" wird. Ich war aber wenig inspiriert.

Und dann kaufte ich den Stoff für den maritimen Rock für die Freundin (Bild wird nachgereicht) und dachte. Ach, das ist doch eigentlich auch irgendwie Jeans. Also nähte ich mir flux einen Rock darauf und weil ich von einem Kindergartenbastelprojekt noch ziemlich viel dunkelblaues Ankerschrägband übrig hatte, wurde es eben maritim. Ohne viel Leidenschaft. Ziemlich schnell. Einfach so. Und dann stellte ich fest, dass ich dazu ein blaues T-Shirt brauche - obwohl ich marine eigentlich als Farbe völlig inakzeptabel finde. Aber dann stellte ich fest, dass ich das Outfit mag, auch wenn es nachmittags schon zerknittert ist. Praktisch, oder?

Und dann ist es auch schon das erste Projekt für den Streifen-Monat-Juli. Ich Streberin!


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Schnitt: 8-Bahnenrock selbst gemacht
Stoff: gestreifter Jeans von der Glücksmarie
Kosten: habe ich vergessen, war aber nicht viel
Gürtel: gehäkelte Zpagetti
Schwierigkeitsgrad: einfach und schnell
Werde ich noch mal machen? Na klar, der gelbe Rock ist schon in Arbeit

Wars das schon mit dem MMM für das erste Halbjahr oder sehen wir uns nächste Woche noch mal? Ich lasse mich überraschen! Aber wie immer gilt mein Dank Catherine, für die Initiative und Organisation des Me-Made-Mittwochs. Dankeschön!




Bildquelle: Frau Nähfiddeley

Zu der nötigen, aber anstrengenden Diskussion letzte Woche über den Me-Made-Mittwoch, möchte ich nichts mehr sagen, außer: Ich glaube, ich brauche dringend ein rotes Kleid mit weißen Punkten! Catherine hat in ihrem Post heute sehr klar beschrieben und gezeigt, wie ein wertvoller MMM-Beitrag aussieht. Danke auch dafür!

Dienstag, 12. Juni 2012

Das Näh-Fragezeichen ab jetzt alle zwei Wochen






Danke für die Antworten, letzte Woche. Ich freue mich, dass ihr das Näh-Fragzeichen mögt. Ich mag es auch. Und deswegen probieren wir jetzt mal was anderes. Ab jetzt gibt es das Näh-Fragezeichen alle zwei Wochen und zwar so, dass es den Motto-Monats-Montagen nicht in Quere kommt. Das nächste Näh-Fragezeichen kommt also nächste Woche. 

Wer bis dahin Langeweile hat, kann ja noch alte Näh-Fragezeichen beantworten und diese hier in den Kommentaren verlinken. 

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Mehr Informationen zum Näh-Fragezeichen, z.B. die Teilnahmebedingungen sowie die Links zu allen vorhergegangenen Näh-Fragezeichen findet ihr auf der Extra-Seite "Näh-Fragezeichen" hier im Blog

Montag, 11. Juni 2012

Extra-Runde

Das Schöne am Nähen ist ja, dass es immer länger dauert, als frau denkt. Habe ich eigentlich schon mal etwas genäht, bei dem ich keine Extra-Runde drehen musste? Ich vermute, das war höchstens ne Mütze oder ne Pumphose für den Kleinen. Aber das Schöne daran ist, dass frau länger was dran hat.

Der Plan war gut. Heute nach dem Mittagsnack die Overlockmaschine aufbauen und ritschratsch den gelben Rock von gestern versäubern, morgen Säumen und fertig machen. Aber das Tageslicht brachte die Extraschleife zu Tage: Ich brauche Futter. Selbst mit hautfarbenem Schlüpper sieht es merkwürdig aus. Ich vermute mal, dass auch die Nahtzugaben nicht mehr so doll durchscheinen, wenn ich füttere. Oder ist das die pure Hoffnung? Also erst Futter kaufen, dann fertig nähen. Ich tröste mich damit, dass es dann ein Rock für alle Jahreszeiten wird und ich damit den grauen Hamburger Winter Sommer aufhübschen kann.

Sonntag, 10. Juni 2012

Live vom ..... Nähabend

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20.15 Uhr

Heute gibts ne Wiederholung beim Tatort und die habe ich schon gesehen. "Die Queen" (super!)  auf ARTE auch. Also bleibt der Fernseher aus. Schade, ich habe gar kein wirklich anspruchsvolles Projekt vor, das würde sich ja an nem Abend ohne Ablenkung anbieten. Ich könnte natürlich das Famekleid... och nöööö.

Auf dem Plan steht heute abend ein gelber Bahnenrock. Nachdem euch mein roter Rock so gut gefallen hat, habe ich wie durch Zufall gelben und türkisen Köper gesehen und gekauft. Es schadet sicherlich nicht, noch ein paar solcher Röcke zu haben. Bei dem Gelben bin ich noch unsicher, ob ich ein Gänseblümchenband an den Saum nähen soll. Irgendwie finde ich es hübsch, aber andereseits schwebt mir ein "cooler "Rock vor und da wäre sicherlich ein normales Schrägband cooler. Mal schaun. Ich weiß sowieso noch nicht, wie ich die relativ großen Blumen-am-Band geschickt mit der Maschine auf den Stoff bekomme. Und ne Häkelborte hätte ich auch noch. Aber die wird ja nicht schlecht.

Die rote Wolle liegt als Päckchen gepackt hier und ich habe mich für Baby-Merino in knallblau entschieden. Das graue Baby Merino strickt sich fantastisch. Wie man oben sieht, ist "das Frühlingjäckchen nochmal stricken" und Fußball ne gute Kombination. Es geht fast wie von selbst. Und statt Löcher ist mir jetzt nach Noppen irgendwo ein bißchen und irgendwas Senkrechtem. Ich bin gespannt, was es für ein Hauptmuster wird, stricke jetzt aber einfach erstmal weiter Schößchen.

Und ihr so?

20.45 Uhr

Ach herrjjee, ich neige gerade zu faulen Sonntag abenden. Statt den gelben Rock zuzuschneiden, habe ich jetzt "mal eben schnell" Michous Strickprojekte angeschaut, in der Hoffnung, dort das perfekte Muster zu finden. Das ist allerdings schwierig, denn ich finde fast alles traumhaft. Hmmmm.

Ihr seid bei den Blümchen auch skeptisch, gell?! Wahrscheinlich müssen die Blümchen auf einen Stoff, zu dem sie vordergründig überhaupt nicht passen, damit es zu mir passt. irgendwie wäre es zu lieblich für mich, so Ton in Ton. Dass ich den gelben Rock zu Türkis und Petrol trage, versteht sich - egal, wie man Zpagetti schreibt.

20.52 Uhr
So, jetzt schneide ich aber wirklich zu! Sonst wird das ja heute abend gar nix! Vielleicht sollte ich, gemäß dem Motto "Ihr seid die Designerinnen" Michou oder sonst eine inspirierte Leserin entscheiden lassen, mit was für einem Muster das "Frühlingsjäckchen-von-der-Form-her-aber-in-grauem-Merino" gestrickt werden soll. Michou inspiriert? Oder sonst jemand?

22.36 Uhr
Herrlich! Ich liebe solche Projekte. Der Rock ist bis auf zwei kleine Mittagspausenarbeiten fertig, d.h. eine Mittagspause mit der Overlockmaschine versäubern, zweite Mittagspause mit Schrägbandsäumen. "Cool" war ne gute Entscheidung! Hach, ich freu mich auf meinen gelben Rock. Aber jetzt lese ich erstmal eure Kommentare. Der Desingerinnenaufruf scheint ja beflügelnd gewirkt zu haben!

22.50 Uhr
Ihr seid so reizend. Auch wenn ich Sonntags oft denke "och nöööö, heute mal nicht Live vom...", dann wird es doch immer wieder nett mit euch. Am liebsten würde ich euch ne virtuelle Runde Aperol Spritz ausgeben, auch wenn das mittlerweile so unglaublich uncool ist und angeblich alle "Hugo" trinken. In Ermangelung von Hollunderblütenzeugs bleibe ich aber beim bewährten Erfrischungsgetränk. Also Prost. Und jetzt aufräumen.


22.56 Uhr
Achso, ich habe übrigens auf NDR Info ein Hörspiel gehört. Das fand ich auch gut zum Nähen. Allerdings wäre es wohl für mich besser, wenn es nicht im Radio wäre sondern "stoppbar", denn ich fand es sehr blöd, fürs Bügeln den Raum verlassen zu müssen und ich hatte gar keine Konzentration, zwischendurch Live zu Bloggen. Mal schaun, was ich noch so an Hörbüchern habe, wenn ich das nächste Mal den Tatort schon kenne. 

Aber jetzt solle ich wirklich aufräumen!




Freitag, 8. Juni 2012

Schwierige Strickprojekt-Entscheidungen

Baby-Alpaca

Bildquelle: Lanade (Bezugsquelle für Baby Alpaka Silk)

Also, ich werde die rote Wolle zurückschicken. Ganz einfach mit dem üblichen Widerrufsrecht bei Onlinebestellungen, auch wenn mir ärgerlicherweise 25 Cent zum portofreien Versand fehlen. Aber... was will ich nun dafür haben? Alpaka-Silk fühlt sich toll an, aber die Farben sind so gar nicht meine. Ich habs ja nicht so mit pastellig. Auf weiß warten und draufzahlen, weil es das erst nach dem Supersale wieder gibt? Die Seide fühlt sich sehr sommerlich an, da wäre weiß eigentlich ganz schön. Allerdings mag ich es obenrum lieber dunkel. Also vielleicht doch schwarze Alpaca-Seide?

Die graue Baby-Merion Wolle wird noch ein Strickjäckchen nach dem probiert-und-für-gut-befundenem Blossom-Schnitt. Für die Alpaca-Seide schwebt mir immer noch - trotz guter Kommentar-Gedanken zum Thema Strickjacke, ein kurzärmeliger Pullover mit langen Bünchen und puffigen Ärmeln, ähnlich Catherines rotes Frühlingsjäckchen, vor.

Noch habe ich keine Alternative zu dem Blümchenlochmuster für das Zweit-Strickjäckchen, bisher sprach mich noch nichts an bzw die Ajourmuster, die ich probiert habe, passen irgendwie nicht zu der doch eher herbstlichen grauen Wolle, waren zu mühsam bzw. habe ich schlichtweg nicht kapiert. Aber egal, ich habe ja noch ein wenig Zeit zum Suchen, denn das kraus rechts gestrickte Schößchen des Rückenteiles, dauert ja immer ewig und kann beim Fußball schon mal begonnen werden. Zur Not stricke ich eben alle Schößchen erstmal, bis mir ein Muster ein- und gefällt.

Aber was mache ich mit der Baby-Alpaca-Seide? Schwarz oder weiß? Oder eine ganz andere Farbe? Oder doch alternativ ne zweite Ladung Baby-Merino? Vielleicht in knallblau oder knallgrün. Weiß jemand wie die Farbe "cerise" in echt aussieht? Wäre das was für mich?

Donnerstag, 7. Juni 2012

Ein Jahr mit der Overlockmaschine



Als ich letztes Jahr den Entschluss fasste, eine Overlockmaschine zu brauchen, habe ich natürlich viel gegoogelt und auch euch, meine lieben LeserInnen, immer wieder gefragt. Die Antworten waren sehr hilfreich und so will heute mal meine Erfahrungen mit meiner Overlockmaschine zusammen schreiben, um Suchenden ein paar Antworten auf die Fragen rund um die Ovi zu geben.

Meine Brother 4234 D hatte ich in England bestellt. Das war eine gute Entscheidung. Dank des günstigen Wechselkurses war sie ca. 1/3 billiger als über deutsche Onlineshops. Außerdem gab es ein großes Paket Zubehör (5 Scheren, 12 Kronen Garn, Nadeln, Bandmaß...) dazu, was ne nette Geste war. Der Adapter für die deutschen Steckdosen und eine DVD-Bedienungsanleitung in mehreren Sprachen war auch dabei. Die deutsche Bedienungsanleitung habe ich bei Brother heruntergeladen. Ein Problem, was unter Garantie fallen würde, hatte ich bisher noch nicht und im Nähmaschinenladen in meiner Stadt, werden auch Maschinen, die dort nicht gekauft wurden, gegen Gebühr repariert. Wenn ich die Preisersparnis betrachte, kann ich locker mal die Maschine dort zur Wartung hingeben.

Nach fünf Wochen machte ich den typischen Anfängerfehler: ich nähte über eine Stecknadel und die Messer waren kaputt. Mein Mann meinte, die könne er auch selber einbauen, wir bestellten sie im Internet (puh, ärgerliche 50 Euro) und der Einbau ging tatsächlich einfach. Glück gehabt!

In den ersten 7 Monaten fremdelte ich noch sehr mit meiner Overlockmaschine. Sie ist laut und schnell und nach dem Desaster mit den kaputten Messern, war ich sehr sehr vorsichtig geworden. Auch wenn Jersey-Nähen mit der Ovi schneller und leichter geht als auf der Nähmaschine zu zickzacken oder mit den sehr langsamen Kettelstichen zu nähen, wurden meine T-Shirts nicht wirklich gut. Ich hatte mir das einfacher vorgestellt.

Erst im Praktikum, lernte ich die Vorteile einer Overlockmaschine zu schätzen. Ich lernte, meine Arbeitsschritte systematisch zu planen, so dass ich immer mehrere Arbeitsschritte an der Nähmaschine auf einmal mache und dann mehrere Arbeitsschritte auf der Overlock. Vorher war ich ständig am Wechseln und das nervte auch. So, wie ich jetzt arbeite, freue ich mich immer, wenn ich nach dem Zusammennähen, ritschratsch und wunderschön die Nahtzugaben versäubere.

Zunächst war mir auch nicht klar, wie das Vernähen gehen sollte. Mittlerweile vernähe ich nicht mehr. Ich überlege mir, in welcher Reihenfolge ich meine Nahtzugaben versäubere, so dass am Ende immer eine Naht kommt, die die anderen versiegelt. Zum Beispiel beim Bahnenrock: erst alle Bahnen versäubern und dann die Oberkante und den Saum. So sind die Versäuberungen der Bahnen versiegelt.  Kann ich eine Naht nicht mit einer anderen versiegeln, so ziehe ich einen Faden aus der "Raupe" (den ca. 4 cm langen vernähten Fäden, die ich am Nahtende übrig lasse) raus, ribbele die Fäden auseinander und verknoten dann 2 Fäden mit 2 Fäden mit einem Doppelknoten. Das geht am schnellsten.

Meist habe ich nur 3 Fäden gefädelt und nutze nur eine Nadel - und zwar immer dann, wenn ich Nicht-Jersey-Stoffe nähe und die Maschine nach dem Zusammennähen mit der Nähmaschine, nur zum Versäubern verwende. Da ich vorher mit der Nähmaschine die Naht geschlossen habe (und den Sitz kontrolliert habe etc.), brauche ich zum Versäubern nicht mehr die ganz linke Naht.

Mit Jerseynähen bin ich immer noch nicht so recht glücklich, aber ich glaube, da bräuchte ich einfach nur ein bißchen mehr Übung. Da ich bisher wenig Schnitte häufiger genäht habe, nähe ich mittlerweile auch den Jersey wieder erst mit der Nähmaschine zusammen, überprüfe die Passform und mache Änderunge, bevor ich mit der Ovi versäubere. Das wäre natürlich nicht nötig, wenn es sich um ein simples T-Shirt handeln würde, was ich schon 1000 mal genäht habe. Aber so weit bin ich noch nicht.

Ein Nachteil meiner Ovi ist, dass ich gar keine Lust mehr habe, zu einem wöchentlichen Nähkränzchen zu gehen, weil es so aufwendig ist, beide Maschinen mitzuschleppen.

Ich habe schon mehrfach erwähnt, dass ich Ein- bzw. Umfädeln etwas lästig finde. Es ist leichter, als ich befürchtete, aber eben lästig. Auf und in der Maschine sind überall farbige Markierungen, wo der jeweilige Faden durch muß, d.h. ich brauche nicht jedes mal die Bedienungsanleitung hervor zu kramen, wenn ich es mal länger nicht gemacht habe. Die zwei Fäden für die Greifer verknote ich und ziehe sie einfach durch. Bei den Nadeln funktioniert das bei mir nicht. Vielleicht mache ich den falschen Knoten für das kleine Öhr? Ich muß eigentlich bei jedem Gebrauch der Ovi, mindestens einen Faden neu einfädeln, weil die Maschine nach dem Gebrauch wieder in eine Tasche gepackt wird und sich dabei immer irgendwas ausfädelt. Hach, wäre das ein Traum, sie in einem Nähzimmer einfach stehen lassen zu können!

Meine Maschine hat eine Einfädelhilfe für den unteren Greifer, die finde ich ganz nützlich. Den Einfädler für die Nadeln, den ich bei meiner Nähmaschine liebe, den nutze ich bei der Ovi nicht, weil es irgendwie nicht funktioniert. Wenn meine Altersweitsicht noch weiter zunimmt, dann werde ich mich damit noch mal genauer beschäftigen.

Ich habe zwar recht viele Farben Garn geschenkt bekommen, aber ich fädele nicht immer die "am besten passende" Garnfarbe ein. Manchmal finde ich es auch ganz schick, innen andersfarbig versäuberte Nähte zu haben. Man braucht also nicht für jede Farbe, die man näht, 4 neue Kronen. Für Jerseyprojekte, die ich mit der Ovi zusammennähe, habe ich aber gerne eine Krone in der passenden Farbe für den "Zusammen-Näh-Faden" ganz links. Meine bevorzugten Garnfarben sind: schwarz, weiß und grau. Bei mir funktionieren übrigens die billigen Fäden, die etwas dicker sind am besten. Meine Lieblingsquelle dafür ist Schneidereibedarf Werner. Mit dem ganz dünnen, schicken Garn komme ich gar nicht zurecht. Das probiere ich erst nächstes Jahr wieder, wenn ich noch mehr Übung habe.

Achso und Rollsaum kann ich auch. Wenn ich Futter-Unterröcke nähe, versäubere ich sie gerne mit einem Rollsaum. Da ich dafür aber die ominöse "Stichplatte W" herausnehmen muß, was bedeutet, dass ich den Untergreiferfaden neu einfädeln muß und, weil ich immer noch keinen Klebezettel mit den dafür benötigten Einstellungen an die Maschine gepappt habe, mache ich das immer nur im Akkord. Das heißt, ich versäubere die Saumkante des Futterrocks zunächst ganz normal und wenn ich zwei oder drei Röcke fertig genäht habe, stelle ich (ein paar Wochen später) auf Rollsaum um und erfreue mich an den schicken Rollsäumen.

Fazit: ich gebe sie nicht mehr her! Ob meine Maschine nun eine gute oder schlechte ist, kann mangels Vergleichsmöglichkeiten nicht beurteilen. Ich vermute allerdings, dass es leisere Overlockmaschinen gibt. Sie tut ihren Job und relevanter als die Maschine ist wohl meine (zum Teil noch mangelnde) Übung!

Mittwoch, 6. Juni 2012

MMM huschhusch

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Heute war so nen klassischer "es muß schnell gehen"-Tag. Aber dafür bin ich jetzt gerüstet, denn vieles, was ich habe, passt zum Frühlingsjäckchen. Also irgendeinen Rock herausgekramt (fast alle haben irgendwas mit türkis), ein T-Shirt an, das Frühlingsjäckchen drüber, petrolfarbene Schuhe an und die Lieblingshandtasche gegriffen. Dann unterwegs nach einer passenden Schaufensterscheibe gesucht, eine merkwürdig verspiegelt, beklebte, mit Flecken entdeckt, zickizacki drei iPhone-Fotos gemacht und weiter geeilt. Das ist nicht mein schönstes Outfit. Aber heute ist auch kein besonderer Tag!

Warum ich das trotzdem poste? Weil es ein Me-Made-Outfit ist, das an einem ganz normalen Tag getragen wird, z.B. am heutigen Mittwoch. In meinen Augen geht es genau darum beim Me-Made-Mittwoch. Ich muß nicht dauernd etwas ganz Tolles oder Neues präsentieren. Mir hat in den ersten Monaten beim MMM besonders Mut gemacht zu sehen, dass es Frauen gibt, die Selbstgenähtes ganz selbstverständlich im Alltag tragen. Dass ich nebenher tolle Inspirationen fand und auf Schnittmuster oder Stoffe aufmerksam gemacht wurde, die ich ohne den MMM nie entdeckt hätte, ist ein netter Nebeneffekt. Aber darum versuche ich ja auch immer die Kurzfassung so präzise wie möglich zu haben, so dass Nachmachen einfach ist.

Die Diskussion um den MMM letzte Woche hier im Blog hat mir gut getan und mir noch einmal deutlich gemacht, wir unglaublich toll das Forum "MMM" ist, aber wie sehr es mich und andere eben auch stört, wenn das Forum "anders"genutzt wird. Danke!

Kurzfassung:

Schnittmuster Rock: Valeska
genäht: Sommer 2011
Stoff: Seersucker, Pünktchenstoff, Unterrock mit Baumwollspitzenborte, weißer Jersey als Bündchen
Kosten: weiß ich nicht mehr. Ich vermute, die Borte war das Teuerste. Das weiße Bündchen war von einem weißen Still-T-Shirt.
Passform: gut, ich weiß ja, dass ich Valeska am Bruch vorne und hinten schmaler machen muß
Schwierigkeitsgrad: einfach
Werde ich noch mal machen: ich glaube nicht, ich habe jetzt genügend Valeskas und weiß, wie man einen besser passenden Rock mit Taschen selbst macht
Frühlingsjäckchen angelehnt an die Anleitung Blossom von Kim Hargreaves, aber vergrößert und mit anderem Muster. Mehr Infos zum Jäckchen gibt es unter dem Tag Knit Along.
Wunderbare Tasche, die sich im Alltag sehr bewährt und auf die ich dauernd angesprochen werde: Cannes von Sticks and Stones
Was mache ich heute in dem Outfit? Kind zur Kita bringen, Einkaufen, Home-Office und Spielplatz (vermutlich mit Regenmantel drüber)

Mehr wunderbare selbstgemachte Outfits gibt es wie immer bei Catherine. Ganz herzlichen Dank für die Initative und Organisation des MMM!

Dienstag, 5. Juni 2012

Meta-Näh-Fragezeichen





Das Näh-Fragezeichen hat ne Krise. Oder habe ich sie? Egal, irgendwie gehören wir ja zusammen, das Näh-Fragezeichen und ich. Ich weiß nicht mehr wer, das letztens schrieb, aber seit dem arbeitet es in mir. Es ging darum, dass Näh-Fragezeichen nur noch alle zwei Wochen zu mache, um genügend Zeit zum Antworten zu haben. Erst dachte ich, so nen Quatsch, wer antworten will, hat doch verschiedene Möglichkeiten, es hier in den Kommentaren oder auf dem eigenen Blog, in kurz oder  lang zu machen. Wozu also das "alle zwei Wochen"? 

Doch dann dachte ich nen bißchen darüber nach und dachte an die vielen verschiedenen Aktionen, die es mittlerweile in der Blog-Welt so gibt, die sich unfreiwillig Konkurrenz machen. Vielleicht ist es wirklich zu viel und vielleicht gehen uns geniale Näh-Fragezeichen-Anworten durch die Lappen, weil Zeit einfach ein knappes Gut ist?

Und dann ist mir heute einfach keine gute Frage rund ums Nähen eingefallen. Also gibt es heute eine Meta-Frage, eine Frage zum Näh-Fragezeichen.

Näh-Fragezeichen-Rhythmus
Wie soll es mit dem Näh-Fragezeichen weiter gehen. Was haltet ihr von einer Pause? Wie wäre es, mit nur einem Nähfragezeichen pro Monat oder zwei? Gibt es zu den "Regularien" insgesamt Vorschläge oder Änderungswünsche?

Alle, die jetzt antworten "am liebsten jede Woche" sind ganz dringend dazu aufgefordert, Fragen für das Näh-Fragezeichen einzureichen. Diese sollten einigermaßen präzise formuliert sein, zumindest so, dass ich sie verstehe und ggf. kürzen kann. Und sie sollten keine Wiederholungen aus den bisherigen Näh-Fragezeichen-Fragen sein. Solle ich mal eine Frage, die ihr mir geschickt habe, vergessen habe, als NF einzusetzen, dann erinnert mich daran. Das war keine böse Absicht. 

Antworten könnt ihr - eine ganze Woche lang - hier in den Kommentaren oder bei Euch im Blog - dann bitte das Bild mitnehmen, auf die Aktion verweisen und bei Mr. Linky bescheid sagen, wo wir Euch und Eure Antworten finden:



Mehr Informationen zum Näh-Fragezeichen, z.B. die Teilnahmebedingungen sowie die Links zu allen vorhergegangenen Näh-Fragezeichen findet ihr auf der Extra-Seite "Näh-Fragezeichen" hier im Blog