Sonntag, 25. November 2012

Live vom .... Sew along



20.31 Uhr
Heute nix Tatort. Münster ist nix für mich. Frau kennt ja mit der Zeit ihre Pappenheimer. Außerdem würde ich viel lieber durch eure Weihnachtskleid-Träume surfen.

Würde deshalb, weil ich zwar Lust zum faulen Surfen hätte, mich aber dennoch lieber der herausfordernden Aufgabe widmen werde, das Stokx-Kleid zu vergrößern. Eigentlich kann das nicht so schwierig sein. Eigentlich müsste ich nur einen Oberteil Grundschnitt zeichnen bzw. einen gut passenden Schnitt suchen (gibt es sowas?) und mit dem zu kleinen Schnitt den ich habe, vergleichen. Aber so einfach ist das vermutlich nicht.

Für das Rückenteil funktioniert das, aber für das Vorderteil habe ich irgendwie keinen vergleichbaren Schnitt. MMmmhhh, da muß ich noch mal drüber nachdenken. Ich könnte ja damit beginnen, diesen Haufen Schnitte zu sortieren, die so unordentlich in dem "aktuell"-Fach liegen. Vielleicht ist da was dabei? Eigentlich dürfte ich ganz gut mit dem Rückenteil vom Knotenkleid fahren. Auch der eine T-Shirtschnitt aus der Ottobre war ganz ok.... Mal schaun.

Irgendwo hatte ich mal gesehen, wie das mit dem Verlegen von Abnähern geht. Ich erinnere mich an ein Bild, auf dem Abnäher sternförmig über den Oberkörper verteilt waren. Das sollte ich vielleicht auch noch suchen. Und dann habe ich noch das Buch "Sewing for Plus Sizes", da könnte auch noch was stehen. Es wird spannend.

20.59 Uhr
So, jetzt habe ich in dem amerikanischen Buch etwas übers Vergrößern gelesen, bei Frau Mema über ihre Erfahrungen mit dem Vergrößeren von "Dodos Kleid" und auch Frau Michou hat mir netterweise einen Kommentar geschrieben. Jetzt gehts nach der Theorie an die Konfrontation mit der Realität. Tisch aufräumen, Schnitt ausbreiten und schauen, wieviel gemacht werden muß. Uiiuiiuii.

21.39 Uhr
Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht, habe ich mir überlegt. Bei allen Schnitten von Frau Schnittquelle, die ich bisher nähte, wurde deutlich, dass Frau Schnittquelle etwas von ihrem Handwerk versteht. Das sagt Lindy auch. Also beschloss ich mich erstmal an den Ärmel, bzw. das Armloch und das Rückenteil zu machen. Ich zog das von mir bisher derart ungeliebte Kleid Pantou an, das so hässlich ist, dass ich es noch nicht mal fotografierte, fand es plötzlich gar nicht mehr so ganz arg schlimm und stelle fest, dass die Ärmel gut sitzen. Gesagt getan, Schnitt rausgesucht, Ärmel analog des Schnittquelleschnittes aufgemacht und Armloch am Rückenteil geändert. Dabei habe ich festgestellt, dass der Taillenverlauf der gleiche ist und ich über die hintere Mitte anpassen kann, da das Stokx-Kleid im Gegensatz zu dem Schnittquellekleid eine hintere Mittelnaht hat, um es auf Figur zu schneidern.

Eine Weile überlegte ich, ob ich den Halsausschnitt und damit den Kragen lassen analog zu dem Schnittquellekleid oder vergrößern sollte. Dann erinnerte ich mich daran, dass der Kragen für mehrere Größen bei Stokx gleich war und Frau Schnittquelle ihr Handwerk versteht. Also habe ich mich dafür entschieden, den Kragen ein kleines bißchen zu verbreitern. Allerdings nicht im gleichen Maße, wie ich in der hinteren Mitte Weite zugebe. Ich hätte sonst die Befürchtung, dass es hinten Absteht, wenn ich wieder Kopfschmerzen und nen "Witwenbuckel" habe.

Am Vorderteil wird es jetzt, "dank" des senkrechten Abnähers an der Schulter etwas schwieriger. Erst wusste ich nicht, wo ich das Armloch anlegen sollte, entdeckte dann aber bei beiden Schnitten eine eingezeichnete vordere Mitte. Dann legte ich an dieser vorderen Mitte und der Schulternaht an und malte erstmal mit Bleistift die Kontur. Jetzt muß ich nachdenken - schließlich will ich nicht einfach breiter machen, sondern mit einer FBA Platz für Busen schaffen. Und das möglichst ohne, dass ich einen zusätzlichen seitlichen Abnäher einfüge, sondern dass ich diese Mehrweite anschließend in den oberen Abnäher schiebe. Mmmmmmhhhh, nicht einfach. Schade, dass ich gerade nicht in Berlin bin!

21.52 Uhr
Irgendwie stehe ich auf dem Schlauch und komme mir vor, wie ein kleines Mädchen. Ich weiß, dass das mit Einschneiden und Auseinanderziehen geht, aber ich trau mich nicht und weiß nicht, wo. Das kleine Mädchen in mir will in Berlin anrufen und Bittebittehilfmir sagen.

22.07 Uhr
Das kleine Mädchen hat gesiegt. Das Tolle ist ja, dass ich die Option habe, bei Lindy anzurufen. Leider ist sie nicht zuhause. Gut für sie, schlecht für meine Ungeduld.

Ich neige dazu, sie morgen noch mal anzurufen und sie um ein paar Tipps zu bitten bzw. um eine Zeichnung des Vorderteils. Das ist zwar eine Kapitulation und ein sozusagen rausgeschmissener heutiger Abend, aber auf der anderen Seite muß ich mir ja auch gar nicht erst einbilden, ich wäre so clever wie sie mit vielen Jahren Erfahrung. Ich gehe also jetzt messen, um wieviel ich "obenrum hinten" verbreitert habe, damit klar ist, wieviel ich vorne mehr brauche.

Obwohl, da fällt mir ein: Der Stokx-Mantel hat doch einen Abnäher auf der Schulter, oder? Strike, hat er! Jetzt krame ich mal das Mantelschnittmuster raus und schaue, was mir das bringen kann. Aber es ist natürlich nicht so einfach, denn der Mantel hat "überhängende Schultern". Es wäre ja sonst auch zu leicht gewesen!

22.22 Uhr
Jipppiiaehhhhh, jippiaaahooooo! Jetzt habe ich zwar nix übers Abnäher machen und Verlegen gelernt, aber ich glaube, ich habs. Ich habe das fehlende Schulterstück vom Rückenteil kopiert und an das Mantelvorderteil rangeklebt. Dann habe ich das Mantelvorderteil an der vorderen Mitte gefaltet und am Kleiderschnitt so angelegt, dass die Schulter passt. Ich konnte deutlich sehen, dass die Abnäherspitze tiefer liegt und der Abnäher aufgeht. Genauso machte ich einen Bleistiftsstrich, maß, wieviel der Abnäher aufgeht und entdeckte, dass das genau der Verschiebung für das Schnittquelle Armloch entsprach. Wenn ich mich nicht täusche, müsste das jetzt genau so gehen.

Natürlich habe ich auch die Mantelärmel verglichen. Das haute natürlich nicht hin, weil ein Mantelärmel breiter ist, als ein Kleidärmel, aber ich denke, dass das schon gut passt mit dem Schnittquelle Armloch. Das lasse ich jetzt so.

Cool, ich habs! Noch ne Nacht drüber schlafen, dann schneide ich das Vorderteil aus und den Probestoff zu. Nur welchen? Den schwarzen oder den gemusterten?

22.29 Uhr
Stopp, stopp, stopp, so einfach ist das natürlich nicht. Ich ziehe jetzt noch mal das Polizeikleid an, dass ich nach dem Mantelschnitt genäht habe und kontrolliere, ob der Abnäher gut sitzt. Und dann muß ich doch noch mal das Schnittquelle Schnittmuster rausholen, weil das Armloch leicht im Winkel verschoben werden muß. Ich denke aber, das ist Finetuning. Das wird schon!

22.47 Uhr
So, ich mache jetzt Schluß für heute. Ganz so einfach, wie gedacht ist es doch nicht. Es ist eben ein Stokx. Als ich das Polizeikleid anhatte, sah ich zwar, dass die Abnäher super sind, entdeckte aber auch ein raffiniertes eingesetztes seitliches Vorderteil, dass ich vergessen hatte und dass ähnliche wie Prinzessnähte natürlich auch formgebend ist. Diese Erkenntnis hat einen Vor- und einen Nachteil: Der Nachteil ist, ich bin noch nicht fertig mit den Anpassungen, ein wenig Weite muß ich wohl dann unter der Brust wieder wegnehmen oder irgendwo ist noch etwas, was noch nicht ganz passt. Aber das werde ich morgen in einem Telefonat mit Lindy versuchen zu klären.

Der Vorteil ist, dass ich mal wieder ein hübsches Kleid in meinem Schrank entdeckte, das ich lange nicht anhatte. Wieso eigentlich? Es ist ein verdammt schickes Kleid, das Polizeikleid!

War doch ganz interessant heute - zumindest für mich. Wer hätte das gedacht. Zwischendurch hätte ich ja fast hingeschmissen. Und ihr so?

Kommentare:

  1. Abnäher verlegen ist recht leicht, am besten wirklich mit Schere, Tesa und Zusatzpapier.

    Du musst wissen, wo der echte Brustpunkt des Abnähers ist - idealerweise genau dein eigener Brustpunkt. Von hier aus wird der Abnäher gedreht. Du zeichnest deinen (Original-)Abnäher bis zum Brustpunkt, legst ihn dann so zu, wie er auch genäht wird und klebst ihn zu. Dann - oder vor dem Kleben, ist leichter - zeichnest du eine Linie von dem Punkt aus, wo der neue Abnäher enden soll und verbindest sie (die Linie) mit dem Brustpunkt. Diese Linie wird aufgeschnitten und so öffnet sich der neue Abnäher.
    Unter diese Öffnung klebst du nun ein Stück Papier und faltest den Abnäher erneut zu, schneidest die Nahtlinie noch einmal nach und öffnest wieder - nun hast du dort eine Ecke oder Kerbe oder Welle, die dir zeigt, wie der Stoffschnitt vor dem Zusammennähen aussieht.

    War das verständlich? Bin jetzt gerade eigentlich nicht auf technische Erklärungen eingestellt ... sonst hau mich noch mal an :-)

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    1. Danke, ja, das habe ich verstanden. Jetzt muß ich mich genau darum kümmern und ich gebe zu, ich habe Respekt davor!

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  2. Wir schauen hir Tatort und ich verfasse nebenbei per hand mal meinen ersten sew-along-artikel ;-) es wird spannend.

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  3. Hallo Meike,
    das DoDo Kleid habe ich auch schon genäht. Bei Burda habe ich so eine ca.44er Figur, bei nur 1,60 Körpergröße. Mir war es im Rücken oben im Nackenbereich 4 cm zu weit, ich habe es am Reißverschluß enger gemacht, dafür finde ich es an der Brust etwas zu eng. Da würde ich bei einem weiteren mehr Weite zugeben. Es macht eine unglaublich schöne Figur und frau hat ein schickes, gemütliches Kleid, da das Vordereteil ja schräg ist. Viel Erfolg wünscht Wibke

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  4. Also: 'Krimi-Meike' ist mir insgesamt lieber; Christoph wird wohl ein weiterer Krimi ;-) !
    Mensch seid Ihr gut - ich kann beim Naehen nix nebenbei dazu :-o = ausnahmsweise gruener Neid!
    LG, Gerlinde
    PS: Danke fuer Dein wieder aufgenommenes Doppel-Programm: Kreieren (Naehen) mit Entertainment (bloggen).

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  5. Du hast Recht........ die Münsteraner machen nur noch auf 'witzisch' ist mir zu viel. Wahnsinn was du bis spät Abends noch hinbekommst.

    Christine

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Ich freu mich sehr über Kommentare! Sie sind kleine Geschenke für mich! Vielen, vielen Dank im Voraus.