Donnerstag, 22. November 2012

Fotos und so



In den letzten Tagen haben wir knapp 2000 Fotos von mir für eine Bewerbung gemacht. Auf jeden dieser Fotos sehe ich aus, als wolle ich den Job nicht haben, dabei ist das Gegenteil der Fall. Jetzt werden die meisten wahrscheinlich sagen ".meike, geh zu nem Profi" und ihr glaub nicht, wie oft ich schon darüber nachgedacht habe, dies zu tun. Allein die Fotos, die Profis von mir bisher gemacht haben waren auch nicht toll und vor allen Dingen nicht ich. Damit meine ich jetzt so 4x oder 10x knipsen Shootings. Ich hatte schon zweimal das Glück wirklich große Shootings mit ewig Zeit und hunderten von Bildern zu machen, bei denen ich wie eine (nervöse) Königin behandelt wurde. Die waren schon gut und sahen aus wie ich, aber diesem "ich geh mal zu nem Fotoladen und lass schnell Bewerbungsbilder machen" stehe ich skeptisch gegenüber, außerdem kann der Gatte eigentlich Fotografieren und hat ne gute Ausrüstung. Das Problem bin ich: Ich weiß einfach nicht, wie man seriös und trotzdem nett schaut. Das Rumhampeln vor dem Stativ für den MMM ist ein ganz anderes Kaliber!

Da fotografiere ich doch lieber mein Strickzeug. Derzeit stricke ich mal blau, weil mich das graue-zweit-Frühlingsjäckchen-Ärmel-stricken doch sehr langweilt.



So sah es Sonntag abend aus. Bündchen im Zug und dann ein Muster, dass ich aus einem Buch abgeschaut hatte. Echt retro - aber leider fast unsichtbar. Ich bin erstaunt, dass man auf dem Foto überhaupt etwas davon erkennt. "Made so quickly" aus A stitch in Time Vol.1 hätte es werden können, wenn die Wolle und die Nadeln etwas dicker gewesen und damit das Muster etwas spektakulärer gewesen wäre. Der Titel klang ja vielversprechend.

Aber jetzt sieht es so aus wie ganz oben zu sehen. Das Muster ist zwar ein bißchen.....mmmmhhhh merkwürdig..... ein bißchen opa-westen-mäßig, aber irgendwie gefällt es mir. Sogar dem Gatten gefiel es wohl ein bißchen, denn er fragte, ob ich so etwas auch in Form einer Mütze stricken könnte. Sieh an, sieh an. Natürlich kann ich das!

Das Muster ist auch retro. Es stammt aus dem von Catherine mal empfohlenen "Schachenmayrs Lehrbuch der Handarbeiten aus Wolle zweiter Band"*welches ich auch über das ZVAB gekauft habe und das sein Dasein in einer gut verschließbaren Plastikhülle verbringen muß, weil es so furchtbar stinkt. Aber es hat schöne Muster. Mein aktuelles heißt "Westenmuster VI" und somit ist es natürlich kein Wunder, dass es an Opas erinnert. Aber ich finde, es hat was und es ist leicht zu stricken**. Was es mal wird, weiß ich noch nicht. Jetzt stricke ich erstmal das Rückenteil, der Rest kommt später. Ich brauche etwas pullunderartiges auf jeden Fall ohne Ärmel oder mit kurzem Arm. Mal schauen, was es wird.

*Ich hätte gerne zu Catherines Beitrag verlinkt, aber ich finde ihn partout nicht.

** 1. Reihe: *4K, P* , 2. Reihe: *4P,K*, 3. Reihe: wie erste Reihe, 4. Reihe: K Geht fast ohne Hingucken, wenn der Körper auch ohne das Hirn bis 4 zählen kann und wenn man raus ist, sieht man sofort, wie es weitergeht. Prädikat empfehlenswert. Und für alle, die noch nicht na englischen Anleitungen gestrickt haben K=knit=rechts und P=purl=links.

Kommentare:

  1. Das kenne ich, das steht mir am Samstag bevor. Zumindest habe ich mir das für dann vorgenommen. Hoffentlich werden die Dinger was, aber der Fotoladen in den ich für sowas gehe nimmt sich Zeit (also die Leute dort, nicht das Ladenlokal) und macht seine Sache echt gut. Aber ich finde es trotzdem FURCHTBAR!!!
    Wir schaffen das schon. Und bekommen den Job. JAWOLL!
    Besten Gruß
    Cati

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    1. Ok, ich denke beim nächsten Shooting an Frau Basmati, dann muß ich ohnehin grinsen. Und vice versa! Es ist einfach ne furchtbare Sache, durch die frau und man hin und wieder durch muß.

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  2. Ich hab mir letztes Jahr zur Bewerbung ein gutes Fotoshooting in einem Studio gegönnt, mit Vorher Fotomake-up etc. Das war wirklich klasse und hat sich total gelohnt.
    Ne ganz junge Fotografin, die mich aber super motiviert hat.
    Ich drück dir die Daumen für den neuen Job! Bei mir hats geklappt. :-)
    LG Ute

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    1. Der wird nicht am Foto hängen, der Job. Das wird schon. Herzlichen Glückwunsch für dich.

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  3. Oh je, Bewerbungsfotos. Wie "seriös" müssen die denn sein? Ich meine, wirklich. Als Texterin, Journalistin, Coach, also im kreativen Bereich im weitesten Sinne, darfst Du den Entscheider doch etwas "anders" anstrahlen. Warum probiert Ihr es nicht mal ganz ernsthaft mit MMM-Rumgehampele, dabei den Kamerafokus aufs Gesicht, vielleicht vor einem gleichmäßigen Hintergrund draußen (da ist auch das Licht unproblematischer)? Nach nochmal 200 Bildern - oder meinetwegen 2000 ;-) - wird bestimmt was Passendes dabei sein! Und Photoshop sollte man auch nicht unterschätzen, wenn ausgerechnet das perfekte Lächeln bildtechnisch nicht perfekt rüberkommt. Fotostudiobilder sehen oft so gestellt aus. Und die richtig guten sind halt teuer - wenn die dann nichts werden ...
    Also, wenn jemand in die Kamera strahlen kann, dann Du.

    Viele Grüße
    Ursula

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    1. Die müssen leider schon etwas seriöser sein, als sonst. Aber das wird schon. Ich mag eben nicht so gestelltes, zu perfektes Zeug, habe aber nix gegen Photoshop (ist sowieso Standard). Ich bin nur verwundert, dass es so viel schwieriger ist als beim MMM.

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  4. Du bist doch in Hamburg, oder? Darf ich dann vielleicht einmal Werbung machen? Eine alte Flamme von mir ist beruflich Fotograf und meiner bescheidenen Meinung nach ein seeehr großartiger... und dabei total entspannt und nicht gekünstelt. Könnte mir vorstellen, dass das passt. Das ist seine Seite: http://www.stefan-kock.net/

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    1. Last but not least: Auf jeden Fall ganz viel Erfolg bei der Bewerbung!

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  5. Hallo Meike,

    genau so ging es mir auch vor zwei Wochen, als ich zwecks Bewerbungsfotos bei einer Fotografin war. Ich war in der großen Bergstraße bei Inga Sommer, http://ingasommer.de/ und die Fotos sind prima geworden (wenn ich mir auch seltsam vorkam).

    Daumen sind gedrückt und liebe Grüße,
    Sinje

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  6. Zu den Fotos kann ich zwar nicht viel sagen (meine für den MMM sprechen ja Bände über meine Qualitäten...), aber ich wünsche Dir viel Glück bei der Bewerbung!

    LG
    Poldi

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  7. Sobald ich höre: "Jetzt setz Dich da mal hin, schau hierher, halt still und lächle entspannt", verkrampfe ich mich. Ich traue mich nicht zu blinzeln oder zu schlucken. Warum nur hat man sofort so viel Spucke im Mund? Und wenn ich es nicht mehr aushalte, drückt der Fotograf genau in dem Moment ab, wenn ich schlucke und blinzle. Und ich sehe aus, als wäre ich gerade gegen einen Bus gelaufen, hurra.

    Viel besser wäre es, wenn Dein Gatte die Serienbildfunktion der Kamera benutzt (also viele Fotos schnell hintereinander wie bei Sportfotos), locker mit Dir plaudert und Dich dabei auch anschaut. Nicht so nah ranzoomen ans Gesicht, dann ist es auch auf dem Bild drauf, selbst wenn er die Kamera nicht direkt vor der Nase hat. Und dann wie schon eben gesagt: einfach mal rausgehen. Übrigens sieht man jünger und schlanker aus, wenn der Fotograf etwas höher steht als das Model. Wenn Du zu ihm nach oben schaust, ist das Gesicht entspannter und der Hals länger.

    Liebe Grüße und viel Glück!
    Henriette

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  8. Ich bin ganz froh, dass die Me Made Fotos immer ohne Kopf sind, von mir gibt es kaum ein schönes Foto. Wenn ich in den Spiegel schaue, bin ich allerdings ganz zufrieden mit mir. Bei deinen Fotos fällt mir immer wieder auf, dass du eine unglaublich tolle Ausstrahlung hast. Deshalb solltest du vielleicht gar nicht so kritisch mit den Fotos sein, sondern einfach tun, als würdest du ein Foot für die Bloggerkollegen/innen. Mit deiner Ausstrahlung, kann es einfach nur etwas werden!
    Ich drück die Daumen. LG Rita

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