Dienstag, 20. November 2012

Berlin-Rückblick



Berlin war für mich mehr als das Bloggerinnentreffen. Wie immer hatte ich einen FreundInnen-Treff-Marathon mit wunderbaren Begegnungen. Es ist einfach fantastisch, dass Freundschaften Bestand haben, Bereichern und Erfreuen können, auch wenn viele Kilometer zwischen uns liegen. Egal, ob ich diejenigen traf, mit denen der virtuelle Kontakt rege ist, aber dafür die Freundschaft noch frisch oder die anderen, mit denen zwischen den Treffen (fast) nichts geschieht, die ich aber schon lange einen Platz in meinem Herzen habe. Natürlich habe ich auch Freundinnen in Hamburg, aber die Tage in Berlin waren ein Intensiv-Bad in Freundschaft, dass ich sehr genossen habe.

Wahrscheinlich war das der Grund, dass ich der großen Anzahl an Bloggerinnen eher zurückhaltend gegenüber stand. Na klar, gab es Gespräche. Es gab sogar sehr viele schöne Gespräche! Aber es waren einfach verdammt viele Menschen, so dass es mir wirklich hin und wieder vorkam, wie beim Speed-Dating.

Aber es war spannend. Ich habe mich sehr gefreut Köpfe zu entdecken, die ich nicht kannte, weil sie sonst abgeschnitten werden. Ich habe mich darüber gewundert gefreut, dass ganz oft ein Gefühl des Kennens besteht, obwohl man sich nur liest. Und ich habe mich gefreut Menschen, dreidimensional, in Action zu sehen, die "ganz normal wirken", obwohl sie wunderbare Kleider haben. Ganz so geflasht wie letztes Jahr war ich allerdings davon nicht mehr. Es ist schon krass, wie sehr ich mich an "echte Frauen in schönen Kleidern" im Laufe eines Jahres gewöhnt habe. Ganz besonders lustig fand ich es, Frauen an ihren Kleidern zu erkennen. Es ist schon ein skurriler toller Blick auf die Welt, den ich durchs Nähbloggen habe.



Ich glaube das ist genau der Punkt. Während ich letztes Jahr im Grunde drei Tage lang überrascht und entzückt war, was es dieses Jahr etwas zu viel und gleichzeitig etwas zu wenig für mich. Statt hier ein Gespräch und dort ein Gespräch würde ich lieber etwas mit Näh-Bloggerinnen machen. Ich stelle mir ein Wochenende in einem großen Haus vor mit vielen kleinen und großen Räumen. Hier wird genäht, dort wird ein Thema diskutiert, in einem anderen Raum werden Ideen gesammelt und getauscht, abends wird prunkvoll gefeiert und tagsüber kommt man sich beim Tun näher. Das würde mir Spaß machen! Aber das ist eine riesige Organisation, so etwas zu veranstalten! Ehrenamtlich wäre das wohl kaum zu schaffen, aber genau wie Frau yvonet schreibt, machte genau das den Reiz unserer Veranstaltung aus.

Frau Talentfreischön beschreibt die Begegnungen mit dem Wort "Wertschätzung". Das ist ein ganz wertvoller Aspekt der Veranstaltung und auch unserer virtuellen Begegnungen, der genau dieses kleine Lächeln und dieses warme Gefühl im Bauch auslöst. Meine Tage in Berlin waren angefüllt von Wertschätzung. Das gibt Kraft und gute Laune. Ich danke allen dafür (und ärgere mich immer noch, dass ich so abgerauscht bin, denn zu Wertschätzung, hätte auch ein richtiger Abschied gehört. Aber ich kann es nicht mehr rückgängig machen.)!


(Der Plan zum Stoff: zwei Walkkleider, zwei Winterjerseykleider, ein karierter Rock im schrägen Fadenlauf und ein Frühlings-Knotenkleid)

Ich bin dick beladen nach Hause gefahren, mit Gedanken, mit Eindrücken aber natürlich auch mit Stoffen, Schnitten,  Lesetipps, Leggins und sogar einem Glas Honig. Allein für den Facinator war ich nicht mutig genug. Ganz herzlichen Dank an Frau Kreuzberger Nähte, die mir ihr Ersatz-Modell lieh!

Am Maybachufer habe ich schöne Stoffe und unzählige Thermoleggins gekauft, mein Kopf schwirrt vor lauter Projektideen, weil ich so unglaublich viele tolle Kleider bewunderte (ich sage nur grau und in schrägen Fadenlauf, Frau Dodo, du hast mir den Kopf verdreht und verdammt noch mal, wieso haben wir es eigentlich nie geschafft, mal in Ruhe zu reden? ). Im Stokx-Atelier habe ich nicht nur mal wieder viel gelernt, sondern auch noch ein Kleid aus der aktuellen Kollektion gesehen, dass mir drei Nächte lang den Schlaf raubte. So etwas in der Art brauche ich auch! BRAUCHE! Wie gut, dass ich auch so einen Stoff, ööhmmm zwei Stoffe, im Gepäck habe, die nur noch auf eine freie Waschmaschine und einen freien Wäscheständer und auf Zuwendung von mir warten. Wann soll ich das nur alles nähen?



Kommentare:

  1. Ein total schöner Bericht, so "spürbar". Das mit dem Haus ist wirklich eine tolle Idee, da ich gerade heftige Kündigungsphantasien habe wäre das vielleicht ein schöner Job......Das "Dodo-Kleid" hat es mir auch angetan und schwirrt ja auch in tollen Variationen durch diverse Blogs. Schöne Stoffe!
    Herzliche Grüße
    Sabine

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  2. Hmmm, Grundstueck in Australien fuer 'Das Rundum-Naeh-Haus'?
    (da doch mehr Platz vorhanden!
    Mensch, Traeume hast Du gute - aber wie man das hinkriegt ....
    da bin ich doch schon zuuu lange weg vom 'D-Fenster' und kenne nur EINEN Punkt sicher (da weltweit gueltig ;-) !): Geld!

    Ansonsten halte ich Dir die Daumen fuer die Umsetzung des 'Stokx-Kleides' (u.a.) und das - kannst Dir denken - weil ich neugierig bin ;-) !
    ABER: wenigstens kriegt man auf 'diese Tour' als Neugierig-Macher meist gern(est) alle Gluecksdaumen gedrueckt - gelle, Meike :-D !

    Viel Glueck (und Geduld = Weihnachtstrubel !!!), Gerlinde

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  3. Hallo Meike!
    Als ich gerade den Satz mit dem Speeddating las, musste ich schmunzeln... denn eigentlich hast Du da vollkommen Recht!
    -Die Idee mit dem großen Haus finde ich klasse! Spontan würde mir da auch direkt ein Ort einfallen an dem das möglich wäre. Es hätte dort dann nur ein bisschen was von einer Jugendherberge.
    -Von dem Karostoff habe ich mir auch etwas gekauft, aber ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob daraus ein Rock oder ein Kleid werden soll... Auf die Umsetzung Deiner "Stoffpläne" bin ich jedenfalls schon gespannt!

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  4. Da habe ich doch glatt wieder die Grüße vergessen...
    Also: LG, Lexie

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  5. Ich habe auch gedacht, eigentlich ist es schöner, etwas zusammen zu machen. Da kommt man leicht ins Gespräch über das, was man tut. So eine Art Kurzurlaub zusammen für lauter Hobbynäherinnen...

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  6. Also am Sonntag wieder live vom Tatort? Den gucke ich ja nicht, aber ich lese immer gerne nach, was ich in der Zeit alles hätte schaffen können, nähtechnisch...
    Besten Gruß
    Cati

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