Dienstag, 4. September 2012

Besser spät als nie: das aktuelle Näh-Fragezeichen



Am liebsten würde ich ja das Näh-Fragezeichen ausfallen lassen, weil mich eigentlich viel mehr interessiert, was ihr zu meinem Beitrag heute mittag zu sagen habt. Aber ich neige zu Dogmatismus und habe tolle Leserinnen, die mir mit guten Fragen aushelfen, wenn ich gerade mal keine parat habe. Deswegen jetzt noch kurzvorschluß das neue Näh-Fragezeichen.

Die heutige Frage ist von Frau Linkshänderin. Ich habe nur ganz wenig ergänzt. Vielen Dank!

Trauma oder Vorbild
Wurdest du als Kind von Mama, Oma, Tante oder vielleicht sogar Papa benäht/bestrickt/becraftelt? Hat diese Person auch für sich selbst genäht? Wie fandest du das damals? Und wie findest du es aus heutiger Sicht. Hat es dich geprägt?

Antworten könnt ihr ZWEI Wochen lang, hier in den Kommentaren oder bei Euch im Blog. Hinterlasst  , wenn ihr bei Euch antwortet, bitte einen Hinweis bei Mr. Linky, wo wir euch finden.


Kommentare:

  1. Benäht wurden nur die Puppen. Aber von Mama gestrickte Sachen haben wir getragen, z. B. einen Strickoverall zur Einschulung! Ich fand´s toll. Ich hab auch gern die abgelegten Sachen vom großen Bruder getragen und mich immer schon vorher drauf gefreut. Die Mutti hat auch sich selbst und den Vati bestrickt.
    Das Stricken und Häkeln hab ich sicher ein bisschen mit der Muttermilch aufgesogen, das Nähen musste ich mir autodidaktisch erarbeiten :-)

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  2. Hmm, jeder nach seinen Kraeften: Mama viele sog. weibl. Handarbeiten; Papa 'die maennlichen' incl. Psychologie - allerdings auf 'genus-not-talks-muchos-Methode: eher wortkarg!
    Allerdings erfolgte Mama's home-made Bekleidungs-Tour nur bis zum ca. jeweils 13. Lebensjahr von uns Kindern; von da an meinte sie, dass was ordentlicheres her muesste (damals vielleicht NOCH moeglich!) BLOS: spaeter griffen wir selbst dies aaalles wieder fuer uns selbst auf: naehten fuer uns selbst das eine oder andere Stueck; bastelten auf Teufel komm raus im Bereich der 'maennlichen Taetigkeitsfelder'.So und nun hinsetzen, bitte: Eltern sind teilweise entsetzt, weil sie uns als Konsumverweigerer verdaechtigen. Stimmt nicht, aber wenn der Markt auch viiieles nicht fuer unseren Geschmack bietet ...

    LG, Gerlinde

    Hand-me-downs wurden meistens doch noch umgeaendert/aufgepeppt oder sonstwas um 'Stigma' zu vermeiden. Ich fands toll!
    (Meike: Nr. 2 fuer heute!? ;-) und duck und renn' weg bevor ein Schuh fliegt ;-) ! )

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  3. Natürlich habe ich von Mama & Oma gestrickte Sachen getragen und einige Teile, die aus abgelegten Erwachsenenkleidern von Dritten genäht worden waren. Aber das war nach dem Krieg & die Wolle hat unendlich gekratzt ( da 1000 Mal aufgeribbelt & wiederverwendet ) & ich habe es gehasst. Es hat lange gedauert, bis ich wieder Wollsachen anziehen mochte & einmal hat meine Mutter einen geschenkten Bleyle - Pullover ( war damals eine hochwertige Marke ) mit Baumwollstoff für mich abgefüttert, damit ich ihn trug.
    Irgendwie hatte das alles für mich mit Armut zu tun & war von daher nicht attraktiv.
    Aber später, als Teenager habe ich dann selbst für mich genäht, allerdings auch wieder aus finanziellen Gründen, denn ich konnte mir modische Dinge nicht so leisten. Doch das Selbermacher - Gen ist in mir gut verankert ( siehe dazu auch mein Post in meinem Blog:
    http://lemondedekitchi.blogspot.de/2012/07/diy-fur-mich-nichts-neues-ich-komme-aus.html?showComment=1342505465822 ). Selbermachen macht einfach Spaß & nichts genieße ich so wie den ständigen Blick auf selbstgemachte Werke!

    LG
    Astrid

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  4. Meine Mutter hat nie "übermäßig" viel gestrickt. An einen quergestrickten Pulli, der so in einem gestrickt wurde, erinnere mich. Meine Schwester und ich hatten die Gleichen und ich habe ihn auch gerne getragen.
    Mein Mann ist ein bisschen "traumatisiert" was selbstgestrickte Sachen seiner Mutter betrifft. Für ihn war es ein Graus, seine Schwestern mochten es. Ich kann ihn verstehen...Schwiemu hat gerade eine Rock-Pulli Kombi für meine Tochter gestrickt, bei der es mich schüttelt...eierschalenfarbene Poly-"Wolle" mit pinken und blauen Streifen. Ich bin ja auch ein Sparfuchs beim Materialkauf, aber Qualität darf es schon sein, sonst ist mir meine Arbeit zu schade.

    Geprägt wurde ich von Niemandem. Im Handarbeitsunterricht war ich eine Niete. Ein Wunder, dass ich so viel Freude am handarbeiten habe!

    Viele Grüße
    Gaby

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  5. Im ersten Moment dachte ich bei dieser Frage, dass ich dazu gar nichts sagen kann, aber dann fielen mir Stück für Stück selbstgemachte Sachen ein, die ich als Kind hatte. Meine Oma strickt noch heute Socken für die ganze Familie. Aus diesem Garn, das selber Muster macht. Im Winter gibt es nichts besseres für Kälte Füße! Muss an der mit eingestrickten Liebe liegen. Als pferdeverrücktes Mädchen hat sie mir auf Wunsch auch mal einen kunterbunten Pulli mit Pferdekopf drauf gestrickt, der ist aber verschollen. Meine Mutter hat auch gestrickt, aber eher als ich noch ein Baby war. Und später hat sie die Nähmaschine wieder rausgeholt und mir mal ein tolles Kleid genäht, was ich aber irgendwie auch versust habe. Und mein Papa (!) hat meine baby

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    1. Mein Papa hat meine Babydecke gestrickt! Ein eigentlich hässliches Teil, dass ich aber wie meinen Augapfel Hüte und erst für meine Puppen und jetzt für meine beiden Jungs im Kinderwagen benutzt habe.
      Kurz und gut: ich bin nicht über die Maßen bestrickt und benäht worden, aber ein paar teile haben es in meine Erinnerung und mein Herz geschafft. Ich fand und finde es toll, aber es hat mich nur in sofern geprägt, als dass ich hoffe, dass meine Kinder auch etwas selbstgemachtes aus ihrer kindheit mit ins spätere Leben nehmen, aber das hat ja zum Glück noch zeit!

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  6. Meine Mutter hat immer für mich genäht und ich wurde mein Leben lang von meinen Freundinnen um meine tollen Röcke, Kleider, Kostüme, Hosenanzüge, Jacken, Mäntel, die alle perfekt passten, beneidet. Es gab so mit 13 Jahren eine Zeit, wo ich wie alle anderen Jeans (damals hießen die noch Nietenhose) und grüne Parkas tragen wollte, da ging Nähen gar nicht. Aber während des Studiums als ich wenig Geld für extravagante Kleidung hatte und als Berufsanfängerin, habe ich es sehr genossen, am Schaufenster von z. B. Jil S. vorbei zu schlendern und meine Mutter mit einem entsprechenden Modell zu beauftragen. Mittlerweile ist die Mutter weit über 80 und kann nicht mehr gut sehen, das ist wahrscheinlich der Grund, weshalb ich angefangen habe, selbst zu nähen. Aber die Fertigkeiten für maßgeschneiderte gefütterte Kostüme und paillettenbestickte Abendkleider werde ich wohl nie erwerben (sowas brauche ich auch nicht mehr und die selbst genähten Sachen, die ich alle noch habe und die tatsächlich noch passen sind zeitlos und qualitativ viel besser als Kaufkleidung. LG Anja

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  7. Ich weiß gar nicht, ob ich viele Kauf-Klamotten hatte. Die beste Oma der Welt und meine liebe Mama nähten unentwegt. Das Material wurde im einzigen "Reste-Geschäft" weit und breit gekauft. Hosen aus so ganz komischen "Plastik-Stoffen" und Kassaks für sich selbst entstanden und für uns Kinder Jeans (erinnert sich noch jemand an Biesen-Jeans, oder Rund-Hosen, mit dem Reißverschluss hinten)? Für jeden Anlass - Mein Onkel heiratet: Kein Problem, ich bekam ein neues langes Kleid mit Rüschen und Huscha...
    Orangen Anorak mit Kapuze und mit blauem Teddy gefüttert, Rote Cord-Latzhosen, Blusen, Westen, glaubt mir, ich hatte alles was die 70er so hergaben. Aber so richtig froh war ich glaub ich nicht damit. Die Stoffauswahl in diesem Geschäft war durchaus begrenzt. Ich hätte viel lieber ne Kauf-Jeans gehabt...

    Trotzdem, Tusch und Dank an Omi und Mama: Gelernt hab ich von Euch, dass man ALLES selbermachen kann und das es nicht die Welt kosten muss. Das man nicht alles gleich wegschmeißt.

    Und das Beste ist der Spruch meiner Patentante: "Do hoste jo wörrer aus naut aut gemacht".

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  8. Meine Mama kann ganz toll Nähen und Stricken - von ihr habe ich das Meiste gelernt.

    Als ich klein war, hat sie mir mal (neben vielem anderen, oft und gerne Getragenem) ein Kleid genäht, das für meinen (damals ziemlich burschikosen Jungensgeschmack) viel zu Püppchenhaft war. Ich (als vierjähriger Trotzkopft), hab's mit der Schere in viele kleine Teile zerschnitten, damit ich es nicht anziehen musste.
    Meine Mama (auch so ein Dickschädel, naja, der Apfel halt, der nicht weit vom Stamm fällt), hat's notdürftig zusammengeflickt und ich musste es einen Tag tragen, dann haben wir's gemeinsam in der Tonne entsorgt.

    Das war nur kurzzeitig traumatisierend, dafür aber sehr lehrreich:
    - Für mich, weil ich seitdem Selbstgenähtes schätze, da ich erfahren habe, wieviel Zeit und Herzblut in so ein Kleidungsstück fließen kann (wenn mir jemand etwas Selbstgenähtes mutwillig zerschneiden würde, ha!, dann würd ich auch heulen und zu üblen Maßnahmen greifen, aber echt!).
    - Für meine Mama, weil sie mich seitdem vorher fragt, bevor sie mit einem Projekt für mich loslegt...

    Liebe Grüße,
    Steffi

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  9. Ich freu mich, dass ich Dir mit einer Frage aushelfen konnte. Ich selbst antworte bald bei mir im Blog.

    Liebe Grüße,
    Henriette (Die Linkshänderin)

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    1. Die Antwort ist jetzt da:
      http://die-linkshaenderin.blogspot.de/2012/09/nahfragezeichen-trauma-oder-vorbild.html

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  10. Meine Mutter hat uns alle benäht und dazu angeregt/angeleitet, es später selber zu tun. Mehr dazu habe ich in meinem Post, wenn die Verlinkung geklappt hat. Interessante Frage von Henriette.
    LG von Mirabell

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  11. ... spät, aber ich hab's noch geschafft. Es ist allerdings ein bisschen mehr geworden, wer Interess hat, kann hier nachlesen.
    http://nahttrennerin.wordpress.com/2012/09/18/nahfragezeichen-familienbande/
    VG
    Cornelia

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