Dienstag, 10. April 2012

Frühlingsjäckchen Knit Along: (hoffentlich) letzte Hürden stolz übersprungen

Abnäher_stricken

*links vorher mit unprofessionellen Löchern, rechts nachher - man beachte den fast unsichtbaren gestrickten "Abnäher"

Nur Kennerinnen werden wahrscheinlich das Problem überhaupt erkennen. Aber ich bin verdammt stolz, dass ich es angegangen bin und nun einen sehr vornehmen Abnäher gestrickt habe! Tapferes Meikchen!

Als ich letzte Woche das eine fertige Vorderteil an das Rückenteil des Frühlingsjäckchen heftete, hatte ich irgendwie den Verdacht, dass es vorne zu kurz sein könnte. Außerdem stimmte die Ausschnittsschräge nicht. Aha, also nochmal ribbeln bis zum Armloch, dachte ich, und rechnete aus, wie ich es länger mache. Das war allerdings zu kurz gedacht  (denn wie hätte denn nun das lange Vorderteil ans kurze Rückenteil passen sollen) und im Nachhinein wunderte ich mich, dass ich nicht sofort auf die naheliegende Lösung kam: es ist zu kurz, weil die Brust reinmuß = es fehlt eine Tüte. Irgendwie schwante mir ja so etwas, aber ich glaube, ich hatte das beim Stricken des Vorderteiles verdrängt, damit es voran geht. Außerdem hat frau beim Stricken ja auch nicht dauernd Zeit zu denken. Ich hoffte, dass es nach Anleitung passen könnte und dachte, dass ich an dem fertigen Vorderteil zumindest dann das Problem besser erkennen könnte, als beim Nachdenken.

So war es dann ja auch. Ich strickte also das zweite Vorderteil nur bis knapp unters Armloch und als wir gestern nachhause kamen, schnappte ich mir das hervorragende Buch "Achtung Kurven", in dem das Stricken für dicke Frauen erklärt wird und rechnete wie wild, immer schön nach Anleitung. Das war ziemlich einfach, denn alles wurde gut Schritt für Schritt erklärt. Dann strickte ich munter verkürzte Reihen für den "Beutel", der mit Hilfe eines gestrickten Brustabnähers mit verkürzten Reihen geschaffen wird.

Und obwohl ich Wiebkes Mahnung in den Kommentaren "Hast du eine gute Anleitung für die verkürzten Reihen gefunden, damit es keine blöden Löcher gibt?" im Ohr hatte, strickte ich erst einmal Löcher, weil ich das mit den Knubbeln, beim wieder lange Reihe stricken, erst nicht kapierte. Es war fast 23 Uhr, der Film (mal wieder ein schlimmer Film) war zu Ende und ich dachte, "ach, es ist ja ein Lochmuster, vielleicht sieht das mit den Löchern ja ganz gut aus". Sah es aber nicht. Also habe ich 4 Reihen rückwärts gestrickt und das Beenden der verkürzten Reihen in das glatt rechts Zwischenmuster gelegt, die Anleitung zur Knubbelvermeidung noch mal in Ruhe gelesen und dann ging es auch relativ einfach. Jetzt finde ich meine Tüte unheimlich super! Und das Buch kann ich Frauen mit runden Körpern nur wärmstens empfehlen.

Mann, ich habe noch nie so etwas Kompliziertes gestrickt und auch noch nie mit so dünnen Nadeln. Von der ursprünglichen Anleitung ist kaum noch etwas übrig, denn ich habe sie insgesamt vergrößert, das Hauptmuster ausgetauscht, stricke mit anderer Wolle (damit mit geringfügig anderer Maschenprobe) und habe jetzt noch Abnäher eingestrickt. Jetzt bete ich, dass das Ding wunderbar wird und bin zwischendurch beim Stricken schon mal ein bißchen stolz.

Kommentare:

  1. Wow, mir kreist´s im Kopf. Das ist ja wahnsinn, was du dir da zutraust und offenbar auch schaffst. Da kannst du nicht, nein, da musst du auf die stolz sein - aber nicht nur ein bisschen!
    Ich bin schon total gespannt auf das Ergebnis.
    Wenn ich drüber nachdenken, an was für Kleinigkeiten ich teilweise beim Stricken schon scheiter ... puhhh, ich bewundere dich ernsthaft!
    LG, Claudia

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  2. Ich bin auch ganz stolz auf dich! Und kann mich da nur Claudia anschließen: Woran ich manchmal beim Stricken scheitere- das ist ja gar nichts dagegen!
    Mach weiter so!
    LG
    Wiebke

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  3. Mann , Meike ! Da schrumpfen meine Anpassungsprobleme ja geradezu zum Mückenschiss ! Alle Achtung , wie Du Dich da durchgebissen hast . Und das sieht jetzt echt super aus ! Irgendwie toll , wie einen dieses öffentliche Stricken mit sanftem Druck antreibt und dabei weiterbringt , oder ? Jedenfalls empfinde ich das so , mein Jäckchen wäre nämlich ansonsten auch schon längst in die Ecke geflogen ;)
    Liebe Grüsse Dodo

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  4. Danke! Ihr seid toll!
    Ja, Frau Dodo, es liegt schon am öffentlichen Stricken. Ich hätte sonst wohl nicht durchgehalten. Aber beim Stricken denke ich so oft an die lila Jacke vom letzten Sommer, die ich so irgendwie gar nicht mag und das motiviert, mit den Spaghetti-Nadeln weiter zu stricken und alles so gut wie möglich zu machen.

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