Montag, 19. März 2012

Meine Antwort auf das Nähfragezeichen Nr. 32




Warum ausgerechnet (Knoten-)kleider?
Beim MMM ist es nicht zu übersehen. Hobbyschneiderinnen lieben es, Kleider zu nähen. Warum eigentlich? Was ist dran am Kleid (im Allgemeinen) und (im Speziellen) am Knotenkleid? 



Eben habe ich diesen fantastischen Film bei Stellamaria entdeckt und ich bin entzückt. Ich bin hin und weg von diesen Damen. Unbedingt anschauen! 

Und nachdem ich den halben Tag über Catherines "gender matters?!" nachgedacht und die Kommentare gelesen habe, bin ich nun wirklich inspiriert, auf die scheinbar so unspektakuläre Frage des dieswöchigen Näh-Fragezeichens zu antworten. 

Warum Kleider? Weil Kleider nicht nur praktisch, sondern fantastisch sind. Feministisches Näh-Bloggen rulz! Danke Catherine für den MMM, die Inspiration, die klugen Gedanken und den bezaubernden neuen Subtitel! 

Früher dachte ich, ein Kleid wäre "nur für gut" und müsste geschont werden. Heute weiß ich, dass es mir gut geht, wenn jeder Tag ein guter Tag ist. Also muß ich einfach immerzu Kleider tragen. Dabei ist meine eigene "Ver-jeans-ung" noch gar nicht so lange her. Noch 2011 nähte ich, um meine vorhandene Garderobe zu ergänzen und dann kam erst der MMM und dann die Nacht des Kopfkleiderschrankes (Wortkreation von Frau Pittifours - einfach genial!). Auf meinen Post "Eigentlich bin ich..." gab es wunderbare Kommentare, die mich eine ganze Nacht um den Schlaf brachten und die dazu führten, dass ich will, dass jeder Tag ein Kleider-Tag ist. Wie durch Zufall (harr harr, an so etwas glaube ich schon lange nicht mehr) war diese schlaflose Nacht in der ersten Woche des neuen Jahres und seit dem weiß ich, dass eine andere Ära angebrochen ist. Von nun an nur noch Kleider. 

"Vielleicht ist aber auch genau DAS die Lösung? Genau dieses Prinzip umzukehren? Nicht das Außen nach Innen wirken zu lassen, sondern das Innere auch zum Äußeren zu machen, und damit komplett zu werden, das stimmige Gesamtbild? Innerlich wissen wir doch ganz genau, wer und wie wir sind! Und wenn wir das nun auch umsetzen, werden wir vor lauter Zufriedenheit von innen heraus leuchten. Da wird dann niemand mehr auf die Idee kommen, Farben, Schleifen und Rüschen auf Figur- und Typverträglichkeit zu analysieren, sondern wird sofort total von unserem breiten glücklichen Lächeln abgelenkt sein - und sich wünschen, ebenfalls so zu seinem inneren Ich stehen zu können."

Zitat aus den Kommentaren zu "Eigentlich bin ich..". Diese schlauen Worte schrieb Frau Mohnrot spätabends, raubte mir den Schlaf und schenkte mir damit die Gedanken, die mich 2012 leiten werden. Ganz herzlichen Dank dafür!

Ich bin nicht dogmatisch. Morgens, wenn es mal schnell gehen muß auf dem Weg zur Kita bin ich oft ungeschminkt und verjeanst und auch abends auf dem Sofa darf eine Rumlümmelhose meinen Luxuskörper wärmen. Aber im Laufe des Tages, muß es ein Kleid sein. Wenn ich richtig mit der Welt in Kontakt trete und glaubt mir, morgens bin ich dazu noch nicht in der Lage, dann bitteschön im Kleid. Denn im Kleid bin ich ich. Das bin ich. So gefalle ich mir. Je mehr Kleider ich habe, umso mehr wird das Bild in meinem Kopf mit der Frau, die ich im Spiegel sehe identisch. Von Kleid zu Kleid werde ich etwas besser. Es gibt Kleider, in denen ich mich wohler fühle, als in anderen, es gibt Kleider für solche Tage und Kleider für andere. Aber ein Kleid muß es sein! Also arbeite ich daran, mehr und mehr Kleider zu haben, um mehr und mehr ich zu werden. Catherines Wunsch nach 365 Kleidern kann ich gut nachvollziehen, doch die Zahl ist mir egal. Hauptsache, ich bin ich. 

Aber warum ausgerechnet Kleider? Weil ich eine Mischung aus Weiblichkeit und "es muß praktisch sein" bin. Ein Kleid zieht frau einfach drüber und ist angezogen. Gut angezogen. Da passt oben auf jeden Fall zu unten. Ok, frau muß sich Gedanken über Schuhe, Strümpfe, Unterwäsche, Mäntel, Handtaschen und Strickjäckchen machen. Aber selbst wenn dieses Drumherum nicht perfekt ist. Frau sieht gut aus - denn sie trägt ein Kleid. Im Kleid bewegt frau sich anders. Frau ist ganz Frau und sieht einfach bezaubernd aus. Drüberziehen, fertig, gut. So einfach ist das. 

Und zu Frage 32 B. Das Knotenkleid ist nicht das perfekte Kleid, denn es braucht figurschmeichelnde Unterwäsche und es hat keine Taschen. aber ich finde es schön (wenn es passt). Es ist für mich der Kleiderschnitt, der am meisten "Frau" zeigt. Der Busen wird betont, Taille und Hüften sind sichtbar. Natürlich sind wir Frauen nicht auf die Brüste zu reduzieren, aber hey, wir haben sie und das ist einer der wesentlichen Unterschiede zum Mann. Egal ob groß oder klein, sie sind dazu da, zu nähren und Begehren zu wecken. (Sie sind allerdings nicht zum Joggen geschaffen, aber das war wohl im großen Plan auch nicht vorgesehen). Die Brüste sind weich und warm und einfach schön. Das Knotenkleid huldigt den Brüsten und der Weiblichkeit. Deswegen mag ich es. 

Vielleicht ist für andere Frauen das Knotenkleid nicht das "Kleid der Kleider". Das muß es auch nicht sein, denn so verschieden wie wir Frauen nun mal sind, so verschieden werden unsere Kleider sein. Ich würde mir aber wünschen, dass unsere Welt mehr so wird, wie das Bloggerinnentreffen in Berlin: gut sichtbar viele wundervolle, intelligente, charmante und einfach faszinierende Frauen in wunderschönen Kleidern. Habt Mut, näht und tragt die Kleider aus eurem Kopfkleiderschrank und macht jeden Tag zu einem guten Tag. Ich freu mich drauf!

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Ihr wollt auch noch was sagen? Antworten könnt ihr - eine ganze Woche lang - hier in den Kommentaren oder bei Euch im Blog - dann bitte das Bild mitnehmen, auf die Aktion verweisen und bei Mr. Linky bescheid sagen, wo wir Euch und Eure Antworten finden:



Kommentare:

  1. Hach Meike, das hast du aber schön gesagt!

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  2. ja, wirklich schön geschrieben. und es ermutigt mich, wirklich und tatsächlich das knotenkleid zu nähen. und zwar in rot. knallrot. basta!
    und das filmchen! was soll ich sagen? SO möchte ich in dem alter auch sein. danke für`s zeigen.
    liebe grüße,
    susanne

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  3. Mojn, ich gebe zu, ich hab Deinen Beitrag noch gar nicht gelesen, denn das Video hat mich so umgehauen, daß ich es erstmal nochmal und noch mal angucken mußte. Ab und zu guck ich bei Advanced Style ja mal rein. Manchmal sind mir die Klamotten zu heftig, aber die Haltungen, die im Video durchscheinen sind einfach so genial. Danke für den link. Für heute sach ich ma: Soll der 40. Geburtstag doch kommen. 'it builds character'. Yeah!

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  4. Das nenne ich ein flammendes Plädoyer für das Kleid! Ich bin ja eigentlich keine richtige Kleidträgerin, aber dieser Beitrag könnte mich durchaus bekehren...
    Und unterhaltsam zu lesen. Und jetzt schaue ich das Video.
    LG
    Siebensachen

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  5. Hallo Meike,

    ach, schön geschrieben. Bei der mehr "Kleider an die Frau" bin ich dabei. Für mich waren Kleider früher immer was besonderes. Röcke gingen aber Kleider nur bei speziellen Anlässen.
    Inzwischen heißt es bei mir auch mehr Kleider an die Frau und ich fühle mich gut darin. Finde in einem Kleid fühlt man sich gleich "angezogener".

    Lieber Gruß, Muriel

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