Donnerstag, 22. März 2012

Heeps of needles oder das verflixte Armloch




Hach, ich kann endlich mal wieder ein paar Erfolgserlebnisse mit euch teilen. Manchmal geht es wochenlang alles schief und manchmal hat man einen Flow. Da ist schon komisch. Leider kann man in der schiefen Phase sich nicht immer daran erinnern, dass der Flow schon irgendwann wieder kommt. Mir geht das zumindest so. Meine Freundinnen sagen dann immer, ich solle mich entspannen, das würde schon wieder, schließlich wäre das immer so bei mir gewesen, aber ich versinke zwischendurch in totaler Frustration und Selbstmitleid. Damit ich mich an die Erfolge erinnern kann, schreibe ich sie gerne auf, damit ich mich im Zweifelsfall an sie erinnern kann. Heute also die Erfolgsmeldung: Die Ärmel sind im Frühlingsmantel, yippie!

Ich fragte Lindy, ob es Tricks gäbe, wie man diese verflixte Ärmel-Mehrweite des flutschigen Stoffes ins Armloch bekommt. Sie meinte nur " try again, you will manage it" Arrrgsss Freundinnen! Ich liess aber nicht locker und bat um mehr. Das bekam ich dann auf englisch und schrieb es rasch mit. Wochen später nahm ich mir das Geschreibsel zur Hand, versuchte zu verstehen. Und oh Wunder, es funktionierte. 

Und das waren die Tricks: 
  • haufenweise Nadeln
  • nicht, wie meine Näh-Lehrerin sagte vom Ärmel aus nähen, sondern vom Armloch. 
  • genau an der Nahtlinie nähen
  • gaaaanz langsam nähen von Nadel zu Nadel
  • im Nadel-nach-unten-Modus um immer wieder sanft nachschieben zu können
  • lieber die Naht zwischendurch unterbrechen, nochmal den ganzen Stoff sortieren und ordentlich unter der Maschine platzieren.
Hach, ich freu mich auf den neuen Mantel!

Und dann habe ich noch zwei Kleider zugeschnitten. Den bunten Jersey am Sonntag abend und gestern abend ein blaues Kleid nach dem Stokx-Mantelschnitt. Knöpfe und Garn habe ich auch gekauft. Ich glaube, ich bin jetzt ganz gut für den Nähkurs am Samstag und am nächsten Samstag gerüstet und freue mich drauf.

Obwohl, wenn ich den fröhlich-grauen Mantel so sehe, bekomme ich ja schon Lust auf ein etwas bunteres Modell.... Leider habe ich aber bei den beiden in Frage kommenden Stoffen zu wenig gekauft und irgendwie bin ich wenig flexibel kreativ Stoffe zu kombinieren. Nun gut, ich bin mal gespannt, wie weit ich am Samstag komme, dann kann ich ja immer noch für den anderen Samstagstermin  neue Pläne machen. 

Kommentare:

  1. Manchmal ist es auch der Mühe wert etwas zu heften, das mache ich lieber bei flutschigen Stoffen. Ansonsten gratuliere ich zum Erfolg!
    viele liebe Grüße Rubinengel

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  2. Also eigentlich ganz einfach:

    in der Ruhe liegt die Kraft ;-)

    Schön, dass es so gut geklappt hat!

    LG

    Silke

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  3. Toll, daß du die Ärmel bezwungen hast und Danke für die Tipps zum Ärmel einnähen, fältchenfrei klappt das bei mir leider auch eher nicht! ;-) Bin schon gespannt auf den fertigen Mantel....

    Liebe Grüße
    Alisna

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  4. wozu sich so viel quälen?es geht doch wirklich einfacher!, man steppt 2-3mm links und rechts vonder stelle,wo die tatsächliche verbindungsnaht sitzen wird und zwar von einem kontrollpunkt des ärmels zu dem anderen(auf deutsch-die kugel) und dann zieht man leicht an INNENseitelichen enden der fäden gleichzeitig bis man die richtige länge gerafft hat, damit der ärmel keine kräuselung bekommen- muss man es schön verteilen. und dann mnit nur paar nadeln zusammenstecken- fertig!

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    1. DAS klingt irgendwie kompliziert ;-)

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  5. Bin schon sehr gespannt - und ja, hier ist es auch so - und außerdem noch seeehr stimmungsabhängig.
    LG Jenny

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  6. wiso vom armloch aus ? das ist eine sehr spannende frage für mich. hab ich jahrelang eingetrichtert bekommen immer im ärmel zu stecken und immer im armloch zu nähen.
    liegt es am stoff ???

    grübelnde grüße
    stella

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  7. ich verstehe gar nicht warum manche sagen man soll vom Ärmel aus nähen, das macht eigentlich überhaupt keinen Sinn, weil man dann den eh schon zu weiten Stoff nur noch weiter schiebt mim Füßchen (es sei denn man hat einen differential-Obertransport). In der Ausbildung heißt es auch vom Armloch aus, weil der Ärmel der unten liegt ja weiter ist, wird er so zu sagen vom strammeren Armloch "platt" gedrückt. Das man dann keine Fältchen näht ist nur eine Sache der Übung, und dann sind auch nicht mehr so viele Nadeln nötig ;-)

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  8. Ja, manchmal kann es einen schon frustrieren. Mein Mann sagte vor einigen Tagen, als ich den Kellerfaltenrock mit viel Karacho in die Tonne pfeffern wollte : "Warum guckst du so deprimiert? Du nähst doch!" Darauf ich -äußerst jämmerlich-: "ja eben!" Das hat mich dann schon selbst zum lachen gebracht...
    Aber eigentlich wollte ich nur komplimentieren: ich finde toll, dass du dich graduell an immer schwierigere Sachen begünstigt und nicht bei den "Selbstläufern" bleibst. Hut ab!

    Liebe Grüße

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  9. Ähm. Blödes Handy: begünstigt soll natürlich begibst heißen.

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  10. Hallo!

    Glückwunsch zum bewältigten Ärmelproblem! Bin schon sehr auf das fertige Stück gespannt.

    Ich hatte Dir vor ein paar Tagen eine mail geschrieben (an die im Profil angegebene Adresse) schau doch mal....

    Liebe Grüße

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  11. Hm, etwas irritiert bin ich aber schon - warum heftest du nicht? Das wäre doch noch einfacher, oder du hälst zumindest die Mehrweite mit dem Heftfaden ein - dann ist das mit dem Stecken auch einfacher?
    Interessant: ich habe mir ehrlich gesagt, noch gar nie Gedanken darüber gemacht, von wo aus ich nähe. Also bei mir liegt der Stoff des Armloches i.d.R. näher beim Nahfuss - glaube ich ;) - ist das jetzt dann vom Ärmel oder vom Armloch aus genäht?
    Nur bei der Overlock muss ich immer aufpassen, weil sich da ja die Nahtzugabe dann auf eine bestimmte Seite legt (bei meiner Overlock) und das sollte möglichst zum Ärmel zeigen (kürzlich hatte ich das mal verkehrt, da sah Übergang Ärmel/Schulter komisch aus.
    Soso, vielleicht brauche ich doch auch mal eine Nählehrerin. Oder eben doch nicht ;)

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    1. Weil ich gar nicht weiß, wie heften geht.

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    2. Hm, also DAS würde ich mir mal von der Nählehrerin zeigen lassen, denn auch wenn ich das heften wirklich nicht gerne mag, ist es doch bei ganz vielen kniffligen Sachen mehr als hilfreich und letztendlich oft zeitsparender als Trennen (im Nachhinein betrachtet).
      Und man schrottet damit auch nicht so schnell das Messer der Overlock *hüstel* oder überhaupt kommt einem auch nicht so schnell mal eine abgebrochene Stecknadel ins Auge.

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  12. Hallo Maike,

    ich schließe mich an, wenn du die Mehrweite einhälst, mit zwei parallelgesteppten Nähten (im deren Mitte die Nahtlinie verläuft), die Mehrweite bügelst und dann den Ärmel einsetzt, sitzt der wie angegossen. Meist ist die Länge dieser Nähte eingezeichnet. D.h. die Mehrweite des Ärmels ist dann schon beim Nähen weg.

    Ist das verständlich?

    Gruß Ute

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    1. Gut, dass wir darüber gesprochen haben. :-)

      Da ich ja morgen nach dem gleichen Schnitt, allerdings mit ganz anderem Stoff ein Kleid nähen werde und auch schon den nächsten Mantel plane, werde ich das auch noch mal im Nähkurs ansprechen und mir zeigen lassen, bzw. deine Methode ausprobieren. Bisher habe ich bei den Ärmeln immer ziemlich geschummelt oder nur das von einer Nählehrerin gesteckte zusammen genäht, aber mittlerweile erwacht mein Ehrgeiz das auch selbst ordentlich hinzubekommen.

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    2. bei meinem tipp sagtest du "klinkt kompliziert" und jetzt sagst du bei dem geleichen prizip "ausprobieren"....?

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    3. @Sewing Galaxy,
      das "klingt kompliziert" kam von Jenny und nicht von Maike.

      @Maike
      Probiers ruhig aus, du musst nur drauf achten, dass du den Stoff zusammen schiebst und nicht kräuselst. Das ist natürlich je nach Material gar nicht so einfach. Durch das dämpfen (mit feuchtem Bügeltuch und ohne Dampf habe ich die besten Erfahrungen gemacht), schrumpft der Stoff dann in die passende Lägen und voila, passt in den Ärmel.

      Ein Haufen Stecknadeln brauch ich aber trotzdem noch.

      Gruß Ute

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  13. Ich mache es immer so, wie deine Freundin es beschrieben hat. Heften ist mir zu langweilig, bügeln igitt :(, einreihen ist so ne fummelei, nene...
    Ich finde es ist doch flott gesteckt und flott genäht so, oder?
    LG, Bronte

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  14. Hallo Meike,

    vielen Dank für deine Tipps.

    Es erstaunt mich etwas, dass Du zu einem Nähkurs gehst ... ich weiß jeder kann ich noch weiterentwickeln ..... aber auf mich machen deine Werke jetzt schon einen sehr professionellen Eindruck.

    Wünsche Dir viel Spaß und Erfolg im Kurs.
    Lieber Gruß,Muriel

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  15. Also dem mit den vielen, vielen Nadeln kann ich mich anschließen, so habe ich es auch gelernt. Das mit dem Fassfaden (die mit großen Stich genähten "Hilfsfäden" mit dem man die Mehrweite einhalten kann, wie in einem Kommentar oben sehr gut beschrieben) ist auch sehr hilfreich. Ich habe allerdings auch beigebracht bekommen, die Nadeln nicht quer zu stecken, sondern längs, also so wie man nähen würde. Weil so kann man den Ärmel auch von außen angucken und sieht ungefähr, wie er später auch liegen wird, ob man die Weite noch verschieben muss usw.

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  16. Oh, Ärmel einsetzen - also erst stecken, dann heften und dann steppen - das mache ich wirklich immer richtig gerne. :-) Weil ich es mag, wenn er dann hinterher so schön fällt. Ich weiß - ich bin anders als die andern. ;-) Also im Prinzip würde ich es genauso machen, wie Sewing Galaxy und auch Ute es schon gesagt haben.
    Habe auch schnell noch mal gegoogelt und diese Anleitung hier gefunden: clicks

    Grüße von Immi

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