Donnerstag, 2. Februar 2012

Meine Antwort auf das Nähfragezeichen Nr. 25von 31.1.2012



Figurtypen
Schon mal was von Apfel-, Birne- und Sanduhr-Typen gehört? Hast du dir schon mal Gedanken darüber gemacht, welche Körperform du hast und dich beraten lassen/nachgelesen, welche Kleidungsstücke, welche Schnitte für Dich besonders vorteilhaft sind? Woher hast du die Informationen (Buchempfehlungen, Links bitte) und welche Erfahrungen hast du damit gemacht? Wie wäre es, wenn wir daraus ganz persönliche Stil-Regeln entwickeln?!


Jaja, ich weiß, ich habe das Schneiderpuppen-Näh-Fragezeichen nicht beantwortet. Aber mir ist einfach nix schlaues eingefallen, außer: ja, dass Klebeband liegt hier, aber ich bin noch nicht dazu gekommen, jemand so nett zu zwingen, mir eine Puppe zu basteln und mich auch anschließend wieder daraus zu befreien.... 

Nun zu den Figurtypen. Ich muß sagen, ich tue mich schwer. Der Onlinetest, den Frau Neu verlinkte, ergab bei mir eine H-Figur. Mmmmhhhh. Das scheint nicht das gleiche zu sein, wie ein Apfel. Aber irgendwie kann ich mich mit beiden nicht identifizieren. Ich würde mich als Sanduhr bezeichnen, wohlwissend, dass das wohl jede Frau gerne wäre. Was spricht dafür? 

Viel Busen, schmale Schultern. Taille? Naja, das war auch schon mal mehr Taille, aber immerhin kann ich sie noch finden. Po und Oberschenkel? Voluminös, aber ne Birne bin ich auf keine Fall. Vielleicht doch ein H? Wenn ich meinen Körper im Spiegel anschaue, dann sieht das zwar alles reichlich aber dennoch alles ziemlich proportioniert aus - ähnlich der Venus von Willendorf. Eher ein wenig schlanker, aber die Merkmale: viel Busen, viel Hüfte und Bauch stimmen. 


Bildquelle: "Pralle Prinzessinnen" von Tine Wittler, gefunden bei buch.ch


Frau Wittler hat in ihrem Stilbuch für dicke Frauen andere Kategorien zu bieten. Vielleicht ist es tatsächlich sinnvoll, in der Typologie für Dicke zu schauen. Dort schwanke ich zwischen Typ X "oben und unten viel zu bieten, aber eine schöne Taille" und Typ O "oben rund und unten rund". Allerdings kann ich Frau Wittler - wie bei allen Stilratgebern, die ich bisher online besuchte oder las - nur teilweise zustimmen, was ihre Ratschläge betrifft. Aber schaun wir mal genauer 

  • Wickelshirts,  - Jacken - dem stimme ich zu 
  • Taille "zaubern" oder nach oben verlegen (also Empire) mmmmmh, das betont oft zu sehr meinen Busen, aber ich bin auf jeden Fall für "tailliert". 
  • tiefer V-Ausschnitt - ja mag ich, ist aber auf Dauer langweilig
  • Auffällige Kragen, Muster, Stickereien am Ausschnitt und leichte Schals, locker drappiert, lassen die Taille schlanker wirken - mmmhhh, Flatterschals mag ich nicht. Auf Deko obenrum könne ich mich einlassen
  • Ohne Ärmel ist verboten und Ärmel, die auf Brusthöhe enden - och nö, im Sommer mag ich mich nicht verschleiern. Aber Ärmel die unter dem Ellenbogen enden, mag ich lieber als darüber. 
  • Röcke in A-Form schafft Taille, wo keine ist - sieht aber im Vergleich zu den Designbeispielen der 36er größen lang nicht so gut aus. 
  • Röcke sollten knapp unterm Knie enden - das erscheint mir etwas zu lang, ich mag es lieber einen Tick kürzer, sonst wirkt es so bieder
  • Wickelkleider mit V-Ausschnitt - ja, mag ich
  • KLeider mit Gürtel auf der Taille oder höher - also mit Gürteln habe ich noch gar keine Erfahrung, fühle mich damit aber seltsam und bisher war das Feeback noch nicht eindeutig in Richtung "trag unbedingt Gürtel. 
  • Weite Ärmel verschlanken die Taille optisch - nun ja, muß man mögen
  • hohe, spitze  Schuhe - sieht gut aus, ist aber nix für mich
  • Einreiher statt Zweireiher - mmmmmh, aber ich mag Zweireiher...
Also, da ich das Buch schon vor Monaten gelesen habe und es nicht spurlos an mir vorbei gegangen ist, beherzig ich natürlich schon bewußt oder unbewußt einige der Ratschläge. Meinen persönlichen Kopfkleiderschrankstil würde ich folgendermaßen beschreiben. 

  • Möglichst wenig "unterbrochene Silhouette", d.h. einteilig (als Kleider) oder zweiteilig, aber in gleicher Farbe bzw. Farbtiefe
  • Bei Zweiteilern fühle ich mich in "oben dunkler" wohler
  • Wenn es obenrum flattrig ist, darf es auch hüftlang sein (taillierte Tunika), ansonsten eher taillenkurzes Oberteil (z.B. Strickjacke). Ein kurzes Oberteil geht aber nur, wenn das Unterteil so geschnitten ist, dass ich den Bund mag und irgendwelche Details vom Bauch ablenken, z.B. Applikation am Rocksaum.
  • Öfters mal daran denken, am Hals etwas hübsches zu tragen, wäre ein Vorsatz, dessen Realisierung aber wahrscheinlich eher selten gelingt. 
  • V-Ausschnitt und Raffung oder Wickel-Effekt am Oberteil, um das Décolleté zu betonen. 
  • Farben, Farben, Farben, quietschig uni oder aber auch gerne Muster
  • (Figurformende) Gut sitzende Unterwäsche und immer mal wieder die bequem runtergerutschten BH-Träger verkürzen
Was es bei mir niemals geben wird sollte und grundsätzlich von meiner inneren Stilpolizei verboten ist:
  • Kaschieren - das funktioniert sowieso nicht und ist nur unvorteilhaft.
  • Sackartige lange Kleidungsstück
  • "flotte, jugendlich wirkende, angeblich schlankmachende etc." (Vokabular der Verkäuferinnen in Dicke-Frauen-Läden) Muster
  • so wenig schwarz wie nur irgendwie möglich
  • einen ganzen Tag in Jeans und T-Shirt (das ist nur zum "in die Kita bringen" kurz erlaubt oder falls ich noch mal in meinem Leben bei einem Umzug helfe)
Jetzt habe ich immer noch keine Ahnung, was für ein Figurtyp ich bin. Was meint ihr zu meinem Do's und Don'ts bin ich auf der richtigen Spur? Irre ich mich an manchen Stellen? Wie immer bin ich für Tipps dankbar, meine Lieben!

...............................................................................

Auch noch Antworten könnt ihr - eine ganze Woche lang - in den Kommentaren zur Frage oder bei Euch im Blog - dann bitte das Bild mitnehmen, auf die Aktion verweisen und bei Mr. Linky bescheid sagen, wo wir Euch und Eure Antworten finden:





Kommentare:

  1. Dieses Nähfragezeichen finde ich eher schwierig, hab´mich mit Figurtypen noch nie so beschäftigt, ich glaube, es ist mir auch egal. Ich komme mir etwas birnig vor.....aber diese Online-Test mach´ich mal.
    Aber ich finde es gut, wenn frau (mann auch) weiß, was ihr (oder ihm steht). Ich glaube, da bist Du auf dem richtigen Weg. Kaschieren geht gar nicht. Besonders toll finde ich bei Dir "Wickel" oben rum und Farbe!
    Ich werde Dich weiter beobachten.....
    Herzliche Grüße
    Sabine

    AntwortenLöschen
  2. Hast De schöööön beschrieben.

    Deine persönliche Stilpolizei würde ich für mich ebenfalls zu 100% unterschreiben.

    Zu hohen Schuhen: Jaaa ... zum strecken ... aber nicht über 8cm und möglichst Blockabsatz.

    Das Thema Gürtel würde mir ja auch soooowat von gefallen, aber jedes Mal wenn ich mich in den Läden im Spiegel betrachte sagen Engelchen und Teufelchen auf meinen Schultern beide deutlich NEIN.

    Über Deine Venus von Willendorf mußte ich herzlich Lachen. Bei mir ist es eher die Rubensfigür. :-))))

    Grüßle

    Steffi

    AntwortenLöschen
  3. Hallo Meike,

    Dein Eintrag hat mir richtig gut gefallen :-) Die Tipps von Tina kenne ich ebenfalls alle, aber auch ich kann denen nicht unbedingt zustimmen. Empire-Stil gefällt mir - aber nicht an mir. Ich schau damit schwanger aus, ärmellos würde ich eh nicht mehr tragen, da mir meine Oberarme nicht mehr gefallen, Gürtel find ich gut, aber wenn man den ganzen Tag sitzt, sind sie oftmals unbequem. Flatternde Ärmel mag ich ebenfalls nicht, die stören mich zu sehr. Meine Kettensammlung ist erstaunlich, und Schals mag ich auch nicht. Deine Do´s und Don`ts finde ich ok, wobei ich schon viel schwarz trage - allerdings nur im Winter. Im Sommer bunt, bunt, bunt, wobei ich natürlich mittlerweile an mein Alter denke. Irgendwann ist es unpassend, wie ein Papagei herumzulaufen, auf jugendlich zu machen. Aber läuft es nicht immer auf das gleiche Ergebnis hinaus? Irgendwann hat man seinen Stil gefunden, man trägt das, mit dem man sich wohl fühlt, manchmal ist man in den Augen anderer unvorteilhaft gekleidet. Aber spielt es überhaupt eine große Rolle, was die anderen von meinem Erscheinungsbild halten? Ich kleide mich so, dass ICH mir gefalle...Und wir als Hobbyschneiderinnen haben ja die Möglichkeit, viel zu experimentieren - mit Farben und Schnitten und Stoffen.
    Also weiter so, liebe Meike :-))

    Liebe Grüße

    Katharina

    AntwortenLöschen
  4. Meine runden Tipps sind jetzt tatsächlich auch zu sehen auf dem verlinkten blog post. http://www.mamamachtsachen.de/2012/02/02/apfel-sanduhren-problemzonen-und-die-frage-was-steht-mir/

    WP mochte das NähzeichenLogo wohl nicht. ? Anyway, danke, Meike, für dieses Fragezeichen. Hat mich mal sehr ausführlich über Klamottenverkrampfungen nachdenken lassen.

    Schönes Wochenende
    Alexandra

    AntwortenLöschen
  5. Ich finde das aktuelle Näh-Fragezeichen wirklich spannend aber es fordert mich auch ein bischen. Insbesondere, wenn sich die Figur nicht so einfach einer der vorgegebenen Typen zuordnen läßt. Meine Recherchen zum Thema sind noch längst nicht abgeschlossen aber ein Anfang ist gemacht und ich habe meine ersten Erkenntnisse ebenfalls gleich in meinem Blog festgehalten.

    Danke .Meike und auch an Zuzsa für den Denkanstoß :-)

    AntwortenLöschen
  6. Hallo Meike,
    ich habe mich gestern nochmal durch einige deiner MMM-Fotos geklickt und mein Eindruck ist eindeutig: Du hast vollkommen recht, was die durchgehende Silhouette anbelangt. Deine Kleider sehen meist genial und genau richtig für dich passend aus (nach Anpassungen, ich weiß ...). Auch leicht ausgestellt und knapp oberhalb des Knies endend steht dir hervoragend. Z.B. dein Mantel zeigt das gut! Für den Sommer wäre bestimmt ein Wickelkleid auch ziemlich gut, denn ich mag ja nach wie vor das Nicki-Wickeldings (wenn nicht vom Stoff dann doch zumindest vom Schnitt und Sitz).

    Viele liebe Grüße!
    Frau Siebenhundertsachen

    AntwortenLöschen

Ich freu mich sehr über Kommentare! Sie sind kleine Geschenke für mich! Vielen, vielen Dank im Voraus.