Freitag, 17. Februar 2012

Alte Schätzchen



In einem Paket von meiner Mutter fand ich letztens eine tolle Überraschung. Drei alte Frauenzeitschriften mit Schnittmustern!




Natürlich habe ich die Zeitschriften Wort für Wort gelesen und war wirklich überrascht. Es handelt sich um Zeitschriften von Anfang der 70er und im Vergleich zu meiner "modernen" Mutter kommen sie mir furchtbar alt vor. Positiv zu vermerken ist, dass das Thema Mode und Aussehen erst ganz hinten kommt und damit im Leben der Frauen von damals, anscheinend weitaus weniger wichtig war, als das heute der Fall ist. Der Druck auf die Frauen, besonders gut zu sein, wurde - zumindest in dieser Zeitschrift - ganz anders ausgelöst: hier dreht es sich vorrangig darum, eine gute Ernährung zu sichern.

Allerdings wird die Frau subtil darauf vorbereitet, in der Doppelrolle zu funktionieren. Überall finden sich kleine Hinweise darauf, wie cool es ist, berufstätig zu sein. Immer wieder wird versucht, modern und anders zu sein. Da gibt es zum Beispiel einen Psychologen, der Leserbriefe beantwortet, bzw. von seinen LeserInnen beantworten lässt, in denen es um Fragen des Zusammenlebens von Männern und Frauen, z.b. wann sollte eine Verlobung gelöst werden oder wer entscheidete, wohin es in den Urlaub gefahren wird, geht.

Ich bin wirklich erstaunt, wie sehr sich unsere Welt verändert hat, wie ganz anders die heutigen Zeitschriften aussehen, wie die Themen und die Behandlung der Themen, sich verändert haben. Ich habe doch damals schon gelebt und kann mich durchaus an das Jahr 1973 erinnern. Schon erstaunlihc, dass das Leben damals ganz anders war.



Aber cool sehen die Sachen aus, oder? Ich finde, ich sollte da mal was nähen. Irgendwann.

Kommentare:

  1. Hallo Meike,
    danke für diesen schönen Post und die Erinnerungen an vergangene Zeiten zurück. Neulich erst hat meine Mutter über die Zeitschriften von damals und heute philosophiert und auch das Thema mit der Ernährung und der Mode erzählt.
    Die Schnitte des untersten Heftes finde ich übrigens ganz toll.
    Liebe Grüße,
    ilal

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  2. Gut zu wissen, dass sich manche Dinge geändert haben. ich habe ja manchmal den Eindruck die Rollenbilder werden im Augenblick eher konservativer. Die Schnitte sind aber grandios, ich entdecke im Augenblick mein Faible für die Kleidung der siebziger Jahre.
    LG, Claudia

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  3. Na, dann mal ran an die Nähmaschine! Sind wirklich schöne Modelle!
    Herzliche Grüße
    Sabine

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  4. Liebe Meike,

    ja, die Ratgeber-Hefte kenn ich auch aus meiner Jugend, die hatte meine Mam auch. Ich fand die damals als Teenager in den frühen 70ern recht madamig und hausfrauenartig, aber so ganz übel waren die nicht, halt für eine ganz andere Generation gemacht. Von heut aus interessant, wie sich das alles geändert hat. Die Schnitte sind jedenfalls toll. Die Zeitschrift gibt's übrigens immer noch. Als meine Mam vor Weihnachten ins Krankenhaus musste, wünschte sie sich das Dezemberheft als Mitbringsel. Mode ist immer noch drin, noch so gezeichnet wie damals, die Schnittbögen kann man sich dann schicken lassen.

    LG, Sieglinde

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  5. DAS hätte ich nicht gedacht, dass es den Ratgeber noch gibt. Da werde ich bei Gelegenheit in der Bahnhofsdings mal danach schauen!

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  6. Ach, was war das eine gute Zeit für uns junge Frauen! Natürlich wollten wir auch gut aussehen, aber emanzipatorische Gedanken waren in dieser Zeit weit wichtiger. Und Solidarität wurde groß geschrieben. Es gab Bafög und Studienmöglichkeiten, die vorher nie in dem Ausmaß denkbar waren.
    In der Mode gab es ein Manko: Wenn etwas Mode war, gab es nichts anderes. Ich war heilfroh, dass meine Mutter für mich nähte, weil mir ein individueller Stil auch bei den Klamotten wichtig war...

    Wie nett, wenn einem so ein Heft in die Hände fällt - oder im Blog auffällt, danke für's Einstellen.

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