Donnerstag, 12. Januar 2012

Meine Antwort auf das Nähfragezeichen Nr. 22 von 10.1.2012



22. Den "Kopfkleiderschrank" verwirklichen!
Wie siehst du eigentlich, d.h. in deinen Träumen, in deiner Vorstellung von Dir  aus? Welche Kleidungsstücke könntest du nähen, um dieser Vorstellung von Dir, wie du gerne sein möchtest, näher zu kommen? Was hält dich ggf. davon ab? 


Diese Frage zu beantworten kostet Mut. Ich kann verstehen, wenn sich nicht jede hier im öffentlichen Raum derart entblößen möchte. Vielleicht muss man ja auch gar nicht das geheime Bild verraten - ich fände es auch spannend, über die Gedanken und Gefühle zu lesen, die mit der Beantwortung der Frage entstehen auch wenn das "Bild" nicht konkret ausgemalt wird. 





Eigentlich bin ich natürlich nicht Chuck aus Pushing Daisies. Dazu ist mir die Serie viel zu wenig präsent und bin Brunetten identifiziere ich mich sowieso nicht. Aber ich kann mich erinnern, dass ich ganz verliebt in das Styling und die bunten Farben war. Ich sah diese Geschichten vor dem Me-Made-Month und dem MMM, so dass ich Kleider zwar irgendwie bewunderte, diese jedoch komplett außerhalb meines Horizontes waren. Sowas passt halt heute nicht, dachte ich...


In diesen Zusammenhang passt noch der ZEIT-Artikel "Mama, ich wär'so gern so cool wie du", den ich bei Immi in den Kommentaren gefunden habe, als sie befürchtete, dem Oma-Look zu verfallen - den ich ganz schick fand. Bin ich vielleicht ein bißchen komisch, dass ich so olle Kamellen gut finde? Aber nicht abschweifen, denn darum gehts im nächsten Nähfragezeichen, nächste Woche.


In unzähligen alten und auf alt gemachten Filmen bewunderte ich die Outfits der Damen. Ich erinnere mich besonders an "Down with Love" und die wunderbaren 60ies Klamotten und immer, wenn ich versuche einen taillierten Mantel mit Wespentaille zu nähen, muß ich immer an Mary Poppins denken. 


Und natürlich denke ich an Audrey Hepburn, Marilyn Monroe und und und ....sogar an Lieselotte Pulver!



Aber was hat das mit mir zu tun? 

Ich versuche das mal zu beschreiben: ich liebe Kleider. Ich liebe ganze Outfits, also kein Kombination aus oben und unten (Rock und Oberteil) sondern eine durchgängige Silhouette. Ich liebe Outfits, ich liebe es, wenn alles zusammen passt, wenn alles zusammen gehört, aus einer Farbe, einer Farbfamilie, einem Stil, einem Stoff. 

Und ich liebe Sanduhren. Auch wenn ich wahrscheinlich nie mehr eine Wespentaille bekommen werde, habe ich doch oben und unten was zu bieten. Ich liebe weibliche Figuren. 

Ich liebe auch dramatische Outfits. Zum Beispiel Hüte, Handtaschen, Handschuhe und Klickerklackerschuhe. Auf Letztere verzichte ich weitesgehend, weil mein Körper sich beschwert, wenn ich sie trage und sie nicht zu meinem Leben passen, aber ich liebe sie. Immerhin habe ich für die Übergangszeit (die in Hamburg fast das ganze Jahr dauert) Stiefel. Zu den Hüten traue ich mich derzeit nicht, das mache ich, wenn ich eine Grand Dame geworden bin. 

Also, was gilt es zu nähen? Ihr werdet es ganz sicherlich schon wissen, da brauche ich gar nicht mehr viel zu sagen: Kleider! Kleider und Mäntel. 

Und wenn es die MMMs nicht gegeben hätte, würde ich mich das niemals trauen. Aber derzeit kann ich mir gar nichts mehr anderes vorstellen, als Kleider und Mäntel in den unterschiedlichsten Ausführungen, Farben und Stilen zu nähen und zu tragen. 

Meine Figur sehe ich da überhaupt nicht als Hindernis, eher als Chance. Frauen sahen früher nicht aus wie Jungs - sie hatten allerdings figurformende Unterwäsche an. Das heißt, manchmal muß ich eben einen Quetschbody tragen, wenn ich damit das Outfit besser finde und manchmal brauche ich einfach Kleider, die auch mit mittelmäßiger Unterwäsche im Alltag gut aussehen. 

Als Nähziel der nächsten Monate gilt es für mich herauszufinden, wie ich das etwas zu elegante Bild von mir, mit meinem Leben vereinbare. 
  • Entweder schaffe ich es gute Frocks zu nähen, also Alltagskleider die zu meinem Leben passen.
  • Oder ich verändere meinen mein Leben dahingehend, dass ich mehr elegante Klamotten brauche
  • Oder ich traue mich verstärkt, etwas overstyled durch die Gegend zu laufen, weil das einfach ich bin. 
Es wird und bleibt spannend!



                                                      Oma-Bildquelle: immi-made clothes



Und wenn ich so ne coole Frau werde, dann kann ich mir eigentlich nur gratulieren!

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Auch noch mitmachen? Antworten könnt ihr - eine ganze Woche lang - bei der Frage in den Kommentaren oder bei Euch im Blog - dann bitte das Bild mitnehmen, auf die Aktion verweisen und bei Mr. Linky bescheid sagen, wo wir Euch und Eure Antworten finden:






Kommentare:

  1. Ganz wunderbar hast du das geschrieben! Ich hab dem nichts hinzuzufügen!

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  2. Nee... lass das mal mit den Frocks und mach lieber so elegant wie du ebend kannst! :-) Und trau dich so in der Öffentlichkeit zu erscheinen. Man wird sehen, dass deine Kleidung maßgeschneidert ist, die Männer sollen sich nach dir umdrehen und die Frauen sollen dich fragen bei welchem Designer du gekauft hast... oder sogar ob sie etwas von dir geschaffenes kaufen können.

    Ps: Udn das mit der Oma ist für mich noch nicht vom Tisch. ;-)

    Grüße von Immi

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    1. ach, wie herrlich.
      kopfkleiderschrank:
      mh. ich mochte immer den stilbruch. konnte und wollte mich nie in einem gesamten sehen. so ging ich schick ins theater - mit klickklackerschuhen jeans und blazer.
      ich trug einen schicken rock - oder sogar ein kleid aus spitze - mit jeansjacke.
      heute trage ich immer noch gerne shirts - zum rock, zur jeans. liebe die legere kleidung und mag kein weiss. muss wohl an meiner arbeit liegen, bei der ich immer weiss tragen musste.
      und, meine tante - die in der modebranche arbeitet, in berlin - sagte immer zu mir: mode trägt man, die hängt nicht im schrank.
      also egal was, es wird getragen und nicht für gut und sonntag und so aufgehoben.
      frocks sind bei mir bequemkleidung - allerdings dann schon mal auch eine schlabberjogginghose, in der ich am liebsten nähe. da kann ich so prima auf dem boden rumkrabbeln beim zuschneiden.
      und ich liebe schwarz. im sommer im winter. eigentlich immer. ganz schwarz. dann mal mit grau. hehe oder auch ein wenig farbe. z.zt. irgendwie gelb. nur nicht auf dem kopf, da passt es nicht.
      und ich mag meine selbstgenähten sachen.
      ich trage da immer was von.
      heute jeans - arbeitstechnisch muss ich hosen tragen, aber keine weisse schutzkleidung mehr - und ein shirt mit einem WIDI drüber (wer nicht weiss, was ein widi ist, die sms abkürzung für wickeldings - letzten winter in umlauf gebracht, und nennt sich sonst wickeljacke) selbstgestrickter schal und mütze. und IMMER eine selbstgenähte taschen.
      und jeans nähen, das schaffe ich auch noch. bestimmt.
      ich trage ja jetzt auch kleider.
      sei ganz lieb gegrüßt liebe maike von monika
      vergessen - gelbe selbstgestrickte armstulpen sind heute auch dabei

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  3. ...oh Hüte, ich liebe Hüte...grade habe ich mir einen Schnitt bestellt. Bei einem meiner vielen Umzüge ist der Karton mit den Hüten abhanden gekommen*heul Aber grade in Hamburg ist Hut doch etwas vollkommen Alltägliches, nur Mut zu Hut meine Liebe.
    viele liebe Grüße Rubinengel

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  4. Ach ja , der Sanduhr träume ich auch hinterher , aber werde sie nie haben - also mogeln wir ein bischen mit Raffungen und so ... Und ein wenig overstyled durch die Gegend zu laufen ist sehr o.k. Ich könnte da jetzt 'ne Menge Geschichten erzählen , wie mich z.B. meine Nachbarn und Kolleginnen gesehen und in bestimmte Schubladen gesteckt haben- irgendwann haben sie alle kapiert , dass ich auch nur mit Wasser koche und auch sonst sehr normal bin . Deswegen ist es dann nur ein kleiner Schritt , den Kopfkleiderschrank zu verwirklichen und sich damit gut zu fühlen .Also näh , was Du schön findest ! Und zeig es bitte weiterhin mittwochs !Ich hoffe , das klingt jetzt nicht oberschlau oder überheblich , aber so hab ich das erlebt und für mich gelöst
    Liebe Grüsse Dodo (die Hüte auch über alles liebt und hier in Bremen ganz komisch damit auffällt )

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  5. Mir gefällt wie du die Frage beantwortet hast, die ich sehr spannend finde. Ich habe es auch versucht, am Thema leicht missverständlich vorbeigeschrieben, mich aber trotzdem verlinkt.
    Julia
    Ps: Deinen Stoff presse ich gerade noch ein bisschen platt, damit das Porto stimmt...

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  6. Liebe Meike, du hast da ein sehr interessantes Thema in die virtuelle Welt geworfen. Ich denke viel darüber nach und lese gespannt die Beiträge dazu. Ich habe mich ja zur Blogpause selbstverpflichtet, kann aber nicht umhin mich in meinen Pausen umzuschauen. Leider kann ich für mich gerade keinen echten Stilwunsch festlegen. Ich mag serh viele verschiedene Stile und befinde mich sowieso gerade in einer Zeit der Veränderungn. Mal sehen, welche ERkenntnisse die nächsten Monate mir dazu bringen werden. In Deinem Beitrag kann ich aber auch eineige mir eigene Aspekte erkennen. Schaun mir mal!;-)

    Liebe Grüße, Sabine

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  7. Sehr schön geschrieben! Und merci für die gute Frage!
    Liebe Grüße, Juli

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  8. der kleiderschrank in meinem kopf benötigte einen menschen der gerne bügelt und einen anderen beruf.
    da ich diesen menschen nicht kenne und meinen beruf nicht ändern werde bis mir ein unanständig gutes angebot gemacht wird, werde ich auch weiterhin schlichte kaufmode mit selbstgenähten einzelstücken (jacken aus materialmix, röcke, die mal pullover waren etc.) kombiniert tragen und die bemerkung: "man sieht, dass ihnen mode egal ist" als kompliment betrachten.
    lg
    marya

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  9. Mary Poppins steht auch ganz weit oben auf der Liste meiner Stilikonen! Sehr schön geschrieben, liebe meike. Ich finde du hast schon jetzt einen wunderbaren Stil und so ein Hut würde dir sehr gut stehen. Liebe Grüße, zuzsa

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  10. Für mich ist das ein schwieriges Thema mit den Bildern im Kopf. Da ich so viele Jahre meines Lebens so sein wollte wie die Bilder in meinem Kopf, darüber eine schwere Essstörung bekommen habe und nur sehr langsam wieder gesund geworden bin. Natürlich habe ich immer noch Träume, am liebsten würde ich mich immer anziehen wie Kate Winslet in Titanic, aber ich will nicht mehr eine andere sein.
    Ich will nur noch die Bilder, die zu mir passen und meine Persönlichkeit unterstreichen.
    Leider kommt damit für mich auch dieser herrliche Retrostil nicht in Frage, tailliert und dann ein ausgestellter Rock geht gar nicht. Aber ich habe "mein Retro" auch gefunden,
    noch 40 Jahre weiter zurück in der Modegeschichte!
    Tolle Idee, die Nähfragezeichen!
    Liebe Grüße von
    Julia

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